Sie sind sich besonders nahe und manchmal doch so fern: Der Katholische Krankenhausverband und die Caritas diskutierten mit Gesundheitsminister Jens Spahn und Bundestagsabgeordneten. Streitpunkte waren die Personalbemessung und Vorgaben für eine Krankenhausreform.
Die Einsamkeit, die Hilfebedürftigen in Pflegeheimen während der Pandemie aufgrund rigider Kontaktbeschränkungen zugemutet wurde, ist viel beschrieben worden. Jetzt zeigt eine Studie des Sozialverbands VdK und der Hochschule Osnabrück: Auch wer daheim gepflegt wurde oder Angehörige pflegte, litt unter Isolation, psychischen wie physischen Belastungen.
Die Geschichte der Fallpauschalen ist eine unendliche. Bei einer Veranstaltung zur Ökonomisierung des Gesundheitswesens zeigte sich nun: Ein Happy End ist weiterhin nicht in Sicht, aber immerhin sind sich Politiker, Ärzte und Gesundheitsökonomen darüber einig, dass Renditeschlachten nicht auf dem Rücken der Angestellten ausgetragen werden dürfen.
Gesundheit und Digitalisierung wurden, nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie, zu zwei Mega-Themen der nun endenden Legislatur. Doch welche Ideen und Vorschläge haben die Parteien für die Zukunft? Im ersten Teil unseres Programm-Checks lesen Sie, wie sich Grüne, Linke und die SPD zum Thema Digital Health positionieren.
Nicht zuletzt die Pandemie hat die Entwicklung telemedizinischer Projekte vorangetrieben – so auch eines zum Schwangerschaftsabbruch. Es erspart weite Fahrtwege, ist diskret und kann auch während einer Quarantäne durchgeführt werden. Selbst der Berufsverband der Frauenärzte bewertet das niederschwellige Angebot positiv.
Deutschland ist nach China und Indien das Land mit den meisten hitzebedingten Todesfällen. Als schnelle Lösung in einem immer wärmeren Klima gilt die Klimaanlage. Internationale Forscher haben nun eine ganzheitliche Strategie empfohlen, um die Folgen der Hitze zu mildern.
Mit „Zero Covid“ versucht sich Neuseeland gegen Corona zu schützen – jetzt ist das Land wieder im Lockdown. Zwar gab es auf dem Inselstaat sehr wenige Corona-Tote – aber auch sehr wenige Geimpfte. Macht Delta nun den hart erkämpften Erfolg zunichte?
Über 200 Symptome werden mittlerweile mit dem Long-Covid- oder dem Post-Covid-Syndrom in Verbindung gebracht. Eine Leitlinie soll den interdisziplinären Behandlungsteams Therapieempfehlungen an die Hand geben.
Bei der Durchsetzung ihrer Rechte haben Patienten, die einen Behandlungsfehler oder einen Schaden durch ein Arzneimittel vermuten, oft Probleme. Wenige Wochen vor der Bundestagswahl fordert die AOK nun die Politik in einem Positionspapier dazu auf, die Patientenrechte zu stärken. KBV und DKG reagieren mit Unverständnis, Union und SPD schweigen.
Das von der Gematik bereitgestellte E-Rezept ist vielen Krankenkassen schon lange ein Dorn im Auge. Vor der heutigen Gesellschafterversammlung kocht der Streit nun erneut hoch. Es geht dabei – vordergründig – um die Möglichkeit, über die App eine NFC-fähige Gesundheitskarte zu bestellen. Die Kassen protestieren und sehen den Datenschutz gefährdet.
Der Blick nach Frankreich zeigt: Durch Klinikfusionen verringert sich das Angebot an Leistungen, die vorher von jedem der betroffenen Häuser erbracht wurden. Was das für die Patienten bedeutet – also ob durch weniger Wettbewerb die Qualität der Leistungen sinkt oder ob sie durch mehr Spezialisierung steigt – lässt eine Untersuchung des DIW jedoch offen.
