Die größten Vermögensverwalter hatten sich gegen eine Aufnahme von Erdgas in die Taxonomie ausgesprochen, doch die EU-Kommission geht in die entgegengesetzte Richtung und senkt die Hürden für fossiles Gas. In anderer Hinsicht geht sie aber auf ihre Kritikerinnen und Kritiker zu.
Durch die Aufnahme von Atomenergie und Gaskraftwerken verkomme die Taxonomie zu einem Instrument für Greenwashing, kritisiert der Vorstandssprecher der GLS Bank, Thomas Jorberg, währen der Vorstellung der Jahresbilanz. Zudem hält er die EU-Verordnung auch noch aus einem ganz anderen Punkt für schlecht.
Klimaminister Robert Habeck korrigiert sich: Alle Anträge auf KfW-Förderung, die vor dem plötzlichen Aus der Effizienzzuschüsse eintrafen, sollen nun doch beschieden werden. Das kostet weitere 5,4 Milliarden Euro. Der grüne Ressort-Chef gibt sich selbstkritisch, die Opposition fordert eine Verlängerung bis 31. Januar und schnell Klarheit über neue Programme.
Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern von Equator-Principles-Mitgliedern, bei Projektfinanzierungen den Klimaschutz, Biodiversität, Menschenrechte und die Rechte indigener Bevölkerungen zu beachten. Die EP-Initiative kündigte für 2022 nur Unkonkretes an. Gleichwohl gelten die Prinzipien als Erfolgsgeschichte.
Die in der Net-Zero Asset Owner Alliance zusammengeschlossenen großen Versicherer haben davor gewarnt, ihre Klimagase-Ziele nicht einhalten zu können. Man benötige womöglich einen zeitlichen „Puffer“, wenn Regierungen und die Unternehmen der Realwirtschaft nicht schneller auf Netto-Null-Ziele umsteigen als bisher.
Laut der von den Grünen mitgetragenen Stellungnahme der Bundesregierung soll Erdgas zumindest für den Übergang in die EU-Taxonomie aufgenommen werden. Von NGOs kommt deutlicher Widerspruch. Für die Grünen könnte der hinter der Stellungnahme stehende Koalitionskompromiss zum Imageschaden werden.
Aufgeweichte Dämme in Brasilien gefährden Bevölkerungen und Umwelt. Es drohen Zerstörungen wie vor drei Jahren durch eine Erzmine, deren Damm der TÜV Süd zertifiziert hatte. Mehr als Tausend weitere Kläger fordern Schadensersatz von den Prüfern. Die Hilfsorganisation Misereor kritisiert Untätigkeit und verlangt von der EU ein wirksames Lieferkettengesetz.
Mit neuen Methoden und Szenarioanalysen erfasst die deutsche Notenbank die Klimarisiken für Unternehmen sowie mögliche Konsequenzen für Geldpolitik und Finanzstabilität. Sie fordert eine international koordinierte Klimapolitik und warnt vor hohen Kosten schlecht abgestimmter Maßnahmen.
Die Bundesregierung stoppt die Förderung des Neubaus energieeffizienter Häuser durch die KfW. Künftig soll vor allem die energetische Sanierung des Bestands unterstützt werden.
Die Sustainable-Finance-Plattform empfiehlt der EU-Kommission, dass diese ihr Vorhaben, Kernkraft und Erdgas in die Taxonomie nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten aufzunehmen, weitgehend aufgibt. Die geplante Aufnahme stehe nicht im Einklang mit bereits erlassenen EU-Regeln, urteilt sie.
„Zur Weißglut“ bringe ihn die von der EU vorgelegte Atom- und Gas-Taxonomie-Ergänzung, sagt der mächtige bayerische Wirtschaftsfunktionär Klaus Josef Lutz im Interview. Der Präsident des Industrie- und Handelskammertags im Freistaat beklagt, dass der Handel mit Solarmodulen damit nicht als nachhaltig gelte, Atomkraftwerke aber schon. „Das ist absurd.“
Nachhaltige Geldhäuser wollen mit Leitlinien für die Darstellung der Effekte wirkungsorientierter Investments die Finanzbranche dazu bringen, von Impactwashing Abstand zu nehmen. Die heute veröffentlichten Leitlinien lagen Tagesspiegel Background vorab vor.
