Die Debatte um die EU-Taxonomie geht weiter. Während Umweltverbände die Europäische Kommission vor dem EU-Gerichtshof wegen der Aufnahme von Atom- und Gaskraftwerken verklagen, verteidigt Brüssel sein Vorgehen bei der jüngsten Erweiterung des Kriterienkatalogs für nachhaltige Geschäftstätigkeiten um Flugzeuge und Schiffe.
Die Europäische Kommission hat Interpretationshilfen zur Offenlegungsverordnung SFDR veröffentlicht. Sie lässt Fondsgesellschaften darin Spielraum bei nachhaltigen Anlageprodukten.
Es ist ein historischer Beschluss, den das EU-Parlament gestern getroffen hat. Die Abgeordneten stimmten für eine Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten. Sie untersagt den Import von Rohstoffen, für die Wälder abgeholzt oder abgefackelt wurden. Dennoch gibt es daran Kritik, vor allem weil der Finanzsektor außen vor bleibt.
Das EU-Parlament hat am Dienstag final über das Herzstück des Green Deals ab: Der Emissionshandel wird erweitert und ein CO2-Grenzschutzmechanismus sowie ein Klimasozialfonds eingeführt. Der soll steigende CO2-Preise abfedern – um höhere Brennstoffkosten führt dennoch kein Weg herum.
Die EU-Kommission hat ihre Vorschläge für die ausstehenden Taxonomien zu den vier großen Umweltzielen der Europäischen Union zur Konsultation gestellt. Doch die Diskussion darüber ist überschattet durch ihren zeitgleich lancierten Vorstoß, Flugzeuge und Schiffe neuester Bauart in die Klimataxonomie aufzunehmen.
Die Net Zero Asset Owner Alliance (NZAOA), in der sich viele große Versicherer zum Klimaschutz verpflichtet haben, hat ein Positionspapier zur Öl- und Gasbranche veröffentlicht. Es kommt ohne Aussagen zu Investitionen in Öl- und Gas-Aktien aus.
Wirtschaftsethiker Raphael Max von der Technischen Universität München hat gemeinsam mit Professor Matthias Uhl untersucht, wann eine Investitionsentscheidung als moralisch wahrgenommen wird. Im Interview spricht er über die Studien und erklärt, warum es in der Debatte um nachhaltige Geldanlagen seiner Meinung nach zu selten um ethische Fragen geht.
Die gestern eröffnete Frühjahrstagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) haben selten so stark im Fadenkreuz der Kritik gestanden wie dieses Jahr. Die globalen Auseinandersetzungen zwischen den USA und China lähmen zunehmend die Arbeit beider Organisationen – große Schäden erleidet vor allem die weltweite Klimafinanzierung.
Finanzakteure und Vertreterinnen von Investorengruppen begrüßen die Erläuterungen der deutschen Finanzaufsicht zu möglichen gemeinsamen Aktivitäten von Aktionären. Jedoch bemängeln sie einige rechtliche Unklarheiten. Fachleute des Sustainable-Finance-Beirats wollen darüber intensiver mit der Bafin sprechen, um mehr Rechtssicherheit zu erhalten.
Biodiversitätsverlust und Ökosystemzerstörung können die Finanzstabilität gefährden, warnt die EU-Versicherungsaufsicht Eiopa. Ein Strategiepapier soll die Branche befähigen, diese Risiken zu senken und künftige aufsichtliche Erwartungen zu erfüllen.
Noch scheint es ein weiter Weg, bis besonders kleine aber auch große Banken Nachhaltigkeitsrisiken explizit benennen und sie vor der Vergabe von Krediten berücksichtigen können. Aufsichtsbehörden erhöhen dennoch ihre Anforderungen an den Sektor, sich damit ausgiebig zu beschäftigen. Viel Zeit bleibt den Instituten nicht mehr.