Die Stiko empfiehlt wegen einer besseren Datenlage nun doch Corona-Impfungen bei Kindern. Bei den unter 12-Jährigen ändert dies nichts – sie brauchen ein geimpftes Umfeld. Eine Impfpflicht für Lehrer und Pflegekräfte findet inzwischen breite Zustimmung in der Bevölkerung.
Der fahrende Bereitschaftsdienst soll die medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten außerhalb der Öffnungszeiten der Praxen sicherstellen. Die KV Berlin hat diesen Service nun nachts eingeschränkt, einzig aufgrund der geringen Nachfrage, beteuert die KV. Hausbesuche sind indes ein Defizitgeschäft – und in allen KV-Regionen kein Automatismus.
Mit einer radikalen Lockdownpolitik hält Australien Corona-Infektionszahlen unten – isoliert dafür aber das Land und sperrt eigene Staatsbürger faktisch aus. Auch wegen einer desolaten Impfquote gibt es jetzt noch strengere Maßnahmen. Die Kritik der Bevölkerung und Menschenrechts-Organisationen wird lauter.
In Sachsen-Anhalt sind viele Probleme der Gesundheitspolitik schon lange akut, die anderswo erst noch auftauchen werden. Die kommende „Deutschlandkoalition“ ist also aufgerufen, schnell gegenzusteuern. Wie die wahrscheinlich nächste Ministerin Grimm-Bene gegen Ärzte- und Klinikmangel und bei der Digitalisierung nun vorgehen will.
Mit dem Lockdown ist auch das Immunsystem von Kindern runtergefahren. Wie Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, droht mit Schulbeginn nun eine Erkältungswelle. Sind die Kinder anfälliger für Infekte geworden?
Zur Jahreshälfte beträgt das Defizit der gesetzlichen Kassen fast 1,9 Milliarden Euro – nach 148 Millionen im 1. Quartal. Zurückzuführen lässt sich der größte Teil des Minus auf Reformen des Bundesgesundheitsministers. Das für 2022 zu erwartende Finanzloch könnte kleiner als ursprünglich erwartet werden. Eine Analyse.
Der neue Arzneimittel-Report der Barmer zeigt: Die Arzneimitteltherapie von Frauen im gebärfähigen Alter wird noch immer unzureichend dokumentiert. Das führt zu gefährlichen – und vor allem vermeidbaren - Informationslücken vor und zu Beginn der Schwangerschaft, denn Lösungen gibt es bereits.
Kaum eine App hat in diesem Jahr bisher für so viele Diskussionen gesorgt wie die Kontaktverfolgungs-Anwendung Luca. In den meisten Gesundheitsämtern Deutschlands ist Luca mittlerweile installiert – aber hält sie auch, was sie verspricht?
Die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherer spitzt sich zu: Die meisten Kassenarten haben ihre Zahlen fürs erste Halbjahr gemeldet – und die sind rot bis dunkelrot. Der Vorstandsvize des AOK-Bundesverband erwartet auch in der zweiten Jahreshälfte keine Entlastung. Mit Blick auf stabile Zusatzbeiträge fordert er einen höheren Bundeszuschuss.
Strenge Zulassungsverfahren und unterschiedliche nationalstaatliche Regulierung schrecken Risikokapitalgeber nicht von Investitionen im Gesundheitsbereich ab – im Gegenteil. In 2021 wird voraussichtlich mehr Venture Capital denn je in Biopharma, HealthTech und Diagnostik investiert.
Im Vorfeld der Bund-Länder-Runde gibt es Einigkeit darüber, die Corona-Beschränkungen für Geimpfte und Genese weitgehend zurückzufahren, und im Gegenzug den Druck auf Ungeimpfte zu erhöhen. Bei der Verlängerung der epidemischen Lage gibt es offenbar eine Kehrtwende bei der Union.
