Der aktuelle Tätigkeitsbericht der Bundesdatenschutzbeauftragten (BfDI) geht schwerpunktmäßig auf das Gesundheitswesen ein. So fordert BfDI Louisa Specht-Riemenschneider eine Opt-in-Lösung für sensible Daten in der elektronischen Patientenakte (ePA) und kritisiert unsichere Authentifizierungsverfahren für den ePA-Datenzugriff.
Nicht mal mehr als Bekenntnis schafft es der Bürgergeld-Lastenausgleich für die GKV in den Koalitionsvertrag, stattdessen soll nun eine Kommission mehrere Jahre beraten. Dafür gibt es Geld für Kliniken aus dem „Sondervermögen“. Auch bei der Pflegereform bleibt nicht viel von den Forderungen der Fachpolitiker übrig.
Kleinigkeiten im Klinikalltag zu verändern, kann erhebliche positive Auswirkungen finanzieller Natur, aber auch für das Patienten-Outcome haben. Am größten Krankenhaus Israels sollen deshalb alle Angestellten eigenständig Daten nutzen. Das Herzstück ist die ADAMS-Methode, die inzwischen auch international Nachahmer gefunden hat.
Unter dem Motto „Fit für den Weltmarkt – Trends, Geopolitik und Diversifizierung“ berieten gestern in Berlin Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik über die Zukunft der Gesundheitswirtschaft. Überlagert wurden ihre Diskussionen von der US-Zollpolitik. Anstatt in Schockstarre zu verharren, will die Industrie neue strategische Partner suchen.
Wird die Teillegalisierung von Cannabis wieder einkassiert? Und streicht die neue Regierung womöglich auch noch die Stelle des Bundesdrogenbeauftragten? Die Verbände der Suchthilfe sind aufgeschreckt über Hinweise aus den Arbeitsgruppen. Angesichts der Probleme benötige man nicht weniger, sondern deutlich mehr Engagement in der Drogenpolitik, mahnen sie.
Psychotherapiegesetz, der Gemeinsame Bundesausschuss und die GKV-Regeln schreiben sie vor, in Wissenschaft und Praxis aber werden sie oft eingerissen: die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Therapieverfahren. Beim Psychotherapiekongress machen Experten Vorschläge, wie es anders geht und erklären, warum eine Abschaffung politisch schwierig ist.
Der Rollout-Plan der elektronischen Patientenakte (ePA) hat sich grundlegend verändert. Der flächendeckende Start soll schrittweise und zunächst freiwillig erfolgen. Das verkündete der geschäftsführende Gesundheitsminister Lauterbach beim gestrigen DMEA-Start. Dort ging es auch darum, was es außer der ePA für eine erfolgreiche Digitalisierung braucht.
KI-Anwendungen bieten für das Gesundheitswesen großes Potenzial. Doch ohne Daten keine KI-Nutzung, hieß es bei einem Vor-Event der DMEA. Warum eine gemeinsame Auslegung der europäischen Regulatorik dafür notwendig ist und wieso die deutsch-französische Zusammenarbeit an Bedeutung gewinnt, diskutierten dort Politiker und Wirtschaftsvertreterinnen.
Während Deutschland die hausarztzentrierte Versorgung noch erprobt, ist sie in anderen europäischen Ländern seit Langem Normalität. So etwa in Portugal. Dort ist auch der Präsident der European Union of General Practitioners, Tiago Villanueva, tätig und kann von den Vor- und Nachteilen dieses Versorgungsmodells berichten.
Das Forschungsdatenzentrum (FDZ) Gesundheit soll im Sommer in Betrieb gehen. Zu Beginn ist nur die Forschung mit Abrechnungsdaten möglich, ab Frühjahr 2026 auch mit Gesundheitsdaten aus der elektronischen Patientenakte. Was das für die Forschung und Versorgung bedeutet und wie es um Sicherheit und Schutz der Daten steht, berichtet der FDZ-Leiter.
Der Umgang einer künftigen Bundesregierung mit den in den vergangenen Jahren stark aufgewachsenen versicherungsfremden Lasten von Pflege- und Krankenkassen wird für die 94 Kassenchefs zur Schicksalsfrage. Was steht ihnen bevor, wenn nach der Ampel auch Merz nicht handelt?
