In Bezug auf Nachhaltigkeitsziele, Daseinsvorsorge und Krisenmanagement sind landwirtschaftliche Betriebe für Smart Regions wichtige Parntner, schreibt Brigitte Petersen von der Initiative Modellregion Wiederaufbau und Resilienz. Dafür müssten aber Modellprojekte und aktuell entstehende Marktplätze besser vernetzt werden, fordert sie.
Der Energiemarkt verändert sich rasant. Kommunen haben darauf reagiert: Sie fuhren Beleuchtung zurück oder haben Bäder weniger geheizt. Doch wie sieht eine nachhaltige Wende aus? Gamification-Elemente stellen wichtige Bausteine dar, argumentieren die Unternehmer Mirco Pinske und Michael Dusch. Die Stadtwerke sollten auf kommunale Belohnungsprogramme setzen.
Das Deutsche Institut für Normung hat kürzlich zusammen mit dem Databund ein Whitepaper zum Thema Standardisierung veröffentlicht. Einige Punkte aus dem Papier lassen auf ein Informationsdefizit schließen, schreibt Jörg Kremer von der Föderalen IT-Kooperation (Fitko). Solche Informationsdefizite seien nicht förderlich und könnten dazu führen, dass Projekte mit falschen Prämissen gestartet werden. Gleichzeitig zeigen sie, dass Wissen viel besser dokumentiert und verfügbar gemacht werden muss.
Damit die digitale und nachhaltige Transformation in den Kommunen gelingt, brauche es Strukturen, die über reine Projektförderung hinausgehen, argumentieren SPD-Bundestagsabgeordnete Carolin Wagner und Fraunhofer-Experte Gerald Swarat. Zentral sei dafür, die digitalen Kompetenzen in der Gesellschaft zu stärken.
Städte, Landkreise und Gemeinden müssen jetzt ihrer Verantwortung im Klimaschutz gerecht werden. Ein Rennen, bei dem Geschwindigkeit wichtiger ist als Perfektion. Wieso eine erfolgreiche Digitalisierung für diese Mammutaufgabe notwendiger ist als je zuvor, wer hier Vorreiter:innen sind und welche Effekte durch die erfolgreiche Verknüpfung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung entstehen, berichtet Henrike Etzelmüller, Industry Advisor bei der Microsoft Deutschland GmbH.
Städte sollten offene Datenmodelle verfolgen. Nur mit ihnen ließe sich eine offene Datenstruktur bereitstellen, die ihnen als komplexe, lebendige und vielfältige Phänomene gerecht wird, schreibt Aurel von Richthofen, Leiter des Cities Team bei Arup, in seinem Standpunkt.
Der Weg zu einer neuen intelligenten Verwaltung liege nicht darin, die Verwaltung grundlegend und allumfassend zu reformieren, sondern sich nach und nach „durchzuwursteln“, schreiben Kai Wegrich von der Hertie School Berlin und Martin Lodge von der London School of Economics. Dazu zählen sie ein kontinuierliches Anpassen von Maßnahmen und Trial-and-Error-Prozesse.
Trotz ihrer bedeutenden Rolle im föderalen Deutschland bestimmen Kommunen bei Fragen der Verwaltungsdigitalisierung und der IT-Infrastruktur nur wenig selbst, kritisieren Sönke E. Schulz und Roland Kreutzer vom Nationalen E-Government Kompetenzzentrums (NEGZ) in ihrem Standpunkt. Es brauche nun eine radikale Aufgabenkritik und Reformen entlang der Frage, welche staatliche Ebene welche konkreten Services bereitstellen soll.
Die Digitalisierung des Bildungswesens geht noch immer viel zu bürokratisch und träge vonstatten. Dabei bräuchte es auch auf diesem Gebiet dringend eine Zeitenwende, schreibt Ed-Tech-Gründer Fredrik Harkort. 2023 sollten alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden.
