Setzen Hersteller von Medizinprodukten, Autos oder Spielzeuge KI ein, müssen sie ihre Produkte ab August 2027 zertifizieren lassen. Prüfzentren schlagen Alarm: Je länger die Benennenden Behörden nicht feststehen, desto eher könnte es zum nächsten Zertifizierungsstau kommen.
Erstmals verlässt der 2017 in Deutschland gegründete „Healthcare Hackathon“ die nationalen Grenzen – heute und morgen findet ein Event mit Fokus auf Künstliche Intelligenz in Indonesien statt. Der deutsche Kopf dahinter ist überrascht und begeistert vom riesigen Andrang bei der Auslandspremiere. Auch ein deutsches Team hat es unter die Finalisten geschafft.
Globale Krisen und tiefgreifende Veränderungen stellen das deutsche Gesundheitswesen vor Herausforderungen. Umso wichtiger ist es in dieser Situation, dass alle Akteure eng zusammenarbeiten, um die Versorgung ihrer Patienten zu gewährleisten. Doch an vielen Stellen herrscht noch großer Regulierungsbedarf, so das Fazit der Experten der KBV-Herbsttagung.
Mehr als jeder fünfte Euro aus deutschen Beiträgen an den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria floss in Form von Warenkäufen zurück in die heimische Wirtschaft. Das geht aus einer Analyse der Entwicklungsorganisation ONE hervor, die heute veröffentlicht wird.
Nach beständiger Negativentwicklung bescheinigen Forscher den Deutschen nun eine leicht verbesserte Gesundheitskompetenz. Doch die Mehrheit der Bevölkerung irrt weiterhin durchs System und hat erhebliche Probleme, gesundheitsrelevante Informationen zu nutzen. Und bei Menschen mit niedrigem Sozialstatus hat die Orientierungslosigkeit sogar zugenommen.
Wird es eine Einigung in letzter Minute geben? Nachdem sich die Regierenden im Koalitionsausschuss nicht auf Maßnahmen zur Stabilisierung der Gesetzlichen Kranken- und der Sozialen Pflegeversicherung einigen konnten, hofft Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) genau darauf. Worüber jetzt gestritten wird.
Die Debatte um Datenschutz und -sicherheit in der elektronischen Patientenakte ist so alt wie die ePA selbst. Doch beim gestrigen Versorgungsforum der Techniker Krankenkasse sollten explizit die Vorteile für die Versorgung und der Nutzen der digitalen Akte im Zentrum stehen. Doch kann das eine ohne das andere funktionieren?
Der AI Act legt streng fest, welche Leitplanken für KI-Systeme und ihren Einsatz gelten. Doch wie genau die Europäische Union die Technologie einsetzen will, war lange unklar. Mit dem Entwurf der Strategie zur Anwendung von Künstlicher Intelligenz will die EU-Kommission das ändern, adressiert wird dort auch der Gesundheitssektor.
Der Löwenanteil der durch Rauchen verursachten Krebserkrankungen könnte vermieden werden, wenn wirksame Maßnahmen zur Tabakprävention umgesetzt würden, mahnen Wissenschaftler. Nun reagiert die Politik: Führende Gesundheitspolitiker von Union und SPD sprachen sich gestern für höhere Tabaksteuern aus – sofern diese dem Gesundheitssystem zugutekommen.
Inmitten der Diskussionen um ein funktionstüchtiges Primärarztsystem flammt auch die Diskussion um investorengeführte Medizinische Versorgungszentren wieder auf. Braucht es hier eine stärkere Regulierung oder einfach mehr Unterstützung für Ärzte, die die Trägerschaft übernehmen wollen? Beim MVZ-Praktikerkongress wurden aktuelle Herausforderungen diskutiert.
Die Kommunikation zwischen Ärzt:innen und Versicherten soll sich etwa durch den TI-Messenger zunehmend in den digitalen Raum verschieben. Zeitgleich arbeitet die EU an einer Verordnung, mit der sie eine anlasslose Chatkontrolle auf privaten Endgeräten einführen will. Ist das Arztgeheimnis bei digitaler Kommunikation dadurch bald ein Relikt der Vergangenheit?
