Nach der Lösung der Haushaltsblockade fließen jetzt endlich auch die Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds. 90 Millionen Euro kann das BMEL in diesem Jahr noch für den Wald ausschütten. Die Zuwendungsbedingungen aber stoßen auf Kritik.
Unterdurchschnittlich war die bisherige Ernte für die Landwirte in Deutschland, lautete am Donnerstag das Fazit des Deutschen Bauernverbands. Angesichts von Pilzkrankheiten durch feuchte Witterung forderte der Verband eine Neuausrichtung der Pflanzenschutzpolitik. Bioverbände dagegen plädieren für Anpassungsstrategien an die Klimaveränderungen.
Auch aus der Forstbranche ist inzwischen ein deutliches Echo auf den jüngsten Reformansatz zum Bundeswaldgesetz zu vernehmen. Und das klingt alles andere als positiv. Bei den Beschwerden der Praktikerseite scheinen sich jedoch nicht alle Schmerzpunkte so richtig erschließen zu wollen.
Limo-Steuer, Werbeschranken und eine Altersgrenze für Energydrinks: Darauf pocht die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch abermals und stützt sich auf eine neue Marktstudie. Nur so könnten Übergewicht, Diabetes oder gar Herzerkrankungen in jungen Jahren effizient verhindert werden. Die Lebensmittelindustrie macht jedoch erneut Front dagegen.
Drei Entwürfe hatte BMEL-Chef Özdemir bis vor kurzem noch zur Auswahl auf dem Schreibtisch liegen. Die Version, für die er sich nun entschieden hat, kann bei Waldschützern allerdings gar nicht punkten. Die Verbände sprechen von einer Nullrunde für zukunftsfähiges Waldmanagement.
Biomasse soll künftig anders gefördert werden. Die dafür nötige Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes soll zeitnah kommen, heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Leitlinie ist die Etablierung eines Kapazitätsmarkts, der Versorgungssicherheit in einem System mit Stromerzeugung aus Sonne und Wind bietet.
Rund acht Monate nach dem letzten Leak meldet sich das BMEL jetzt offiziell zum Stand der geplanten Reform: Am Montag ist demnach ein neuer Referentenentwurf für das Bundeswaldgesetz in die Ressortabstimmung gegangen. Im Vergleich zu vorigen Ansätzen hat sich darin einiges getan.
Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz auf Fleisch könnte bis zum Jahr 2030 einen zusätzlichen Ausstoß von 17 Millionen Tonnen Klimagasen bewirken. Fast die gleiche Menge kann bis dahin mit der Wiedervernässung von Mooren eingespart werden. Diese Zahlen enthält ein am Montag veröffentlichter Bericht zur Wirkung von Subventionen in Deutschland.
Nach zähen Verhandlungen haben die Ampel-Spitzen ihren neuen Haushaltskompromiss vorgestellt. Für das Agrarressort ändert sich nichts, doch die Einigung dürfte den Weg für weitere Waldmittel freimachen. Wegen des Koalitionsstreits hatte das Bundesfinanzministerium entsprechende KTF-Mittel auch für dieses Jahr beschränkt. Ein Überblick zum aktuellen Stand.
Eine Studie der Uni Bonn zeigt, dass Kindern und Jugendliche in Deutschland weiterhin zu viel freien Zucker zu sich nehmen. Trotz Verbesserungen gibt es weiteren Handlungsbedarf. Der tatsächliche Zuckerverzehr junger Menschen dürfte laut den Forschern sogar noch höher liegen, als die Daten der Langzeitbeobachtung andeuten.
Bereits seit mehr als zwei Jahren warten die EU-Vorschriften zur Bekämpfung von Tierseuchen auf eine Umsetzung in Deutschland. Um nun zeitnah eine rechtliche Lösung zu schaffen, soll eine neue Regelung eingeführt werden, das Tiergesundheitsrechtliche Bußgeldgesetz. Dieses enthält neue Vorschriften für Transporteure und Unternehmen.