Die Perspektive der Kommunen müsse bei der Umsetzung der Verwaltungsdigitalisierung endlich eine zentrale Rolle spielen, fordert Alexander Handschuh, Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, in seinem Standpunkt. Es brauche durchgehend digitale Prozesse, echte Priorisierung, offene Kommunikation, eine neue Form der Finanzierung und einen Fokus auf die Registermodernisierung.
Der Entwurf des BMWK für einen Neustart des Smart-Meter-Rollouts enthält aus Sicht von Andrew Mack von Octopus Energy vielversprechende Ansätze. Diese müssten jetzt Eingang in das fertige Gesetz finden, fordert er in seinem Standpunkt. Zudem sei mehr Tempo beim Markthochlauf notwendig.
Aktuell wird über eine Nachfolgeregelung für das Onlinezugangsgesetz diskutiert. Torsten Frenzel und Thomas Köster, Working Group Sprecher der Open Source Business Alliance, fordern einen echten Strategiewechsel. Offene Software und Standards sollten ihrer Meinung nach dabei eine wichtigere Rolle spielen als bisher.
Informationen über Verkehr, Bürger:innen, Gelände, Gebäude und Wetter auf ein und derselben Karte darstellen und virtuell erlebbar machen – das ermöglichen digitale Zwillinge. Jack Dangermond und Jürgen Schomakers vom Softwareunternehmen Esri schreiben darüber, warum Digital Twins so wichtig sind, welche Vorreiter es bereits gibt und welche Abhilfe sie in einer Smart City hinsichtlich globaler Erwärmung schaffen können.
Das kommende Jahr wird zentral für den Erfolg digitaler Verwaltung in Deutschland. Der rheinland-pfälzische Digitalminister Alexander Schweitzer und sein Digitalbeauftragter Fedor Ruhose blicken voraus und legen fünf Punkt vor, die weitergehen als der aktuell vom Bund vorgelegte Entwurf für ein „OZG 2.0“. Unter anderem fordern sie eine nationale Registeroffensive, eine Once-Only-Generalklausel und dass es nicht nochmal passieren darf, dass die Kommunen vernachlässigt werden.
Deutsche Amtsstuben strotzen nicht gerade vor Stolz und Selbstbewusstsein. Wie das geändert werden könnte, erklärt Florian Breger, der das weltweite Geschäft mit dem öffentlichen Sektor für IBM verantwortet. Modernisierung, Automatisierung, doppelte Nutzerzentrierung und Professionalisierung lauten aktuell die vier wichtigsten Punkte, um voranzukommen.
Offene Gesellschaften brauchen offene Daten. Doch um diese effektiv zu nutzen, braucht es auch Schnittstellen – zwischen Verwaltung und Civic Tech-Community, zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Das schreibt Sven Tetzlaff von der Körber-Stiftung anlässlich des zweitägigen Forums Offene Stadt, das heute in Hamburg beginnt.
Ängste in der Verwaltung – gibt es sie und wenn ja, wie kann damit anders, besser umgegangen werden? Umfangreiche Veränderungen können Unsicherheiten, Sorgen und Widerstände bei den Beschäftigten auslösen. Häufig liegen dabei Ängste vor dem unbekannten Neuen zugrunde. Das sei absolut menschlich und natürlich, doch diese Ängste können bewältigt werden, schreiben Andreas Steffen und Julia Schorlemmer.
Die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes verläuft schleppend. Ein „OZG 2.0“ soll einen Schub bringen. Doch was braucht es dazu? Verwaltungsdigitalisierung muss mehr wie gängige Fitness-Tracker funktionieren, fordert Christoph Baron, Direktor im Bereich Public Sector bei KPMG. Es brauche klare Ziele und eine wirkungsorientierte Steuerung. Zudem müssten Möglichkeiten zur Einsparung von Mitteln berücksichtigt werden, bevor schon wieder nach mehr Geld gerufen wird.
Die Ziele des Onlinezugangsgesetz (OZG) werden zwar bis Jahresende verfehlt. Bund, Länder und Kommunen haben nun aber die Chance, es künftig besser zu machen. Drei Denkanstöße dafür liefert Markus König, Partner bei der Infora GmbH. Es brauche eine ganzheitliche Strategie, bessere Koordinierung und einen nachhaltigeren Ansatz.