Die Pflege in Deutschland steht vor großen Herausforderungen: Zu wenige Pflegekräfte, fehlende Lehrkräfte und überlastete Angehörige. Das geplante Pflegeassistenzgesetz könnte laut Kritikern einige Probleme noch weiter verschärfen. Unterdessen fordert die Diakonie bessere Unterstützung für pflegende Angehörige.
Die Umsatzentwicklung der Medizintechnik-Branche erholt sich leicht. Auf den Gewinn schlägt dies aber nicht zwingend durch. Das geht aus der neuen Mitgliederbefragung des BVMed hervor. Die Gründe dafür sind ebenso vielfältig wie die Lösungsvorschläge. Die Regierung rief MedTech als eine Leitwirtschaft aus – diese erwartet nun politisches Handeln.
Nach verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sollen Gesundheitseinrichtungen in den kommenden Jahren auch weitere Medikamente und Anwendungen digital verordnen. Der Zeitplan dazu ist zwar im Sozialgesetzbuch V verankert, doch erste Verzögerungen sind schon Realität und auch weitere Fristen nicht haltbar.
EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi bleibt eisern bei seiner Agenda: Durch verbesserte Regulierung den Boden für Entwicklung und Inverkehrbringen von Gesundheitslösungen bereiten sowie Datennutzung verbessern. Manchen Mitgliedsstaaten reicht das nicht.
In dieser Woche müsste Ministerin Warken eine Idee präsentieren, wie die Beiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung zum Jahresbeginn stabil gehalten werden – es gibt dafür aber offenbar immer noch keine durchschlagende Idee. Es könnte am Ende auf einen kommunikativen Stunt hinauslaufen.
Etliche Pharmakonzerne kündigten zuletzt an, Milliarden in Holly Springs investieren zu wollen – einem Ort, von dem die meisten wahrscheinlich noch nicht gehört haben. Die Unternehmen haben aber eine ganze Reihe guter Gründe dafür. Einen durchaus entscheidenden Erfolgsfaktor hat auch die Bundesregierung nun adressiert.
Der Sozialvertrag bröckelt, hört man vielerorts, und Gesundheitspolitik sei sowohl ein Instrument als auch Bühne für diese Entwicklung. Kann eine EU-Gesundheitsunion die Lösung sein? Beispiele aus den Bereichen Antibiotikaresistenzen, Katastrophenschutz und Arzneimittel zeigen gelebte Praxis und Grenzen der Solidarität.
Nach einer Projektion der Bertelsmann Stiftung und der Barmer gleicht sich der Hausarztmangel bis 2040 in ganz Deutschland an – auf dem schlechteren Niveau. Allerdings sei mit leichten Eingriffen dem Trend entgegenzuwirken. Die Studienautoren betonen aber auch: Ohne Umsteuern wird ein Primärversorgungssystem kaum umsetzbar sein.
Vor Ort wollte Matthias Mieves (SPD) erfahren, warum Kanada bei E-Health-Rankings immer einen der oberen Plätze belegt. Doch obwohl der erste Kontakt bei Krankheit immer digital ist, offenbart das System an vielen Stellen seinen Reformbedarf. Denn Interoperabilität gibt es bisher kaum.
Primärversorgung ist gerade in Zeiten knapper Gesundheitsbudgets in aller Munde. Dabei starten jährlich zahllose Modellprojekte, die zu wenig führen. Die EU fördert nun ein Projekt, das sechs Ansätze aus dem lokalen Kontext reißt und in anderen Regionen ausprobiert. Beim EHFG in Bad Hofgastein werden erste Erfahrungen geteilt.
Bisher ist es für Hilfsmittelerbringer herausfordernd, sich an die Telematikinfrastruktur (TI) anzuschließen. Ein Schritt, für den sie laut SGB V nur noch drei Monate Zeit haben. Das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege soll künftig helfen – mit Auswirkungen auf den E-Rezept-Zugriff und Kosten für Einrichtungen und Kassen.
