Extremes Wetter, der steigende Meeresspiegel und höhere Temperaturen im Zuge des Klimawandels setzen auch das Wattenmeer unter Druck, wie ein neuer Bericht zeigt. Forscher sorgen sich um mehrere Auswirkungen. Erste Wattflächen könnten bereits in den kommenden Jahren dauerhaft überschwemmt sein.
Der Konflikt über ein Förderkonzept für die bedrängte Solarindustrie steht einer Koalitionseinigung beim Solarpaket 1 im Weg. Sachsens Grünen-Energieminister attackiert die FDP, die sich gegen das Resilienzboni-Konzept sträubt. Der Riss geht auch durch die Solarbranche selbst.
Bei der Europawahl Anfang Juni steht der Green Deal unter Beschuss. Sogar die Partei von Ursula von der Leyen fordert öffentlich eine Regulierungspause. Auch die meisten anderen Parteien legen ihren Fokus auf eine Entlastung der Wirtschaft und das Versprechen „Made in Europe“. Tagesspiegel Background hat die Wahlprogramme abgeglichen.
Die Novelle des Klimaschutzgesetzes lässt auf sich warten – der Zeitplan des Bundeswirtschaftsministeriums ist schon mal obsolet. Abgeordnete der Ampel-Fraktionen wollen sich nicht zum weiteren Vorgehen äußern. Selbst wenn das Vorhaben erstmal versandet und Sofortprogramme ausblieben, könnte sich die Bundesregierung etwa 14 Monate Zeit lassen.
Der Druck auf Staatssekretär Stefan Schnorr in der Wasserstoff-Affäre nimmt zu. Sein Ministerium verspricht umfassende Aufklärung – und legt die Förderung für H2 zunächst auf Eis. Für Großprojekte wie das Nationale Technologie- und Innovationszentrum für Wasserstoff könnte das Verzögerungen bedeuten.
Um bis zu 63 Prozent könnte der Bedarf an fossilem Gas in den nächsten zehn Jahren abnehmen. Eine neue Studie des Öko-Instituts bekräftigt frühere Prognosen, dass die Netze für gasförmige Energie zum größten Teil nicht mehr gebraucht werden – vorausgesetzt, Deutschland verfolgt seine Klimaziele konsequent.
Den Betreibern des Wasserstoffnetzes werden höhere Risiken bei der Finanzierung zugemutet als anderen Infrastrukturprojekten, klagen die Gasverteilnetzbetreiber. In der Bundestagsanhörung zum Finanzierungsrahmen des Wasserstoffnetzes forderten sie eine Absenkung des geplanten Selbstbehalts.
Eine Fraunhofer-Analyse knöpft sich die Regelsetzung für die Digitalisierung des Energiesystems vor. Insgesamt gibt es für die vergangenen Jahre klare Fortschritte zu vermelden, lautet ein Fazit, auch wenn bei vielen Details noch Fragen offen sind. Auch eine politische Gesamtstrategie fehlt aus Sicht des CINES-Konsortiums schmerzlich.
Das Wachstumschancengesetz ist auf Druck der Länder deutlich geschrumpft, die Klima-Investitionsprämie soll ganz entfallen. Die Union knüpft ihre Zustimmung zum Gesetz an die Rücknahme des Agrar-Subventionsabbaus. Dies ist auch der Hauptgrund, weshalb einige Beteiligte eine Einigung im Vermittlungsausschuss heute bezweifeln.
Die EU hat sich auf einen Rechtsrahmen für die Zertifizierung von CO2-Entnahmen geeinigt. Das schafft finanzielle Anreize für mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft. Sogenanntes Carbon Farming muss aber zum Artenschutz beitragen, sonst gibt es keine Bescheinigungen. Der WWF moniert derweil die „verschwommene“ Grenze zwischen CO2-Reduktion und CO2-Entnahmen.
