Zahlreiche multinationale Konzerne sind in Israel mit Forschungs- und Entwicklungseinheiten im Bereich Cybersicherheit vertreten. Auch Bayer gehört seit vergangenem Jahr dazu. Im Interview erklären Chris Sawall und Hugo Hagen, wo der deutsche Pharma- und Agrarkonzern vor Ort seine Schwerpunkte legen will und welchen Herausforderungen man damit begegnet.
Das BMG konkretisiert seine Ideen für die Versorgungsgesetze 1 und 2 – beides prall gefüllte Sammelgesetze. In der inhaltlichen Planung findet sich auch eine alte Lieblingsidee von Minister Karl Lauterbach mit wechselhafter Geschichte: die finanzielle Förderung schnellerer Terminvermittlungen bei Ärzten.
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung gilt als langwierig und komplex. Ein Innovationsfonds-Projekt zeigt nun, dass eine ambulante Versorgung vom Krankenhaus aus die Krankheitssymptome und stationären Aufenthalte reduziert – und damit auch die Ausgaben der Krankenkassen.
Erst sollte die Budgetierung gestrichen werden, dann machte Karl Lauterbach wieder einen Rückzieher. Nun ist der Gesundheitsminister dem Wunsch der Kinderärzt:innen nach einem Gespräch nachgekommen. Was diese außer der Entbudgetierung fordern, erklärt Michael Hubmann, der im Dezember das Amt des BVKJ-Präsidenten antritt.
Die Koordinierungsstelle für alle Patientenorganisationen bei der BAG Selbsthilfe soll nicht mehr gefördert werden. Auf dem Spiel stehe damit die zentrale Voraussetzung für die Umsetzung der Patientenbeteiligung im Gesundheitswesen, beklagen die Patientenorganisationen. Im BMG kann man den ganzen Trubel aber offenbar nicht so richtig nachvollziehen.
Dass Bund und Länder einen Gesetzentwurf gemeinsam erarbeiten, ist nicht gerade üblich. Bei der dringend gebotenen Großreform für die Krankenhäuser jedoch soll genau dies geschehen, um föderale Widerstände von vornherein auszuschließen. Bis zum Sommer wollen die Gesundheitsminister fertig sein. Erste „Arbeitspakete“ werden schon nächste Woche verschickt.
In einem neuen Policy Brief erklärt der Thinktank Centre for Planetary Health Policy, wie Nachhaltigkeits- und Umweltkriterien stärker und zielführender in die Arzneimittelversorgung integriert werden können. Derzeit laufe manche Regelung ins Leere. Einen Hebel sehen die Autor:innen etwa in einer stärkeren Verantwortung der Apotheker:innen.
2022 war ein weiteres hartes Jahr für die Pflege in Deutschland. Entlastung ist nicht wirklich in Sicht, kritisiert der Präsident der Pflegekammer Rheinland-Pfalz mit Blick auf die Pflegepersonalregelung PPR 2.0. Markus Mai fordert nun, die angebotenen Leistungen der Personalausstattung anzupassen.
Der Virchowbund will ernst machen und hat die Arztpraxen dazu aufgefordert, ihre Leistungen einzuschränken und mittwochs zu schließen. Sie sollen damit ein Zeichen gegen das budgetierte Finanzierungssystem, die ausufernde Bürokratie und den Fachkräftemangel setzen. Doch Rückhalt der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gibt es bislang nicht.
Heute treffen sich Bund- und Länderverantwortliche, um über Lauterbachs Pläne für eine Krankenhausreform zu reden. Über allem steht die Frage: Was kann der Bund alleine durchsetzen? Ein Gutachten ist eindeutig: Wenig bis nichts. Viel entgegenzusetzen hat der Bund nicht, wie eine Protokollnotiz der Juristen aus der Reformkommission zeigt.
Die Bundesregierung engagiert sich zu wenig für wirksamen Grippeschutz. Diesen Vorwurf erheben Impf- und Infektionsschutz-Experten gemeinsam mit der Linksfraktion im Bundestag. Sie fordern mehr Aufklärung über die Arztpraxen hinaus, verlässlichere Versorgung mit Influenza-Impfstoffen und eine Reform der Ständigen Impfkommission (STIKO).
