Das Wetterphänomen El Niño ist im Anmarsch und könnte im Herbst ein stärkeres Ausmaß annehmen als je zuvor. Für das Wetter in Europa ist das nicht entscheidend, aber über den Weltmarkt dürften auch hierzulande die Effekte spürbar werden.
Wirtschaft und Wachstum sind die zentralen Themen der Kabinettsklausur, die heute in Neuhardenberg startet. Ein Gespräch über Klimaanpassung und Hitze steht erst Mittwoch an. Die Union stellt sich weiterhin gegen die von der SPD ins Spiel gebrachte Grundgesetzänderung. Umweltverbände und Stadtforscher sehen dafür aber gute Gründe.
Die Welt muss sich auf ein Leben über 1,5 Grad Erwärmung einrichten. Dieser sogenannte Overshoot hat biophysische, aber auch gesellschaftliche Folgen. Welche davon reversibel sind und ab wann bleibende Schäden entstehen, hat ein Forscherteam untersucht. Sie warnen: Auch wenn die Temperaturen absinken, dürften gesellschaftliche Schäden bleiben.
Der Fund einer Seedrohne vor der der rumänischen Gasplattform „Neptun Alpha“ wirft ein Schlaglicht auf die Verwundbarkeit auch deutscher LNG-Terminals. Die Drohnendebatte hat die gefährlichen Waffen bisher weitgehend ignoriert.
Die Gasfüllstände sind aktuell historisch niedrig. Fast nirgends sind die Speicher aber so leer wie in Bayern. Süddeutschland könne aber auch aus Österreich versorgt werden, betont die Bundesnetzagentur. Gashändler sehen erste Anzeichen, dass das Einspeichern wieder attraktiver werden könnte.
Der Geschäftsführer von Stiebel Eltron und stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands Wärmepumpe, Kai Schiefelbein, rechnet trotz Kürzung der Heizungsförderung mit mehr Verkäufen. Im Interview fordert er eine Stromsteuersenkung und eine klare europäische Industriepolitik. Scharfe Kritik übt er an der Grüngasquote.
Eine Umfrage unter den größten deutschen Wohnungsunternehmen zeigt: Nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz und Änderungen an der Heizungs- und Sanierungsförderung halten sie an ihren Transformationspfaden fest. Mieterhöhungen und weniger Investitionen schließen aber nicht alle aus.
Der Entwurf des Kreislaufwirtschaftsgesetzes polarisiert insbesondere mit dem Einbau des chemischen Recyclings in die Abfallhierarchie. Weitgehend positiv bewerten Verbände das neue Ziel der Rohstoffsouveränität. Dabei wird auch CO2 zur Ressource.
Der Gasspeicherverband, unabhängige Experten und nun auch noch die Fernleitungsnetzbetreiber – sie alle sorgen sich um die historisch niedrigen Gasfüllstände in Deutschland. Die Bundesregierung gibt sich gelassen und verweist auf die LNG-Importinfrastruktur. Doch im Inneren des Wirtschaftsministeriums ist die Nervosität spürbar.
Die EU-Kommission öffnet die nationale Ausnahmeklausel im Stabilitätspakt für Energieinvestitionen. Während Länder wie Italien und Griechenland den neuen Spielraum voll ausschöpfen wollen, wird Deutschland durch nationale Schuldenregeln begrenzt – und subventioniert mehr den Status Quo als Zukunftsinvestitionen.
Intakte Ökosysteme können Hitzewellen abmildern, auf die sich Deutschland künftig jeden Sommer einstellen muss. Doch ausgerechnet das Gesetz zur Stärkung grüner Flächen steckt seit Monaten in der Ressortabstimmung fest. Ein Treffen von Kanzler Merz und Vizekanzler Klingbeil soll die Blockade nun lösen.
