Bundesgesundheitsministerin Warken muss dieser Tage harte Verhandlungen führen. Mit den Ländern und dem Koalitionspartner über das Krankenhausreformanpassungsgesetz, das gestern nicht vom Kabinett beschlossen wurde – und dem Bundesfinanzminister über Steuerzuschüsse. Mittlerweile spricht sie jedoch vom einem Plan B, wenn der Bund nicht mehr Geld rausrückt.
Künstliche Intelligenz ist das Schlagwort der Stunde – und auch im Gesundheitsbereich wird die Technologie einiges verändern. Allerdings werden diese Neuerungen wohl eher schrittweise kommen, wie beim gestrigen Big Bang KI Festival deutlich wurde. Auch wenn TK-Chef Baas dazu schon einen klaren Fahrplan im Kopf hat.
Musiktherapie fristet nicht längst nicht mehr überall ein Nischendasein – mancherorts ist es seit Jahren in der stationären Versorgung etabliert. Dabei fehlen noch immer verbindliche Standards. Das BMG sieht keinen Bedarf für eine Regelung. Umstritten ist auch der derzeitige Versorgungsausschluss in der ambulanten Versorgung.
Zwar ist die Pflege von Angehörigen oft mit Einkommensverlusten verbunden. Doch nach Abzug von Steuern und Abgaben stehen Pflegende wegen verschiedener Transferleistungen in manchen Konstellationen sogar besser da, als Menschen, die nicht pflegen. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls eine neue Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft.
Vier Milliarden Euro Soforttransformationskosten, Reformkurs mit Länderbeteiligung und ein mögliches Aus für den Klinik-Atlas: Beim Krankenhausgipfel zeigte sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft durchaus zufrieden mit den Entwicklungen. Gleichwohl bleiben zentrale Kritikpunkte bestehen.
Physician Assistance wurde als Fach vor 20 Jahren eingeführt. Bis heute sind Curricula und Tätigkeitsfelder für einen Beruf mit heilkundlicher Tätigkeit erstaunlich wenig reguliert und begrenzt. Dabei gibt es vor allem in größeren Kliniken bereits Erfahrungen. Ein aktueller Fernsehauftritt lenkt die Aufmerksamkeit aber auf den niedergelassenen Bereich.
Mit dem Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege soll auch die Digitalisierung in der Pflege vorangebracht werden. Vorgesehen sind Modellprojekte und Neuerungen bei Digitalen Pflegeanwendungen. Die Chance auf eine echte Veränderung wird verpasst, kritisiert die Branche.
Erneute Beitragssatzerhöhungen werden immer wahrscheinlicher. Bei der Vorstellung der GKV-Finanzergebnisse im ersten Halbjahr kündigte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zwar an, sich in den Beratungen zum Haushalt 2026 für mehr Bundesmittel einzusetzen, doch das Prinzip Hoffnung reiche nicht aus, kritisieren Kassenvertreter.
Der Bundesverband Managed Care will Value-Based Care als modernes Leitprinzip in der Regelversorgung verankern. Vorschläge hat er in einem neuen Impulspapier erarbeitet, in dessen Mittelpunkt ein sektorenunabhängiger Versorgungsbereich, eine Fokussierung auf Patientenbedarfe und -nutzen sowie Kooperationen stehen.
Die erstattbaren Leistungen für Telemonitoring bei Herzinsuffizienz sind laut Noah-Labs-Mitgründer Oliver Piepenstock zu eng gefasst. Sein Healthcare-Start-up hat eine KI-Software entwickelt, die durch Stimmveränderungen Wassereinlagerungen erkennen soll. Doch es ist ein langer Weg bis zur Anerkennung als Medizinprodukt und zur Erstattungsfähigkeit.
Knapp elf Monate nach der ersten Abgabe von Cannabis aus einem Anbauverein legt die Bundesarbeitsgemeinschaft Anbauvereinigungen eine Sammlung von praktischen Problemen und Forderungen vor. Es geht vor allem um Klarstellungen und Vereinheitlichungen, denn offenbar ist man sich bundesweit nicht einmal einig, was genau nun Cannabis ist und was nicht.
