Neue Umfrageergebnisse zeigen, wie die EU-Bürger:innen zum Krisenmanagement der EU stehen – und was aus ihrer Sicht die Prioritäten für die Zukunft sind. Ganz weit vorne: das öffentliche Gesundheitswesen.
Jens Spahn hat die Begrenzung des Eigenanteils für Heimbewohner weiter abgespeckt. Weil zudem zur Gegenfinanzierung die Dynamisierung stationärer Leistungen ausgesetzt wird und die Pflegekosten wegen neuer Vorgaben für Löhne und Personalbemessung stark steigen dürften, droht aus der versprochenen Entlastung eine Zusatzbelastung zu werden.
Sie versprechen ein perfektes Lächeln ganz ohne lästige Zahnarztbesuche und werben damit auf den sozialen Medien: Anbieter von Alignerbehandlungen. Die Bundeszahnärztekammer fordert nun eine strengere Aufsicht, um Schäden einzudämmen.
Über die Ursache von sogenannten Kreidezähnen bei Kindern gab es bisher nur Vermutungen. Nun belegt der Barmer-Zahnreport erstmals einen Zusammenhang mit der Gabe von bestimmten Antibiotika. Doch weshalb die Erkrankung beim Nachwuchs von Müttern im mittleren Alter und bei Mädchen häufiger als bei Jungs auftritt, ist immer noch ein Rätsel.
Ein Finanztableau des Gesundheitsministers zur Pflegereform zeigt: Der neueste Aufschlag von Jens Spahn entlastet die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen weit weniger als ursprünglich versprochen. DAK-Chef Andreas Storm sieht darin einen Wortbruch.
Gesundheitsminister Spahn macht den Datenschutz für die mangelnde Abrechnungskontrolle in den Corona-Testzentren verantwortlich. Der Datenschutzbeauftragte kontert: Die Weiterleitung von Testdaten sei möglich, nur habe Spahns Ressort dies nicht gewollt. Auch wegen der elektronischen Patientenakte beharken sich beide.
Die Symptomvielfalt des Post-Covid-Syndroms macht die Versorgung der Betroffenen schwierig. Therapiekonzepte und wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zur neuen Erkrankung gibt es wenige. Daten und Bioproben sind in Deutschland massenhaft vorhanden. Das Forschungsministerium fördert jetzt Vorhaben, in denen diese zusammengeführt und ausgewertet werden.
Schwindeleien nicht nur bei den Testzahlen, sondern auch bei der Preisabrechnung mit Kassenärztlichen Vereinigungen: Vertragspapiere zeigen, dass Betreiber von Testzentren kreative Methoden anwenden, um auf die maximale Erstattung zu kommen.
Es wird eine Reform mit Abstrichen: Kurz vor Ende der Legislaturperiode will Gesundheitsminister Spahn ein Pflegepaket in das GVWG einbauen. Der Koalitionspartner, Kassen und Verbände kritisieren die Maßnahmen, die weniger radikal ausfallen als geplant.
Christoph Krupp soll im Auftrag der Bundesregierung, speziell Finanzminister Scholz, die Impfstoffproduktion ankurbeln. Zu spüren ist davon wenig. Auch die Bemühungen des Wirtschaftsministeriums schlagen offenbar wenig Wellen: Zulieferer versuchen um jeden Preis den Eindruck zu vermeiden, sie seien auf staatliche Vermittlung angewiesen.
Hohe Sterberaten, enorm viele Erkrankungen: Pflegebedürftige und ihre Betreuer waren von der Pandemie besonders stark betroffen - und das überall in Europa. Was ist schief gelaufen in den Heimen, welche Lehren sind daraus zu ziehen? Eine Studie schildert Erfahrungen von Altenpflegekräften aus neun europäischen Ländern. Und verlangt politische Konsequenzen.