Ohne Zugang zu Finanzierung lässt sich Forschung kaum in Produkte überführen. Venture Capital oder Fördermittel sind bei Weitem nicht alle Faktoren, die über den Ausgründungserfolg entscheiden. Der Vorsprung der USA im Biotech-Bereich geht auf den politischen Fokus auf den Aufbau umfassender Ökosysteme zurück. Über ungenutztes Potenzial und gezogene Lehren.
Knapp eineinhalb Jahre nach der Teillegalisierung von Cannabis zeigt der erste Evaluierungs-Zwischenbericht: Der Schwarzmarkt spielt immer noch die größte Rolle bei der Produktion, zudem beziehen die meisten Konsumierenden ihr Cannabis anscheinend immer noch über illegale Wege. Die Deutungen der Daten fallen – je nach Standpunkt – unterschiedlich aus.
In die am Wochenende losgetretene Debatte um eine mögliche Streichung des Pflegegrads 1 hat sich nun auch die Pflegebeauftragte der Bundesregierung eingemischt. Mit Blick auf die Kritik der SPD warnt Katrin Staffler (CSU) davor, „voreilig Verbotsschilder aufzustellen“ und kündigt erste Ergebnisse der Bund-Länder-Reformkommission für den 13. Oktober an.
Leistungserbringer müssen ab dem 1. Oktober die elektronischen Patientenakten befüllen, ansonsten drohen Honorarkürzungen. Die meisten, aber noch nicht alle Praxen sind bereit. Die Krankenkassen setzen große Hoffnung in die verbindliche Befüllung der Akten. Aus Patientensicht gibt es noch Verbesserungsbedarf.
Nach seiner Zoll-Ankündigung von 100 Prozent auf Arzneimittel hat US-Präsident Donald Trump die europäische und damit auch deutsche Pharmaindustrie erneut in Unsicherheit gestürzt. Zwar gab es Entwarnung, doch Branchenverbände nehmen das zum Anlass, mehr Unabhängigkeit zu fordern.
Die Patientensteuerung soll zügig verbessert werden, beginnend mit der Akut- und Notfallversorgung. Dahingehend waren sich Akteure wie Politik auf dem BDI-Hauptstadtforum einig. Handlungsbedarf sehen die Internisten noch bei der Datengrundlage für die Entwicklung eines Primärarztsystems. Gesprächsbedarf gibt es noch bei der Verbindlichkeit.
Die Knappschaft, seit Januar mit 4,4 Prozent Zusatzbeitrag teuerste gesetzliche Krankenkasse, hat im ersten Halbjahr über sieben Prozent ihrer Versicherten verloren. Die Folge ist ein dramatischer Anstieg der Ausgaben pro Kopf bei den verbliebenen Versicherten, für die es aus dem morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich eher zu wenig Geld gibt.
Nina Warken (CDU) fordert von der frisch eingesetzten Finanzkommission Gesundheit erste Vorschläge zur Stabilisierung der GKV-Finanzen bis März 2026, um ein Milliardenloch zu stopfen und 2027 Beitragserhöhungen zu verhindern. An kurzfristigen Stabilisierungsmaßnahmen arbeite derweil aber die Bundesregierung.
Was passiert, wenn Biosimilars demnächst wie Generika behandelt werden? Krankenkassen hoffen, dann auch exklusive Rabattverträge für biopharmazeutische Fertigarzneimittel schließen zu können. Doch Hersteller warnen: Es drohen Lieferengpässe und Produktionsverlagerungen. Ärzte und Apotheker fürchten derweil verunsicherte Patienten.
Ein Bericht zu sozialen Ungleichheiten in der Gesundheit zeigt, dass vor allem in hochentwickelten Ländern aktuell Rückschritte gemacht werden. In Deutschland sieht es vor allem bei der mentalen Gesundheit schlecht aus. Für die Finanzierung von Lösungen sieht es derweil schwierig aus, wie eine Debatte zum MFR mit Gesundheitskommissar Varhélyi zeigte.
In Deutschland ist laut Barmer-Arzneimittelreport nur jeder Fünfte aus der Risikogruppe ab 60 vollständig gegen Gürtelrose geimpft. Dabei sind die Impfraten regional und auch von Arztpraxis zu Arztpraxis höchst unterschiedlich. Das sei inakzeptabel, sagt Kassenchef Straub. Es müsse sichergestellt werden, dass alle Berechtigten ein Impfangebot erhalten.