Balkonsolaranlagen gelten als Chance, Photovoltaik zur Massenbewegung zu machen. Am Gesetzentwurf dazu gibt es aber noch erhebliche Zweifel. Konflikte in Hausgemeinschaften drohten, und Vermieter könnten verhindern und verschleppen, lauteten Kritikpunkte in einer Anhörung im Bundestag.
Mit einer Gesetzesänderung will das Bundeswirtschaftsministerium den Stromleitungsbau von den Nordsee-Windparks bis nach Bayern und ins Rhein-Main-Gebiet forcieren. Umweltschützer melden erheblichen rechtlichen Klärungsbedarf an und lehnen den Entwurf ab.
Der Nordatlantikstrom, der das weltweite Klima reguliert, könnte eher zusammenbrechen als bislang befürchtet. Das hätte verheerende Folgen für den Nordwesten Europas und könnte die Landwirtschaft zum Erliegen bringen.
Noch verkünden staatliche Labore die Erfolge, aber bei der Erforschung und Entwicklung von Kernfusionstechnologien zeichnet sich ein Trend ab: Die Initiative geht über auf agile, durch Wagniskapital finanzierte Start-ups in den USA und Großbritannien. Das zeigen auch Beispiele in Deutschland.
Die Fernwärmeanbieter stehen wegen ihrer Preisgestaltung in der Kritik. Die geplante Novelle einer Verordnung für mehr Klarheit bei den Preisen steht schon länger aus. Jetzt prescht die Branche vor und will selbst für mehr Transparenz sorgen. Verbraucherschützern reicht das nicht. Sie fordern eine stärkere Regulierung der Fernwärme.
Jedes Jahr muss Mikko Ollikainen mit begrenzten Mitteln Vorkehrungen gegen Klimafolgen in Entwicklungsländern finanzieren – er ist Chef des UN-Anpassungsfonds. Im Interview hofft der Manager auf Gelder aus dem internationalen Emissionshandel. Dafür bräuchte es aber noch eine Einigung auf der kommenden Klimakonferenz.
Neue Berechnungen für die Langfristszenarien des BMWK zeigen: Ein extrem hoher PV-Zubau auf Kosten der Windkraft an Land führt zu einem ineffizienten und teureren Energiesystem. Auch Batteriespeicher könnten keine Abhilfe schaffen. Unabdingbar sind dagegen zusätzliche Wasserstoff-Speicher.
Die Affäre um die Vergabepraxis bei der Wasserstoff-Förderung im BMDV schien schon ausgestanden. Dann übergab ein Mitarbeiter E-Mails dazu dem „Spiegel“, aber nicht der Revisionsabteilung des Ministeriums. Die Leitungsebene sieht Vertrauen gebrochen und betont, mit der ganzen Sache sonst nicht allzu viel zu tun zu haben.
FDP-Fraktionsvize Lukas Köhler wirbt für CO2-Verpressung auch unter dem deutschen Festland. In der Kraftwerksstrategie sieht er nur einen „allerersten Schritt“ auf dem Weg zu einem Kapazitätsmarkt. Das neue Klimaschutzgesetz hält er für verfassungskonform – und spricht über Klimageld, ETS2 und neue Strompreiszonen.
Ein Entwurf der Biomassenstrategie ist aufgetaucht. Er bietet an vielen Stellen fachsprachliche Präzisierung, scheint an entscheidenden Punkten jedoch inhaltlich deutliche schwächer als sein Vorgänger.
Vertrauen ist schön, Kontrolle ist besser. Das soll in der EU demnächst auch für Marketingversprechen zu Klima und Umwelt gelten. Als Ergänzung zum geplanten Greenwashing-Verbot ist ein weiterer Rechtsakt in Arbeit. Bei den Details haben die zuständigen Ausschüsse im Europaparlament einen wirtschaftsverträglichen Kompromiss gefunden.
Abholzung, Dürren und höhere Temperaturen könnten den Amazonas kollabieren lassen, warnen Forschende in einer neuen Studie. Fast die Hälfte der Flächen sei gefährdet – und könnte zu Savannen verkommen oder zu geschädigten und leicht entflammbaren Ökosystemen. Neue Daten geben außerdem Aufschluss über die Entwaldung in Brasilien.
