Die Ende 2024 vorgelegte Systementwicklungsstrategie soll die Grundlage für den Aus- und Umbau der Strom-, Gas- und Wasserstoffnetze bilden. Aus Sicht von Energiewirtschaft und Industrie gibt es in dem Plan noch Leerstellen, etwa was die Rolle von Flexibilitäten, Bioenergie und Speichern angeht. Das geht aus den eingereichten Stellungnahmen hervor.
Die Emissionen müssten hierzulande deutlich schneller zurückgehen, damit die Bundesrepublik ihre Klimaziele erreicht. Der Expertenrat für Klimafragen sieht besonders Fehlentwicklungen im Verkehr und bei Gebäuden – und warnt davor, Regeln zum Heizungstausch abzuschwächen. Eine Empfehlung lautet, das „Klimakabinett“ wieder einzuführen.
Investoren haben die Lithiumvorkommen der Ukraine schon lange im Visier. Nun könnten sie zur Verhandlungsmasse zwischen Kyjiw und Washington werden. Zugleich kommt das russische Militär einer besonders wichtigen Lagerstätte immer näher. Eine profitable Erschließung wäre aber selbst ohne den Krieg schwierig.
An Warnungen vor den maroden Öltankern Russlands und Appellen, sie stärker zu sanktionieren, mangelt es nicht. Aber die Kontrolle in der Ostsee gestaltet sich schwierig. Die EU zeigt sich entschlossen, passiert ist bisher kaum etwas. Profitiert haben von den Tricks der Russen auch deutsche Reeder.
Krisenstimmung in der größten europäischen Volkswirtschaft, erschlaffende Klima-Ambitionen in der EU – das alles hätte einen dämpfenden Effekt auf die EU-ETS-Zertifikate haben können. Doch seit Mitte Dezember legen die Preise für eine Tonne CO2 rasant zu. Der Hauptgrund: der steigende Gaspreis. Womöglich hat aber auch ein Umdenken im Markt stattgefunden.
Die Vorteile der Energieeffizienz werden häufig unterschätzt. Effizienzexperte Matthias Weyland vom Umweltbundesamt (UBA) erläutert im Interview, was die nächste Bundesregierung in Angriff nehmen sollte und nimmt dabei besonders den Wärmesektor in den Blick.
Die Methanemissionen aus dem Seeverkehr in der EU haben sich zwischen 2018 und 2023 verdoppelt bis verfünffacht. Das geht aus dem neuen European Maritime Transport Environmental Report hervor, der heute in Lissabon veröffentlicht wird. Der CO2-Ausstoß nähert sich dem Vor-Pandemie-Niveau an.
Grüne Leitmärkte, neue Ziele und Vorgaben zum Kauf europäischer Industrieprodukte: Die französische Regierung hat sehr konkrete Vorstellungen, was den Umbau der Wirtschaft angeht – das zeigt ein Positionspapier. Experten kritisieren die Planlosigkeit bei der Finanzierung des Vorhabens.
Seit mehr als einem Jahr fliegt die Ukraine systematisch Langstrecken-Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien. Mit Erfolg: Russlands Ölindustrie erleidet schwere Schäden, ihre Produktion geht zurück, Kraftstoff wird teurer. Staat und Unternehmen tun sich schwer, die Anlagen effektiv zu schützen.
Die Verabschiedung mehrerer energiegesetzlicher Änderungen im Bundestag am Freitag war aus Sicht der Branche lange überfällig. Entsprechend positiv waren die Verbändereaktionen – gekoppelt an Erwartungen an die künftige Regierung und den künftigen Bundestag.
Der Industrieverband BDI wünscht sich von einer neuen Bundesregierung schnell Maßnahmen zur Senkung der Strom- und Netzkosten. Beim Wasserstoffhochlauf brauche es zudem mehr Pragmatismus. Das geht aus einem Positionspapier hervor, das Tagesspiegel Background vorab vorlag.
Die Ampel-Koalition hatte die internationale Klimapolitik erstmals im Auswärtigen Amt angesiedelt – die richtige Entscheidung, sagen Klimawissenschaftler. Die Union beurteilt diesen Zuschnitt skeptisch. Sie plädiert dafür, den Aufgabenbereich in der nächsten Legislaturperiode wieder dem Bundesumweltministerium zuzuordnen.
Ein neuer Flächenplan für die Nordsee schafft viel mehr Platz für die Windkraft, bleibt aber weit hinter dem alten zurück. Die Regierungskrise hinterlässt auch hier Spuren. Statt installierter Leistung zählt künftig stärker der Ertrag.
