Die Pläne zur Sanierung der GKV-Finanzen schweißen die Kassenverbände zusammen. Gemeinsam protestieren AOK und VdEK gegen unfaire Lastenverteilung - und fordern eine Nullrunde für Leistungserbringer. Die Ärztefunktionäre wehren sich. Sie verweisen auf steigende Kosten. Und sie wüssten auch gerne, warum die Versicherer nicht mit gutem Beispiel vorangehen.
Die Bundesregierung will Raumtemperaturen in öffentlichen Gebäuden und Arbeitsplätzen per Verordnung deutlich senken. Auch in privaten Wohnungen soll es viel kälter werden dürfen, wenn die Mieter Heizkosten sparen müssen. Studien belegen allerdings klar: Kälte ist gesundheitsschädlich. Temperaturabsenkungen sind auch deshalb enge Grenzen gesetzt.
Weg vom ärztlichen Einzelkämpfertum, hin zu fachübergreifender Kooperation im Sinne der Patienten: Mit ihrem Konzept regionaler Gesundheitszentren wollen die Ersatzkassen die medizinische Versorgung in strukturschwachen Gegenden sichern und auf neue Beine stellen. Gleichzeitig soll das „Leistungspicking“ von investorenbetriebenen MVZ begrenzt werden.
Wandernde Gebärmutter, hysterische Anfälle, Schwangerschaft als Heilmittel – diese teils jahrtausendealten Mythen beeinflussen immer noch die medizinische Versorgung von Frauen. Das schreibt die Kulturhistorikerin Elinor Cleghorn in ihrem Buch „Die kranke Frau“. Im Interview erzählt sie, was die Medizin noch aufarbeiten muss.
Das VideoIdent-Verfahren ist Geschichte im Gesundheitswesen, alle Beteiligten suchen nach Alternativen. Doch mit der Opt-out-ePA und einer Identifizierungsmöglichkeit in Apotheken könnte sich das Problem bald von selbst lösen. Denn auch bei den digitalen Identitäten gibt es Probleme.
14 Jahre nach Einführung einer Zulassungspflicht für Therapieallergene werden rund ein Viertel der Neupatienten immer noch auf nicht zugelassene Therapien mit unsicherer Wirksamkeit eingestellt. Mit fatalen Folgen: Immer häufiger kommt es zu Therapieabbrüchen, weil Altpräparate vom Markt genommen werden. Vor allem Kinder sind betroffen.
Lange wurde in migrantischen Milieus auf Pflege durch Angehörige gesetzt. Doch das ändert sich allmählich – und dazu hat Nare Yeşilyurt mit der Gründung des ersten kulturspezifischen Pflegedienstes beigetragen. Ihr Erfolg unterstreicht, dass von diversitätssensibler Haltung für individuelle Bedürfnisse alle Pflegebedürftigen profitieren.
Schweden gilt als ein Vorreiter beim Thema E-Health. Um zu erfahren, warum das Land dabei erfolgreich ist, war Matthias Mieves (SPD), der Mitglied im Digital- als auch im Gesundheitsausschuss des Bundestags ist, vergangene Woche auf einer Dienstreise dort. Vor allem der Umgang mit Gesundheitsdaten und ein hybrides Telemedizin-Modell haben ihn beeindruckt.
Ob Internet-Hetze oder Gewaltausbrüche in der Praxis: Bedrohungen gegen Mediziner und anderes Gesundheitspersonal nehmen zu, wie Ärztepräsident Klaus Reinhardt bestätigt. Im Interview sagt er, woran das liegt, wer besonders gefährdet ist, wie sich Betroffene verhalten sollten – und auch, was generell helfen könnte gegen die wachsende Aggression im Land.
Elf Wochen streikten Pflegerinnen und Pfleger an sechs Unikliniken in NRW. Dann einigten sich Verdi und Klinikvorstände auf einen Tarifvertrag. Doch dass dieser die Pflege tatsächlich entlastet und Arbeitsbedingungen verbessert, muss erst bewiesen werden. Derzeit fehlen hierzu wichtige Daten.
