Die Kombination aus zerstörter Energieinfrastruktur und einem Temperatursturz auf bis zu minus 21 Grad in der Nacht stellt die Ukraine vor große Probleme im Energiebereich. Präsident Selenskyj hat daher den Notstand für den Sektor erklärt. Bisherige stündliche Strom-Abschaltpläne gelten nicht mehr. Bei der Versorgung wird priorisiert.
Die deutschen Kommunen sind klamm und eigentlich auf die Einnahmen der Stadtwerke angewiesen. Doch die müssen in den nächsten Jahren hunderte Milliarden Euro in den Ausbau unter anderem von Wärmenetzen investieren. Die Finanzierungsfrage ist noch ungelöst – dabei gibt es vielversprechende Vorschläge.
Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz rückt das Thema Transparenzvorgaben immer mehr in den Fokus. Das zeigte sich unter anderem in der Bundestagsdebatte am Mittwoch, die sich mit dem Vorfall befasste. Ob die aktuelle Novelle des Kritis-Dachgesetzes schnell Abhilfe schaffen kann, ist offen.
Union und SPD haben den Konflikt zwischen Windkraft und Bundeswehr entschärft. Gelöst ist er lange noch nicht. Deshalb sollen heute gemeinsame Fach-AGs gegründet werden.
Im aktuellen Entwurf des Netzentwicklungsplans sehen die Übertragungsnetzbetreiber in einem Szenario eine Senkung des Offshore-Ausbauziels vor. Die Branche spaltet dieser Vorschlag. Mehr Einigkeit gibt es beim Thema Batteriespeicher. Die Annahmen der ÜNB hätten das Potenzial, den Hochlauf zu unterschätzen, warnen gleich mehrere Verbände.
Am Wochenende will EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Paraguay das Freihandelsabkommen Mercosur unterzeichnen. Die Solar- und Wasserstoffbranche sieht durchaus Chancen in dem Abkommen. Umweltschützer bleiben skeptisch.
Laut Bundesumweltminister Schneider drohen bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU Rückschritte für Umwelt- und Klimaschutz. Er will nachbessern, kündigte er beim Agrarkongress an. Schneider muss sich damit aber in der Bundesregierung erst noch durchsetzen. Beim Klimaschutz sieht Landwirtschaftsminister Rainer seinen Sektor gut aufgestellt.
Frankreich hat kürzlich seine Netzentgeltrabatte für stromintensive Betriebe verlängert – für die deutsche Chemiebranche ein Zeichen, dass es Alternativen zur Abschaffung des heimischen Bandlastprivilegs gibt. Die BNetzA ist skeptisch und rechnet mit Kritik am französischen Vorgehen aus Brüssel. Fachleute betonen die Unterschiede zwischen den Modellen.
Bei seinem Besuch in Indien zeigt sich Bundeskanzler Friedrich Merz zuversichtlich für eine baldige Einigung auf ein Freihandelsabkommen. Ministerpräsident Narendra Modi empfing ihn mit großem Zeremoniell in seinem Heimatbundesstaat Gujarat. Beide Seiten sind angesichts der US-Politik auf neue Partnerschaften angewiesen.
Trotz strenger Wintertemperaturen arbeiten die Windenergieanlagen in Deutschland zuverlässig. Vereisungen der Rotorblätter, die Abschaltungen zur Folge haben, waren beim Wintersturm Elli laut Betreibern kaum ein Problem.
Neue Studien zeigen: Die Weltmeere nehmen deutlich mehr CO₂ auf als bisher gedacht. Doch die Korrektur ist kein Grund zur Entwarnung beim Klimawandel. Vielmehr offenbart sie die weiter bestehenden Lücken im Verständnis des globalen Kohlenstoffkreislaufs.
Russland hat 50 Eisbrecher, die USA nur drei. Um rasch Flotten zu bauen und ihren Einfluss in der tauenden Arktis zu steigern, zapfen die USA und Kanada Finnlands Know-how bei Eisbrechern an. Das ist politisch heikel: Die USA könnten mit den Schiffen Druck auf Grönland und Dänemark ausüben.