In Süddeutschland warten die Apfelbaubetriebe auf den letzten Schritt für die Notfallzulassung des Pflanzenschutzmittels Folpan. Der Schorfbefall der Äpfel ist dieses Jahr besonders stark. Nur ein Schönheitsfehler, sagt der BUND – und fordert ein Verbot. Die Obstbauern aber stehen unter zeitlichem und wirtschaftlichem Druck. Nun liegt der Ball beim BVL.
60 Jahre lang hat die EU Daten der landwirtschaftlichen Betriebe stichprobenartig im Informationsnetz landwirtschaftlicher Buchführungen gesammelt. Jetzt soll ein neues System an seine Stelle treten, das vor allem mehr Umweltdaten erhebt. Eine Konsultation fragt nach Meinungen zur Durchführungsverordnung.
Der Agrarhändler Baywa ist weltweit im Geschäft – und hat sich überhoben. Dabei ist das Unternehmen für Bauern und Lebensmittelversorgung in mehreren Ländern wichtig. Nun kommt erste Hilfe.
Im Herbst wird die EU-Kommission neu zusammengesetzt. Manche Namen stehen bereits fest, über andere wird in Brüssel heftig spekuliert. So ist der aktuelle Klimakommissar Hoekstra als Agrarkommissar im Gespräch. Wichtig für alle, die mit nachwachsenden Rohstoffen für den Bau zu tun haben: Es soll den neuen Posten eine/r Wohnungsbaukommissar/in geben.
Ob Fermentationsverfahren oder kultivierte Herstellung: Europa droht auf dem globalen Markt für neuartige Lebensmittel abgehängt zu werden, meint Simone Poppe. Die Expertin berät Unternehmen im New Food Bereich und weiß, welche Hürden sie zu stemmen haben. Im Interview verrät sie, wo der Novel Food Trend hingeht – und wie die Politik unterstützen könnte.
Auf der Mittelmeerinsel herrscht seit Monaten eine Hitze wie in der Sahara. Grund ist der Klimawandel – die Landwirtschaft ächzt unter der extremen Trockenheit. Die Bewohner beklagen sich aber auch über kaputte Wasserleitungen und Misswirtschaft.
Auf dem Weg zu seiner herausragenden Bedeutung im Ökolandbau hat der kleinste baltische Staat gleich mehrere Entwicklungsetappen ausgelassen. Ohne große staatliche Unterstützung machten sich Estlands Biopioniere in den 90er Jahren ans Werk. Heute wird fast ein Viertel der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet.
Die Gruppe „Die Linke“ hat eine kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt: Sie will wissen, wie das Förderprogramm zum Umbau der Tierhaltung von der Praxis angenommen wird. Die Bundesregierung ist zufrieden, die Fragestellerin dagegen hat einiges zu bemängeln.
Die Türkei will eine EU-Regelung, welches Fleisch benutzt werden darf. Die Hersteller aus Deutschland wehren sich dagegen. In Deutschland wären jährliche Umsätze im Wert von 2,4 Milliarden Euro betroffen.
Ein kostenloses Mittagessen für alle Kinder bundesweit hatte der Bürgerrat Ernährung gefordert. Ein neues Gutachten hat nun die Finanzierbarkeit des Vorschlags aus dem Bundeshaushalt untersucht und zeigt drei konkrete Optionen auf. Doch obwohl die Maßnahmen rechtlich Bestand hätten, ist eine politische Umsetzung eher unwahrscheinlich.
Die Bundesregierung soll einen Maßnahmenplan vorlegen, um die wahrscheinliche Verfehlung ihrer Klimaziele im Bereich Landnutzung bis 2030 zu korrigieren. Darauf klagt jetzt die DUH. Die Hoffnungen liegen auf natürlichem Klimaschutz.
In einem gemeinsamen Brief an die EU fordern die Landesregierungen in Stuttgart und München, dass sogenannte Ewigkeitschemikalien unter bestimmten Umständen weiter eingesetzt werden dürfen. Das wäre auch im Sinne der Verpackungsindustrie.
