Die Diskussion um das neue Düngegesetz nimmt Fahrt auf. Nachdem das Bundeslandwirtschaftsministerium seinen ersten Entwurf präsentiert hat, erklärt der Agrarwissenschaftler Friedhelm Taube, warum Weser und Ems immer noch stark stickstoffbelastet sind und was man dagegen tun müsste.
Mit dem Kritis-Dachgesetz setzt der Bund neue Maßstäbe für den Schutz kritischer Infrastrukturen – auch für die Lebensmittelversorgung. Risikoanalysen, Resilienzpläne und Meldepflichten werden Pflicht, doch viele Details bleiben offen. Ein Überblick über Inhalte, Neuerungen und Kritik.
Statt den Sektor links liegen zu lassen, werden EU-Agrarexporte und -importe im neuen Handelsvertrag mit Indien also doch bedacht. Ob eine Lehre aus den Kämpfen um Mercosur und Co. oder schlicht ein Gleichziehen mit dem Partnerland, dessen Kleinbauern als besonders verletzlich gelten: Das Ergebnis stimmt vorerst viele zufrieden.
Eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke kann den Konsum auch hierzulande deutlich senken, gesundheitliche Effekte bleiben jedoch begrenzt und sind stark vom Steuerdesign abhängig. Das zeigt eine neue Studie des PKV-Wissenschaftsinstituts, die internationale Untersuchungen und deutsche Modellrechnungen ausgewertet hat.
Heute stimmt der Umweltauschuss im Europäischen Parlament über das Trilogergebnis zu den Neuen Genomischen Techniken ab. Diese Verfahren nutzt der Molekularbiologie Dario Leister, um Pflanzen schneller an wechselnde Lichtverhältnisse anzupassen, was den Ertrag steigert. Das Ziel seines Teams ist ein schwarzes Blatt.
Teilzeit als „Lifestyle“? Der Vorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels, den Rechtsanspruch einzuschränken, sorgt für heftigen Gegenwind und spaltet Politik, Gewerkschaften und Wirtschaft. Während die NGG-Gewerkschaft vor Realitätsferne warnt, begrüßen Handel und Gastgewerbe die Debatte und fordern bessere Rahmenbedingungen für Vollzeit.
Die Grüne Woche wirbt mit Klimaschutz und Ressourcenschonung. Trotzdem bleiben jedes Jahr Tonnen an Lebensmitteln übrig. Was die Messewirtschaft an Resten nicht vermeiden kann, sammelt die Berliner Tafel ein. Das wirft die Frage auf, wie nachhaltig das Messe-System wirklich ist.
Wie viel Beteiligung verträgt Wissenschaft? Die Präsidentin des Max Rubner-Instituts, Tanja Schwerdtle, spricht im Interview über Lehren aus dem umstrittenen Stakeholderprozess zur Reduktionsstrategie, neue Wege im Ernährungsmonitoring und darüber, warum was und wie wir essen nicht ideologisch, sondern evidenzbasiert diskutiert werden sollte.
Für Palmöl war der Hammer schon gefallen, jetzt soll auch Sojaöl nicht mehr als nachhaltig gelten: Weil die Anbaufläche auf Kosten von Wäldern massiv gestiegen ist, plant die Kommission, den Rohstoff für Biokraftstoffe in die Kategorie mit hohem Risiko für indirekte Landnutzungsänderung einzustufen. Wie hilfreich dies tatsächlich ist, ist jedoch umstritten.
Für die Dauer ihres Vorsitzes in der Agrarministerkonferenz versteht sich Michaela Kaniber als Mediatorin. Die CSU-Ministerin will einen Interessenausgleich zwischen den Bundesländern, sowie zwischen kleinen und großen Betrieben herstellen. Ihre „bayerischen“ Themen wie Anbindehaltung und Weidepflicht behält sie dabei fest im Blick.
