Die Kommission war ein Kompromiss im Streit um die Bürgerversicherung: Nach eineinhalb Jahren Arbeit legt sie nun ihren Bericht vor. Bei der SPD zeigt man sich enttäuscht, beim PKV-Verband erleichtert. Jens Spahn will weiter beraten.
Wie muss die Krankenhausfinanzierung in Zukunft aussehen, damit die stationäre Versorgung sichergestellt ist? Der Gesundheitsminister von Schleswig-Holstein, Heiner Garg (FDP), hat genaue Vorstellungen und will die erlösunabhängige Vergütungskomponente.
Laut Jens Spahn geht vom Virus nur eine „geringe“ Gefahr aus, bei der Eindämmung vertraut er auf das Robert-Koch-Institut. Die letzte „Krisensimulation“ liegt drei Jahre zurück, eine Software zur zentralen Erfassung von Verdachtsfällen gibt es nicht. Unterdessen gibt es neue Fälle in Bayern.
Fachkräfte fehlen in vielen Gesundheitsberufen. In Berlin setzt man auf Integrationsarbeit, um Potenziale besser nutzen zu können. Menschen mit Migrationshintergrund, die eine Ausbildung zur Pflegefachkraft absolvieren, sollen in Zukunft ein Arbeitsstipendium von der Senatsgesundheitsverwaltung bekommen.
Mitarbeiter der Techniker Krankenkasse können sich seit wenigen Wochen über eine Video-App behandeln lassen. Der Arzt kann nicht nur eine Diagnose stellen und den Patienten krank schreiben, sondern auch Medikamente elektronisch verordnen.
Mitte des Jahres könnten das erste Mal Apps verschrieben werden, die Hersteller brüten nun über dem Verordnungsentwurf. Für viele von ihnen könnte es ratsam sein, ihre Produkte nicht voreilig als DiGA einstufen zu lassen, heißt es bei einem Mitgliedertreffen des Bundesverband Medizintechnologie.
Das Berliner Start-up Getsurance bietet eine Krebsversicherung an, welche die finanziellen Folgen der Krankheit abmildern soll. Verbraucherschützer warnen allerdings vor dem Angebot, bei dem es einige Einschränkungen gibt.
Ein Mobilitätskonzept, das Menschen zum Radfahren motiviert: Maßnahmen wie diese könnten Teil der Public-Health-Strategie Deutschlands werden, bei der gerade der menschengemachte Klimawandel als Förderer der öffentlichen Gesundheit gesehen wird.
Jens Spahn versucht den Pflegenotstand in Krankenhäusern mit Geld aufzulösen. Das wird nicht nur teuer – es lässt auch die Strukturprobleme der deutschen Kliniklandschaft ungelöst. Doch noch bremst der Föderalismus radikale Reformen.
Barmer-Versicherte, die an Herzinsuffizienz leiden, können ab sofort von telemedizinischer Versorgung profitieren. Die Kasse hat dafür einen Vertrag mit der Charité geschlossen, die in einer Studie positive Effekte der Telemedizin nachweisen konnte.
Seit zwei Monaten ist die Zypriotin Stella Kyriakides EU-Gesundheitskommissarin. Im Interview kündigt sie an, Anfang Februar einen Fahrplan für den Kampf gegen Krebs zu skizzieren. Nicht nur hier, sondern auch beim Austausch von Gesundheitsdaten, der Digitalisierung und der Bekämpfung von Arznei-Lieferengpässen sieht sie in Jens Spahn einen Verbündeten.
Das IGES-Gutachten zur stationären Hebammenversorgung kommt zu dem Ergebnis, dass die Versorgungsqualität eigentlich ganz gut ist. Trotzdem fordert der Deutsche Hebammenverband ein Geburtshilfestärkungsgesetz. Der parlamentarische Staatssekretär im BMG, Thomas Gebhart, hat Gespräche angekündigt.
Der Gesundheitsminister stellt sich und sein Ministerium neu auf: Die Themen Pflege und Klima werden gestärkt, auch in der Leitungsebene gibt es einen Wechsel. Spahn könnte sich mit dem Umbau auch für ein mögliches neues Regierungsbündnis positionieren.
