Nach dem Ausbruch des Ukraine-Krieges haben steigende Lebensmittelpreise die Inflation stark angeheizt. Jetzt empfiehlt die Ökonomin Isabella Weber Pufferspeicher mit Grundnahrungsmitteln wie Reis, Mais, Weizen und Pflanzenölen als Gegenmittel.
Ganz im Süden Deutschlands beginnt Ende Juni 1524 der Deutsche Bauernkrieg. Die Bauern protestieren gegen Frondienste und die Willkür der Fürsten. Dabei berufen sie sich auch auf die Reformation. Schnell eskaliert die Gewalt. Ein Rückblick auf andere Zeiten.
Beim ersten Deutschen Ernährungstags haben sich Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung, Verbänden und NGOs gestern über die Umsetzung der Ernährungsstrategie in der Gemeinschaftsverpflegung ausgetauscht. Doch der Elefant im Raum war das geplante Kinder-Lebensmittel-Werbegesetz.
Zur Umsetzung des Nature Restoration Law müssen demnächst nationale Renaturierungspläne geschrieben werden. Wie aber sollen die Fortschritte dann gemessen werden? Zwei wichtige Indikatoren dürften die vorkommenden Schmetterlinge und Vögel sein.
Wissenschaftler in Südkorea haben einen mit Muskelfleisch- und Fettzellen vom Rind angereicherten Reis im Labor entwickelt. Der „Fleisch-Reis“ soll besonders nahrhaft und gleichzeitig klimafreundlich sein. Aus Sicht der Forschenden könnte er zudem einen wichtigen Beitrag gegen Hungerkrisen leisten.
Schon wieder wurden zahlreiche Bakterien, auch resistente, auf Fleisch von Hühnchen gefunden. Umweltverbände und Tierärzte fordern eine Senkung des Einsatzes von Antibiotika. Das Bundesamt für Risikobewertung rät zum Erhitzen des Fleischs.
Schon die vorherige Bundesregierung hat ein Projekt für mehr Tiergesundheit angeschoben. Daten und Indikatoren liegen inzwischen vor. Doch an der Umsetzung hapert es. Jetzt prescht die Lebensmittelindustrie vor und zeigt, wie es gehen kann.
Der Agrarausschuss im Bundesrat stellt sich mit breiter Mehrheit gegen die Novellierung des Düngegesetz. Denn alle Länder, deren Landwirtschaftsministerien nicht Grün geführt werden, verweigern ihre Zustimmung. Dadurch gerät der Fahrplan für das Gesetz ins Wanken.
Um Greenwashing zu verhindern, sollen Umweltversprechen vorab geprüft werden. So sieht es die Green Claims Richtlinie vor. Der Ministerrat allerdings schlägt jetzt ein vereinfachtes Verfahren vor. Während Verbraucherschützer:innen das als Schlupfloch für Unternehmen kritisieren, geht das ganze Gesetz manchen noch immer zu weit.
Das Bundeswaldgesetz lässt noch auf sich warten, da legt der EU-Umweltministerrat vor: Das Bangen um das Naturwiederherstellungsgesetz ist vorbei. Doch was genau hält es für Wald und Forstwirtschaft bereit? Und wie reagieren Branche, Naturschutzverbände und das Thünen-Institut?
Gegen den Willen ihres konservativen Koalitionspartners hat sich die österreichische Grünen-Ministerin Leonore Gewessler am Montag durchgesetzt – und so eine Mehrheit für die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur gesichert. Die Freude bei den Befürworter:innen ist groß. Doch noch scheint der Krimi um das umstrittene Gesetz nicht ganz vorbei.
Wegen CO2-Minderungsprojekten in China steht das Umweltbundesamt unter Druck. Im Interview erklärt dessen Präsident Dirk Messner, wieso seine Behörde erst spät auf Betrugsvorwürfe reagiert hat und wie Greenwashing künftig verhindert werden kann.
Auf europäischen Äckern darf das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat weiter eingesetzt werden – doch in Deutschland gelten dafür engere Vorgaben. Diese hat der Bundesrat am Freitag dauerhaft besiegelt.
Vom Eigentum zur Rechtsperson: Die Bewegung für die Rechte der Natur gewinnt an Bedeutung. Verbunden mit dem neuen Ansatz ist ein Systemwechsel im Umgang mit der Umwelt. Prinzip ist, dass Ökosysteme Rechte haben können, die unabhängig von menschlichen Interessen sind.