Auf der Grünen Woche präsentieren zahlreiche Start-ups und Forschungseinrichtungen Innovationen für die Agrarwirtschaft der Zukunft. Das Spektrum reicht dabei von smarter Qualitätskontrolle bis zu hitzeresistenten Getreidesorten. Ein Einblick, wie sehr Künstliche Intelligenz und Digitalisierung die Landwirtschaft prägen.
Seit 2011 steht „Wir haben es satt“ für die Stimme der nachhaltigen Landwirtschaft. Doch die Teilnehmerzahlen sinken, während Kritik von rechts wächst. Woran liegt es, dass ein Thema wie Landwirtschaft immer weniger Menschen auf die Straße bringt? Die Protestforscherin Birgit Peuker ordnet die Lage ein.
Hilfe für ostpreußische Bauern, Ernährungskrise, Subventionen, Gemeinsame Agrarpolitik und Nachhaltigkeitsversprechen: Tagesspiegel Background nimmt Sie mit auf eine agrar- und ernährungspolitische Zeitreise in die vergangenen 100 Jahre.
Im Dezember protestierten Milcherzeuger:innen lautstark gegen niedrige Butterpreise im Handel. Auf der Grünen Woche diskutierten nun Stakeholder und Parlamentarier:innen über den richtigen Weg aus der Milchkrise.
Mit knapper Mehrheit hat das Europäische Parlament beschlossen, den Europäischen Gerichtshof anzurufen, um Rechtsfragen um das Mercosur‑Abkommen zu klären. Der Schritt wird die Ratifizierung wohl verzögern, ein vorläufiges Inkrafttreten wäre aber möglich. Die Reaktionen auf die Abstimmung sind sehr unterschiedlich – auch innerhalb von Parteien.
Die Stimmung ist geladen, die Geschütze im Handelsstreit zwischen Brüssel und Washington sind es auch. Während die „Handels-Bazooka“ der EU die Schlagzeilen dominiert, blickt die hiesige Landwirtschaft mit Unwohlsein auf die Liste an EU-Gegenzöllen, die kurzfristig deutlich durchschlagender wären. Nicht nur für die US-Branche.
Eine neue Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen fordert mehr Vielfalt beim Anbau von Nutzpflanzen. Das soll die Landwirtschaft widerstandsfähiger machen. Als eine große Hürde haben die Forschenden fehlende Absatzkanäle für die neuen Kulturen ausgemacht.
Für Kraft- und Heizstoffe gibt es ihn, für Nahrungsmittel könnte er auch kommen: Ein CO2-Preis auf alle Lebensmittel dürfte laut einer neuen Studie ein Win-Win für alle werden. Bei geringem Aufpreis für Verbraucher sehen Experten große Gewinne für Klima- und Umweltschutz. Einige Herausforderungen gibt es aber doch, schreibt Theresa Crysmann.
Wasserknappheit ist keine Krise, die sich wieder eindämmen lässt. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht von Forschenden an der Universität der Vereinten Nationen. Die Landwirtschaft ist der treibende Faktor – und gleichzeitig am meisten von den Folgen immer ungleicher verteilter Wasserressourcen betroffen.
Die ostdeutschen Bundesländer haben sich zusammengeschlossen und eine Erklärung zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 verfasst. Wichtigste Forderung ist, dass die Kommission ihre Pläne zur Kappung der Direktzahlungen zurücknehmen soll. Doch auch fehlende Änderungen bei der Junglandwirteförderung könnten zum Nachteil der Betriebe im Osten werden.
Microharvest produziert Protein aus landwirtschaftlichen Reststoffen, mithilfe mikrobieller Fermentation. Als Lebensmittel für den Menschen läuft derzeit das EU-Zulassungsverfahren. Im Interview spricht Mitgründer Jonathan Roberz über Technologie, Skalierung, Regulierung und darüber, warum Proteine ein unterschätztes Zukunftsthema sind.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat einen noch unabgestimmten Entwurf für das neue Düngegesetz in Umlauf gebracht. Gegenüber einem Leak von Dezember ist darin das Monitoring genauer beschrieben. Für Ausnahmen in Roten Gebieten enthält der Entwurf eine Verordnungsermächtigung.
