Die EU-Kommission will den politischen Rahmen für die Bioökonomie grundlegend erneuern. Ein neuer Entwurf der Bioökonomiestrategie, der derzeit in Brüssel zirkuliert, soll Innovationen beschleunigen und nachhaltige Biomasse effizienter nutzbar machen. Die finale Fassung wird kommende Woche erwartet – mit Folgen für Landwirtschaft und ländliche Regionen.
Deutschland hat sich bei der UN-Klimakonferenz in Belém zu den Moorschutzzielen des Peatland Breakthrough bekannt. Die Initiative will bis 2030 rund 30 Millionen Hektar Moorflächen wiedervernässen. Ambitionierte Ziele verfolgt die Bundesregierung beim Moorschutz selbst auch. Aber Indonesien ist konsequenter.
Vier Handelsriesen bestimmen, was in Deutschlands Supermarktregalen landet – und setzen damit Landwirtschaft und Verbraucher zunehmend unter Druck. Zu diesem Ergebnis kommt ein neues Gutachten der Monopolkommission. Die Analyse offenbart, wie eng es im deutschen Lebensmitteleinzelhandel geworden ist und macht Vorschläge, wie es besser gehen könnte.
Lange Jagdzeit, großer Radius gegen „Schadwölfe“ und ein Blankoscheck für Behörden: Das Landwirtschaftsministerium hat einen scharfen Plan fürs neue Jagdgesetz entwickelt. Der Entwurf liegt Tagesspiegel Background exklusiv vor.
Das Gericht der Europäischen Union hat der gängigen Verlängerungspraxis bei der Genehmigung von Pflanzenschutz-Wirkstoffen ein Ende gesetzt: Den drei Urteilen zufolge verstoßen systematische Verlängerungen gegen das Unionsrecht. Können Risikoprüfungen nicht pünktlich abgeschlossen werden, muss ein genauer Zeitplan her.
Eine neue Lancet-Analyse fasst die globale Datenlage zu hochverarbeiteten Lebensmitteln zusammen: Sie würden sich rasant ausbreiten, das Risiko für zahlreiche Krankheiten erhöhen und vor allem durch mächtige Lebensmittelkonzerne vorangetrieben. Forschende fordern deutliche politische Eingriffe – während die Industrie vor Dämonisierung warnt.
Durch Deutschlands Kurswechsel könnte die EUDR demnächst um ein Jahr verschoben werden. Eine Vorentscheidung steht heute an. Doch während einige Mitgliedstaaten blockieren, warnen Umweltorganisationen vor einem Rückschritt im globalen Waldschutz.
Südfrankreichs Winzer leiden unter Hitze und Wassermangel – doch einige wagen den Neustart. In der Provence setzen Pioniere wie Emilie und Aurélien Fiorito auf klimaresistente Pistazien und bauen eine neue Branche auf. Während Europa sich rasch erwärmt, entsteht ein Agrarsektor mit Chancen und Risiken. Guillaume Amouret berichtet.
Wie kann das Fördersystem der GAP nach 2027 aussehen, wenn die Ernährungssicherheit oberstes Ziel ist? In der Kappung und Degression der Direktzahlungen sehen die EU-Agrarminister keine Lösung. Christophe Hansen dagegen verteidigt den alten und den neuen Kommissionsvorschlag.
Deutschland ringt um die Reform des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes und das Verbandsklagerecht: Während die Aarhus-Konvention Anpassungen verlangt, blockieren politische Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag eine Einigung. Zuletzt hatte die Deutsche Umwelthilfe die Bundesregierung zur Neuaufsetzung eines Nitrataktionsprogramms gezwungen.
Die Umweltministerkonferenz in Saarbrücken hat wichtige Signale für Natur- und Klimaschutz gesetzt: Der Bund will künftig Hunderte Millionen Euro für gemeinsame Projekte mit den Ländern bereitstellen. Gleichzeitig fordern die Ministerinnen und Minister pragmatische Lösungen – von der Mehrwegpflicht über den Umgang mit dem Wolf bis hin zum Düngerecht.
