Am Donnerstag fällt die Entscheidung über eine Impfpflicht – und es sieht so aus, als ob sie nicht kommt. Die Befürworter einer Verpflichtung für alle Erwachsenen haben gestern zwar die skeptischen Abgeordneten noch mit einem Kompromiss zu locken versucht. Doch weder die Union noch die Gruppe um den FDP-Politiker Andrew Ullmann wollen sich darauf einlassen.
Der bisherige Leistungsumfang ambulanter Operationen ließe sich laut einer aktuellen IGES-Studie nahezu verdoppeln. Der Barmer-Chef Christoph Straub fordert nun eine grundlegende Vergütungsreform für Leistungen, die gleichermaßen in Kliniken, Arztpraxen oder Gesundheitszentren erbracht werden.
Ein besserer Umgang mit Ungewissheit, eine aktivere Fehlerkultur und die Verpflichtung zur Wissensgenerierung – das könnte uns in Zukunft helfen, leichter mit Pandemien fertig zu werden. Der Deutsche Ethikrat hat in einer neuen Stellungnahme ethische Leitplanken formuliert.
Die Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal gilt seit Mitte März und in einigen Bundesländer liegen nun auch die ersten Zahlen zu ungeimpften Beschäftigten vor. Überraschungen bleiben bisher zwar aus, doch viele Meldungen müssen noch geprüft werden.
Der Zugang zur Tabakentwöhnung in Deutschland muss besser werden, meinen Expert:innen. Die Bundesrepublik lasse die Rauchenden mit ihrer Nikotinabhängigkeit, einer anerkannten Krankheit, allein. Was in anderen Ländern längst Normalität ist, wird hierzulande in der Praxis nur in Einzelfällen gelebt.
Vom Ultraschallgerät bis zum Herzüberwachungssystem: Das Internet of Medical Things (IoMT) verspricht für Behandelnde und Patient:innen zahlreiche Verbesserungen. Doch oft kommt dabei die Sicherheit der digital vernetzten Geräte zu kurz – dabei wachsen die Risiken.
Es kommt Bewegung in die lange schleppend laufende Ambulantisierung des deutschen Gesundheitssystems. Welche weiteren Leistungen künftig ambulant erfolgen könnten, wird ein heute erscheinendes IGES-Gutachten zeigen. Das Problem der Vergütung bleibt jedoch.
Laut dem Entwurf einer neuen Corona-Impfverordnung plant das BMG, keine Impfzentren mehr mitzufinanzieren. Vor allem bei der Flüchtlingsversorgung könnte das zu Problemen führen. Noch wird innerhalb der Regierung aber über den Vorstoß diskutiert.
Bereits im vorigen Sommer – lange vor dem Angriff auf die Ukraine – warnten deutsche Nuklearmediziner davor, dass Kliniken hierzulande unzureichend vorbereitet sind auf den medizinischen Notfallschutz bei Strahlenunfällen. Jetzt zeigt sich: Aktuell gibt es kaum Vorbereitung auf mögliche Patienten von AKW-Unfällen aus der Ukraine.
Aus Verbandssicht steht die Pflege in Deutschland „am Abgrund“. Helfen soll eine Offensive für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Weiterbildung und eine Aufwertung des Berufs gegenüber Ärzten. Bei einem Symposium formulierten Expert:innen ihre Erwartungen. Dabei kündigte die Pflegebevollmächtigte auch eine Aktion zum Umgang mit Gewalt und Sexismus im Beruf an.
Die DiGA sind in der Regelversorgung angekommen, die TK hat nun eine erste Bilanz gezogen und fordert mehr Regulierung bei den Preisen und einen besseren Nutzennachweis. Der DiGA-Report zeigt zudem, welche Apps auf Rezept gut ankommen und was die Versicherten fordern.
Die Soziale Pflegeversicherung braucht laut BMG dieses Jahr drei Milliarden Euro Zuschuss, nur ein Teil davon scheint bislang abgesichert. Die GKV fordert mehr Mittel, sonst seien Beitragssteigerungen schon in diesem Jahr nicht mehr zu verhindern. Der PKV-Verband fordert ebenfalls Entlastung für die privat Pflegeversicherten.
Nachdem in vier Verhandlungsrunden kein Ergebnis erzielt werden konnte, streiken heute für einen Tag die Ärztinnen und Ärzte der kommunalen Krankenhäuser. Der Marburger Bund fordert regelmäßig mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber wollte eine Bonuszahlung – die jetzt allerdings vom Tisch ist.
Deutschland lagert zig Millionen Impfstoffe, die kaum noch nachgefragt werden. Im Mai verfallen die ersten. Minister Lauterbach droht ein Milliarden-Schaden, bekommt er die Vakzine nicht bis zum Ende des Sommers verimpft.
