Wenn Wasser knapp wird, verlieren Landwirte ihre Lebensgrundlagen. IFAD-Präsident Álvaro Lario warnt vor einer Leerstelle der globalen Politik: Trotz Billionenwerts sei der Wassersektor unterfinanziert. Für Investitionen in Bewässerung, Infrastruktur und ländliche Entwicklung setzt Lario auf die Kooperation zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft.
Land- und Forstwirte passen ihre Betriebskonzepte immer wieder an und müssen dabei Entscheidungen treffen – für oder gegen mehr Umweltmaßnahmen oder Tierwohl, eine bessere Klimabilanz, Veränderungen in der Produktion. Eine neue Studie von Agora Agrar zeigt, wie die künftige Landnutzung in Deutschland aussehen und 60 Prozent Emissionen einsparen könnte.
Die neue Unionsdatenbank der EU soll Betrug mit falsch deklarierten Biokraftstoff-Importen verhindern. Doch Branchenvertreter beklagen technische Mängel, mangelnde Kommunikation der Kommission und weiter ungelöste Risiken für den THG-Quotenmarkt. Die Bundesregierung erhält dagegen unerwartet viel Lob.
Lignin ist überall in der Natur vorhanden – und birgt Potenzial für eine nachhaltige Wirtschaft. Doch aufgrund hoher Kosten, fehlender Standards und geringer Bekanntheit wird das Biopolymer bislang verbrannt. Eine neue Studie zeigt, welche Hürden den Markterfolg derzeit hemmen, und wie Lignin zur treibenden Kraft einer nachhaltigen Industrie werden könnte.
Der Weg für das seit Jahrzehnten verhandelte Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur‑Staaten ist frei. Am Samstag reist Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Unterzeichnung nach Paraguay. Ein noch erfüllter Wunsch der Landwirtschaft ist die Kontrolle der eingeführten Lebensmittel auf Pestizidrückstände.
Pflanzliche Proteine sind ein Megatrend, den auch die Grüne Woche ab diesem Freitag aufgreifen wird. Noch importiert Deutschland Millionen Tonnen Leguminosen, obwohl Erbsen, Bohnen und Soja hier gut wachsen können. Die Anbaufläche steigt zwar, reicht aber nicht aus. Wie Forschende nach Wegen suchen, um Leguminosen wieder regional und kostengünstig anzubauen.
Heute entscheidet sich im EU-Rat, ob das Mercosurabkommen am Montag unterzeichnet wird. Zwar blockierten Landwirte von Brandenburg bis Bordeaux am Donnerstag Autobahnauffahrten und Sehenswürdigkeiten. Die Mehrheit für das Abkommen gilt aber inzwischen als sicher.
Ob Diät-Tipps, Rezepte oder Ernährungstagebuch: KI-Tools sind im Alltag angekommen. Sie können Mahlzeiten analysieren, Nährwerte berechnen oder individuelle Empfehlungen geben. Doch wie zuverlässig sind ihre Algorithmen, und wann sind Fehlinformationen problematisch? Shoko Bethke im Gespräch mit der Ernährungswissenschaftlerin Maren Podszun.
Ein Schatten des Scheiterns lag über dem Sondertreffen der EU‑Agrarminister in Brüssel: Konnten die Gegner des Mercosur-Abkommens genug Zugeständnisse aus der Kommission herausquetschen, um doch noch zuzustimmen? Morgen entscheiden die Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten, ob in Zeiten brüchiger globaler Ordnung eine neue Partnerschaft entsteht.
Ein politisches Experiment geht zu Ende – und fällt durch. Vor über sieben Jahren startete Deutschland mit großen Zielen in die nationale Reduktionsstrategie. Heute zeigt sich, dass Freiwilligkeit kaum Wirkung hatte. Welche Bedingungen eine echte Zuckerreduktion braucht, und wie die Bevölkerung darauf reagieren würde.