Die Bundesregierung hat den Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Richtlinie RED III erneut verschoben – sehr zum Ärger der Kraftstoff-, Wasserstoff- und Biokraftstoffbranche. Die Verbände warnen vor weiteren Verzögerungen und fordern verlässliche Rahmenbedingungen.
Die EU-Kommission will weiter daran arbeiten, Europa nachhaltiger zu machen. Dieser Gedanke zieht sich durch das Gespräch von Jessika Roswall mit Tagesspiegel Background. Umweltkommissarin Roswall glaubt an den Erfolg von Naturgutschriften, kündigt ein Gesetzespaket für die Kreislaufwirtschaft an und hat die Anti-Entwaldungsverordnung noch nicht aufgegeben.
Mehr Digitalisierung braucht das Land – über diese Forderung kann die Agrarbranche nur müde lächeln. Sie ist längst digitalisiert. Eine immer bessere Verknüpfung von Daten und Maschinen präsentieren die Ausstellenden auf der Agritechnica. Ihre Vision: Eine präzisere, nachhaltigere Landwirtschaft – und vielleicht eine bessere Work-Life-Balance für Bauern.
Die Konservativen schwächen mit den Stimmen extrem rechter Parteien das Lieferkettengesetz ab. Die linken Fraktionen reagieren empört. Stakeholder sehen je nach politischem Standpunkt Vor- und Nachteile für die Wirtschaft. Jetzt beginnt der Trilog.
Die Novelle der UTP-Richtlinie ist so gut wie unter Dach und Fach: Ziel ist es, die Zusammenarbeit der nationalen Behörden bei grenzüberschreitenden Fällen zu verbessern und Landwirte in der Lieferkette besser zu schützen. Die vorläufige Einigung sieht unter anderem neue Amtshilfemechanismen und koordinierte Maßnahmen bei groß angelegten Verstößen vor.
Über den Dächern Berlins wurde auf Einladung der Tiefkühlbranche über die Zukunft der deutschen Ernährungsstrategie diskutiert. Geht es nach der CDU, hat das Konzept aus der vorherigen Legislatur kaum eine Chance. Vertreter aus der Praxis plädierten für eine flächendeckende Einführung von Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
Im Streit um die EU-Anti-Entwaldungsverordnung hat die dänische Ratspräsidentschaft einen Vorschlag zur Verschiebung der Anwendung um ein Jahr vorgelegt. Die Verordnung soll demnach erst Ende 2026 greifen. Während sich Dänemark damit der österreichischen Linie anschließt, kritisieren die Familienbetriebe Land und Forst den Entwurf als zu kurz gegriffen.
Die Albert Schweitzer Stiftung veröffentlicht heute ihren Masthuhn-Report 2025. Darin bewertet sie die Umsetzung der Masthuhn-Initiative in den verschiedenen Bereichen der Lebensmittelkette. Über 110 Unternehmen in Deutschland beteiligen sich an der Initiative. Aus ihren Ergebnissen leitet die Stiftung politische Handlungsempfehlungen ab.
Auf einmal ging es ganz schnell: Am Montag haben sich EU-Rat und Parlament auf eine Vereinfachung der GAP-Regeln geeinigt. Nur noch einmal im Jahr sollen Kontrollen erfolgen, mehrere GLÖZ werden entschlackt, kleine Betriebe erhalten eine höhere Pauschale und Bio-Betriebe gelten automatisch als GLÖZ-konform.
Von Beginn an gab es Widerstand gegen den Kommissionsvorschlag für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2027. Nachdem vier Fraktionen aus dem EU-Parlament sich mit ihren Bedenken noch einmal an Kommissionspräsidentin von der Leyen gewandt hatten, hat diese nun darauf reagiert. Ihr Vorschlag beruhigt die Bauernverbände jedoch nicht.
