Die Kosten der Erneuerbaren-Förderung belasten bereits den Haushalt 2024. Auch für die laufenden Haushaltsverhandlungen könnte das EEG eine Rolle spielen – denn der Bundeszuschuss wird nach Ansicht von Experten weiterhin hoch bleiben. Kürzungen im KTF sind wahrscheinlich. Besonders die Gebäudeförderung könnte schrumpfen, befürchten manche.
Wenn die Labour-Partei nach einer Regierungsbildung ihrem Wahlprogramm treu bleibt, wird der britische Staat zum Cleantech-Unternehmer. GB Energy soll das Unternehmen heißen und helfen, die Energiepreise für Haushalte im Zaum zu halten. Das seit neun Jahren geltende Verbot neuer Onshore-Windräder soll fallen.
Wasserstoff über Schiffe zu importieren, wird sich absehbar nicht rechnen – das legt eine neue Studie von Agora Energiewende nahe. Pipeline-Lieferungen aus dem Norden sehen die Fachleute hingegen als realistisch. Die Bundesregierung will „zeitnah“ ihre Importstrategie vorlegen. Derweil verzögern sich offenbar H2-Lieferungen beim staatlich geförderten Handel.
Das Bundeswirtschaftsministerium will die Kraftwerksstrategie erst nach einer Einigung zum Haushalt für 2025 veröffentlichen. Mehr Geld als bisher veranschlagt, wird es aber für die KWS kaum geben. Mit der EU-Kommission gibt es bereits eine Verständigung, die jedoch nur einen engen Spielraum für Veränderung zulässt.
Abwasser aus Kläranlagen und der Kanalisation bietet theoretisch großes Potenzial zum Heizen von Gebäuden. Es zu erschließen, ist aber teuer und kompliziert, wie Praxisbeispiele zeigen. Dennoch kam ein Vorstoß der Unionsfraktion bei Abgeordneten und Fachleuten im Energieausschuss überwiegend gut an.
Die Bundesregierung will ein Recht auf Balkonsolaranlagen etablieren. Doch am Gesetz von Bundesjustizminister Marco Buschmann gibt es weiter Kritik. Aus Sicht von Experten und Unternehmen greift es zu kurz und lässt weiter Raum für Konflikte.
Nicht im Nah-, sondern im Fernverkehr entsteht das Gros der reisebedingten Treibhausgasemissionen. Eine Erhebung aus Großbritannien zeigt: Die Klimabilanz des Reiseverkehrs ließe sich deutlich verbessern, ohne dass das viele Passagiere beträfe.
Die Europäische Union kommt voran auf dem Weg zur Klimaneutralität – aber noch lange nicht schnell genug, wie ein neuer Bericht des Forschungskonsortiums ECNO zeigt. Mehr Geld sei nötig für weitere Fortschritte im Industriesektor. Vertreter der Stahlbranche und klimaschonender Technologien beklagen mangelnde Förderung und unsichere Investitionsbedingungen.
3D-Druck gilt als Schlüsseltechnologie für klimaschonenderes Bauen. Dabei werden am Computer geplante Bauteile, etwa Innen- und Außenwände, Schicht für Schicht von einem Roboter aufgetragen. Lehm, Holz- oder sogar Strohmasse kann Beton ersetzen.
Spätestens bis Mitte 2028 müssen die meisten Kommunen in Deutschland einen Plan aufstellen, wie die Wärmeversorgung klimaneutral werden kann. Ein bundesweiter Dialog soll Kommunen bei den Planungen unterstützen. Doch hohe Kosten und bürokratische Hürden stellen Städte und Gemeinden vor immense Herausforderungen.
Nach den Verbraucherschützern und dem Bundeskartellamt fordert nun auch die Monopolkommission eine Regulierung der Fernwärmepreise. Auf lange Sicht empfehlen die Regierungsberater ein Unbundling von Netz und Erzeugung. Die Wärmenetz-Lobby lehnt beide Vorschläge entschieden ab.