Ein Biohof in Brandenburg zeigt, wie Grünlandbewirtschaftung und Naturschutz zusammen funktionieren können. Die dortigen Flächen gehören zu den artenreichsten Ostdeutschlands. Einen entscheidenden Anteil daran haben die freiwilligen Umweltmaßnahmen für die Flächen. Das bestätigt auch der Landesbauernverband. Dennoch besteht Verbesserungspotenzial.
Bäuerinnen und Bauern in der Alpenrepublik gehen Jahre vor den deutschen Kollegen in den Ruhestand und tun dies finanziell gut abgesichert. Ein Blick darauf, wie Deutschlands nächster Nachbar das ermöglicht.
Passgenauer auf die Betriebe zuschneiden will das BMEL die Öko-Regelungen innerhalb der EU-Agrarpolitik. Am Montag stellte das Ministerium die Quintessenz eines Antrags an die EU-Kommission vor. Die Lockerungen bei der GAP vom Frühjahr werden darin mit neuen Vorgaben zugunsten des Naturschutzes flankiert.
Das wechselhafte Wetter 2024 ist für viele Winzer eine Herausforderung. Besonders trifft es die Öko-Betriebe. In Großbritannien dagegen blüht der Weinanbau auf.
Wie sich die zentralen Versorgungssysteme unserer Gesellschaft klimafreundlich umbauen lassen, hat ein Team des Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit in Potsdam untersucht. Entscheidend sei, das Leitbild „Wachstum“ durch das Leitbild „Wohlergehen“ zu ersetzen – auch im Ernährungssektor.
Grünland ist in Deutschland und Europa ein stark gefährdeter Lebensraum. Trotz eines Umbruchverbots stehen Wiesen und Weiden hierzulande weiter unter Druck – auch in Schutzgebieten. Das wurde jetzt zum Fall für den Europäischen Gerichtshof.
Seit nunmehr einem Monat hält der Stillstand bei der Novellierung des Düngegesetzes an. Noch immer prüft das BMEL die Anrufung des Vermittlungsausschusses – ein Schritt, der zunächst sicher schien. Klar ist die Forderung der Bundesländer. Alles andere als klar ist, ob der Bund darauf eingeht und wie eine Einigung erzielt werden könnte.
Für deutsche Schweinemäster endet heute die Meldefrist, um die Haltungsform auf ihren Höfen anzugeben. Einige Länder haben erst kurz vor knapp entschieden, welche Behörden zuständig sind. Theresa Crysmann berichtet, welcher Flächenstaat sich auch jetzt ziert, welche Schritte folgen und wo man die Frist zumindest nicht ganz so streng nachhält.
Wie und ob die EU-Agrarpolitik zur Verbesserung des Wohls von Nutztieren wirkt, lässt sich bislang nur erahnen. Das soll sich ändern. Die EU-Plattform „Animal Welfare“ hat dafür eine neue Unterarbeitsgruppe bekommen. Ihr Auftrag: Indikatoren für die Tierwohlpolitik erarbeiten, auf denen künftig ein Monitoring aufbauen soll.
Ein regionales Gesetz hatte es erlaubt, den Wolf in einer bestimmten Region Spaniens zu jagen. Das höchste europäische Gericht hat dazu nun eine deutliche Entscheidung gefällt.
Wie findet man heraus, welche Moorvernässung besonders viel Emissionen spart und am wenigsten Nutzungskonflikte birgt? Diese Fragen beantwortet die Studie „Moore in Niedersachsen“. Sie enthält auch Vorschläge, wie man die wiedervernässten Flächen weiter nutzen könnte.
Auf zwölf Seiten hatte die ungarische Präsidentschaft grundlegende Fragen und Bedenken zur Regulierung Neuer genomischer Techniken skizziert. Im einschlägigen Vorbereitungsgremium des Rates kam das bei den meisten Mitgliedsdelegationen alles andere als gut an. Sie sprachen von einem „Rückschritt“, die deutsche Delegation behielt sich aber ein Nachhaken vor.
Viel Regen, teils Überschwemmungen, kaum Sonne: Die Kartoffelbauern sind derzeit alles andere als euphorisch, Fäulniserkrankungen nehmen zu. Der Krankheitsdruck durch Kraut- und Knollenfäule gilt als höchster seit bis zu 15 Jahren. Für solche Ernstfälle brauche es die ganze Bandbreite der Pflanzenschutzmittel, so Praktiker.
