Müsli, Porridge, Milchersatz, Kekse - Hafer ist beliebt bei Deutschlands Verbraucherinnen und Verbrauchern. Gleichzeitig bauen die heimischen Höfe immer weniger Hafer an. Wie passt das zusammen?
Ein Glücksbarometer für Nutztiere gibt es in Deutschland nicht. Auch wie Tierwohl-Förderprogramme und -Gesetze wirken, lässt sich nur erahnen. Abhilfe könnte ein nationales Monitoring schaffen, das ein Forschungsteam im Auftrag des BMEL über vier Jahre erarbeitet hat. Umsonst, wie sich nun herausstellt – denn umsetzen will man es nun doch nicht.
Die bisher kostengünstigste Option für die Bindung von CO2 aus der Atmosphäre – das Speichern in natürlichen Senken wie Böden und Wäldern – dürfte in Zukunft weniger wichtig werden. Und zwar, weil sie meist nicht dauerhaft ist. Das legt eine Studie nahe, die sich mit den ökonomischen Rahmenbedingungen für negative Emissionen in der EU beschäftigt.
Artikel 148 GMO – hinter dieser Chiffre steht ein Versprechen: Dass Milcherzeuger bei der Lieferung wissen, welche Preise sie für ihr Produkt bekommen. Das Landwirtschaftsministerium hat jetzt einen Referentenentwurf in die Ressortabstimmung gegeben, der das Versprechen umsetzen soll. Er liegt Tagesspiegel Background exklusiv vor.
Europas Landwirtschaft steckt in einer Krise. Unter dem massiven Druck der Bauern nimmt Brüssel nun viele Regelungen wieder zurück. Doch Fachleute befürchten, dass dabei die Umwelt auf der Strecke bleibt.
In vielen Ländern der Welt werden Lebensmittel in großen Mengen verschwendet, während gleichzeitig Millionen Menschen Hunger leiden. Wie das zusammen passt, welche Fortschritte es gibt und welche politischen Maßnahmen es bräuchte, um sich einer Halbierung der Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu nähern, zeigt eine neue Studie des UN-Umweltprogramms.
Zunehmend mehr EU-Staaten scheint es beim Anblick des europäischen Gesetzes gegen die globale Entwaldung in den Fingern zu jucken. Dabei ist es längst in Kraft getreten. Ein Vorstoß aus Wien findet wohl bei einer großen Mehrheit der Agrarressortchefs Anklang. Eine Bestandsaufnahme mit Ausblick.
Unter dem Druck der Bauernproteste hat die EU sehr schnell gehandelt und eine Vereinfachung – oder auch Verwässerung – der Umweltvorschriften beschlossen. Ein Meinungsaustausch zu Neuen Genomischen Techniken brachte wenig Annäherung.
Bauernverbände haben mit europaweiten Protesten massive Zugeständnisse aus Brüssel erreicht: Die EU-Kommission hat Ausnahmen von Umweltauflagen vorgelegt. Andererseits soll die umstrittene Zollfreiheit für Importe aus der Ukraine weiter gelten. Mit diesen und weiteren Themen beschäftigt sich der heutige Rat der Agrarminister.
Noch gibt es Hoffnung für das Nature Restoration Law, doch nach der gestrigen Sitzung des EU-Umweltrats ist klar: So schnell wird das Gesetz wohl nicht verabschiedet. Entsprechend frustriert, aber auch vehement positionierten sich die Befürworter:innen der Mitgliedstaaten.
Schon in rund zwei Jahren will die Bundesregierung zwischen Alpen und Küste 200.000 Hektar Agroforst zählen. Bislang ist davon aber fast nichts zu sehen: zu lückenhaft sind die Fördermöglichkeiten, zu unsicher die Ertragsperspektiven. Dabei drängen sich die Vorteile der Mischnutzung für Klimaanpassung und Artenschutz geradezu auf.
Die Kuh ist vom Eis: Die Subventionen des Agrardiesels werden schrittweise abgeschafft. Das ist seit der Sitzung des Bundesrats am Freitag klar. Welche Zugeständnisse die Landwirtschaft dafür bekommt, muss zum Teil erst noch ausbuchstabiert werden.
Die EU-Kommission hat die Bundesregierung wegen gravierender Mängel beim Vogelschutz schriftlich ermahnt. Es geht um die Erhaltung von ausgewiesenen Gebieten und den Schutz fünf seltener Arten. Der Ampel bleiben zwei Monate Zeit, um sich zu erklären.