Seit rund einem Jahr sind im deutschen Mineralölmarkt mehrere meist neue Firmen aufgetaucht, die große Mengen Diesel deutlich unter dem Marktpreis verkaufen. Vieles deutet auf Steuerhinterziehung hin, der Zoll ist bereits eingeschaltet. Dem Staat ist nach ersten Berechnungen ein Verlust in Millionenhöhe entstanden.
Die EU will mehr für Wirtschaft, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz tun. Klimaschutz bekommt weniger Gewicht. Umweltschützer schöpfen zwar Hoffnung aus der vom EU-Rat beschlossenen „Strategischen Agenda“. Aber sie verlangen von den Mächtigen in Brüssel eine klare Selbstverpflichtung zur Fortsetzung des Green Deal.
Die Umsetzung des Paktes zur Planungsbeschleunigung kommt zügig voran, bilanzieren Bund und Länder. Doch ohne mehr Geld für die Personalausstattung der Behörden könnten die gesetzlichen Regelungen ins Leere laufen.
Alle fünf Jahre müssen Staaten darlegen, wie sie zum Kampf gegen die Klimakrise beitragen wollen. Ärmere Länder wollen zwar ehrgeizigere Klimapläne fassen. Aber sie stoßen auf Probleme durch einen Mangel an Expertise, Personal und Daten, wie eine aktuelle Befragung zeigt. Und dann ist da noch das Problem der Finanzierung.
Erdwärme und Großwärmepumpen spielen heute kaum eine Rolle, sollen 2030 aber den überwiegenden Teil der Fernwärme liefern. Deshalb will der Gesetzgeber die Dauer der Genehmigungsverfahren durch diverse Maßnahmen halbieren.
Wärmespeicher gelten als ungeliebtes Stiefkind in den Planungen der Bundesregierung. Das Wirtschaftsministerium skizziert nun, wie es das ändern will. Ziel ist demnach eine integrierte Strategie für Batterie- und Wärmespeicher sowie für Elektrolyseure und Wasserstoffspeicherung.
Der Bundesgerichtshof hat Werbung mit dem Begriff „klimaneutral“ eingeschränkt, wenn sie auf Kompensationszertifikaten beruht. Im konkreten Fall geht es um Katjes-Fruchtgummis – doch das Urteil dürfte Folgen für viele Unternehmen haben. Wie lässt es sich im Kontext von EU-Gesetzen einordnen?
Die Klimaaußenpolitik der Europäischen Union lässt zu wünschen übrig, kritisieren Fachleute der Denkfabrik Bruegel – und sehen weder eine Koordination noch eine klare Strategie. Nötig sei unter anderem, Drittstaaten bei ihren Klimaplänen zu helfen und internationale CO2-Steuern voranzutreiben. Ein EU-Diplomat gibt dazu seine ganz eigene Sicht wieder.
Industriepolitische Ausrufezeichen: Nach Jahren wird in Deutschland wieder eine Konverterplattform für Offshore-Windparks gebaut. Deren Fundamente produziert hierzulande erstmals eine chinesische Firma. Damit das keine Einzelfälle bleiben, pocht die SPD auf Haushaltsmittel und ein neues Auktionsdesign.
Fünf Umweltverbände, drei angekündigte Verfassungsbeschwerden: Nach Meinung von NGOs verstößt die Novelle des Klimaschutzgesetzes gegen das Grundgesetz. In der Kritik steht vor allem, dass Deutschland seine Emissionen ab 2030 sehr viel drastischer mindern müsste als im jetzigen Tempo. Dies verletze die Freiheitsrechte künftiger Generationen.
Gesicherte Leistung, Wasserstoffbeschaffung, Netzausbau – die Bundesregierung muss bei all diesen Themen mehr tun, wenn sie die Ziele der Energiewende erreichen will. Dies bestätigte auch nochmal die Expertenkommission in einem breit angelegten Bericht zum Stand der Energiewende. Sehen lassen kann sich die Stromerzeugung aus Erneuerbaren.
Das implodierende EEG-Konto ist nur eines der Probleme des Klima- und Transformationsfonds, die sich angesichts der Haushaltsmisere offenbaren. Auch die ungenutzten Mittel dürften auf der Suche nach Geld in den Fokus rücken. Dass die Klimafinanzierung absehbar mehr Mittel braucht, betonen Experten.