Knapp ein Jahr nach dem Wechsel von der Regierungs- auf die Oppositionsbank nehmen die Grünen die Agrarpolitik Rainers ins Visier. Denn während Schwarz-Rot auf Subventionen und Sparpolitik setzt, wirft die Opposition der neuen Regierung Stillstand und Rückschritt vor. Die Grüne Woche bietet traditionsgemäß dazu den passenden Anlass.
Kaum vorgestellt, sorgt der „Deutschlandkorb“ für Wirbel in den Medien. Kritiker werfen der SPD Symbolpolitik vor – echte Vorschläge gegen steigende Lebensmittelpreise würden anders aussehen. Initiator Esra Limbacher erklärt, dass der Vorschlag eine Debatte ausgelöst habe, die längst überfällig war.
Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat im Rahmen der Grünen Woche ihre Ziele für Bayerns Vorsitz bei der Agrarministerkonferenz vorgestellt. Klare Vorstellungen hat die CSU-Politikerin im Hinblick auf die neue GAP. Kein Problem hätte sie mit einer Kappung. Sollte diese nicht kommen, will sie zu Plan B greifen.
Während die EU-Kommission versucht, den Bauern ihre Pläne für die nächste GAP mit Mittelaufstockungen schmackhaft zu machen, hält sie weiter am flexiblen Umgang mit Umweltstandards fest. Trotz Kritik von Umweltverbänden. Agrarkommissar Hansen verspricht, dass ein langer Anlauf und enge Absprachen einen Unterbietungswettbewerb in der Union verhindern sollen.
Forstverbände sehen in der EU-Wiederherstellungsverordnung eine Gefahr für Eigentum und Bewirtschaftung. Die Kritik? Praxisferne Vorgaben und fehlende Planungssicherheit. Mit einer neuen Kampagne unter dem Motto „NO W-VO DEAL“ fordern sie eine grundlegende Überarbeitung der EU-Pläne.
Die Eröffnungspressekonferenz der Grünen Woche machte sichtbar, wie stark die Landwirtschaft unter ökonomischem und politischem Druck steht. Vom Preisverfall über internationale Konkurrenz bis zur EU-Klimagesetzgebung: Verbandspräsident Rukwied warnte, die Wettbewerbsfähigkeit sei gefährdet – und forderte einen radikalen Schnitt bei der Regulierung.
Zum Jubiläum der Grünen Woche ist das Verhältnis zwischen Agrarpolitik und Ernährungsindustrie so entspannt wie lange nicht. Beim Jahresempfang des Lebensmittelverbands warb Bundesagrarminister Alois Rainer für weniger Regulierung und mehr Vertrauen – die Branche sparte nicht mit Schmeicheleien.
Berlin ist die Hauptstadt, wenn es um Bio-Lebensmittel geht. Der Boom hält an. Nicht nur im Supermarkt. Beim Schulessen liegt der Bio-Anteil bei 80 Prozent. Aber manche Lebensmittel werden knapp.
Grünlandschmetterlinge oder Bodenkohlenstoffgehalt? Bei der Wahl der Indikatoren zur Wiederherstellung der Biodiversität in der Landwirtschaft tut sich Deutschland schwer. Das Durchführungsgesetz steckt weiter im parteipolitischen Kleinklein fest. Nur für die Finanzierung hat der Bund eine große Summe locker gemacht.
Nicht einfach dürften die Verhandlungen zur kommenden Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik werden. Das ließ am Dienstag der Agrarkongress des Bundesumweltministeriums erahnen. Neben Degression und Kappung wird der größere Gestaltungsspielraum für die Mitgliedstaaten eher als Gefahr denn als Chance wahrgenommen.
Wenn Wasser knapp wird, verlieren Landwirte ihre Lebensgrundlagen. IFAD-Präsident Álvaro Lario warnt vor einer Leerstelle der globalen Politik: Trotz Billionenwerts sei der Wassersektor unterfinanziert. Für Investitionen in Bewässerung, Infrastruktur und ländliche Entwicklung setzt Lario auf die Kooperation zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft.