Noch profitieren die rund 1900 Kliniken im Land von massiven pandemiebedingten Hilfen des Staates und Sonderzahlungen der Krankenkassen. Wenn die 2022 wegfallen, dürfte es für viele eng werden. Ein Drittel der Häuser seien schon jetzt „lebende Tote“, so der Chef des BKK-Landesverbands Nordwest, Dirk Janssen. Die Politik dürfe dem nicht tatenlos zusehen.
Berlin setzt seit Jahren auf ein dezentrales System bei Schutzhäusern für Betroffene von häuslicher Gewalt und Menschenhandel. Dem will die Senatsverwaltung nun plötzlich ein Ende setzen, mit einer zentralen Clearingstelle – ohne Ausschreibungsverfahren. Die Träger fühlen sich dadurch übergangen und bevormundet.
Der Abgeordnete Erich Irlstorfer leidet seit einer Infektion im Januar unter Long Covid. Auch seine Frau und seine beiden Kinder sind betroffen. Die Krankheit machte aus dem CSU-Politiker keinen passiven Menschen: Er gründete einen Selbsthilfeverein, will auch noch mal in den Bundestag. Bei Corona-Verharmlosern jedoch kann er ungehalten werden.
Nachdem sich Bund und Länder bei Corona-Kinderimpfungen offen gegen die wissenschaftliche Expertise der STIKO gestellt haben, gibt es ein gemischtes Bild: Einige vertrauen der STIKO nun weniger, andere mehr, wie eine exklusive Umfrage von Tagesspiegel Background zeigt.
Der Impfexperte Klaus Wahle fürchtet, dass die Gefahr durch Influenza infolge der ausgebliebenen Grippewelle und von Corona aus dem Blick gerät. Dabei könnten Influenza-Viren durch die Pandemie sogar aggressiver geworden sein. Im Interview drängt Wahle auf mehr Prävention und eine Strategie zur deutlichen Erhöhung der Impfbereitschaft auch bei Jüngeren.
Schon heute sterben in Deutschland im Jahr Tausende Menschen an den Folgen von Hitze. Extreme Temperaturen werden mit dem fortschreitenden Klimawandel zunehmen, dennoch bereiten sich die Städte und Gemeinden nur zögerlich auf die Gesundheitsgefahr vor.
Mit seinem neuen Positionspapier machte das BMG deutlich, dass es notfalls eingeschränkte Grundrechte für Ungeimpfte aufrechterhalten möchte. Baden-Württemberg unterstützt den Kurs. Ob sich damit eine grundlegende Einigung zwischen Bund und Ländern zu dem explosiven Thema abzeichnet, bleibt abzuwarten.
Warnschuss für die deutsche Politik: Studien aus Großbritannien zeigen, dass sich freiwillige Reduktionsverpflichtungen der Industrie zur Verbesserung des Nährwerts von Lebensmitteln trotz Zielvorgaben als unwirksam erwiesen haben. Mit einem anderen umstrittenen Instrument konnten jedoch kleine Erfolg erzielt werden.
Impfkampagne und Pandemie sind noch nicht vorbei, da geht es schon um die Drittimpfung. Ist das ethisch vertretbar und medizinisch sinnvoll? Zumindest bei Risikogruppen ist die Boosterimpfung wohl der einzig praktikable Weg, auch angesichts mangelnder Feindiagnostik.
Mit dem GMK-Beschluss zu Kinderimpfungen ändert sich in der Praxis nichts. Im Gegenteil, fürchten die Kinderärzte: Die Entscheidung könnte die Impfkampagne sogar verlangsamen. Der ÖGD erklärt indes, kaum Strukturen für Impfungen an Schulen zu haben.
Wer von Diskriminierung betroffen ist, leidet häufiger an somatischen und psychischen Erkrankungen. Wo der Zusammenhang besonders hoch ist und wie weit das Problem verbreitet ist, ergründet eine Studie des rheingold instituts im Auftrag der IKK classic.