Die Deutsche Umwelthilfe will die Bundesregierung durch einen Vollstreckungsantrag zwingen, ein Klimaurteil für den Landnutzungssektor schnell umzusetzen. Das Bundesumweltministerium besteht auf seinem eigenen Zeitplan, um eine breite Beteiligung gewährleisten zu können.
Am heutigen Freitag will der Bundestag zahlreiche Energiegesetze verabschieden, darunter eine Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes zur Begrenzung von Solar-Einspeisespitzen. Philipp Schröder, Gründer und CEO des Anbieters dezentraler Energiesysteme 1Komma5Grad, hält das für einen ersten Schritt. Er fordert Lösungen für den Anlagenbestand.
Erneuerbare Energien, Elektrifizierung, Investitionen: Mit einem neuen Ansatz und verschiedenen Indikatoren misst die EU-Kommission Fortschritte bei der Wettbewerbsfähigkeit und beim Klimaschutz in der Industrie. Dabei vergleicht sie auch die Strompreise mit denen der USA und Japans.
Mit qualitativen Kriterien wie dem CO2-Fußabdruck in den Ausschreibungen für Klimatechnologien sollen die EU-Staaten den Ausbau ihrer heimischen Fertigungskapazitäten fördern. Die Kommission macht dazu nun Nägel mit Köpfen.
Flüsse in Deutschland könnten bis zu 64 Prozent des Gesamtwärmebedarfs in Deutschland decken und so erheblich zu einer klimaneutralen Energieversorgung beitragen. Doch die Aquathermie wird hierzulande kaum genutzt. Langwierige, nicht einheitliche Genehmigungsprozesse bremsen den Einsatz der entsprechenden Technologie aus.
Mit einem neuen politischen Kompass gibt die EU-Kommission die Richtung in der Wirtschafts- und Klimapolitik vor. Fachleute verweisen jedoch auf fehlende Mittel für die geplante Transformation der Industrie. Ein Forscher sieht die EU deshalb vor dem gleichen Konflikt, an der bereits die Ampel-Regierung zerbrochen ist.
Das bidirektionale Laden von E-Autos hat ein riesiges Potenzial für die Energiewende. Das wird bisher noch nicht gehoben, aber bald könnte der Markt in Schwung kommen. Auf einem Kongress haben Fachleute beschrieben, welche Probleme in Sachen Regulierung, Stromnetze und Fahrzeuge wann und wie gelöst werden müssen.
Donald Trump will mit seinen Verhandlungstaktiken den Krieg in der Ukraine beenden. Ein fallender Ölpreis soll Putin in die Knie zwingen. Dass die OPEC ihre Produktion erhöht, erscheint aber unwahrscheinlich. Mögliche europäische LNG-Sanktionen könnten die Einnahmen des Kremls zwar beschneiden. Mehr US-LNG würde so aber kaum nach Europa gelangen.
Verena Hubertz verantwortet als SPD-Fraktionvizechefin nun auch die Energiepolitik. Im Interview spricht sie über die Pläne ihrer Partei zum Strompreis und neue Wege für Investitionen über den „Deutschlandfonds“. Mit einem möglichen Koalitionspartner Union käme die SPD bei der Kraftwerksstrategie zusammen, sagt Hubertz. Bei anderen Themen eher nicht.
SPD, Grüne und Union haben sich auf eine gemeinsame Fassung des Gesetzes zur Flexibilisierung von Biogasanlagen geeinigt. Betriebszeiten und Ausschreibungsmengen werden noch einmal erhöht. Die Branche schaut schon auf weitere Änderungen nach der Wahl.
Die Ampel-Koalition hat deutliche Erfolge beim Zubau der erneuerbaren Energien erzielt. Doch insbesondere bei der Kopplung der Sektoren und dem Phase-Out von Kohle und Gas bleibt noch viel für die nächste Regierung zu tun, schreibt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer Analyse, die der Redaktion vorab vorlag.
Verbraucherverbände, Wettbewerbsbehörden, Rot-Grün und die Länder fordern eine Preisregulierung in den Wärmenetzen. Auch Verbrauchende wünschen sich die Aufsicht. Konkrete Optionen für den Gesetzgeber schlägt ein Gutachten im Auftrag des VZBV vor, das der Redaktion vorab vorlag.
Kurz vor den Bundestagswahlen kommt nochmal richtig Bewegung in die Energiepolitik. Die drei Fraktionen von SPD, CDU/CSU und Grüne haben sich unter anderem bei der Bioenergie, beim Umgang mit Einspeisespitzen und der Umsetzung des Emissionshandels geeinigt.