Der Trialog gilt eigentlich als good practice in der Psychiatrie, auch in der Psychotherapie könnte er angewendet werden. Aktuell werden Angehörige und soziales Umfeld aber selten eingebunden und organisieren sich meist in Selbsthilfegruppen. Das liegt auch an der Personalrichtlinie für Psychiatrie und Psychosomatik.
In der Debatte um eine gesetzliche Neuregelung der Suizidhilfe sorgt der BGH für Wirbel: Die obersten Strafrichter sprechen eine Frau vom Vorwurf der Tötung auf Verlangen frei, die ihrem kranken Mann eine Überdosis Insulin gespritzt hatte. Die bisherige Interpretation des § 216 StGB halten sie für nicht mehr verfassungskonform. Wie reagiert die Politik?
Der Chipmangel ist bei den Krankenkassen angekommen: Statt Plastikkarten gibt es in manchen Regionen jetzt nur noch Papier. Und das könnte auch zu Verzögerungen beim E-Rezept führen.
Die klamm gewordene Pflegeversicherung erhält vom Bund ein Darlehen von einer Milliarde Euro. Als Grund für die Notlage werden Zusatzbelastungen durch die Pandemie angegeben. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die Kassen sind unzufrieden, sie drängen auf nachhaltige Finanzierung.
Während in Deutschland Verhandlungen über Arzneimittelpreise schon lange nicht mehr wegzudenken sind, könnte dies in den USA im staatlichen Programm Medicare bald erstmalig eingeführt werden. Möglich machen soll es ein Gesetz, das heute beschlossen werden könnte. Auch eine Zuzahlungs-Obergrenze ist vorgesehen. Es profitieren aber längst nicht alle Menschen.
Das Bundesgesundheitsministerium will kurzfristig die Pflegepersonalsituation verbessern und legt dazu einen Gesetzentwurf vor, mit dem gleichzeitig auch andere Probleme im Krankenhausbereich gelöst werden sollen.
Die 337 Kliniken in Nordrhein-Westfalen müssen sich künftig auf bestimmte Leistungen wie Schlaganfall-Versorgung oder Knie- und Hüftprothesen konzentrieren – und sollen nicht mehr alles anbieten. Für die tiefgreifende Reform der Krankenhauslandschaft stellte der Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gestern den konkreten Zeitplan vor.
Im Frühjahr hat Moderna seinen Deutschlandstandort in München eröffnet. Geschäftsführer ist Gerald Wiegand, der im Interview erklärt, an welchen Entwicklungen das Unternehmen arbeitet und warum aus seiner Sicht über die Eröffnung eines Produktionsstandorts mit der Regierung diskutiert werden muss.
Mit einem sofortigen Verbot des VideoIdent-Verfahrens hat die Gematik auf einen Sicherheitsbericht des Chaos Computer Club reagiert. Denn mit einfachsten Mitteln haben Hacker:innen eine ePA für Dritte anlegen können. Die Kassen hoffen dennoch auf eine Wiederaufnahme, während das BMG an eigenen Lösungen arbeitet.
Die Gesundheitsminister:innen der Länder haben sich gestern bei einer außerplanmäßigen Videokonferenz über den Entwurf des neuen Infektionsschutzgesetzes ausgetauscht. Kritik gab es vor allem für die geplante Regelung, Masken- und Test-Ausnahmen für frisch Geimpfte und Genesene durchzusetzen.
Die geplante Verlängerung des Preismoratoriums dürfte statt zu Einsparungen zu erheblichen Mehrkosten für die Krankenkassen führen. Grund ist eine seit 2018 geltende Inflationsklausel, die nun angesichts hoher einstelliger Preissteigerungsraten erstmals voll durchzuschlagen droht.