In der Rückbesinnung auf das Lokale, auf die Welt vor unserer Haustür, liegt eine große Chance, schreibt Till Behnke, Gründer des Nachbarschaftsnetzwerks Nebenan.de. Digitale Werkzeuge und Plattformen könnten einen wichtigen Beitrag dafür leisten, dass sich Nachbarschaften vernetzen und sich bei Problemen helfen. Die Politik ist gefordert, zentrale Lösungen dafür bereitzustellen.
Welche Rolle spielen digitale Plattformen in der Zukunft für den städtischen Raum? Peter Mörtenböck, Mitbegründer und Leiter des Centre for Global Architecture, befasst sich mit Schattenzonen des Plattform-Urbanismus und mit der Frage, welche Daten smarte Städte eigentlich brauchen und wem sie gehören sollen.
Das System der Aus- und Weiterbildung in der öffentlichen Verwaltung muss radikal neu gedacht werden, so Marco Brunzel, E-Government-Experte und Lehrbeauftragter an der Bund-Länder-Universität Speyer. Vor allem seine eigene Uni habe bei der digitalen Transformation einiges aufzuholen – und sollte viel stärkere Impulse setzen. In seinem Standpunkt schlägt Brunzel ein Reformpaket vor.
Gestern präsentierte Österreich einen digitalen Führerschein. Der zuständige Digitalstaatsekretär, Florian Tursky, erklärt in seinem Standpunkt, wie das Projekt funktioniert, wie es weitergeht und was sonst noch beim südlichen Nachbarstaat geplant ist.
Welche Rolle spielen Kulturinstitutionen wie Museen in Zeiten der Digitalisierung und Klimakrise? Auf dem „Global Summit of Research Museums“, kommen aktuell Leitungs- und Führungspersonen aus der ganzen Welt zusammen, um das zu besprechen. Helmuth Trischler, Leiter des Bereichs Forschung des Deutschen Museum, und Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, plädieren für eine offene, integrative und partizipative digitale Forschungsinsfrastruktur.
Wie gelingt die Digitalisierung im ländlichen Raum? Mit dieser Frage beschäftigen sich anlässlich der Europäischen Woche der Städte und Regionen Sina Redlich vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung und Jonas Scholze vom Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung. Ihr Tipp: Die Digitalisierung gelingt besser mit lokalen Kooperationen.
Informationsfreiheitsgesetze reichen nicht aus, kritisiert Stefan Böhm vom Chaos Computer Club Freiburg. Vielmehr seien Transparenzgesetze nötig, die die Verwaltung automatisch zur Veröffentlichung von Daten und Informationen verpflichten. Zudem brauche es länderübergreifende, föderale Systeme und wirklich digitale Amtsstuben.
Kokreation liefert einen neuen Ansatz der Bürgerbeteiligung: Es ist ein Entwurfsprozess, bei dem die Beteiligten konkrete Lösungen zu gesellschaftlichen Fragestellungen erarbeiten. Vor allem für Kommunen kann das neue Türen öffnen und nachhaltige Zukunftsstrukturen formen, so Michael Pachmajer und Jascha Rohr, die mit Moritz Hüneberg das Konzept der kokreativen Kommune entwickelt haben.
Digitalisierung muss in den Alltag geholt werden, so Kathrin Schaper-Thoma vom Merseburger Innovations- und Technologiezentrum. Im Merseburger Open Government Labor setzt sie deshalb auf eine breite öffentliche Vermittlung digitaler Kompetenzen.
Die Digitalisierung und das Internet versprachen einmal den Aufbruch in eine demokratischere und gerechtere Zukunft. Diese Hoffnung muss noch nicht aufgegeben werden, schreiben Nora Titz von Code for Germany und Ben Burmeister von der Open Knowledge Foundation: Die Civic-Tech-Bewegung demonstriert, wie mit digitalen Mitteln selbstbestimmtes Handeln ermöglicht und gesellschaftlichen Problemen begegnet werden kann – ob Klimawandel oder politischer Polarisierung.