Kann der Klimawandel wirklich Erdbeben auslösen? Eine neue Studie legt nahe, dass der Anstieg des Meeresspiegels und heftigere Stürme den Druck auf die tektonischen Platten erhöhen. Das hat Folgen: Beides verändert Erdbebenzyklen und stellt die „natürliche seismische Uhr“ vor. Für küstennahe Gebiete und Megastädte steigen damit die Risiken.
Europa muss seinen Strommarkt besser vernetzen, wenn es bei der grünen Transformation vorankommen will, fordert Miguel Stilwell d’Andrade. Der Chef des portugiesischen Energieversorgers EDP sieht dafür gute Chancen, trotz des Rechtsrucks im Europäischen Parlament – aber es müsse wieder mehr investiert werden.
Die Renaturierung eines Tagebaus zahlen die Betreibenden. Noch Jahrzehnte nach dem Ende der Braunkohleförderung sind häufig Eingriffe notwendig. Wie hoch die Kosten der Ewigkeitslasten sind und wie dafür langfristig Geld gesichert werden kann, ist bislang aus Sicht der grünen Bundestagsabgeordneten Kathrin Henneberger und Bernhard Herrmann nicht geklärt.
Die Bundesländer sind uneins, in welche Richtung sie die Novelle des CO2-Speichergesetzes ändern wollen. Während der Umweltausschuss einen Ausschluss von Gaskraftwerken ab 2035 fordert, drängen die Wirtschaftspolitiker auf schnellere Genehmigungen wie beim Wasserstoff. Einig ist man sich, dass das Festland Sache der Länder bleiben soll.
Trotz großer Anstrengungen, sich gegen Gaspreisschocks abzusichern, ist die EU verwundbar, warnt der Europäische Rechnungshof. Die Vorgaben würden teils inkonsequent umgesetzt, die Bezahlbarkeit von Gas sei nicht gewährleistet und oft gebe es keine valide Ergebniskontrolle, kritisieren die Prüfer.
Eine Studie von Forschern des DIW Berlin und des Instituts für Energie- und Umweltforschung zeigt, dass batterieelektrische Lkw deutlich kostengünstiger mit erneuerbarem Strom betrieben werden können als Alternativen mit Wasserstoff oder E-Fuels. Eine optimierte Aufladung der Fahrzeugbatterien verstärkt diesen Vorteil zusätzlich.
Bei der Produktion von H2 braucht es Vorkehrungen, ehe der Wasserstoff klimaschonend wird und als „grün“ gilt. Eine neue Studie zeigt: Selbst wenn die Erzeuger Windräder oder Solaranlagen dafür aufstellen, könnten die Emissionen in manchen Fällen höher liegen als bei fossiler Herstellung. Treibhausgase aus dem gesamten Lebenszyklus seien ausschlaggebend.
EnBW und Total haben die jüngste Auktion für Offshore-Windkraftflächen für sich entschieden. Wie schon 2023 zählte allein die Gebotshöhe. In der nächsten Ausschreibungsrunde sollen auch qualitative Kriterien wirken. Aber die reichen bei weitem nicht, um die Wertschöpfungskette in Deutschland zu sichern, heißt es aus der Branche.
Nach langem Ringen hat die EU ein neues Sanktionspaket gegen Russland beschlossen – erstmals ist auch Flüssigerdgas betroffen. Dass der Schritt überfällig ist, betonen mehrere Experten. Dennoch ist die Wirkung fraglich. Das LNG-Umschlagsverbot könnte sogar bedeuten, dass mehr russisches LNG in der EU ankommt.
Die Übernahme des deutschen Stromnetzes von Tennet durch den Bund ist vom Tisch. Verhandelt wird nur noch eine Minderheitsbeteiligung. Bis auf die FDP sind alle enttäuscht.