Ab August sollen Finanzberater ihre Kunden nach ihren Nachhaltigkeitspräferenzen befragen und sie dann dazu beraten. Das ist allerdings deutlich leichter gesagt als getan. Denn es fehlen unter anderem wichtige technische Detailvorgaben zur EU-Offenlegungsverordnung. Finanzmarktteilnehmer hoffen daher auf eine Fristverschiebung.
Mit sehr deutlichen Worten kritisieren führende Abgeordnete des Europaparlaments den Plan der EU-Kommission zur Aufnahme von Atomenergie und Erdgas in den Katalog nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten. Vom offiziellen Beratergremium der Kommission, der Platform on Sustainable Finance, kommen ähnliche Vorbehalte.
Die Folgen des Klimawandels drängen mit Macht in die Geschäftswelt der Versicherer. Das zeigen nicht zuletzt die Schäden, die Naturkatastrophen im zurückliegenden Jahr angerichtet haben, sowohl in Deutschland als auch weltweit. Die Konzerne versuchen, Risiken durch die Natur besser einzuschätzen und fordern auch von der Politik Maßnahmen.
Die Rüstungsindustrie sieht sich durch zunehmende Nachhaltigkeitsregeln von Banken gegängelt – und ruft nach Hilfe aus Brüssel. Ausgerechnet die Waffenhersteller wollen von der Europäischen Kommission bei der anstehenden Erweiterung der Taxonomie um soziale Gesichtspunkte als nachhaltig anerkannt werden.
Während die Unternehmen und Finanzhäuser laut einer Studie meist nichts oder wenig gegen Entwaldung und Ökosystemvernichtung tun, bauen einige wenige Investoren ein Netzwerk zwecks aktiven Engagements für den Naturerhalt auf.
Auf den Vorschlag Brüssels, Atomkraft und Gas als nachhaltige Geschäftstätigkeiten in die EU-Taxonomie aufzunehmen, hagelt es von Verbänden aus der Zivilgesellschaft weiter Proteste: Hunderttausende Deutsche haben eine Petition unterschrieben und auch der BDI warnt vor einer unveränderten Umsetzung der EU-Vorlage.
Klimaneutrale Neubauten stehen im Fokus von Politik und Investoren. Doch Experten fordern, vor allem auf Bestandsgebäude zu schauen: Um die Klimaziele zu erreichen, müssten sie schnell saniert werden. Notwendig sind dafür umfangreiche private Investitionen, staatliche Vorbilder und bessere Regulatorik.
Mit der Vorlage eines neuen Taxonomie-Rechtsakts in der Silvesternacht hoffte EU-Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen, den Streit um Atom und Gas bald beenden zu können. Erreicht hat sie bisher das Gegenteil: Umweltverbände schäumen und für eine Klima-Transformation der Wirtschaft sind die Vorgaben womöglich zu eng.
Die Taxonomie-Pläne der EU-Kommission haben keine Bedeutung für die Förderpolitik des Bundes, stellt das Umweltministerium klar. Der Staatsfonds Kenfo etwa werde weiterhin kein Geld in Kernkraftwerksbetreiber stecken. Andere erklären die Klassifizierung aus Brüssel hingegen zum neuen Maßstab auch für die Politik.
Die größte Salzwasserlagune Europas, das Mar Menor in der spanischen Region Murcia, kollabiert: Obst- und Gemüseanbau haben das einst kristallklare Wasser in eine trübe Brühe verwandelt. Nun bleiben Touristen aus, Firmen gehen pleite, Immobilien verlieren Milliarden an Wert. Mit Aldi schließt eine erste große Supermarktkette Umweltsünder als Lieferanten aus.
