Traumatische und belastende Erfahrungen in der Kindheit können die Gesundheit über die gesamte Lebensdauer beeinträchtigen – und sogar die darauffolgende Generation. Mit starrem Sektorendenken scheitert die Verbesserung des Kinderschutzes. Das Ausmaß des Problems wird erst deutlich, wenn über die Mauern des Gesundheitssystems hinausgeblickt wird.
Digitale Angebote sollen Gehörlosen den Alltag erleichtern. Doch noch tun sich die Avatare schwer, und auch Gehörlosenverbände sind skeptisch. Sie fordern mehr politische Unterstützung für Gehörlose – insbesondere aufgrund der aktuellen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie.
Bei der gestrigen Tagung der EU-Gesundheitsminister herrschte Einigkeit, dass das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten mehr Personal, mehr Geld und mehr Aufgaben braucht. Und Gesundheitsminister Jens Spahn erklärte, dass nicht alle Arzneimittel und Wirkstoffe in Europa produziert werden könnten.
Die gesetzlichen Kassen stöhnen über die Preisexplosion für patentgeschützte Medikamente. 21 Milliarden Euro mussten sie dafür im vergangenen Jahr bezahlen, das ist fast die Hälfte aller GKV-Arzneiausgaben. Dabei beträgt der Versorgungsanteil von Patentarznei gerade mal 6,5 Prozent.
Neun KV-Vorstände haben in einem Brief an die KBV scharfe Kritik an der Ausgestaltung der Telematik-Infrastruktur geübt und der KBV eine schlechte Vertretung der Ärzte-Interessen vorgeworfen. In einem Antwortschreiben versucht sich der KBV-Vorstand an einer Beruhigung der Gemüter und sieht die Verantwortung beim Gesetzgeber.
Die bundesweite Zusammenführung klinischer Krebsregisterdaten soll ein bislang nicht ausgeschöpftes Nutzenpotential für Forschung und Versorgung bergen. Ein Eckpunktepapier des Bundesgesundheitsministeriums sieht ein zweistufiges Modell dafür vor.
Fachärzte oder Mediziner in Ausbildung, Teilzeit oder Vollzeit? In einer Befragung zum Personalbestand des Öffentlichen Gesundheitsdienstes will es der Landkreistag nicht so genau wissen. Der Marburger Bund ärgert sich über das fehlende Dateninteresse. Schließlich will der Bund den ausgedünnten Gesundheitsämtern gerade mit Milliarden auf die Beine helfen.
Videosprechstunden galten in der Psychotherapie lange als Tabu. Seit 2019 sind videobasierte Psychotherapien mit Einschränkungen erlaubt, während der Coronakrise sind sie kaum wegzudenken. Doch was kommt danach? Bleibt Face-to-Face der „Goldstandard“ oder entwickelt sich die Video-Therapie zur gleichwertigen Alternative?
Es ist eines der Großprojekte von Gesundheitsminister Jens Spahn. Ab kommenden Jahr hat jeder gesetzlich Versicherte in Deutschland Anspruch auf eine elektronische Patientenakte (ePA). Die Nutzung ist freiwillig. Eine Umfrage im Auftrag des Tagesspiegel Background zeigt, dass sie mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland verwenden wollen.
Die Coronakrise hat die Telemedizin nicht nur in Deutschland ein großes Stück nach vorn gebracht. Als erstes Krankenhaus in Israel setzte die Sheba-Klinik bei Tel Aviv im Umgang mit Corona-Patienten auf Telemedizin, um das Infektionsrisiko für das Klinikpersonal so gering wie möglich zu halten.
Altgediente Klinikchefs halfen Berlin durch die Corona-Krise. Nun soll eine neue Riege die Stadt zu Europas Medizinmetropole ausbauen. Manager Johannes Danckert, Gastroenterologin Britta Siegmund und SPD-Mann Steffen Krach streiten um Datenschutz, viel Geld und Brustkrebs.
Die Coronakrise hat dem Organspende-Aufkommen hierzulande nicht geschadet. Im Gegenteil: Die Zahl der Spender stieg im ersten Halbjahr um stattliche 7,3 Prozent. Das könnte mit der Debatte um die Widerspruchsregelung zusammenhängen. Im Januar und Februar betrug der Anstieg knapp 30 Prozent. Doch auch danach gab es keinen Einbruch wie in Italien oder Spanien.