Die Hitzewelle, die Deutschland in der kommenden Woche droht, dürfte kein singuläres Ereignis bleiben. Infolge der Klimakrise werden wir in den nächsten Jahren zunehmend mehr mit Hitzekranken und Hitzetoten zu tun haben, prognostiziert der Intensivmediziner Bernd Böttiger, Bundesarzt beim Deutschen Roten Kreuz.
Nur noch ein paar Wochen, dann ist Oktober. Mehr Abwasserüberwachung in den Kommunen soll helfen, der befürchteten Coronawelle im Herbst zu begegnen. Berliner Forscher sind gedanklich schon weiter.
Die Zahl der DiGA-Verordnungen steigt rasant. Doch noch immer sind viele Punkte nicht geklärt – neben Fragen zum Nutzennachweis, den Kosten und dem Datenschutz ist offen, wie die Apps bei Patient:innen überhaupt ankommen. Denn Aussagen zur Nutzungshäufigkeit können nur die Hersteller treffen.
Bereits im März 2020, kurz nach Ausbruch der Pandemie, konstatierten die Vereinten Nationen auch den Beginn einer „Infodemie“, da sich Falschinformationen rasant verbreiteten. Eine aktuelle Analyse des Institute for Strategic Dialogue liefert eine Bestandsaufnahme dieser Desinfo-Flut und erläutert Handlungsoptionen.
Mit einem angepassten Algorithmus soll der Nutri-Score besser in Einklang mit aktuellen Ernährungsempfehlungen gebracht werden. Der Bericht des Wissenschaftlichen Gremiums wird positiv aufgefasst. Das vorherige Stellungnahmeverfahren wirft allerdings Fragen auf.
Es gibt sie erneut – die Möglichkeit, sich bei leichten Atemwegsinfekten telefonisch krankschreiben zu lassen. Gestern beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss mit Blick auf die steigende Zahl von Corona-Erkrankten eine nochmalige Sonderregelung. Sie gilt jedoch abermals nur befristet, bis Ende November. Und es mehren sich die Rufe nach einer Dauerlösung.
Weil Sicherheitszertifikate aktueller Geräte ablaufen, bekommen Arztpraxen 400 Millionen Euro von den Krankenkassen für neue Konnektoren. Reicht das? Und wie ist es überhaupt um die IT- und Datensicherheit bei Ärzt:innen bestellt?
Durch das Abschmelzen der Finanzrücklagen der Krankenkassen ist es zu einer Verletzung von Grundrechtspositionen beitragspflichtiger GKV-Versicherter gekommen – zu diesem Urteil kommt ein Rechtsgutachten im Auftrag der AOK Hessen und der AOK PLUS. Mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz droht nun eine Wiederholung.
Die Richtlinie des G-BA zur komplexen Behandlung schwer psychisch Kranker (KSVPsych-RL) soll Versorgungsnetzwerke und damit bessere Versorgung sicherstellen. Ihren Ursprung hat sie in einem Innovationsfonds-Projekt. Doch wie gut ist die Übersetzung gelungen?
Die Ampel-Koalition hat die Inhalte des neuen Infektionsschutzgesetzes ausgehandelt. Gestern stellten der Bundesgesundheitsminister und der Bundesjustizminister die Ergebnisse vor. Auf einer Sondersitzung der Gesundheitsministerkonferenz wollen sie kommende Woche erneut darüber diskutieren.
Personalnot macht erfinderisch. An fünf Unikliniken in Baden-Württemberg wird demnächst erprobt, ob man die Ausbildung der Intensivpflegekräfte nicht von fünfeinhalb auf vier Jahre verkürzen kann. Vom Pflegerat kommt heftige Kritik. Offenbar gehe es nicht um gesicherte Pflegequalität, sondern nur darum, „möglichst schnell an Berufsnachwuchs zu kommen“.
Geht es nach Chantal Friebertshäuser, der Chefin von MSD Deutschland, dann muss beim Thema Gesundheitsdaten mit alten Mustern gebrochen und eine neue Kultur etabliert werden, um aktuelle und künftige Herausforderungen bewältigen zu können. Reaktives Herangehen löse keine Probleme, statt gegeneinander müsse endlich miteinander gearbeitet werden.