Die Europäische Kommission lässt sich bei der Weiterentwicklung ihrer nachhaltigen Finanzpolitik von einem Expertengremium beraten: der Platform on Sustainable Finance. Die im März zum zweiten Mal berufene Expertenrunde soll Vorschläge entwickeln, um aus der EU-Taxonomie ein übersichtlicheres Regulierungswerk zu machen.
Der unregulierte Emissionsmarkt und seine CO2-Zertifikate haben trotz Qualitätsstandards wie Verra ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Ein neuer, übergreifender Standard soll nun Abhilfe schaffen. Doch nicht alle Akteure sind überzeugt.
Das Beratergremium der Bundesregierung hat eine ganze Reihe von Herausforderungen für Unternehmen ausgemacht, welche die EU-Taxonomie anwenden müssen. In einem Schreiben, das auch an die EU-Kommission ging, schlägt der Sustainable-Finance-Beirat Möglichkeiten vor, wie strukturelle und inhaltliche Schwierigkeiten gelöst werden könnten.
Das Klimaschutzgesetz wird tiefgreifend reformiert: Die jährliche Sektorüberprüfung entfällt, entscheidend soll stattdessen die Abschätzung der zukünftigen Gesamtemissionen sein, hat der Koalitionsausschuss der Ampel beschlossen. Der Vorschlag für die Gebäudeenergie-Reform wird aufgeweicht. Erneuerbare, Straßen und Schiene sollen schneller ausgebaut werden.
Auf der UN-Weltwasserkonferenz haben sich mehr als 7000 Teilnehmer zwar zum Schutz von Trinkwasserreserven, Gewässern und besserer Wasserversorgung zu Hunderten von Milliarden Dollar-Investments verpflichtet. Doch auf einen Durchbruch wie beim Pariser Klimaabkommen 2015 mit verbindlichen Zielen müsse weiter gewartet werden, kritisieren viele Akteure.
Die Europäische Zentralbank und nationale Zentralbanken der Eurozone, darunter die Bundesbank möchte ihre Wertpapierportfolios klimafreundlicher machen. Sie haben nun erstmals berichtet, wie klimaschädlich ihre Anleihen bislang sind.
Ohne drastische Gegenmaßnahmen rast die Menschheit auf eine Erderhitzung von 2,8 Grad zu, warnt der Weltklimarat. Das Ruder lasse sich nur durch starke und schnelle Emissionssenkung herumreißen. Sein Synthesebericht ist für die Finanzwirtschaft relevant, wie mehrere Investorengruppen gegenüber Tagesspiegel Background erklären.
Der Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung treibt seine Idee einer Engagement-Plattform für Investoren voran. Ursprünglich sollte sie bis Ende März gegründet sein. Doch das verzögert sich, da alle Interessierten auf eine rechtliche Klarstellung der Finanzaufsicht Bafin warten. Immerhin: Die Zeichen stehen gut.
Obwohl einige Unternehmen schon länger Nachhaltigkeitsberichte verfassen müssen und der erste Teil der EU-Taxonomie bereits seit Juli 2020 in Kraft ist, mangelt es Investoren wie Kreditgebern noch immer in Nachhaltigkeitsdaten. Woran es in der Realwirtschaft hakt, verdeutlichen einige Beispiele.
Die EU-Staaten haben sich auf Grundzüge einer Schuldenreform geeinigt, auch um mehr nachhaltige Investitionen zu ermöglichen. Die neuen Regeln sollen zum Jahresende beschlossen sein, werden aber schon im aktuellen Haushalt 2024 berücksichtigt. Finanzminister Lindner hält dieses Vorgreifen für inakzeptabel.
Ob zum Trinken, für die Umwelt oder Industrieproduktion: Wasser ist eine der wichtigsten Ressourcen überhaupt. Doch Dürren machen die Versorgung immer problematischer. Die UN veranstalten daher kommende Woche ihre zweite Wasserkonferenz. Auch Unternehmen in Industrieländern und der Finanzsektor kommen um die Herausforderung nicht mehr herum.
Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock sieht in den steigenden Energiepreisen und höheren Inflationsraten weltweit einen „Katalysator für den klimagerechten Umbau der Wirtschaft“. Der US-Asset-Manager werde an seinem Kurs, nach Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu investieren, festhalten, erklärte ein hochrangiger deutscher Manager Blackrocks.
Unternehmen versagen trotz anstehender Regulierungen dabei, ihre Zulieferer hinsichtlich deren Klima- und Natureffekte in die Pflicht zu nehmen. Das kritisiert die weltgrößte Investoreninitiative CDP anlässlich ihres gestern veröffentlichten Berichts zu Lieferketten.
Die Europäische Kommission will Mindestquoten für die Gewinnung, Verarbeitung und das Recycling von kritischen Rohstoffen festlegen. Das geht aus einem durchgesickerten Entwurf der Strategie für kritische Rohstoffe hervor, der diese Woche offiziell vorgestellt werden soll. Die Reaktionen fallen gemischt aus.
Nach seinem Russlanddebakel mit Milliardenverlusten und Vorwürfen der Kriegsbeteiligung überlegt Wintershall Dea, Hilfe vom Staat in Anspruch zu nehmen. Derweil investieren Finanzinstitute weiter in die russische fossile Industrie und damit auch in den Angriffskrieg. Eine ukrainische Organisation fordert nun eine „saubere Energierevolution”.
In den nächsten vier Jahren sollen 14 Forschungsprojekte klären, wie der Finanzmarkt stärker zur Finanzierung des Klimaschutzes beitragen kann und die Politik dies unterstützen kann. Es soll um Kleinanleger gehen, um den Mittelstand und Gebäude, bis hin zu Kreditvergabe und institutionellen Anlegern. Doch Entwaldung als Klimatreiber spielt keine Rolle.
Die Folgen der Klimakrise kommen die Gesellschaft teuer zu stehen. Sie verursachen voraussichtlich Preissteigerungen beim internationalen Handel, bei den Mieten und in der Landwirtschaft, zeigt eine neue Studie im Auftrag der Bundesregierung. Klar ist jedoch: Mit Anpassungsmaßnahmen lassen sich die Schäden deutlich begrenzen.
In der Öffentlichkeit geben sich die öffentlichen Banken gerne nachhaltig, doch eine vertrauliche interne Einschätzung ihres Verbands räumt schonungslos erhebliche Defizite ein.
Auf ihrem zweiten „Sustainability Deep Dive“ berichtet Deutschlands größtes Geldhaus über seine Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit. So stellte die Bank unter anderem ihre neue Kohlerichtlinie vor. Doch wenngleich das Finanzinstitut „beispielhaft vorangehen“ möchte, legen einige Geschäftsbanken bereits strengere Kriterien an.
Der Bund wird bis 2038 für fast zehn Milliarden Euro fünf schwimmende Terminals für Flüssiggas finanzieren. Eine bundeseigene Gesellschaft hat den Geschäftsbetrieb aufgenommen. Aus ökologischen Gründen wächst der Widerstand gegen den geplanten Terminal vor Rügen, das der Energiekonzern RWE bauen soll. Investoren beobachten die Lage.
Deutsche Bundesregierungen lassen sich seit Jahren von Fachgremien beraten. Ein Wichtiges ist der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE). Dessen im Januar neu berufene Mitglieder wollen sich mehr der sozialen Nachhaltigkeit widmen.
Zwei NGOs haben beim französischen Gerichtshof in Paris eine Klage gegen BNP Paribas eingereicht. Die Bank versorge Unternehmen, die in Entwaldung und Menschenrechtsverstöße verwickelt seien, mit Finanzdienstleistungen ohne angemessene vorherige Prüfung. Die Großbank widerspricht. Andere NGOs bewerten ihre strengen Kriterien und Aktivitäten positiv.