Um das Abkommen mit den Mercosur-Staaten zu retten, versucht es EU‑Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit einem Argument, das niemand ablehnen kann: mehr Geld. Ob die Versprechen und nachgebesserten Sicherungsmechanismen reichen, um die politische Blockade zu lösen? Heute beraten drei Kommissare mit den Minister:innen für Landwirtschaft.
Die Stimmung bei den Milcherzeuger:innen ist schlecht. Bei Butterpreisen von 99 Cent im Supermarkt bleibt kaum etwas für sie übrig. Fast die Hälfte der in Deutschland erzeugten Milch geht ohnehin in den Export. Und nun fürchten viele auch noch, als Verlierer des Mercosur-Abkommens dazustehen – zu unrecht, wie die Recherche zeigt.
Mit eigenem Minister in der Berliner Wilhelmstraße lohnt sich für die CSU ein Fokus auf Agrarthemen bei ihrem Jahresauftakt besonders. Erste Zeichen deuten auf Schwund im Namen der Entbürokratisierung.
Auf fachlicher Ebene arbeiten die Bundesländer gut zusammen, sowohl untereinander als auch mit den Bundesbehörden. Das ergab eine Background-Umfrage zur Wiederherstellungsverordnung bei den zuständigen Ministerien und Senatsverwaltungen. In diesem Jahr werden erste Ergebnisse veröffentlicht. Ein Zeitplan für 2026.
Wie geht es weiter mit der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU? Was bedeuten die deutschen und die europäischen Klimaziele für den Landsektor und wie will Daniel Günther seine Zuckersteuer umsetzen? Gedanken zur Agrar- und Ernährungspolitik im neuen Jahr.
Die Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens ist dank Gnadenfrist von Lula auf den 12. Januar verschoben. Doch ob es dazu kommt, ist zweifelhaft. Alles droht an den Forderungen der Agrarlobby zu scheitern.
In seiner letzten diesjährigen Sitzung hat der Bundesrat die Senkung der Umsatzsteuer in der Gastronomie von 19 auf sieben Prozent durchgewunken. Auch Bäckereien, Metzgereien und die Gemeinschaftsverpflegung sollen profitieren. Die Agrardieselvergütung kehrt zurück und der Haushalt 2026 wurde gebilligt.
In wenigen Tagen endet das Jahr 2025. Jenseits der Arbeit haben unsere Redakteurinnen Podcasts, Filme und Bücher entdeckt, die mit Agrar- oder Ernährung zu tun haben und dieses Jahr erschienen sind. Eine Sammlung an Empfehlungen für besinnliche Feiertage.
Die geplante Unterzeichnung des Mercosur-Handelsabkommens wird auf das kommende Jahr verschoben. Nach Widerstand mehrerer EU-Staaten, massiven Bauernprotesten in Brüssel und einem überraschenden Signal aus Brasilien fehlt dem seit Jahrzehnten verhandelten Vertrag weiter die politische Mehrheit.
Stoffstrombilanz, Verursacherprinzip, Wirkungsmonitoring – das Agrarpolitik-Jahr endet mit Begriffen, über die schon im Januar kompromisslos gestritten wurde. Ein erster Entwurf des neuen Düngegesetzes zeichnet jedenfalls die alten Konfliktlinien nach.
Die Nervenkrankheit Parkinson ist seit vergangenem Jahr bei Landwirt:innen als Berufskrankheit gelistet. Für die Anerkennung müssen Betroffene nachweisen, mit Pflanzenschutzmitteln in Kontakt gekommen zu sein. Wie Verbände und Politik über diese Erkrankung und deren Finanzierung diskutieren.
Neue Genomische Techniken für Europa: Der Agrarkonzern Bayer sieht den Durchbruch nah. Cheflobbyist Matthias Berninger drängt, Deutschland solle dem Trilog-Kompromiss zustimmen. Warum klimaangepasste Pflanzen die Landwirtschaft revolutionieren könnten, was Bayer in der Pipeline hat und wie Berninger auf die Bedenken des Ökolandbaus reagiert.