Thematisch war die Agenda im SANT-Ausschuss vielfältig, es ging um Pharma-Zölle und Lösungen für den eskalierenden Mangel an Gesundheitspersonal. In den Debatten aber spiegelt sich die Frage wider, ob die EU eher Wettbewerbs- oder doch Gesundheitspolitik machen will. Ein indirekter Beitrag zu dieser Frage kam parallel aus Berlin.
Anfang Oktober steht eine neue Frist für die schrittweise Einführung der elektronischen Patientenakte an – ab dann müssen Ärzt:innen Befunddaten auch dort eintragen. Doch viele Einrichtungen sind nicht gut vorbereitet. Kliniken stehen dabei vor besonderen Herausforderungen.
Die Techniker Krankenkasse wünscht sich mehr Flexibilität beim geplanten Primärarztsystem. Statt fester indikationsübergreifender Steuerung durch Hausärzte präferiert sie ein Modell, bei dem sich Patienten nur für ihre jeweilige Erkrankung an einen koordinierenden Mediziner binden müssen. Zudem brauche es den Wechsel zu einer zeitbasierten Vergütung.
Nach Jahren der Stagnation gibt es bei der Stiftung Eurotransplant Überlegungen, neue Mitglieder aufzunehmen. Wachstum um jeden Preis soll es zwar nicht geben, betont der ET-Generaldirektor, doch aus ärztlicher Sicht spreche einiges für eine Erweiterung unter Auflagen. Bosnien und Herzegowina bereitet sich derweil bereits auf einen Beitritt vor.
Wer sich Klarheit aus der ersten Debatte zum BMG-Etat des kommenden Jahres wünschte, wurde gestern enttäuscht. Ministerin Warken und ihre Koalition setzten hauptsächlich auf das Primärarztsystem als Effizienzmaßnahme – bei kurzfristig wirksamen Maßnahmen bleibt es weiter trüb.
Die EU-Kommission will der Wirtschaft durch neue Partnerschaften und Freihandelsabkommen Aufwind verleihen. Ein starker Fokus wird auf Asien gerichtet, insbesondere Indonesien und Indien. Lieferketten für wichtige Produkte – darunter pharmazeutische Wirkstoffe – sollen gesichert werden. Eine Herausforderung könnte der indische Patentschutz darstellen.
Während sich die sicherheitspolitische Lage weiter zuspitzt, ist das deutsche Gesundheitswesen auf Krisen, Krieg und Katastrophen nur unzureichend vorbereitet. Das von der Vorgängerregierung initiierte Gesundheitssicherstellungsgesetz soll Abhilfe schaffen, doch es geht nur langsam voran.
Die Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie hat sich in ihrer ersten öffentlichen Sitzung gestern mit Vertretern aus den Ländern ausgetauscht, wo es bereits ähnliche Kommissionen und Ausschüsse gibt. Im Mittelpunkt des Interesses stand die Frage, wie die Perspektive von Bürgerinnen und Bürgern eingebunden werden kann.
Bei der Finanzierung von Hilfsmitteln sollte man auch im untersten Pflegegrad nicht knausern. Das ist die Quintessenz einer aktuellen Analyse von Empfehlungen des PKV-Gutachterdienstes Medicproof. Stattdessen empfehlen die Versicherer, sich hier den sogenannten Entlastungsbetrag und den Zuschuss für vollstationäre Pflege zu sparen.
Auf einer Reise nach Stockholm holt sich Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) frische Impulse für ein digitalisiertes, patientennahes Gesundheitssystem. Schweden zeigt, wie intelligente Patientensteuerung, Vertrauen und Technologie Hand in Hand gehen. Deutschland könnte davon profitieren.
Mit dem Vizekanzler an der Seite stellt sich der Ex-Minister gegen Forderungen der SPD-Länder und verhandelt nach. Das führt zu Unmut innerhalb der Partei – und birgt erhebliche politische Risiken für die aktuell schon angeschlagene Ministerin Warken.