Projekte werden abgesagt und neue Investitionen verzögern sich – der Bau von Elektrolyseuren in Raffinerien stockt. Fehlende Marktreife der Anlagen verhindert den Umstieg auf die grüne Wasserstoff-Technologie. Vor allem fehlt die langfristige Renditeaussicht. Denn das wichtigste Anreizinstrument, die THG-Preise, sind im Keller.
Stefan Dohler, Chef des norddeutschen Energiekonzerns EWE, warnt davor, dass der enorme Finanzierungsbedarf der Dekarbonisierung kaum noch zu stemmen sei. Bundesregierung und Politik müssen endlich Verlässlichkeit beweisen, fordert er. Die Kraftwerksstrategie sollte aus Dohlers Sicht nur ein Anfang sein.
Im ETS 2 für den Gebäude- und Verkehrssektor drohen extrem hohe CO2-Preise, werden die Emissionen nicht um das Fünffache reduziert. Die Preiskontrollmechanismen des ETS würden schnell versagen. Um dem vorzubeugen, sollten besonders einkommensschwache Haushalte gezielt bei der Dekarbonisierung unterstützt werden, so der klare Appell von Forschenden.
Die Versorgung der PCK-Raffinerie mit Rohöl würde sich bei einer möglichen Enteignung des russischen Konzerns Rosneft dem Wirtschaftsminister zufolge vermutlich verbessern. Polen könnte die kasachischen Rohölmengen laut einem Insider ersetzen, sollten diese stocken. Eine Entscheidung zur Verstaatlichung kann erst nach der Anhörung erfolgen.
Tschechien setzt stark auf Kernenergie. Bis zu vier neue Anlagen werden in Auftrag gegeben, liefern sollen Frankreich oder Südkorea. Kritiker warnen vor hohen Kosten und negativen ökologischen Folgen. Doch in Prag finden sie kein Gehör.
Die Menschheit will die Kapazität an erneuerbaren Energien bis 2030 verdreifachen. Asien würde in einem solchen Szenario vermutlich den größten Beitrag leisten, zeigt eine Analyse. Die Weltregion ist bei ihrem Ausbau bereits grob auf dem erwünschten 1,5-Grad-Kurs. Schwierig wird es südlich der Sahara – dort bräuchte es Klimafinanzierung.
Nach dem Vorschlag der EU-Kommission für ein Klimaziel bis 2040 rückt der Landsektor ins Zentrum der Debatte. Denn hier sind die Emissionen besonders schwer zu mindern. Was das für Agrar- und Forstwirtschaft bedeutet und wie der Sektor sich dekarbonisieren könnte, diskutierten Expert:innen auf Einladung des Science Media Centers.
Grüner Wasserstoff soll auf schwimmenden Offshore-Windkraft-Anlagen erzeugt und per Tanker zum Kunden transportiert werden. Der Vorteil: Ein Netzanschluss ist nicht mehr notwendig – und Teile der bestehenden Ölinfrastruktur könnten genutzt werden. Bald soll es losgehen mit einer ersten großen Anlage in deutschen Gewässern.
Nach langem Warten zirkuliert ein Leak: Auf 70 Seiten legt er dar, wie die Erzeugung und Nutzung von Biomasse in Deutschland nachhaltig werden soll. Der Maßnahmenkatalog dürfte hohe Wellen schlagen.
Indonesiens Hauptstadt wird vom Klimawandel versenkt. Zugleich besitzt das Land einen der größten Regenwälder der Welt und riesige Nickel-Reserven. Bei der Präsidentschaftswahl am Mittwoch steht viel auf dem Spiel.
Deutschland hat in letzter Minute der novellierten Verordnung zur Reduzierung der CO2-Emissionen von Lkw und Bussen zugestimmt. Die FDP feiert die Berücksichtigung von E-Fuels als Erfolg. Wie bei der Pkw-Verordnung ist allerdings unklar, wie eine rechtssichere Regulierung aussehen soll.