Die teils chaotischen Zustände in Berliner Rettungsstellen haben Auswirkungen auf die Arbeit der Feuerwehr: Täglich längere Wartezeiten bei der Patientenübergabe, zahlreiche abgemeldete Notaufnahmen im Meldesystem IVENA, weite Anfahrten zu Krankenhäusern und viele Verlegungstransporte belasten den Rettungsdienst „erheblich“.
Die Interaktion zwischen Hausärzten und Fachärzten bestimmt maßgeblich, wie gut die Versorgung von Patienten erbracht wird. Dass die Behandlungsqualität besser ist, wenn sich die Ärzte persönlich länger kennen, wollen nun Harvard-Forscher belegt haben. Sie empfehlen mehr Kontakt zwischen Ärzten.
Seit September ist Markus Beier Vorsitzender des Hausärzteverbands. Im Interview spricht er über die Lage seiner Kollegen, die Chancen und Risiken von Hausarzt-MVZs und wie hausärztliche Versorgung aus seiner Sicht zukunftssicher gemacht werden sollte.
Man mag es kaum glauben: Nach aktueller Rechtsprechung dürfen Mediziner für Privatpatienten auch außerhalb ihres eigenen Fachgebietes tätig werden, ohne sich entsprechend fortgebildet zu haben. Es genügt die bloße Approbation. Kritiker sehen dadurch Behandlungsqualität und Patientensicherheit gefährdet. Zudem warnen sie vor einem Imageschaden für die PKV.
In der SPD wächst die Unruhe, weil der Gesundheitsminister eine Testpflicht für Einreisende aus China ablehnt. Gleichzeitig legt er mit einer neuen Corona-Testverordnung die Grundlage dafür, dass bald wohl die Isolationspflicht in vielen weiteren Bundesländern fallen wird.
Die Arzneimittel-Branche wird in diesem Jahr gesundheitspolitisch gut beschäftigt sein, eine strukturierte AMNOG-Reform bleibt aber wohl eher aus. Skeptisch blickt die Branche nicht nur nach Berlin, sondern auch nach Brüssel – dort stehen jede Menge Entscheidungen an. Und welche Trends auf Produktseite hat die Branche für dieses Jahr im Blick?
Krankenhausreform, Aufbau eines nationalen Gesundheitsdatenraums, Strukturreformen in GKV und SPV, Legalisierung von Cannabis: Die Liste der Reformen, Verordnungen und Gesetzesvorhaben, die in diesem Jahr finalisiert oder vom BMG erst auf den Weg gebracht werden sollen, ist ebenso lang wie anspruchsvoll.
Gestern übernahm der baden-württembergische Ressortchef Manfred Lucha den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz. Im Interview spricht der Grünenpolitiker über die Prioritäten, die er in der GMK setzen will, über den Abbau von Krankenhausbetten und seine Zusammenarbeit mit Karl Lauterbach.
Deutsche Notfall- und Akutmediziner schlagen Alarm: Patienten sterben womöglich, weil sie nach der Erstbehandlung in der Notaufnahme mitunter über acht Stunden auf ein stationäres Bett warten müssen. Derweil zeigt eine britische Studie, dass lange Aufenthaltszeiten in der Notaufnahme mit einer höheren Patientensterblichkeit einhergehen.
Über die Weihnachtsfeiertage droht jetzt schon eine extreme Belastung der Pädiatrie. Nun könnte sich die Lage aber sogar noch mal verschärfen, weil der Minister eine Ankündigung offenbar nicht umsetzen kann: die Entbudgetierung bei den Kinderärzten. Die sind jetzt wütend auf Lauterbach – und drohen ausgerechnet zu Jahresbeginn mit Protestaktionen.