Wie erwartet macht der Impfgipfel den Weg frei, Teenager im Sommer gegen Corona zu impfen - zusätzliche Dosen wird es dafür aber nicht geben. Für die kommende Jahre setzt Deutschland weiter auf verschiedene Hersteller, auch mit Blick auf Impf-Ängstliche. Offene Fragen gibt es noch zum digitalen EU-Impfzertifkat.
Diverse Epidemien und Pandemien in nicht einmal 20 Jahren. Doch die Staatengemeinschaft verschlief Reaktionen – und ärgert sich nun. Das wurde beim Global Solutions Summit deutlich, bei dem Jens Spahn in aller Deutlichkeit für eine stärkere WHO warb.
Eine Glioblastom-Erkrankung ist eine fatale Diagnose. Information und Vernetzung aber können den Betroffenen den Verlauf erleichtern. Ein Selbsthilfenetzwerk und das Innovationsbündnis Krebs&Gehirn entwickeln deshalb digitale Lösungen.
Schon vor dem Start der Medizinprodukteverordnung forderte die Industrie Anpassungen. Bei einer Branchenkonferenz wiesen BMG und EU-Kommission nun einige der Beschwerden von sich – wiesen aber auch auf weitere Baustellen hin.
Deutschland gehen die Hausärzte aus. Nach einer Studie der Robert Bosch Stiftung drohen bis 2035 zwei von fünf Landkreisen Unterversorgung oder spürbare Engpässe. Die Experten raten deshalb zu einem Komplettumbau der Primärversorgung.
Nordrhein-Westfalen und Thüringen gehen in den nächsten Wochen mit einem standardisierten Gateway online, das neben der Luca-App auch vielen anderen Lösungen Zugang zu den Gesundheitsämter geben soll. Andere Bundesländer könnten bald folgen.
Mit einer Großinvestition von bis zu 300 Millionen Euro fördert die Bundesregierung nun auch die medizinische Versorgung von Covid-19-Infizierten. Biotech-Unternehmer und die bündnisgrüne Opposition, die bereits seit März 2020 für eine Gleichstellung der Impf- und Therapieforschung getrommelt hatten, können sich freuen.
Das BAS ermittelt derzeit gegen 18 Kassen wegen möglicher RSA-Manipulationen, gegen weitere 44 laufen „anlassbezogene“ Verfahren. Beim GKV-Spitzenverband ist man indes nicht sicher, ob die gerade erst eingeführte Manipulationsbremse wegen der Pandemie nicht verschoben wird: Das sorgt vor allem bei kleineren Kassen für Aufregung.
In Surveys erfasst die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie derzeit die Corona-Lage bei Kindern, gesammelt werden dabei auch Daten zu PIMS und Long Covid. Der Kinderarzt Dr. Jakob Armann von der Uniklinik Dresden ist einer der Projektleiter. Im Interview warnt er vor einer verzerrten Wahrnehmung vor falschen Schlüssen in der Schulpolitik.
Das Impfen ist der Weg raus aus der Pandemie, heißt es. Aber gilt das auch für Kinder Jugendliche? Die Diskussion zeigt: Es gibt genauso viele Argumente dafür wie dagegen. Eines zeichnet sich schon jetzt ab: Die Stiko wird wohl keine allgemeine Empfehlung aussprechen.
Ein Änderungsantrag zum Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) sorgt für Ärger bei Psychotherapeut:innen. Hinter der „schweregradorientierten Versorgung“ wittern sie den Versuch einer Rationierung durch das Bundesgesundheitsministerium.
Die Lungenerkrankung COPD liegt bei den häufigsten Todesursachen auf Rang Sechs. Am stärksten betroffen sind die Bundesländer Berlin und Nordrhein-Westfalen. Dies belegt eine große AOK-Studie, die heute veröffentlicht wird. Als wichtigster Risikofaktor gilt das Rauchen, doch auch Feinstaubbelastung und Wohnsituation spielen eine Rolle.