Länder, Kommunen und Verbände sind aufgerufen, sich mit eigenen Vorschlägen am Klimaschutzprogramm zu beteiligen. Diese will das Bundesumweltministerium in das Programm einfließen lassen. Tagesspiegel Background hat einige Stellungnahmen unterschiedlicher Verbände vorab ausgewertet.
Photovoltaik wächst am stärksten, aber Windkraft an Land bleibt Deutschlands wichtigste Stromquelle – das zeigen neue Zahlen der Bundesnetzagentur. Die Projekt-Pipeline ist proppenvoll. Große Sorgen bereitet der Offshore-Bereich.
Ohne Elektrizität keine Telekommunikation. Wie ein Blackout in den Mobilfunk, ins Festnetz und sogar in die Notruf- und Warndienste kaskadieren kann, hat der Sabotage-Fall in Berlin gezeigt. Experten fordern eine gründliche Schwachstellenanalyse und Konsequenzen.
Nach dem Pariser Klimaabkommen hat die USA auch den Rückzug aus der UN-Klimarahmenkonvention verkündet. Das Land könnte sich damit auf absehbare Zeit nicht mehr an der multilateralen Klimadiplomatie beteiligen. Politik, Wissenschaft und Umweltorganisationen kritisieren den Schritt.
Die Idee, Reservekraftwerke als Preisbremse am Strommarkt einzusetzen, verfolgt die Bundesregierung nicht mehr mit großem Eifer. Auch in der Energiewirtschaft stößt die Idee weiter auf große Skepsis, wie eine Umfrage von Tagesspiegel Background zeigt. Weniger Einigkeit besteht bei der Frage, ob PV-Dachanlagen noch gefördert werden sollten.
Die Bundesregierung hat den Abbau von Subventionen in Aussicht gestellt, zuletzt hat sie aber klimaschädliche Subventionen erhöht. Eine neue Studie beleuchtet den Ansatz des „Umwidmens“ von Steuervergünstigungen für mehr Akzeptanz bei dem Thema. Das könnte Geld und CO2-Emissionen sparen.
Einschlägige Portale nutzen den Berliner Stromausfall, um weiter Stimmung gegen Wärmepumpen zu machen. Sie warnen vor Explosionsgefahr. Tatsächlich sind Explosionen eine theoretische Möglichkeit – in der Praxis sind sie jedoch nahezu ausgeschlossen, sagen Experten.
Die Energiebranche blickt mit gemischten Gefühlen auf das energiepolitische Jahr 2026, in dem zentrale Weichenstellungen erwartet werden. Das geht aus einer Umfrage von Tagesspiegel Background unter mehr als einem Dutzend Verbänden und Organisationen hervor. Die bisherige Arbeit der Bundesregierung erzeugt ein verhaltenes Echo.
Die Ökostrombranche rechnet jederzeit mit einem Entwurf für die dringend notwendige EEG-Novelle. Seine Erwartungen hat der Dachverband jetzt ausformuliert. Das Papier zeugt von der Angst vor großen Rückschritten.
Laut der CSU geht es mit dem Ausbau der Infrastruktur auch deshalb nicht voran, weil Klagen von Umweltverbänden ihn verzögern würden. Die CSU fordert deshalb eine Abschaffung des Verbandsklagerechts. Dagegen wehren sich die Umweltverbände.
Die USA haben es mit dem Sturz von Venezuelas Präsident Maduro wohl auch auf das venezolanische Schweröl abgesehen, das für die eigenen Raffinerien von Bedeutung ist. Venezuelas wichtigster Öl-Abnehmer China dürfte zwar das Nachsehen haben, die Auswirkungen auf die Volksrepublik sollten laut Experten aber begrenzt bleiben. Profitieren könnte Russland.