Mit einem neuen Gesetzespaket will die EU-Kommission die Genehmigungsverfahren für synthetische Pestizide deutlich vereinfachen. Künftig sollen die meisten Wirkstoffe zeitlich unbegrenzt zugelassen werden – ein Schritt, den Umweltverbände scharf kritisieren. Doch auch für Biopestizide soll es Erleichterungen geben.
Mit dem Safe Hearts Plan hat die EU-Kommission gestern einen umfassenden Aktionsplan für Herzgesundheit vorgestellt – und rückt damit erstmals hochverarbeitete Lebensmittel als zentralen Risikofaktor in den Fokus. Der Plan stieß bei den Europaabgeordneten auf viel Zustimmung, ist jedoch politisch brisant.
Schnellere Zulassungsverfahren, kundenfreundlichere Strukturen bei der Zulassung und neue regulatorische Spielräume sollen Innovationshemmnisse für die Biotechnologie abbauen und Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken. Das sieht der Biotech Act vor, den die EU-Kommission am Dienstag vorgelegt hat.
Nach den Bauernprotesten vor zwei Jahren reagierte die Politik prompt: Auf nationaler und europäischer Ebene wurden Gesetzesvorhaben zurückgezogen und Bürokratieabbau versprochen. Doch die Lage der europäischen Landwirt:innen hat sich nicht wirklich verbessert. Worum es bei den aktuellen Protesten geht.
Union und SPD räumen einen jahrelangen Ampel-Streit ab: Wer im überragenden öffentlichen Interesse die Natur zerstört, darf sich künftig freikaufen. Der Bund übernimmt die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Umweltverbände warten gespannt auf das Naturflächenbedarfsgesetz.
Mikroplastik in Lebensmitteln und der Umwelt rückt zunehmend in den Fokus regulatorischer Debatten. Doch belastbare Aussagen zu den gesundheitlichen Risiken sind weiterhin begrenzt. Über Messprobleme, Wissenslücken und die Frage, ob Regulierung auch ohne gesicherte Risiken gerechtfertigt ist.
Dänemark treibt als EU-Ratspräsidentschaft die Reform der Tiertransportverordnung weiter voran. Während auf Arbeitsebene erste Fortschritte erzielt wurden, bleiben zentrale Fragen offen. Parallel sorgt die Einigung auf neue Fangquoten für Kabeljau und Hering für scharfe Kritik der Deutschen Umwelthilfe.
PFAS gehören zu den meistdiskutierten Industriechemikalien: funktional, aber langlebig und schwer abbaubar. Ab August 2026 dürfen sie in Lebensmittelkontaktmaterialien in der EU nicht mehr verwendet werden. Was bedeutet das für Verbraucher:innen, Hersteller und die Umwelt? Über Kritik, Alternativsuche und Umweltverantwortung.
Laut aktuellem Situationsbericht des Bauernverbands stagnierten die wirtschaftlichen Zahlen im Wirtschaftsjahr 2024/2025. Aktuell machen den Landwirten sinkende Erzeugerpreise zu schaffen – die Aussichten bleiben bestenfalls trübe. Entscheidende regulatorische Hebel werden vor allem auf EU-Ebene gesehen.
Immer mehr Schädlinge entwickeln eine Resistenz gegen Pestizide. Das setzt die Obstwirtschaft unter Druck. Nun zeigt die Forschung, dass Blühstreifen durch ihre natürliche Vielfalt das ökologische Gleichgewicht wiederherstellen könnten – und dann viel weniger Chemie nötig ist.
Wie angekündigt, hat Minister Alois Rainer seine Exportstrategie noch in diesem Jahr vorgelegt. Sie soll den deutschen Agrarunternehmen wieder Luft zum Atmen verschaffen. Unter anderem will Rainer den Handel mit den USA und China intensivieren und das Ministerium umstrukturieren. Eine Stärkung regionaler Kreisläufe plant das Ministerium nicht.