In sechs Tagen soll die deutsche Umsetzung der Medizinprodukteverordnung (MDR) in Kraft treten. Doch die Knappheit an Benannten Stellen und hohe Kosten rufen bereits jetzt die Kritik der Hersteller hervor: Vor allem der Mittelstand drohe auszubluten, so die Warnung.
Kinder zu impfen, wäre ein weiterer Schritt zur Herdenimmunität: Doch was ist, wenn die Experten der Ständigen Impfkommission keine Impfung empfehlen? Die KBV fordert eine ehrliche Nutzen-Risiko-Abwägung und eine klare politische Kommunikation der Kampagne. Das Ziel der Herdenimmunität jedenfalls sei keine Indikation für eine Impfung.
Jürgen Dusel ist Beauftragter der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen. Im Interview kritisiert er fehlendes Bewusstsein für Barrierefreiheit auch in der Digitalisierung, die „German Angst“ vor konsequenter Barrierefreiheit und vor einfacher Sprache im Gesundheitswesen.
Nach acht Jahren haben die Bundesländer endlich ihre Hausaufgaben gemacht. Der Aufbau klinischer Krebsregister ist weitgehend abgeschlossen. Nun müssen die Regionaldaten zusammengeführt werden. Und es gibt Kritik an den Vorgaben: Die Datensätze enthielten nicht alle Informationen, die für eine Analyse der Versorgungsqualität notwendig seien.
Künstliche Intelligenz kann die Versorgung in der Intensivmedizin verbessern und dabei helfen, heutige und künftige Herausforderungen zu bewältigen. Davon sind Mediziner von Universitätskliniken überzeugt, die in Deutschland an unterschiedlichen KI-Assistenzprojekten arbeiten.
Die Pflegereform des Gesundheitsministers liegt noch in der Schublade, und sein Bevollmächtigter kommt schon mit neuen Ideen. Andreas Westerfellhaus drängt auf Geldleistungen für pflegende Angehörige. Er möchte die 24-Stunden-Pflege endlich rechtssicher haben, will ambulante Dienste zu Kunden-Feedback verpflichten. Und das ist noch längst nicht alles.
Präzisionsmedizin ist teuer und kann nur ganz gezielt eingesetzt werden. Um sie in die Fläche zu bringen, hat die AOK Nordost jetzt als erste Kasse einen Versorgungsvertrag mit dem „Netzwerk Hauptstadt Urologie“ geschlossen. Dabei geht es um Versicherte, die unheilbar an Prostatakrebs erkrankt sind. Sie erhalten dadurch Zugang zu modernsten Therapien.
Die Online-Präsenz der Kliniken in Deutschland und Österreich ist verbesserungswürdig – das bestätigt jetzt auch eine neue Studie. Abhilfe könnte in Deutschland das Krankenhauszukunftsgesetz schaffen, das den Kliniken Fördergelder für Patientenportale und IT-Sicherheit ermöglicht: Abgerufen werden die bislang aber fast gar nicht.
Dieses Jahr fließen erstmals zusätzliche Finanzmittel in Höhe von mehr als 130 Millionen Euro an „ehrliche“ Krankenkassen – als Korrektur von früheren Manipulationen einzelner Kassen am morbiditätsorientierten Finanzausgleich. Der Aufarbeitungsprozess wird aber noch dauern. Und zusätzliche Turbulenzen verursacht die Pandemie.
Dänemark hat gleich zwei Vakzine aus seinem Impfprogramm gestrichen. Jetzt können Dän:innen sich aber trotzdem mit AstraZeneca und Johnson&Johnson impfen lassen. Private Impfdienstleiter sollen die Aufgabe übernehmen.
Warum erkranken Menschen an Diabetes? Ist das genetisch vorbestimmt oder trägt eher eine ungesunde Lebensweise dazu bei? Im Falle des Typ-2-Diabetes ist diese Frage nur mit einem „Sowohl als auch“ zu beantworten, so das Resümee beim diesjährigen Diabetes-Kongress. Dort ging es aber auch um Therapiemöglichkeiten und Chancen der Telemedizin.
