Die Datenschutz-Grundverordnung zwingt die Bundesländer zur Anpassung ihrer Landeskrankenhaus-Gesetze. Die Reformen zur Auftragsverarbeitung sollen vor allem global agierende Dienstleister an der Nutzung sensibler Daten hindern. Aber wo müssen die Grenzen gezogen werden?
Kliniken, die trotz Corona-Hilfen im Gesamtjahr 2020 auf geringere Erlöse kommen als im Vorjahr, sollen nun einen zusätzlichen Ausgleich erhalten. Die Details dürfen DKG und GKV aushandeln. Dabei droht das Wirtschaftlichkeitsgebot des Sozialgesetzbuchs endgültig auf der Strecke zu bleiben.
Ärztepräsident Klaus Reinhardt fürchtet Probleme, wenn im Winter neben womöglich Corona-Infizierten auch normal Erkältete in die Praxen strömen. Und er zeigt sich beunruhigt über die anhaltenden Lieferengpässe bei wichtigen Arzneimitteln und Impfstoffen. Das entspreche nicht dem Standard eines modernen Gesundheitssystems, sagt er im Interview.
Eine Umfrage über die digitale Ausstattung der kommunalen Gesundheitsämter und ihren digitalen Strukturen soll dem Bundesgesundheitsministerium bei der Zuweisung der Mittel helfen. Der Deutsche Landskreistag sieht vor allem Bedarf für sichere Cloud-Angebote für die öffentliche Verwaltung.
Immer wieder beschweren sich Versicherte im privaten Basistarif, von Ärzten oder Zahnärzten nicht oder nur ungern behandelt zu werden. Der Grund dafür sind niedrigere Honorare. Die Linkspartei sähe es deshalb gerne, wenn die kassenärztlichen Vereinigungen Listen behandlungsbereiter Ärzte herausgeben müssten. Doch die Bundesregierung winkt ab.
Die Zahl der Vor-Ort-Apotheken in Deutschland nimmt weiter ab. Mit der Einführung des elektronischen Rezeptes und den Verzögerungen beim VOASG befürchtet die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ein beschleunigtes Sterben. Viele Deutsche wollen ihre Arznei aber weiterhin in der örtlichen Apotheke kaufen.
Das Start-up Kumovis hat einen 3D-Drucker mit integrierter Reinraum-Umgebung entwickelt, der speziell in der Medizintechnik zum Einsatz kommt. In Zeiten der personalisierten Medizin braucht es solche Innovationen, um Implantate auch in kleiner Stückzahl herstellen zu können.
Auf einer Pressekonferenz in Berlin konkretisiert der Bundesdatenschutzbeauftragte (BfDI) Ulrich Kelber seine Kritik am PDSG. Dabei wird deutlich: Die großen Verlierer könnten die Krankenkassen werden. Sie sind einerseits verpflichtet, das PDSG umzusetzen, andererseits unterstehen sie der Aufsicht des BfDI, der das Gesetz für europarechtswidrig hält.
Die Gesundheitswissenschaftlerin Ingrid Mühlhauser findet es völlig in Ordnung, wenn die Leute in der Pandemie Vorsorgeuntersuchungen verschieben oder ausfallen lassen. Im Interview erklärt die Fachärztin, warum die Schäden und schweren Krankheitsfälle, vor denen oftmals gewarnt wird, wohl nicht eintreten werden.
Um es Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) zu erleichtern, sich mit Schutzausrüstung und Masken einzudecken, wurden Ende März die Krankenkassen gesetzlich verpflichtet, für solche und andere Sonderbelastungen der KVen wegen Corona aufzukommen. Nun wirft die 33-Millionen-Rechnung einer KV die Frage auf, ob das neue Gesetz missbraucht wird.
Während über einen möglichen Aufbau der Mars-Siedlung gesprochen wird und die Entwicklung der dafür benötigten Raketen und Raumschiffe ganz langsam Form annimmt, müssen für die medizinische Versorgung auf der bis zu sechs Monate langen Reise noch viele Fragen geklärt werden. Von der Forschung und Expedition könnten auch die Bewohner der Erde profitieren.
Gelänge es, schwere Covid-19-Verläufe zu verhindern, würde die derzeitige Pandemie einiges von ihrem Schrecken verlieren. Hoffnungen richten sich derzeit auf das uralte Gichtmittel Colchicin. Es gibt aber auch kritische Stimmen.