Der Ausbau der Stromnetze ist der Flaschenhals der Energiewende. Das spielt auch auf europäischer Ebene eine große Rolle – doch hier mangelt es an Koordinierung zwischen den Mitgliedsstaaten, bemängelt Michael Jesberger, Geschäftsführer von TransnetBW. Im Interview spricht er auch darüber, woran es beim deutschen Netzausbau hakt.
Extreme Hitzewellen in Nord- und Mittelamerika sind durch die Erderwärmung seit dem Jahr 2000 viermal wahrscheinlicher geworden. In manchen Regionen kommen die Wetterextreme so früh im Jahresverlauf wie nie. Klimaforscher warnen vor unterschätzten Gesundheitsrisiken – und dringen auf Gegenmaßnahmen beim Klimaschutz und der Anpassung.
Noch immer stecken die Verteilnetzbetreiber jedes Jahr hohe Summen in den Ausbau von Gasnetzen. Doch bis 2045 soll der Gasverbrauch deutlich sinken. Experten warnen vor einem möglichen Wertverlust der Infrastruktur und fordern eine rechtliche Absicherung für Stilllegungen. Auch der Anstieg der Netzentgelte sollte gedeckelt werden.
Diesen Juli tritt die Methan-Verordnung der EU in Kraft. Schon in einem Jahr müssen die Mitgliedstaaten sie teilweise umgesetzt haben, indem sie Behörden ausstatten, Verzeichnisse stillgelegter Bohrlöcher erstellen und einen Sanktionskatalog erarbeiten. Das Ecologic Institut hat dazu Empfehlungen ausgearbeitet.
Elektrizität „wireless“ übertragen zu können, ist ein Ziel, das Forscher schon lange verfolgen. Jetzt sind Wissenschaftler diesem mit Mikrowellen ein ganzes Stück näher gekommen. Strom auf diese Weise wirtschaftlich zu transportieren – vielleicht sogar aus dem All – bleibt allerdings vorerst ein Traum.
Die Reserven sind fast aufgebraucht, die Einnahmen unsicher und die Ausgaben am Steigen: Der Staat kann den Klima- und Transformationsfonds so nicht weiter bewirtschaften, warnen Forschende in einer neuen Analyse. Der Klimaschutz brauche eine zuverlässigere Finanzierung. Für das Jahr 2025 zumindest will die Bundesregierung bald Klarheit schaffen.
Zirkuläres Wirtschaften kann einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten, wie Forschende schon häufig vorgerechnet haben. Mit dem Entwurf einer Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie macht Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) nun einen Aufschlag für Ziele und Maßnahmen. Erste Reaktionen sind vor allem Rufe nach rascher Umsetzung.
Photovoltaik boomt, doch die europäischen Hersteller bleiben außen vor, weil sie nicht konkurrenzfähig produzieren können. Viel hängt davon ab, ob die Preise für Solarmodule mittelfristig wieder steigen und ob der europäische Net Zero Industry Act Hilfe bringt.
Die BNetzA hat am Freitag die zweite Konsultation zur Reform der Netzentgeltstruktur beendet. Die Vorschläge der Behörde mit dem Ziel, Netzbetreiber mit hohen Integrationskosten für Erneuerbare zu entlasten, konnten nicht alle Bedenken der Stakeholder ausräumen. Viele sehen im Vorschlag den ersten Schritt auf dem Weg zu bundeseinheitlichen Entgelten.
Gegen den Willen ihres konservativen Koalitionspartners hat sich die österreichische Grünen-Ministerin Leonore Gewessler am Montag durchgesetzt – und so eine Mehrheit für die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur gesichert. Die Freude bei den Befürworter:innen ist groß. Doch noch scheint der Krimi um das umstrittene Gesetz nicht ganz vorbei.
Die Bundesländer schlagen Alarm wegen der explodierenden Fernwärmepreise. Nach 20 Jahren ohne Regulierung brauche es endlich eine Ex-ante-Kontrolle. Die finanzielle Belastung der Verbraucher habe ein Maß erreicht, welches die Akzeptanz gefährde.
Zwei Jahre nach dem Abzug der russischen Besatzer aus der Sperrzone um das frühere AKW Tschernobyl ist die Sicherheitslage angespannt. Stromausfälle, Minen im Wald, aufgewirbelter kontaminierter Boden, neue ökologische Schäden – die Ukrainer sprechen von Nuklearterrorismus.