Der Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Arzneimittelversorgung, Michael Hennrich, kann sich die Aufgabe von exklusiven Rabattverträgen vorstellen. Doch hilft diese Maßnahme, Arzneimittellieferengpässe einzudämmen? Die SPD sagt: Nein.
65 Millionen Überstunden – auf diese erschreckende Bilanz kommt der Marburger Bund, wenn er die Ergebnisse einer Arbeitszeit-Befragung unter Krankenhausmedizinern hochrechnet. Im Schnitt kommt demnach jeder angestellte Arzt auf mehr als 56 Arbeitsstunden pro Woche. Und Teilzeitkräfte arbeiten faktisch Vollzeit.
Mit einer Preisobergrenze will die Branche ein Verbot von Leiharbeit in der Pflege verhindern. Ab März sollen die Löhne für geleaste Pflegekräfte in Berlin nicht mehr höher liegen als das Tarifentgelt für das Stammpersonal in den Kliniken. Das kündigte Deutschlands größte Vermittlungs-Plattform für Leiharbeit in der Pflege an. Doch Berlins Gesundheitssenatorin bleibt hartnäckig.
Immer mehr Menschen in China stecken sich mit dem Coronavirus an. Reisende könnten die neuartige Lungenkrankheit auch nach Deutschland bringen. Das BMG mahnt dennoch zur Zurückhaltung.
Männer sind Gesundheitsmuffel, sie rauchen und trinken mehr als Frauen und gehen seltener zum Arzt. Aber möglicherweise sind sie über digitale Angebote für Prävention besser zu erreichen als bisher. In Berlin hat sich ein Kongress ausgiebig mit dieser Frage beschäftigt.
Ein neuer Bericht zur Antibiotika-Forschung beklagt einen Rückgang der verfügbaren Medikamente und eine falsche Nutzung in ärmeren Ländern. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hofft man heute auf Unterstützung durch Angela Merkel, geht es um die Eindämmung von Resistenzen.
In der vergangenen Woche hat der Bundestag sich gegen die Widerspruchslösung bei Organspenden entschieden, stattdessen soll es nun ein zentrales Register für Spendewillige geben. Wie aus einer repräsentativen Umfrage des Tagesspiegel Backgrounds hervorgeht, wollen sich 30,6 Prozent der Bundesbürger auf jeden Fall in diese Liste eintragen.
Die Medtech-Branche wartet seit Monaten darauf, jetzt liegt die Verordnung zur Erstattung digitaler Gesundheitsanwendungen vor. Sie formuliert einen umfangreichen Fragenkatalog an die Hersteller. Beim zuständigen Bundesinstitut gibt es für die Prüfung bislang allerdings keine Handvoll Mitarbeiter.
In der Berliner Charité sind fast alle Fachrichtungen vom Pflegenotstand betroffen, sagt der Personalratsvorsitzende Jörg Pawlowski. Im Interview spricht er über Folgen der Engpässe für die Patientenversorgung, Fachkräfte-Anwerbung auf eigene Faust – und darüber, wie sich der Pflegeberuf wieder attraktiver machen ließe.
Die Gesundheitspolitik Jens Spahns wird die Kassenbeiträge weiter steigen lassen, sagt der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch. Im Interview spricht er über Bedingungen, an die gegenseitige Finanzhilfen innerhalb der GKV geknüpft werden sollten, über Klinikreformen und die Motivation der Ärzteschaft zur Digitalisierung.
Um Lieferengpässen vorzubeugen, müssen Arzneimittelhersteller und Pharmagroßhändler in den Niederlanden seit wenigen Wochen eine eiserne Reserve aufbauen. Auch in Deutschland mehren sich die Forderungen nach gesetzlichen Vorgaben für eine Bevorratung.
Die Whatsapp-Nutzung ist weit verbreitet, Antworten sind innerhalb von Sekunden möglich und auch Bilder können verschickt werden. Doch die Nutzung des zu Facebook gehörenden Dienstes ist umstritten. Krankenhäuser suchen deshalb nach Alternativen.
In einem Briefwechsel räumt der Hersteller des teuersten Medikaments der Welt ein, dass es keinen Beweis für eine Überlegenheit des Gentherapeutikums Zolgensma gegenüber der Vergleichstherapie gebe. Die AOK beklagt bei der Novartis-Tochter eine zögerliche Haltung im Zulassungsprozess.