Die Politik tut sich seit Jahren schwer, strengere Maßnahmen gegen das Rauchen zu beschließen. Auf ihrem diesjährigen Jahreskongress fordert die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin aber genau diese. Denn die Nikotinindustrie ist allzu erfinderisch und nutzt die vorhandenen Gesetzeslücken, um Werbung zu machen.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik erhebt zwar die Tatörtlichkeiten „Krankenhaus“ und „Arztpraxen“ bei der Taterfassung. Dennoch existiert bislang keine systematische Erfassung von Gewaltstraftaten gegen medizinisches Personal. Die Kriminologische Forschungsgruppe beim Bayerischen Landeskriminalamt plädiert für wissenschaftliche Untersuchungen.
Bei biomedizinischer Forschung müssen Wissenschaftler:innen oft mit großen Datensätzen umgehen können. Um dabei ihre Abhängigkeit von Bioinformatiker:innen zu verringern, hat ein Forschungsteam eine modulare Softwareplattform gebaut, mit der sie ohne Programmierfähigkeiten komplexe Datenanalysen erstellen können. Auch ein Chatbot kann helfen.
Zwar bleiben Arzneimittel zunächst von den Zollregelungen der US-Regierung verschont – betroffen sind deutsche und international tätige Pharmaunternehmen dennoch. Auf EU-Ebene hält man sich bedeckt, gibt sich selbstbewusst und will mit dem Pharmasektor in einen strategischen Dialog treten.
Neun von zehn gesetzlich Versicherten sehen laut einer repräsentativen Umfrage der AOK die Stabilisierung der Beiträge in Kranken- und Pflegeversicherung als dringliche Aufgabe der nächsten Bundesregierung an. Die Spitzenverhandler für das Gesundheitskapitel dürften derzeit aber vor allem auf Einsparungen schauen, weniger auf zusätzliche Steuermittel.
Der Streit um Kosten und Nutzen von sogenannten Apps auf Rezept geht weiter. Im seinem vierten Bericht zur Versorgung mit Digitalen Gesundheitsanwendungen wirft der GKV-Spitzenverband den Herstellern vor, das Recht auf freie Preisgestaltung im ersten Jahr auszunutzen und Patienten zu „Versuchskaninchen“ zu machen. Die Gescholtenen reagieren heftig.
Der Zugang zu Hilfsmitteln und Therapien für Menschen mit Behinderung zeigt im weltweiten Vergleich Unterschiede. Besonders in Krisengebieten sei ihre Gesundheit gefährdet, hieß es beim Global Disability Summit. Dort haben Staatschefs Zusagen gemacht, um die Situation zu verbessern. Deutschland setzt bei den Selbstverpflichtungen keinen Gesundheitsfokus.
Die Versorgungslage sei fragil, warnen Hörakustiker, Optiker und Zahntechniker in ihrem aktuellen Branchenreport. Nötig seien eine auskömmliche Leistungsvergütung, weniger Bürokratie sowie eine Attraktivitätssteigerung des Berufs. Andernfalls seien die Patienten die Leidtragenden.
Die Gesundheitskompetenz der Deutschen war noch niemals seit Beginn der Messungen so schlecht wie im vergangenen Jahr. Einer aktuellen Studie zufolge finden sich mittlerweile nur noch knappe 25 Prozent im Dickicht gesundheitsrelevanter Informationen gut zurecht. Die Folgekosten sind enorm, sie werden auf bis zu 24 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.
Deutsche Forscherteams veröffentlichen neue Methoden, die KI-Entscheidungen nachvollziehbarer machen. Ziel ist es, Vertrauen zu schaffen und die Genauigkeit von KI-gestützten Diagnosen zu verbessern. Denn Modelle leiten nicht selten Muster aus den Trainingsdatensätzen ab, die an den medizinischen Leitlinien vorbeigehen.
Gemessen am BIP gibt kein EU-Land mehr für sein Gesundheitssystem aus als Deutschland. Nun zeigt eine Gruppe um den Versorgungsforscher Matthias Schrappe, dass dieses System nicht nur auf dem Land von Unterversorgung bedroht ist. Auf die Koalitionsverhandlungen dürfte dies aber keinen großen Einfluss haben. Zu dominant sind die Finanzierungsprobleme.