Der Starkregen in Süddeutschland ist vorüber, die Debatte um die verpflichtende Elementarschadenversicherung nimmt aber weiter Fahrt auf. Über Kreuz liegen vor allem das BMJ und die Länder. Während Marco Buschmann Verbündete für eine Angebotspflicht für Versicherer sucht, erhöhen die Ministerpräsidenten den Druck, eine Pflichtversicherung einzuführen.
Die Energiekrise hat Europa vor Augen geführt, wie fragil ihre Gas-Versorgung ist. Die Folge waren neue LNG-Verträge und -Terminals. Will die EU aber ihre Klimaziele erreichen, werden die Mitgliedsländer ihre Gasnachfrage reduzieren müssen. Die bestehenden Gas-Verträge decken bereits den Bedarf, analysieren Forschende.
Wegen CO2-Minderungsprojekten in China steht das Umweltbundesamt unter Druck. Im Interview erklärt dessen Präsident Dirk Messner, wieso seine Behörde erst spät auf Betrugsvorwürfe reagiert hat und wie Greenwashing künftig verhindert werden kann. Dabei könnten auch digitale Technologien eine Rolle spielen.
Noch in diesem Jahr soll eine zweite Ausschreibungsrunde der europäischen Wasserstoffbank stattfinden. Diesmal soll das Budget viel größer ausfallen: 1,2 Milliarden Euro werden als Prämie für Wasserstoff-Hersteller vergeben. Analysten gehen davon aus, dass der Gebotswert auch dieses Mal unter einem Euro liegen wird.
Die amtlichen Energiestatistiken kennen noch keinen Wasserstoff. Das muss die Bundesregierung ändern, um ihren EU-Berichtspflichten nachzukommen. Ein Verordnungsentwurf verpflichtet große Teile der Gaswirtschaft zur Meldung ihrer Daten.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie rechnet für die nächsten zehn Jahren mit enormen Mehrausgaben, wenn die Ziele der Bundesregierung bei Transformation und anderen Zukunftsaufgaben eingehalten werden sollen. Die FDP will die Schuldenregel aber nicht dafür aufweichen. Die Haushaltsverhandlungen werden damit zur Zerreißprobe für die Ampel.
Steigende Kosten für Geringverdienende und Milliarden für Wohlhabende: Mit elf Thesen zur Klimasozialpolitik steigt eine neue Denkfabrik in den deutschen Diskurs zur Transformation ein. Gründerin Brigitte Knopf sieht die Lösung in emissionsarmer Infrastruktur und dem Klimageld. Einige Fachleute sehen direkte Zahlungen kritisch oder Alternativen zu ihr.
Klimapolitik muss den Wunsch der Menschen nach sozialer Sicherheit stärker in den Blick nehmen, erklärt Brigitte Knopf, Gründerin und Direktorin des neuen wissenschaftlichen Thinktanks Zukunft KlimaSozial im Interview. Um die Transformation sozial und gerecht zu gestalten, brauche es zusätzliche Gelder.
Ohne einen Fahrplan für die Umrüstung der Gasnetze, den die Verteilnetzbetreiber vorlegen müssen, sollten die Kommunen keine Wasserstoffnetzausbaugebiete in ihrer Wärmeplanung ausweisen. Das empfiehlt ein juristisches Gutachten, das heute von Umweltverbänden vorgestellt wird. Die Gasnetzbetreiber sollen die Risiken bei der Umstellung der Netze übernehmen.
Nach Ende der Energiekrise wollen die G7 eine staatliche Förderung von LNG-Infrastruktur weiter zulassen. Kritik kommt von der DUH. Ob die bereits gebauten LNG-Terminals ausreichen, wenn Österreich und Ungarn kein russisches Gas mehr bekommen, wird sich im Winter zeigen – dann läuft der Transit-Vertrag über die Ukraine aus. Eine Lösung zeichnet sich ab.