Während sich Deutschland im Sommerurlaub von den Corona-Strapazen der letzten Monate erholt, plant die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Hintergrund bereits eine Grippe-Impfkampagne, um das Zusammenfallen zweier Infektionswellen und eine damit verbundene Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.
In der Medizin sind Frauen an der Spitze Mangelware. Der Deutsche Ärztinnenbund will das ändern. Bei einem virtuellen Treffen erzählen Ärztinnen, wie sie in Führungspositionen gekommen sind und welche Chancen die Digitalisierung bieten könnte.
Morgen stellt das Wissenschaftliche Institut der PKV seine Vergleichsstudie europäischer Gesundheitssysteme in der Covid-19-Pandemie vor. Während Italien, Spanien und Großbritannien als am schwersten getroffen galten, liegt Belgien bei den meisten gemeldeten Todesfälle auf eine Million Einwohner mit einigem Abstand vorn.
Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion nimmt erneut Anlauf, um die Arzneimittelproduktion zumindest teilweise zurück nach Europa zu holen. Der Fraktionsvize Georg Nüßlein will dazu Anreize schaffen und stellt sich neue Ausschreibungsmodalitäten für Rabattverträge vor.
Was im Masernschutzgesetz verankert wurde, wird Ende September umgesetzt: Dann startet in Nordrhein-Westfalen das erste Modellprojekt für Grippeimpfungen in Apotheken. Andere Bundesländer wollen folgen. Doch nicht alle Apotheker finden das gut.
Wie viele Krebstherapien und Vorsorgeuntersuchungen mussten wegen der Coronakrise verschoben werden? Die Regierung hat dazu keine belastbaren Zahlen. Und sie weiß auch nicht, wie sich die Krebsdiagnosen in der Pandemie entwickelt haben. Der FDP-Experte Andrew Ullmann hält das für verantwortungslos.
Die Pharmaindustrie hat sich zusammengetan, um die Erforschung neuer Antibiotika voranzubringen. Fast eine Milliarde US-Dollar sind im AMR Action Fund bereits zusammengekommen. Bis 2030 sollen zwei bis vier neuartige Antibiotika zur Verfügung stehen.
Remdesivir gilt als bislang einziges Mittel, um den Verlauf von Covid-19 etwas verkürzen zu können. Doch die Vorräte in Deutschland sind begrenzt. Hersteller Gilead hat nun angekündigt, bis Ende September ausreichende Mengen zu liefern. Die Frage nach Zwangslizenzen, wie von der SPD gefordert, stelle sich deshalb nicht, heißt es im Gesundheitsministerium.
Eine Gruppe von Medizinern wirbt im Internet damit, „großzügig“ Atteste gegen die gesetzlich angeordnete Maskenpflicht auszustellen. ARD-Reporter machten die Probe aufs Exempel – und erhielten die Bescheinigungen teilweise sogar, ohne einen Arzt gesehen zu haben. Experten sehen darin einen Verstoß gegen die Berufsordnung, der teuer werden kann.
Etwa 4,4 Prozent aller Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland wurden in den vergangenen Wochen in der Corona-Warn-App registriert. Nun äußert die Opposition leise Kritik an der Höhe der Ausgaben – und verlangt die Wirkung der App wissenschaftlich aufzuarbeiten.
Ob im Krankenhaus, im Pflegeheim, in den eigenen vier Wänden oder unterwegs: Intelligente Sprachassistenten etablieren sich immer mehr – auch im Gesundheitswesen. Was können sie schon? Und wo liegen ihre Schwächen?
Drei Milliarden Euro sollen aus dem Konjunkturpaket in die Digitalisierung der Krankenhäuser fließen. Nun ist die große Frage: Wo ist das Geld am besten angelegt? Der health innovation hub will heute darüber diskutieren, die Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser und die Deutsche Krankenhausgesellschaft haben bereits eigene Vorstellungen.
Es wäre der Schlüssel für eine effektive Eindämmung der Corona-Pandemie: ein wirksamer Impfstoff gegen SARS-CoV-2. Nur wie steht es überhaupt um die Impfbereitschaft in Deutschland? Eine deutliche Mehrheit würde sich schützen wollen, ergab nun eine Umfrage im Auftrag des Tagesspiegel Background.
Eine versehentlich bekannt gewordene Simulationsrechnung des GKV-Spitzenverbands enthüllt Umverteilungseffekte des neu justierten Morbi-RSA: Zu den Gewinnern gehören große Ersatzkassen wie TK, DAK oder Barmer. Regionalversicherer im Osten verlieren dagegen Geld. Das trifft besonders die reichen Ortskrankenkassen.