Die Zahl der demenziellen Erkrankungen nimmt in den älter werdenden Gesellschaften immer weiter zu. Sehnsüchtig wird deshalb auf Arzneimittelinnovationen gewartet. Der neueste Hoffnungsträger heißt Lecanemab und könnte bald auch in Deutschland verfügbar sein. Doch im neuen TK-Report wird auch zu Realismus gemahnt.
Seit dem Wochenende sitzen die Parteispitzen über den AG-Papieren für den Koalitionsvertrag, das Gesundheitskapitel könnte nun vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Vor allem mit Blick auf die Reformen im ambulanten Sektor deutet sich noch erhebliches Konfliktpotenzial an, SPD-Experte Pantazis sieht offene Fragen in vielen Punkten.
Dass Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck schlecht für die Herzgesundheit sind, ist weithin bekannt. Doch nun hat ein internationales Forschungsteam unter deutscher Leitung systematisch untersucht, wie sich diese Faktoren ganz konkret mit Blick auf die Lebenszeit auswirken.
Ein vertrauliches Positionspapier aus dem NRW-Gesundheitsministerium will das bisherige freiwillige Einschreibemodell zur hausarztzentrierten Versorgung durch eine gesetzliche Verankerung in der Regelversorgung ablösen. „Bezugsärzte“ sollen die Patientensteuerung übernehmen. So würden alle GKV-Versicherten von einer verpflichtenden Steuerung profitieren.
Viele Stakeholder bewerten das vorgelegte Papier der AG „Gesundheit und Pflege“ grundsätzlich positiv. Allerdings wird vor dem Rotstift im Koalitionsvertrag gewarnt und darauf verwiesen, dass es letztlich auf genaue Umsetzung ankomme. Denn nicht nur im Kassenlager gibt es große Zweifel, dass die Pläne finanziell realisierbar sind.
Egal, ob Arbeit und Soziales, Wirtschaft oder Kommunen, Sport und Ehrenamt: In fast allen 17 Arbeitsgruppen in den Koalitionsverhandlungen ging es auch um gesundheitspolitische Themen. Das betrifft unter anderem die Pharmaindustrie, die Universitätsmedizin, die Bereiche Prävention und Ernährung sowie den Zivil-, Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.
Wenn es nach der zuständigen Koalitions-AG geht, können die Kranken- und Pflegekassen aufatmen. Die Verhandler haben sich auf darauf verständigt, den klammen Versicherern mit Milliardensummen auf die Beine zu helfen. Im Kern geht es dabei um die Übernahme versicherungsfremder Leistungen. Allerdings sind auch viele inhaltliche Reformen anvisiert.
Einigkeit herrscht in Medizin und Wissenschaft, dass nach wie vor zu viele Menschen rauchen. Auch bei den, bislang von der Politik trotz aller Evidenz nicht umgesetzten Tabakkontroll-Maßnahmen, gibt es weitgehend einen Konsens. Anders sieht dies beim Konzept der Tobacco Harm Reduction aus, die manche Suchtforscher und Psychologen zusätzlich fordern.
KI-Tools bieten ein großes Potenzial für das Gesundheitswesen. Außerdem genießen sie zunehmend Akzeptanz unter Patienten und Medizinern. Dennoch sind sie bisher nicht im Klinikalltag angekommen. Was es dazu braucht und warum internationale Kooperationen jetzt besonders relevant sind, diskutieren Experten beim Digital Health Innovation Forum.
Bei den Koalitionsverhandlungen der AG Recht einigt man sich unter anderem auf eine Reform des Infektionsschutzgesetzes, andere Themen bleiben strittig. Unterdessen gibt es wegen des Rückzugs des designierten CSU-Landwirtschaftsministers einen neuen potenziellen Kandidaten für das Gesundheitsressort.
Nach jahrelangem Ringen nahm das Implantateregister Deutschland am 1. Juli 2024 seinen bundesweiten Regelbetrieb auf. Bislang nicht geklärt ist jedoch die Frage, ob und zu welchen Konditionen das IRD Altdaten aus bereits bestehenden Registern zu einzelnen Implantatetypen migrieren und nutzen darf. Jetzt legt das BMG einen Entwurf für eine Verordnung vor.