Wer sich in Deutschland illegal aufhält, hat Schwierigkeiten, an eine Corona-Impfung zu kommen. Denn die Angebote unterscheiden sich je nach Bundesland stark. Dabei besteht eigentlich ein Rechtsanspruch auch für für Menschen ohne Aufenthaltstitel – das sehen zumindest 15 Bundesländer so.
Krankheiten frühzeitig zu verhindern bevor sich die ersten Symptome zeigen, ist das Ziel des Konzepts Disease Interception. Dafür brauche es mehr Gesundheitsdaten, die zu Forschungszwecken genutzt werden können, meint Anke Diehl, Leiterin der Stabsstelle Digitale Transformation der Universitätsmedizin Essen, im Interview.
Heute treffen sich die Gesundheitsminister:innen, um über neue Pandemie-Leitwerte zu beraten. Dass das alte System überholt ist, darüber besteht weitgehend Einigkeit – aber nicht über die Alternativen. Ein Bundesland etwa fordert Maßnahmen nur für Ungeimpfte.
Mit dem Vertragsarztrechts-Änderungsgesetz sollten ambulante Praxen für den ärztlichen Nachwuchs attraktiver werden. Tatsächlich arbeiten ein Jahrzehnt später viele junge Ärzte in Zweigpraxen. Und auch wenn die neue Gründungsform kein Massenphänomen ist, hilft sie, die Versorgung im ländlichen Raum zu sichern.
Sie federn die Folgen des Klimawandels ab, verschlimmern ihn aber gleichzeitig: Die Rede ist von Klimaanlagen in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Während Betreibende sie als nicht machbar ablehnen, fordern Patientenschützer:innen ein Investitionsprogramm.
Wie ist eine einstündige intensivmedizinische Notfallversorgung abzurechnen? Darüber stritten ein Krankenhaus und eine Krankenkasse vor dem Bundessozialgericht. Die Frage, ob es sich dabei um eine ambulante oder stationäre Behandlung handelt, zeigt auch, warum eine Einebnung der Sektorengrenzen sinnvoll wäre.
Die Bürger in Deutschland zeigen einer Umfrage zufolge enormes Interesse am digitalen Corona-Impfnachweis. Auch den Videosprechstunden attestieren Bürger und Verband einen Nutzen. Überzeugungsarbeit zu leisten gilt es jedoch noch bei elektronischem Rezept und Patientenakte.
Nur wenige Kinder mussten sich im vergangenen Winter mit Rotznase und Fieber herumschlagen. Doch seit dem Beginn der Corona-Lockerungen kommen nun auch schwere Infektionskrankheiten zurück, etwa ausgelöst durch das RS-Virus. Während Kinderärzte die Zahl kranker Kinder noch gut im Griff haben, füllen sich bereits die Betten mancher Kinderklinik.
Aufgrund geschlossener Clubs wurde im Corona-Jahr 2020 zwar weniger Ecstasy eingeworfen. Doch mit Kokain und Crystal ging es steil nach oben. Und auch anderweitig schildert der aktuelle Bericht des Bundeskriminalamts zur Rauschgiftkriminalität besorgniserregende Entwicklungen.
Dass sich die gemessene Morbidität durch die Pandemie stark verändert hat, ist bekannt. Nun hat der Kassendienstleister Bitmarck geschätzt, welche Auswirkungen das auf den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen hat. Ergebnis: Es wird zu deutlichen Verwerfungen kommen. Muss deshalb die Manipulationsbremse ausgesetzt werden?
Immer mehr Schnellzulassungen von angeblich innovativer Arznei und immer höhere Preise: Aus der Sicht des GKV-Spitzenverbands kann das so nicht weitergehen. Die Versicherer drängen auf eine Reform der AMNOG-Nutzenbewertung. Die Pharmahersteller dagegen sehen keinen Änderungsbedarf.