Ein Vorstoß des Agrarausschusses im Bundesrat für eine Aufhebung des Glyphosatverbots in Wasserschutzgebieten wird heute abgestimmt. Er kommt sowohl dem Ministerium als auch den Herstellern ungelegen, passt aber in den Zeitgeist.
Kurz bevor Ungarn am 1. Juli den Vorsitz im EU-Rat antritt, spricht das Arbeitsprogramm bereits Bände: Nicht alle wichtigen Gesetzesvorhaben haben es auf die Liste geschafft. Ein Blick auf die Agenda von Orbáns Regierung in Brüssel.
Sie isst einen Salat, er packt sich Fleisch auf den Teller: Derlei geschlechtsspezifisches Essverhalten findet sich allerdings nicht überall. Eine neue Studie hat das für 23 Länder untersucht und kam zu dem Schluss: Je höher sowohl wirtschaftliche Entwicklung als auch die Gleichstellung, desto größer die Unterschiede beim Fleischkonsum.
Wo es beim gesunden Essen hingehen soll, ist klar. Doch viele Produkte sind immer noch zu fett-, salz- und zuckerhaltig. Was das BMEL beklagt, rechnet eine neue WHO-Studie nun in Menschenleben auf. Und fordert deutlich schärfere Vorgaben.
Pionierarbeit kann dazu beitragen, das Ernährungssystem nachhaltiger zu machen. Das haben auch Politik und Industrie erkannt. Allerdings stehen die Innovationen oft vor politischen, finanziellen und bürokratischen Hürden.
Die neue Regierung Neuseelands macht Ernst mit einem Wahlversprechen und wird Klimagase aus der Landwirtschaft nicht in den nationalen Emissionshandel einbeziehen. Der Plan hatte zu Protesten der Landwirte geführt. Für den Sektor, der die Hälfte der Treibhausgase des Landes verursacht, soll es nun technologische Lösungen geben.
Die Menschheit produziert immer mehr und immer schneller klimaschädliches Lachgas – vor allem in der Landwirtschaft. Dabei fällt der Beitrag einzelner Länder und Regionen unterschiedlich aus, in Europa gingen die Emissionen sogar zurück. Dennoch mahnen Forschende, das Treibhausgas beim Kampf gegen die Klimakrise stärker in den Fokus zu rücken.
In den Tagen nach der Europawahl werden in Brüssel Erfolge gefeiert, Wunden geleckt, Posten und Aufgaben verteilt. Sachpolitik kommt erst später auf die Agenda, aber schon scheint klar: Die GAP dürfte sich stark verändern. Ein erster Blick, in welche Richtung es gehen könnte und wie es ansonsten für den Green Deal aussieht.
Das Europäische Parlament ist nach der Wahl wie erwartet etwas nach rechts gerückt. Es wird sich zeigen, welche Mehrheiten sich für die unerledigten Dossiers im Agrar- und Ernährungsbereich aus der vergangenen Legislatur finden. Pragmatische Lösungen suchten kurz vor der Wahl Jugendliche bei einem Forum des BMEL.
Noch sehen die Umweltminister eine Chance, die Umkreisregelung zu retten: Nachdem ein Gericht die grundlegende Rechtmäßigkeit festgestellt hat, soll der Praxisleitfaden durch genauere Hinweise für ausführenden Behörden ergänzt werden. Die Tür für Abschüsse mehrerer Wölfe in betroffenen Gebieten steht nun aber offen.
Das Hochwasser hat Bayern und Baden-Württemberg stark getroffen. Auch die Landwirtschaft. Äcker stehen unter Wasser, Wiesen ähneln Seen. Was bleibt, wenn das Wasser abläuft? Böden leiden unter dem, was an- und weggeschwemmt wird, die Ernte landet teilweise auf dem Müll.
Auf der einen Seite die abwägende, wenn auch kritische, Position des Umweltministeriums, auf der anderen ein klares Nein des Justizministers: Bei den Plänen der EU, Werbeversprechen zu Umwelt und Klima vorab prüfen zu müssen, dürften Deutschland im Ministerrat erneut die Hände gebunden sein. Woran liegt der Disput?
Ob Label, Laborfleisch oder Lebensmittelpreise: Regulierung im Bereich Ernährung findet zu großen Teilen auf EU-Ebene statt. Für die kommende Legislatur machen die deutschen Parteien zum Teil ganz unterschiedliche Versprechen, wie sie die Zukunft des Ernährungssystems gestalten wollen. Welche Gesetze mit auf dem Wahlzettel stehen.