KBV-Vorstandsmitglied Sibylle Steiner und Christoph Weinrich, KBV-Stabsbereichsleiter Recht, verteidigen die Telemedizin-Vereinbarung, die sie im Februar mit dem GKV-Spitzenverband geschlossen haben, gegen Kritik aus der Wirtschaft. Außerdem erzählen sie, was Teil der zweiten Vereinbarung sein soll und welche Wünsche sie an die neue Bundesregierung haben.
Vor einem Jahr wurde die Vogelgrippe erstmals bei Milchkühen in den USA entdeckt. Präsident Trump meidet das Thema, eine echte Strategie dagegen gibt es nach wie vor nicht. Gesundheitsexperten aus den Staaten wie auch aus Deutschland beobachten dies mit Sorge.
Die AG Gesundheit gibt ein abgestimmtes Papier in die Leitungsrunde, vieles steht nun unter Finanzierungsvorbehalt. Geld in die Hand genommen werden soll dem Vernehmen nach für die Überbrückungsfinanzierung von Kliniken und die Entlastung der GKV beim Transformationsfonds.
Die Krankenhäuser drängen auf einen zügigen Erlass der Krankenhaustransformationsfonds-Verordnung, damit der Umbau der stationären Versorgungslandschaft schnellstmöglich beginnen kann. Denn für sie wird die Luft jeden Tag dünner und ob sie im Sinne der Verordnung förderfähig sind, liegt auch an der Insolvenzprognose.
Krankenhausreform, Pflegedeckel, kostendeckende Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung für Bürgergeldempfänger und die Frage nach anderen kurzfristigen Maßnahmen zur Stabilisierung der GKV-Finanzen: Das dürften die Top-Themen bei den Koalitionsverhandlungen in der AG Gesundheit und Pflege sein. Heute werden erste Ergebnisse erwartet.
Werden in den Krankenhaustransformationsfonds noch Bundesmittel fließen? Aktuell unklar. Es ist eine Rechnung mit mehreren Unbekannten. Die Rechtsverordnung mit der bisherigen Finanzierungslogik wurde am Freitag zunächst vom Bundesrat beschlossen – allerdings mit Maßgaben, womit der Ball wieder beim BMG liegt.
Gegenseitige Vorwürfe und Bezichtigungen, weite Lücken zwischen veranschlagten und tatsächlich gezahlten Gebühren: Der Streit um Rettungsdienstgebühren zwischen Kassen und acht brandenburgischen Kommunen scheint festgefahren. Dabei geht es um weit mehr als Leerfahrten, sondern auch um die Frage nach wirtschaftlicher Arbeitsweise und Kostenkontrolle.
Um überlange Wartezeiten oder Aufnahmestopps bei Ärzten zu verringern, haben die Ersatzkassen ein Konzept zur Patientensteuerung entwickelt. Demnach soll sich jeder gesetzlich Versicherte ein Team aus Hausarzt und bis zu drei Fachärzten aussuchen dürfen, das er bei Bedarf direkt in Anspruch nehmen darf. Für alle anderen Mediziner bräuchte es Überweisungen.
Er war mit Misstrauen betrachtet worden, gar als Kandidat für eine Ablehnung gehandelt worden: Nun stellt sich Kommissar Várhelyi erstmals dem neu gegründeten SANT-Ausschuss. Viel Neues kann er zwar nicht berichten, dafür aber Zeitpläne konkretisieren. So soll es mit dem EU-Pharmapaket vorangehen und ein Herzgesundheitsplan entstehen.
Seit nicht mal drei Monaten in Kraft, ist die Krankenhausreform in den Koalitionsverhandlungen zum heiß diskutierten Thema geworden. Es soll um kleine Details gerungen werden. Was eine Reform der Reform beinhaltet müsste, darüber wurde zum Auftakt des diesjährigen DRG-Forums intensiv diskutiert.
Unumstritten ist, dass KI-basierte Anwendungen das Gesundheitssystem und die Versorgung verändern werden. Unklar ist dabei, ob es sich um eine disruptive Veränderung handelt und wie sich die Arzt-Patienten-Beziehung künftig verändern wird. Um eine Diskussionsgrundlage zu schaffen, hat die Bundesärztekammer ein Thesenpapier dazu verfasst.