Die anvisierten sieben Milliarden Euro als Sonderzuschuss des Bundes für die GKV reichen bei weitem nicht. Das ist Konsens bei den Chefs der gesetzlichen Krankenkassen und ihrer Verbände. Sie sorgen sich um explodierende Zusatzbeiträge und erinnern an die zugesagte Sozialgarantie. Außerdem brauche man bald mal Klarheit für eine verlässliche Haushaltsplanung.
Der digitale Impf- und Genesungsnachweis soll von Ländern verschickt oder in Arztpraxen ausgedruckt werden. Dafür sollen nun unter Hochdruck die verschiedenen Praxisverwaltungssysteme fit gemacht werden. Doch nicht überall dürfte dies gelingen.
Vier Mitglieder des Gesundheitsausschusses diskutierten bei einer Veranstaltung über die Gesundheitspolitik nach der Bundestagswahl. Während sie alle große Hoffnungen in die Zusammenführung der Krebsregisterdaten setzen, sind sie sich in Impffragen nicht immer einig.
Alt pflegt Alt. Und: Pflege ist weiblich. Diese beiden Zuständigkeitbeschreibungen für die Pflege von Angehörigen werden im aktuellen Pflegebarometer der PKV mal wieder bestätigt. Auch am Umstand, dass Pflege kaum mit Beruf und Familie zu vereinbaren ist, hat sich wenig geändert. Dennoch sind erstaunlich viele Pflegende mit ihrer Situation zufrieden.
Die Corona-Warn-App wird nach und nach mit mehr Funktionen ausgestattet. In Sachsen kann man sich damit bald in Restaurants und Kneipen einchecken. Eine Studie der Universität Konstanz kommt derweil zu dem Ergebnis, dass neben Freiwilligkeit auch eine konsequente und zielgruppenspezifische Kommunikation für mehr Akzeptanz sorgen würde.
Um die Meldegeschwindigkeit zwischen Laboren und Gesundheitsämtern in der Corona-Pandemie zu erhöhen, wurde vor gut einem Jahr das System DEMIS eingeführt. Entwickelt worden ist es bereits viele Jahre vor der Pandemie. Nun soll es auch für weitere Akteure und Infektionskrankheiten nutzbar gemacht werden.
Wie wirken sich bestimmte Corona-Maßnahmen auf die Infektions- und Sterbezahlen aus? Das wollten Datenanalysten herausfinden. Ihr Modell deutet an, dass Kita-Schließungen tödliche Folgen für die Großeltern-Generation haben könnten – und dass die Corona-Warn-App womöglich effektiver gegen Infektionen wirkt als Alltagsmasken.
Je länger die Corona-Impfkampagne dauert, desto mehr werden die immensen Kosten für das Impfgeschehen ins Blickfeld rücken. Das gilt vermutlich auch für die Frage, wie lange die Impfzentren der Länder eigentlich noch aufrechterhalten werden müssen. Denn im Vergleich zur Impfung in der Arztpraxis schlagen vor allem beträchtliche Logistikkosten ins Gewicht.
Seth Berkley, GAVI-Chef, will zusammen mit der WHO zwei Milliarden Impfdosen an ärmere Länder verteilen. Im Interview spricht er über den aktuellen Stand des Projekts und warum es möglich wäre, das gesetzte Ziel zu übertreffen. Er appelliert an die reichen Länder, alles in ihrer Macht stehende zu tun, Impfstoffe global zur Verfügung zu stellen.
Sind die USA der Retter des benachteiligten Globalen Südens? Der Eindruck, den Joe Biden gerade mit seinem Vorstoß für eine Patentaussetzung bei Corona-Impfstoffen vermittelt, täuscht, sagen Kritiker. Sie halten die Initiative für Symbolpolitik, die ohne Konsequenzen bleiben wird.