Die Menschheit produziert immer mehr und immer schneller klimaschädliches Lachgas – vor allem in der Landwirtschaft. Dabei fällt der Beitrag einzelner Länder und Regionen unterschiedlich aus, in Europa gingen die Emissionen sogar zurück. Dennoch mahnen Forschende, das Treibhausgas beim Kampf gegen die Klimakrise stärker in den Fokus zu rücken.
Bei der Europawahl 2024 haben rechte Parteien große Stimmengewinne erzielt. Doch auch die EVP ist gewachsen und bleibt die dominierende Kraft im Europäischen Parlament. Damit ist eine Wiederwahl Ursula von der Leyens wahrscheinlich. Doch sie wird die Liberalen und Sozialdemokraten stärker als zuvor von ihrem Kurs überzeugen müssen.
Die in Deutschland installierten Solarmodule kommen überwiegend aus Asien. Aber auch mit ihrem einstigen Ruf als Innovationsführer kann sich die heimische Solarindustrie nicht mehr trösten, auch hier schließt China auf. Die desolate Lage der deutschen Produzenten wird zunehmend zum Problem für die heimische Solartechnikforschung.
Die russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur halten an, ein Großteil der Kraftwerke im Land ist zerstört. Wie also das Stromsystem künftig gegen Luftschläge absichern? Eine Möglichkeit sind dezentrale PV-Anlagen. Das Potenzial dafür ist groß. Eine Studie zeigt: Damit ein Hochlauf gelingt, muss sich viel verändern.
Umweltverbände und Gewerkschaften drängen auf eine Reform des Ausschreibungsdesigns für Offshore-Windparks. Eintritts-Zahlungen in Milliardenhöhe der erfolgreichen Bieter verteuerten den Strom unnötig und konzentrierten den Ausbau in den Händen weniger Riesenunternehmen. Stattdessen müssten die qualitativen Auktionskriterien erheblich gestärkt werden.
Die Umweltminister:innen der Länder fordern eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden. Nach Ansicht der Grünen-Politikerin Katrin Eder darf das aber nicht dazu führen, dass „derjenige im Geschosswohnungsbau die Villa am Rheinufer mitfinanzieren muss“. Dem CDU-Politiker Ingmar Jung schwebt die Aufteilung nach Gefährdungslagen vor.
In einer hitzigen Debatte stritten die Abgeordneten am Donnerstag im Bundestag, wer Schuld am Verfehlen des Klimaziels für 2030 hat. Derweil formuliert die Union ihre eigenen Vorstellungen von Energiepolitik. Sie will künftig bei Klimaschutz mehr auf den Markt setzen.
Mit der Reform des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) setzt die Regierungskoalition große Teile des Bund-Länder-Paktes vom Herbst um — aber eben nicht alles, moniert die Union. Entscheidende Punkte fehlten wie eine allgemeine Stichtagsregelung, die materielle Präklusion oder die Einschränkung des Verbandsklagerechts.
Die großen Streitpunkte bei der KWS sind geklärt, und dennoch halten die Verhandlungen mit der EU-Kommission an. Beim Kapazitätsmarkt will sich der Wirtschaftsminister aber eines Kniffs bedienen, um zumindest einen Teil der Leistung schneller genehmigen zu lassen. Bis zum Sommer soll auch eine Lösung für die steigenden Netzentgelte gefunden sein.
Bislang schielt die Industrie vor allem auf Wasserstoff, um ihre Produktion klimaneutral zu stellen. Dabei könnnten die meisten Industrieprozesse auch auf Strom umgestellt werden, zeigt eine Studie der Denkfabrik Agora Industrie. Diese fordert einen EU-Aktionsplan zur Elektrifizierung, dieser soll der Industrie helfen ihre Prozesse umzustellen.
Die Bundesregierung will beschleunigen, auch beim Bau von Offshore-Windparks und Stromnetzen. Beim entsprechenden Kabinettsentwurf sehen Experten aber noch Änderungsbedarf, besonders bei der UVP und beim Ausweis von Infrastrukturgebieten. Der Netzausbau könnte schneller und günstiger gehen, betonen die Netzbetreiber.