Die Berichterstatterin für Arzneimittel der SPD-Bundestagsfraktion, Martina Stamm-Fibich, geht im Kampf gegen Lieferengpässe bei Medikamenten auf Distanz zu SPD-Bundesgesundheitsminister Lauterbach. Dessen Vorschläge seien teils „utopisch“, gebraucht werde ein Echtzeitüberblick, welche Apotheken, Großhändler und Krankenhäuser über welche Mittel verfügten.
Trotz des Widerstands der Krankenversicherer haben die Pläne zur Reform der Unabhängigen Patientenberatung gestern das Kabinett passiert. GKV und PKV kritisierten heftig, dass sie allein zur Kasse gebeten werden sollen. Die Grünen dagegen begrüßten den Entwurf. Im Parlament wollen sie sich aber die geplanten Gremienstrukturen nochmal genauer ansehen.
Die Digitalisierung erlebbar machen und scheitern, bevor es zu spät ist: Dieses Ziel verfolgen Digitallabore wie das Health Lab des IT-Riesen IBM. Wie Anwendungen dann die Arbeit von Leistungserbringern erleichtern können, zeigen die KVWL mit ihrer Test-Praxis. Können diese Lösungen der Digitalisierung im Gesundheitswesen den nötigen Schwung verleihen?
Knappe Fiebersäfte für Kinder, fehlende Krebsmedikamente für Erwachsene: Als Reaktion auf immense Lieferengpässe hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach gestern Eckpunkte veröffentlicht, wie er den EU-Produktionsstandort stärken und die Versorgung mit Arzneimitteln verbessern will. In der Gesundheitsszene stößt sein Vorhaben auf ein geteiltes Echo.
Die Pandemie hat nicht etwa die Aktivitäten von Abrechnungsbetrügern gebremst, sondern nur die Aufklärung ihrer Taten erschwert. Das ist dem Fehlverhaltensbericht der AOK-Gemeinschaft für die Jahre 2020 und 2021 zu entnehmen, der nun vorgelegt wurde. Um schlagkräftiger zu werden, wünschen sich die Kassen mehr Spezialisierung bei den Staatsanwaltschaften.
Im Sommer bekam die Pflegeversicherung ein Milliarden-Darlehen – die geplante Rückzahlung muss nun jedoch ausfallen, weil sonst die Zahlungsunfähigkeit der SPV droht. Der Reformdruck bei den Pflegekassen steigt, das Ministerium lässt aber mit Reformvorschlägen weiter auf sich warten. Wie lange geht das gut?
Die AOK Baden-Württemberg will die Versorgung verbessern und hat erstmals Erdbeobachtungsdaten mit Gesundheitsdaten kombiniert. Deutlich wird ein Zusammenhang zwischen hoher Feinstaubbelastung und einer Zunahme von Grippe-Erkrankungen.
Soziale Gebrechlichkeit ist mittlerweile als ein Risiko für gesundes Altern erkannt worden. In Japan wurde nun untersucht, ob einsame, ältere Patient:innen mit Herzinsuffizienz ein höheres Risiko haben, einen schlechten klinischen Verlauf zu erleiden als gesellige Gleichaltrige.
Sie sind die ältesten Viren der Biosphäre und haben eine beneidenswerte Fähigkeit: Phagen, auf Deutsch „Bakterienfresser“, können die Stämme von Bakterien erkennen und zerstören. Damit könnten sie demnächst als Alternative zu klassischen Antibiotikatherapien in Frage kommen, wie zwei Projekte aus Braunschweig und Tübingen zeigen.
Can Ansay macht seit 2018 mit Telemedizin Furore: AU-Scheine, Rezepte und zwischenzeitlich auch Genesenen-, Impf- und Corona-Testnachweise kann man bei ihm per Videocall oder auch nur per Angaben in der App bekommen. Die Antwort auf die Frage nach der Legalität dieses Geschäftsmodells sagt viel aus über den Stand der Digitalisierung im Gesundheitssystem.
Das Gesundheitssystem ist aktuell einem großen Stresstest ausgesetzt. Die verschiedenen gleichzeitig auftretenden Atemwegserkrankungen sorgen vor allem in der Versorgung von Kindern für Engpässe. Die Grünen haben Vorschläge erarbeitet, um die Arzneimittelversorgung zu sichern sowie Kliniken, Praxen und Familien zu entlasten.