Damit Arbeit in der Sonne nicht gefährlich ist, müssen bestimmte Schutzmaßnahmen genau beachtet werden. Dass dies in der Bauwirtschaft nicht immer der Fall ist und manche Gefahren unterschätzt werden, zeigt eine Befragung. So droht Hautkrebs weiterhin eine Berufskrankheit zu bleiben.
Erst suchten sie selber für ihre Großeltern. Dann machten sie daraus eine Geschäftsidee. Alexander Gründler und Matti Fischer haben in Berlin eine Online-Vermittlungsplattform für Pflegekräfte aufgebaut. Die Kunden sind Betreiber von Kliniken und Pflegeheimen, das Fachpersonal stammt aus Südostasien und Mittelamerika. Und der Laden brummt.
Selbst große Universitätskliniken geraten durch Coronakrise finanziell unter Druck. Die Berliner Charité hielt 400 Intensivplätze für Covid-19-Patienten frei – und machte Millionenverluste.
Zurzeit gibt es weltweit etwa 160 Impfstoff-Projekte, in denen an einem Vakzin gegen SARS-CoV-2 geforscht wird. Damit ein Impfstoff nach Zulassung möglichst vielen Menschen zur Verfügung steht, werden einige von ihnen schon heute massenhaft produziert.
Der Deutsche Hebammenverband zeigt sich erleichtert, dass das Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz ohne den Änderungsantrag „Hebammenstellen-Förderprogramm“ verabschiedet wurde. Denn damit bleibt die Hoffnung auf ein eigenes Stärkungsgesetz bestehen.
Die Corona-App liefert inzwischen regelmäßig Warnungen, doch manche davon sorgen für Irritationen. Auch mit anderen Meldungen haben Nutzer und Entwickler zu kämpfen.
Im Corona-Ausbruch in der Fleischindustrie Karl-Josef Laumann als Arbeitsminister an seiner Seite zu haben, ist für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) ein Glücksfall. Laumann trägt nicht nur einen großen Teil des Krisenmanagements. Er verkörpert auch glaubhaft den geplanten Neustart in der Fleischbranche.
Seit dem 1. Juli erhalten Pflegehilfskräfte einen höheren Mindestlohn. Im Westen sind es 11,60 Euro, im Osten 11,20 Euro. Eine Minderheit hält diese Zahlungen allerdings für angemessen. Unterdessen fordert der Deutsche Pflegerat mehr Mitspracherecht für Pflegende.
Das seit einem Jahr auf Eis liegende Gesetz zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken soll wieder Fahrt aufnehmen: Im September wird es Thema im Deutschen Bundestag. Die entscheidende Einschätzung der EU fehlt allerdings noch immer.
Christian Schmidt war von 2014 bis 2018 Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft. Doch eines seiner Herzensanliegen bekam er in seiner Amtszeit partout nicht durch: ein umfassendes Tabakwerbeverbot. Heute endlich will es der Bundestag beschließen. Im Interview erklärt der CSU-Politiker, weshalb das Verbot so lange dauerte und warum es überfällig ist.
Am Freitag soll der Bundestag das Patientendaten-Schutz-Gesetz in 2. und 3. Lesung beschließen. Die Änderungsanträge von CDU/CSU und SPD werfen allerdings bei den Terminals zur elektronischen Patientenakte Fragen zur Zugangsgerechtigkeit, zum Wettbewerb und zu Zuständigkeiten auf.
Dem Europäischen Forschungsrat steht ein turbulentes Halbjahr bevor. In den nächsten Monaten muss nicht nur die finanzielle Ausstattung neu ausgehandelt, sondern auch der Präsidentenposten neu besetzt werden.
Morgen steht die Nationale Diabetesstrategie auf der Tagesordnung des Bundestages. Dass man in dem Entwurf auf eine verpflichtende Zuckerreduktion in Kinderlebensmitteln verzichtet, findet die Deutsche Diabetes Gesellschaft „unverantwortlich“.
Um besser auf eine mögliche zweite Corona-Welle im Herbst vorbereitet zu sein, fordert die FDP-Fraktion einen „nationalen Stresstest“ des gesamten Gesundheitssystems. Außerdem müsse ein Konzept für die Wirtschaft erarbeitet werden, heißt es in einem Antrag, der dem Tagesspiegel Background vorliegt.