Ein kurzfristig mit Industrievertretern einberufenes Treffen im Kanzleramt hat den Bundesverkehrsminister nicht umgestimmt. Die Ampel-Koalition bleibt zerstritten, Deutschland wird sich bei der Abstimmung über die EU-Verordnung für neue CO2-Grenzwerte für Lkw und Busse enthalten. Damit steht ein bedeutender Beitrag zu den EU-Klimazielen vor dem Aus.
Der Kreml reagiert mit scharfer Kritik auf eine mögliche Enteignung der russischen Raffinerieanteile in Deutschland. Die Drohkulisse schließt juristische Schritte und Vergeltung ein. Ein Hebel wäre der Stopp von kasachischen Öllieferungen zur PCK-Raffinerie über russisches Territorium. Das BMWK versucht nun, mehr Öl über Polen zu sichern.
Forscher bekommen Plasma immer besser in den Griff – unerwünschte Energieausbrüche werden seltener. Bis zu einem Kraftwerk bleibt es aber trotz ermutigender Ergebnisse noch ein weiter Weg. Die Bundesregierung will die Forschung weiter fördern.
In der Nacht zu Dienstag haben sich EU-Parlament und Rat vorläufig auf die Einführung des strategischen Investitionsplattform STEP geeinigt. Die Förderung von sauberen Technologien soll künftig aus bestehenden EU-Fonds erfolgen, nicht aus Eigenmitteln. Eine große Wirkung schreiben die EU-Parlamentarier dem Instrument nicht zu.
Eine Digitalisierungsplattform mit KI soll ab der zweiten Jahreshälfte die Planung von Wasserstoff-Infrastrukturen erleichtern. Die H2-Speicherstrategie soll fertig werden und erste Wasserstoff-Transportleitungen könnten 2025 in Betrieb gehen, heißt es in einem neuen Bericht des Wirtschaftsministeriums.
Während andere Branchen Tausende Stellen streichen, sucht der Energiesektor händeringend Personal. Nur ob Anlagenmechaniker, Dachdecker oder Industriekaufleute – die Unternehmen brauchen alle Fachkräfte und Nachwuchs aus demselben Pool.
Das geplante Netto-Null-Industrie-Gesetz soll die Fertigung klimaschonender Technologien in Europa stärken. Die Behörden müssen künftig zum Beispiel den Bau der entsprechenden Fabriken deutlich schneller genehmigen, wie die vorläufige Einigung vorsieht. Die Liste mit den betroffenen Bereichen liegt Tagesspiegel Background vor.
Dass die EU-Kommission ein Klimaziel von 90 Prozent für das Jahr 2040 ankündigen würde, war bekannt. Allerdings sind explizite Zahlen zu CCS an Kraftwerken nun verschwunden. Dennoch setzt das Szenario stark auf technische Lösungen, obwohl die benötigte Infrastruktur noch gar nicht existiert.
Nicht nur das Haushaltsurteil, auch das Klimaurteil des Bundesverfassungsgerichts wirkt auf die Umstrukturierung des Klima- und Transformationsfonds ein. Der Abgeordnete und Wasserstoffbeauftragte Till Mansmann leitet daraus ab: H2 muss in den Budgets der nächsten Jahre Vorrang erhalten.
Um Chinas Rohstoffdominanz aufzuweichen, müssen westliche Regierungen viel Geld in die Hand nehmen. Das Beispiel Seltene Erden zeigt aber, dass sie keine klare Strategie haben – trotz des Critical Raw Materials Act der EU. Das spielt China in Hände, das seine Kontrolle über Rohstofflieferketten global weiter ausbaut.
Weniger als halb so viel Leistung wie ursprünglich geplant, blauer Wasserstoff, spätere Umstellung auf H2: Die Bundesregierung hat sich auf eine abgespeckte und deutlich veränderte Kraftwerksstrategie geeinigt. Noch in dieser Legislaturperiode soll zusätzlich ein Kapazitätsmechanismus aufgesetzt werden.