In Rostock kommen am Donnerstag die Regierungschefs der norddeutschen Bundesländer zusammen. Eine Gruppe von Energieverbänden und Unternehmen fordert, dass sich die Runde mit den jüngsten Energiegesetzen der Bundeswirtschaftsministerin befasst. Diese könnten aus ihrer Sicht negative Auswirkungen auf Norddeutschland haben.
Bundesweit sollen die trockengelegten Moore in den kommenden 20 Jahren fast vollständig wiedervernässt werden. Doch im aktuellen Dürresommer drängt sich die Frage auf: Gibt es dafür überhaupt genug Wasser? Die Frage lässt sich für die meisten Regionen in Deutschland mit Ja beantworten. Dennoch gibt es Hindernisse.
Die Offshore-Branche hat sich mehr vom neuen Rahmen für den Ausbau der Offshore-Windenergie erhofft. Das zeigen die Reaktionen der Verbände auf den Entwurf des WindseeG. Viel Kritik löst die Idee aus, Differenzverträge nur als eine Art Notlösung vorzusehen.
Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe für Klima soll einen Formulierungsvorschlag erarbeiten, wie Klimaanpassung als neue Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankert werden kann. Beschließen sollen die Landesumweltminister den Vorschlag im November. Ob die Grundgesetzänderung dann aber wirklich kommt, ist offen.
Viel Aufmerksamkeit wird sich in den kommenden zwei Wochen auf das am dünnsten besiedelte Land der Erde richten: Die Mongolei ist Gastgeberin der UN-Konferenz gegen Wüstenbildung. Im Mittelpunkt steht der Schutz von Böden in Zeiten des Klimawandels. Die Verhandlungen zu einem Dürreprotokoll dürften aber erneut erfolglos bleiben.
Zement- und Kalkwerke sowie Müllverbrennungsanlagen sollen künftig ihr CO2 abscheiden statt ausstoßen. Doch das Pipelinenetz kommt zu spät für viele Standorte. Eine neue Prognos-Studie zeigt: Ohne den Schienentransport droht der Hochlauf des Carbon Managements in Deutschland zu scheitern.
Mehrere SPD-Minister:innen haben ein Maßnahmenpapier zur Hitzeanpassung vorgelegt. Sie fordern unter anderem Maßnahmen für Sozialeinrichtungen und Beschäftigte. Doch auch eine Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung und Naturschutz soll noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden.
Die Bundesnetzagentur hat am Freitag einen Festlegungsentwurf zur Bestimmung der Kapitalverzinsung mit vereinfachter Berechnungsmethode im Erdgasbereich veröffentlicht. Klar ist: Der EK-Zins soll ab 2028 auf 5,76 Prozent steigen. Die Netzbetreiber haben sich mehr erhofft. Sie warnen vor einer Finanzierungslücke bei der Transformation.
Der neue Vizechef der Unionsfraktion für Klima und Umwelt, Klaus Mack, will kommunale Erfahrungen beim Klimaschutz in die Bundespolitik einbringen. Im Interview spricht er über die Idee, Klimaanpassung zur Gemeinschaftsaufgabe zu machen, und erklärt, warum Deutschland es aus seiner Sicht beim Naturschutz übertreibt.
Nach mehreren Diebstählen persönlicher Daten und Zählernummern von Stromkunden sehen Experten ein Sicherheitsproblem in der Lieferkette von Stromnetzbetreibern und Energieversorgern. Denn Zulieferer unterliegen weder der BSI-Aufsicht noch gelten die gleichen Auflagen wie bei Unternehmen der kritischen Infrastruktur direkt.
Der Klimafonds speist sich derzeit aus Erlösen aus dem Handel mit nationalen und europäischen CO2-Zertifikaten sowie aus der Zuführung aus dem Sondervermögen. Künftig könnte ein weiteres Finanzstandbein hinzukommen: Mittel aus dem Klimasozialfonds. Doch ob das Geld in den KTF wandert, ist noch unklar. Viel wäre es ohnehin nicht.