Union und SPD wollen Beitragserhöhungen im kommenden Jahr verhindern – doch wie das konkret gelingen soll, bleibt unklar. Kassenvertreter und auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sind sich aber sicher, dass das mit den bislang vorgesehenen Darlehen für die Gesetzliche Kranken- und die Soziale Pflegeversicherung nicht klappen kann.
Bei der Bekämpfung von Einsamkeit sieht das Forum Gesundheitsziele einen blinden Fleck bei Maßnahmen, die vulnerable Gruppen adressieren. Zudem gebe es viele intervenierende, aber zu wenige präventive Angebote. Neben Handlungsbedarf seien auch Forschungslücken evident.
Medizinische Forschung im All ist alles andere als Science Fiction. Auch wenn der Markt erst wächst, entdecken insbesondere Start-ups aus der Medtech-, Biotech- und Pharmabranche den Markt für sich. Doch noch sind zahlreiche rechtliche Fragen ungeklärt - das Bundesgesundheitsministerium sehen Experten dennoch nicht in Zugzwang.
Die Klimakrise macht krank und schwächt die Wirtschaft. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse. Am Arbeitsplatz sind alle Berufsgruppen von ihren Folgen betroffen, aber unterschiedlich stark. Der TK-Vorstandsvorsitzende Baas fordert Arbeitgeber deshalb zum Handeln auf, auch ohne gesetzliche Verpflichtungen.
Ein neuer Entwurf zur Reform der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte liegt vor – doch die Freie Allianz der Länder-KVen sieht darin nur Stückwerk. Kritisiert wird etwa der fehlende konsequente Digitalisierungswille. Dabei könnten die Zulassungsausschüsse damit deutlich entlastet werden.
Seit langem fordern die gesetzlichen Krankenversicherungen ein Ausgabenmoratorium, um den konstanten Beitragsanstieg aufzuhalten. Im Vorfeld des heutigen Koalitionsausschusses, der sich auch mit den Sozialstaatskosten beschäftigen will, gibt es nun einen konkreten Vorschlag für eine Gesetzesanpassung.
Vor der Bereinigungssitzung fordert die SPD eine Anpassung beim Auszahlungsmodus für die vier Milliarden Euro – und erhält in diesem Punkt Unterstützung der Deutschen Krankenhausgesellschaft. In der Bereinigungsvorlage des Bundesgesundheitsministeriums indes gibt es nur eine technische Anpassung.
Erschöpfung, Einsamkeit und sogar depressive Stimmung: Viele Schülerinnen und Schüler sind psychisch belastet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der DAK-Gesundheit. Besonders auffällig: Kinder und Jugendliche mit niedrigem Sozialstatus sind häufiger betroffen.
Charité-Chef Heyo K. Kroemer warnt vor massiven Finanzproblemen im Kliniksektor und hält die Verteilungspläne der vier Milliarden Euro für Sofort-Transformationskosten für untragbar. Daneben bereitet ihm der Berliner Sparkurs große Sorgen. Versorgung und Forschung seien damit gefährdet.
Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese will Lootboxen – virtuelle Schatzkisten, mit denen Gamer sich Vorteile im Spiel erkaufen können – zum Schutz von Jugendlichen strenger regulieren. Vom Landeskabinett soll heute eine Bundesratsinitiative beschlossen werden. Zustimmung kommt vom Suchtbeauftragen Streeck.
Der Pflegevorsorgefonds (PVF) ist längst selbst zum Beispiel dafür geworden, dass Deutschland nicht gut darin ist, über am Kapitalmarkt angelegte kollektive Rücklagen Zukunftsprobleme in den Griff zu kriegen. Nun gehört eine Neujustierung und Aufstockung des PVF zu den Themen, mit denen sich Experten bei einer Anhörung zur Pflegereform befassen sollen.