Für die Städte und Gemeinden ist Digitalisierung in vielerlei Hinsicht eine Chance, schreibt Nicole Razavi, Vorsitzende der Bauministerkonferenz der Länder. Digitalisierung kann Resilienz gegenüber Krisen erhöhen sowie Planungsprozesse schneller, transparenter und damit bürgernäher machen. Dies ist besonders wichtig, denn eine moderne, am Gemeinwohl orientierte Stadtentwicklung lebt von der Teilnahme und Kreativität der Bürgerinnen und Bürger.
In einer Circular Economy bleiben Ressourcen möglichst lange im Kreislauf, anstatt entsorgt zu werden. Um das zu erreichen, müssen lokal und international viele Akteure zusammenarbeiten, schreibt Alexa Böckel vom gemeinnützigen Unternehmen Project Together. Dazu gehören Verwaltung, Bürger:innen und Unternehmen.
Die To-Do-Liste des Staates in Sachen Verwaltungsdigitalisierung ist lang. Dabei ist Digitalisierung nicht etwa eine nette Idee, um modern zu wirken, schreibt Dennis Hillemann von Fieldfisher. Für den Staat ist die Digitalisierung alternativlos. Denn dem Rechtstaat droht langsam der Totalkollaps.
Die Frage nach der Umweltwirkung von Gebäuden rückt immer mehr in den Mittelpunkt. Planende sollten viel stärker auf die „urbane Mine“ zugreifen und Bauprodukte aus dem Bestand von Städten wiederverwenden, fordert die Forscherin Linda Hildebrand von der RWTH Aachen. Die Lösung laute zirkuläres Bauen.
Chatbots können die Kommunikation mit Bürger:innen beschleunigen und erleichtern – aber nur, wenn sie richtig eingesetzt und eingebettet werden. Tushaar Bhatt, Geschäftsführer des Start-ups Convaise, einem Anbieter von Chatbots, gibt drei Tipps für die Umsetzung in Kommunen.
Die Bundesregierung erarbeitet derzeit die „Zukunftsstrategie“, mit der sie die Forschungs- und Innovationspolitik neu ausrichten will. Das Papier soll die Hightech-Strategie aus der Ära Merkel ablösen. Uwe Cantner, der Vorsitzende der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), sieht im Klimawandel eine der zentralen Herausforderungen. Nicht nur die Bundesressorts müssten eine neue Art der Zusammenarbeit finden, auch Bürger:innen, Länder und Kommunen sollen beteiligt werden.
Hat die Smart City überhaupt etwas mit dem echten Alltag von Menschen in Städten zu tun? Das fragt sich Kathrin Karola Viergutz in ihrem Standpunkt. Denn oft liegt ein tiefer Graben zwischen dem, was sich Bürger:innen unter dem Begriff vorstellen und dem, was in der Realität möglich ist und umgesetzt wird. Die Beraterin und Forscherin zeichnet anhand des Durchschnittsbürgers einer US-amerikanischen TV-Serie eine menschenzentrierte digitale Kommune nach.
Die Digitalisierung der Verwaltung könnte in Deutschland deutlich schneller vorankommen. Die föderalen Entscheidungs- und Kommunikationsstrukturen zwischen Bund, Ländern und Kommunen treten dabei manchmal als Bremse auf. Wie kann die Zusammenarbeit der föderalen Ebenen weiterentwickelt werden? Hauke Traulsen von der Föderalen IT-Kooperation (Fitko) und weitere Autor:innen stellen Eckpunkte und Forderungen eines Papiers des Next-Netzwerks vor, das heute veröffentlicht wird.
Stadtwerke sind ein essenzieller Teil der Smart City und der digitalen Daseinsvorsorge. Sie kommen in Zukunft nicht mehr ohne Datenplattformen aus. Doch wie so oft in Deutschland koche aktuell jeder das berühmte „eigene Süppchen“, wenn es um die den Aufbau solcher Portale gehe, kritisiert Berater Jürgen Germies. Was es braucht, sei eine nationale Strategie und eine geeignete Open-Source-Lösung für die Fläche.