Die Bundesregierung und auch die EU bereiten die Wiederherstellung von Grundrechten für Corona-Immunisierte vor – doch die Pläne sind nur schwer zusammenzubringen. In Brüssel fürchtet man, dass die Pandemie-Müdigkeit in eine EU-Müdigkeit umschlagen könnte.
Krankenhausstrukturreform, Notfallversorgung, Kritik an Fallpauschalen und Pflegepersonalbemessung – diese Themen beschäftigen Krankenhausdirektoren auch am Ende der Legislaturperiode. Gesundheitsminister Jens Spahn stellte sich gestern den Fragen und Wünschen der Manager.
Wie wird sich der Bereich digitaler Gesundheitstherapien in Zukunft verändern? Gespräche mit mehreren Branchenkenner:innen zeigen: Der Markt wird sich konsolidieren und modulare Strukturen könnten eine größere Rolle spielen. Bei manchen Themen gehen die Erwartungen allerdings noch auseinander.
Das kurzzeitige Aussetzen von Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin hat aus der Sicht der Bundesregierung im Kampf gegen die Pandemie keinen Schaden verursacht. Allerdings habe es diesbezüglich gezielte Versuche gegeben, das Vertrauen in die Impfkampagne mit Fake News zu unterminieren, heißt es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion.
Die Bundesregierung erklärt Indien am Wochenende zum Virusvariantengebiet, offenbar nach Druck der Kanzlerin. Bis zum Freitagabend war vom Krisenmodus keine Rede, nun muss sich zeigen, ob rechtzeitig reagiert wurde. Eine Mehrheit der Deutschen würde präventive sofortige Grenzschließungen bei besorgniserregenden Virusvarianten befürworten.
Laut Statistischem Bundesamt sind die Beiträge zur PKV zum Jahresbeginn mit durchschnittlich 5,3 Prozent deutlich stärker gestiegen als in den vergangenen Jahren. Manche Anpassung wäre vor den Gerichten anfechtbar. Nun warnt die Deutsche Aktuarvereinigung allerdings vor negativen Spätfolgen erfolgreicher Klagen.
Ein gewaltiger Bürokratie-Aufwand führte dazu, dass monoklonale Antikörper als Covid-19-Therapie für frisch infizierte Risikopatienten nicht im ambulanten Bereich eingesetzt werden konnten - obwohl sie dort deutlich mehr bringen als bei stationären Patienten. Die Berliner Charité hat deshalb eine neue Ambulanz geöffnet. Und hofft auf Nachahmer.
Ob Darminfekt, Angina oder Mittelohr-Entzündung: Im ersten Corona-Lockdown sank die Zahl der ansteckenden Erkrankungen bei Kindern drastisch. Dies ist einer DIW-Studie zu entnehmen, die auf Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung beruht. Die Autorinnen folgern daraus: Gesundheitsprävention sollte in Kitas und Schulen höheren Stellenwert erhalten.
In vielen Gesundheitsämtern ist die Luca-App zwar installiert, wird aber nur wenig genutzt. Das liegt zum Großteil daran, dass Gastronomie, Kinos und Theater fast überall noch geschlossen sind. Dennoch gibt es Ämter, die Luca bereits großflächig einsetzen, die Erfahrungen sind gemischt.
Er ist einer der wichtigsten Hoffnungsträger im Kampf gegen die Corona-Pandemie: der mRNA-Impfstoff von BioNTech. Die größte Produktionsanlage dafür befindet sich in Marburg. Seit Februar läuft dort die Herstellung des Vakzins, sie wird gerade nochmal massiv ausgeweitet. Ein Interview mit der Verantwortlichen für die Produktion, Valeska Schilling.
Die großen globalen Versprechen einer fairen Verteilung der Corona-Impfstoffe wurden bisher nicht gehalten – im Gegenteil, bisher profitieren von der größten Impfkampagne aller Zeiten vorrangig Industrienationen. Wie können nationalstaatliche Interessen und globaler Schutz zusammenfinden?
Ein neues Gutachten zur Krankenhausversorgung liefert ein differenziertes Bild. Weniger Kliniken mit höheren Fallzahlen würden zwar die Qualität komplexer Eingriffe erhöhen, heißt es darin. Mehr Konzentration im Krankenhaus-Sektor könne aber auch den Wettbewerb untereinander und damit die Qualitätsanreize verringern.
Mit teuren Reformen wurde das GKV-System in ein strukturelles Defizit gesteuert. Im Bundestagswahlkampf wird das wegen des Kostendämpfers Corona keine Rolle spielen. 2022 aber werden nach einer neuen Analyse zwei Drittel der Kassen defizitär sein, es drohen Zusatzbeiträge von bis zu 3,8 Prozent.