Schon in wenigen Wochen sollen die neuen Verordnungs- und Einlöseprozesse des Elektronischen Rezepts in der Praxis getestet werden. Eine Umfrage im Auftrag der ABDA jedoch zeigt: Bisher hat ein Großteil der Bevölkerung kaum vom E-Rezept gehört. Und der Zeitplan der Einführung ist fast niemandem bekannt.
Wie verkraften Kinder und Jugendliche die Pandemie? Durch die Lockdowns und dadurch nur sporadisch erfolgenden Schul- und Kitabesuche habe sich deren psychische und körperliche Entwicklung „dramatisch verschlechtert“, bilanzierten die Delegierten des Ärztetages. Sie drängen auf ein schnelles und dickes Maßnahmenpaket.
Das Bundesgesundheitsministerium hat die Corona-Kommunikation weitgehend übernommen: Vor allem für die Impfkampagne spielt das eine zentrale Rolle. Nun wird Kritik laut, unter anderem von den Grünen. Deren präventionspolitische Sprecherin will unter anderem die Kinderimpfungen kommunikativ besser vorbereitet sehen.
Ein Beschluss mit Verspätung: Nach dem Sterbehilfe-Urteil des Bundesverfassungsgerichts vor einem Jahr hat der Ärztetag nun auch das berufsrechtliche Verbot ärztlicher Suizidbeihilfe aufgehoben. Allerdings fiel die Entscheidung der Delegierten eher widerwillig. Und die Mediziner pochen darauf, dass sie zu solchem Tun keineswegs verpflichtet sind.
Die niedergelassenen Ärzte warnen vor Doppelbuchungen und Wartelisten mit Bürgern, die bereits geimpft sind, aber ihre Praxis darüber nicht informiert haben. Bis zur Aufhebung der Impfpriorisierung droht organisatorische Mehrbelastung. Eine technische Lösung scheint nicht in Sicht.
Das Thema Pflegereform ist im Wahlkampf angekommen: Nach dem Vorstoß der SPD am Wochenende kontert der Gesundheitsminister mit unabgestimmten Änderungsanträgen zum GVWG. Sie sehen erhöhte Bundeszuschüsse für die GKV vor. Und könnten den Koalitionspartner in Argumentationsnöte bringen.
25 Änderungsanträge bringen die Fraktionen von CDU/CSU und SPD in die heutigen Beratungen zum DVPMG im Gesundheitsausschuss ein. Auf die MIO-Experten der KBV könnte dadurch jede Menge Arbeit zukommen. Und die Grünen haben auch noch Ideen.
Ein Grußwort der Kanzlerin und die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit: Der Ärztetag nutzt die Gelegenheit, lange beklagte Missstände im Gesundheitswesen zu adressieren. Beim Streit über ePA-Sanktionen deutet Jens Spahn Entgegenkommen an – und macht deutlich, dass er nicht als Gesundheitsminister weitermachen will.
Aufgrund der Corona-Pandemie haben im vergangenen Jahr viele Krankenversicherte ihre Vorsorgeuntersuchungen ausfallen lassen. Beim Hautkrebs-Screening etwa betrug der Rückgang zwischen Januar und September satte 26 Prozent. Das könnte schlimme Folgen haben, warnen Experten.
Millionen Menschen könnten die Praxen fluten, um nachträglich einen Impfnachweis zu bekommen, befürchten die niedergelassenen Mediziner. Und vor dem heute beginnenden Ärztetag übt die KBV auch ungewohnt scharfe Kritik an der Lockdown-Politik.
Trotz der durchaus breiten Kritik, die etwa an der Corona-Warn-App geäußert wird, finden sich nur wenige Stimmen, die offensiv für die Nutzung personenbezogener Daten im Kampf gegen die Pandemie werben. Der Digitalexperte der Konrad-Adenauer-Stiftung fordert nun in einem Papier, das Verhältnis zwischen Datenschutz und Gesundheitsschutz zu überdenken.
Wegen teilweise schwerer Nebenwirkungen hat das Bundesinstitut für Arzneimittel den Vertrieb des Medikaments Cytotec stoppen lassen. Expert:innen gefällt das gar nicht. Aus ihrer Sicht sind Frauen für medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche auf das Mittel angewiesen.