Die EU-Mitgliedstaaten haben ihre Position zur neuen Saatgutverordnung beschlossen – und damit die Voraussetzung geschaffen, um 2026 in den Trilog zu starten. Während Pflanzenzüchter die Linie des Rates begrüßen, warnen Bio-Verbände vor Einschränkungen für Vielfalt, lokale Sorten und kleine Betriebe.
Nach zähen Ressortverhandlungen hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote beschlossen. Der Mindestanteil von erneuerbaren Energien in Kraftstoffen wird erhöht und bis 2040 geregelt. Mehr Optionen zur Erfüllung der Quote sind erlaubt. Allerdings ist kaum ein Verband zufrieden mit dem Entwurf.
Zum fünfjährigen Jubiläum des Nutri-Score in Deutschland zeigt eine neue Studie: Die Lebensmittelampel ist fast allen Verbraucher:innen bekannt, entfaltet aber kaum Wirkung. Eine Mehrheit fordert die Pflichtkennzeichnung, während das Ministerium auf EU-Recht verweist. Verbraucherschützer verlangen einen nationalen Alleingang.
Das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten haben sich auf weitreichende Lockerungen bei Nachhaltigkeits- und Lieferkettenregeln geeinigt. Während Konservative und Wirtschaftsvertreter jubeln, sprechen Grüne, SPD und NGOs von einem Rückschritt bei Menschenrechten und Klimaschutz.
Das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz wird erneut verschoben. Union und SPD haben sich darauf geeinigt, die verpflichtende Kennzeichnung für frisches Schweinefleisch in Handel und Gastronomie erst 2027 einzuführen. Während Wirtschafts- und Bauernverbände die Einigung begrüßen, sehen andere ein Versäumnis beim Agrarminister.
Ein Rechtsgutachten im Auftrag der Verbraucherorganisation Foodwatch hält ein „Veggie-Wurst“-Verbot für rechtswidrig. Die Begründung: Der Vorschlag des Parlaments dazu sei unklar, unverständlich und irreführend. Solange keine klaren Alternativen definiert seien, dürften Fleischalternativen als „veganes Schnitzel“ bezeichnet werden.
Mit digitaler Komponentenwahl, moderner Speisekarte und enger medizinischer Abstimmung zeigen Tobias Grau, Geschäftsführer der Vivantes Gastronomie, und Ernährungsmedizinerin Diana Rubin, Chefärztin bei Vivantes, dass Krankenhausessen Therapiebaustein und Genuss zugleich sein kann. Wie sie den Mythos vom faden Klinikessen überwinden wollen.
Ein vertrauliches Dokument der EU-Kommission zeigt den Umfang des sogenannte Umwelt-Omnibus – er ist geringer als befürchtet. Für die Landwirtschaft sind Vereinfachungen beim Umweltmanagementsystem für große Ställe geplant. Zugleich kündigt die Kommission aber an, weitere zentrale EU-Umweltgesetze wie die FFH-Richtlinie anzupassen.
Die EU verschiebt die Umsetzung ihrer Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten erneut – diesmal bis Ende 2026. Während Bundesregierung und Branchenverbände dies als wichtigen Schritt zu mehr Praxistauglichkeit feiern, warnen Umweltorganisationen vor einer schrittweisen Verwässerung des Waldschutzes.
Deutschland sollte laut der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften seine Lebensmittelproduktion überdenken. Ein neues Impulspapier warnt vor geopolitischen Risiken, wachsender Abhängigkeit und einem Innovationsstau. Neue Technologien, Proteindiversifizierung und Bürokratieabbau könnten die Ernährungssicherheit jedoch langfristig sichern.
Eine Fülle von politischen Reaktionen folgte am Donnerstag auf die Einigung zu Neuen Genomischen Techniken zwischen EU-Kommission, Parlament und Rat im Trilog. Doch was sagt eigentlich die Wissenschaft? Der Recherchedienst Science Media Center hat Fachleute gefragt, was die Einigung in Brüssel bedeutet.
