Der Bund wird bis 2038 für fast zehn Milliarden Euro fünf schwimmende Terminals für Flüssiggas finanzieren. Eine bundeseigene Gesellschaft hat den Geschäftsbetrieb aufgenommen. Aus ökologischen Gründen wächst der Widerstand gegen den geplanten Terminal vor Rügen, das der Energiekonzern RWE bauen soll. Investoren beobachten die Lage.
Deutsche Bundesregierungen lassen sich seit Jahren von Fachgremien beraten. Ein Wichtiges ist der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE). Dessen im Januar neu berufene Mitglieder wollen sich mehr der sozialen Nachhaltigkeit widmen.
Zwei NGOs haben beim französischen Gerichtshof in Paris eine Klage gegen BNP Paribas eingereicht. Die Bank versorge Unternehmen, die in Entwaldung und Menschenrechtsverstöße verwickelt seien, mit Finanzdienstleistungen ohne angemessene vorherige Prüfung. Die Großbank widerspricht. Andere NGOs bewerten ihre strengen Kriterien und Aktivitäten positiv.
Abschotten, vereinfachen, oder Unternehmen subventionieren? Die europäische Reaktion auf die US-amerikanische Industriepolitik steht noch aus. Deutschland und die EU erwägen, das Beihilferecht zu lockern. In der Denkfabrik Bruegel rät man davon ab – und setzt auf schnellere Genehmigungsverfahren und grüne Leitmärkte.
Ein Jahr nach Beginn des Angriffskriegs sind weiterhin viele westliche Unternehmen in Russland – und zahlen dort wohl auch Steuern, die Putins Kriegskasse füllen. Die Regierung macht es ihnen immer schwerer, sich zurückzuziehen.
Wer ein „ESG“ oder ein „nachhaltig“ in seinen Fondsnamen mit aufnimmt, der könnte zukünftig strenge Nachhaltigkeitsquoten erfüllen müssen. So stellt es sich zumindest die Europäische Finanzaufsicht vor. Auch wenn die Fondsbranche die Grundidee gut findet, stört sie sich doch an einer ganzen Reihe von Punkten.
Evangelische Institutionen sollen viel weniger als bisher in Rüstungsfirmen investieren. Das sieht ein deutlich verschärfter Leitfaden vor. Er enthält auch neue Klima- und Umweltkriterien.
Mit der EU-Taxonomie soll privates Kapital zunehmend nachhaltig investiert werden. Auch der kapitalintensive Austausch alter Flugzeuge gegen konventionelle neue müsse als nachhaltiges Investment gelten, fordert die Luftfahrtbranche. Klimaschützer widersprechen, eine Entscheidung der EU-Kommission steht aus.
Die Spielräume im Haushalt 2024 sind wegen vielfältiger Krisen eng. Nun ist in der Ampelkoalition Streit darüber ausgebrochen, welche Vorhaben finanziert werden. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wehrt sich gegen eine Vorfestlegung durch FDP-Finanzminister Christian Lindner – und regt an, den Abbau klimaschädlicher Subventionen anzugehen.
Rund 40 Prozent der gesamten deutschen CO2-Ausstöße gehen auf das Konto von Gebäuden. Doch die energetische Sanierung des Wohnungsbestands kommt bislang nur schleppend voran. Es hapert an Anreizen, Geld und Übersicht für die nötigen Investitionen. Doch jetzt starten auch Baufinanzierer Initiativen, die das ändern könnten – trotz schwierigen Marktumfeldes.
Mit ihrer Bridgetown-Initiative, auch Bridgetown-Agenda genannt, drängt die Regierungschefin von Barbados, Mia Mottley, den IWF zu mehr Krediten für Klimaschutz in finanzschwachen Ländern. Am Steuerdumping und dem klimaschädlichen Ferntourismus, auf den sich die Wirtschaft von Barbados stützt, will ihr Sondergesandter Avinash Persaud aber nichts ändern.