Der Umweltrat kann heute nicht, wie ursprünglich erwartet, über das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur abstimmen. Denn es findet sich derzeit keine Mehrheit unter den Mitgliedstaaten der EU. Aktuell sieht es also so aus, als ob die Verordnung stecken bleibt – und damit auf unbestimmte Zeit pausiert wird.
Eine neue Studie des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung hat den Klimawandel als Inflationstreiber ersten Ranges identifiziert. Nicht nur in den Entwicklungsländern werden die Lebensmittel durch den Temperaturanstieg immer teurer. Darauf müssen sich Wirtschaft und das Finanzsystem einstellen. Die EZB versucht, einen Weg zu finden.
Ab 2025 sieht die Grundsteuerreform Änderungen im landwirtschaftlichen Erbrecht vor. Bundesjustizminister Marco Buschmann reagiert darauf und passt die Höfeordnung an. Die Landwirtschaftsverbände dürften zufrieden sein, denn der Referentenentwurf berücksichtigt ihre Vorschläge. Auch Bürokratievorgaben hat sich das BMJ gespart.
Wie geht es weiter mit dem natürlichen Klimaschutz in Deutschland? Und wie unterstützt die Bundesregierung die Transformation der Landwirtschaft? Das sind die Themen zweier kleiner Anfragen, die Tagesspiegel Background exklusiv vorliegen.
Neben herkömmlichem Fleisch und pflanzlichen Proteinen braucht es künftig kultiviertes Fleisch, um die Welt zu ernähren, meint Wolfgang Kühnl, Gesellschafter des Biotechunternehmens „In Family Foods“. Im Interview stellt er einen neuen Bioreaktor vor, der speziell auf die Herstellung von Zellfleisch zugeschnitten ist und damit zukunftsweisend sein könnte.
Lebensmittel und regenerativer Strom von der gleichen Fläche – das ist die Idee hinter Agri-PV. Derzeit noch teuer in der Investition, wartet die Branche auf Förderungen, die im Solarpaket I stecken. Doch das heiß ersehnte Gesetzesvorhaben geistert schon monatelang in der parlamentarischen Abstimmung herum. Ende offen.
Die Zollfreiheit für Agrarimporte aus der Ukraine soll nicht mehr uneingeschränkt gelten. Doch der Versuch der Unterhändler aus EU-Parlament und Rat, die Interessen der EU-Landwirte zu berücksichtigen, scheint vorerst erfolglos. Aus Sicht der Bauern wurden die wichtigsten Punkte nicht berücksichtigt. Die Proteste gehen weiter.
Beim Gesetz zur Wiederherstellung der Natur ist seit Dienstag zwar klar: Deutschland wird zustimmen. Doch direkt einen Tag später sorgt nun die voraussichtliche Kehrtwende Ungarns für Unsicherheit: Wird die Verordnung auf den letzten Metern scheitern? Verhandlungen während der Ratssitzung könnten das Gesetz noch retten.
Die dunkle Prognose der Weltwetterorganisation WMO hat sich bestätigt: 2023 war das wärmste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Mit Blick auf die weltweite Ernährungssicherheit stellt der WMO-Bericht die größte Versorgungskrise der modernen Geschichte fest. Wie die Extremwetterereignisse die Instabilität der Ernährungssysteme verschärfen.
Das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur schien auf den letzten Metern noch zu wackeln – doch jetzt zeichnet sich ab: Die Mitgliedstaaten werden wohl zustimmen – auch Deutschland. Die heutige Coreper-Sitzung wird entscheidend sein.
Die Tierschutzgesetznovelle hat die Verbandsanhörungen seit Anfang März hinter sich. Bei Rindern überlagert die Debatte um das mögliche Aus der Anbindehaltung weitere wichtige geplante Änderungen: Sie betreffen die Amputations- und Betäubungsparagrafen. Denn auch hier zeigt sich: Je nach Blickwinkel sind die Ansprüche an das Gesetz recht unterschiedlich.
Die Klimaziele 2030 sind für Deutschland zum Greifen nah, wie Projektionen zeigen. Das könnte absehbar aber nur gelingen, weil Fortschritte bei der Energiewende mangelnden Klimaschutz im Gebäude- und Verkehrssektor wettmachen würden. Im Zieljahr gäbe es Millionen weniger Elektroautos als erwünscht und einen geringeren Absatz von Wärmepumpen.
Nach den monatelangen Bauernprotesten haben die Agrarminister von Bund und Ländern in Erfurt getagt. Überbordende Vorschriften und Regelungen für die Landwirtschaft sollen nun ausgedünnt – und die Marktposition von Erzeugern gestärkt werden.