Der voraussichtlich letzte Trilog zum Net Zero Industry Act steht an. Rat und Parlament werden sich einigen müssen, welche Branchen in Zukunft als „strategisch“ und besonders förderwürdig gelten. Die Wind- und Solarbranche drängen derweil auf einen stärkeren Schutz gegen chinesische Billigimporte.
Mit künstlichen Blitzen und Mikrowellenstrahlen wollen Forscher Gestein zerstören, um schneller in große Tiefen zu gelangen. Damit sollen die Kosten für die klimaschonende Technologie sinken. In alten Kraftwerken könnten so fossile Brennstoffe entfallen und der Geothermie Platz machen.
Fast anderthalb Jahre stehen die deutschen Töchter des russischen Ölkonzerns Rosneft nun unter Aufsicht des Bundes. Die dritte Verlängerung der Treuhand steht Ende März an. Doch der Rechtfertigungsdruck steigt. Eine Enteignung würde dieses Problem zwar lösen, aber neue Schwierigkeiten mit der Entschädigung schaffen, wie Rechtswissenschaftler erklären.
Finanzminister Christian Lindner hält eine Auszahlung des Klimagelds vor der Bundestagswahl doch nicht für realistisch. Auch im Bundeswirtschaftsministerium gibt es Zweifel an einer schnelleren Umsetzung des Vorhabens. Sozialverbände kritisieren den Verzug.
Obwohl bereits der Wahlkampf in die Debatten im EU-Parlament zieht, versuchen einige Abgeordnete, ein Langfristthema in der Diskussion zu halten, das Wähler:innen schwer zu vermitteln ist: die klimataugliche Neudefinition von Wachstum.
Jedes Jahr sollen 100.000 Gebäude an Wärmenetze angeschlossen werden, doch das Ziel ist fern. Das liegt aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Fernwärme an Hemmnissen durch die Wärmelieferverordnung und das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck versprach Reformen, forderte aber auch transparente Preise von der Branche.
Die Union warf gestern der Ampelkoalition falsche Prioritäten beim Klimaschutz vor. Die Regierungsparteien halten die Kürzungen für vertretbar und haben den BMWK-Etat daher angenommen. Protest gibt es derweil in den Ländern. Der Bundesrat hat die Verabschiedung des Haushaltsfinanzierungsgesetzes verschoben.
Der Weltklimarat weist für die Aufforstung und Bioenergie große Klimaschutzpotenziale aus. Aber die erwarteten Mengen bei der CO2-Entnahme ignorieren Folgen für die Ernährungssicherheit und die Umwelt, kritisieren Expert:innen in einem neuen Bericht. Ihre Risikoanalysen ermitteln weitaus geringere Potenziale und stellen gegenwärtige Szenarien infrage.
Die Haushaltswoche im Bundestag hat gestern mit der Generaldebatte ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Doch das Thema Geld ist mit der kommenden Verabschiedung des Etats für 2024 nicht vom Tisch. Aus Sicht von NGOs muss jetzt die Klimafinanzierung der Zukunft gesichert werden. Experten sehen Möglichkeiten – auch im Rahmen der Schuldengrenze.
Mit einer Sonderregelung im Baugesetzbuch will die Bundesregierung die baurechtlichen Vorgaben in den nächsten Jahren außer Kraft setzen. Das soll den Neubau von Wohnraum ankurbeln. Ein breites Verbändebündnis befürchtet negative Folgen für den Klima- und Flächenschutz. Der Bau- und Wohnungsindustrie sind die Ausnahmen dagegen zu eng gefasst.
Trotz einiger Verbesserungen lassen die Verbände kein gutes Haar am neuen Entwurf zum Kritis-Dachgesetz. Unklar sei unter anderem, welche Behörde zuständig wäre für den Schutz des Energiebereichs. Die Unternehmen bevorzugen die Bundesnetzagentur in dieser Rolle.