Regierungen sind gefordert, naturschädigende Ausgaben zu identifizieren und zu senken sowie über ökonomische Instrumente und einen Subventionsumbau die Leistungen der Natur in Preisen sichtbar zu machen. In der OECD, dem Bundesumweltministerium, der Wissenschaft und bei Umweltorganisationen gibt es konkrete Vorstellungen.
Fragwürdige Behauptungen, zweifelhafte CO2-Kompensationspraktiken und nur schwache Emissionssenkungen: In einem neuen Jahresbericht rechnen New Climate Institute und Carbon Market Watch mit den Klimazielen von Weltkonzernen ab. Statt der anvisierten „Netto Null“ kämen lediglich 36 Prozent weniger Emissionen heraus. Einzig die Reederei Maersk punktet.
Die Bundesregierung skizziert in einem bislang nicht veröffentlichten Bericht, wie eine Pflichtversicherung aussehen sollte. Und warum sie eingeführt werden soll: Dass bei Überschwemmungen wie im Ahrtal bislang die Allgemeinheit unversicherte Hausbesitzer entschädige, sei nicht gerecht.
CO2-Zertifikate geraten immer wieder in die Kritik, unterm Strich wenig bis gar keine Emissionsminderungen zu generieren – und werfen so auch einen Schatten auf deren Zertifizierer wie Verra. Ein Überblick zu den wichtigsten Qualitätsstandards der Emissionsmärkte – und zu deren Fallstricken.
Erst verkündet die GLS Bank ihren Austritt aus der weltweiten Initiative Net Zero Banking Alliance, dann droht das niederländische Geldhaus Triodos, sich zurückzuziehen. Das Bankenbündnis gerät damit stärker unter Druck, sich anspruchsvolle Leitlinien zu geben, wenngleich es wohl einige Großbanken gibt, die gegen ambitioniertere Anforderungen sind.
Erstmals seit Inkrafttreten des Lieferkettengesetzes im Januar stellen sich Aktionäre eines großen Rohstoffkonzerns auf einer Hauptversammlung quer wegen zu geringer Transparenz und ökosozialer Sorgfalt in der Lieferkette. Investoren werfen Europas größtem Kupferkonzern Aurubis auch vor, finanzielle Risiken nicht ausreichend zu berücksichtigen.
Die erfolgreichsten Start-up-Investoren Deutschlands, unterstützt von alteingesessenen Industriellen, wollen gemeinsam Cleantech voranbringen. Mit einem Volumen von 200 Millionen Euro haben sie unter dem Dach der Wagniskapitalgesellschaft E-Capital den größten Impact-Gründerfonds für grüne Technologieunternehmen aufgelegt.
Der politische Konflikt um nachhaltiges Investieren in den USA wird auf drei neuen Ebenen ausgetragen: Republikaner klagen gegen das Recht von Pensionsfonds, ESG zu berücksichtigen, in Kalifornien schießen Demokraten mit einem strengen Lieferketten-Offenlegungsgesetz dazwischen und in Washington planen sie einen Kongressausschuss zu nachhaltigem Investieren.
Die EU-Kommission hat ihre Antwort auf den „Inflation Reduction Act“ der USA vorgelegt. Anders als die Amerikaner setzt Brüssel weniger auf zusätzliche Subventionen, sondern möchte Beihilferegeln lockern, Genehmigungen beschleunigen und Gelder aus bestehenden Fonds ausreizen. Neu ist daran allerdings wenig.
Immer häufiger kommt es zu Greenwashing-Vorwürfen und immer stärker scheinen die Vorstellungen, was einen nachhaltigen Fonds auszeichnet und was nicht, auseinander zu gehen. Daran sind zwar Anbieter mit vollmundigen Versprechen für solche Produkte schuld. Doch fehlt es auch noch immer an einer breit anerkannten Definition.
Vor der heutigen Veröffentlichung der Geschäftszahlen der DWS berichtet die ehemalige Nachhaltigkeitschefin der Fondsgesellschaft, Desiree Fixler, dass Anschuldigungen in einem internen Memo ihre Jobsuche erschwert hätten – und welche Publikation der Fondsgesellschaft ihr dann wieder einen Arbeitsplatz verschafft habe.