Aus Kassen- und Betreibersicht bieten sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen enorme Potenziale. Allerdings seien für den neuen Kliniktyp noch Nachbesserungen erforderlich, heißt in einem gemeinsam verfassten Papier, das heute veröffentlicht wird. So brauche es eine verlässliche Finanzierung, und auf einheitliche Pflichtleistungen sei zu verzichten.
Ab Oktober sind medizinische Einrichtungen dazu verpflichtet, mit der elektronischen Patientenakte zu arbeiten, sofern sie gesetzlich Versicherte behandeln. Der Blick in die Praxen, Kliniken und Apotheken zeigt jedoch, dass einigen noch ein weiter Weg bevorsteht. Immerhin eine der Berufsgruppen hat das Ziel schon so gut wie erreicht.
Ja zum Primärarztmodell, aber bitte in Kombination mit Hausarztzentrierter Versorgung: So lautet die Forderung der Delegierten beim gestern begonnenen Hausärzt:innentag. Alle anderen Vorschläge aus der Selbstverwaltung seien unterirdisch und führten zu einem bürokratischen „Supergau“, warnten die Funktionäre.
Um Gesundheitsdaten aus dem europäischen Gesundheitsdatenraum nutzen zu können, müssen diese miteinander kompatibel sein. Dafür soll in Deutschland unter anderem das Kompetenzzentrum für Interoperabilität im Gesundheitswesen sorgen. Die nächsten Umsetzungsschritte der Verordnung erstrecken sich auf nationaler und europäischer Ebene über die kommenden Jahre.
Viele Leben könnten gerettet werden, wenn mit Reanimationsmaßnahmen zügiger begonnen würde. Entsprechende Maßnahmen, die dazu beitragen, gibt es zuhauf – allerdings nicht flächendeckend. Zu dem Ergebnis kommt die ADAC Stiftung in ihrem neuen Monitor Reanimation – und macht darin Handlungsempfehlungen für Politik, Schulen, Kommune und Rettungskette.
Am Freitag verabschiedet der Bundestag den aktuellen Haushalt, doch im Blickpunkt steht der Etat des nächsten Jahres. Welches Konzept es für die Stabilisierung von GKV und SPV gibt, bleibt auch nach der gestrigen Bundestags-Debatte zum aktuellen BMG-Etat offen.
Ein neues KI-Modell soll die Wahrscheinlichkeit, dass eine Krankheit eintritt, für rund 1000 Krankheiten prognostizieren. Wie wahrscheinlich ist das – und welche ethischen Probleme stellen sich dann?
Die EU-Bemühungen, Arzneimittel-Engpässe zu beseitigen, befinden sich noch in einem frühen Stadium, konstatiert der EU-Rechnungshof in einem neuen Bericht. Die Fragmentierung innerhalb des Binnenmarkts stelle ein Hindernis dar, fehlende Daten für die EMA ein anderes. Der Bericht enthält zahlreiche Umsetzungsempfehlungen bis Ende 2028.
Vier Gesetzespakete in zwei Jahren: Es ist ein ambitioniertes Programm, mit dem Dänemark seine Gesundheitsversorgung reformieren will. Durch mehr Steuerung durch die Regionen, Gesundheitsräte als Verwaltungseinheit vor Ort und mehr Digitalisierung soll die Versorgung besser und gerechter werden.
Mit der Forderung nach einer Selbstbeteiligung von gesetzlich Versicherten bei Arztbesuchen hat der Drogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) einen Koalitionsstreit ausgelöst. Die SPD will keine neuerliche Praxisgebühr, auch die Opposition übt heftig Kritik. Dabei liefern sich die Grünen einen eigenen Clinch über Sparmöglichkeiten durch mehr Alternativmedizin.
„Das tut etwas weh, das ist nicht hinnehmbar für uns“, sagte ABDA-Präsident Thomas Preis nach der Vorstellung der Eckpunkte für die Apothekenreform, die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gestern in Düsseldorf skizzierte. Zwar sei ihr Ziel, die Vorhaben aus Koalitionsvertrag vollständig umzusetzen, doch dafür fehle aktuell das Geld.