Wegen schlechter Arbeitsbedingungen und niedriger Gehälter haben zahlreiche polnische Ärzte ihrer Heimat den Rücken gekehrt. Viele davon fanden Jobs in Deutschland. Jetzt wird die Pandemie zur Belastungsprobe für das polnische Gesundheitssystem.
Die Klimaerwärmung und ihre Folgen dürfte in der kommenden Regierung massiv an Bedeutung gewinnen – auch im BMG. Ins Zentrum rücken damit nicht nur die Stärkung des Komplexes „Klima und Gesundheit“, sondern auch die Emissionen des Sektors an sich.
Privatärzte ohne Kassensitz dürfen sich bisher nicht an der Impfkampagne gegen Covid-19 beteiligen. Bei Betroffenen und ihren Patienten stößt das auf Ärger und Unverständnis. Ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz? Die Reaktionen sind unterschiedlich: Ein erfahrener Mediziner impft dennoch und entgegen der Vorgabe, ein anderer zieht vor Gericht.
Bereits im Sommer 2020 führte die dänische Arzneimittelbehörde Gespräche über ein vielversprechendes Vakzin – und verwehrte dann doch die Förderung. Die Entscheidung beruht wohl auf einem Irrtum, was aktuell für Ärger sorgt.
Anders als die Linkspartei fordern die Grünen keine Abschaffung der PKV. Allerdings sollen privat Versicherte aus Solidaritätsgründen künftig auch einkommensabhängige Beiträge bezahlen. Im Gegenzug gäbe es mehr Versorgungsqualität, Transparenz und bessere Wechselmöglichkeiten.
Forscher aus München und Paris haben ein Modell maschinellen Lernens entwickelt, das neue Anwendungsmöglichkeiten für vorhandene Wirkstoffe identifizieren soll – in einem weit größeren Rahmen als es mit menschlichen Ressourcen möglich wäre. Die Technologie wird öffentlich zugänglich gemacht.
Gut ein Jahr hat es gedauert, nun liegt eine zwischen GKV-Spitzenverband und Industrie abgestimmte Rahmenvereinbarung für die Verhandlungen zu den Vergütungsbeträgen Digitaler Gesundheitsanwendungen vor. Ein Streitpunkt bleibt – die Schiedsstelle vermittelt hier.
Das Image des Impfstoffs von AstraZeneca ist angeschlagen, Patienten lehnen Impfungen ab. Das bekommen vor allem die niedergelassenen Ärzte zu spüren, die seit 7. April bundesweit in die Impfkampagne einbezogen sind.
Seit Jahren wird verhandelt, nächste Woche soll sie kommen: Der Entwurf für eine neue Gebührenordnung für privatärztliche Leistungen. Doch die Verabschiedung noch in dieser Legislatur ist so gut wie ausgeschlossen, macht Minister Spahn klar.
Sie gehören zu den vermeintlichen Gewinnern der Krise: Hersteller von Hygieneprodukten. Allerdings profitieren nicht aller Unternehmen gleichermaßen vom gestiegenen hygienischen Bewusstsein. Eine Neuordnung der europäischen Biozid-Verordnung könnte die Branche außerdem vor neue Herausforderungen stellen.
Mangelnde Kommunikationsmöglichkeiten, strenger Datenschutz und ständig neue Regelungen – mit diesen Schwierigkeiten kämpfen Politik, niedergelassene Ärzt:innen, Impfzentrums-Manager und IT-Dienstleister bei der Corona-Impfung. Das Hauptproblem aber bleibt der Impfstoff-Mangel.
Vielen galt sie schon als gescheitert. Nun soll die Corona-Warn-App im Kampf gegen die Pandemie noch einmal kräftig aufgerüstet werden. Neben der Clustererkennung und der Anzeige von Schnelltest-Ergebnissen ist auch geplant, darin einen digitalen Corona-Impfpass zu integrieren.
Seit 2016 versucht die Politik, über Fördergelder aus dem Innovationsfonds die gesetzlichen Krankenkassen in fruchtbaren Wettbewerb um eine bessere Patientenversorgung zu bringen. Erfolg und Misserfolg liegen dabei eng beieinander. Dies bestätigt eine Veranstaltungsreihe des BKK-Dachverbands zu verschiedenen Projekten innovativer Betriebskrankenkassen.
Die Bundesregierung hat das Notbremsengesetz beschlossen: Angedeutet werden im Entwurf auch mögliche Ausnahmen für Geimpfte. Die Akzeptanz des Gesetzes dürfte dies in den kommenden Monaten deutlich auf die Probe stellen. Für die Regierung könnte aus der Notbremse eine Zwickmühle werden.