Berlin kämpft mit den Folgen des durch einen Brandanschlag auf das Stromnetz ausgelösten Stromausfalls. Christian Rehtanz, Professor für Energiesysteme an der TU Dortmund, spricht im Interview unter anderem darüber, warum der bestehende Ausfallschutz im Netz bei Attacken wie in Berlin nicht greift und warum Transparenzpflichten nicht immer hilfreich sind.
Europäische Solarindustrieunternehmen haben aus dem Scheitern des schweizerisch-deutschen Herstellers Meyer Burger gelernt. Sie setzen auf internationale Zusammenarbeit in alle Richtungen. Dabei lassen sie sich auch mit China ein, dessen Übermacht vielen europäischen Firmen zum Verhängnis wurde.
Bei dem folgenreichen Anschlag auf das Berliner Stromnetz haben die Täter eine besonders empfindliche Stelle der kritischen Infrastruktur getroffen. Dass sie diese finden konnten und dass die Reparatur des Schadens so lange dauert, ist aus Sicht von Fachleuten ein unhaltbarer Zustand.
Naht im Genehmigungsverfahren für eine russisch-französische Kernbrennstoff-Fertigung in Niedersachsen der Showdown? Das Projekt ist sicherheitspolitisch brisant. Doch deutsche Behörden dürfen offenbar nur nach dem engen Atomrecht aus Friedenszeiten entscheiden. Russlands Aggression bleibt ausgeklammert.
Beim Klimaschutzprogramm muss Carsten Schneider hart verhandeln, fordern einschlägige Verbände. Zugleich soll der Bundesumweltminister helfen, Genehmigungsverfahren für Energie- und Industrieanlagen zu beschleunigen. Umweltschützer hingegen warnen vor Abstrichen beim Naturschutz. Was Energiewirtschaft, Industrie und Umweltverbände 2026 erwarten.
Um Cybersorgen vor unsicheren Photovoltaik-Komponenten aus China zu verringern, empfehlen deutsche Sicherheitsforscher mehr Transparenz und technische Maßnahmen. Dazu zählen offene Schnittstellen und Optionen für einen Offline-Modus. Ein chinesischer Anbieter zeigt sich grundsätzlich offen.
Auf ihrer letzten Sitzung des Jahres beschäftigte sich die Länderkammer mit verschiedenen Vorhaben aus dem Energie- und Klimabereich. Thema war etwa das umstrittene Abkommen mit den Niederlanden zur Gasförderung in der Nordsee. Eine Positionierung vermied der Bundesrat - vorerst.
Rixa Schwarz ist Indien-Referentin der Umweltorganisation Germanwatch und arbeitet zudem regelmäßig vor Ort in Ahmedabad für das Umweltbildungsinstitut Centre for Environment Education. Im Interview spricht sie über die Spannungen zwischen der EU und Indien auf der COP30 und die Erwartungen an das Freihandelsabkommen, an dem beide Akteure gerade schrauben.
130 Milliarden Euro für die Wirtschaft will der Bund mithilfe von 30 Milliarden Euro Staatsgeld mobilisieren. Zentrale Instrumente des „Deutschlandfonds“ sind für Investitionen in Erneuerbare, Wasserstofftechnik und Geothermie gedacht. Aber vieles ist noch unklar. Energieverbände drängen zur Eile.
Die BNetzA will Prosumer stärker an der Netzfinanzierung beteiligen. Dazu könnte die Behörde den Grundpreis für diese Verbrauchs- und Erzeugergruppe anheben. Vom fast jährlichen Kostenanstieg beim Grundpreis wären Prosumer dann stärker als bisher betroffen.
Leitmärkte für klimaneutral hergestellte Produkte werden seit Jahren diskutiert – nun geht die EU-Kommission den ersten konkreten Schritt: Autobauer sollen die CO2-Bilanz ihrer Neufahrzeuge polieren dürfen, indem sie emissionsärmeren Stahl verbauen. Die Industrie ist gespalten, was sie davon halten soll.