„Das bin ich!“, steht häufig unter ADHS-TikToks. Aber was, wenn die vermeintlichen Symptome gar keine sind? Eine neue Studie zeigt, dass die geschilderten Symptome oft wenig mit den klinischen Kriterien zu tun haben. Experten beurteilen außerdem, wem die Videos helfen und wem nicht.
Versorgungseinschränkungen, Personalabbau und stärkere regionale Kooperationen: Das Ergebnis der Winterumfrage 2025 für den Krankenhaus-Index zeichnet ein düsteres Zukunftsbild des stationären Versorgungssektors. Von der neuen Bundesregierung fordern die Krankenhäuser eine schnelle Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage.
Seit Mitte Januar erproben Arztpraxen in mehreren Testregionen die „ePA für alle“. Die für die Testregionen zuständigen KVen fordern allerdings weiterhin eine Verschiebung des für April geplanten bundesweiten Rollout. Seit deutlichen Warnungen, die sie vor vier Wochen veröffentlicht haben, habe sich nichts Grundlegendes geändert, berichten die KVen.
Der European Health Data Space tritt kommende Woche in Kraft. Somit startet die Arbeitsphase für die Mitgliedstaaten, die bei der Umsetzung die Hauptverantwortung tragen. Sie müssen die Verordnung in den kommenden Jahren schrittweise implementieren. Geld, Datenschutz, Cybersicherheit und Vertrauen bilden dabei zentrale Säulen.
In einem Schreiben an die zuständige Koalitions-AG beschweren sich die großen Trägerverbände der Altenpflege über verspätete Zahlungen und verschleppte Vergütungsverhandlungen durch Kassen und Sozialämter. Sie fordern politische Hilfe, etwa durch Sanktionsandrohungen. Andernfalls, so warnen Caritas, Diakonie & Co., sei die Versorgungssicherheit bedroht.
Mit der Schaffung eines „Sondervermögens“ wächst die Notwendigkeit, im Gesamthaushalt zu sparen – die Union zielt dabei vor allem auf die Sozialausgaben, mithin auch die Gesetzliche Krankenversicherung. Diese forderte ihrerseits erneut mehr Steuermittel, die Vorzeichen der Koalitionsverhandlungen deuten aber in eine andere Richtung.
Viele Daten zum Zusammenhang zwischen Bildung, Vermögen und Gesundheit gibt es in Deutschland nicht. Die existierenden aber zeigen: Die Schere öffnet sich tendenziell eher, als dass sie sich schließt. Zudem zeigt die Corona-Pandemie verheerende Folgen für die psychosomatische Gesundheit von Minderjährigen. Deshalb sind die Erwartungen an das neue BIÖG hoch.
Es müssen nicht immer gewaltige Investitionen sein: Auch mit kleinen, gut durchdachten Konzepten ist zuhause versorgten Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen im Alltag oft geholfen. In einem Gutachten präsentieren Forscher Beispiele aus Kommunen, bei denen dies besonders gut gelingt – und analysieren, woran es im Einzelfall liegt.
Laut Datenschutzexperten sind die Patientendaten in der elektronischen Patientenakte in ihrer jetzigen Ausgestaltung nicht sicher. Werden die Daten ab Frühjahr 2026 auch in das Forschungsdatenzentrum Gesundheit ausgeleitet, setze sich das Problem dort fort. Die Problemherde lägen zum Teil weit in der Vergangenheit.
So überschreibt der GKV-Spitzenverband seine pünktlich zum Start der Koalitionsverhandlungen abgesetzte Alarmmeldung zur Lage der Pflegeversicherung. Dem Background liegt eine aktuelle Prognose vor, der zufolge das Bundesamt für Soziale Sicherung nur durch Manöver verhindern kann, dass der Pflege-Ausgleichsfonds bereits im April in rote Zahlen rutscht.
Bezahlbare Pflege mit gleichen Bedingungen in einer Welt ohne Sektorentrennung: Für ihre angekündigte Großreform hat die künftige Koalition ein wegweisendes und durchgerechnetes Gesamtkonzept beschert bekommen. Es sieht begrenzte Eigenanteile, ein neu konzipiertes Pflegegeld und – trotz Mehrkosten für Qualitätsverbesserungen – keine höheren Beiträge vor.