Es war eine Enttäuschung für Gesundheitsminister Jens Spahn und ein Sieg für Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock: Mit deutlicher Mehrheit stimmte der Bundestag gegen Spahns doppelte Widerspruchslösung und für die Zustimmungslösung. Reaktionen lesen Sie hier.
Der Streit zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Deutscher Krankenhausgesellschaft um die Notfallversorgung geht in eine neue Runde. Die DKG spricht von einem „Affront gegen die Krankenhäuser“. KBV-Chef Gassen freut sich.
Bundesbürgern wird es bald möglich sein, ihre Genomdaten zu spenden: Deutschland wird heute dem Genomprojekt der EU beitreten, erfuhr der Background vorab. Bis 2022 sollen damit europaweit mindestens eine Million Genomdatensätze gesammelt werden. Bis zur ersten Spende dürfte aber noch Zeit ins Land streichen.
Beschließt der Bundestag heute, dass künftig alle Bürger als potenzielle Organspender gelten, wenn sie dem vor ihrem Tod nicht widersprochen haben? Die Chancen auf eine solche Änderung, wie sie Gesundheitsminister Jens Spahn haben möchte, standen bis zuletzt fifty-fifty. Entscheidend wird sein, wie die fast 200 bisher unentschlossenen Abgeordneten votieren.
Digitale Innovationen braucht die Gesundheitsversorgung – das meint nicht nur Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, sondern auch der Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV). Während der Verband Anerkennung für seinen Venture-Capital-Fonds heal capital sucht, denkt Spahn höher, schneller, weiter an all das, was noch möglich ist.
Schmerz ist ein subjektives Gefühl und ein gewaltiges Problem in Deutschland. 3,4 Millionen schwerstgradig Schmerzkranke wurden 2019 registriert – und das ist nur die Spitze des Eisbergs. In der Versorgung fehlen mehrere tausend spezialisierte Ärzte. Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin wird daher heute eine geeignete Bedarfsplanung fordern.
Im Mai tritt die neue Medizinprodukte-Verordnung der EU in Kraft. In den Unternehmen und den zuständigen Benannten Stellen ist man sich zunehmend sicher, dass es zu gravierenden Engpässen kommen wird: Der lang befürchtete Zertifizierungsstau gilt bei den meisten Beteiligten als unausweichlich.
Wie viel Pflegepersonal brauchen Krankenhäuser, um ihre Patienten gut zu versorgen und ihre Beschäftigten nicht ausbrennen zu lassen? Krankenhausgesellschaft, Pflegerat und die Gewerkschaft Verdi haben sich jetzt auf ein Instrument zur Bemessung des Bedarfs verständigt. Das Problem dabei: Zur Umsetzung bräuchte es bis zu 80.000 zusätzliche Pflegekräfte.
Im Arbeitsalltag der Pflegekräfte haben die Reformen der vergangenen Jahre bisher keine Verbesserung gebracht. Im Gegenteil: Aus der Sicht der Branche ist es im vergangenen Jahr in den Einrichtungen sogar noch mal heftiger geworden, wie eine aktuelle Umfrage belegt.
Die Ärzte in Deutschland fürchten einen Mangel an Medizinischen Fachangestellten. Wie eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion nun zeigt, kann allerdings kein Fachkräfteengpass festgestellt werden. Die Bundesregierung sieht stattdessen die Praxisinhaber und Sozialpartner in der Pflicht, den Beruf attraktiver zu machen.
Eine repräsentative Umfrage des Tagesspiegel Backgrounds zeigt, dass die Hälfte der gesetzlich Krankenversicherten die elektronische Patientenakte nutzen will. Die Männer scheinen dabei aber deutlich offener als die Frauen. Ältere sind eher bereit, Gesundheitsdaten digital zu speichern.
Die Teilnehmer des Kardiologie Symposiums sind sich einig: Telemedizin kann Versorgungsprobleme lösen und Kosten sparen. Doch dafür brauche es hohe Investitionen und Patienten, welche die Vorteile erkennen, wie Marie Zahout schreibt.
Auf dem neuen Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe soll ein Grundstein gegen den Pflegekräftemangel gelegt werden. Doch noch beherrschen Standortfragen, Ausbauzwänge und Netzwerkprobleme die Agenda der neuen pädagogischen Geschäftsführerin, Christine Vogler.