Seit 2019 sind die Krankenhausausgaben um 36 Prozent gestiegen, weit stärker als die Einnahmen der Kassen. Der Gesetzgeber habe diese Entwicklung mit 23 Kosten treibenden Rechtsänderungen angeheizt, kritisiert BKK-Vorstand Dirk Janssen. Und fordert die Politik auf, sofort auf die Bremse zu treten.
In einem Positionspapier fordert der AOK-Bundesverband eine Änderung der Beweislast bei medizinischen oder pflegerischen Behandlungsfehlern. Daneben brauche es eine umfangreichere Akteneinsicht. Unterstützung erhalten die Vorschläge vom Medizinischen Dienst, vom Patientenbeauftragten und der Opposition. Die BÄK dagegen übt harsche Kritik.
Hyaluron-Unterspritzungen, Kräutertropfen und womöglich gefährliche Abnehmtipps: Auf sozialen Medien ist die Trennlinie zwischen Gesundheitsinformation und Werbung oft unklar, außerdem halten sich Influencer nicht immer an die Regeln für Werbung. Susanne Punsmann ist Syndikusanwältin bei der Verbraucherzentrale NRW und erklärt die Rechtslage im Interview.
Bundesgesundheitsministerin Warken hat am Freitag zehn Expertinnen und Experten zur Erarbeitung von Vorschlägen für eine GKV-Finanzreform benannt. Die Zusammensetzung lässt Stoßrichtungen vermuten – am Ende dürfte es der Bundesregierung aber vor allem darum gehen, für unpopuläre Maßnahmen vorzubauen.
Bürger und Unternehmen sollen entlastet werden, Genehmigungsverfahren beschleunigt und gesetzliche Regelungen vereinfacht: Der Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger (CDU), will den Bürokratieabbau vorantreiben und erwartet bis heute Vorschläge, auch vom BMG. Derweil legt das Kassenlager Ideen vor.
Seit 20 Jahren zahlt der Bund viel zu geringe Beiträge dafür, dass die Krankenkassen im staatlichen Auftrag die Gesundheitsversorgung von Bürgergeldempfängern übernehmen. Mittlerweile geht es um einen jährlichen Fehlbetrag von zehn Milliarden Euro. Nun soll es endlich eine gerichtliche Klärung geben.
Zur 1. Lesung des vormaligen Pflegekompetenzgesetzes und des Pflegefachassistenzeinführungsgesetzes entzündet sich die Kritik im Bundestag an den Bedingungen für die Pflegefachassistenzausbildung sowie an der Verlagerung von Entscheidungen in Kommissionen und Modellprojekte.
Ein multiresistente Hefepilz sorgt in europäischen Krankenhäusern zunehmend für Probleme. Neue Daten des ECDC zeigen, dass sich Candidozyma auris rapide ausbreitet und dabei immer resistenter wird. Besonders betroffen sind südeuropäische Länder – doch auch Deutschland muss sich dem Problem stellen. Fachleute fordern nun Screening- und Meldepflichten.
Der ab heute geltende Data Act betrifft auch Hersteller von vernetzten Medizinprodukten und verbundener medizinischer Dienste. Doch die Branche ist bisher kaum vorbereitet und nennt dafür zahlreiche Gründe. Auch fehlt hierzulande noch ein Durchführungsgesetz.
Forschungsbedarf zur Frauengesundheit sehen Experten, NGOs und Politik national wie international. In Deutschland arbeitet das BMG an einem Förderprogramm. Die industrielle Gesundheitswirtschaft sollte den Schulterschluss mit der medizinischen Fachwelt suchen, um vor Ort einen Unterschied zu machen, meint ein weltweit führender Gynäkologe.
Krieg und Wirtschaft waren die großen Themen bei der Rede der EU-Kommissionspräsidentin vor dem Europaparlament. Aber eine große Neuigkeit im Gesundheitsbereich gab es dann doch. Den Parlamentariern und dem BVMed reichen diese Ankündigungen nicht: Sie fordern mehr Geld für Gesundheit und Life-Science-Wirtschaft sowie mehr Einsatz gegen die US-Zölle.