Selten gilt der Lebens- und Arbeitsrealität von Frauen in der Landwirtschaft viel Aufmerksamkeit, dabei ist ihre Arbeitskraft für die meisten Betriebe unentbehrlich. Wie viel für weibliche Familienmitglieder und Angestellte auf den Höfen noch im Argen liegt, beleuchten die Ergebnisse eines dreijährigen Projekts und geben Impulse für mehr Gleichberechtigung.
Schon vor ihrer Wahl stand sie für ihre Fraktionszugehörigkeit in der Kritik. Doch Veronika Vrecionová ist nun an der Spitze des AGRI angekommen und somit ranghöchste Agrarpolitikerin im EU-Parlament. Ein detaillierter Blick auf ihre Positionen zur GAP und zum Green Deal, ihr bisheriges Abstimmungsverhalten, ihre Überzeugungen und ihren Werdegang.
Auf einigen Äckern in Deutschland wächst bereits Cannabis – aber nicht als Rauschmittel, sondern als Nutzhanf. Damit das als Geschäftsfeld für Bauern interessanter wird, sollen nun Hürden wegfallen: Das Bundesagrarministerium plant, den Anbau von Nutzhanf zu liberalisieren. Doch Landwirtinnen und Landwirten gehen die Lockerungen noch nicht weit genug.
Wirtschaftsverbände beklagen schon länger zu viel Bürokratie beim deutschen Lieferkettengesetz. Da passt es kaum, dass auch noch eine EU-Richtlinie für Berichte zur Nachhaltigkeit umgesetzt werden muss. Doch die Regierung verspricht mit ihrem nun vom Kabinett beschlossenen Entwurf zum CSRD-Umsetzungsgesetz weniger Pflichten.
Im Kampf gegen den weltweiten Hunger gibt es das dritte Jahr in Folge keinen Fortschritt. In ihrem aktuellen Welternährungsbericht setzt die FAO auf Investitionen aus der Privatwirtschaft. Entwicklungshilfe der Regierungen sei dagegen nur zweitrangig. Doch dieser Ansatz der UN-Organisation steht in der Kritik.
Wer sich im EU-Agrarausschuss einen ruhigen Auftakt erhofft hatte, wurde enttäuscht. Am Dienstagvormittag gerieten die EVP und die S&D wegen einer Personalie aneinander, am Nachmittag erhitzte ein Zahlencheck der Kommission zum Agrarbudget 2025 die Gemüter. Insbesondere beim zuständigen Berichterstatter.
Bei zwei internationalen Konferenzen im Herbst müssen die politisch Verantwortlichen gemeinsame Lösungen für den Klimawandel und den Verlust der Artenvielfalt finden, fordern Fachleute. Der Landsektor spielt dabei eine entscheidende Rolle – könnte aber selbst schon vom Klimawandel geschwächt sein.
Sie sind klein gestartet und gelten inzwischen als Leuchtturm in Sachen gesunde und nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung: die Kantine Zukunft. Dinah Hoffmann und Philipp Stierand aus der Projektleitung des Berliner Trainingsprogramms für öffentliche Kantinen erklären, wie es Küchen gelingt, auf Bio umzustellen, ohne das Budget zu sprengen.
In Brüssel steht bislang nur fest, wie sich die Ausschüsse des Parlaments zusammensetzen und wer an der Spitze der EU-Kommission steht. Welche Abgeordnete künftig dem Agrar-, Umwelt- und Fischereiausschuss vorsitzen, entscheidet sich morgen – und ist teils kontrovers. Ursula von der Leyen sammelt derweil die letzten Wunschzettel für Kabinettspositionen ein.
Das Bundesverkehrsministerium weist den Verdacht zurück, Lobby-Termine bei Minister Volker Wissing und Staatssekretär Oliver Luksic seien käuflich. Diesen Eindruck hatte die Kampagne „HVO100 goes Germany“ erweckt. Wissing und Luksic wollen von solchen Angeboten nichts gewusst haben. Die Schirmherrschaft für die Kampagne hat Luksic ausgesetzt.