Lange wurde im Gesundheitsministerium und in den Ausschüssen am Patientendaten-Schutz-Gesetz gefeilt, bevor es Anfang Juli verabschiedet wurde. Doch nun meldet der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung Bedenken an. Am Mittwoch lädt er zu einer Bundespressekonferenz, in der es um die „europarechtswidrige Gesetzgebung“ beim PDSG gehen soll.
In der Coronakrise könnten Pneumokokken-Impfungen hilfreich sein. Doch der Impfstoff gegen die bakterielle Lungenentzündung ist nicht lieferbar. Das geht schon seit Monaten so und liegt nicht nur daran, dass es lediglich einen Hersteller gibt, sondern auch an einer regelrecht explodierten Nachfrage.
Sollte es zu neuen Anti-Coronamaßnahmen kommen, will die Bundesregierung Kitas und Schulen so lange wie möglich offen halten. Auch eine Schließung des Einzelhandels erscheine nach den bisherigen Erfahrungen nicht zielführend, sagte Jens Spahn gestern. Er verteidigte erneut kostenlose Coronatests für Touristen aus sogenannten Risikogebieten.
Vor einem Jahr wurde Markus Leyck Dieken Chef der Gematik. Er soll das Haus, das für die Digitalisierung des Gesundheitswesens zuständig ist, zukunftsfähig machen. Im Interview erklärt Leyck Dieken, wie die Gematik durchs Krisenjahr kommt und kritisiert den restriktiven Zugang zu Patientendaten für Forschungszwecke.
Die Coronakrise hat mit Blick auf die psychische Gesundheit der Deutschen zunächst entlastend gewirkt. Doch mittlerweile belasten die wirtschaftlichen Folgen und die Perspektivlosigkeit umso mehr. Eine aktuelle Schätzung geht von bis 9.570 zusätzlichen Suiziden weltweit aus.
Thomas Klem und seine Frau haben das Chaos mit den bayerischen Coronatests erlebt. Die schlecht ausgestatteten Helfer taten ihnen leid. Dabei ist die Panne nicht nur ein Beleg für Großspurigkeit, die an der Realität scheitert. Sie belegt auch den Ressourcenmangel des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Und dass es für Massentests anderer Strategien bedarf.
Ulrich Felix Schneider ist der Kommunikations- und Mental-Coach von Jens Spahn und brachte ihm unter anderem bei, beim Reden mehr Raum einzunehmen. Im Interview spricht Schneider über die Arbeit mit dem Minister und warum dieser besonders überzeugt, wenn er unter Druck steht.
Das DiGA-Verzeichnis steht in den Startlöchern. Schon Ende August könnten die ersten Anwendungen aufgenommen und dann von Ärzten verschrieben werden. Welche Wirkung die Erstattungsfähigkeit entfaltet, wird sowohl von Herstellern und Krankenkassen mit Spannung erwartet.
In geschlossenen Räumen können sich Covid-19-Erreger besonders leicht ausbreiten – das gilt auch für Busse und Bahnen. Die Branche versucht mit Aufklärung und neuen Techniken das Vertrauen der Fahrgäste zurückzugewinnen.
Viele Patienten gehen mit ihren Krankheiten nicht nur zum Arzt, sondern auch zu Heilpraktikern. Der CDU-Politiker Alexander Krauß fordert deshalb, das Kooperationsverbot zwischen den beiden Berufsgruppen zu streichen. Die Bundesärztekammer warnt davor – und drängt stattdessen auf eine Begrenzung des Tätigkeitsspektrums von Heilpraktikern.
Nach einem Minus im ersten Quartal von 1,3 Milliarden Euro haben die Krankenkassen das erste Halbjahr mit einem Plus von über 1,3 Milliarden Euro abgeschlossen. Im zweiten Quartal lagen damit die Ausgaben um über 2,6 Milliarden Euro unter den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds. Im Geld schwimmt das Gesundheitssytem deshalb aber nicht.
Die Ad-hoc-Kommission SARS-CoV-2 der Gesellschaft für Virologie befürwortet jede Maßnahme, die dem Zweck diene, die Schulen und Bildungseinrichtungen in der kommenden Wintersaison offen zu halten. Es brauche strengere Präventions- und Kontrollmaßnahmen.
Die digitale Anbindung der medizinischen Labore an die Corona-Warn-App sorgt weiterhin für Unmut bei den beteiligten Akteuren. Nachdem ein KBV-Tochterunernehmen wochenlang an einer technischen Schnittstelle für die Labore gearbeitet hat, hat die KBV die Verhandlungen über den notwendigen Zugang zu den Telekom-Servern nun für gescheitert erklärt.