Warum braucht es eine große Krankenhausreform, was muss angegangen werden, wie sind die Umsetzungschancen? Franz Knieps, Chef des BKK-Dachverbands und einst graue Eminenz unter Ulla Schmidt, wünscht sich eine andere Finanzierung, weniger Revolutionsgetöse und starkes Auftreten gegenüber den Ländern. Doch er zweifelt an Lauterbachs Durchsetzungsfähigkeit.
Hunderte Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und Apotheker sind in Potsdam und Erfurt auf die Straße gegangen und haben ihrem Ärger Luft gemacht. Sie sind unzufrieden mit der Politik von Gesundheitsminister Lauterbach und fordern Unterstützung für den ambulanten Bereich. Das BMG allerdings schweigt.
Einmalendoskope steigern die Patient:innensicherheit bei Untersuchungen, sind allerdings teuer und produzieren jede Menge Abfall. Wann sind sie sinnvoll und wie können Medizinprodukte generell nachhaltiger werden?
Das ist der Anfang vom Ende für die Budgetierung: Um die aktuelle Versorgungnotlage bei den Kindern zu beheben, plant Bundesgesundheitsminister Lauterbach unter anderem Regelungen, um die Mehrarbeit überlasteter Praxen besser zu honorieren. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, werde es weitere geben.
Die Arzneimittellieferengpässe sind auf strukturelle Probleme zurückzuführen, die Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach lösen will. Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll nächste Woche vorgelegt werden. Womöglich drohen der Pharmaindustrie damit auch weitere Meldeverpflichtungen.
Das Vorhaben ist in etlichen Details hochumstritten. Und dass der geplante Kabinettsbeschluss kurzfristig verschoben wurde, beförderte gestern nochmal Spekulationen. Nach Background-Informationen sollen die Pläne zur Umwandlung der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) in eine Stiftung nun erst am 21. Dezember von den Regierenden abgesegnet werden.
Heute beschließt der Bundestag das Gaspreisbremsengesetz. Die für die Kliniken und Pflegeheime vorgesehenen Milliarden wurden auf den letzten Metern mit weiteren Bedingungen verknüpft. Es gilt ein Boni- und Dividendenverbot, zudem soll der Druck zum Energiesparen erhöht werden.
Die DIVI hat gestern erstmals einen Pflegegipfel veranstaltet. Mit Abgeordneten, Pflegewissenschaftlern und Pflegekräften wurde am runden Tisch diskutiert, wie der Beruf der Intensivpfleger attraktiver gestaltet werden kann. Ergebnis ist die Berliner Erklärung mit deutlichen Handlungsempfehlungen.
Bauprojekte an Universitätskliniken sind eine Herausforderung für Kliniken und Länder. Die Krise im Baugewerbe mit unterbrochenen Lieferketten sowie Engpässen und Kostensteigerungen bei Materialien und Baufirmen führen zu Verzögerungen. Schnellere Freigabe- und Vergabeverfahren stehen auf dem Wunschzettel eines kaufmännischen Direktors.
Versorgungsforschung soll die gesundheitliche, medizinische und pflegerische Versorgung der Menschen und das Gesundheitssystem verbessern. Aber wie gelingt das? Warum bringen viele Projekte, die vom Innovationsausschuss gefördert werden, weder Erkenntnisgewinn noch Relevanz für die Praxis? Hierüber diskutierten gestern die Teilnehmer eines Fachkongresses.
Dass die Klimaschutzmaßnahmen vieler Krankenhäuser in Deutschland verbesserungsfähig sind, machte gestern die DKG deutlich. Sie sieht Bund und Länder hier in der Pflicht. Dass mit der Umstellung der Speisepläne und einer LED-Beleuchtung Erfolge erzielt und vor allem Kosten eingespart werden können, erklärten Referierende.
Leitliniengerechte Erstversorgung? Die gelingt mittlerweile immer seltener. Das deutsche Rettungswesen befindet sich in einer großen Krise: Während die Arbeitsbelastung stetig zunimmt, flüchten immer mehr Notfallsanitäter aus ihrem Beruf. Das neu gegründete Bündnis Pro Rettungsdienst fordert daher eine grundlegende Reform.