Im September wählt Sachsen-Anhalt; die AfD macht Wahlkampf gegen die Energiewende. Das neue Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation zeigt aber: Noch befürworten die Menschen die Transformation. Das kann sich aber ändern – die Forscher:innen sehen ihre Studie als Weckruf.
Mit koordinierten Cyberangriffen versuchten russische Cyberakteure Ende Dezember 2025, das polnische Energienetz lahmzulegen. Neue Erkenntnisse zeigen, dass der Fall größer war als angenommen. Die Angreifer konnten mit einer bisher unbekannten Masche auf die Steuerungssysteme zugreifen.
Mit der Reform des ETS dehnt die Kommission das System auf kleine Schiffe aus. Zudem werden Schlupflöcher durch den Stopp in EU-nahen Häfen geschlossen. Doch der ETS alleine wird den Umstieg auf RFNBOs in der Schifffahrt nicht anreizen, meinen Experten.
Die Bundesregierung kommt der Branche mit der Wind-auf-See-Gesetzesnovelle in mehreren Punkten entgegen: Die jährlichen Auktionsmengen sollen flexibilisiert und die Regellaufzeit für Windkraftanlagen verlängert werden. Eine Flächenrückgaberegelung sieht das Ministerium aber nicht vor. Und auch bei den Ausschreibungen heißt es: Markt vor Staat.
Eigentlich hätten die Eckpunkte zum Wärmenetzpaket am heutigen Mittwoch im Kabinett beschlossen werden sollen. Der neue Termin ist der 26. August. Die Branchenverbände drängen auf eine rasche Verabschiedung – ein Investitionsstau droht.
Seit Juli gibt es EU-weite Zertifizierungsregeln für Carbon Farming, bald könnten sie greifen. Die EU-Kommission feiert klare Standards, doch Kritik kommt von allen Seiten: Umweltorganisationen fürchten Schlupflöcher, Bauernverbände klagen über hohe Hürden, Zertifizierer monieren Schwachstellen.
Europas Batteriebranche hängt an einer von China dominierten Kobalt-Lieferkette, die in der Demokratischen Republik Kongo beginnt. Die Regierung in Kinshasa versucht, mehr Kontrolle und Wertschöpfung bei Kobalt und Kupfer zu gewinnen. Das hat Folgen für den Weltmarkt.
Deutschland verfehlt seine Klimaziele im Landnutzungssektor nach wie vor mit Ansage. Das Bundesumweltministerium will deshalb das „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ in einer neuen Fassung vorlegen – als ANK 2.0. Doch in dem Entwurf werden Maßnahmen versprochen, die andere Bundesressorts längst ablehnen.
Die Bundesnetzagentur will einen pauschalen Prosumer-Aufschlag erheben – auf Betreiber von Solaranlagen kommen also deutlich höhere Kosten zu. Während Haushalte in Mieterstromprojekten die Mehrkosten kaum spüren werden, stellt die Neuregelung das Modell der Gemeinsamen Gebäudeversorgung vor Herausforderungen.
Die Attacken auf Energieinfrastruktur nehmen zu. Da sich solche Vorfälle nicht vermeiden lassen, zählt vor allem eine gute Vorbereitung, sagt Kathrin Günther, Chief Transformation Officer, beim Übertragungsnetzbetreiber Tennet Germany. Im Interview spricht sie auch darüber, wie das Unternehmen mit Sicherheitsbehörden und der Bundeswehr kooperiert.
Die Bundesnetzagentur hat ihre Ankündigungen vom Mai weitgehend im AgNes-Festlegungsentwurf umgesetzt. Vom Tisch ist allerdings eine verpflichtende Netzanschlusszusage als Voraussetzung für die Netzentgeltbefreiung für Speicher und Erzeuger. Bei Prosumern bleibt die BNetzA hart. Verbrauchern in Städten droht dadurch ein höherer Grundpreis.