Abschotten, vereinfachen, oder Unternehmen subventionieren? Die europäische Reaktion auf die US-amerikanische Industriepolitik steht noch aus. Deutschland und die EU erwägen, das Beihilferecht zu lockern. In der Denkfabrik Bruegel rät man davon ab – und setzt auf schnellere Genehmigungsverfahren und grüne Leitmärkte.
Ein Jahr nach Beginn des Angriffskriegs sind weiterhin viele westliche Unternehmen in Russland – und zahlen dort wohl auch Steuern, die Putins Kriegskasse füllen. Die Regierung macht es ihnen immer schwerer, sich zurückzuziehen.
Wer ein „ESG“ oder ein „nachhaltig“ in seinen Fondsnamen mit aufnimmt, der könnte zukünftig strenge Nachhaltigkeitsquoten erfüllen müssen. So stellt es sich zumindest die Europäische Finanzaufsicht vor. Auch wenn die Fondsbranche die Grundidee gut findet, stört sie sich doch an einer ganzen Reihe von Punkten.
Evangelische Institutionen sollen viel weniger als bisher in Rüstungsfirmen investieren. Das sieht ein deutlich verschärfter Leitfaden vor. Er enthält auch neue Klima- und Umweltkriterien.
Mit der EU-Taxonomie soll privates Kapital zunehmend nachhaltig investiert werden. Auch der kapitalintensive Austausch alter Flugzeuge gegen konventionelle neue müsse als nachhaltiges Investment gelten, fordert die Luftfahrtbranche. Klimaschützer widersprechen, eine Entscheidung der EU-Kommission steht aus.
Die Spielräume im Haushalt 2024 sind wegen vielfältiger Krisen eng. Nun ist in der Ampelkoalition Streit darüber ausgebrochen, welche Vorhaben finanziert werden. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wehrt sich gegen eine Vorfestlegung durch FDP-Finanzminister Christian Lindner – und regt an, den Abbau klimaschädlicher Subventionen anzugehen.
Rund 40 Prozent der gesamten deutschen CO2-Ausstöße gehen auf das Konto von Gebäuden. Doch die energetische Sanierung des Wohnungsbestands kommt bislang nur schleppend voran. Es hapert an Anreizen, Geld und Übersicht für die nötigen Investitionen. Doch jetzt starten auch Baufinanzierer Initiativen, die das ändern könnten – trotz schwierigen Marktumfeldes.
Mit ihrer Bridgetown-Initiative, auch Bridgetown-Agenda genannt, drängt die Regierungschefin von Barbados, Mia Mottley, den IWF zu mehr Krediten für Klimaschutz in finanzschwachen Ländern. Am Steuerdumping und dem klimaschädlichen Ferntourismus, auf den sich die Wirtschaft von Barbados stützt, will ihr Sondergesandter Avinash Persaud aber nichts ändern.
Regierungen sind gefordert, naturschädigende Ausgaben zu identifizieren und zu senken sowie über ökonomische Instrumente und einen Subventionsumbau die Leistungen der Natur in Preisen sichtbar zu machen. In der OECD, dem Bundesumweltministerium, der Wissenschaft und bei Umweltorganisationen gibt es konkrete Vorstellungen.
Fragwürdige Behauptungen, zweifelhafte CO2-Kompensationspraktiken und nur schwache Emissionssenkungen: In einem neuen Jahresbericht rechnen New Climate Institute und Carbon Market Watch mit den Klimazielen von Weltkonzernen ab. Statt der anvisierten „Netto Null“ kämen lediglich 36 Prozent weniger Emissionen heraus. Einzig die Reederei Maersk punktet.
Die Bundesregierung skizziert in einem bislang nicht veröffentlichten Bericht, wie eine Pflichtversicherung aussehen sollte. Und warum sie eingeführt werden soll: Dass bei Überschwemmungen wie im Ahrtal bislang die Allgemeinheit unversicherte Hausbesitzer entschädige, sei nicht gerecht.