Wie groß ist die Ansteckungsgefahr noch durch Personen, die bereits gegen Covid-19 geimpft sind? Experten warnen davor, die Geimpften mit Impfzertifikaten in falscher Sicherheit zu wiegen. Und eine aktuelle Studie aus Israel gibt ihnen Recht. Geimpfte dort waren achtmal häufiger mit der Südafrika-Variante infiziert als erwartet.
Seit 2009 sind Modellstudiengänge für Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie in der Erprobung. Das Gesundheitsministerium will die Modellstudiengänge um fünf Jahre verlängern. Dagegen protestieren Ausbildungsverbände und die Grünen-Fraktion.
Trotz finanzieller Auffälligkeiten durfte die KZBV dem Bundesrechnungshof den Zugang zu wichtigen Unterlagen verwehren. Das wollen sich die Prüfer nicht länger bieten lassen. Sie drängen auf eine gesetzliche Änderung, die ihnen eine bessere Kontrolle von Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen ermöglicht.
Das Bundesverfassungsgericht drängt auf Neuregelungen zur Suizidassistenz: Das BMG macht unterdessen deutlich, in der Debatte abwarten zu wollen – und auch keine Formulierungshilfe für das Parlament bereitstellen zu wollen. Von dort kommt der Vorwurf der „Hinhaltetaktik“.
Aus dem FDP-Programmentwurf zur Bundestagswahl 2021 geht hervor, dass die Partei das Robert Koch-Institut in eine politisch unabhängige Institution überführen will, Bürokratie-Aufwand künftig etwas kosten soll und die Liberalen die Pflege-Personaluntergrenzen abschaffen wollen. Bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens bleibt die Partei oberflächlich.
Deutschlands Impfzentren werden zunehmend zum Zankapfel. Niedergelassene Ärzte betonen, dass sie es ohnehin besser können und fordern die Schließung. Zumindest wollen sie keine Bevorzugung der Impfzentren bei der Impfstoffverteilung mehr hinnehmen.
Vor der Anhörung des Gesetzentwurfs zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege warnen die Hersteller von Hilfsmitteln und Implantaten vor Regelungen, welche die Datenübertragung an DiGAs vorsehen. Ein Gutachten im Auftrag des BVMed zeigt: Das Vorhaben könnte in vielerlei Hinsicht rechtliche Schwächen aufweisen.
Die Insolvenz des Apotheken-Rechenzentrums AvP hat das komplexe System der Abrechnung von Arzneiverordnungen ins Zwielicht gerückt. Trotzdem schreckt die Politik davor zurück, der mit dem E-Rezept möglich werdenden Direktabrechnung zwischen Apotheken und Krankenkassen per Gesetz den Weg zu ebnen. Die Dresdner Software-Firma Scanacs würde das gerne ändern.
Den Akteuren der Gesundheitswirtschaft in Mittelhessen geht es wie vielen Unikliniken oder mittelständischen Unternehmen in anderen Gegenden auch: Sie werden eher nur regional wahrgenommen und sind untereinander schlecht vernetzt. Die Plattform Healthcare-Mittelhessen.eu will das ändern – und setzt dabei auch auf die jüngere Generation.
Altenpflegekräfte in den östlichen Bundesländern verdienen im Schnitt rund zehn Prozent weniger als in Westdeutschland mit Berlin. Das belegt ein Gehaltsvergleich, der dem Tagesspiegel Background vorliegt. Pro Monat erhalten die Beschäftigten im Westen rund 300 Euro mehr. Dafür kamen Pflegekräfte im Osten öfter in den Genuss von Corona-Prämien.
Abgeriegelte Stationen und schnelle Krankheitsverläufe – in der chaotischen Pandemie-Situation können Wertgegenstände, Patienteninformationen und Arztbriefe schnell verlorengehen. Eine Juristin erklärt an einem Fall, welche Rechte man trotzdem hat.
Lukrativer als das Geschäft mit Drogen und jährlich für weit über 100.000 Todesfälle verantwortlich: Gefälschte und minderwertige Arzneimittel und Medizinprodukte sind ein globales Problem. Ein einheitliches globales Abwehrnetz hält die Arzneimittel-Branche für unrealistisch. Lösungsansätze gibt es immer mehr. Die Pandemie zeigt den Bedarf.
Antibiotika-Resistenzen sind weltweit zu einer der größten Gesundheitsgefahren geworden. Durch verknüpfte Patientendaten ließen sich unnötige Verschreibungen verhindern, haben DIW-Wissenschaftler herausgefunden. Bei Berücksichtigung aller Informationen könne die Verordnungszahl um ein Zehntel sinken. Doch dafür bräuchte es besseren Datenzugang.