Drohnen zum ersten, zweiten und dritten gibt es kurz vor Weihnachten auf Bundesebene: Der Bundesinnenminister eröffnete das Drohnenabwehrzentrum; Bundesrat und Bundestag beschäftigen sich mit dem Luftsicherheitsgesetz und die Aufsicht beim BOS-Drohneneinsatz wechselt. Christiane Rebhan fasst die Entwicklungen zusammen.
Mit dem Energiewende-Monitoring im September hat das Bundeswirtschaftsministerium Änderungen beim Smart-Meter-Rollout angekündigt. Seither wartet die Branche auf Neuigkeiten. Die soll es nun Anfang 2026 geben.
Kurz vor dem Kabinettsbeschluss ist Energie aus dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz gestrichen worden. Die Branche fordert, die Gleichstellung von Realkompensation und Ersatzzahlung für alle zu verankern. Im parlamentarischen Verfahren sollte der Entwurf gemeinsam mit dem Naturflächenbedarfsgesetz beraten werden, so die Umweltverbände.
Mit diversen Änderungen will die EU-Kommission die Klimazölle ausdehnen, mögliche Schlupflöcher schließen und EU-Hersteller von CO2-intensiven Gütern finanziell unterstützen. Den Stahlherstellern gehen die Maßnahmen nicht weit genug, während die deutsche Chemiebranche sich sträubt. Klimaschützende fürchten dagegen um die Lenkungswirkung des CO2-Preises.
Die Bundesnetzagentur geht im Winter von einer sehr hohen Verfügbarkeit von Gaskraftwerken aus – in der Praxis waren viele Anlagen während Dunkelflauten jedoch nicht oder nur teilweise im Einsatz, wie eine Studie kürzlich zeigte. Eine Versorgungslücke könnte ohne neue Kapazitäten damit früher entstehen als erwartet, warnt ein Experte.
Die EU-Kommission relativiert das Verbrenner-Aus. Plug-in-Hybride, Range Extender sowie reine Benziner und Diesel sollen auch nach 2035 erlaubt bleiben. Die Hersteller müssen die verbleibenden Emissionen aber vollständig kompensieren. Die Industrie lobt den Pragmatismus der Kommission, Umweltschützer sind empört.
Eine neue Studie der Stiftung Klimaneutralität und des Analyseunternehmens Prognos versetzt Verbände der Gebäudewirtschaft in Unruhe. Die politischen Implikationen der Analyse könnten weitreichend sein: Laut der Modellrechnung wäre Klimaneutralität im Gebäudesektor bei niedriger Sanierungsrate günstiger zu haben.
Am 11. Oktober lief die Frist zur Umsetzung der Europäischen Energieeffizienzrichtlinie aus. Deutschland hatte sie verpasst, es drohen Strafzahlungen. Nun liegt Tagesspiegel Background ein Entwurf für eine Novelle des Energieeffizienzgesetzes vor, mit dem die Bundesregierung die Maßnahmen auf den EU-Mindeststandard kürzen will.
Union und SPD räumen einen jahrelangen Ampel-Streit ab: Wer im überragenden öffentlichen Interesse die Natur zerstört, darf sich künftig freikaufen. Der Bund übernimmt die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Umweltverbände warten gespannt auf das Naturflächenbedarfsgesetz.
Die BNetzA hat einen steigenden Eigenkapitalzinssatz mit der Reform der Anreizregulierung in Aussicht gestellt, nannte aber keine Zahlen. BET Consulting rechnet nun vor: Der EK-Zins könnte sich auf bis zu sieben Prozent beim Bestand erhöhen. Deutschland würde sich damit dem Zinsniveau vieler EU-Länder annähern – allerdings erst Ende des Jahrzehnts.