CO2-Zertifikate geraten immer wieder in die Kritik, unterm Strich wenig bis gar keine Emissionsminderungen zu generieren – und werfen so auch einen Schatten auf deren Zertifizierer wie Verra. Ein Überblick zu den wichtigsten Qualitätsstandards der Emissionsmärkte – und zu deren Fallstricken.
Erst verkündet die GLS Bank ihren Austritt aus der weltweiten Initiative Net Zero Banking Alliance, dann droht das niederländische Geldhaus Triodos, sich zurückzuziehen. Das Bankenbündnis gerät damit stärker unter Druck, sich anspruchsvolle Leitlinien zu geben, wenngleich es wohl einige Großbanken gibt, die gegen ambitioniertere Anforderungen sind.
Erstmals seit Inkrafttreten des Lieferkettengesetzes im Januar stellen sich Aktionäre eines großen Rohstoffkonzerns auf einer Hauptversammlung quer wegen zu geringer Transparenz und ökosozialer Sorgfalt in der Lieferkette. Investoren werfen Europas größtem Kupferkonzern Aurubis auch vor, finanzielle Risiken nicht ausreichend zu berücksichtigen.
Die erfolgreichsten Start-up-Investoren Deutschlands, unterstützt von alteingesessenen Industriellen, wollen gemeinsam Cleantech voranbringen. Mit einem Volumen von 200 Millionen Euro haben sie unter dem Dach der Wagniskapitalgesellschaft E-Capital den größten Impact-Gründerfonds für grüne Technologieunternehmen aufgelegt.
Der politische Konflikt um nachhaltiges Investieren in den USA wird auf drei neuen Ebenen ausgetragen: Republikaner klagen gegen das Recht von Pensionsfonds, ESG zu berücksichtigen, in Kalifornien schießen Demokraten mit einem strengen Lieferketten-Offenlegungsgesetz dazwischen und in Washington planen sie einen Kongressausschuss zu nachhaltigem Investieren.
Die EU-Kommission hat ihre Antwort auf den „Inflation Reduction Act“ der USA vorgelegt. Anders als die Amerikaner setzt Brüssel weniger auf zusätzliche Subventionen, sondern möchte Beihilferegeln lockern, Genehmigungen beschleunigen und Gelder aus bestehenden Fonds ausreizen. Neu ist daran allerdings wenig.
Immer häufiger kommt es zu Greenwashing-Vorwürfen und immer stärker scheinen die Vorstellungen, was einen nachhaltigen Fonds auszeichnet und was nicht, auseinander zu gehen. Daran sind zwar Anbieter mit vollmundigen Versprechen für solche Produkte schuld. Doch fehlt es auch noch immer an einer breit anerkannten Definition.
Vor der heutigen Veröffentlichung der Geschäftszahlen der DWS berichtet die ehemalige Nachhaltigkeitschefin der Fondsgesellschaft, Desiree Fixler, dass Anschuldigungen in einem internen Memo ihre Jobsuche erschwert hätten – und welche Publikation der Fondsgesellschaft ihr dann wieder einen Arbeitsplatz verschafft habe.
Recycling statt Rohstoffimport schont die Umwelt und verringert die Abhängigkeit der Wirtschaft von autokratischen Staaten. Neue Normen und Standards sollen der Kreislaufwirtschaft auf die Beine helfen.
Um die globalen Finanzströme konsequent in nachhaltige Bahnen umzulenken, rief Ex-Notenbankchef Mark Carney zusammen mit der Race-to-Zero-Kampagne der UN im Jahr 2021 die Glasgow Financial Alliance for Net Zero ins Leben – mit über 550 Organisationen die größte Allianz ihrer Art. Doch sie gerät wegen ungleicher Ansprüche ihrer Mitglieder in Schwierigkeiten.
Die Aufnahme von Atomenergie und Erdgas in die EU-Taxonomie ist auf viel Kritik gestoßen. Umweltgruppen reagierten mit der Erstellung einer „unabhängigen Taxonomie“ ohne die umstrittenen Aktivitäten. Fondsanbieter reagieren darauf bisher allerdings zurückhaltend.