Die belgischen Atomreaktoren Doel und Tihange soll bis maximal 2035 am Netz bleiben. Politiker im Nachbarland fordern sogar einen Betrieb bis 2045. Doch der Betreiber Engie winkt ab, aus Kostengründen.
Die EU-Kommission sieht den Wirtschaftsstandort Europa in Gefahr. Sie will Unternehmen daher von Berichtspflichten entlasten, die Abhängigkeit von Importen reduzieren und den Binnenmarkt ausbauen, wie aus einem Wettbewerbskompass hervorgeht. Die Strompreise sollen zudem sinken.
Strengere Vorgaben für den Zertifikate-Handel im Verkehrssektor zeigen erste Wirkung: Die Preise zur Erfüllung der THG-Quote sind erstmals seit langem gestiegen. Der Biokraftstoffbranche reicht das nicht. Sie fordert stärkere Kontrollen ausländischer Produzenten. Und auch für die Wasserstoffproduktion zeichnet sich bislang kein Business Case ab.
Der Wirtschaftsminister öffnet wie angekündigt seine geplanten Klimaschutzverträge mit der Industrie für die CO2-Speicherung, zeigt eine neue Förderrichtlinie. Dafür bräuchte er aber die Änderung des CCS-Gesetzes und einen Haushalt. Folglich steht der Richtlinien-Entwurf unter Vorbehalten.
Immer wieder macht Russlands Schattenflotte Schlagzeilen. Doch wem gehören die mysteriösen Schiffe, was ist ihre Mission – und wie agieren sie? Sergey Vakulenko von der in Berlin ansässigen Denkfabrik Carnegie Russia Eurasia Center erklärt, wie der Ölschmuggel abläuft.
Ab 2026 greifen die Klimazölle für Stahl, Zement und Aluminium aus Nicht-EU-Ländern. Der „Grenzausgleich“ soll verhindern, dass heimische Hersteller benachteiligt werden. China könnte die Klimazölle für eigene Exporte mit einer Reform abschwächen – und arbeitet an Neuerungen beim Emissionshandel. Experten geben einen Ausblick auf die Pläne.
Die größten deutschen Fleisch- und Milchkonzerne tragen erheblich zum Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland bei und machen ungenaue Angaben, wie sie das ändern wollen, kritisiert eine aktuelle Studie. Die Industrie weist die Vorwürfe zurück.
Bei der von der Energiebranche geforderten Verlängerung der KWK-Förderung zeichnet sich eine Einigung im Bundestag ab. Das Zeitfenster für neue Anlagen bleibt aber klein. Das geht aus einem Entwurfstext hervor, der Tagesspiegel Background vorliegt.
Die Stromnetze müssen in den nächsten Jahren ausgebaut werden – Netzbetreiber können die steigenden Kosten nicht allein stemmen. Eine Standardisierung der Anreizregulierung auf EU-Ebene würde den Markteintritt für außereuropäische Investoren vereinfachen, hofft das BMWK. Frankreich warnt vor Überkomplexität.
Die Klimaerwärmung bringt grönländisches Eis zum Schmelzen und eröffnet den Zugang zu kritischen Rohstoffen, die für grüne Technologien benötigt werden. Doch schnelle Abhilfe für Europas Rohstoffsicherheit bietet die Insel nicht.
Der EU droht 2027 eine Finanzlücke beim Umbau der Wirtschaft. Laut dem Vorschlag einer polnischen Denkfabrik gäbe es eine Lösung: So soll der angedachte Fonds für Wettbewerbsfähigkeit ein Jahr früher an den Start gehen – und sich aus neuen Schulden speisen. Ein Experte sieht bei dem Konzept jedoch viele Fragen offen.
Politik und Energiewirtschaft fordern als Antwort auf die Kehrtwende der USA beim Klimaschutz eine stärkere Rolle Europas. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Analyse des DIW, die Tagesspiegel Background vorab vorlag. Das Institut sieht sogar neue Chancen für die deutsche Wirtschaft.
Nach einem dramatischen Einbruch der Verkaufszahlen im vergangenen Jahr hofft die Branche wieder auf steigende Absatzzahlen. Dafür müssten die Förderung und der politischen Rahmen in den nächsten Jahren aber stabil bleiben. Ein Abschmelzen der Förderung solle erst in Betracht gezogen werden, wenn der CO2-Preis seine Lenkungswirkung entfalte.