Recycling statt Rohstoffimport schont die Umwelt und verringert die Abhängigkeit der Wirtschaft von autokratischen Staaten. Neue Normen und Standards sollen der Kreislaufwirtschaft auf die Beine helfen.
Um die globalen Finanzströme konsequent in nachhaltige Bahnen umzulenken, rief Ex-Notenbankchef Mark Carney zusammen mit der Race-to-Zero-Kampagne der UN im Jahr 2021 die Glasgow Financial Alliance for Net Zero ins Leben – mit über 550 Organisationen die größte Allianz ihrer Art. Doch sie gerät wegen ungleicher Ansprüche ihrer Mitglieder in Schwierigkeiten.
Die Aufnahme von Atomenergie und Erdgas in die EU-Taxonomie ist auf viel Kritik gestoßen. Umweltgruppen reagierten mit der Erstellung einer „unabhängigen Taxonomie“ ohne die umstrittenen Aktivitäten. Fondsanbieter reagieren darauf bisher allerdings zurückhaltend.
Zum zweiten Mal geht die Bundesregierung in ihrem Jahreswirtschaftsbericht auf nachhaltige Indikatoren ein. So will sie ein umfassenderes Bild der Wohlfahrt in Deutschland vermitteln. Dass sie inzwischen über das Bruttoinlandsprodukt hinaus berichtet, wird zwar begrüßt. Doch fehlten laut einigen Kritiker immer noch entscheidende Indikatoren.
Das Konsortium Inevitable Policy Response hat den ersten integrierten Leitfaden zu Natur- und Klimarisikoszenarien veröffentlicht.
Vergangenes Jahr war die größte deutsche Fondsgesellschaft Greenwashing-Vorwürfen nachgegangen. Was kam dabei heraus? Das Unternehmen hält sich bedeckt.
Zwei Jahre haben Experten daran gearbeitet, jetzt ist es so weit: Die Umweltorganisation WWF hat mit der Rechnungsprüfungsgesellschaft PWC einen Klimaschutzbaukasten für Unternehmen und Finanzwirtschaft entwickelt. Die kostenlos zugänglichen Werkzeuge sollen beide in die Lage versetzen, Betriebe aller Größen auf Netto-Null-Treibhausgase-Kurs zu bringen.
Kohlenstoffmärkte zählen zu den wichtigen Instrumenten des Pariser Klimaabkommens zum Erreichen der weltweiten Klimaziele. Doch während Millionen CO2-Zertifikate kürzlich als angeblich wertlos entlarvt wurden, lässt eine detaillierte Ausarbeitung der beschlossenen Kooperationsmechanismen noch auf sich warten. Eine Bestandsaufnahme.
Wie geht es weiter mit der EU-Taxonomie, wie ist die Offenlegungsordnung zu interpretieren – und was wird aus der Sozialtaxonomie? 2023 könnten viele europäische Regulierungsvorhaben den nächsten großen Schritt machen. Doch die EU-Kommission äußerte sich zuletzt nur vage. Konkreter sind hingegen die Zeitpläne der europäischen Aufsichtsbehörden.
Um die Weltnaturziele zu erreichen, will das Umweltministerium mehrere Politikfelder zugleich angehen, den natürlichen Klimaschutz fördern und Finanzakteure bei Finanzierungen einbinden. Unterdessen fordern mehr als 500 Forschende einen nationalen Biodiversitätsrat, damit die Sicherung der menschlichen Lebensgrundlage eine Kernaufgabe aller Ministerien wird.
In dem Branchenbündnis GFANZ hatten sich 2021 viele Finanzriesen zusammengetan und versprochen, das Klima zu schützen. Nichtregierungsorganisationen beschuldigen viele Mitgliedsfirmen nun in zwei Berichten, tatsächlich in die entgegengesetzte Richtung zu laufen.