Ob Kakao, Milch oder Getreide – hohe Preissteigerungen treffen Erzeuger und Verbraucherinnen gleichermaßen. Initiativen warnen: Ohne faire Preise müssen Höfe aufgeben, Ernährungssicherheit und Klimaschutz sind nicht gewährleistet. Bei einer Veranstaltung forderten Germanwatch und die AbL gerechte Preise entlang der Lieferkette.
Gentechnisch veränderte Pflanzen dürften in Europa künftig sehr viel leichter auf den Markt kommen. Kommission und Rat haben sich in der Nacht im Trilog in wesentlichen Punkten durchgesetzt: Eine Kennzeichnung für allermeisten gentechnisch veränderten Pflanzen wird es nicht geben, außer auf Saatgut. Patente werden möglich sein.
Stark verarbeitete Lebensmittel prägen weltweit den Speiseplan – und lösen so Mangelernährung und Adipositas bei Kindern aus. Eine Analyse des UN-Kinderhilfswerks zeigt, warum so viele Kinder, selbst in Krisenregionen, davon betroffen sind und welche Lösungsansätze es gibt.
Vor dem möglicherweise entscheidenden Trilog zur EU-Verordnung über Neue Genomische Techniken wächst der Druck auf Bundesregierung und EU-Institutionen. Umwelt- und Bio-Verbände, Bauernverband und Teile der Lebensmittelwirtschaft warnen vor Risiken für Bio-Landwirtschaft, Verbrauchertransparenz und Züchtungsfreiheit.
Die geplante Novelle des Bundesjagdgesetzes zum Umgang mit dem Wolf ist in wesentlichen Teilen unvereinbar mit europäischem Recht, meint Sönke Gerhold, Dekan der juristischen Fakultät an der Universität Bremen und Experte für Artenschutzrecht. Er warnt vor der Illusion, es könne in Deutschland flächendeckend wolfsfreie Zonen geben.
Ein zu großer Spielraum für die Mitgliedstaaten und Kofinanzierungen, die zu wirtschaftlicher Überforderung führen – im Vorschlag der EU-Kommission sieht die Verbände-Plattform zur GAP viele Risiken. Sie warnt vor einem Wettbewerb der geringsten Standards. Wie er sich vermeiden ließe, diskutierte die Plattform am Montag in Berlin.
Lange galt die Blumenproduktion in Ostafrika als Symbol für Ausbeutung und Umweltverschmutzung. Aktuelle Einblicke von Expert:innen zeigen aber, wie wichtig der Anbau für Kenia ist. Denn der Blumenexport verschafft Einkommen und Aufstiegschancen – besonders wichtig für Frauen im ländlichen Raum.
Kochroboter halten in Supermärkten, Krankenhäusern und Kasernen Einzug. Was die Start-ups Circus Group und Goodbytz antreibt – und wie Verbände und Arbeitnehmervertreter reagieren.
Weil die EU das Solarpaket I noch immer nicht genehmigt hat, kommt der Ausbau von Agri-PV nicht voran. Fehlende Vorgaben zur Gewinnabschöpfung bremsen die Förderung aus – mit Folgen für Investitionen, Planungssicherheit und die Energie- und Agrarwende.
Der Ernährungsreport 2025 zeigt: Die Deutschen achten vor allem auf Preise, ihre Gesundheit, Transparenz und guten Geschmack. Agrar- und Ernährungsminister Alois Rainer nutzte die Vorstellung des Berichts auch dafür, zentrale Punkte seiner Ernährungspolitik vorzustellen – etwa bei Steuererhöhungen, -senkungen, Tierwohllabel und Ernährungsstrategie.
Die Europäische Bürgerbeauftragte hat Verfahrensmängel bei mehreren Gesetzesinitiativen der EU-Kommission festgestellt – darunter die GAP-Vereinfachung und die Sorgfaltspflichten für Unternehmen. Ihre Kritik fällt mitten in die hitzigen Debatten über das kommende Umweltpaket, dessen Umfang innerhalb der Kommission umstritten ist.