Kurz vor ihrer Wiederwahl war Ursula von der Leyen mit ihrem Fünfjahresplan ein letztes Mal auf Stimmenfang gegangen. Ihre Versprechen für die Landwirtschaft sind dabei so generisch wie erwartbar. Bauern- und Umweltverbände haben daher entsprechend wenig zu kritisieren, wissen aber genau, woran sie die Präsidentin messen wollen.
Der Kabinettsbeschluss zum Bundeshaushalt 2025 konnte Agrar- und Umweltorganisationen nicht beruhigen: Zu groß sind die Befürchtungen, dass es noch zu Mittelkürzungen in den wichtigen Fördertöpfen KTF und ANK kommt. Aus den Ministerien ist vorsichtige Zuversicht über die Fortführung der Programme zu vernehmen. Für konkrete Zahlen braucht es aber noch Geduld.
In langen Verhandlung hat die dänische Regierung zusammen mit Agrarverbänden, Gewerkschaften und Umweltorganisationen einen Plan zur CO2-Reduktion in der Landwirtschaft erarbeitet. Im Fokus: die Tierhaltung. Dänemark könnte so das erste Land werden, das Verdauungsgase von Rindern besteuert. Und auch die Stickstoffbelastung soll sinken.
Auch wenn ihr der Gesetzentwurf nicht weit genug geht – für die Bundestierschutzbeauftragte Ariane Kari ist die Novelle des Tierschutzgesetzes dringend geboten. Am Dienstag gab sie eine Einschätzung dazu ab, welche ihrer Änderungswünsche es noch ins Gesetz schaffen könnten. Bei ihren Vorschlägen für den Nutztierbereich wägt sie detailliert ab.
Mit der Wahl des Parlamentspräsidiums haben die neuen EU-Abgeordneten ihre erste Aufgabe erledigt. Sachpolitisch bedeutend wird es ab heute, wenn die Größe der Fachausschüsse festgelegt und ihre Besetzung am Freitag offiziell wird. Einblicke bei AGRI und ENVI gibt es schon. Ebenso wie Forderungen der Agrarbranche an von der Leyens morgige Bewerbungsrede.
Mehr Anerkennung für Landwirte, faire Preise und mehr Nachhaltigkeit im Supermarkt: Das Unternehmensnetzwerk Ethik Society meint zu wissen, wie das geht. Auf Basis eines Acht-Punkte-Papiers soll es der deutschen Billigmentalität an den Kragen gehen – Gespräche mit Politik und Verbänden eingeschlossen.
Bei der Vorstellung des ungarischen Präsidentschaftsprogramms beim gestrigen Agrarrat lag der Schwerpunkt auf einer bauernfreundlichen EU-Agrarpolitik: Anreize statt Auflagen und faire statt unlautere Handelspraktiken. Doch die Zusammenarbeit bei künftigen Ministertreffen steht wegen der Eklat-Reisen von Regierungschefs Viktor Orban unter dunklen Vorzeichen.
Am Mittwoch will das Bundeskabinett den Haushaltsentwurf für 2025 beschließen. Doch darin klafft noch immer eine Lücke von 17 Milliarden Euro. Offen ist auch noch der Wirtschaftsplan für den Klima- und Transformationsfonds (KFT). Allerdings deutet der Etatentwurf auf grundlegende Änderungen beim KTF in den nächsten Jahren hin.
Subventionen können technologischen Fortschritt und Märkte stärken, doch gleichzeitig auch zu ineffizienten Subventionswettläufen und Wettbewerbsverzerrungen führen. Die OECD hat vor diesem Hintergrund Fachleute über die Rolle von Agrar-Subventionen diskutieren lassen: Können diese als Vorbild für den industriellen Sektor dienen?
Beim ersten Treffen der EU-Agrarminister unter ungarischer Leitung kommen noch keine der ganz großen Themen aufs Tableau. Die neue Ratspräsidentschaft will aber ihren Fahrplan skizzieren. Die Spanier werden mit Wünschen zur EU-Absatzförderung konkret, während Österreich sich mit sechs weiteren Staaten im Rücken provisorisch gegen neue Auflagen stellt.