Empfehlungen für einen effizienten Schutz der Artenvielfalt haben Forschende in einer neuen Handreichung veröffentlicht. Die vorgeschlagenen Maßnahmen richten sich sowohl an die Politik als auch an Verbraucherinnen und Verbraucher.
Die EU-Kommission will vor allem mit Anpassungen der GLÖZ-Standards auf die europaweiten Bauernproteste reagieren. Die Vorschläge drohen ans Fundament der Umweltauflagen zu gehen. Was die großen Bauernverbände als ersten Schritt begrüßen, sorgt bei der AbL und den Umweltverbänden für Erschütterung – und Kampfgeist.
„Ohne Konditionalität geht nichts“, heißt es auf der Webseite des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft. Doch diese Linie ist hinfällig: Die jüngsten Vorschläge der EU-Kommission für eine entschlackte GAP sind nun offiziell – und gehen weiter als lange vermutet.
Gegen anhaltende Widerstände konnten sich am Freitag gleich zwei EU-Gesetzesvorhaben im Rat der Ständigen Vertreter durchsetzen: Das hart umkämpfte Lieferkettengesetz sowie die Novelle zur Verpackungsverordnung erreichten nun doch noch die notwendige qualifizierte Mehrheit. Wie es dazu kam und wie es jetzt weitergeht.
Mehr Transparenz beim Lebensmittelkauf und gesünderes Essen für alle: Die Empfehlungen des Bürgerrats Ernährung wurden gestern erstmalig im Parlamentsplenum diskutiert. Doch die Ideen, die dieses Mal nicht direkt von Experten oder Verbänden stammen, könnten die ohnehin zerstrittene Ampel-Koalition vor eine weitere Zerreißprobe stellen.
Wo Flexibilisierung draufsteht, kann Deregulierung drin sein. Wie sehr das auf die nächste Runde der EU-Entlastungsmaßnahmen für Landwirte zutrifft, wird sich am Freitag zeigen. Dann will die Kommission weitere Vorschläge bekannt geben. Die Eingriffe in die GAP dürften dabei viel stärker ausfallen als angekündigt. Auch weitere Zusagen gibt es schon.
Die EU will neue Quoten schaffen, um Millionen Tonnen an unnötigen Lebensmittelabfällen in Europa zu verhindern. Gestern hat das EU-Parlament über seine Position abgestimmt – doch Expert:innen und Verbänden gehen die Reduktionsziele nicht weit genug.
An kaum einem Konferenztisch wird dem Papierkrieg in diesen Tagen nicht der Kampf angesagt. In Erfurt sitzt hierfür zur Stunde die Agrarministerkonferenz zusammen. Die Vorschläge dazu, wie die Länder die bürokratischen Hürden für landwirtschaftliche Betriebe senken wollen, sind zahlreich. In vielen Punkten scheinen sich nicht nur unionsgeführte Häuser einig.
„Biologisch abbaubar“, „wassersparend“, „klimaneutral“: Derlei Umweltaussagen sollen künftig strenger überprüft werden. So sieht es eine geplante Richtlinie vor, die das EU-Parlament in erster Lesung passiert hat. Abschwächenden Änderungsanträgen der rechten Fraktionen haben die Abgeordneten dabei eine Absage erteilt.
Um ein erstes europäisches Bodengesetz auf den Weg zu bringen, haben EU-Abgeordnete hart um eine gemeinsame Linie gerungen. Nun hat der federführende Ausschuss seinen entsprechenden Standpunkt angenommen. Aus Sicht des Umweltschutzes hätte dieser allerdings schärfer ausfallen müssen.
Werbeaussagen zu Klima und Umwelt sollen strenger überprüft werden – so das Ziel einer Richtlinie, über die heute das EU-Parlament debattiert. Kritik kommt von der Ernährungsindustrie und aus der Wissenschaft. Doch auch die Bio-Branche hat Bedenken, wie sich das Gesetz mit Labeln vereinbaren lässt, die strenger sind als die EU-Öko-Verordnung
Bei einem EU-Beitritt der Ukraine würden einer Analyse zufolge 85 Milliarden Euro Agrarförderung nach Kiew fließen. Der Beitritt würde die Wirtschaftsleistung der Union aber insgesamt positiv beeinflussen. Zunächst einmal sollen die Ausnahmen von Importzöllen für ukrainische Agrarprodukte verlängert werden.
Final Call heißt es an diesem Freitag für das umstrittene EU-Lieferkettengesetz. Diesmal wirklich, denn die Ratspräsidentschaft kündigte an, nach der Vorlage eines stark abgeschwächten Vorschlags keinen weiteren Anlauf zu unternehmen. Die Zugeständnisse sind weitreichend, doch die Zustimmung der Entscheider Frankreich und Italien weiter ungewiss.