Finanzinstitute sollen die Treibhausgasemissionen offenlegen, die im Zusammenhang mit ihren Krediten und Wertpapierportfolios stehen, hat das internationale Gremium entschieden. Ein wichtiger Teilsektor bleibt aber außen vor. Dass Versicherer vielleicht auch die Emissionen ihrer Kunden vermelden müssen, steht in einem Vorbereitungsdokument versteckt.
So viele Teilnehmer wie noch nie zuvor, Stelldichein der Vorstandschefs – das Weltwirtschaftsforum wartet auch in diesem Jahr mit Superlativen auf. Zu den Topthemen gehören die Bereitstellung von Kapital für den klimaneutralen Umbau der Weltwirtschaft und der Streit um das gigantische grüne Subventionspaket der USA, den Inflation Reduction Act (IRA).
Die EZB hatte angekündigt, beim Ersatz für fällig werdende Anleihen in ihrem Portfolio grüne Titel zu bevorzugen. Doch später entschied sie, nicht mehr alle getilgten Anleihen zu ersetzen. Direktorin Schnabel schlägt daher vor, den Bestand aktiv umzuschichten.
Seit Jahrzehnten holen Entwicklungsländer sich von der Weltbank Kredite für Projekte, die Armut bekämpfen sollen. Globale Krisen wie den Klimawandel oder die Corona-Pandemie löse eine solche Vorgehensweise nicht, kritisieren einige Staaten. Die Weltbank hat nun dargelegt, wie ihre Kredite künftig nicht nur den Empfängerländern nutzen können.
Mit einem finanziellen Laborversuch hat die Vermögensverwaltung des Versicherungsriesen Allianz, AGI, 2007 in Indonesien wirkungsorientiertes Impact-Investing gestartet. Heute arbeitet der zuständige Manager Martin Ewald daran, mit aus öffentlichen und privaten Töpfen gefütterten „Blended Finance“-Fonds Afrika auf nachhaltigen Kurs zu bringen.
Wo stehen Real- und Finanzwirtschaft in Sachen Nachhaltigkeit und wie sieht es beim Zusammenwirken der beiden Sektoren aus? Der zukünftig jährlich erscheinende Sustainability Transformation Monitor will die Transformation der Wirtschaft evidenzbasiert begleiten. In seiner aller ersten Auflage kommen die Autoren zu teils überraschenden Ergebnissen.
Der Regulierungsdruck auf die Finanzszene wächst und mit ihm die Herausforderungen und Fragen. Deshalb gründeten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen von fünf Forschungsinstituten im Jahr 2019 die Wissenschaftsplattform Sustainable Finance. Das Ziel: Den Forschungsbedarf des Marktes ausleuchten und den Wissenstransfer in Praxis und Politik fördern.
Mehr als 13 Milliarden Euro hat Deutschland im vergangenen Jahr aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten eingenommen – obwohl weniger emittiert wurde. Grund für die Rekordeinnahmen sind vor allem steigende Preise im EU-ETS. Eine Rückzahlung in Form eines Klimageldes ist allerdings noch nicht in Sicht.
Die Bundesregierung hat Brasiliens neuem Präsidenten Gelder zum Waldschutz zugesagt. Mit ersten Beschlüssen weckt Lula da Silva international auch unter Investoren die Hoffnung auf eine zukunftsfähigere Umwelt- und Klimapolitik im größten Land Lateinamerikas.
Gerade erst als Banker des Jahres ausgezeichnet hat der langjährige Vorstandssprecher der GLS Bank, Thomas Jorberg, zum Jahreswechsel sein Amt übergeben. Im Interview blickt er zurück auf die Anfänge der Bank, ordnet ein, wo sich seiner Meinung nach der Finanzsektor gerade befindet – und womit er für die kommenden Jahre rechnet.
Zwei neue große Nachhaltigkeitsdatenbanken sollen die Transformation der Wirtschaft unterstützen. Sie kämen spät und ohnehin komme es auf die Aufbereitung der Informationen an, bemängeln Finanzinstitute. Dass der Markt derzeit in US-Hand ist, könnte bei geopolitischen Spannungen allerdings zum Problem werden.