Damit NGOs, Politiker, Unternehmen und Finanzakteure die Bedeutung der Ökosysteme richtig einschätzen können, braucht es eine angemessene Erfassung. Aber das ist sehr komplex. Darum haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kürzlich über ihre Fortschritte ausgetauscht und versucht, eine gemeinsame Sprache zu finden.
Wo steht Deutschland in Sachen Sustainable Finance – und was steht an in Sachen Reportingstandards für Unternehmen? Professor Alexander Bassen von der Universität Hamburg, Mitglied der EU-Beratungsgruppe Efrag zum Thema, ist einer, der es wissen muss. Zum Jahresauftakt erzählt er, was ihm Hoffnung macht – und was derzeit seine größte Sorge ist.
Während manche Journalistin und mancher Kernkraftgegner noch ihren Silvesterrausch ausschlafen, gibt Brüssel in einem seit Monaten ausgefochtenen Streit eine Entscheidung bekannt. Die EU-Kommission will Kernenergie und Erdgas als nachhaltig einstufen – unter bestimmten Bedingungen.
Für Investitionen in Sozialunternehmen könnte in Deutschland künftig ein mit Milliarden Euro gefüllter staatlicher Fonds bereitstehen. Wenn eine Bank den Kontakt zu Kunde oder Kundin verliert, soll deren Guthaben nach dem Willen der Regierungskoalition nicht mehr an das Kreditinstitut fließen, sondern dem Gemeinwohl nutzen.
Die Europäische Kommission hat ihre neuen Leitlinien für staatliche Umweltschutz- und Energiebeihilfen veröffentlicht. Ein früherer Entwurf ist spürbar entschärft worden, außerdem finden sich neue Förderinstrumente und -technologien. Die Wirtschaft fürchtet dennoch Nachteile. Und auch Erdgas soll unter Bedingungen förderfähig sein.
Die EU überfordere mit Sustainable-Finance-Regulierungen kleine- und mittelständische Unternehmen, die so auf dem Kapitalmarkt benachteiligt würden, meint Christoph Schlienkamp, geschäftsführender Vorstand des Finanzprofiverbandes DVFA und Portfoliomanager eines Umweltfonds. Sie sollten mehr Zeit erhalten, um Berichtspflichten zu Nachhaltigkeit zu erfüllen.
Künftig sollen auch Zentralbanken detailliert über ihre klimarelevanten Risiken, Prozesse und Strategien berichten. Empfehlungen gibt deren internationales Netzwerk.
Noch ist offen, wie es mit Nuklearenergie auf EU-Ebene weitergeht. Für Jean-Jacques Barbéris ist hingegen längst klar: Atomkraft ist als kurzfristige Übergangstechnologie erforderlich, um den Klimawandel zu begrenzen. Das sagte der Leiter Institutionelle und Firmenkunden beim französischen Vermögensverwalter Amundi in unserem Interview.
Die deutsche Nummer zwei und die internationale Großbank schränken die Finanzierung klimaschädlicher Kohle-Geschäfte weiter ein. Die Commerzbank setzt auch Grenzen für Öl und Erdgas und wird dafür von der Umweltorganisation Urgewald gelobt.
Auf den Finanzmärkten werden Differenzkontrakte seit Langem eingesetzt, die neue Bundesregierung will mit ihnen die klimaschädlichsten Teile der Industrie vergrünen: Der Staat soll klimafreundlichen Unternehmen das Risiko der unvorhersehbaren CO2-Preisentwicklung nehmen.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz wird künftig einen Bereich für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften erhalten. Es will also systematisch Unternehmen unterstützen, die nicht nur gewinnmaximierend agieren, sondern sozialökologische Ziele verfolgen. Dafür dürfte der designierte Staatssekretär Sven Giegold verantwortlich sein.