Land- und Forstwirte passen ihre Betriebskonzepte immer wieder an und müssen dabei Entscheidungen treffen – für oder gegen mehr Umweltmaßnahmen oder Tierwohl, eine bessere Klimabilanz, Veränderungen in der Produktion. Eine neue Studie von Agora Agrar zeigt, wie die künftige Landnutzung in Deutschland aussehen und 60 Prozent Emissionen einsparen könnte.
Die neue Unionsdatenbank der EU soll Betrug mit falsch deklarierten Biokraftstoff-Importen verhindern. Doch Branchenvertreter beklagen technische Mängel, mangelnde Kommunikation der Kommission und weiter ungelöste Risiken für den THG-Quotenmarkt. Die Bundesregierung erhält dagegen unerwartet viel Lob.
Lignin ist überall in der Natur vorhanden – und birgt Potenzial für eine nachhaltige Wirtschaft. Doch aufgrund hoher Kosten, fehlender Standards und geringer Bekanntheit wird das Biopolymer bislang verbrannt. Eine neue Studie zeigt, welche Hürden den Markterfolg derzeit hemmen, und wie Lignin zur treibenden Kraft einer nachhaltigen Industrie werden könnte.
Der Weg für das seit Jahrzehnten verhandelte Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur‑Staaten ist frei. Am Samstag reist Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Unterzeichnung nach Paraguay. Ein noch erfüllter Wunsch der Landwirtschaft ist die Kontrolle der eingeführten Lebensmittel auf Pestizidrückstände.
Pflanzliche Proteine sind ein Megatrend, den auch die Grüne Woche ab diesem Freitag aufgreifen wird. Noch importiert Deutschland Millionen Tonnen Leguminosen, obwohl Erbsen, Bohnen und Soja hier gut wachsen können. Die Anbaufläche steigt zwar, reicht aber nicht aus. Wie Forschende nach Wegen suchen, um Leguminosen wieder regional und kostengünstig anzubauen.
Heute entscheidet sich im EU-Rat, ob das Mercosurabkommen am Montag unterzeichnet wird. Zwar blockierten Landwirte von Brandenburg bis Bordeaux am Donnerstag Autobahnauffahrten und Sehenswürdigkeiten. Die Mehrheit für das Abkommen gilt aber inzwischen als sicher.
Ob Diät-Tipps, Rezepte oder Ernährungstagebuch: KI-Tools sind im Alltag angekommen. Sie können Mahlzeiten analysieren, Nährwerte berechnen oder individuelle Empfehlungen geben. Doch wie zuverlässig sind ihre Algorithmen, und wann sind Fehlinformationen problematisch? Shoko Bethke im Gespräch mit der Ernährungswissenschaftlerin Maren Podszun.
Ein Schatten des Scheiterns lag über dem Sondertreffen der EU‑Agrarminister in Brüssel: Konnten die Gegner des Mercosur-Abkommens genug Zugeständnisse aus der Kommission herausquetschen, um doch noch zuzustimmen? Morgen entscheiden die Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten, ob in Zeiten brüchiger globaler Ordnung eine neue Partnerschaft entsteht.
Ein politisches Experiment geht zu Ende – und fällt durch. Vor über sieben Jahren startete Deutschland mit großen Zielen in die nationale Reduktionsstrategie. Heute zeigt sich, dass Freiwilligkeit kaum Wirkung hatte. Welche Bedingungen eine echte Zuckerreduktion braucht, und wie die Bevölkerung darauf reagieren würde.
Um das Abkommen mit den Mercosur-Staaten zu retten, versucht es EU‑Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit einem Argument, das niemand ablehnen kann: mehr Geld. Ob die Versprechen und nachgebesserten Sicherungsmechanismen reichen, um die politische Blockade zu lösen? Heute beraten drei Kommissare mit den Minister:innen für Landwirtschaft.