Die Bundesnetzagentur legt einen Fahrplan für die verspätete Batteriespeicher-Festlegung MiSpel vor. Die von der Speicherbranche lang erwartete Regelung soll im Herbst in Kraft treten. Neu ist ein Indifferenzbereich in der Pauschaloption, der laut einem Fachmann die Abrechnungsvariante für Vehicle-2-Grid-Konzepte unattraktiv macht.
Die Pegelstände der Wasserstraßen sinken und sinken. Für Teile der Chemieindustrie wird der Nachschub an Kohlenwasserstoff-Vorprodukten zum Kostenrisiko, für die Stahlhersteller der Erznachschub. Die Kohle für Stahl- und Kraftwerke kommt jetzt per Güterzug.
Sensoren an Brückengeländern, digitale Zwillinge, KI-Prognosen: Eine Kurzstudie des BBSR zeigt, wie Kommunen für den nächsten Starkregen vorsorgen. Es ist Teil eines größeren Trends: Kommunen und Forschende nutzen Geodaten für digitale Zwillinge, mit denen sie sich auf das Extremwetter der Zukunft vorbereiten.
Das Vergabeverfahren für die Förderung per CO2-Differenzvertrag läuft, und die Regierung bereitet Kriterien für klimaschonenden Zement vor. Doch der Nachweis, dass das Verfahren der Wahl, CCS, die Branche im großen Stil dekarbonisieren kann, steht noch aus.
Mit steigenden Temperaturen wird Schatten in der Stadt zur wertvollen Ressource. Forschende berechnen erstmals, wo Schatten gebraucht wird und wie er sich gezielt schaffen lässt. Das könnte die Stadtplanung grundlegend verändern.
Das Bundesumweltministerium baut um: Demnach wird die Abteilung „Internationales und Europa“ aufgelöst, Abteilungsleiterin Eva Kracht scheidet zum Herbst aus dem Ministerium aus. Das Haus begründet den Umbau damit, internationale Zuständigkeiten besser mit fachlicher Expertise verknüpfen zu wollen.
Mit steigender Erneuerbarer-Erzeugung reagiert das Stromsystem preislich zunehmend resilienter auf Energiekrisen, wie eine neue Analyse verdeutlicht. Die Bundesnetzagentur jedenfalls will künftig auf den Ernstfall besser vorbereitet sein. Ein neues Kriseninstrument soll im Falle einer Strommangellage helfen.
Fast 10.000 Tote hat extreme Hitze in diesem Jahr schon gefordert, zeigen Zahlen des Robert Koch-Instituts. Vor diesem Hintergrund fordert das Bundesumweltministerium nicht nur einen nationalen Hitzeplan, sondern will auch eine neue Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankern. Doch großen Rückenwind hat die Idee in der Regierung nicht.
Rumänien, Ungarn, Frankreich – die Stromproduktion aus Atomkraft ist in all diesen Ländern wegen der Hitzewelle unter Druck. Doch auch Gas- und Dampfanlagen können von Abschaltungen betroffen sein, wie ein französisches Gaskraftwerk kürzlich verdeutlichte. Die deutschen Betreiber haben verschiedene Strategien, um ihre Anlagen trotz Hitze am Laufen zu halten.
Die Bundesregierung setzt im EEG künftig auf Differenzverträge (CfD) – das schaffe Planungssicherheit, lobt EnBW-Vorstand Peter Heydecker. Eine Chance verpasse die Bundesregierung aber: die Einführung eines Marktwertkorridors. Beim Netzpaket sieht er dagegen noch eine Regelung, die die Wirtschaftlichkeit von Erneuerbaren-Projekten deutlich verringern dürfte.
Die Chemie zwischen US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ist zwar nicht die beste. Das hindert beide Länder jedoch nicht daran, ihre Kräfte zu bündeln, um in Südfrankreich einen Industriepark für Seltene Erden aufzubauen. Deutschland setzt dagegen vor allem auf Recycling.