Im Sommer könnten die ersten Kinder gegen Corona geimpft werden, die Jüngsten müssen noch warten. Die Kinder- und Jugendmediziner stehen in den Startlöchern, sagt deren Verbandschef. Zentral sei es nun, möglichst viele Eltern zu überzeugen – und sich nicht allein auf einen Impfstoff zu verlassen.
Corona und geschickte Abrechnungsstrategien haben dazu geführt, dass das TSVG den Medizinern weit mehr Zusatzhonorare bescherte, als ihnen Jens Spahn für eine bessere Behandlung von Kassenpatienten zugestehen wollte. Nun will der Gesundheitsminister per Gesetzesänderung erreichen, dass die Kassen jede Arztleistung nur noch einmal bezahlen müssen.
Zu Beginn der Pandemie hatten Rehakliniken durch abgesagte Operationen mit sinkenden Patient:innenzahlen zu kämpfen. Doch auch wenn die Zahl der OPs noch immer nicht das Niveau vor Corona erreicht hat, steigt die Belegung aktuell wieder an. Der Grund: Immer mehr Post-Covid-Patient:innen benötigen eine Reha.
Große Fläche, wenige Einwohner: Der Kreis Vorpommern-Greifswald leidet wie viele ländliche Gebiete in Deutschland unter Ärztemangel. Das betrifft auch die Notärzte, die schnell vor Ort sein sollen, dafür aber oft weite Strecken zurücklegen müssen. In Vorpommern-Greifswald will man das Problem mit „Telenotärzten“ lösen.
Seit Jahren wird Dänemark als Modellland beim Thema Krankenhausstrukturreform gehandelt. Doch wie genau reformierte der nordische Staat seine stationäre Versorgung? Ein Innovationsfonds-Projekt hat die Reformen beleuchtet und Lehren daraus gezogen.
90 Prozent: Niemals vorher hat die Techniker Krankenkasse bei den Bürgern einen derart hohen Zufriedenheitswert fürs Gesundheitssystem ermittelt. Aus der Sicht von Vorstandschefs Jens Baas ist das auch ein Beleg für gute Versorgung in der Coronakrise. Dennoch gibt es aus Bürgersicht viel Reform- und Erneuerungsbedarf. Vor allem in Sachen Digitalisierung.
20 EU-Staaten, darunter Deutschland, wollen im Mai den Datenaustausch testen, der Grundlage sein wird für freien Reiseverkehr für Geimpfte und Genesene. Brüssel betont das Recht aller EU-Bürger auf ein Zertifikat – es sei nun an den Mitgliedsstaaten, dies national zu implementieren.
Nur eine Minderheit der deutschen Krebsmediziner wünscht sich ein berufsrechtliches Verbot der ärztlichen Suizidbeihilfe. Das zeigt eine Umfrage der DGHO im Vorfeld des Deutschen Ärztetags, bei dem das Thema auf die Tagesordnung kommen soll. Eine starke ärztliche Rolle wird insbesondere bei Beratung und Prüfung der Freiverantwortlichkeit gesehen.
Die Hälfte der bekannten Direktbeschaffungen für Schutzausrüstungen wurden über Jens Spahn persönlich vermittelt – das zeigt nun eine vom BMG veröffentlichte Namensliste beteiligter Abgeordneter. Die über den Minister persönlich hereingekommen Aufträge dürften einen Großteil des vermittelten Auftragsvolumens ausmachen.
Bei den vorgezogenen Wahlen am 4. Mai wird über Madrids Regionalregierung abgestimmt, aber auch über ein Modell zur Bewältigung der Coronakrise. Im Sinne der Wirtschaft hat die Regionalchefin mildere Maßnahmen zum Umgang mit der Pandemie als im Rest von Spanien ergriffen. Blick in ein Land, das Corona-Maßnahmen im Wahlkampf verhandeln muss.