Das Bundesforschungsministerium stellt bis zu 25 Millionen Euro für die Batterieforschung bereit, damit keine Projekte gestoppt werden müssen. Das Kanzleramt betont auf dem Batterieforum die strategische Bedeutung der Branche für die neue Bundesregierung.
Der Ausstieg Deutschlands aus der Braunkohleverstromung schien besiegelt. Doch die Ampel hat es versäumt, einen Fahrplan für den Bau neuer Gaskraftwerke aufzuzeigen. Strommarktexperten sehen den gesetzlichen Kohleausstieg zwar nicht zwingend in Gefahr, doch warnen sie vor hohen Zusatzkosten einer umfassenden Braunkohlekraftwerks-Reserve.
Der neue US-Präsident Donald Trump lässt wenig Zeit für die von ihm angekündigte Wende in der Energie- und Klimapolitik verstreichen. Experten sehen nun eine neue Verantwortung für Europa.
Die Warnungen der Sicherheitsbehörde BSI vor einer Fernsteuerung von Wechselrichtern durch die Hersteller haben Wellen geschlagen. Eine schnelle Verabschiedung des EnWG ist dadurch gefährdet. Experten sind verwundert. Durch die Reform würden keine neuen Sicherheitsrisiken geschaffen, betonen sie. Besorgter zeigt sich der VDE.
Auf dem heute beginnenden Batterieforum ist die umweltfreundliche Natrium-Ionen-Batterie ein wichtiges Thema. Weltweit arbeiten Unternehmen an verschiedenen Serienanwendungen. Auch das Bundesforschungsministerium unterstützt die Technologie mit neuen Programmen.
Lange war Deutschlands und Europas Abhängigkeit von russischem Gas das Problem. Heute sind die USA wesentlicher Garant der Gasversorgung. Ihr neuer Präsident Donald Trump könnte Flüssigerdgas als Machtmittel einsetzen. Energieanalysten raten den Europäern zur Vorsicht.
Erst vergangene Woche drängten Experten im Energie-Ausschuss noch zur Eile bei der Verabschiedung der kleinen EnWG-Novelle. Nun aber äußert das BSI erhebliche Sicherheitsbedenken mit Blick auf die geplante Steuerung von Solaranlagen. Die Union knüpft ihre Zustimmung daher an Bedingungen.
Grüner Wasserstoff aus Namibia bleibt vorerst ein Versprechen. Die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken zeigt, wie sie H2-Projekte in dem afrikanischen Land fördert und einschätzt. Beim Großprojekt Hyphen wartet sie ab. Das erste Importprodukt aus Namibia könnte grüner Eisenschwamm sein.
Der Bund muss die kommunalen Energieversorger zur Transformation befähigen, fordert die Union. Im Gespräch sind Garantien und Bürgschaften im Rahmen eines „Energiewendefonds“, um privates Eigenkapital anzulocken. Der Bundesfinanzminister schlägt die teilweise Übernahme kommunaler Altschulden vor.
Wenn Donald Trump am heutigen Montag ins Weiße Haus einzieht, muss die Klimawissenschaft mit schweren verbalen Attacken rechnen, sagt Rachel Cleetus von der „Union of the concerned scientists“. Ein Gespräch darüber, wie sich die Klimawissenschaft auf die zweite Amtszeit Trumps vorbereitet und was ihr trotzdem Hoffnung gibt.
Vor bald drei Jahren gingen die letzten deutschen Atomkraftwerke vom Netz. Die politischen Entscheidungen davor wurden gestern heftig diskutiert. Während Robert Habeck bei der Zeugenvernehmung im Untersuchungsausschuss in die Offensive ging, sprach Olaf Scholz gleich zu Beginn über sein Machtwort.
Die Bundesnetzagentur hat einen Zwischenstand der geplanten Neuausrichtung der Energienetzregulierung vorgestellt. Von einigen Reformideen hat die Behörde dabei Abstand genommen. Nun beginnt eine erneute Konsultationsphase.
Dass die Ampel auf Betreiben der FDP die Sektorziele im Klimaschutzgesetz abgeschafft hatte, bezeichnet Grünen-Chef Felix Banaszak als „harten Kompromiss“. Nun will er sie wieder zurückholen. Rückhalt bekommt er dafür aus der SPD-Bundestagsfraktion. Die Union hält sich zurück.
Die Öl- und Gasförderung in Deutschland nimmt seit Jahren ab. Unternehmen und der Bund testen nun, ob sich ein Schwenk zur Lithiumgewinnung aus Tiefenwasser lohnt. Das Norddeutsche Becken, wo Exxonmobil einsteigen will, gilt als vielversprechend. Aber Eingriffe ins Erdreich bleiben politisch heikel.