Alle wollen weniger Bürokratie, doch die Politik sieht sich gezwungen, Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Versorgung zu ergreifen. In seiner Expertenkolumne fragt Evert Jan van Lente, ob sich eine Bürokratie selbst entbürokratisieren kann oder welchen anderen Weg man nun einschlagen muss?
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft unterstützt die Reformpläne der Regierungskommission. Doch beim Geld hört der Spaß auf. Kostensteigerungen müssten ihnen künftig vollumfänglich ausgeglichen werden, drängen die Klinikbetreiber. Und über Länder, die ihren Investitionsverpflichtungen nicht nachkommen, wollen sie sich auch nicht mehr ärgern müssen.
China schotte sich allmählich für ausländische Unternehmen ab, behandle einheimische Unternehmen bevorzugt, kritisieren Vertreter:innen der deutschen Medizintechnik-Branche. Hoffnungen liegen nun vor allem auf der Europäischen Kommission. Gleichzeitig werden neue, zukunftsfähige Absatzmärkte gesucht.
Deutschland hat bei den klinischen Arzneimittelstudien schon seit Längerem das Nachsehen. Immer häufiger werden sie nach Asien und Nordamerika verlagert, weil sie dort schneller über die Bühne gehen. Ein neues EU-Genehmigungsverfahren könnte diesen für die Versorgung gefährlichen Trend nun noch weiter beschleunigen.
Der GKV-Spitzenverband führt eine Untersuchung zur Psychotherapieplatzsuche bei gesetzlich Versicherten durch. Demnach wissen zu wenige von Sprechstunden und Telefonsprechzeiten, außerdem sollen die Therapeuten freie Kapazitäten melden. Die Psychotherapeuten reagieren verschnupft: Die Zahlen seien unplausibel und gingen am Problem vorbei.
Die Gesundheitssysteme in ganz Europa haben eine ganz Reihe von Problemen. Allen voran die mentale Belastung von Fachkräften. WHO-Abteilungsleiterin Natasha Azzopardi Muscat erklärt, welche Maßnahmen Länder wie Deutschland nun ergreifen müssen.
Zur Umsetzung seiner Krankenhausreform ist Gesundheitsminister Karl Lauterbach auf die Unterstützung der Länder angewiesen. Doch die beiden größten, Nordrhein-Westfalen und Bayern, sind schon mal auf Distanz gegangen. Sie wehren sich gegen bundeseinheitliche Vorgaben, fürchten um ihre föderale Autonomie und warnen vor einem „Bürokratiemonster“.
Immer mehr Pflegebedürftige werden zu Hause von Angehörigen oder Freunden und Freundinnen betreut. Im Fokus der Pflegepolitik der vergangenen Legislaturperiode stand gleichwohl die stationäre Pflege. Der aktuelle Pflegereport der DAK-Gesundheit macht deutlich, wie hoch dort inzwischen der Reformstau ist.
„Jetzt erst recht“ scheinen sich die AOK Rheinland/Hamburg und die Mobil Krankenkasse gedacht zu haben, nachdem die Ersatzkassen aus der Finanzierung des Gesundheitskiosks Billstedt/Horn ausgestiegen sind. Gestern haben sie die Eröffnung eines weiteren Kiosks in Hamburg Lurup angekündigt. Das dürfte auch Lauterbach freuen.
Die Krankenhauskommission macht weitreichende Vorschläge: Grundversorgende Kliniken sollen maßgeblich von Pflegekräften geführt werden, Fallpauschalen an Bedeutung verlieren oder ganz wegfallen. Minister Lauterbach muss jetzt die Länder überzeugen, denn ohne ihre Unterstützung ist keine Reform möglich.