Beim Schutz kritischer Infrastruktur kommt Bewegung ins Spiel. Das Bundesinnenministerium (BMI) hat einen längst überfälligen Entwurf für das Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie vorgelegt. Dieser ist „weitgehend unverändert“ zum Gesetzentwurf der Ampelregierung, wie das BMI schreibt. Darin sind auch Vorgaben für den Gesundheitssektor enthalten.
Strukturreformen, höhere Bundesmittel für versicherungsfremde Leistungen und ein Ausgabenmoratorium: Diese Maßnahmen hält der neue Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, für notwendig, um weitere Steigerungen bei den Zusatzbeiträgen zu verhindern. Im Interview spricht er über diese und andere Baustellen im Gesundheitswesen.
Nach sieben Jahren gibt Hanno Kautz seinen Posten als Pressesprecher und Leiter des Referats L 7 im Bundesgesundheitsministerium ab. Sein Nachfolger wird Hannes Böckler, den man vor allem in den Ländern sehr gut kennt und schätzt.
Das Heilpraktikergesetz soll reformiert werden. Das zumindest fordern Abgeordnete verschiedener Parteien, weil dieses minimalinvasive Schönheitsbehandlungen auch fernab von Arztpraxen erlaubt. Ästhetischen Chirurg:innen geht das nicht weit genug – sie wollen mehr Regulierung bei Schönheitsbehandlungen.
Die EU-Kommission will Pharma- und Kosmetikhersteller für die Reinigung des Abwassers von schädlichen Spurenstoffen zur Kasse bitten. Doch die Unternehmen wehren sich und am Ende könnte der Verbraucher dafür bezahlen müssen.
Die sächsische Sozialministerin, Petra Köpping (SPD), schlägt vor, in Zukunft die Pflegekosten dadurch zu begrenzen, dass die Investitionskosten über den Länderanteil am Sondervermögen Infrastruktur finanziert werden. Ein guter Vorstoß, findet DAK-Chef Andreas Storm, der ernsthaft in Betracht gezogen werden sollte.
82 Prozent der GKV-Versicherten sind angesichts stark steigender Zusatzbeiträge nach einer neuen Forsa-Umfrage inzwischen der Meinung, dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben nicht über Beitragsgelder finanziert werden sollen. Zumindest die Innungskrankenkassen wären bereit, für dieses Ziel vor Gericht zu ziehen. Das Thema steht schon bald auf der Agenda.
Im Koalitionsvertrag kündigten CDU/CSU und SPD etliche Vorhaben an, die zu mehr Ausgründungen und Start-ups in Deutschland führen sollen. Das wird in der akademischen Forschung begrüßt. Nun geht es um Fragen wie den Spagat zwischen Verbindlichkeit und Freiheit. Und: Welche Wissenschaftswünsche finden sich in den Regierungsplänen bislang nicht wieder?
Mindestens 250.000 Menschen in Deutschland sind jedes Jahr von häuslicher Gewalt betroffen. Ärzt:innen und Pflegekräfte könnten helfen – aber viele wissen nicht, wie sie bei einem Verdacht handeln sollen. Das EU-Projekt „Victim Protection in Medicine“ (VIPROM) soll sie dabei unterstützen. Im Interview erzählt Projektleiterin Bettina Pfleiderer davon.
Hightech-Medizin oder Transportdienstleister? Angesichts der anstehenden Rettungsdienstreform will die Luftrettung ihren Platz in der Rettungsmedizin neu definiert sehen. Im Mittelpunkt steht dabei der Wunsch, als Teil der medizinischen Behandlung zu fungieren und bestehende Ressourcen besser und genauer zu nutzen.
Es sind scharfe Vorwürfe, die der Grünen-Politiker Janosch Dahmen der Fachgesellschaft für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in seinem Austrittbrief macht. Aber das Statement steht für mehr als eine private Entscheidung oder einen Streit zwischen Berufsgruppen. Denn hinter der Facharztfrage steckt die weit größere nach der Zukunft der Notfallversorgung.