Klimaanpassung war zuletzt ein Zankapfel zwischen Bund und Ländern. Denn es herrscht Uneinigkeit, wer für die Umsetzung zahlen soll. Angesichts der Flutkatastrophe rückt die Finanzierungsfrage zurück auf die politische Agenda – auch, was das Programm Natürlicher Klimaschutz angeht.
Um CO2 aus der Atmosphäre zu entnehmen, setzt die Politik bislang vor allem auf (Wieder-)Aufforstung. Expert:innen mahnen zur Diversifizierung der Methoden, doch auch innovative Technikansätze sind mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden.
Das vierte Hochwasser in Folge ruft die Befürworter:innen von Ernteversicherungen auf den Plan. Die sind teuer. Zuschüsse könnten mehr Landwirt:innen zum Abschluss solcher Policen bewegen. Doch der Bund sieht sich nicht in der Verantwortung. Die Länder sollen tätig werden. EU-weit sieht das anders aus.
Zur Konferenz „Politik gegen Hunger“ hat das BMEL nach Berlin geladen. Es ist auch ein Jubiläum: 20 Jahre schon gibt es die Freiwilligen Leitlinien der FAO für das Recht auf angemessene Nahrung. Doch nicht nur international zeichnen Hunger und Ernährungskrisen ein düsteres Bild. Auch hierzulande ist Ernährungsarmut ein Problem.
Bei einer Großdemonstration in Brüssel wollen Teile von Europas Bauern ein letztes Ausrufezeichen vor der Europawahl setzen. Während sich der Deutsche Bauernverband im Voraus von dem Protest distanzierte, hoffen die Veranstalter auf Tausende Teilnehmer. Der Aufruf geht von Gruppierungen aus, deren Galionsfiguren sich bewusst am rechten Rand inszenieren.
Die Landwirtschaft erfüllt ihre Klimaziele laut einem Bericht des Expertenrats für Klimafragen aktuell. Anders die Landnutzung und Forstwirtschaft: Der Sektor ist schon heute eine Quelle von Emissionen – vor allem wegen trockengelegter Moore. Künftig wird er seine Ziele weiter verfehlen, befürchten Fachleute.
Landwirtschaftliche Betriebe hierzulande setzen immer mehr auf digitale Tools. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz stagniert allerdings. Woran das liegt und wie digital die deutsche Landwirtschaft trotzdem ist, zeigt eine Studie des Branchenverbandes Bitkom.
Für die einen bedeutet sie mehr Bürokratie. Für die anderen ist sie ein wichtiger Schritt zu mehr Schutz für Saisonarbeitskräfte. Bis Jahresbeginn 2025 muss Deutschland EU-Vorgaben zur sozialen Konditionalität umsetzen. Heute gibt es eine Anhörung im Bundestag.
Jahrzehntelang hatte Milch in Deutschland einen guten Ruf. Im Vergleich zu den 1990er-Jahren ist der Verbrauch von Kuhmilch aber deutlich gesunken. Forschende sehen in dieser Entwicklung einen Trend.
Das Landesparlament in Sachsen wird das Agrarstrukturgesetz vor Ablauf der Legislaturperioden nicht mehr verabschieden können. Ursachen sind sowohl Widerstände von CDU und Verbänden als auch rechtliche Bedenken. Auch in Brandenburg und Thüringen sind entsprechende Vorhaben gescheitert.
CO2 durch natürliche oder technische Mittel aus der Atmosphäre zu entfernen, wird notwendig sein, um die Klimaziele der EU zu erreichen. Erstmals könnten hierfür Unterziele für das Jahr 2040 gesetzt werden. Dabei gerät auch die Landwirtschaft in den Blick.
Die Ukraine ist einen großen Schritt näher an einen möglichen EU-Beitritt gerückt: Laut der Bundesregierung erfüllt das Land nun alle Voraussetzungen für Verhandlungen. Die Erweiterung könnte eine Generalüberholung der Gemeinsamen Agrarpolitik bedeuten, die einige schon lange fordern.
Wie 100 wichtige, lokale Lebensmittel dem afrikanischen Kontinent nützen, hat die FAO zusammengetragen. Manche der Pflanzen sind von Importen verdrängt worden, andere werden weiterhin rege genutzt – etwa Maniok oder Buschmango. Für alle gab es bisher jedoch zu wenig Aufmerksamkeit von Politik und Forschung. Das soll sich ändern.
Bislang hat die Wachhund-Organisation Influence Map vor allem die Öl- und Gas-Industrie in die Zange genommen. Nun ist der Nutztiersektor dran: In einer neuen Analyse zeichnet der Thinktank nach, wie stark einige der größten Player der Milch- und Fleischbranche sich gegen EU-Klimapolitik engagieren, die ihr Geschäft im Fokus hat.