Dafür, dass Sustainable Finance bis zum Ende der Koalitionsverhandlungen ein umstrittenes Thema war, hat sich im Anschluss lange bei den Zuständigkeiten für nachhaltige Finanzen in Regierung und Bundestag wenig getan. Dabei hat das Thema Potenzial, Finanz- und Wirtschaftswelt nachhaltig umzukrempeln. Jetzt stehen aber einige Personalien fest.
Der Widerstand im Europäischen Rat war nicht groß genug, um zu verhindern, dass die Klima-Regeln ab Januar gelten. Sie nennen Bedingungen für Verkehr, Chemie, Metall, Strom und andere Branchen.
Greenwashing in großem Stil warf eine Studie der Branche für nachhaltige Fonds vor, die Finanzwende Recherche jüngst veröffentlicht hat. Laut den Autorinnen unterscheiden sich nachhaltige Fonds kaum von konventionellen. Nun wehren sich Branchenvertreter. Die Studie habe fachliche Schwächen und sei nicht auf der Höhe der Zeit.
Wie gehen Vermögensverwalter in den Atomländern Frankreich, Belgien und Schweiz mit der Forderung Emmanuel Macrons um, Atomkraft als nachhaltig im Sinne der EU-Taxonomie klimafreundlicher Wirtschaftsaktivitäten einzustufen? Tagesspiegel Background befragte Fondsanbieter aus diesen Ländern und stieß auf eine Mauer des Schweigens – mit einer großen Ausnahme.
Firmen sollen künftig wirtschaftlich erfolgreich arbeitend dem Gemeinwohl dienen können. Statt auf den ökonomischen Wert für Eigentümer achten zu müssen, sollen sie Gewinne in nachhaltige Geschäftsmodelle investieren können. Dafür will die neue Regierungskoalition eine Rechtsform schaffen.
Seit Monaten kämpfen EU-Mitgliedsstaaten erbittert um eine Erweiterung der Taxonomie nachhaltiger „grüner“ Geschäftstätigkeiten um Atomkraft und Gas. Jetzt hat der führende Taxonomie-Verhandler des Europaparlaments, Pascal Canfin, eine Aufnahme beider Technologien vorgeschlagen – und so EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Blaupause geliefert.
Auf Transparenz zu Nachhaltigkeitsdetails und negativen Effekten von Anlagefonds auf Umwelt und Soziales wird man weiter warten müssen. Denn die EU-Finanzaufsichtsbehörden stellen so umfangreiche Forderungen, dass die Europäische Kommission mehr Zeit für den Rechtsakt benötigt und den Finanzakteuren mehr Zeit einräumen will.
Klimaschonend, ökologisch und arbeitnehmerfreundlich: Viele Investmentfonds kaufen nur Wertpapiere von Unternehmen, die bestimmte Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) erfüllen. Aber was ist mit Staatsanleihen? Einige Fonds achten auch bei diesen auf ethische Kriterien.
Der künftige Vizekanzler und Superministeriums-Chef von den Grünen, Robert Habeck, macht ernst: Drei seiner vier neuen Staatssekretäre sind Finanzexperten. Damit rückt Habeck das Geld ins Zentrum seiner Klimapolitik und macht nebenher auch dem künftigen FDP-Bundesfinanzminister Christian Lindner Kompetenzen streitig.
Zwar plant die EU-Kommission einen zentralen Sammelpunkt für ESG-Daten von Unternehmen. Doch soll der frühestens 2024 kommen. Ein Bündnis verschiedener Organisationen sowie Finanzhäuser und Unternehmen hat nun eine eigene Plattform entwickelt. Sie könnte eine wichtige Hilfe für die Transformation der Wirtschaft sein.
Ein Umsteuern auf den 1,5-Grad-Pfad in Deutschland erfordert vielfältige Lösungsansätze. Der WWF hat zusammen mit dem Öko-Institut untersucht, wie die Ambitionslücke beim Klimabeitrag doch noch geschlossen werden könnte: Finanztransfers sollen dafür sorgen, dass Emissionsbudgets andernorts nicht ausgeschöpft werden. Wichtig sei dabei eine robuste Governance.