Seit Jahren kämpfen Klimaschützer gegen die geplanten Gasbohrungen vor der Nordsee-Insel Borkum. Jetzt richtet sich ihr Blick verstärkt nach Usedom. Auch dort bräuchte es zur Ausbeutung der grenzübergreifenden Lagerstätte wohl ein zwischenstaatliches Abkommen.
China kontrolliert die Verarbeitung kritischer Rohstoffe, die EU sucht Gegenmittel: In dieser Woche endete die Konsultation zum geplanten Critical Raw Materials Centre. Stellungnahmen zeigen, wie unterschiedlich Brüssel dessen Aufbau angehen könnte.
Mit Änderungen im Detail passieren EEG und Netzpaket das Kabinett. Das sorgt bei den Verbänden für Frust, die in Stellungnahmen zum Teil grundsätzliche Kritik geäußert hatten. Das parlamentarische Verfahren dürfte nicht leichter werden.
Mit der Reform des Emissionshandels hat die EU-Kommission versucht, Druck von der Industrie zu nehmen. Dafür soll es länger freie Zuteilungen an die Industrie geben, allerdings gekoppelt an Bedingungen. Diese Konditionalität war Knackpunkt der Reform – und bringt etwa die Chemieindustrie in Bedrängnis.
Das Bundeskartellamt soll besser verstehen können, wie Kraftstoff-Großhändler und Raffinerien ihre Preise bilden. Deshalb verpflichtet der Gesetzgeber die Unternehmen, über Monate und ohne konkreten Verdacht sensible Daten offenzulegen. Kritiker warnen bereits vor staatlichen Preisobergrenzen. Davon könnte nicht nur Sprit betroffen sein.
Der Markt für Nah- und Fernwärme ist bisher nur in Verordnungen geregelt. Diese wurden lange nicht angefasst. Mit dem Wärmenetzpaket will die Bundesregierung die Regeln novellieren, doch versprochene Eckpunkte fehlen bisher. Das mag auch daran liegen, dass die Interessen von Versorgern und Verbraucherschützern weit auseinanderliegen.
Mit dem Wechsel von Gitta Connemann ins Digitalministerium wandert das Thema Mittelstand ins Digitalministerium. Kanzler Merz will mit der Auswahl ihres Nachfolgers auch seine Kritiker in Rheinland-Pfalz besänftigen. Für Wirtschaftsministerin Reiche bedeutet der Wechsel eine Schwächung ihres Ressorts.
Frankreich und Spanien kämpfen gegen gewaltige Waldbrände. Die EU schickt Flugzeuge, Hubschrauber und Personal. Doch die Problematik der Waldbrände wird mit dem Klimawandel mit jedem Jahr schlimmer – der eigentlichen Auslöser ist aber etwas anderes.
In dieser Woche will die Bundesregierung das überarbeitete Netzpaket beschließen. Matthias Boxberger, Chef des zum Eon-Konzern gehörenden Regionalnetzbetreibers Avacon, sieht die geplante Abschwächung des Redispatch-Vorbehalts mit Skepsis. Es brauche ein Steuerungssignal, erklärte er im Interview, auch um die Stromkunden zu entlasten.
Niedersachsens Umweltminister musste gegen seinen Willen eine französisch-russische Kernbrennstoff-Produktion in Lingen genehmigen. Der beteiligte Konzern Rosatom gilt als strategischer Arm des Kremls. Olena Pavlenko von der ukrainischen Energie-Denkfabrik DiXi Group sieht Deutschland in eine absurde Lage gebracht.
Kanzler Friedrich Merz nutzt den Rücktritt von Jens Spahn zu einem Umbau seines Bundeskabinetts auf CDU-Seite. Verkehrsminister Patrick Schnieder wird entlassen. Ihm folgt Steffen Bilger nach. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche darf weitermachen. Mit Thorsten Frei ist Kontinuität bei der Energiepolitik zu erwarten.