Groß waren die Widerstände, den Kapitalmarkt in das Weltabkommen zur Biodiversität einzubinden. Doch haben sich die Staaten geeinigt, dass es sich nicht nur an die Politik, sondern letztlich auch an Finanzinstitute richtet.
Nach harten Verhandlungen haben 196 Staaten globale Vereinbarungen getroffen, um den rasanten Naturverlust zu stoppen, eine Trendwende zu erreichen und so die Lebensgrundlagen der Menschheit zu sichern. Gefordert sind nicht nur Politiker, sondern die gesamte Gesellschaft, auch Unternehmen und Finanzbranche. Strittig ist die Umsetzung.
Die Welt der nachhaltigen Geldanlagen wird immer unübersichtlicher. Der Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung hat daher nun einen ersten Umsetzungsvorschlag für eine Nachhaltigkeitsskala gemacht. Die bisher oft Nachhaltigkeitsampel genannte Idee soll schnell Klarheit darüber bringen, wie grün ein Produkt ist. Jetzt kommt es auf die EU-Kommission an.
Eine Untersuchung zeigt, dass kleine und mittelgroße Geldhäuser im Umgang mit Klima- und Umweltrisiken zwar Fortschritte gemacht haben, doch gibt es noch viel zu verbessern. Für die Implementierung von Klimastresstests gibt der Bankenverband nun einen Leitfaden heraus. Das ist auch dringend notwendig, denn die Finanzhüter wollen nächstes Jahr ernst machen.
Große Investoren fordern ein ambitioniertes Abkommen zum Schutz der Ökosysteme. Die Fortschritte der Weltnaturkonferenz sind bisher überschaubar, wogegen Investoren protestieren und selbst Verpflichtungen eingehen. Geld ist vor allem für Renaturierungen erforderlich, die auch Millionen Jobs und Milliarden Dollar an ökonomischen Werten schaffen.
Das International Sustainability Standards Board (ISSB) hat am gestrigen Mittwoch eine neue Ausrichtung seines geplanten Berichtsstandards beschlossen. Demnach sollen Unternehmen nicht mehr nur die Bedeutung von Nachhaltigkeit für sich selbst, sondern auch Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf die Natur und die Gesellschaft offen legen.
Europäisches Parlament und der EU-Rat haben eine wichtige Teileinigung zum CO2-Grenzschutzmechanismus CBAM erreicht. Der umfasst vor allem die betroffenen Branchen und erste Berichtspflichten. Zentrale Fragen stehen aber noch bis zum Wochenende aus.
Finanzpromis kritisieren den Abschied des Fondsriesen von der Net Zero Asset Managers Initiative. Umweltschützer sehen ihn hingegen als Beleg für Vanguards mangelndes Engagement. Der Vermögensverwalter hatte schon in der Vergangenheit weniger ambitioniert gewirkt als viele Konkurrenten.
Die staatliche Förderbank KfW wird künftig befristet Projekte finanzieren, die nicht mit dem 1,5-Grad-Ziel kompatibel sind. Das legt ein Entwurf von Leitlinien nahe, die demnächst verabschiedet werden sollen. Umweltorganisationen fordern den Wirtschaftsminister auf, dem zu widersprechen.
Längst nicht nur die Europäische Union arbeitet an einer Taxonomie. Auch viele andere Länder, NGOs und Finanzinstitute entwickeln Klassifizierungssysteme, um zu entscheiden, was nun nachhaltig ist und was nicht. Bei all den Bestrebungen würde es helfen, mindestens eine gemeinsame Grundlage zu finden.
Mehrere Kapitalmarktinitiativen wollen, dass Transparenz- und Handlungspflichten für die Finanzbranche in das globale Rahmenabkommen zum Erhalt und zur Stärkung der Biodiversität einfließen. 196 Staaten verhandeln darüber in den nächsten Tagen.