Zum zweiten Mal geht die Bundesregierung in ihrem Jahreswirtschaftsbericht auf nachhaltige Indikatoren ein. So will sie ein umfassenderes Bild der Wohlfahrt in Deutschland vermitteln. Dass sie inzwischen über das Bruttoinlandsprodukt hinaus berichtet, wird zwar begrüßt. Doch fehlten laut einigen Kritiker immer noch entscheidende Indikatoren.
Das Konsortium Inevitable Policy Response hat den ersten integrierten Leitfaden zu Natur- und Klimarisikoszenarien veröffentlicht.
Vergangenes Jahr war die größte deutsche Fondsgesellschaft Greenwashing-Vorwürfen nachgegangen. Was kam dabei heraus? Das Unternehmen hält sich bedeckt.
Zwei Jahre haben Experten daran gearbeitet, jetzt ist es so weit: Die Umweltorganisation WWF hat mit der Rechnungsprüfungsgesellschaft PWC einen Klimaschutzbaukasten für Unternehmen und Finanzwirtschaft entwickelt. Die kostenlos zugänglichen Werkzeuge sollen beide in die Lage versetzen, Betriebe aller Größen auf Netto-Null-Treibhausgase-Kurs zu bringen.
Kohlenstoffmärkte zählen zu den wichtigen Instrumenten des Pariser Klimaabkommens zum Erreichen der weltweiten Klimaziele. Doch während Millionen CO2-Zertifikate kürzlich als angeblich wertlos entlarvt wurden, lässt eine detaillierte Ausarbeitung der beschlossenen Kooperationsmechanismen noch auf sich warten. Eine Bestandsaufnahme.
Wie geht es weiter mit der EU-Taxonomie, wie ist die Offenlegungsordnung zu interpretieren – und was wird aus der Sozialtaxonomie? 2023 könnten viele europäische Regulierungsvorhaben den nächsten großen Schritt machen. Doch die EU-Kommission äußerte sich zuletzt nur vage. Konkreter sind hingegen die Zeitpläne der europäischen Aufsichtsbehörden.
Um die Weltnaturziele zu erreichen, will das Umweltministerium mehrere Politikfelder zugleich angehen, den natürlichen Klimaschutz fördern und Finanzakteure bei Finanzierungen einbinden. Unterdessen fordern mehr als 500 Forschende einen nationalen Biodiversitätsrat, damit die Sicherung der menschlichen Lebensgrundlage eine Kernaufgabe aller Ministerien wird.
In dem Branchenbündnis GFANZ hatten sich 2021 viele Finanzriesen zusammengetan und versprochen, das Klima zu schützen. Nichtregierungsorganisationen beschuldigen viele Mitgliedsfirmen nun in zwei Berichten, tatsächlich in die entgegengesetzte Richtung zu laufen.
Finanzinstitute sollen die Treibhausgasemissionen offenlegen, die im Zusammenhang mit ihren Krediten und Wertpapierportfolios stehen, hat das internationale Gremium entschieden. Ein wichtiger Teilsektor bleibt aber außen vor. Dass Versicherer vielleicht auch die Emissionen ihrer Kunden vermelden müssen, steht in einem Vorbereitungsdokument versteckt.
So viele Teilnehmer wie noch nie zuvor, Stelldichein der Vorstandschefs – das Weltwirtschaftsforum wartet auch in diesem Jahr mit Superlativen auf. Zu den Topthemen gehören die Bereitstellung von Kapital für den klimaneutralen Umbau der Weltwirtschaft und der Streit um das gigantische grüne Subventionspaket der USA, den Inflation Reduction Act (IRA).
Die EZB hatte angekündigt, beim Ersatz für fällig werdende Anleihen in ihrem Portfolio grüne Titel zu bevorzugen. Doch später entschied sie, nicht mehr alle getilgten Anleihen zu ersetzen. Direktorin Schnabel schlägt daher vor, den Bestand aktiv umzuschichten.