Seit Jahren geht die Zahl der Apotheken in Deutschland zurück. Nun könnte das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz diesen Trend weiter beschleunigen, fürchtet die Freie Apothekerschaft. In einem gemeinsamen Brandbrief mit der IG Med an den Bundesgesundheitsminister fordern sie, die Sozialgesetzgebung grundlegend zu überarbeiten.
Die Klimakatastrophe berechnen, um sie zu vermeiden: Das ist die Idee einer wissenschaftlichen Arbeit über die Risiken eines ungebremsten Klimawandels. Diese müssten stärker beachtet werden, mahnen die Autorinnen und Autoren – nicht nur die optimistischen Szenarien, in denen das Paris-Abkommen erfüllt wird.
UN AIDS schägt Alarm: Die globale AIDS-Bekämpfung ist bedroht. Auf der Internationalen AIDS Konferenz stellen Forschende Möglichkeiten vor, um den Kampf gegen HIV voranzutreiben – angefangen bei der Umsetzung von Präventionsmaßnahmen bis zu Ergebnissen aus der Grundlagenforschung. Nur vom heiligen Gral der HIV-Impfung scheinen wir noch weit entfernt.
Jens Baas zeigt sich enttäuscht von der bisherigen Leistung des Gesundheitsministers, nicht nur mit Blick auf das geplante GKV-Gesetz. Im Interview mit Thomas Trappe spricht der Chef der Techniker Krankenkasse über seine Abneigung gegen GKV-Steuerzuschüsse, Krankenhausreformen und die Digitalstrategie des Ministers.
Karl Lauterbach bedankt sich bei den Ampel-Abgeordneten schon mal für „konstruktive Begleitung“ seines Gesetzentwurfs zur GKV-Finanzierung. Dabei haben Grüne und FDP klar gemacht, dass sie auf Nachbesserungen drängen werden. Doch wahrscheinlich kommen die zu spät, um sich noch auf Beiträge und Haushaltsplanung der Krankenkassen für 2023 auswirken zu können.
Johannes Hübner, Abteilungsleiter für Infektiologie an der Haunerschen Kinderklinik in München, fordert von der Regierung ein Umdenken bei der Kindermedizin. Zunehmende Infektionswellen belasteten derzeit die Stationen und machten kostendeckendes Arbeiten zusätzlich schwierig, sagt er.
Laut Kabinettsentwurf für das Finanzstabilisierungsgesetz wird die Pharmabranche wie geplant belastet, die juristisch wacklige „Soli-Abgabe“ aber ist gestrichen. Der Minister setzt jetzt darauf, dass die Ampelkoalitionen das Gesetz wie vorgelegt durchwinken. FDP und Grüne melden aber Nachbesserungsbedarf an.
Die Pflegeheimbetreiber warnen aufgrund explodierender Energiepreise und anstehender Lohnerhöhungen vor einem „Kosten-Tsunami“. Und eine erste Analyse der Ersatzkassen zeigt, dass die Zuschüsse zur Begrenzung des Eigenanteils für viele Bewohner nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Gemeinsame Forderung der Experten: Die Politik muss handeln.
Der aktuelle WIdOmonitor des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, der heute veröffentlicht wird, verdeutlicht die negativen Auswirkungen der Pandemie auf Kinder. Und er macht Vorschläge zur Unterstützung. So seien niedrigschwellige, regionale Angebote von Bedeutung. Denn besonders betroffen sind Kinder aus einkommensschwachen Familien.
Schon im März sollte es in Betrieb sein, nun dauert es wohl bis 2024: Das beschlossene Organspenderegister verzögert sich noch mal um mindestens eineinhalb Jahre. Die Union ist wütend, sie wirft dem BMG Missmanagement vor. Und ein CSU-Politiker äußert den Verdacht, dass Gesundheitsminister Lauterbach die Umsetzung ganz bewusst nicht forciert.