Die Förderung von KWK-Anlagen ist befristet und auch viele Biogasanlagen drohen in den nächsten Jahren aus der Förderung zu fallen. Deshalb sollen zwei Gesetzesentwürfe noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden, forderten Sachverständige in einer Anhörung im Bundestag.
Deutschland hätte laut EU-Recht schon längst gesetzliche Weichen beim Emissionshandel stellen müssen. Bliebe eine Novelle aus, ließen sich Treibhausgase im Seeverkehr nicht wie geplant bepreisen, warnt ein Berater im Bundestag. Die Energiebranche fordert für 2026 einen festen CO2-Preis in den Bereichen Straßenverkehr und Wärme.
Bei der gestrigen Anhörung im Energieausschuss waren sich die Experten uneins, ob das Bundesbedarfsplangesetz noch vor der Bundestagswahl verabschiedet werden sollte. Gräben taten sich vor allem zwischen den beiden Übertragungsnetzbetreibern 50 Hertz und Tennet auf. Die EnwG-Novelle traf dagegen auf breite Zustimmung.
Der Windkraft-Ausbau könnte in ein paar Jahren das erhoffte Niveau erreichen. Möglich macht es die Rekordmenge an Baugenehmigungen. Für die Politik bleibt aber noch einiges tun.
Die Energiewirtschaft begrüßt im Großen und Ganzen die geplanten Gesetzesänderungen zur besseren Steuerung von Erneuerbaren-Anlagen. Das geht aus den Stellungnahmen für die heutige Anhörung zur EnWG-Novelle im Bundestag hervor. Ob die Maßnahmen noch vor der Wahl beschlossen werden, ist offen.
Der Jahreswechsel verlief für Wasserstoffzüge problematisch. Lieferengpässe bei Wasserstoff führten zu Verzögerungen. Komplikationen bei der Einführung neuer Technologien sind keine Überraschung für Experten, die Alternativen wie Hybrid-Batteriezüge bevorzugen. Doch es gibt auch Argumente für den Einsatz von Wasserstoffzügen.
In drei Jahren ist weltweit nur ein Bruchteil der angekündigten Wasserstoffprojekte Realität geworden. Das Scheitern schreiben Forscher Kostensteigerungen und dem Mangel an Kaufvereinbarungen zu. Kanzlerkandidat Merz bezweifelt den Einsatz von H2 in der Stahlbranche – doch ein Experte sieht keine einfache Alternative.
Die Branche leidet unter dem THG-Quotenpreisverfall im Zuge der Betrugsfälle mit gefälschtem nachhaltigen Biodiesel. Der Bundestag könnte auf den letzten Metern nachbessern. Von einer neuen Bundesregierung erhoffen sich die Hersteller mehr Förderung.
Bis 2040 will die EU-Kommission die Emissionen um 90 Prozent senken. Doch anders als von Brüssel erwartet, dürften die Rückgänge bis dahin deutlich kleiner ausfallen. Das zeigt ein gemeinsamer Report vom Ecologic Institut und dem Öko-Institut. Die Forschenden machen Vorschläge, um die Lücke zu schließen.
Noch werde zu wenig über das Potenzial der Elektrifizierung geredet, sagt Émeline Spire, neue Direktorin der Europa-Arbeit beim Thinktank Agora Energiewende, im Interview. Dabei könnten schon heute verfügbare Technologien einen Großteil des fossilen Bedarfs der Industrie ersetzen. Und die Investitionen, um Industrieanlagen zu erneuern, stünden sowieso an.
Die installierte Leistung von Wind- und Solarenergie in Europa könnte bis Ende 2025 auf über 630 Gigawatt ansteigen. Bis 2050 ist eine weitere Verdreifachung möglich. Doch es bleiben Risiken, wie aus einem Marktüberblick des Beratungsunternehmen Aurora Energy Research hervorgeht.
Seit dem Jahreswechsel fließt kein russisches Erdgas mehr über die Ukraine in die EU. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat sich heftig gegen den Lieferstopp gewehrt – und will sich an Kiew mittels Energiepolitik rächen. Experten erklären, was hinter seinen Provokationen steckt.
Nach 20 Jahren haben sich beide Seiten auf ein Stromabkommen geeinigt, um ihre Märkte gegenseitig zu öffnen. Die Schweizer feiern sich, diverse Ausnahmen ausgehandelt zu haben. Bis zum Inkrafttreten könnte es aber noch dauern.