Während das Robert Koch-Institut in der Pandemie in Deutschland omnipräsent ist, agiert das European Centre for Disease Prevention and Control eher im Hintergrund. Was sind die Aufgaben der EU-Behörde und was unterscheidet sie von den amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention?
Während viele Pharmaunternehmen darüber klagen, dass es sich aktuell nicht lohnen würde, neue Antibiotika zu entwickeln, kündigt Shionogi für den Herbst genau das an. An den Hindernissen beim Marktzugang zeigt sich jedoch, warum es diese Pharmasparte nach wie vor schwer hat.
Seit Januar gilt auf Betriebsrenten eine ermäßigte Krankenkassenbeitrags-Pflicht. Doch noch immer warten Millionen Versorgungsbezieher auf die zugesagte Entlastung. Schuld sind Umsetzungsprobleme. Eigentlich sollten sie bis Mitte des Jahres weitgehend behoben sein. Nun wird der 1. Oktober als neue Zielmarke genannt.
In Deutschland gibt es schon mehr als 200 zahnmedizinische Versorgungszentren, die über Großinvestoren finanziert werden. Um mehr Transparenz in dem unübersichtlichen Markt zu schaffen und die Entwicklung notfalls auch bremsen zu können, fordert die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung ein verpflichtendes MVZ-Register. Doch die Union ist dagegen.
Garmin bot bisher Fitnesstracker vor allem für sportinteressierte „Normalkunden“ an. Nun erschließt sich das Unternehmen einen neuen Markt: das betriebliche Gesundheitsmanagement. Jörn Watzke ist Senior Director Garmin Health Global Business Development und berichtet im Interview, wie es dazu kam und was mit den Daten passiert.
Der Entwurf zum Krankenhauszukunftsgesetz sieht vor, die Fördermittel aus dem Zukunftprogramm Krankenhäuser analog zu den Regeln des Strukturfonds zu verteilen. Auch einige Forderungen verschiedener Akteure des Gesundheitswesens finden sich im neuen BMG-Entwurf wieder.
Jetzt bloß keine Fehler machen – das ist die Devise der Bundesregierung, wenn es um die Bekämpfung der Corona-Pandemie geht. Gesundheitsminister Spahn hat nun die verpflichtenden Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten angeordnet. Der gemeinsame Lagebricht mit dem Innenministerium zeigt, wie die Krisenbewältigung weitergehen soll.
Telemedizin bietet nicht nur für ältere, mitunter nicht mehr ganz so mobile Menschen Vorteile – auch in der Kinder- und Jugendmedizin werden Videosprechstunden immer häufiger eingesetzt. Dabei sei Telemedizin ein ideales Mittel um kritische von unkomplizierten Fällen zu trennen, sagen Kinder- und Jugendmediziner.
Immer wieder streiten der Vorstand von Deutschlands größtem kommunalen Krankenhauskonzern und der Berliner Senat um Geld und Ausrichtung. Das führte auch personell zu einigen Wechseln. Nun suchen die Vivantes-Kliniken eine neue Leitung. Doch einen Personalvorschlag lehnte der Aufsichtsrat ab.
Die Unternehmensberatung Ernst & Young betreut bislang das aus dem Ruder gelaufene Verfahren zur Maskenbeschaffung, jetzt soll es eine Ausschreibung geben. Unterdessen wird bekannt, dass das Ministerium nicht selbst die Open-House-Vergabe ausgearbeitet hat, sondern eine Kanzlei: Die gleiche, die das BMG nun vor der Vergabekammer vertritt.
Der Genomdatensatz der chinesischen Regierung enthält wahrscheinlich 100 Millionen bis 140 Millionen persönliche Profile. Damit besitzt sie die weltweit größte DNA-Datenbank und sie wächst weiter, warnt ein Bericht des Australian Strategic Policy Institute.
Die Corona-Pandemie führte im ersten Halbjahr dazu, dass weltweit besonders viel Risikokapital in Gesundheitstechnologien und Diagnostik investiert wurde. Der mit Abstand größte Anteil an Venture Capital fließt jedoch weiterhin in den Bereich Biopharma.
Kommt er oder kommt er nicht? Die steigenden Corona-Fallzahlen lassen Deutschland über einen möglichen zweiten Lockdown diskutieren. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung sieht allerdings noch keinen Handlungsbedarf. Und die Mehrheit der Deutschen fürchtet eine fehlende Akzeptanz für die Maßnahmen.