Die EU-Verordnung gegen Entwaldung sorgt weiter für heftige Diskussionen. Während die Kommission versucht, das umstrittene Regelwerk zu retten, wächst im Parlament und in der Wirtschaft der Widerstand gegen bürokratische Hürden und enge Zeitpläne.
Bei der Weltklimakonferenz in Belém rückt die Anpassung an den Klimawandel in den Fokus – mit Indikatoren auch für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit. Das Ernährungssystem als Ganzes passt aber nicht in die Systematik der Verhandlungen.
Das Prestigeprojekt der brasilianischen Gastgeber der UN-Klimakonferenz erhält Milliardenzusagen – dennoch bleibt der Tropenwaldfonds TFFF hinter den Erwartungen zurück. Um wirksam Mittel für den Schutz tropischer Wälder geben zu können, fehlt weiteres Geld. Gespannt blickt die Staatengemeinschaft auf den Auftritt von Kanzler Merz am heutigen Freitag.
Zum Jahreswechsel wird die von der Ampel-Koalition abgeschaffte Agrardieselrückvergütung wieder eingeführt. Damit setzt die Bundesregierung eines ihrer Ziele aus dem Koalitionsvertrag um. Weitere Regelungen sollen Bürokratie abbauen. Humorvoll debattierte der Bundestag das mögliche Verbot von Bezeichnungen wie Tofu-Würstchen.
Der Generationswechsel auf Europas Höfen ist nicht nur eine Frage des Alters, sondern auch des Geschlechts. Noch immer leiten Männer den Großteil der Betriebe – obwohl Frauen entscheidend zur Zukunft der Landwirtschaft beitragen. Der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments diskutierte, wie mehr Gleichstellung auf dem Land gelingen kann.
Die Ankündigung von Karsten Schneider beendet das wochenlange Ringen in der Bundesregierung. Vor allem aus dem Finanzministerium hatte es Widerstand gegeben. Die Höhe einer deutschen Beteiligung ließ der SPD-Politiker offen. Wahrscheinlich ist eine Milliarde Dollar.
Fünf Prozent internationale Gutschriften und 85 Prozent Emissionsrückgänge in der EU: So sollen die Emissionen in der EU bis 2040 um insgesamt 90 Prozent sinken, fordern die EU-Länder. Umweltschützende sprechen von einem „Taschenspieler-Trick“. Zum Deal gehört auch ein späterer Start des ETS2 – und ein Klimaziel 2035 vor der UN-Klimakonferenz.
Eine noch unveröffentlichte Studie des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen beziffert den enormen Einfluss der Bodenverdichtung auf das Hochwasserrisiko. Wäre das Porenvolumen nur etwas größer, könnten große Wassermengen zusätzlich im Boden gespeichert werden. Auch Wurzelwachstum und Klima würden profitieren.
Die Transformation der Gasnetze ist Gegenstand einer Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes. Privilegien für Biogas sollen entfallen. Die Branche protestiert gegen die Vorgaben des Bundeswirtschaftsministeriums.
Kurz vor dem Abflug von Kanzler Friedrich Merz zur Weltklimakonferenz COP30 in Belém ringt die Bundesregierung weiter um eine Milliardenbeteiligung am brasilianischen Tropenwaldfonds TFFF. Während Umwelt- und Entwicklungsressort auf Zustimmung drängen, bremst das Finanzministerium.
Das Wirtschaftsministerium will ein kombiniertes EEG-Fördermodell entwerfen lassen, das Elemente von produktionsabhängigen und unabhängigen Zahlungen enthält. Erste Warnungen vor zu großer Komplexität bei einem Kombi-Ansatz werden laut.
Ausgewogenheit ist das Gebot der Stunde bei der künftigen Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik. Das ergab eine Untersuchung der Forschungsstelle der EU-Kommission. Es gelte, klug zwischen Klima- und Umweltschutz sowie Produktivität abzuwägen. Nur Nachteile brächte hingegen die Abschaffung der GAP.