Harald Schmidt ist seit 2010 Professor für Pharmakologie und personalisierte Medizin an der Universität Maastricht. Der 62-Jährige übt seit langem massive Kritik am derzeitigen Gesundheitswesen und sieht das „Ende der Medizin wie wir sie kennen“. Im Interview begründet er seine Thesen.
Im Saarland startet heute der bisher größte Modellversuch für Lockerungen der Corona-Maßnahmen – und das bei weiter ansteigenden Inzidenzen in der Region. Das Land setzt bei der Vorbereitung vor allem auf massenweise Schnelltests, viele Landkreis kritisieren den Modellversuch dagegen.
Kinder und Jugendliche galten lange als unverwundbar gegen Corona. Mittlerweile sind die Kultusministerien vorsichtiger geworden. Die Teststrategien sind mannigfaltig – fehlen bei Kindergartenkindern allerdings fast vollständig.
Bei der Beschaffung von Schutzausrüstungen wurden dem BMG von zahlreichen Abgeordneten Unternehmen vermittelt – die Anfragen aus Parlament und Presse dazu häufen sich. Jetzt bittet das Ministerium Lieferanten, „schutzwürdige Interessen“ geltend zu machen, die gegen eine Auskunft sprächen.
Endometriose ist die zweithäufigste gynäkologische Erkrankung – erlebt aber erst seit einigen Jahren mehr Aufmerksamkeit. In den letzten Jahren hat sich vor allem die Diagnostik rasant entwickelt und eine OP ist nicht immer notwendig.
Auch im neuen Krankenhausreport zeigt sich ein Einbruch bei den Klinikbehandlungen während der ersten beiden Coronawellen. AOK-Chef Litsch kritisiert den vom BMG geplanten Ganzjahresausgleich als „bedingungsloses Grundeinkommen“.
Nicht mehr das Homeoffice steht bei der Frage, was die Wirtschaft für die Pandemiebekämpfung leisten soll, im Vordergrund, sondern das Angebot von Schnelltests. In Berlin gilt seit heute eine Pflicht, Beschäftigten zwei Corona-Tests wöchentlich anzubieten – in Sachsen gilt dies bereits seit einer Woche.
Drei Monate vor dem offiziellen Start der elektronischen Patientenakten bei allen vertragsärztlich tätigen Leistungserbringern gibt es jede Menge Baustellen, zeigt eine Umfrage der AOK Nordost. Weil ein relevantes Software-Update noch immer erprobt wird, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung große Zweifel am pünktlichen ePA-Start in den Praxen.
Apotheken verdienen an der Ausgabe kostenloser FFP-2-Masken – dem Gesundheitsminister bringt das den Vorwurf der Steuerverschwendung ein. Tatsächlich ist die Aktion exemplarisch für eine Politik Spahns, von der vor allem gut laufende Apotheken zusätzlich profitieren.
Mit Beginn der 3. Welle erhöht die Bundesregierung den Druck, um doch noch einen Oster-Lockdown zu erreichen. Aus den Ländern kommen gemischte Signale, die Kanzlerin geht auf Konfrontationskurs. Ein Durchregieren des Bunds befürwortet in Deutschland jeder Zweite, vorrangig bei Unions- und Grünenwählern.
Schon vor Corona entdeckten vielen Investoren den bisher im Vergleich eher stiefmütterlichen behandelten Digital-Health-Markt. Die Pandemie hat diesen Trend noch einmal verstärkt. Die Branche glaubt weiterhin an ein Wachstum, man sieht aber bereits auch Tendenzen einer Konsolidierung.
Seit Monaten ist der Vorwurf zu hören, dass der Datenschutz die Pandemiebekämpfung behindere. BfDI Ulrich Kelber stellte sich bei der gestrigen Präsentation seines Jahresberichts für 2020 gegen die Kritiker einer datenschutzfreundlichen Warn-App. Manches Problem jedoch hatte Kelber im vergangenen Jahr mit den Gesetzen aus dem BMG.
Wegen der „Maskenaffäre“ wollte der Minister öffentlich machen, welche Abgeordneten seinem Ministerium bei der Masken-Beschaffung geholfen haben. In der Union stößt das Ansinnen auf Widerstand, das BMG hat einen Sachverständigen eingeschaltet. Wann und wie vollständig die Liste erscheint, ist völlig offen.