Die Ergebnisse einer vom britischen National Health Service in Auftrag gegebenen Studie zu Versorgungsrisiken und Behandlungsfehlern hat in Großbritannien die Diskussion über Geschlechterbenachteiligungen in der Medizin neu entfacht.
Im Pflegesektor ist von Digitalisierung bisher noch nicht viel zu spüren. Ein Bündnis von sechs Verbänden drängt jetzt auf mehr Tempo. In einem gemeinsamen Papier fordern die Akteure einen nationalen Strategieplan bis 2022, einen zentralen Innovationsfonds und die verlässliche Refinanzierung von Digital-Investitionen.
Europa will Produktionsstätten von Arzneimitteln und Medizinprodukten verstärkt ansiedeln und damit die Abhängigkeit von China verringern. Doch der Vorsprung, den sich das Reich der Mitte, gerade in der Corona-Krise, aufgebaut hat, ist enorm.
Bis Ende dieses Monats sollte in Deutschland die Produktion von FFP-Masken durch Subventionen hochgefahren werden. Doch erst jetzt werden Förderbescheide verschickt. Die Chancen, in den kommenden Monaten aus dem Programm zusätzliche Masken zu beziehen, scheinen gering.
Der Bundesrechungshof glaubt nicht, dass das Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz ausreicht, um künftig Manipulationen am morbiditätsorientierten Finanzausgleich durch einzelne Krankenkassen wirksam zu verhindern. Der Vorstandschef der DAK, Andreas Storm, fordert eine zügige Evaluation.
Rückkehrer aus Risikogebieten sollen zum Test verpflichtet werden. Dass sie das nichts kostet, lehnen drei Viertel der Deutschen ab, zeigt eine exklusive Umfrage. Indes ist immer noch offen, wie die Verordnung umgesetzt wird und ob die GKV dafür Zuschüsse bekommt.
Die Kinder- und Jugendmedizin soll künftig aus dem Fallpauschalensystem in der Krankenhausfinanzierung herausgenommen werden – das zumindest will Mecklenburg-Vorpommern mit einer Bundesratsinitiative durchsetzen.
Noch nie haben so viele Länder gleichzeitig ihre Expertise und Ressourcen in die Entwicklung einer Arznei gesteckt, wie derzeit auf der Suche nach einem Covid-19-Impfstoff. China hat dabei einen Vorsprung und neben den USA den größten politischen Druck, als erstes das Rennen zu machen.
Das betont die Monopolkommission in ihrem neuen Hauptgutachten und tritt damit Forderungen entgegen, Krankenhäuser von der Kontrolle auszunehmen. Allerdings befürwortet die Kommission Verfahrensänderungen, die Qualitätsverbesserungen durch Klinikkonzentrationen ermöglichen.
Seit Ende vergangenen Jahres existiert der Wagniskapitalfonds des Verbands der Privaten Krankenversicherer, Heal Capital. Nun gibt der Fonds sein erstes Investment bekannt. Zusammen mit anderen Investoren steckt er 9,5 Millionen Euro in die Medizin-Messaging-Unternehmen Siilo.
Krankenkassen fürchten, dass die drei Milliarden Euro aus dem „Zukunftsprogramm Krankenhäuser“ versickern könnten. Die Betriebskrankenkassen preschen nun mit einem eigenen Umsetzungsvorschlag vor. Ziel: Ein Digitalisierungsschub für die Krankenhäuser.
Die Sterblichkeit von beatmeten Covid-19-Patienten ist deutlich höher als bei jenen ohne Beatmung, zeigt eine Analyse von WIdO, DIVI und TU Berlin. Kritik üben die Autoren an der häufigen Verlegung der Corona-Patienten in andere Krankenhäuser.
Jens Spahn will Rückkehrer aus Risikogebieten zum Corona-Test verpflichten. Noch ist die Verordnung in Arbeit, die SPD sieht „Gesprächsbedarf“. Spahns Pläne bergen viele Risiken. Bei den Labormedizinern sorgt die Ankündigung für scharfe Kritik, die Flughäfen und Gesundheitsämter sehen sich nicht in der Verantwortung.
Vorab-Ergebnisse einer Studie des Instituts für Urban Public Health zeigen: Durch die Corona-Maßnahmen wurde es deutlich stiller in der untersuchten Stadtregion. Der Fokus der Forschungsarbeit, deren ersten Gesamtergebnis Ende des Jahres veröffentlich werden sollen, liegt dabei weniger auf der Lärmbelästigung als auf der Geräuschqualität.