Mit dem Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ist klar: Die Erwartungen sind hoch und es gibt viel zu tun. Obwohl vor allem die Fachminister mit ihren Rats-Formationen im Arbeitsmittelpunkt stehen, wird Europa vor allem auf eine Person gucken: Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Die Bundesregierung rechnet trotz Coronakrise nicht damit, dass viele Krankenkassen mit ihren Rücklagen unter die Mindestgrenzen rutschen. Beim Gesundheitsfonds ist sie sich dessen nicht so sicher, heißt es in der Antwort auf eine Anfrage der Grünen. Und bei der Pflegeversicherung wäre ohne den versprochenen Bundeszuschuss schon im Spätsommer „Land unter“.
Um Platz zu schaffen für Corona-Patienten und um Kapazitäten auf den Intensivstationen freizuschaufeln, wurden in deutschen Krankenhäusern reihenweise planbare Eingriffe abgesagt. So wollte es das Bundesgesundheitsministerium. Wie viele dieser verschobenen Behandlungen inzwischen nachgeholt werden konnten, weiß niemand.
Neben bestimmten Vorerkrankungen und einem hohem Alter können auch lebensstilbedingte Faktoren wie Übergewicht und Rauchen das Risiko eines schweren Covid-19-Verlaufs erhöhen. In Deutschland werden derartige Risikofaktoren bisher allerdings kaum systematisch erfasst.
Die Rostocker Biotech-Firma Centogene will Passagieren am Frankfurter Flughafen künftig einen „Walk-Through-Test“ anbieten – zunächst als Modell. In China werden Testergebnisse von Fluggästen bereits an Betriebserlaubnisse der Airlines gekoppelt.
Pflegende Angehörige waren bereits vor der Coronakrise einer enormen Belastung ausgesetzt. Durch die Pandemie sind dann auch noch viele Unterstützungsangebote weggebrochen. Die Grünen fordern nun ein Corona-Pflegegeld.
Hendrik Streeck ist Experte für das HI-Virus. Wegen seiner Erfahrungen in diesem Forschungsfeld warnt er vor übertriebenen Erwartungen an die Impfstoffentwicklung gegen SARS-CoV-2. Und bekräftigt im Interview seine Forderung, einen Weg zu finden, lange Zeit mit der Corona-Pandemie zu leben.
30 Prozent der bisher geförderten Klinikbetten für Corona-Patienten tauchen in den Meldungen der Bundesländer zu zusätzlichen Intensivkapazitäten bisher gar nicht auf. Nur Schlamperei? Die grüne Opposition sieht sich jedenfalls in ihrer Forderung nach einer grundlegenden Evaluation des ganzen Subventionsprogramms bestätigt.
Der Vorschlag des Bundesverbands Medizintechnologie, eine strategische Reserve an medizinischer Ausrüstung in Europa anzulegen, stößt zumindest in Teilen des Gesundheitswesens auf Zustimmung.
Jens Spahn kämpft seit Wochen mit einer aus dem Ruder gelaufenen Ausschreibung für Atemmasken, jetzt sind weitere 50 Millionen Stück unterwegs. Währenddessen gehen Anwälte juristisch gegen die Beauftragung von Ernst & Young durch das BMG vor.
Seit zwei Jahren ist die Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Anlass für die Gesundheitsbranche zu einer ersten Evaluation. Bei einer Fachtagung bekräftigt die Branche ihre generelle Zustimmung zur Verordnung, beklagt aber auch Unsicherheiten und einen Flickenteppich an nationalstaatlichen Regelungen.
Gutachter der Krankenkassen haben für 2019 mehr Behandlungsfehler nachgewiesen als im Jahr zuvor. Laut aktueller Statistik der Medizinischen Dienste betrug der Anstieg 6,7 Prozent – im Zusammenhang damit kamen 140 Patienten zu Tode. Allerdings dürfte die tatsächliche Zahl der Fehler und Geschädigten weit höher liegen. Die Dunkelziffer ist immens.
Fast 70 Prozent der Menschen in Deutschland meinen, dass sich die Privaten Krankenversicherungen stärker an den Corona-Ausgaben, etwa für Schutzausrüstung oder Tests, beteiligen sollten. Dem widersprechen vor allem Wähler der AfD und FDP. Der PKV-Verband rechnete gestern erneut seine Leistungen vor und wies auch Kritik der niedergelassenen Ärzte zurück.
Geschlecht spielt eine große Rolle in der Medizin, das zeigt sich auch in der Pandemie. Die Grünen-Politikerin Kirsten Kapper-Gonther spricht heute mit Expertinnen über geschlechtergerechte Gesundheitspolitik am Beispiel von Covid-19.