Mit der vierten Welle und funktionierenden Impfungen kann die Politik die Frage nicht mehr aufschieben: Entzieht sie einem Teil der Bevölkerung das Versprechen, ihn zu schützen? In der Gesundheitspolitik würde dies einen Paradigmenwechsel bedeuten. Doch die Alternativen sind alles andere als vielversprechend.
Im westafrikanischen Kamerun waren laut WHO Anfang Juli 48 Prozent der Impfstoffdosen gegen Covid-19 vom Verfall bedroht. Impfskepsis, genährt auch durch mangelndes Vertrauen in die Regierung sowie Desinformation in sozialen Medien, macht den Impfkampagnen in afrikanischen Ländern zu schaffen.
Morphine sind berüchtigt für ihre Wirkung auf das Gehirn – dabei sollen sie doch meist bei dezentralen Schmerzen helfen. Ein Forscherteam hat ein Morphinmolekül nun so umstrukturiert, dass es nicht mehr abhängig macht und vielleicht sogar Diabetes bekämpfen kann.
Dem chinesischen Hersteller des auch in Deutschland vermarkteten Pränataltests NIFTY wird vorgeworfen, Daten der Kundinnen an die staatliche Genomdatenbank der Volksrepublik weitergegeben zu haben. Die FDP-Fraktion wollte von der Bundesregierung wissen, wie sie darauf reagieren will. Die Antwort aus dem BMG stellt die Liberalen nicht zufrieden.
Als Konsequenz aus den Überschwemmungen fordert der Berliner Katastrophen- und Umweltrechtswissenschaftler Michael Kloepfer ein eigenes Katastrophenministerium, Krisenübungen für den Ernstfall, digitale Warnmeldungen und ein Transistorradio in jedem Haushalt. Ein Staat, der seine Bürger nicht schützen könne, habe Legitimationsprobleme.
Trotz überdurchschnittlich vieler alter und chronisch kranker Menschen kam Deutschland bisher besser durch die Pandemie als die meisten anderen EU-Länder. Zu diesem Befund kommt eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV. Allerdings ließe sich durch mehr Datenerfassung und weniger rückwärtsgewandtes Monitoring noch vieles verbessern.
Seit über einem Jahr gibt es die „Apps auf Rezept“ und die Euphorie der Hersteller scheint trotz des aufwendigen Zertifizierungsverfahrens ungetrübt. Doch ihre Innovationskraft könnte unter den strengen Datenschutzvorgaben leiden.
Der Katastrophenschutz in Deutschland muss reformiert werden, darüber herrscht nach den verheerenden Überschwemmungen weitgehend Einigkeit. Die DKG fordert ein Finanzierungssystem, das Vorhaltekosten abdeckt, das DRK will die Bevölkerung für Krisensituationen schulen, und der Bund stellt eine „gesamtstaatliche solidarische Kraftanstrengung“ in Aussicht.
Als Regierungspartner haben sie die Gesundheits- und Pflegepolitik in den vergangenen vier Jahren stark mitgeprägt. Doch im nächsten Parlament könnten etliche der sozialdemokratischen Expert:innen fehlen. Grüne und FDP gehen mit ihren Gesundheits- und Pflege-Expert:innen sorgsamer um und haben diese auf aussichtsreicheren Positionen platziert.
Die Flut im Westen deckt die Schwächen des Bevölkerungsschutzes und seine Ohnmacht gegenüber klimaassoziierten Katastrophen schlagartig offen. Mehr Kompetenz für den Bund wollen fast alle Parteien, doch das Thema ist in der kommenden Legislatur kein Selbstläufer. Zu sehr unterscheiden sich die Pläne im Konkreten.
Bundestagswahlen rütteln auch das politische Personal durcheinander. Manch versierte Fachpolitiker:innen bleiben dabei auf der Strecke. Ein Überblick, wer bei der Union und den Linken (wahrscheinlich) abtritt – und wer sich eher weniger Sorgen um sein Mandat machen muss.