Weil KI-Systeme immer autonomer und ihre Einsatzmöglichkeiten vielfältiger werden, kommen aktuelle Zulassungsverfahren oft an ihre Grenzen. Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden schlagen deshalb innovative Regulierungsansätze vor, die Innovationen ermöglichen und Patientensicherheit gewährleisten sollen.
Während im Bundesgesundheitsministerium auf fachlicher Ebene über das Krankenhausreformanpassungsgesetz diskutiert wurde, machte Berlins Gesundheitssenatorin Ina Czyborra einen Rundgang durch die Charité. Dort wird sichtbar, was am Ende auf dem Spiel steht.
Drogeriemärkte haben das Geschäft mit der Gesundheit für sich entdeckt. Während sie sich bisher auf freiverkäufliche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel konzentriert haben, bietet ein Unternehmen nun auch Blutuntersuchungen und Augenscreenings an. Bundestagsabgeordnete sehen bei einer Umsetzung durch medizinisches Fachpersonal darin sogar Potenzial.
Arzneimittelengpässe nach Naturkatastrophen zeigen, dass pharmazeutische Lieferketten noch nicht widerstandsfähig gegenüber der Klimakrise sind. Eine landesweite Harvard-Untersuchung in den USA zeigt, dass zwei Drittel der Produktionsstätten in Landkreisen liegen, in denen der Katastrophenfall ausgerufen wurde. Neue Gesetze sollen Lieferketten stärken.
Bis heute kostet Jens Spahns Beschaffung von Corona-Masken viel Geld. Denn die Masken müssen gelagert und vernichtet werden. Zudem laufen Gerichtsprozesse. Ein neues Papier zeigt das ganze Ausmaß.
Im aktuellen Entwurf für das Krankenhausreformanpassungsgesetz ist der Wegfall der Leistungsgruppe 47 „Spezielle Pädiatrie“ vorgesehen. Damit werde die spezialisierte Pädiatrie mittel- und langfristig finanziell unattraktiv und fällt dem Rotstift wegen Unrentabilität zum Opfer, fürchtet nicht nur die Charité-Ärztin Susanne Lau.
Das alternde Deutschland schlittert in einen Ärztemangel – was auch an fehlenden Studienplätzen liegt. Ihre Zahl hat sich seit 2015 nur um ein Zehntel erhöht, zum Wintersemester 2024/2025 gingen wieder mehr als 20.000 Bewerber leer aus. Dabei könnten sich entsprechende Investitionen für die Bundesländer lohnen, wie eine aktuelle Auswertung belegt.
Für Patienten mit Knie- und Hüftschmerzen ist bei Selbstzahlerleistungen Vorsicht geboten. Laut aktuellen Bewertungen des sogenannten IGeL-Monitors nämlich ist das Schadensrisiko durch offerierte Hyaluronsäure-Injektionen größer als der Nutzen. Und bei der Stoßwellentherapie gegen Kalkschulter und Tennisarm ließ sich ein solcher auch nicht belegen.
Drei Ökonomen haben anhand einer aktuellen Studie herausgefunden, dass sich KI am Arbeitsplatz nicht negativ auf Gesundheit und Wohlbefinden von Beschäftigten auswirkt. Woran das liegen könnte, erklärt Luca Stella, einer der Forschenden. Viele Fragen bleiben allerdings offen – so etwa, ob die Ergebnisse bereits überholt sind.
Die Suizidraten sind weltweit gesunken, wobei regionale Unterschiede auffällig bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt eine gestern im „Nature Mental Health“ veröffentlichte Studie, die Entscheidungsträger:innen Erkenntnisse für politische Maßnahmen liefern soll. Nach Schwankungen sind die Zahlen in Deutschland wieder leicht gestiegen.
Der Bundesrechnungshof lässt kein gutes Haar am Bundesgesundheitsministerium, wenn es um die ergriffenen oder geplanten Maßnahmen zur Finanzstabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung geht. Bis 2029 könnte der Zusatzbeitrag auf 4,05 Prozent steigen, was das Wirtschaftswachstum dämpfe.