Die elektronische Patientenakte wird trotz aller Hindernisse pünktlich zum 1. Januar 2021 starten. Davon zeigt sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Interview mit Tagesspiegel Background überzeugt. Bei den datenschutzrechtlichen Grundlagen befindet sich das BMG offenbar gerade im Endspurt.
Eigentlich sollten die Kassen in diesem Monat die ersten NFC-fähigen elektronischen Gesundheitskarten ausgeben, um eine Nutzung der elektronischen Patientenakte am Smartphone möglich zu machen. Doch die Zertifizierung verzögert sich.
Die Reform der Notfallversorgung ist eines der zentralen gesundheitspolitischen Projekte des kommenden Jahres. Das Ministerium will laut internen Unterlagen den Ländern nun offenbar weit entgegenkommen. Aufgelistet werden auch die erwarteten Widerstände von KBV, DKG und GKV.
Dank Aktieninvestitionen hat der Pflegevorsorgefonds dieses Jahr eine Rekordrendite in Höhe von 10,2 Prozent erzielt. Das bedeutet ein Plus von mehr als 600 Millionen Euro. Die Grünen halten dennoch nichts von dieser Art der Vorsorge für schwierigere Zeiten. Das Geld fehle für ein dringend benötigtes Sofortprogramm.
Die Gesundheitspolitik des kommenden Jahres wird von der Digitalisierung geprägt. Reden wird man in der Koalition aber vor allem über die Pflege. Und ab Mitte des Jahres wird Minister Spahn versuchen, die Brüsseler Bühne zu nutzen. Eine Jahresvorausschau.
Nach Hamburg erhalten Beamte vom kommenden Jahr an in vier weiteren Bundesländern echte Wahlfreiheit bei der Krankenversicherung. Für die Finanzminister ist das zunächst ein Draufzahlgeschäft. Langfristig erhoffen sie sich dadurch aber Einsparungen.
Daniel Nathrath ist einer der drei Ada-Gründer. Im Interview mit Tagesspiegel Background spricht er über Abwägungsfragen beim Datenschutz. Und erklärt, welche Rolle der von ihm ins Leben gerufene Digital-Spitzenverband bei den Verhandlungen über Apps auf Rezept bald spielen könnte.
Karl Lauterbachs Nachfolgerin Bärbel Bas fordert ein „Innehalten“ beim Gesetzesmarathon. Bei Krankenhausstrukturen, Pflegekostendeckelung und Patientenrechten will sie hingegen schnell nachverhandeln.
Vor der ersten Lesung im Bundestag warnen AOK und Ärzte vor Folgewirkungen des geplanten Gesetzes für einen fairen Kassenwettbewerb. Um Diagnose-Manipulationen zu verhindern, stelle Jens Spahn bewährte Versorgungskonzepte durch Haus- und Facharztverträge in Frage. Damit gefährde der Gesundheitsminister die zielgenaue Behandlung von Patienten.
Johannes Kaiser hilft Familien, das in Europa noch nicht zugelassene Zwei-Millionen-Dollar-Medikament Zolgensma zu bekommen, er vertritt eine zweistellige Mandantenzahl. Kassen beklagen medialen Druck, Familien sind verunsichert. Und Betroffenenvertreter beurteilen die Lage völlig gegensätzlich.
Wie der DIHK-Gesundheitsreport herausgefunden hat, rechnen Unternehmen aufgrund der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) mit steigenden Personalkosten und weniger Innovationen. Die Autoren fürchten um das Potenzial der deutschen Gesundheitswirtschaft.
Niemals vorher fehlten Deutschlands Arbeitnehmer so lange wegen Krankheit am Arbeitsplatz wie im vergangenen Jahr. Im Schnitt kam 2018 jeder und jede auf 18,5 Arbeitsunfähigkeits-Tage. Hauptgrund war eine Grippewelle. Doch auch bei psychischen Erkrankungen geht es weiter steil nach oben.
Die Diplom-Ingenieurin Birgit Graf leitet den Bereich Haushalts- und Assistenzrobotik am Fraunhofer IPA in Stuttgart. Im Interview erklärt sie, warum Roboter Pflegepersonal nicht ersetzen können. Und warum Japaner den digitalen Helfern offener gegenüber stehen als die Deutschen.