Ob Knoblauchbrot oder pures Weißbrot: Der CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln variiert – auch innerhalb von Produktkategorien. Australische Wissenschaftler:innen haben in einer groß angelegten Studie verarbeitete Lebensmittel untersucht. Das Wissen darüber könnte hohe Summen Treibhausgase einsparen.
Eine neue Studie zeigt die Bedeutung des traditionellen, kleinstrukturierten Reisanbaus in China. Doch die landwirtschaftliche Produktion in dem asiatischen Land entwickelt sich genau in die andere Richtung: größer, effizienter, unabhängiger. Modernisierung und Naturschutz müssen miteinander in Einklang gebracht werden, sagen die Studienergebnisse.
Bereits im Vorfeld des Treffens mit seinen europäischen Amtskolleg:innen hatte sich Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir in Stellung gebracht: Er fordert mehr Herkunftsangaben bei Lebensmitteln. Unterstützt wird er dabei etwa von Österreich. Das Land hatte selbst ein heißes Thema dabei: den Schutzstatus von Wölfen.
Tierschutz ist ein Verfassungsgut – passend also, dass der Entwurf für dessen Stärkung ungeplant, aber pünktlich, zum großen Grundgesetz-Jubiläum gekommen ist. Der erste Versuch war noch gescheitert. Doch sowohl von der Agrarlobby als auch den Tierschutzverbänden hagelt es Kritik.
Wertvolle Rohstoffe aus menschlichen Ausscheidungen werden zurzeit noch vergeudet. Damit sich das ändert, müssten die rechtlichen Rahmenbedingungen geändert werden. Die Technologie dafür aber steht: Ein Besuch bei Deutschlands erstem skalierbaren Projekt zur Aufwertung von menschlichen Exkrementen zu Recyclingdünger.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert Digitalisierung im ländlichen Raum. Elf Forschungsvorhaben sind abgeschlossen, Projekte für digitale Daseinsvorsorge laufen noch. Staatssekretärin Claudia Müller möchte die Ergebnisse in einem digitalen Marktplatz zusammenbringen. Der braucht aber noch ein Betriebsmodell.
Im Frühjahr sei der Griff zum Apfel aus Chile oder Neuseeland besser für die Klimabilanz, als eine heimische Frucht zu essen. Diese Annahme geistert nicht nur durch die Medien, sondern auch durch manche Studie. Doch neuere wissenschaftliche Untersuchungen haben das inzwischen widerlegt – etwa am Beispiel des Bodensee-Apfels.
Die erste Antwort der Politik auf die Bauernproteste im Winter waren Erleichterungen bei den GLÖZ-Standards in der Gemeinsamen Agrarpolitik (EU) und die Beibehaltung des grünen Nummernschilds (Deutschland). Parallel hat das Ministerium für Landwirtschaft an einem Paket zum Bürokratieabbau gearbeitet. Hier ist es.
Zwei schwere Brocken hatten die Agrarminister von Bund und Ländern bei einer Sonderkonferenz am Mittwoch auf dem Tisch: Die nationale Umsetzung der jüngsten GAP-Änderungen und den Bürokratieabbau. Die Reaktion auf Frostschäden im Obstbau drängte zusätzlich auf die Tagesordnung.
Die Novelle des Tierschutzgesetzes ist am Mittwoch von der Tagesordnung des Bundeskabinetts geflogen. Fachliche Differenzen scheinen dabei nicht ausschlaggebend gewesen zu sein. Ursächlich waren wohl eher die bevorstehenden Europawahlen.
Um den Betrug mit CO2-Vermeidungsprojekten zu unterbinden, hat das Bundeskabinett am Mittwoch eine Rechtsänderung verabschiedet. Die Anrechnung von Upstream-Emissionsminderung ist damit letztmalig 2024 möglich. Aus Sicht der Bioenergiebranche ist das viel zu zaghaft.
Die Agrarminister von Bund und Ländern müssen heute bei ihrer Sonderkonferenz schwere Entscheidungen treffen. Es geht darum, wie die jüngst gelockerten Standards bei den Ökoregelungen in Deutschland umgesetzt werden.
Das BMEL hat die Gewinne und Einkommen in der Landwirtschaft präsentiert – vom Ausnahme-Wirtschaftsjahr 2022/23. Dabei hat sich die wirtschaftliche Situation wieder normalisiert, was längst abzusehen war. Agrarverbände warnen deshalb davor, falsche Schlüsse aus den Zahlen zu ziehen.