Güllefässer rollen dieser Tage landauf, landab: Die Güllesperrfrist naht. Mehr als sonst dürfen Landwirt:innen in Bayern in den Roten und Gelben Gebieten düngen. Möglich macht es das aktuelle Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Wie lange, liegt in den Händen des Bundeslandwirtschaftsministeriums.
Die Regeln für den Anschluss von Biomethananlagen an das Gasnetz laufen Ende 2025 aus. Ein Bündnis aus Branchenunternehmen drängt auf eine Verlängerung. Doch es gibt Widerstand.
Vom Irrweg zum Werkzeug für den Naturschutz: Die Flurbereinigung kann auf demokratischen Wegen Flächen für dringende Umweltprojekte beschaffen. Aber das Instrument ist unpopulär, unterschätzt und unterfinanziert.
Die Bundesregierung will das Energiesteuerrecht entschlacken und hat Reformpläne vorgelegt, die heute Thema einer Anhörung im Bundestag sind. Im Vorfeld kritisiert die Bioenergie-Lobby die geplante Streichung von Biomasse aus der steuerrechtlichen Definition als „erneuerbar“.
Timm Harder vom Friedrich-Loeffler-Institut forscht an der Impfung von Gänsen gegen die Vogelgrippe. Eine Immunisierung der Bestände hält er grundsätzlich für möglich. Frankreich zeige mit seinen durchgeimpften Enten aber, wie komplex und aufwändig ein solcher Schritt wäre.
Die Bundesregierung muss die Treibhausgasminderungsquote bei Kraftstoffen neu regeln. Über den Entwurf haben die Ministerien lange gerungen, nun ist er in der Ressortabstimmung. Die Änderungen: Die Quote im Jahr 2040 soll erhöht werden. Für Flug- und Schifffahrt gilt die Quote nicht.
Der Grünen-Europaabgeordnete Martin Häusling hat am Donnerstag in der Heinrich-Böll-Stiftung eine neue Studie zu TFA-Pestiziden vorgestellt. Mangelhaft sei die Umsetzung bestehender Gesetze, schlussfolgern die Autoren Helmut Burtscher-Schaden und Peter Clausing darin. Eine neue Gefahreneinstufung könnte mehr Klarheit bringen.
Die massenhaft sterbenden Kraniche sind nicht die Überbringer der Vogelgrippe, sondern ihre ersten Opfer, sagt der Tierarzt Oliver Krone. Bei den Nutztieren sei besonders das ökologisch im Freiland gehaltene Geflügel gefährdet. Kranichen könnte die Renaturierung der Landschaft helfen.
Wirtschaft, Wissenschaft und Politik haben in Brandenburg erfolgreich zusammengewirkt. Nach zweieinhalb Jahren Entwicklung wurde ein neuartiges Schlachtfahrzeug in Betrieb genommen. Mit ihm können auf der Weide getötete Rinder über längere Strecken transportiert werden. Alle EU-Vorgaben werden eingehalten. Tierhaltern entstehen neue Chancen.
Gekeulte Tiere und landesweite Stallpflicht: Teile Deutschlands rüsten sich gegen die Vogelgrippe. Fachleute warnen: Solange Geflügel in dichter Haltung lebt, bleibt das Risiko für neue Zoonosen bestehen. Aktuelle Entwicklungen in einzelnen Ländern und Kritik zum Geschehen.
Minister Rainers Projektgruppe zur schnelleren Pflanzenschutzmittelzulassung soll in etwa drei Monaten Ergebnisse liefern. Bis dahin wird die Debatte darum, ob die Zahl der Pestizide ausreicht, mindestens noch dauern. Eine Nachwuchsgruppe erforscht ökologische Alternativen.