Die Bundesregierung, die Bundesärztekammer und 21 führende deutsche Unternehmen haben das Digital Urban Center for Aging & Health (DUCAH) in Berlin gegründet. Heute kommen Vertreter der Gesundheits-, Sozial-, Immobilien-, sowie Finanz- und Digitalwirtschaft zusammen, um Lösungen für das Gesundheitssytem der Zukunft zu diskutieren.
Die elektronische Patientenakte soll den Zugang zu persönlichen Gesundheitsdaten und -informationen in Zukunft vereinfachen. Beim Berlin Institute of Health geht man noch einen Schritt weiter. In einem im November startenden dreijährigen Projekt wird hier an einer App gearbeitet, die in Zukunft den Zugang zu allen Gesundheitsdaten sichern soll.
Demecan ist das einzige deutsche Unternehmen, das in Deutschland Medizinalcannabis produzieren darf. Beim Richtfest für ihre Plantage im sächsischen Ebersbach legten die Gründer ihre Vision dar – und ließen sich von einem CDU-Bürgermeister loben.
Weil die Covid-19-Pandemie den Kampf gegen Vernachlässigte Tropenkrankheiten verschärft hat, sieht die FDP-Bundestagsfraktion die Bundesregierung in der Pflicht, sich mehr zu engagieren. Doch diese bewahrt den Status Quo.
Wie lange noch darf der Staat Grundrechte einschränken, um Corona-Infektionen zu verhindern? Wenn jeder ein Impfangebot bekommen habe, müssten die Maßnahmen enden, betont die KBV. Die Inzidenzen hätten als Richtwert ausgedient – und auch bei der Impfquote gelte es, unrealistischen politischen Vorstellungen entgegenzutreten.
Mehr als die Hälfte der erwachsenen Deutschen würde auf die eigene Auffrischungs-Impfung gegen Covid-19 warten, wenn dafür zuerst Risikogruppen in ärmeren Ländern geimpft werden könnten. Das zeigt eine Civey-Umfrage im Auftrag des Tagesspiegel Background. Insbesondere die Jüngeren zeigen sich solidarisch.
Um den Präsenzunterricht nach den Ferien nicht zu gefährden, sollen die Schulen jetzt auf die Schnelle noch mit möglichst vielen Luftfiltergeräten ausgestattet werden. Im Interview erklärt der Aerosolforscher Martin Kriegel, warum er diesen Zeitplan für sehr sportlich hält. Außerdem wäre etwas anderes aus seiner Sicht viel wichtiger.
Die Corona-Pandemie setzte im vergangenen Jahr alle Bereiche der medizinischen Versorgung unter Druck. Auch in der HIV-Bekämpfung konnten 2020 wohl weitaus weniger Tests durchgeführt werden als in den Vorjahren. Expert:innen fordern daher, in Zukunft alle Aspekte der Prävention zu stärken.
Epidemiologisch betrachtet wäre es klug, die Covid-Impfstoffe spätestens jetzt fair aufzuteilen, fordert der Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie, Stefan Kaufmann. Dass Impfstoffe, die in riesigen Mengen und zu günstigen Preisen gebraucht werden, sich dezentral und in jedem kleinen Land herstellen ließen, hält er für illusorisch.
Die Linksfraktion will die Finanzierung von Kranken- und Pflegeversicherung auf neue Beine stellen. Verbeitragt werden sollen alle Einkommensarten, ohne die Arbeitgeber zu entlasten. Unterstützung erhofft sich die Linke von SPD und Grünen.
Patienten, die ein Spenderorgan erhalten haben oder unter einer Autoimmunkrankheit leiden, müssen die Immunabwehr hemmende Medikamente nehmen. Viele von ihnen zeigen dann trotz zweimaliger Immunisierung nicht ausreichend viele Antikörper gegen das Coronavirus.