Die meisten EE-Anlagen stehen in ländlichen Regionen. Das kann sich als Wettbewerbsvorteil erweisen, weil ausreichend Ökostrom immer wichtiger für die Industrie wird. Doch auch Freiflächen für Industrieansiedlungen und verfügbare Fachkräfte sind entscheidend für die ländliche Entwicklung, wie das Regionalranking des Instituts der Deutschen Wirtschaft zeigt.
Fast die Hälfte der weltweiten Landflächen sind Graslandschaften. Sie dienen Wildtieren als Lebensraum und Vieh als Weidegebiete. Doch ihre Bodenqualität schwindet, warnt ein UN-Bericht.
Die Bundesregierung muss absehbar mehr tun, um die Klimaziele im Landnutzungssektor zu erreichen. Daran ändert auch das neue Klimaschutzgesetz nichts. Es sieht vor, dass Emissionen zwischen den Sektoren wie Landnutzung und Verkehr verrechnet werden können. Dem hat der Bundesrat am Freitag widersprochen.
Die Koalitionsfraktionen haben sich auf ein Düngegesetz geeinigt. Weil das Gesetz bereits im Bundestag behandelt wurde, haben SPD, Grüne und FDP einen Entschließungsantrag verfasst. Ziel ist es, das Verursacherprinzip durchzusetzen. Einige Ausnahmen sind vorgesehen. Doch Agrarverbände sehen in der Einigung vor allem eine neue Bürokratiemühle.
An die nächste EU-Kommission werden schon jetzt völlig gegensätzliche Forderungen für den weiteren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln gestellt. Zwei nach Brüssel geschickte Briefe deuten die nächste Runde des andauernden Streits an. In einem Punkt sind sich aber alle Beteiligten einig: Die Zulassungsverfahren dauern zu lange.
Die EU-Kommission hat eine Novellierung der Tiertransportverordnung angestoßen. Transporte auf der Straße oder auf dem Schiff sollen in Zukunft mit weniger Stress für die Tiere verbunden sein. Der Bundesrat hat aber noch Nachbesserungsbedarf. Eine lange Stellungnahme ging der Bundesregierung zu. Einige Punkte könnten die Länder wohl erfolgreich durchbringen.
Künftig sollen die Biogasanlagen flexibel einspringen, wenn Wind und Sonne kaum Energie bereitstellen. Dafür müsse die Förderung angepasst werden, forderte die Branche in einer Anhörung im Energieausschuss des Bundestags. Eine weitere Alternative für Biogasanlagen, die Umstellung auf Biomethan, stellt die Gasnetzbetreiber vor Schwierigkeiten.
Steigende Temperaturen und weniger verfügbares Wasser bedrohen Insekten und andere bestäubende Tierarten am stärksten. Weitere Faktoren wie der Einsatz von Pestiziden oder der Verlust von Lebensräumen wiegen ebenfalls schwer, sind aber einfacher zu verändern. Das ist das Ergebnis einer neuen Übersicht der relevanten wissenschaftlichen Literatur.
Zwar bemühte sich die EU-Kommission, bei der Anpassung der Nitratrichtlinie Stakeholder einzubeziehen – und doch herrscht beim entscheidenden Punkt noch Ungewissheit. Wasser- und Umweltverbände befürchten, dass auf den Flächen wieder deutlich mehr Dünger ausgebracht werden könnte. Eine weitere Reaktion der Kommission auf die Bauernproteste?
Die Bundesnetzagentur will im Herbst die neuen Abschreibungsmethoden für Gasnetzbetreiber fertigstellen, die dann ihre Leitungen schneller refinanzieren dürften. Auch die Anreizregulierung zielt mitunter auf die Erdgasnetze ab. Eine Studie zeigt bereits die wirtschaftlichen Potenziale möglicher Regulierungsszenarien auf.
In drei Jahren muss Deutschland seine EEG-Förderung auf Contracts for Difference umgestellt haben, verlangt die EU. Die Ampel-Koalition hat eine zügige Umsetzung versprochen. Worauf es dabei für die Erneuerbaren ankommt, zeigt eine Studie im Auftrag von Green Planet Energy.
Noch einmal lehnen sich diejenigen Mitgliedstaaten auf, die das EU-Gesetz zur Wiederherstellung der Natur unbedingt noch verabschieden wollen. In einem Brief appellieren Umweltministerin Steffi Lemke und weitere Amtskolleg:innen an die blockierenden Länder, am 17. Juni im Rat doch noch dafür zu stimmen.