Der Knoten ist geplatzt, doch die nächsten Schritte der ZKL sehen anders aus als bislang erwartet. Ein Treffen zwischen Bauernverband und Umweltverbänden hat für Klärung gesorgt – und eine Neuausrichtung der Arbeit eingeleitet. Die von den Ampelfraktionen beauftragten Vorschläge kommen in jedem Fall wohl erst im Oktober.
Noch immer werden überzählige Jungrinder aus Niedersachsen oft auf lange Reise nach Nordafrika oder in den Nahen Osten geschickt. Die umstrittenen Lebendtiertransporte zu verbieten, ist der grünen Agrarministerin Miriam Staudte bisher nicht gelungen. Im Background erklärt sie, woran das liegt und weshalb sie dennoch Chancen für ihr Vorhaben sieht.
Der belgischen Ratspräsidentschaft war es nicht gelungen, die Mitgliedsstaaten zu einer Einigung in Sachen neue Gentechnik zu bewegen. Nun sind die Ungarn am Drücker und scheinen das Dossier unter den Mitgliedsstaaten noch einmal komplett aufdröseln zu wollen.
Was die Fraktionen von der nächsten EU-Kommission erwarten und sich selbst auf die To-Do-Listen geschrieben haben, wird in diesen Tagen schärfer: Nach der konservativen EVP haben nun auch die Sozialdemokraten, die Grünen und die liberale Renew-Fraktion ihre Linien in den Sand gezeichnet. Eine Übersicht zu den Prioritäten im Agrar- und Ernährungsbereich.
Die Bundesregierung will das Lieferkettengesetz abschwächen, um Unternehmen zu entlasten. Für viele könnten die darin enthaltenen Berichtspflichten damit wegfallen. Laut einem neuen Rechtsgutachten wäre ein solcher Schritt jedoch nicht mit EU-Recht vereinbar. So sehen es auch Hilfs- und Umweltorganisationen.
Das Virus ist fast schon ein alter Bekannter. Dass H5N1 sich nun aber immer weiter in US-Milchviehbeständen ausbreitet, lässt auch Expertinnen und Experten hierzulande aufmerken. Wie die EU sich wappnet und warum Deutschlands führende Forscher zu Ruhe raten.
Beim Geschacher um die EU-Parlamentsausschüsse könnte die rechte EKR-Fraktion den Agrarausschuss übernehmen. Das sieht zumindest ein Tauschgeschäft zwischen EKR und EVP vor. Noch ist all das nicht in trockenen Tüchern, aber die Fraktionen positionieren sich. Die Sozialdemokraten etwa beanspruchen den Umweltausschuss – der nun doch nicht umstrukturiert wird.
Auch nach dem Scheitern der Agrarstrukturgesetze fordert die AbL Bund und Länder dazu auf, die Chancen für kleine landwirtschaftliche Betriebe auf dem Bodenmarkt zu verbessern. Dabei bringt sie erneut den Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer ins Spiel. Eine neue Studie zeigt die rechtlichen Möglichkeiten davon und seine vielfältigen Auswirkungen.
Streit in der Zukunftskommission Landwirtschaft hatte sich bereits angedeutet: Die konkreten Handlungsempfehlungen, die das Gremium im Auftrag der Ampelfraktionen erarbeiten soll, verzögern sich wohl bis in den Spätsommer. Ein Krisentreffen bestätigt nun, wie dick die Luft ist: Mehrere Umweltverbände bitten Bauernpräsidenten Rukwied am Dienstag zum Gespräch.
Um den Agrar-, Lebensmittel- und Ernährungssektor nachhaltig zu transformieren, braucht es auch Forschung. Wie genau die sich wiederum ändern muss, hat der Wissenschaftsrat analysiert. Vor allem institutionalisierte Kooperationen, aber auch „Food Systems Research Hubs“ könnten wichtig werden. Die Empfehlungen lassen die Politik aufhorchen.