Bestimmte gentechnisch veränderte Pflanzen sollen in der EU künftig weniger streng reguliert werden. Doch ein Bericht über eine blockierte Warnung von Experten stellt die Zukunft des Vorhabens infrage. Das Europaparlament hat bereits reagiert.
Wie Humusaufbau zum Klimaschutz am besten gelingt, will das Humusklimanetz im Zusammenspiel von Praxis und Forschung ermitteln. Beim Praxistag des Projekts zeigte sich: Wirtschaftliche Faktoren sind das eigentliche Hemmnis.
Lange ist es her, dass das Land Berlin beim Bundesverfassungsgericht einen Normenkontrollantrag zur Überprüfung von Regelungen aus der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung stellte. Sie würden gegen das Tierschutzgesetz und gegen die Verfassung verstoßen. Über fünf Jahre später bleibt offen, wie und ob es mit der Klage weitergeht.
In ihren neuen Empfehlungen legt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung den Fokus stärker auf pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte. Wie in der Ernährungsstrategie vorgesehen, dürften diese Vorgaben bald auch in Kitas und Krankenhäusern gelten. Umweltorganisationen sehen nun die Politik gefordert.
Selten sind sich Plastikproduzenten und Umweltverbände einmal einig. Ihre Kritik am Trilogergebnis zur Verpackungsnovelle klingt aber zum Verwechseln ähnlich. Hinter den Kulissen lässt derweil die EU-Kommission die Muskeln spielen – und gefährdet das Vorhaben damit womöglich noch stärker als eine erneute Blockade in der Ampel-Koalition es könnte.
Der globale Süßwasserkreislauf der Erde ist massiv gestört und hat die planetaren Grenzen der Nachhaltigkeit überschritten. Die Schwankungen zwischen Feuchte und Trockenheit werden größer. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie eines internationalen Forscherkonsortiums.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat einen Vier-Punkte-Plan veröffentlicht, mit dem es die Milchviehhaltung stärken will. Das Verbot von unlauteren Handelspraktiken soll dafür verlängert werden. Auch eine Vertragspflicht soll kommen.
Erst sollten die Verhandlungen womöglich bis Mittwoch dauern, dann ging es doch ganz schnell: Die Einigung ist noch einigermaßen ambitioniert, sieht aber auch zahlreiche Ausnahmen vor. Allerdings droht bereits der nächste „German Vote“, der das Vorhaben kippen könnte.
Das Ergebnis einer WTO-Ministerkonferenz in Abu Dhabi ist bescheiden. Neue Regeln gegen die Überfischung der Ozeane kamen nicht zustande. Auch zum subventionierten Einkauf von Lebensmitteln zum Zweck der Ernährungssicherung gab es keine Einigung.
Bei Versammlung des UN-Umweltprogramms ging es in vier Resolutionen auch um die Landwirtschaft. Das Treffen hat aus Sicht der deutschen Delegation „entscheidende Fortschritte“ beim Schutz der globalen Wasserressourcen gebracht.
Das Kinder-Lebensmittel-Werbegesetz steckt seit über einem Jahr fest. Dabei zeichnet sich ab, dass Minister Özdemir wohl mit einem angepassten Vorschlag um die Ecke kommen muss. Mit wenigen Handgriffen hätte das Gesetz vielleicht sogar schon das Kabinett passiert haben können – allerdings würde dies mit deutlichen Abschwächungen des Vorhabens einhergehen.
Ungewöhnlich zahlreiche Reaktionen gab es am Donnerstag auf die Entscheidung der Bundesregierung, eine Ausnahmeregelung für Brachflächen ohne Zusatzmaßnahmen von der EU-Kommission zu übernehmen. Die vielen Kommentare sind ein Indikator für die angespannte Lage der Landwirte – aber auch für die Sorge um die Biodiversität.
Nach vielen Monaten, langer Beratung und starkem Lobbying wollen die Unterhändler von Rat und Parlament sich zu Einwegverboten und Mehrwegquoten verständigen. Bisher könnten die Positionen jedoch kaum gegensätzlicher sein. Schnell muss ein Kompromiss gelingen. Eine Erfolgsgarantie wäre der aber in diesen Tagen noch nicht.
Die Forschungsergebnisse liegen vor, die Technik steht bereit - doch ein Großteil der deutschen Betriebe hat kaum oder keine Erfahrung mit Smart Farming, Drohnen, Robotern oder autonomen Landmaschinen. Woran das liegt und wie Deutschland noch die Kurve bekommt, analysiert ein neues Gutachten.