Das Pandemie-Management der deutschen Gesundheitsämter ist zeitaufwendig und bleibt Stückwerk. Dabei gibt es Software, die das Problem lösen könnte. Ein Projekt des Hackathons „WirVsVirus“ will ihr zum Erfolg verhelfen.
Man wolle ungewollt Kinderlosen bei der Finanzierung von Kinderwunsch-Behandlungen stärker unter die Arme greifen, heißt es im Koalitionsvertrag. Davon möchte die Bundesregierung jetzt aber offenbar nichts mehr wissen. Eine Ausweitung der Leistungen sei nicht geplant, heißt es in der Antwort auf eine FDP-Anfrage, die dem Tagesspiegel Background vorliegt.
Ernst & Young wurde vom BMG ohne Ausschreibung mit der Betreuung einer aus dem Ruder gelaufenen Schutzmasken-Beschaffung beauftragt. Nun muss die Vergabekammer entscheiden, ob dies rechtmäßig war. Derweil verhandelt ein Ex-Fraktionskollege Jens Spahns mit EY über einen Vergleich in der Sache.
Seit Wochen steigt die Zahl der Corona-Toten in Deutschland kaum noch, für viele Menschen scheint fast wieder der Alltag eingekehrt zu sein. Dass es eine zweite Infektionswelle geben wird, glaubt aber immer noch eine überwiegende Mehrheit – das Stimmungsbild hat sich gegenüber der Phase des Lockdowns kaum geändert.
Die FDA hat die sogenannten IQOS von Philip Morris als Tabakprodukte mit modifiziertem Risiko genehmigt und den Erhitzern ein weit geringeres Schadenspotenzial bescheinigt als Zigaretten. Nun hofft der Konzern auf ähnliche Signale in Europa. Auch Ärzte sollten bei Rauchern für die „schadstoffreduzierte Alternative“ werben. Doch Experten sind skeptisch.
Die Erfolgsmeldungen der letzten Tage lassen hoffen, dass ein wirksamer Impfstoff gegen SARS-CoV-2 in mittlerer Zukunft zur Verfügung stehen könnte. Doch wer soll ihn zuerst bekommen? Während Staaten sich mit Vorverträgen bereits Margen bestimmter Impfstoffen sichern, arbeitet die Ständige Impfkommission an einer Impfempfehlung für Deutschland.
Obwohl Deutschland in der Akutversorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sehr gut aufgestellt ist, laufen nun Planungen für eine Nationale Strategie. Vor allem an den Sektorengrenzen und in der Primärprävention gibt es noch großen Handlungsbedarf.
Seit etwa 30 Jahren sind Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), in Deutschland dauerhaft von der Blutspende ausgeschlossen. Die Regelung sei medizinisch unnötig und aus der Sicht vieler auch diskriminierend, meint der hessische Staatsminister für Soziales und Integration, Kai Klose (Grüne).
Zwar konnten sich die Regierungschefs auf das Billionen-Programm einigen, übergingen dafür aber Forderungen aus Brüssel – das EU4Health-Programm wurde drastisch gestutzt. Im EU-Parlament formiert sich nun der Widerstand.
Das Rassismus auch im Gesundheitswesen ein Thema ist, wird aufgrund fehlender Daten und Analysen kaum problematisiert. Im Gegenteil: In manchen Bereichen erlebt der Begriff Rasse eine regelrechte Renaissance. Public Health-Forscherinnen kritisieren diese Tendenz.
Mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen. Diese sind einer der häufigsten Gründe für Arbeitsunfähigkeit. Der FDP-Politiker Andrew Ullmann fordert deshalb einen nationalen Aktionsplan für eine bessere Versorgung. Doch die Bundesregierung will davon nichts hören.
Die Corona-Pandemie zeigt: Der Austausch zwischen Forschung und Versorgung erzeugt viele Synergien in der Medizin. Ein Ort, an dem diese Translation in Zukunft institutionell stattfinden soll, ist das Ambulanz-, Translations- und Innovationszentrum des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung.
Neue Tarifregeln für Katholische Krankenhäuser in der „Regionalkommission Ost“ sorgen für Ärger bei Berliner Pflegekräften: Mehr Geld und Urlaub für die Ärzte und längere Arbeitszeit ohne Lohnausgleich für Pflegekräfte im Westteil.
Axel Rahmel ist seit sechs Jahren medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Im Interview nennt er Gründe dafür, warum die Spenderzahlen in Deutschland trotz Coronakrise nicht gesunken sind, weshalb wir im internationalen Vergleich trotzdem so schlecht dastehen – und wieso die Wartelisten wenig aussagekräftig sind.