Trotz Rückschlägen wird der Großteil der Netzanschlüsse für Offshore-Windparks rechtzeitig fertig, versichern das Wirtschaftsministerium und der Netzbetreiber Tennet. Richtig eng wird es erst 2029 und 2030, heißt es von Seiten der Zulieferindustrie. Sie hofft vor allem auf ein versprochenes Bürgschaftsprogramm, etwa für den Konverterbau.
Beim EU-Klimaziel 2040 wird sich Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für eine Emissionsreduktion von 90 Prozent aussprechen. Dies zeigt der Entwurf einer entsprechenden Mitteilung. Dafür sollen die Mitgliedstaaten zunächst die europäischen Energie- und Klimagesetze umsetzen. Beschleunigt ausgebaut werden sollen außerdem Mini-Atomkraftwerke.
Die Letzte Generation will nicht länger Autofahrer blockieren. Protestforscher und Beobachter beurteilen den Strategiewechsel als folgerichtig, da sich die Protestform abgenutzt habe. Künftig wollen die Aktivisten Politiker und andere Entscheider zur Rede stellen. Doch auch das könnte sich rasch abnutzen.
Erst kürzlich machte die FDP einen Vorschlag, um genug Mittel für die Auszahlung des Klimagelds zusammenzubekommen. Für die Grünen kommen die angedachten Kürzungen nicht infrage – und würden die Klimabilanz des Verkehrssektors weiter verschlechtern. Eine neue Umfrage zeigt, dass die Mehrheit grüne Investitionen einer pauschalen Rückerstattung vorzieht.
Schwache Wirtschaft, Ausbau der Erneuerbaren, günstiges Gas – es gibt Gründe, warum der Preis im europäischen Emissionshandel ETS zuletzt deutlich gesunken ist. Doch eigentlich sollte sich der Markt langfristig orientieren und zu stabilen, höheren CO2-Kosten führen. Möglicherweise wachsen die Zweifel an der klimapolitischen Verlässlichkeit der EU.
In Dänemark ist die Wärmewende weit fortgeschritten. Schon früh verpflichtete das Land seine Kommunen Wärmepläne zu machen. Diese setzten häufig auf Fernwärme, die mittlerweile einen Anteil von 75 Prozent Erneuerbaren hat. Auch eine kontinuierliche, langfristig angelegte Politik und transparente Preise waren für den Ausstieg aus den Fossilen entscheidend.
Der Netzausbau in der Nordsee verzögert sich teils um Jahre, warnt das Bundesamt BSH. Das gefährdet die politischen Ausbauziele und die bevorstehenden Ausschreibungen. Schuld ist angeblich das Fehlen von Werften für den Konverterbau.
Weil das EEG-Konto implodiert ist, machen die Netzbetreiber ihren gesetzlichen Anspruch auf zusätzliche Milliarden aus dem Bundeshaushalt geltend. Das wirft die Frage auf, wie es mit der Erneuerbaren-Förderung weitergeht. Und ob es ein Comeback der EEG-Umlage geben soll.
Ambitioniert sein, CO2-Entnahme begrenzen, ärmere Menschen entlasten: Dafür spricht sich die Umweltorganisation Germanwatch in der Diskussion um das EU-Klimaziel 2040 aus, zeigt ein vorab vorliegendes Positionspapier. Einige Gemeinsamkeiten hat die NGO mit elf EU-Mitgliedstaaten – sie erwarten ebenfalls ein starkes politisches Signal von der EU-Kommission.
US-LNG ist die wichtigste Alternative zu russischem Pipelinegas. Doch nun wird die Biden-Administration den Terminal-Bau wohl auf Eis legen. EU-Parlamentarier und Umweltverbände jubeln, die Industrie ist entsetzt.
Wenn die EU Klimaschutz betreibt wie bisher, würde sie ihre Emissionen bis 2040 um 88 Prozent senken im Vergleich zu 1990. Das sind nur zwei Prozentpunkte weniger als der Klimabeirat für das Zieljahr empfiehlt. Zu den Knackpunkten gehört eine vollständig entwickelte Carbon-Management-Industrie, zeigt eine geleakte Folgenabschätzung der Kommission.