Die frühzeitige Ankündigung etlicher Ersatzkassen, die Zusatzbeiträge auch im kommenden Jahr stabil zu halten, hat Kritik in deren gewählter Selbstverwaltung ausgelöst. Ob man die Beitragssätze erhöhen oder stabil halten werde, stehe erst fest, wenn die Verwaltungsräte getagt hätten, betont Uwe Klemens, ehrenamtlicher Chef des Ersatzkassenverbandes.
Beschäftigte in der Alten- und Krankenpflege kommen auf weit mehr Krankheits-Fehltage als der Durchschnitt aller Arbeitnehmer – und diese Differenz hat sich in den letzten beiden Pandemiejahren nochmal verstärkt. Das belegt der BKK-Gesundheitsreport, der heute veröffentlicht wird. Fast jede zweite Pflegekraft fühlt sich den Anforderungen nicht gewachsen.
Noch immer wird um den Konnektorentausch gerungen. Dass dieser doch noch abgewendet werden könnte, darauf machen Antworten des BMG auf eine Anfrage der Linken wenig Hoffnung. Klar wird allerdings eine große Unkenntnis des Gematik-Mehrheitsgesellschafters.
Die deutsche G7-Präsidentschaft neigt sich dem Ende entgegen. Zeit für eine Bilanz mit Blick auf die Gesundheitsthemen: Die Ziele wurden zwar richtig gesetzt, so Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, doch wie man dorthin kommen sollen, sei teilweise noch nicht klar.
Das Zutrauen darin, dass Brüssel Deutschlands Pläne für eine Cannabis-Legalisierung goutiert, sinkt zunehmend. Die „große Lösung“ Lauterbachs könnte bald Geschichte sein, die Ampel-Fraktionen bestehen aber auf Fortschritte. Zunehmend rückt eine Alternativlösung in den Fokus. Doch ist der Minister dafür bereit?
Noch im Frühjahr hatte das BAS signalisiert, dass „im Laufe dieses Jahres“ die Auffälligkeitsprüfungen zu möglichen Manipulationen am Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen für 2013 abgeschlossen und Korrekturbeträge erhoben würden. Doch die Ergebnisse lassen auf sich warten – mit Folgen.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat einen Änderungsvorschlag für die Cannabisblüten-Richtlinie vorgelegt. Sollte dieser verabschiedet und vom Bundesgesundheitsministerium akzeptiert werden, würde die Verordnung und Erstattung von Blüten wesentlich komplizierter. Nun wird Protest laut.
Seit Juni 2020 förderte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) das Konsortium „SORMAS@DEMIS“. Ende Dezember endet offiziell das Forschungsprojekt, die Förderung läuft aus. Was bedeutet dies für die Arbeit in den Gesundheitsämtern und die Zukunft von SORMAS in Deutschland?
Warum soll unabhängige Patientenberatung aus Krankenversicherungsbeiträgen und nicht aus Steuern bezahlt werden? GKV und PKV laufen in ungewohnter Eintracht Sturm gegen entsprechende Pläne von Gesundheitsminister Lauterbach beim Umbau der UPD zu einer Stiftung. Experten geben ihnen recht. Einem Gutachten zufolge ist das Vorhaben verfassungswidrig.
Die Kinderkliniken in Deutschland sind am Limit, wie Zahlen der DIVI zeigen, die heute vorgestellt werden. Auf Hilfe der Bundes- oder Landesregierungen warten die Kinderärzt:innen aber noch immer. Sie fordern nun einen Notfallplan nach dem Vorbild Frankreichs.
Die Evaluation des Robert Koch-Instituts hat gezeigt, dass die HIV-Präexpositionsprophylaxe wirkt. Doch wie geht es für sie weiter? Eine ab 2023 geplante intrabudgetäre Vergütung hätte negative Folgen für die Versorgung, warnt die Deutsche Arbeitsgemeinschaft ambulant tätiger Ärztinnen und Ärzte für Infektionskrankheiten und HIV-Medizin.
In Tel Aviv sprachen gestern deutsche und israelische Akteure aus dem Gesundheitswesen über die Herausforderungen in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Die BMG-Digitalchefin warb für die Eckpunkte der Digitalstrategie, ihre israelische Kollegin für Vertrauen und Angleichung von Standards und Politik zwischen Ländern.