Körpernahes Monitoring über die textile Integration von Sensorik: Ein Fraunhofer-Cluster will darüber kardiologische Events früher und zuverlässiger als bisher identifizieren. Eine klinische Studie soll den Nutzen nun belegen. Die Anforderungen an Sicherheit und Datenhaltung sind bei solchen Lösungen hoch.
Nach dem Willen der Bundesregierung soll künftig für alle Bürger:innen eine elektronische Patientenakte (ePA) eingerichtet werden – die Ausgestaltung dieser Opt-out-Option ist allerdings noch unklar. Expert:innen schlagen verschiedene Möglichkeiten vor.
Das Unternehmen Berlin Cures hat einen Wirkstoff entwickelt, dem Mediziner ein großes Potenzial gegen Long-COVID und ME/CFS zutrauen. Doch während es jetzt Studien zur Wirksamkeit bei Long-COVID geben soll, wird für eine in Erlangen geplante Untersuchung bei ME/CFS-Patienten kein Wirkstoff geliefert. Mediziner und Betroffene reagieren mit heftiger Kritik.
Michael Hennrich, Arzneimittelexperte der Union, wechselt die Seite: Im Frühjahr wird der Bundestagsabgeordnete Geschäftsführer beim Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH). Linksfraktion und Grüne im Bundestag reagieren mit teils heftiger Kritik.
Das BMG macht den Betreibern von Pflegeeinrichtungen Druck beim Coronaschutz. Es fordert Hygienekonzepte und Impfbeauftragte, droht auch mit Sanktionen. Die Betroffenen ärgern sich, sie befürchten blinden Aktionismus, noch mehr Bürokratie und Personalüberlastung. Und sie warnen: Ohne echte Schutzmaßnahmen in der Gesamtgesellschaft helfe das alles wenig.
Auch der überarbeitete Referentenentwurf aus dem BMG zur gesetzlichen Regelung der Triage in der Pandemie wird von Verbänden in der Luft zerrissen: Menschen mit Behinderungen befürchten weiterhin Diskriminierung. Derweil wollen Ärztinnen und Ärzte das geplante Verbot der medizinethisch umstrittenen Ex-post-Triage unter allen Umständen verhindern.
Dass die Interpretation von Nebenwirkungen nach einer COVID-19-Impfung schwer ist, zeigt ein missglückter Tweet des Gesundheitsministeriums. Dabei soll ein Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts eigentlich für Aufklärung sorgen.
Der Gesundheitsminister will mit einer „externen Arbeitsgruppe“ den Einfluss auf die Ständige Impfkommission ausbauen – offiziell geht es um „eine noch bessere Kommunikation“. Unterdessen bezweifeln Experten Lauterbachs Tipps zur Corona-Viertimpfung.
An der Uniklinik Dresden koordiniert Jakob Armann für die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie mehrere Surveys zu Corona bei Kindern. Im Interview spricht er über die aktuellen Zahlen und beklagt eine verzerrte Risikowahrnehmung und -kommunikation, geht es um Coronafolgen für Kinder und Jugendliche.
Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer will den Anstoß geben für eine Reduzierung klimaschädlicher Narkosegase in Operationssälen und hofft auf Resonanz in Bund und Ländern. Doch bislang hält sich die Begeisterung in Grenzen.
Daten müssen endlich nutzbar werden – für die Forschung, Ärzt:innen und auch die Industrie, sagt Maximilian Funke-Kaiser, digitalpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Mitglied im Gesundheitsausschuss. Ab September werde enorm Geschwindigkeit bei dem Thema reinkommen, ist er sich sicher.
Mehr als 90 Prozent der Krankenhäuser benötigen Erdgas zum Heizen und fürs Warmwasser. Da schlagen die steigenden Preise mächtig ins Kontor. Beim Verbrauch lässt sich für die meisten laut einer Umfrage wegen veralteter Bauten und Techniken kaum was einsparen. Die Betreiber fordern daher finanzielle Hilfe. Um klimaneutral zu werden, bräuchten sie Milliarden.