Die EU-Kommission will den Stromnetzausbau beschleunigen und die Infrastrukturplanung an einem eigenen zentralen Energieszenario ausrichten. Politische Schwergewichte wie Frankreich und Italien sträuben sich gegen Letzteres, während Polen und Schweden steigende Netzentgelte fürchten. Der Ansatz „von oben“ hat aber auch Befürworter.
In einem Leitantrag zum Parteitag im Februar stellt die die CDU-Spitze Maßnahmen vor, durch die schnell mehr Wohnungen gebaut werden sollen. Dazu dient unter anderem auch die reaktivierte EH-55-Förderung, die ab heute abrufbar ist. Im Antrag setzt sich die CDU-Spitze für eine Verschiebung der Europäischen Gebäuderichtlinie ein.
Meeresschutz mit Millionenfolgen? Im Ringen um einen besseren Schutz von Naturschutzgebieten auf offener See entwickeln sich mögliche Schadensersatzforderungen von Öl- und Gasförderern zum zentralen Streitthema. Dabei steht ein Gasfeld besonders im Fokus.
Martin Keller ist seit November neuer Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, zuvor hat er 30 Jahre in den USA gelebt. Im Interview mit Eva Murašov und Marius Ochs spricht Keller über Deutschlands Rolle im neuen Energiemarkt, warum das Land die Atomkraft nicht gänzlich aus den Augen verlieren darf und die Vorteile des Forschungsstandorts Europa.
Die Bundesregierung will nach eigenem Bekunden den weltweit ersten Fusionsreaktor in Deutschland ans Netz bringen. Ob sie sich dafür auch am europäischen IPCEI-Vorhaben für Kerntechnologie beteiligen wird, ist aber offen – sehr zum Ärger der Fusionsbranche, die ohne eine deutsche Teilnahme Wettbewerbsnachteile befürchtet.
Union und SPD haben sich im Koalitionsausschuss darauf geeinigt, dass sämtliche Infrastrukturprojekte wie Straßen, Schienen und Brücken schneller gebaut werden sollen. Dazu wird etwa das Verbandsklagerecht eingeschränkt. Umweltverbände geißeln den Beschluss, der aus Sicht der Industrie überfällig war.
Die Trump-Administration bereitet laut einem Medienbericht zugleich mit ihrem Ukraine-Friedensplan Energiegeschäfte mit Russland vor. In den Anhängen des Dokuments geht es um Gasexporte nach Europa und um Atomstrom für Rechenzentren. Die EU bliebe außen vor.
Noch in diesem Jahr wollte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche Eckpunkte zur Novelle des Gebäudeenergiegesetzes vorlegen. Daraus wurde nichts. Nach dem Koalitionsausschuss ist nur klar, dass das Gesetz umbenannt wird und Ministerin Reiche die alleinige Verantwortung für das Vorhaben los ist.
Die Übertragungsnetzbetreiber gehen bis 2045 von einem geringeren Bedarf an neuen Hochspannungsleitungen (HGÜ) aus als noch vor ein paar Jahren. Das geht aus dem ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans 2037/2045 (2025) hervor. Für weniger Leitungen nehmen die Betreiber auch mehr Redispatch in Kauf.
Nach zähen Ressortverhandlungen hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote beschlossen. Der Mindestanteil von erneuerbaren Energien in Kraftstoffen wird erhöht und bis 2040 geregelt. Mehr Optionen zur Erfüllung der Quote sind erlaubt. Allerdings ist kaum ein Verband zufrieden mit dem Entwurf.
Die Bundesnetzagentur hat ihre finalen Festlegungen zum umstrittenen NEST-Prozess veröffentlicht. Es bleibt bei der Verkürzung der Regulierungsperiode – die Bedenken der Länder haben die Behörde nicht überzeugt. Den Netzbetreibern ist die BNetzA dagegen mit der OPEX-Ausweitung entgegengekommen. Den Unternehmen reicht das nicht.