Nicht nur die EU, auch eine Reihe von Staaten außerhalb entwickeln Regelwerke für klimafreundliche Investitionen. Besonders beim Erdgas, für dessen Einbeziehung in die EU-Taxonomie Deutschland geworben hat, setzen manche engere Grenzen.
Die Bundesbank hat in einer Studie das deutsche Finanzsystem daraufhin getestet, ob es einen stark steigenden CO2-Preis aushält. Weitgehend ja, erklären die deutschen Währungshüter. Insbesondere die Banken müssen sich angeblich wenig Sorgen machen.
Nach der Vorstellung ihres Koalitionsvertragsentwurfs finden die Ziele von SPD, Grünen und FDP im Bereich Sustainable Finance viel Unterstützung in der Finanzszene. Die Koalitionspläne werden aber auch einen Preis haben, mahnen zwei Finanzexperten.
Erstmals taucht in einem Koalitionsvertrag für eine Bundesregierung der Begriff Sustainable Finance auf. Die Branche findet Licht und Schatten in dem Dokument, doch ein wichtiges Wort wird vermisst.
Brexit hin, Brexit her: In Sachen energetische Gebäudesanierung geriert sich London so, als gehöre man weiter zur EU. Zumindest hat das von der britischen Regierung mit ins Leben gerufene Green Finance Institute jetzt eine Initiative mit dem Ziel gestartet, ausgerechnet in europäischen Staaten die Finanzierung für den Klima-Umbau von Häusern zu koordinieren.
Um einen Kollaps des ökologischen Systems auf der Erde zu vermeiden, wollen Aktivisten aus Süddeutschland eine „Gemeinwohlwährung“ als neues Zahlungsmittel etablieren. Was zunächst utopisch klingt, passt allerdings gut zu den vielfältigen Finanzinitiativen, die sich für den Erhalt der Biodiversität stark machen.
Gezielter Naturschutz würde beträchtlich zum Klimaschutz beitragen. Das untermauert eine aktuelle Studie der Conservation International. Die Wissenschaftlergruppe fordert von Regierungen, besonders kohlenstoffhaltige Ökosysteme rasch und effektiv zu schützen. Kapitalgeber könnten anhand der Erkenntnisse das Nachhaltigkeitsprofil ihrer Portfolios verbessern.
Informationen aller börsennotierten Unternehmen sollen nach dem Willen der EU-Kommission künftig an einem einzigen Punkt abrufbar sein, am liebsten maschinenlesbar. Zudem will Brüssel Investitionen in klimaschonende Infrastruktur attraktiver machen.
Mit Angela Merkel hat nun auch die scheidende Bundeskanzlerin anscheinend die Hoffnung aufgegeben, die Atomkraft aus dem Katalog der ökologisch nachhaltigen Geschäftstätigkeiten in der EU-Taxonomie herauszuhalten. Der kommenden Ampel-Koalition droht damit der erste Rückschlag, bevor mit dem Regieren überhaupt begonnen werden kann.
Gestern hat die Europäische Kommission ihren Vorschlag für ein Gesetz gegen „importierte“ Entwaldung vorgelegt. Die Finanzbranche als Akteur und weitere Ökosysteme als Objekt bleiben außen vor, kritisieren Umweltverbände und EU-Parlamentarier. Das Gesetz ist ein Baustein, um Lieferketten europäischer Unternehmen sozialer und umweltverträglicher zu machen.
Die Net-Zero Asset Owner Alliance, in der sich viele große institutionellen Investoren zusammengeschlossen haben, erwägt, sich gegen die Aufnahme von Atomenergie und Erdgas in die EU-Taxonomie nachhaltiger Geschäfte auszusprechen. Manche Schwergewichte positionieren sich schon klar dagegen.