Beim Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen gibt es immer neue Rekordzahlen. Auffällig dabei: Unverhältnismäßig viele Fälle mit besonders hohem Schaden gehen auf das Konto ambulanter Pflegedienste. Warum ist das so? Auf welche Weise wird in der häuslichen Pflege betrogen? Und wie kommt man den Tätern besser auf die Schliche? Wir haben nachgefragt.
Die TI 2.0 soll für weniger Ausfälle und mehr Komfort bei Leistungserbringern und Patient:innen sorgen. Doch wie Gematik-Geschäftsführer Florian Hartge im Gespräch deutlich macht, sei es ein mehrjähriges Vorhaben, das schrittweise für Veränderung sorgen wird. Auch europäische Gesetzgebung wird dabei eine Rolle spielen.
Während die gesetzlichen Kassen noch beratschlagen, geht der Sozialverband VdK schon mal voran. Nach Informationen von Tagesspiegel Background will er nun definitiv Mitglieder gegen die zweckwidrige Verwendung von Beitragsgeldern aus der Pflegeversicherung klagen lassen. Dabei geht es um Milliarden für Corona-Maßnahmen, die der Bund nicht zurückgezahlt hat.
Obwohl alle Bundesländer gefragt wurden, ob sie sich der Klage zur Überprüfung der G-BA-Vorgaben auf ihre Verfassungsmäßigkeit anschließen wollen, klagen gerade einmal drei Länder in Karlsruhe. Tatsächlich unterstützen Berlin, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sogar die Mindestmengen-Vorgaben. Die DKG setzt auf Klarheit für die Krankenhausreform.
Nach ihren ersten 100 Tagen im Amt sieht sich Gesundheitsministerin Warken heftiger Kritik ausgesetzt. DAK-Chef Storm wirft der CDU-Politikerin „unterlassene Hilfeleistung“ am Notfallpatienten Gesundheit vor, der GKV-Spitzenverband sieht die Probleme der Kranken- und Pflegekassen nicht ernst genug genommen. Lob gibt es lediglich vom Deutschen Pflegerat.
Beschränkungen der Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche sind derzeit auf europäischer Ebene und auch in Deutschland im Gespräch. Nun legt die Leopoldina ein Diskussionspapier vor, das deutliche Forderungen stellt. Neben klaren altersabhängigen Zugangsbeschränkungen brauche es auch psychische Gesundheitsförderung, heißt es darin.
Eine neue Bewegung warnt vor der Nutzung von Sonnencreme. Nicht die UV-Strahlung, sondern der chemisch hergestellte Sonnenschutz verursache Hautkrebs, so ihre Behauptung. Wie will die Politik auf Misstrauen und gesundheitsschädliche Fehlinformationskampagnen in sozialen Medien reagieren?
Pflegende auch zu heilkundlichen Tätigkeiten bevollmächtigen – das ist eines der großen Ziele des Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege. Theoretisch gilt das auch für schulisch ausgebildete Pflegekräfte. Doch der dazu nötige Erwerb entsprechender Kompetenzen ist nur für einen kleinen Bruchteil dieser Fachpersonen möglich.
Mit dem Online Safety Act gelten seit Ende Juli in Großbritannien Alterskontrollen für Online-Inhalte, die Minderjährige schädigen könnten. Kritiker sehen Datenschutzlücken, Schlupflöcher durch VPNs und eine fragwürdige Wirkung auf den Jugendschutz.
Deutschland soll ein Primärarztsystem bekommen – das zumindest sieht der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD vor. Einige europäische Staaten haben längst eins eingeführt. In den Niederlanden etwa laufen fast alle Arztkontakte über Hausärzte. Ein Vorbild für Deutschland?