Die Staatengemeinschaft soll auf der Weltnaturkonferenz bis 19. Dezember ein globales Rahmenwerk vereinbaren, um Verluste der Biodiversität bis 2030 zu stoppen und Ökosysteme wiederzubeleben. Doch viele Punkte sind offen. Dazu gehört die Frage, ob die Finanzbranche als Geldgeber des naturschädigenden Wirtschaftens in die Pflicht genommen werden soll.
In der Europäischen Union wird der Import und Handel von Produkten aus Regionen verboten, wo Wälder abgeholzt und abgefackelt werden. Die Regulierer beschlossen zu Wochenbeginn die weltweit ersten derartigen Vorschriften gegen Entwaldung. Ob die Finanzbranche Sorgfaltspflichten auferlegt bekommt, wird in zwei Jahren überprüft. Ein Teilerfolg, so Beobachter.
Bei der EU-Richtlinie für den Schutz von Umwelt und Menschenrechten durch Unternehmen und in ihren Lieferketten gibt es Fortschritte: Die Mitgliedsstaaten haben sich auf einen Entwurf geeinigt. Aktivisten sehen Licht und Schatten.
Die Europäische Kommission hat gestern den Entwurf einer neuen Verpackungs- und Verpackungsmüllregulierung vorgelegt. Der dem Europäischen Parlament und dem EU-Rat zugeleitete Text hat es in sich: Glas-, Papier- und Kunststoffindustrie und der Handel müssen ihre Geschäftsmodelle radikal ändern – ohne umfassendes Recycling soll nach 2030 nichts mehr gehen.
Das Europäische Parlament fordert eine viel anspruchsvollere Verordnung für entwaldungsfreie Produkte als EU-Kommission und Ministerrat. Ob bei ihren harten Trilog-Verhandlungen auch die Finanzbranche einbezogen werden wird, ist noch offen.
Nachhaltiges Investieren findet immer mehr Beachtung. Nur hat der Weg aus der Nische seinen Preis: Die Debatten werden hitziger und Wissenschaftler müssen viel Aufklärungsarbeit leisten. Im Interview erklärt Professor Christian Klein, was seiner Meinung nach in der Berichterstattung oft falsch läuft und warum er sich über einen Handelsblatt-Bericht ärgert.
Das CDP – früher Carbon Disclosure Project – bekämpft seit mehr als 20 Jahren den Mangel an klimabezogenen Daten. So hat die gemeinnützige Organisation wertvolle Pionierarbeit für die Klimaberichterstattung und Erfassung klimabezogener Risiken geleistet. Doch angesichts der neuen Berichterstattungspflichten stößt der freiwillige Ansatz nun an seine Grenzen.
Der Handelskonflikt um das sogenannte Anti-Inflations-Gesetz und Klima-Investitionsprogramm der USA steuert auf seinen Höhepunkt zu: Entweder räumt Washington Europas Industrie bald Ausnahmeregelungen ein, oder die EU wird Gegenmaßnahmen ergreifen. Vor allem Frankreich und nun auch der deutsche Wirtschaftsminister scheinen zu allem entschlossen.
Ein Land, das Menschenrechte bei weitem nicht so achtet, wie es der Westen gerne hätte, und ein mutmaßlicher ökologischer Wahnsinn: Wohl kaum einer hierzulande möchte mit der Fußballweltmeisterschaft so wirklich in Verbindung gebracht werden. Doch werfen NGOs ausgerechnet deutschen Finanzinstituten vor, mittendrin zu stecken. Die weisen die Vorwürfe zurück.
Bei sehr vielen internationalen Zusagen, in die Natur zu investieren oder gegen Entwaldung vorzugehen, tut sich wenig. Das ist das Ergebnis einer neuen Analyse von der Nichtregierungsorganisation Nature for Climate.
Wie schon bei den vorherigen Weltklimagipfeln konnte man sich auch in Scharm El-Scheich erst nach dem offiziellen Ende der Konferenz auf ein Schlussdokument einigen. Während die vom Klimawandel am meisten betroffenen Staaten jetzt auf einen Schadenersatzfonds hoffen können, blieben die Zusagen der größten Treibhausgasverursacher hinter den Erwartungen.