Die Stimmung bei den Milcherzeuger:innen ist schlecht. Bei Butterpreisen von 99 Cent im Supermarkt bleibt kaum etwas für sie übrig. Fast die Hälfte der in Deutschland erzeugten Milch geht ohnehin in den Export. Und nun fürchten viele auch noch, als Verlierer des Mercosur-Abkommens dazustehen – zu unrecht, wie die Recherche zeigt.
Mit eigenem Minister in der Berliner Wilhelmstraße lohnt sich für die CSU ein Fokus auf Agrarthemen bei ihrem Jahresauftakt besonders. Erste Zeichen deuten auf Schwund im Namen der Entbürokratisierung.
Auf fachlicher Ebene arbeiten die Bundesländer gut zusammen, sowohl untereinander als auch mit den Bundesbehörden. Das ergab eine Background-Umfrage zur Wiederherstellungsverordnung bei den zuständigen Ministerien und Senatsverwaltungen. In diesem Jahr werden erste Ergebnisse veröffentlicht. Ein Zeitplan für 2026.
Wie geht es weiter mit der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU? Was bedeuten die deutschen und die europäischen Klimaziele für den Landsektor und wie will Daniel Günther seine Zuckersteuer umsetzen? Gedanken zur Agrar- und Ernährungspolitik im neuen Jahr.
Die Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens ist dank Gnadenfrist von Lula auf den 12. Januar verschoben. Doch ob es dazu kommt, ist zweifelhaft. Alles droht an den Forderungen der Agrarlobby zu scheitern.
In seiner letzten diesjährigen Sitzung hat der Bundesrat die Senkung der Umsatzsteuer in der Gastronomie von 19 auf sieben Prozent durchgewunken. Auch Bäckereien, Metzgereien und die Gemeinschaftsverpflegung sollen profitieren. Die Agrardieselvergütung kehrt zurück und der Haushalt 2026 wurde gebilligt.
In wenigen Tagen endet das Jahr 2025. Jenseits der Arbeit haben unsere Redakteurinnen Podcasts, Filme und Bücher entdeckt, die mit Agrar- oder Ernährung zu tun haben und dieses Jahr erschienen sind. Eine Sammlung an Empfehlungen für besinnliche Feiertage.
Die geplante Unterzeichnung des Mercosur-Handelsabkommens wird auf das kommende Jahr verschoben. Nach Widerstand mehrerer EU-Staaten, massiven Bauernprotesten in Brüssel und einem überraschenden Signal aus Brasilien fehlt dem seit Jahrzehnten verhandelten Vertrag weiter die politische Mehrheit.
Stoffstrombilanz, Verursacherprinzip, Wirkungsmonitoring – das Agrarpolitik-Jahr endet mit Begriffen, über die schon im Januar kompromisslos gestritten wurde. Ein erster Entwurf des neuen Düngegesetzes zeichnet jedenfalls die alten Konfliktlinien nach.
Die Nervenkrankheit Parkinson ist seit vergangenem Jahr bei Landwirt:innen als Berufskrankheit gelistet. Für die Anerkennung müssen Betroffene nachweisen, mit Pflanzenschutzmitteln in Kontakt gekommen zu sein. Wie Verbände und Politik über diese Erkrankung und deren Finanzierung diskutieren.
Neue Genomische Techniken für Europa: Der Agrarkonzern Bayer sieht den Durchbruch nah. Cheflobbyist Matthias Berninger drängt, Deutschland solle dem Trilog-Kompromiss zustimmen. Warum klimaangepasste Pflanzen die Landwirtschaft revolutionieren könnten, was Bayer in der Pipeline hat und wie Berninger auf die Bedenken des Ökolandbaus reagiert.
Mit einem neuen Gesetzespaket will die EU-Kommission die Genehmigungsverfahren für synthetische Pestizide deutlich vereinfachen. Künftig sollen die meisten Wirkstoffe zeitlich unbegrenzt zugelassen werden – ein Schritt, den Umweltverbände scharf kritisieren. Doch auch für Biopestizide soll es Erleichterungen geben.