Auf acht Milliarden Euro beläuft sich das erwartete GKV-Defizit fürs kommende Jahr. Doch exakt diese Summe lasse sich auch einsparen, ohne den Versicherten weh zu tun, behauptet die Techniker Krankenkasse. Mit einem Zehn-Punkte-Programm drängt sie auf zügige Kostendämpfung. Den größten Batzen erhofft sie sich dabei von den Arzneimittelherstellern.
Im Jahr 2023 mussten 6000 minderjährige Frauen stationär wegen einer Essstörung behandelt werden. Betroffene müssen wesentlich länger im Krankenhaus behandelt werden als der Durchschnitt, auch die Mortalitätsrate ist hoch. Eine Verhaltensmedizinerin erklärt, was die Gesellschaft und Politik tun können.
Etwa 4500 Menschen mit einer Gebärmutter erkranken in Deutschland jährlich am Zervixkarzinom – meist bereits im jüngeren Alter. In England wird nun auf zusätzliche, bequeme Früherkennung mit HPV-Selbsttests in den eigenen vier Wänden gesetzt. Stellt dies auch für Deutschland eine Option dar?
Bis Jahresende will Eli Lilly seine Pille Orforglipron zur Gewichtsreduktion weltweit bei Zulassungsbehörden einreichen. Die Phase-3-Studienergebnisse zeigen ähnliche Abnehmerfolge wie bei Abnehmspritzen. In der medizinischen Versorgung wird noch nicht an eine Kassenerstattung geglaubt.
Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist eine ungeliebte Verpflichtung für Niedergelassene. Die KV Niedersachsen versucht nun mit einer radikalen Reform, seine Mitglieder zu entlasten. Per Umlage wird ein komplett ausgelagerter Bereitschaftsdienst finanziert, der per straffem Ersteinschätzungstool, mit Telemedizin und nichtärztlichem Personal arbeitet.
Die halbstaatliche Gematik hat Videoident-Verfahren 2022 für die Telematikinfrastruktur untersagt. Jetzt aber hat sie die Lösung eines Hamburger Unternehmens zugelassen. An der Entscheidung regt sich auch Kritik.
Gesundheitsinnovationen werden für lokalen Bedarf angepasst, vor Ort getestet und bei Erfolg Investitionsfälle entwickelt: So will UNFPA mit seinem Programm WomenX Collective und Partnern die Gesundheit von Frauen weltweit verbessern. Auffällig ist die hohe Motivation, aktiv zu handeln: Drei Lösungen starten noch in diesem Jahr.
In der deutschen Diskussion um ein Social-Media-Mindestalter ist immer nur von 16 Jahren die Rede. Einschätzungen aus Psychologie, Medienwissenschaft, Pädagogik und Recht zeigen: Die Wissenschaft betrachtet diese Grenze skeptisch.
Mehr heilkundliche Kompetenzen fordert die Pflege seit Jahren. Nun wurde sie ihr im Gesetzentwurf zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege zugestanden, außerdem die Pflegefachassistenzausbildung einheitlich geregelt. Doch wie weit geht die Handlungsfreiheit?
Die Ziele des europäischen Critical Medicines Act begrüßen die meisten. Bei der Ausgestaltung gehen die Meinungen bei Stakeholdern wie auch Mitgliedstaaten auseinander – etwa bei Ausschreibungs- und Vergabekriterien, die über den Preis hinausgehen und der Frage, ob diese für versorgungskritische Wirkstoffe verpflichtend werden sollten.
Der ABDA Datenhub ist ein mehrjähriges Projekt, das der Standesvertretung eine bessere Basis für Verhandlungen mit Kassen oder der Bundesregierung bieten soll. Während aus der Politik Zustimmung kommt, ist noch offen, wie viele Apotheken sich beteiligen wollen.
Das Bundesgesundheitsministerium legt einen Referentenentwurf zur Anpassung der Krankenhausreform vor. Darin ist auch vorgesehen, eine Anpassung der Mindestreserve im Gesundheitsfonds vorzunehmen. Gestern Abend ging der Entwurf in die Verbändeanhörung.