Das Gesundheitsministerium will die EU-Ratspräsidentschaft dafür nutzen, beim Rennen um Gesundheitsdaten international Anschluss zu halten. Vor allem der Kampf gegen den Krebs soll Bürgern veranschaulichen, warum sie ihre Daten spenden sollten.
Die niedergelassenen Ärzte ärgern sich über fehlendes Engagement der Privatversicherer bei der Bewältigung ihrer Corona-Einbußen. Der PKV-Verband weist die Kritik zurück. Privatversicherte, PKV-Unternehmen und Beihilfe beteiligten sich „in einer Größenordnung von einer Milliarde Euro“ – darunter mit mehr als 300 Millionen für die Praxen.
Magensäureblocker gehören hierzulande zu den meistverkauften Medikamenten. Aufgrund von Expertenwarnungen wegen gefährlicher Nebenwirkungen gingen die Verschreibungen dieser Mittel nun langsam zurück, heißt es im aktuellen Gesundheitsreport der TK, der heute veröffentlicht wird. Doch der Pharmakologe Gerd Glaeske findet die Zahl immer noch zu hoch.
Bisher scheint die Corona-Warn-App ein einziger Erfolg zu sein. Datenschützer haben wenig bis nichts auszusetzen und die Download-Zahlen übertreffen alle Erwartungen. Dennoch sind eine Woche nach dem Start der App noch nicht alle technischen Fragen geklärt. Und auch an der generellen Wirksamkeit der App gibt es Zweifel.
In vielen Ländern der Welt dürfen auch Apotheker impfen. Damit sollen die Gesundheitssysteme entlastet werden. Auch in Deutschland fiel Anfang des Jahres eine rechtliche Hürde, zumindest für die Grippe-Impfung. Nun arbeiten Apotheker und Krankenkassen an der Umsetzung.
Der Marburger Bund ärgert sich über die Tarifvereinbarung für Mediziner an Caritas-Krankenhäusern. Durch die spätere Übernahme von Gehaltserhöhungen und Arbeitszeit-Begrenzungen hätten sich die Arbeitgeber faktisch „eine Nullrunde zu Lasten ihrer Ärzte“ gesichert. Bei dem Streit geht es aber nicht nur um Tarifdetails, sondern auch um ganz Grundsätzliches.
Bis zu 11,5 Milliarden Euro wird der Bund den Kliniken für frei gehaltene Betten überweisen. Bislang ist aber keine Untersuchung geplant, inwieweit die Subvention ihren Zweck, die Behandlung von Corona-Patienten zu sichern, erfüllt hat und wie groß die Mitnahmeeffekte waren. Kassenverbände und Grünen-Fraktion fordern nun eine Herausgabe der Daten.
Das EU-Parlament fordert „pharmazeutische Einrichtungen ohne Erwerbszweck“ zur Sicherstellung der europäischen Arzneimittelversorgung. Aber wie realistisch ist die Umsetzung? Die Politik ist skeptisch, die Pharmabranche macht Nachbesserungsvorschläge.
Wirkt die Informationskampagne der Bundesregierung zum Start der Corona-Warn-App? Eine Umfrage von Tagesspiegel Background zeigt, dass sich die Mehrheit der Bürger gut informiert fühlt. Interessant dabei ist, dass dies bei Älteren besonders gut gelungen scheint.
Ganz langsam beginnen Mediziner zu verstehen, was das Coronavirus im menschlichen Körper tatsächlich anrichten kann. Ist eine Infektion erst mal überstanden, beginnt für nicht wenige Patienten ein steiniger Weg der Rehabilitation.
Mit teils aggressiven Methoden und irreführenden Versprechen bringen erste Anbieter „Corona-Immunitätspässe“ auf den Markt. Ein namhafter Telemedizin-Anbieter plädiert für „kontrollierte Ansteckungen“ und droht, die Regierung wegen Corona-Beschränkungen zu verklagen. Die staatliche Kontrolle bei dem ethisch heiklen Thema droht zu entgleiten.
Auf ihrem jährlichen Symposium richtete die Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung ihren Fokus auf das Thema Gruppenpsychotherapien. Deren Einsatz komme im Gegensatz zur Einzeltherapie immer noch zu kurz, so der Tenor der Veranstaltung. Intensiv diskutieren die Teilnehmer, welche Folgen die Coronakrise für die Gruppentherapie haben wird.