Cannabis legal als Genussmittel konsumieren – doch ab wann? Selbst auf der International Cannabis Business Conference kann die Ampel nicht konkretisieren, in welche Richtung ein Gesetzesentwurf gehen wird. Die Cannabiswirtschaft hingegen wartet ungeduldig auf konkrete Informationen.
Verpflichtende Teilnahme aller Kliniken am digitalen Meldesystem DEMIS, Hygienekonzepte für die Pflegeheime, Covid-Medikamente direkt vom Arzt: Um der Coronawelle im Herbst zu begegnen, plant das Gesundheitsministerium rigide und teils auch sanktionsbewehrte Vorgaben. Und beim Bestellen von Impfstoff wird massenhaftes Wegwerfen schon mal einkalkuliert.
Diane Scott ist CEO der JMCC-Group, die Cannabis auf Jamaika herstellt und in Ozeanien, Deutschland und Großbritannien vertreibt. In ihrem Heimatland Kanada hat sie erlebt, wie der Markt für medizinisches Cannabis zusammenbrach, als die Pflanze für den Freizeitgebrauch legalisiert wurde. Sie warnt vor einem Goldrausch.
Beim Energiesparen müssen auch die Kliniken mitmachen, denn sie sind Großverbraucher. So werden dort pro Bett und Tag mehr als 300 Liter Wasser benötigt – das Zweieinhalbfache dessen, was eine Person zuhause verbraucht. Eine Studie liefert nun erstmals Einsicht, was in den Krankenhäusern schon für den Klimaschutz getan wird und was noch möglich wäre.
Lauterbachs Pläne, zur GKV-Stabilisierung in die Rücklagen zu greifen, wird nach Berechnungen des GKV-Spitzenverbands rund 30 der 97 gesetzlichen Kassen unter die Mindestreserve drücken. Den Kassen droht eine politikgemachte Kettenreaktion aus Beitragserhöhungen, darauffolgenden Mitgliederverlusten und erneuten Beitragsanpassungen.
Das Bundesgesundheitsministerium scheint die geplante automatische Biosimilar-Substitution in den Apotheken zum 16. August nicht stoppen zu wollen. Stattdessen warte man nun auf die Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses.
Das deutsche Gesundheitssystem ist nach wie vor kaum auf gefährliche Wetterextreme wie Hitzewellen vorbereitet. Diesen beunruhigenden Befund zogen Expert:innen bei einer Veranstaltung zum Thema Klimawandel und Gesundheitsschutz. Sie fordern Aktionspläne der Kommunen, bessere Einbindung von Gesundheitsakteuren und klare politische Vorgaben.
Die Fallpauschalen haben kleinere Krankenhäuser zum Kollateralschaden der DRG-Einführung gemacht. Um diesen wieder zu Wirtschaftlichkeit zu verhelfen, könnten sie in Medizinische Versorgungszentren (MVZ) umgewandelt werden oder neben stationären auch ambulante Leistungen anbieten, schreibt Evert Jan van Lente in seiner Expertenkolumne.
Die ersten Empfehlungen der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung zur Pädiatrie und Geburtshilfe würden einem Rückschritt gleichkommen, so der Deutsche Hebammenverband. Die avisierte Eins-zu-eins-Betreuung lasse sich damit nicht realisieren.
Ohne gesundheitliche Gerechtigkeit kann es keine Geschlechtergerechtigkeit geben, sagt Organon-CEO Kevin Ali im Interview. Das Pharmaunternehmen konzentriert sich auf Frauengesundheit und entwickelt neben Verhütungsmitteln Medikamente für die Behandlung von Endometriose und zur Kontrolle postpartaler Blutungen.
Der GKV-Spitzenverband warnt in seiner Stellungnahme vor handwerklichen Fehlern im GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, welche in einem Bereich sogar Mehrausgaben in dreistelliger Millionenhöhe statt der erwünschten Einsparungen verursachen könnte. Die Ärzteschaft sieht dies anders.