Die Kluft zwischen genehmigten und tatsächlich gebauten Windkraftanlagen wird immer größer. Die Branche fordert den versprochenen Booster, fürchtet zugleich aber einen Ausbaustopp. Der Netzausbau verlaufe zu langsam.
Die EU-Kommission hatte für das 21. Sanktionspaket gegen Russland ein Transportverbot für Flüssigerdgas aus Sibirien vorgeschlagen. Der EU-Rat hat anders entschieden. Griechenland setzte sich durch. Dahinter stehen die Interessen der LNG-Reederei Dynagas.
Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist in Europa einzigartig. Die Kombination aus Grundlagenforschung, Sicherheit und Standardisierung setzen die Expert:innen stark bei der Entwicklung von Batterien ein. Auch die UN und die Nasa nutzen das Berliner Know-how.
Die Reformvorschläge von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sollen die Energiewende billiger machen. Dass das mit den vorgeschlagenen Instrumenten gelingen kann, daran gibt es Zweifel, wie ein Blick in die Stellungnahmen zu EEG und Netzpaket zeigt, die Tagesspiegel Background vorliegen.
Das Ringen um eine Genehmigung für ein strategisches Atomprojekt Russlands und Frankreichs im emsländischen Lingen ist entschieden. Niedersachsen hat das Kernbrennstoff-Joint-Venture zwischen Rosatom und Framatome genehmigt. Laut Landesumweltminister Meyer unter dem Druck der Bundesregierung.
Deutschland droht, seine ESR-Ziele bis 2030 um 255 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zu verfehlen – und müsste dafür Emissionsrechte in anderen EU-Staaten einkaufen. Fachleute halten das System der Lastenteilungsverordnung für nicht mehr tragfähig – die Kommission muss nach 2030 neu ordnen.
Brandenburg geht bei der Drohnenabwehr einen neuen Weg. Sein Innenministerium erarbeitet ein Gesetz, das es Betreibern kritischer Energieinfrastrukturen ermöglichen soll, selbstständig Drohnen vom Himmel zu holen. Beim Energieverband BDEW trifft das auf Skepsis.
Das Bundeswirtschaftsministerium hat seine Pläne für EEG und Netzpaket in Teilen entschärft. Die Kritik aus der Erneuerbaren-Branche bleibt dennoch scharf. Sie fordert an zentralen Stellen Nachbesserungen, wie aus einem Tagesspiegel Background exklusiv vorliegenden Übersichtspapier hervorgeht. Ein Umlenken bei Bioenergie fordert auch eine Biogas-Kampagne.
Es sei ein guter Vorschlag, den die EU-Kommission zur Reform des Europäischen Emissionshandels ETS vorgelegt hat, findet der PIK-Forscher Michael Pahle. Die Industrie bekomme etwas mehr Spielraum, wenn auch unter Vorbehalt. Nun müsse die Politik beim ETS standhaft bleiben – und die Mitgliedstaaten müssten ihren Teil tun.
Die Bundesregierung will Unternehmen und Verbraucher 2027 verstärkt bei Energiekosten entlasten. Statt Transformationsausgaben dominieren daher Entlastungszahlungen, legt eine neue Analyse nahe. Dass weder der Industriestrompreis noch die Strompreiskompensation auf die Klimaziele einzahlen, betont dagegen der BNW.
Drei Jahre lang sollen EU-Staaten keine Bußgelder verhängen: Dies empfiehlt die EU-Kommission mit Blick auf mögliche Verstöße von Öl- und Erdgasimporteuren gegen europäische Klimaschutz-Standards. Darauf sollen sich Unternehmen im Zweifel vor Gericht berufen können. Klimaschützende warnen bereits vor einem „Freifahrtschein“ für schmutzige Importe.