Ukrainische Bauern kämpfen nicht nur um ihre Ernte, sondern auch um ihr Überleben. Unter Drohnenangriffen stehen sie täglich vor der Entscheidung, ob sie ihr Leben riskieren wollen, um die Felder zu bestellen.
Der EU-Agrarrat hat in den Verhandlungen zur grünen Architektur der GAP ab 2027 kaum Fortschritte erzielt. Österreich hat durch eine gemeinsame Erklärung einen Vorstoß gewagt. Man wolle sie sich genauer anschauen, versprachen Agrarkommissar Hansen und Dänemarks Minister Jensen. Nach wie vor stehen die Diskussionen am Anfang.
Der als schwarze Metzger bekannte Agrarminister Alois Rainer will in Brüssel kein Verbot von Bezeichnungen wie „veganes Schnitzel“ oder „Soja-Wurst“ mittragen. Für die Bundesregierung steht dabei weniger Ideologie als Bürokratieabbau und hohe Kosten für die Wirtschaft im Vordergrund.
Die Behörden reagieren auf die Ausbreitung der Vogelgrippe mit Sperrzonen, Stallpflichten, Biosicherheitsmaßnahmen und verstärkten Kontrollen. Die Lage sei ernst, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Rainer. Inzwischen mussten schon über 400.000 Tiere gekeult werden. Eine Alternative wären Impfungen. Für die ist Deutschland aber noch nicht vorbereitet.
In Bayern gelten seit Freitag die Einschränkungen für die Düngung in den Roten Gebieten nicht mehr. Das Bundesverwaltungsgericht kippte die entsprechende Verordnung. Die Vorgaben für die Ausweisung von Belastungszonen müssten präziser gefasst werden. Ein klarer Fingerzeig gen Berlin: das Düngegesetz braucht mehr denn je eine Novellierung.
Kita- und Schulessen im Visier von Hackern? Eine Studie des BMLEH zeigt Risiken für die Kita- und Schulverpflegung auf. Denn mehr Digitalisierung bedeutet auch mehr Angriffsfläche. Cyberangriffe, Stromausfälle und Personalengpässe könnten die Schulverpflegung gefährden, warnt Carolin Kahlisch vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung.
Die gefürchtete Vogelgrippe ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Rund 2000 Kraniche starben in Ostdeutschland – und in Baden-Württemberg wurden nach dem Ausbruch der Krankheit in einem Geflügelbetrieb 15.000 Tiere getötet. Bund und Länder wollen nun über das weitere Vorgehen beraten.
Zögerliche Finanzzusagen und Zweifel am Konzept: Der zur UN-Klimakonferenz geplante Milliardenfonds für den Tropenwald gerät ins Stocken, noch bevor er an den Start geht. Bundeskanzler Friedrich Merz wird zur entscheidenden Figur.
Ein Gutachten zum Rechtsrahmen der energetischen Holznutzung zeigt Inkonsistenzen und Unsicherheiten auf. Der Autor fordert eine Reform, um Holz nachhaltig in die Energiewende einzubetten. Kritiker betonen, dass Holz ein wichtiger und klimafreundlicher Energieträger bleibt.
Im Europaparlament ist der Kompromiss zum Lieferketten-Omnibus überraschend gescheitert. Konservative, Sozialdemokraten und Grüne ringen weiter um den richtigen Weg zwischen Wirtschaftsfreiheit und Menschenrechtsschutz. Für Unternehmen bleibt die Unsicherheit bestehen. Forschende warnen derweil vor einem gefährlichen Rückschritt für Mensch und Umwelt.
Was in der Nachkriegszeit eine Notmaßnahme war, entpuppt sich heute als Schutzfaktor: Die Rationierung von Zucker in Großbritannien hat Generationen geprägt – und beim Herz-Kreislauf-Risiko nachhaltig Spuren hinterlassen. Forschende sehen darin einen Hinweis, wie stark frühe Ernährung das ganze Leben beeinflusst.