Mit dem Safe Hearts Plan hat die EU-Kommission gestern einen umfassenden Aktionsplan für Herzgesundheit vorgestellt – und rückt damit erstmals hochverarbeitete Lebensmittel als zentralen Risikofaktor in den Fokus. Der Plan stieß bei den Europaabgeordneten auf viel Zustimmung, ist jedoch politisch brisant.
Schnellere Zulassungsverfahren, kundenfreundlichere Strukturen bei der Zulassung und neue regulatorische Spielräume sollen Innovationshemmnisse für die Biotechnologie abbauen und Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken. Das sieht der Biotech Act vor, den die EU-Kommission am Dienstag vorgelegt hat.
Nach den Bauernprotesten vor zwei Jahren reagierte die Politik prompt: Auf nationaler und europäischer Ebene wurden Gesetzesvorhaben zurückgezogen und Bürokratieabbau versprochen. Doch die Lage der europäischen Landwirt:innen hat sich nicht wirklich verbessert. Worum es bei den aktuellen Protesten geht.
Union und SPD räumen einen jahrelangen Ampel-Streit ab: Wer im überragenden öffentlichen Interesse die Natur zerstört, darf sich künftig freikaufen. Der Bund übernimmt die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Umweltverbände warten gespannt auf das Naturflächenbedarfsgesetz.
Mikroplastik in Lebensmitteln und der Umwelt rückt zunehmend in den Fokus regulatorischer Debatten. Doch belastbare Aussagen zu den gesundheitlichen Risiken sind weiterhin begrenzt. Über Messprobleme, Wissenslücken und die Frage, ob Regulierung auch ohne gesicherte Risiken gerechtfertigt ist.
Dänemark treibt als EU-Ratspräsidentschaft die Reform der Tiertransportverordnung weiter voran. Während auf Arbeitsebene erste Fortschritte erzielt wurden, bleiben zentrale Fragen offen. Parallel sorgt die Einigung auf neue Fangquoten für Kabeljau und Hering für scharfe Kritik der Deutschen Umwelthilfe.
PFAS gehören zu den meistdiskutierten Industriechemikalien: funktional, aber langlebig und schwer abbaubar. Ab August 2026 dürfen sie in Lebensmittelkontaktmaterialien in der EU nicht mehr verwendet werden. Was bedeutet das für Verbraucher:innen, Hersteller und die Umwelt? Über Kritik, Alternativsuche und Umweltverantwortung.
Laut aktuellem Situationsbericht des Bauernverbands stagnierten die wirtschaftlichen Zahlen im Wirtschaftsjahr 2024/2025. Aktuell machen den Landwirten sinkende Erzeugerpreise zu schaffen – die Aussichten bleiben bestenfalls trübe. Entscheidende regulatorische Hebel werden vor allem auf EU-Ebene gesehen.
Immer mehr Schädlinge entwickeln eine Resistenz gegen Pestizide. Das setzt die Obstwirtschaft unter Druck. Nun zeigt die Forschung, dass Blühstreifen durch ihre natürliche Vielfalt das ökologische Gleichgewicht wiederherstellen könnten – und dann viel weniger Chemie nötig ist.
Wie angekündigt, hat Minister Alois Rainer seine Exportstrategie noch in diesem Jahr vorgelegt. Sie soll den deutschen Agrarunternehmen wieder Luft zum Atmen verschaffen. Unter anderem will Rainer den Handel mit den USA und China intensivieren und das Ministerium umstrukturieren. Eine Stärkung regionaler Kreisläufe plant das Ministerium nicht.
Die EU-Mitgliedstaaten haben ihre Position zur neuen Saatgutverordnung beschlossen – und damit die Voraussetzung geschaffen, um 2026 in den Trilog zu starten. Während Pflanzenzüchter die Linie des Rates begrüßen, warnen Bio-Verbände vor Einschränkungen für Vielfalt, lokale Sorten und kleine Betriebe.