In wenigen Minuten zum Rezept und eine AU ohne das Haus zu verlassen: Fernbehandlungen dürften bald beliebter werden. Denn Anbieter dürfen für ihr Angebot werben und auch die Erstattung soll möglich werden. Jetzt steigt ein schwedisches Unternehmen in den Markt ein.
Der Linksruck bei den Sozialdemokraten senkt die Wahrscheinlichkeit, dass deren Lieblingsprojekt wieder auf die Agenda rückt. Bei einem Bruch der Koalition hingegen stiegen die Chancen. Dann allerdings für eine schwarz-grüne „Bürgerversicherung light“, die auf keinen Fall so heißen dürfte.
Teure stationäre Behandlungen und eine schlechte Verteilung der Ärzte: Der EU-Bericht „State of Health“ gibt dem Bundesgesundheitsministerium Hausaufgaben in der Leistungsverteilung auf. Denn in vielen Punkten liegt Deutschland nur im Mittelfeld.
In den nächsten Jahren dürften immer neue gentherapeutische Verfahren Realität werden. Gesundheitspolitiker und das GKV-System fürchten eine Preisexplosion. Im Gesundheitsausschuss denkt man über neue Finanzierungsmodelle nach, um nicht bald über Rationierungen reden zu müssen.
Die Zulassung von Algorithmen für den medizinischen Einsatz fordert die zertifizierenden Stellen heraus. Es fehlen eine Infrastruktur zur Überprüfung von Datenqualität und Methodik – und ein Konzept zum Umgang mit lernenden Systemen.
Um seine Gesetzesvorhaben finanzieren zu können, holt sich Gesundheitsminister Jens Spahn in den nächsten fünf Jahren mehr als 5,2 Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds. Die Reserve für die gesetzlichen Kassen schmilzt dadurch um gut die Hälfte. Und sie würde sogar unter die gesetzliche Mindestgrenze rutschen – wenn der CDU-Politiker nicht vorgebaut hätte.
Eine Patientensteuerung mit finanziellen Anreizen ist unvermeidbar, um einen Kollaps der Arztpraxen zu verhindern, sagt der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. Im Interview mit Tagesspiegel Background plädiert er zudem für ein Verbot des Heilpraktikerberufs, der seine Existenz einem Gesetz aus der Nazizeit verdanke.
Das Genscheren-Verfahren CRISPR/Cas birgt riesige Chancen, jetzt sollen erstmals Patienten mit Blutkrankheiten geheilt worden sein, eine von ihnen ist Regensburgerin. Ist der Therapieerfolg von Dauer, wäre das ein Meilenstein der Medizingeschichte.
Die Einführung der internationalen medizinischen Terminologie zum Austausch wissenschaftlicher medizinischer Daten, SNOMED CT, könnte kurz vor der Einführung stehen. Niedergelassene Ärzte kritisieren die Einführung.
In China gibt es zwei bestätigte Fälle der hochinfektiösen Lungenpest. Die Öffentlichkeit wird darüber kaum informiert. Staatliche Behörden wollen offenbar Panik vermeiden, erreichen in der Bevölkerung damit aber das Gegenteil.
Europa soll als Standort für die Arzneimittelproduktion gestärkt werden. Pharmakonzerne fordern Steuererleichterungen und Subventionen, die Politik winkt da ab. Sie strebt stattdessen geänderte Vergabeverfahren bei Arzneimittelverträgen an. Auch ein Gütesiegel „Made in Europe“ ist in der Diskussion.
Die Pflegekosten steigen rasant – und wenn erst mal die Babyboomer zum Pflegefall werden, sind sie für die Beitragszahler kaum noch zu stemmen. In einer Bertelsmann-Studie fordern Wissenschaftler, die Jüngeren rechtzeitig zu entlasten. Sie raten zu einer Kombi aus vorgezogenen Beitragserhöhungen und milliardenschweren Steuerzuschüssen.
Die Bundesregierung bescheinigt Prothesen und Orthesen aus dem 3D-Drucker großes Potenzial. Das gelte vor allem für patientenindividuelle Sonderanfertigungen, schreibt das Bundesgesundheitsministerium in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion.