Um ausufernde Ausgaben zu begrenzen, wurden im Juli die kostenlosen Bürgertests für alle abgeschafft. Ein Bericht des BMG listet nun die gesamten steuerfinanzierten Testkosten im zweiten Halbjahr 2022 auf. Mindestens 2,5 Milliarden wurden für Tests abgerechnet, weitere Kosten laufen nach.
Ein wenig besser, aber viel teurer: Zu diesem Befund kommt die erste gesundheitsökonomische Studie über die neuen Hochdosis-Grippeimpfstoffe, die von der STIKO inzwischen für alle für über 60-Jährigen empfohlen werden. Doch sollte man deshalb darauf verzichten? Entscheidend sei vor allem, die viel zu niedrigen Impfquoten hochzubekommen, sagen Experten.
Wie sollen das RKI und die BZgA künftig ausgerichtet sein? Der Risikoforscher Gerd Gigerenzer hat eine klare Meinung: Wissenschaftler, die von der Bundesregierung bezahlt werden, müssen die Freiheit haben, Sachlagen offen benennen zu können, auch wenn es politisch nicht erwünscht ist. Den Deutschen wünscht Gigerenzer derweil mehr statistische Kompetenz.
Bei chronischen Krankheiten oder Krebs stehen Ärzte nicht nur vor einer medizinischen Herausforderung. Mit der Diagnose einher geht die Aufklärung über mögliche Risiken und Folgen. Scheitern Ärzte daran, fühlen sich Patienten alleingelassen. Digitale Gesundheits-Apps sollen den Informations-Transfer zwischen Arzt und Patienten schließen.
In den meisten Bundesländern nimmt die Zahl der Patient:innen in den forensischen Psychiatrien zu. Es gibt also immer mehr Straffällige mit psychischen und Suchterkrankungen. Eine These besagt, dass die Allgemeinpsychiatrie nicht mehr hinterherkommt. Was sagen Allgemeinpsychiater dazu – und welche Gründe gibt es noch?
Das Patientenrechtegesetz wird zehn Jahre alt – und der Patientenbeauftragte der Bundesregierung wünscht sich einiges an Nachbesserungen: mehr Einsichtsrechte in Behandlungsverläufe, ein Meldesystem für Behandlungsfehler, einen Fonds für Härtefälle. Zudem hat Stefan Schwartze eine Idee, wie sich der Streit mit den Kassen beim Umbau der UPD lösen ließe.
Ein entspannter, aber deutlicher Lothar Wieler holte gestern zum Rundumschlag aus, rechnete mit der Politik für Fehler in der Vergangenheit ab, betonte den Nutzen von Public Health und forderte gar einen eigenen Pakt für öffentliche Gesundheit. Denn das RKI habe dafür nie die benötigten Ressourcen gehabt.
Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 500.000 Menschen neu an Krebs. Unsere beste Chance im Kampf gegen Krebs sei exzellente Forschung, erklärte Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) und stellte neue Förderansätze vor. Was allerdings weiterhin fehlt, sind nutzbare Daten.
Die Pflege von Zähnen und Zahnfleisch hat über den Mund hinaus einen Nutzen für die Gesundheit, argumentiert die Zahnmedizin. Auf der Internationalen Schlaganfallkonferenz wird nun auch eine Studie vorgestellt, laut derer eine gute Mundhygiene für die Gesundheit des Gehirns förderlich sein kann.
Das Gesundheitsdatennutzungsgesetz lässt noch auf sich warten, bis dahin lohnt ein Blick auf den EHDS. Denn längst ist klar, dass die deutschen Regeln mit den EU-Vorgaben harmonieren müssen. Doch wie viel Widerspruch und Datenzugriff lässt die Bundesregierung zu?
Patientenlotsen zeigen einen hohen Benefit sowohl für Patienten, die Behandelnden als auch für die Kostenträger, so der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke, Joachim Sproß. Doch schaffen sie es auch in die Regelversorgung? In der Arbeitsplanung des BMG tauchen sie bislang nicht auf.
Rund 40 Prozent aller Krebsfälle in der EU wären mit wirksamen Vorsorgestrategien vermeidbar. Vor zwei Jahren hat die EU-Kommission daher ihre präventionsorientierte Krebsstrategie vorgestellt. Gestern wurden innerhalb der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft die ersten Ergebnisse beleuchtet.
In Potsdam kann sich der scheidende Chef des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler nunmehr „auf die Forschung konzentrieren“ und auch wieder „mehr wissenschaftliche Freiheit“ genießen. Das sagt der Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Instituts, Tobias Friedrich, zum Wechsel Wielers und verrät auch, wie es zu diesem Deal kam.
Sie ist eine Sucht, wird aber eher als Charakterfehler gesehen: die Glücksspielsucht. Ein Fachverband und der Drogenbeauftragte wollen nun eine bessere Regulierung und ein Umdenken. Dabei kommt nicht nur Widerstand aus der Industrie – sondern ausgerechnet von den Wohlfahtsverbänden, die von den Steuereinnahmen profitieren.
Das Wissenschaftliche Institut der AOK baut seinen „Gesundheitsnavigator“ aus und stellt immer mehr Qualitätsurteile über Kliniken online. Die Basis dafür sind Abrechnungs-Routinedaten, die die größte Kassenart auswertet. Vor allem Unikliniken halten die Bewertung aber oft für irreführend.
Gut Wetter machte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) nach der ersten Videokonferenz der Gesundheitsministerkonferenz: Für die Krankenhausreform hätten Bund und Länder sich gut aufgestellt, ansonsten verabschiedeten die Länder nur einstimmige Anträge. Bayerns Gesundheitsminister Holetschek war weniger versöhnlich eingestellt.
Weil die Dermatologie von Blickdiagnosen geprägt ist, eignet sie sich besonders gut für telemedizinische Angebote. Und spätestens mit Streichung der Neupatienten-Regelung werden diese auch immer häufiger nachgefragt. Doch von einer Implementierung in die Regelversorgung sind die Apps noch weit entfernt.
Auch Apotheker dürfen sich an der Drogensubstitution beteiligen - und sie werden dafür dringend benötigt, denn die Zahl der Suchtmediziner sinkt beständig. Doch bisher macht grade mal jede achte Apotheke mit. Das liegt nicht nur an unterschwelligen Ängsten vor der Klientel. Für viele Betreiber ist dieses Angebot noch ein Draufzahlgeschäft.
Einheitliche Umsetzung und eine Beseitigung der Investitions-Altlasten – das hält der Leiter der Krankenhausstrategie der größten deutschen Krankenkasse, Jörg Manthey, für die wichtigsten Punkte bei der anstehenden Krankenhausreform.
Bis zu einem Drittel der Patient:innen im Krankenhaus weist Anzeichen von Mangelernährung auf, entsprechende Interventionen bleiben aber oftmals aus, kritisieren Ernährungsmediziner. Dabei könnten verpflichtende Eingangs-Screenings und angepasste Ernährung die Mortalität und Behandlungsdauer reduzieren.
Der Pflege steckt immer noch die Pandemie in den Knochen, und auch der Fachkräftemangel wird sich so schnell nicht legen. Beim aktuellen Kongress Pflege schaute man am Freitag und Samstag dennoch gemeinsam nach vorn, auch wenn man sich von der Politik nicht allzu viel Hilfe erwartet.
Das E-Rezept ist bisher eine freiwillige Anwendung. Und das soll auch erst mal so bleiben, wie das Bundesgesundheitsministerium in seinen Antworten auf eine Kleine Anfrage deutlich macht. Auch bei den Anreizen für Ärzte bleibt es bei Informationsmaterial.
Mehr Freiheit bei Cannabis, strengere Regeln bei Alkohol, Tabak und Glücksspiel: So lautet die Strategie des Bundesbeauftragten Burkhard Blienert, die er gestern vorstellte. Auch die Behandlung bereits Abhängiger soll besser werden. Nun hängt es am Wohlwollen von Fraktionen, Bundes- sowie Landesministerien und Kommunen.
Für ein bedarfsgerechteres Gesundheitswesen müssen die Ambulantisierung und die medizinisch-technische Entwicklung bei Reformvorhaben umfassend berücksichtigt werden, schreibt der Gesundheitsökonom Evert Jan van Lente in seiner Expertenkolumne. Orientierung bieten könnten aus seiner Sicht Schweizer Strukturen.
Innerhalb der Bundesregierung wird derzeit über die Zukunft der Corona-Warn-App diskutiert. Auch wenn Gesundheitsminister Lauterbach einen Weiterbetrieb bereits befürwortet hat, wird ein Ende immer wahrscheinlicher. Denn es gibt längst Anwendungen, die bei neuen Pandemien zum Einsatz kommen könnten.
Heute legt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe die Leitlinie „Schwangerschaftsabbruch im ersten Trimenon“ vor, in der vor allem das Selbstbestimmungsrecht der Frau betont wird. Bleibt die Frage: Wie können vorhandene Versorgungslücken geschlossen werden?
Es ist ein weiterer Warnschuss für Deutschland: BioNTech baut nicht hierzulande, sondern in Großbritannien ein Zentrum für die Erforschung und Entwicklung von neuartigen Krebsmedikamenten auf. Wie wichtig jedoch Forschung und Entwicklung vor Ort sind, erklärt der Krebsmediziner und iuvando-Gründer Mridul Agrawal.
Mehr Daten mit Fokus auf Patient:innen und Behandlungsergebnisse – das fordern deutschen Versorgungsforscher:innen. Statt lückenhafter Datensätze wollen sie jeden Fall betrachten – und zwar nicht nur, was man verabreicht oder operiert, sondern vor allem, wie erfolgreich die Behandlung ist.
Kommt die Cannabislegalisierung nun doch nur in Mini-Portionen? Viel deutet darauf hin, zuletzt beriet eine eilig einberufene Ministerrunde zu dem Thema. Ein Streitpunkt in der Ampel: Sollte man sehenden Auges eine Absage aus Brüssel riskieren – oder mit dem Gesetz einfach durchziehen?
Die Länder klagen, dass die Kapazitäten des Maßregelvollzugs erschöpft sind. Eine Reform soll nun Erleichterung bringen und genauer unterscheiden, wer hoffnungsvolle Kandidaten für einen Drogenentzug sind. Droht nun eine Versorgungsverschlechterung, die auch schwerwiegende Folgen mit Blick auf die Resozialisierung hat?
Der Streit um Honorarkürzungen für HNO-Ärzte spitzt sich zu: Aus Protest wollen angeblich 85 Prozent der ambulant Operierenden bestimmte Eingriffe an Kindern aussetzen. Manche allerdings erst in ein paar Monaten, wenn sie ihre Termine abgearbeitet haben. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung zeigt Verständnis, die Krankenkassen dagegen sind empört.
Es braucht mehr Forschung und Innovationen für vernachlässigte und armutsassoziierte Krankheiten. Darin waren sich gestern vier Sachverständige im Bundestag einig. Auch Deutschland müsse sich intensiver mit Moskitos und Infektionskrankheiten beschäftigen. Produktentwicklungspartnerschaften könnten weltweit helfen, Leid zu verhindern.
Ein Bonus für Ärzte, die Termine über private Vermittler anbieten – dieser Plan steht offenbar beim ersten Versorgungsgesetz im Raum. Die Idee stammt von der FDP, die beiden Ampelpartner zeigen sich zumindest offen dafür. Die Diskussion zeugt auch von der mangelnden Durchschlagskraft der Terminservicestellen.
Die steigende Nachfrage nach Psychotherapie und die Ungleichverteilung von Behandlungskapazitäten sorgen vielerorts immer noch für lange Wartezeiten. Der Verband der Ersatzkassen fordert von der Politik eine neue Bedarfsplanung sowie eine Reform der Versorgungsstrukturen in der ambulanten Psychotherapie.
Mit seinen Geldforderungen für die Pflegereform stößt Karl Lauterbach auf Widerstand im Finanzministerium. Das war erwartbar, denn Ressortchef Lindner hat grade jede Menge sozialpolitischer Begehrlichkeiten auf dem Tisch. Doch ohne Steuerzuschuss für die Pflege geht es nicht. DAK-Chef Storm fordert daher von der Regierung einen Kassensturz mit Priorisierung.
Soll die Maskenpflicht für Besucher medizinischer Einrichtungen vorzeitig enden? Eine Umfrage zeigt ein gespaltenes Bild. Besonders groß ist die Ablehnung unter Grünen- und Linkenwählern.
Bei lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Leukämie ist eine Stammzellspende für manche Patienten die einzige Chance. Doch die Nebenwirkungen können gravierend sein, bis zu 50 Prozent der Empfänger leiden unter Abstoßungsreaktionen. Zwei Hochschulmedizinern ist nun zusammen mit Novartis ein Durchbruch im Kampf gegen die Graft-versus-Host-Disease gelungen.
Für ihr komplexes Teamwork bei der Krankenhausreform haben sich Bund und Länder nun auf einen Zeitplan verständigt. Er sieht vier Themenkomplexe vor, die bis Mitte Juni abgearbeitet sein sollen. Im Zentrum der anstehenden Debatten dürften allerdings auch Öffnungsklauseln für die auf ihre Planungshoheit pochenden Bundesländer stehen.
Früher jagte er Cannabishändler:innen, nun stellt er ihnen Hard- und Software bereit: Lewis Koski ist CSO des Track&Trace-Technologie-Anbieters METRC. Angesichts der Pläne der Bundesregierung will er seine Technologie jetzt auch auf den deutschen Markt bringen. Im Interview spricht er über Lehren aus den USA und den illegalen Markt.
Multiple Krisen fordern das Gesundheitswesen heraus wie nie zuvor. Gut gewappnet sind wir dagegen nicht, so das Urteil des Sachverständigenrats Gesundheit und Pflege. Das liege zum einen an fehlenden Daten und zum anderen an lange überfälligen Strukturreformen.
Mehr Kapazitäten für die Infektionskrankheitsspitzen in den Wintermonaten, bessere Forschung, ein nationales RSV-Register und endlich einen Impfstoff gegen das RS-Virus – das steht auf den Wunschzetteln von Pädiater:innen und des EU-Abgeordneten Peter Liese. Hoffnung auf die Erfüllung zumindest eines dieser Wünsche machen Neuigkeiten aus den USA.
Die Biotechnologie-Branche gehörte zu den großen Profiteuren der Corona-Pandemie. An die Erfolge der beiden Vorjahre anzuknüpfen, scheint aktuell aber unmöglich. 2022 gab es keinen einzigen Börsengang und die Investitionen fließen nur noch verhalten.
Paare, die von ihrer Kasse einen Zuschuss für eine Kinderwunschbehandlung möchten, müssen verheiratet sein. Die BKK VBU hat das vor fast zehn Jahren bereits kritisiert. Wie es von den Grünen heißt, werde nun zum Thema beraten.
Um mehr Honorare zu erzwingen, drohen HNO-Ärzte, die Behandlung bedrohlicher Kindererkrankungen einzustellen. Die KBV geht in einem Brief auf Distanz – und wirft den Verbänden falsche Rechengrundlagen vor.
In einem Bericht des Gesundheitsministeriums an den Haushaltsausschuss wird nicht klar, was genau der Konnektortausch in Summe kosten wird. Details gibt es zur TI-Pauschale und Highspeedkonnektoren – wenn auch nicht in finanzieller Hinsicht.
Programmierpannen und Systemabstürze: Trotz gravierender IT-Mängel müssen ab Ende Januar alle Anträge für EU-Arzneimittelstudien über das elektronische Portal CTIS gestellt werden. Versuche der Bundesregierung, bei EU-Kommission und EMA eine Verlängerung der Übergangsfrist zu erreichen, sind fehlgeschlagen. Arzneimittelforscher sehen EU-Standort bedroht.
Wie sähe die Krankenhauslandschaft aus, würden die Pläne der Regierungskommission eins-zu-eins umgesetzt werden? Die Deutsche Krankenhausgesellschaft will Anfang Februar eine Auswirkungsanalyse vorlegen und gibt einen Vorgeschmack: 657 Krankenhäuser würden zu lokalen Gesundheitszentren umgewandelt werden.
Als Protest gegen eine zu Jahresbeginn umgesetzte Absenkung der Vergütung bei Mandeloperationen haben die HNO-Verbände ihre Mitglieder aufgefordert, für solche Eingriffe vorerst keine Termine mehr zu vergeben. Kritik an dem drastischen Vorgehen äußerten Kinderärzte. Der GKV-SV verwies hingegen auf ein Thema unter Ärzten.
Mit dem vorzeitigen Aufheben der Maskenpflicht im Fernverkehr findet Gesundheitsminister Karl Lauterbach mehrheitliche Zustimmung in der Bevölkerung – allerdings nicht bei Grünen- und SPD-Wählern, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.
Ex-Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar fordert einen Neuanfang für die Telematikinfrastruktur (TI). Mit der TI 2.0 könne eine dezentrale Datensammlung umgesetzt werden, sagt er. Auch die umstrittenen Konnektoren – bei denen das BMG ihm als Leiter der Schlichtungsstelle der Gematik die Kompetenz entzogen hat – würden überflüssig.
Die Alzheimerforschung der vergangenen Jahrzehnte hat viele Puzzleteile bei der Klärung der genauen Pathogenese zu Tage gefördert. Bernd Moosmann, Professor am Institut für Pathobiochemie der Universitätsmedizin Mainz, hat diese neu zusammengesetzt und die Theorie der chronischen Erregungsinsuffizienz entwickelt, die neue Therapieansätze ermöglichen soll.
Wann endlich fällt der Startschuss für die große Pflegereform? Wie geht es weiter mit der Cannabis-Legalisierung? Und was ist demnächst sonst noch an gesundheitspolitischen Aktivitäten zu erwarten? Antworten auf diese Fragen könnte es noch im Januar geben. SPD und Koalition beginnen mit ihren Planungen für 2023, die Union spielt den Antreiber.
Im Gesundheitssektor ist die spanische Region Katalonien ein beeindruckendes Beispiel für Fortschritte beim digitalen Wandel: Mit der Meva Salut-App können alle Prozesse im Gesundheitswesen abgewickelt werden – von elektronischen Rezepten über Krankenakten bis zu ärztlichen Konsultationen.
Der Gemeinsame Bundesausschuss arbeitet seit Dezember an neuen Regeln zum Biologika-Austausch in den Apotheken. Angesichts der aktuellen Arzneimittellieferengpässe wird es für Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zunehmend schwer, diesen Prozess zu rechtfertigen.
Was wird aus dem RKI nach dem Rückzug Lothar Wielers? Aus Kreisen, die nicht im Verdacht stehen, dem RKI schaden zu wollen, hieß es gestern, gebraucht werde ein „Mind Switch“ im Umgang mit der Bereitstellung von Daten. Minister Lauterbach bekräftigt derweil, dass an der RKI-Reform noch gearbeitet werde.
Karl Lauterbach wettert gegen „Heuschrecken“, die Betroffenen versuchen es besonnen: Auf 26 Seiten hat die Bundesärztekammer gestern ihre Positionen zum Regelungsbedarf für Medizinische Versorgungszentren präsentiert. Dabei geht es vor allem darum, Monopolbildung und eine zunehmend renditeorientierte Versorgung zu verhindern.
Nach langem Drängen zeigt sich Gesundheitsminister Lauterbach bereit, die Maskenpflicht im Fernverkehr vorzeitig aufzuheben, aus den Ampelfraktionen kommt Unterstützung. Es deutet sich an, dass Anfang Februar per Verordnung die Vorschrift aus dem IfSG gestrichen werden könnte.
In einem Innovationsfondsprojekt erstellen Kliniken aus Versichertendaten und einer Medikationsanamnese einen Medikationsplan und können eine Software Wechsel- und Nebenwirkungen überprüfen lassen. Noch steht das Projekt aber nur einer kleinen Gruppe von Patient:innen zur Verfügung.
Wo komplexe Versorgungbedarfe mit hohem Koordinierungsaufwand auftreten, gibt es derzeit große Versorgungslücken. Nicht nur Fachgesellschaften fordern deshalb die Einführung von Gesundheits- und Patientenlotsen in die Regelversorgung. Wie die Umsetzung aussehen kann, hat der Bundesverband Managed Care in einem Konzeptpapier ausgearbeitet.
Schweden hat zum Jahreswechsel den Vorsitz im Rat der EU übernommen. Gesundheit und Pflege zählen nicht zu den Prioritäten, einzelne Vorhaben finden sich aber dennoch im Programm für die sechsmonatige Amtszeit.
Ab Februar werden die Festbeträge für 180 Kinder-Arzneimittel für drei Monate komplett ausgesetzt. Dieser Beschluss des GKV-Spitzenverbandes ermöglicht es Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, ein teures Versprechen einzulösen. Doch wem nützt das am Ende? Die Kritiker sagen: den Falschen.
Sind Lauterbachs Pläne für eine Krankenhausreform ein Geschenk an die Unikliniken? Das befürchten viele kleinere und mittlere Häuser, aber auch Klinikkonzerne. Sie werfen dem Minister vor, einseitig Interessen zu bedienen – und damit die Versorgung zwar teurer, aber keineswegs besser zu machen.
Die Nachfrage nach datenbasierten Lösungen im Gesundheitssektor wächst stetig. Mit dem Zugang zu Versorgungsdaten will die CompuGroup Medical tiefgreifende Einblicke in den gesamten Zyklus von der Anamnese und Diagnose über die Verschreibung bis hin zur Bereitstellung und Abrechnung von Medikamenten ermöglichen.
Wegen empfindlicher Arzneimittel-Engpässe bei den Onkologika schlagen nun auch Krebsmediziner Alarm. Gebraucht würden „frühzeitige Informationen“ seitens der Pharmaindustrie, eine mindestens achtwöchige Vorratshaltung, verpflichtende Liefervereinbarungen, Produktionsstätten in Europa sowie eine „Positivliste unverzichtbarer Arzneimittel“.
Die Zahl von Videosprechstunden ist sprunghaft gestiegen und immer mehr Digitale Gesundheitsanwendungen werden verordnet: Das geht aus einem Bericht des Bewertungsausschusses hervor, den die Bundesregierung nun veröffentlicht hat. Deutlich wird darin auch, wo es mehr Informationen braucht.
Briefe oder Emails, die Ärzt:innen an die verpflichtende Nutzung einer Datenbank zur Überwachung verschreibungspflichtiger Medikamente erinnern, stellen eine kosteneffektive, evidenzbasierte Strategie zur Verbesserung der Therapiesicherheit dar. Zu diesem Schluss kommt eine amerikanische Studie, die sich mit Opioid-Verschreibungen befasste.