Die EU-Kommission möchte strategische Energieprojekte vorantreiben und mit kürzeren Genehmigungsfristen den Ausbau von Infrastruktur beschleunigen – besonders für mehr Stromnetze und Interkonnektoren. Politisch heikel ist die Anbindung von Spanien und Portugal. Klimaschützende befürchten bei einem Projekt eine Hintertür für US-LNG.
Nach zähen Ressortverhandlungen hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote beschlossen. Der Mindestanteil von erneuerbaren Energien in Kraftstoffen wird erhöht und bis 2040 geregelt. Es sind mehr Optionen zur Erfüllung der Quote erlaubt. Allerdings ist kaum ein Verband zufrieden mit dem Entwurf.
Die Bundesregierung setzt bei der Versorgungssicherheit auf den Zubau von Gaskraftwerken. Nach Meinung des BUND und der Organisation Gaswende kommen dabei Flexibilitäten im Stromsystem wie Lastmanagement oder Batteriespeicher zu kurz, obwohl deren Einsatz laut Studie Kosten und Emissionen senken könnte.
Die Expertenkommission zum Energiewende-Monitoring hat am Dienstag ihren jährlichen Bericht an das Wirtschaftsministerium übergeben. Das Zeugnis ist schlecht, Deutschland muss in jedem Bereich nachbessern. Helfen würden den Fachleuten zufolge eine Energiepreisreform, eine Teilung der Strompreiszone und eine integrierte Wasserstoff- und Gasstrategie.
Keine Haftung, kein Klimaplan, nur noch die größten Unternehmen, drei Jahre mehr Zeit: Die EU werde die Lieferkettenrichtlinie bis zur Unkenntlichkeit entkernen, schimpfen NGOs. Sie sehen darin auch einen Kniefall vor Donald Trump und Fossilenergiekonzernen. Möglich macht es erstmals eine breite rechte Mehrheit im Parlament.
Die Bundesregierung arbeitet an einem Rechtsrahmen, der Gasnetzbetreibern die Stilllegung ihrer Infrastruktur ermöglichen soll. Die Planungen dafür sollten die Betreiber frühzeitig vorlegen, sonst drohen am Ende den verbliebenen Kunden hohe Netzentgelte, wie aus einer Studie des Fraunhofer-IFAM hervorgeht.
2024 waren die Ausgaben für Energieforschung in Deutschland nur leicht gesunken, wie der neue Energieforschungsbericht 2025 zeigt. Die Ampel hatte für die Zukunft allerdings Einsparungen in dem Bereich geplant. Die Bundesregierung hat die Kehrtwende eingeleitet, wie ein Blick auf die Verpflichtungsermächtigungen deutlich macht.
Der Krieg macht die Ukraine zu einem Katalysator technologischer Innovationen. Das Land treibt den dezentralen Aufbau mobiler, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen voran. Ein ukrainischer Hersteller solcher Systeme produziert in Tschechien und integriert deutsche Gasmotoren.
Beschleunigung beim Bau von acht Leitungen, Vorgaben für die Nutzung eines Teils der Engpass-Erlöse, eine maximale Dauer für Energiespeicher-Genehmigungen – die EU will sich mit ihrem Grid Package stärker in die Planung von Energienetzen einbringen. Von größeren Erneuerbaren-Projekten soll zudem auch die lokale Bevölkerung profitieren.
Angesichts der anstehenden Novelle des Gebäudeenergiegesetzes kommen aus den Ländern widersprüchliche Signale. Während die Ministerpräsidenten die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie verschieben wollen, fordern die Energieminister der Bundesländer eine konsequente Fortsetzung der Wärmeregulierung, mit zwei Ausnahmen.
Als Reaktion auf den Bundestagsbeschluss zur Offshore-Windkraft ist die zuständige Planungsbehörde aktiv geworden. Die Ausschreibungsmenge für das nächste Jahr sinkt deutlich. Gleichzeitig sollen durch Neuzuschnitt der Flächen die spezifischen Erträge steigen und mehrere Netzanschlüsse eingespart werden.