Ohne viel Aufheben hat das Wirtschaftsministerium Anfang der Woche Eckpunkte für eine Strategie zu Negativemissionen veröffentlicht. Eine große Rolle spielt darin die Biomasse. Herausfordernd ist in diesem Zusammenhang die korrekte Bilanzierung, heißt es in der Strategie.
Bis heute um 23:59 Uhr braucht die EU-Kommission von den Mitgliedstaaten eine Rückmeldung zur Nutzung der GLÖZ-Ausnahme. Gestern wollte das Bundeskabinett darüber entscheiden – doch: Fehlanzeige. Wieder fehlt es an Zustimmung aus der FDP. Die sieht jedoch einen Konflikt zwischen BMEL und BMUV.
Das EU-Lieferkettengesetz hat – auch wegen des Protests der FDP in der Bundesregierung – erneut keine Mehrheit unter den EU-Staaten erreicht. Das Ergebnis teilt Wirtschaft und Politik in Enttäuschte und Erleichterte. Nachverhandlungen scheinen möglich, doch der Erfolg bleibt fraglich.
Europa bekommt sein erstes Gesetz zur Wiederherstellung der Natur. Gestern stimmte in der mit Bangen erwarteten Abstimmung im EU-Parlament eine Mehrheit dafür – darunter auch abtrünnige EVP-Abgeordnete. Naturschützer:innen und progressive Abgeordnete atmen auf, Bauernverbände und Konservative hingegen wettern. Was bedeutet das Gesetz nun für Deutschland?
Im Haushaltsstreit hat ein Förderprogramm kaum Aufmerksamkeit bekommen: Die Bundesregierung will mit dem Chancenprogramm Höfe Landwirt:innen, die aus der Tierhaltung aussteigen wollen, bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Plantbased-Bereich helfen. Im ersten Jahr gibt es dafür 30 Millionen Euro.
Inhaltlich ist beim Treffen der Ressortchefs in Brüssel nicht viel herumgekommen. Die rund 500 Vorschläge der Mitgliedsstaaten müssen erst noch aufbereitet, geprüft und in Form gegossen werden. Klar ist aber schon jetzt: Geringfügiges Nachjustieren an GLÖZ-Vorschriften wird wohl nicht reichen.
In Brandenburg, Sachsen und Thüringen, wo 2024 die Legislaturperioden enden, sind neue Agrarstrukturgesetze höchst umstritten. Zwei Länder bringen sie wahrscheinlich dennoch auf den Weg – trotz einiger Herausforderungen.
Mit ihrer Carbon-Management-Strategie will die Regierungskoalition den Umgang mit Kohlendioxid abstecken. Das Abscheiden und Einspeichern von CO2 bleibt den Eckpunkten zufolge nicht der Industrie vorbehalten, wie es der EU-Linie entspräche. Gaskraftwerke sollen ebenfalls CCS betreiben dürfen.
Die Kosten durch den hohen deutschen Mindestlohn setzen den Obstbauern zu, wie am Wochenende bei der Messe „Fruchtwelt am Bodensee“ deutlich wurde. Für eine Versicherung gegen Klimawandelfolgen forderten die Erzeuger Unterstützung vom Staat.
Die Pläne, mit denen die EU-Kommission die Landwirtschaft retten will, lassen sich an einer Hand abzählen. Einige GAP-Regeln sollen gelockert werden, die erste Reaktion aus Deutschland ist positiv. Doch wie viel Druck kann Brüssel damit tatsächlich ablassen?
Dem EU-Lieferkettengesetz läuft die Zeit davon. Bis Anfang März muss es eine Zustimmung geben, ansonsten wird das Vorhaben scheitern. Lebensmittelkonzerne versuchen nun auf den letzten Metern noch, das Gesetz per Brief an Italien zu retten. Den Aussagen von Justizminister Marco Buschmann zufolge wird sich Deutschland nicht mehr bewegen.
Auf allen Ebenen wird versucht, die Landwirtschaft von unnötigen Vorschriften zu entlasten – auch als Antwort auf die Bauernproteste. Während die Bundesländer noch Vorschläge sammeln, feilt das Bundeslandwirtschaftsministerium an sogenannten Praxischecks. Die EU-Kommission setzt ebenfalls zum Kampf gegen den Papierkrieg an.
Die EU hat sich auf einen Rechtsrahmen für die Zertifizierung von CO2-Entnahmen geeinigt. Das schafft finanzielle Anreize für mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft. Sogenanntes Carbon Farming muss aber zum Artenschutz beitragen, sonst gibt es keine Bescheinigungen. Der WWF moniert die „verschwommene“ Grenze zwischen CO2-Reduktion und CO2-Entnahmen.