Mehr mRNA-Impfungen, Gentherapien und KI-gesteuerte Produktionsstraßen – so könnte die Medizin und Pharmindustrie der Zukunft nach Vorstellungen der Fraunhofer-Gesellschaft aussehen. Ein Policy Paper fordert konkrete Maßnahmen, um das zu unterstützen.
In seinem neuen Gutachten zur Digitalisierung des Gesundheitswesens schlägt der Sachverständigenrat Gesundheit (SVR) vor, jedem Bürger ab Geburt oder Zuzug eine elektronische Patientenakte und die Möglichkeit einer „Opt-Out-Regelung“ zu geben. Den DiGA-Fasttrack würde das Gremium zudem nicht auf höhere Risikoklassen ausweiten.
Was deutsche Datenschützer in Aufregung versetzt, gilt in Israel als Selbstverständlichkeit: Vor 26 Jahren schon haben Krankenkassen dort begonnen, sämtliche Patientendaten in digitale Datenbanken zu übertragen. Nun sollen davon nicht nur Forscher, sondern auch ausgewählte High-Tech-Firmen profitieren. Bedenken gibt es wenig.
Die Pandemie betrifft an Depressionen Erkrankte gleich doppelt: Die Belastung steigt, gleichzeitig wird die medizinische Versorgung erschwert. Die Deutsche Depressionshilfe fordert deshalb, das Schaden und Nutzen von Einschränkungen sorgfältiger abgewogen werden.
Bisher ist die Patientenbeauftragte dem BMG unterstellt. DAK-Chef Andreas Storm findet das nicht in Ordnung. Er sähe die Patientenanwältin lieber in ähnlich unabhängiger Position wie die Wehrbeauftragte: als Hilfsorgan des Bundestages. Zudem solle ihr die ohnehin reformbedürftige UPD zugeordnet werden. Doch die Amtsinhaberin gibt sich skeptisch.
Könnte es was werden mit Schwarz-Grün nach der Bundestagswahl? Gesundheitspolitisch sind beide Parteien weit auseinander. Das liegt nicht nur an der umstrittenen Bürgerversicherung. Die Grünen beschäftigten sich zu sehr mit Randthemen, findet der CDU-Experte Alexander Krauß. Jedoch hat seine Union noch gar nicht geliefert. Und auch die SPD bleibt eher vage.
Die Menge an vorhandenen Selbsttests könnte zum Kriterium für Schulschließungen werden. Sollten die Bundesländer einem Vorschlag der Bundeskanzlerin folgen, drohen in vielen Ländern die Schulen wieder zuzumachen. Unklarheiten gibt es bei einem vom Bund vermittelten Selbsttest, schreibt Daniel Böldt.
Helen Clark ist Ex-Premierministerin von Neuseeland und Co-Vorsitzende des Independent Panel for Pandemic Preparedness and Response. Im Interview spricht sie über die internationale Reaktion auf die Pandemie – und über das verhängnisvolle Zögern vieler Staaten im Februar 2020.
Bei der Einführung von digitalen Kontaktlisten für Events und Restaurantbesuche konnten sich die Länder nach Informationen von Tagesspiegel Background nun doch nicht auf gemeinsames Ausschreibungsverfahren einigen. Die Clustererkennung der Corona-Warn-App des Bundes soll derweil ausschließlich anonym erfolgen.
Pharmaunternehmen liefen Sturm, Regulierungsbehörden fürchteten eine Aufweichung der Nutzenbewertung. Doch heute sind sich alle Beteiligten einig: Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) hat sich bewährt. Es wurde vor zehn Jahren verabschiedet – Anlass für den Gemeinsamen Bundesausschuss, den Weg des Gesetzes Revue passieren zu lassen.
Die Burda GmbH hat zu Beginn der Corona-Pandemie Schutzmasken an das BMG geliefert – im Unternehmen leitet Jens Spahns Mann die Hauptstadtrepräsentanz. Burda habe an dem Geschäft nichts verdient, erklärt das Unternehmen. Man habe zum Selbstkostenpreis geliefert.
Im gestern bekannt gewordenen Wahlprogramm der Grünen spielen Gesundheit und Pflege eine wichtige Rolle. Die Partei fordert unter anderem eine andere Krankenhausfinanzierung, eine Bürgerversicherung mit Beiträgen auch auf Kapitaleinkommen, bessere Pflege, die Legalisierung von Cannabis – und eine Stärkung des Vorsorgeprinzips als Querschnittsaufgabe.
Ab heute soll der AstraZeneca-Impfstoff wieder verimpft werden, Impflinge aber über die möglichen Folgen ausführlicher informiert werden. Das BMG folgte damit einer Empfehlung der EMA – zuvor war offenbar ein weit drastischer Schritt geplant.