Die EU hat am Dienstag auf die anhaltende Kritik an der Anti-Entwaldungsverordnung EUDR reagiert. Angaben zur Herkunft von Produkten wie Kakao- oder Kaffeebohnen soll jetzt nur der erste Importeur auf dem EU-Markt machen müssen. Ein im September angekündigter Aufschub der Regeln soll für kleine Firmen gelten.
Mehr junge Menschen für die Landwirtschaft zu gewinnen, ist eines der zentralen Anliegen von Agrarkommissar Christophe Hansen. Jetzt legt er seinen Plan dafür vor. Der enthält sinnvolle Initiativen, wird aber nicht ausreichen.
Der Trilog über das Vereinfachungspaket zur Gemeinsamen Agrarpolitik ist überraschend gescheitert. Wie die Abgeordnete Christine Singer kritisierte, habe sich der Rat geweigert, mit dem Parlament zu verhandeln. Der Rat dagegen fühlte sich von einer neuen Tagesordnung überrumpelt. Die Gespräche sollen nun zunächst auf Arbeitsebene fortgesetzt werden.
Das Gesetz zur Reduzierung von Pestiziden in Frankreich hat bisher wenig bewirkt. Kürzlich wurde die Regierung zu einer Neubewertung der Zulassungen verurteilt. Neue Daten zeigen die Umweltbelastung durch Pestizide im Land mit einer bisher unerreichten Genauigkeit.
Der Agrardiesel wird wieder begünstigt und bei Honig muss die Herkunft genauer angegeben werden. Dem hat der Bundesrat am Freitag zugestimmt. Bei der Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie und beim Lieferkettengesetz hat die Länderkammer Nachbesserungswünsche. Ein Überblick über die Sitzung am Freitag.
Die EU hat erstmals rechtliche Ziele gegen Lebensmittelverschwendung festgelegt. Doch diese bleiben hinter den Erwartungen zurück. Das Parlament wollte stärkere Vorgaben, aber einige Staaten widersetzten sich – mit Unterstützung der Kommission. Für Wissenschaft und NGOs ein enttäuschender Kompromiss.
Seit über zwei Jahren gibt es ein Gesetz, aber keine Umsetzung: das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz. Bis zum 1. März 2026 benötigt die Regierung klare Vorgaben zur Kennzeichnung. Streitpunkte sind unter anderem die Einbeziehung von Gastronomie und Importware. Fachverbände und NGOs fordern dringend eine transparente Regelung.
In sozialen Netzwerken kursieren zahllose Mythen über Ernährung. Meistens werden diese Falschinformationen durch Algorithmen befeuert. Vieles davon sind wissenschaftlich nicht belegt oder gar riskant. Warum Ernährungsthemen besonders anfällig für Desinformationen sind und weshalb Ernährungsbildung wichtig ist.
Das EU-Parlament will Begriffe wie „Schnitzel“ oder „Burger“ künftig pflanzlichen Produkten verbieten – sehr zum Ärger von Rügenwalder Mühle-Chef Jörg Pfirrmann. Im Gespräch erklärt er, warum das Namensverbot mehr Bürokratie als Verbraucherschutz bringt, wie viel Millionen eine Umstellung kosten würde – und warum der Veggie-Boom trotzdem weitergeht.
Fachkräftemangel, Bürokratie und Streit um die Mehrwertsteuer: In einer Anhörung im Bundestag prallten die Positionen von Gewerkschaften, Wissenschaft und Branche aufeinander. Während die einen vehement Entlastung fordern, warnen die anderen vor zu teuren Subventionen.
Auch dieses Jahr veröffentlicht Misereor zusammen mit der Universität Göttingen eine Armutsstudie. Die traurige Erkenntnis: Die globale Ernährungsarmut hat eine Rekordhöhe erreicht. 3,25 Billionen US-Dollar fehlen weltweit für gesunde Ernährung. Der Südsudan ist pro Person am stärksten betroffen, aber auch EU-Länder kämpfen mit Ernährungsarmut.