Mit einer überarbeiteten Bioökonomiestrategie will die Kommission Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit auch in der Lebensmittelproduktion vereinen. Für Start-ups bedeutet das kürzere Zulassungsprozesse – Umweltorganisationen mahnen hingegen mehr ökologische Konsequenz an.
Unternehmen freuen sich über einen weiteren Zeitpuffer, Umweltorganisationen sind schwer enttäuscht: Die erneute Verschiebung der EU-Entwaldungsverordnung ist gestern in greifbare Nähe gerückt. Laut EVP ist ein Kompromiss gelungen – das spiegelte das Abstimmungsverhalten allerdings nicht wider.
Naturschutzgebiete dienen dem Klimaschutz, sind Erholungsraum und Nutzfläche zugleich. Eine neue Studie zeigt, wie eng Emotionen, Wissen, Nutzung und Konflikte in diesen Landschaften verwoben sind. Denn was Menschen in und mit Schutzgebieten erleben, offenbart, wo Politik und Praxis nachsteuern müssen.
Drei Ausschüsse des Bundestags haben in Sondersitzungen über den Stand der EU-Verhandlungen zu Neuen Genomischen Techniken beraten. Doch eine klare Position der Bundesregierung ließ sich daraus nicht ableiten. Auf Arbeitsebene ist der Trilog derweil vorangekommen, hieß es aus Brüssel.
Sowohl die Kommission als auch das EU-Parlament wollen einen Rahmen für die künftigen Pflanzenschutzregelungen abstecken. Während der Omnibus der Kommission bereits vor Veröffentlichung scharf kritisiert wird, hat sich im Parlament eine große Mehrheit für die eigene Initiative gefunden. Es zeigt sich: Bei den chemischen Mitteln hört die Einigkeit auf.
Eine neue Studie im Auftrag des Fachverbands Biogas sieht großes Potenzial für Biogas. Es könnte schon 2035 große Teile der erdgas- und wasserstoffbasierten Strom- und Wärmeerzeugung ersetzen. Doch zum Ärger von Biogasbranche und Umweltverbänden setzt das Bundeswirtschaftsministerium weiter auf Erdgas.
Die EU-Kommission will mit einem neuen Omnibus-Paket Bürokratie im Lebensmittelsektor abbauen und Verfahren modernisieren. Die Branche begrüßt erste Schritte, kritisiert jedoch fehlende Tiefe: Europas Lebensmittel- und Getränkehersteller fordern deutlich weitergehende Entlastungen.
Der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange (SPD), rechnet fest damit, dass das Mercosur-Abkommen bis zum Frühjahr 2026 ratifiziert wird. Er begründet, warum Frankreich zustimmen dürfte und welche Schutzmechanismen für die europäische Landwirtschaft vorgesehen sind.
In der Bundesratssitzung am vergangenen Freitag hatten die agrarpolitischen Themen eines gemeinsam: die Umsetzung von EU-Vorschriften. Während beim Kritis-Dachgesetz die Umsetzungsfrist bereits abgelaufen und ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet ist, steht die Debatte zum Mehrjährigen Finanzrahmen noch am Anfang. Kritik gibt es an allen Punkten.
Viele Verbraucher:innen ächzen unter den hohen Lebensmittelpreisen, während bei den Bauern und Bäuerinnen immer weniger vom Geld ankommt. Das zeigte das Gutachten der Monopolkommission. Über die Ursachen und Möglichkeiten, die Marktverwerfungen zu beheben, streiten sich nun die Akteure entlang der Lieferkette, Politik und Verbände.
Mit der Umsetzung der Gasbinnenmarktrichtlinie will die Bundesregierung Gasnetzbetreibern ermöglichen, bestehende Anschlüsse zu kündigen. Produzenten von Biomethan fürchten, auch ihnen könnten die Netzzugänge gekappt werden. Aus ihrer Sicht muss die Bundesregierung das geplante Regelwerk überarbeiten.