Seit Samstag steht der Abschlussbericht der Klimakonferenz COP26 in Glasgow. NGOs gehen die Versprechungen der Staats- und Regierungschefs aber an vielen Punkten nicht weit genug. Im Interview spricht Christoph Bals, politischer Geschäftsführer der Umweltorganisation Germanwatch, über enttäuschte Erwartungen und historische Beschlüsse.
Dass trotz aller zur Schau gestellter Zuversicht vieles umstritten ist in den Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP, zeigt jetzt ein Sachstandsbericht der für Finanzthemen zuständigen Arbeitsgruppe. Besonders umkämpft: das Thema nachhaltige Finanzen.
Konzepte für nachhaltige Finanzen bieten unterschiedliche Lösungsansätze, um Gesellschaft und Wirtschaft ökologisch und sozial zukunftsfähig zu machen. Ihre Vielfalt mag irritieren, entspricht aber den vielfältigen Herausforderungen. Welche Konzepte es gibt und welche Vor- und Nachteile sie haben.
Mit mehreren Durchbrüchen, aber auch erwartbaren Verwässerungen konkreter Klimaziele und Vereinbarungen zu nachhaltigen Finanzen ist die Weltklimakonferenz COP26 am Samstag in Glasgow zu Ende gegangen. So verständigten sich die 197 Vertragsstaaten unter anderem auf einen Kohleausstieg und ein Regelwerk für den Handel mit CO2-Zertifikaten.
Gegen den Versuch einiger EU-Mitgliedsstaaten, Atomkraft und Erdgas in den Taxonomie-Katalog nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten aufzunehmen, formiert sich immer mehr Widerstand. Dem SPD-Kanzlerkandidaten und derzeit geschäftsführenden Vizekanzler Olaf Scholz steht eine erste Bewährungsprobe auf dem europäischen Parkett bevor.
Der Klimaschutz müsse im Mittelpunkt der Haushaltsplanung stehen, empfiehlt der Bundesrechnungshof. Auch die Wirtschaftsweisen sehen darin eine große Chance für die deutsche Wirtschaft. Sie werfen einen Blick auf die globale Ebene und mahnen: Klimaschutz braucht vor allem ein sicheres Investitionsumfeld.
Wann ist Finanzpolitik nachhaltig? Wann nicht? Ganz unterschiedliche und sogar gegensätzliche Konzepte werden mit dem Attribut angepriesen. Durch die wachsende Bedeutung der Klimapolitik wird über die generelle Richtung von Finanzentscheidungen des Staates künftig mehr gestritten werden. Ein Überblick.
Eine Reihe großer Staaten, darunter Deutschland, will jetzt Erdöl- und Erdgasprojekten die Finanzierung abdrehen. Darauf hat man sich auf der Weltklimakonferenz COP26 geeinigt. Doch bereits jetzt haben fossile Energievorhaben einen schweren Stand: Finanziers haben die Renditeanforderungen deutlich hochgeschraubt, so die US-Investmentbank Goldman Sachs.
Während sich internationale Vorreiter auf dem Kapitalmarkt zunehmend gegen die Vernichtung wertvoller Ökosysteme und Landdegradierung einsetzen, fehlen große deutsche Finanzinstitute weitgehend. Eine Studie will Licht ins Dunkel zerstörerischer Finanzierungen bringen.
EU-Parlamentarier und NGOs warnen vor einer Verwässerung des kommenden EU-Lieferkettengesetzes gegen Entwaldung. Es soll bislang weder den Finanzsektor zur Sorgfalt bei Finanzierungen verpflichten, noch Regelungen zu wichtigen Rohstoffen enthalten, die zur Entwaldung beitragen, wie der Verordnungsentwurf zeigt, der Tagesspiegel Background vorliegt.
Die mit der Entwicklung der EU-Standards für Nachhaltigkeitsinformationen von Unternehmen betraute Fachgruppe Efrag lässt sich in die Karten blicken: Sie hat die von anderen Organisationen entwickelte Regeln in ihren ersten Entwurf integriert.