Zum Start der Koalitionsverhandlungen stellt das Barmer-Institut für Gesundheitssystemforschung eine neue an Patientenpräfenzen orientierte Methodik zur Krankenhausplanung vor. Würde sie angewendet, käme Deutschland bei der Lungenkrebs-Behandlung mit 19 statt der aktuell 142 Thorax-Eingriffe vornehmenden Kliniken aus – bei deutlich besserer Ergebnisqualität.
In Deutschland und Europa gibt es zahlreiche Rechtsakte, die bei KI-basierten Produkten im Gesundheitswesen greifen. Binden Hersteller den Datenschutz frühzeitig bei der Entwicklung ein, verhindere er Innovationen nicht, hieß es gestern bei einer Fachtagung. Vielmehr könnten Datenschutzbeauftragte helfen, den Durchblick bei den Gesetzen zu behalten.
Die Pflege bedarf nicht nur ganz dringend einer Finanzreform, sondern auch vieler anderweitiger Maßnahmen. Damit die nicht vergessen werden, hat der Pflegerat schon mal Textbausteine für den künftigen Koalitionsvertrag verfasst. Dazu gehört auch die Forderung, von der Vorgängerregierung begonnene Gesetzesvorhaben in den ersten 100 Tagen erneut anzugehen.
Die SPD entsendet Karl Lauterbach nur als Stellvertreter in die AG Gesundheit, die Landespolitik dominiert bei den Sozialdemokraten. Für eine Überraschung sorgt die CSU-Delegation. In einer Handreichung an die Verhandler wird um prägnante Formulierungen und Kompromisswillen gebeten – und vor eigener Öffentlichkeitsarbeit gewarnt.
Letztes Jahr kam ein Gutachten des Ex-Verfassungsrichters Di Fabio zu dem Schluss, dass der Bund einheitliche Vorgaben für den Rettungsdienst vorgeben muss – jetzt folgt die Klage in Karlsruhe. Die Björn Steiger Stiftung wirft dem Bund Unterlassung und den Ländern einen Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit vor.
Der erste Aufschlag zum Critical Medicines Act zeichnet sich durch einen neuen Förderstatus für Maßnahmen zur Lieferkettensicherheit sowie neue Kriterien für den Einkauf aus. Nicht vorhanden in dem Vorschlag sind aber verbindliche Finanzierungsmechanismen und Regelungen zur gemeinsamen Lagerhaltung.
Viele junge Menschen in Deutschland sind abhängig von digitalen Medien, besonders soziale Medien führen zu einer problematischen Nutzung. Das gefährdet die Gesundheit, wie die Mediensuchtstudie der DAK-Gesundheit zeigt. Ein neues Schulfach und ein ausgeweitetes Screening könnten perspektivisch helfen, der Sucht entgegenzuwirken, denkt DAK-Chef Andreas Storm.
Auch angesichts eines denkbaren Infrastruktursondervermögens wachsen die Begehrlichkeiten der Kliniken und der Länder gegenüber dem Bund. Bei der heutigen Ministerpräsidentenkonferenz soll auf Initiative Niedersachsens ein Beschluss gefasst werden, die DKG formuliert ähnliche Forderungen in einem „100-Tage-Sofortprogramm“.
Der Vorstandschef der bayerischen Betriebskrankenkassen, Ralf Langejürgen, sagt für das kommende Frühjahr erneute Beitragserhöhungen von Krankenkassen im gesamten Bundesgebiet voraus. Den Kassen bleibe keine andere Wahl, die Gesundheitsausgaben seien völlig außer Kontrolle geraten, warnt Langejürgen. Er fordert für diesen Bereich wirksame Reformen.
Wie geht es weiter mit der medizinischen Versorgung? Und welche Möglichkeiten haben die Länder, eigene Konzepte umzusetzen? In Sachsen ist der Handlungsdruck besonders groß, ausreichend Ärzte und medizinisches Personal zu finden. Das bestätigt ein Gutachten des Zi.
Heute stellt die EU-Kommission den Critical Medicines Act vor. Obwohl bisher keine Dokumente durchgesickert sind, wagt ein MEP eine Prognose: Neben Anreizen für die Industrie sollen auch gemeinsame Lagerhaltung und Einkauf die Versorgung vor allem in kleinen Mitgliedsstaaten verbessern. Vor allem die Preisanreize könnten für Widerstand sorgen.