Einem bayerischen Pflegezentrum ist es gelungen, zwei geflüchtete ukrainische Pflegerinnen binnen zwei Wochen sozialversicherungspflichtig zu beschäftigen, Werkswohnung und Sprachkurs inklusive. Manchmal geht Deutschland auch unbürokratisch. Aber sollen ausgerechnet Kriegsflüchtlinge den deutschen Pflegenotstand lindern? Die Gesundheitsbranche ist gespalten.
Die Umsetzung erster krankenhausrelevanter Vereinbarungen des Koalitionsvertrags, die Reform der Unabhängigen Patientenberatung sowie eine Finanzierungsreformen zur Stabilisierung der Sozialen Pflegeversicherung und der GKV – das und einiges mehr hat sich das Bundesgesundheitsministerium 2022 in die Arbeitsplanung geschrieben.
Einige Länder drängten nochmal auf Verlängerung von Maskenpflicht und Zutrittsregelungen, doch es bleibt dabei: Ab Sonntag sind die meisten Coronaschutz-Beschränkungen passé. Gesundheitsminister Lauterbach appelliert stattdessen, die neuen Hotspot-Regelungen zu nutzen. Dadurch, so meint er, lasse sich die hohe Zahl der Sterbefälle reduzieren.
Ob bei epidemischen Ereignissen oder Wetterkatastrophe: Künstliche Intelligenz kann eine entscheidende Rolle dabei spielen, Krisen vorauszusehen oder im Ernstfall Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Einige Projekte sind dabei schon jetzt im Einsatz.
Vergangene Woche hat Moderna als erster Hersteller positive Testergebnisse seines COVID-19-Impfstoffs bei Kindern unter fünf Jahren gemeldet – auch Wolfgang von Meißner will bereits ab dem Wochenende die ersten Kinder damit impfen. Der Allgemeinarzt und sein Team haben bisher über 5.000 kleine Kinder mit BioNTech im Off-Label-Use immunisiert.
Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland soll zu einer Stiftung werden und damit eine „ihrem Wesen nach geeignete Rechtsform“ bekommen, so der Verbraucherzentrale Bundesverband. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liegt nun vor.
In wenigen Tagen enden die Übergangsregelungen für Corona-Maßnahmen – wie es danach weitergeht, ist in den meisten Ländern noch nicht geklärt. Es ist nicht die einzige offene Frage, die Minister Lauterbach diese Woche angehen muss. Fahrt nimmt auch die Debatte zu Isolationsregeln auf.
Auch wenn Russland und die Ukraine grundsätzlich keine große Rolle für die hiesige Arzneimittelversorgung spielen, so könnte der Krieg dennoch zu einer Zulassungsverzögerung neuer Medikamente führen. Denn an zahlreichen klinischen Studien nehmen Ukrainer und Russen teil, die jetzt als „lost to follow-up" gelten.
Ein Hamburger Projekt untersucht, wie Gewebeproben per Drohne schnell ins Labor gebracht werden können. Die Vorteile gegenüber herkömmlichen Arten des Transports sind dabei immens. Ein Regelbetrieb wird bereits geplant.
Auf der ersten Hauptkonferenz der diesjährigen Datenschutzkonferenz (DSK) ging es insbesondere um Forschungsdaten, wie sie massenhaft im Gesundheitswesen anfallen. In der DSK-Entschließung wird deutlich, wie die personenbezogenen Daten besser nutzbar werden.
Bei der Eröffnungsdebatte zum Einzelplan des BMG im Bundeshaushalt spricht der Gesundheitsminister allein zur Pandemie. Die Ampelpartner fordern ihn auf, die GKV-Kosten in den Griff zu bekommen und das Gesundheitssystem zukunftsfest zu machen. Konfliktfrei dürften die anstehenden Verhandlungen nicht laufen.
Mit den Milliarden aus dem Krankenhauszukunftsgesetz sollen die Krankenhäuser in Deutschland digital aufholen. Bedarf gibt es vor allem bei Patientenbelangen. Ungeklärt ist, wie es mit den Maßnahmen nach 2025 weiter geht. Und: Bei der Fernwartung der Medizingeräte zeigt sich, dass die Realität die Debatte längst überholt hat.
Individuelle Gesundheitsleistungen halten allzu oft nicht, was sie versprechen. Stefan Gronemeyer, Leitender Arzt und stellvertretender Geschäftsführer beim Medizinischen Dienst, sieht darum die Ärzteschaft am Zug, für mehr Klarheit zu sorgen.
Eine zentrale Abteilungsleiterin wird versetzt, weitere könnten folgen. Eine solche Umstrukturierung erfolgt in der Regel mit Amtsantritt – dass der Minister jetzt handelt, dürfte auch mit dem wachsenden öffentlichen und regierungsinternen Druck zu tun haben.
Seit September 2019 haben gesetzlich Krankenversicherte mit einem substantiellen HIV-Infektionsrisiko einen Anspruch auf eine HIV-Präexpositionsprophylaxe. Nun liegen auch die Ergebnisse der vom Bund geförderten Evaluation vor.
Rund 4,3 Milliarden Euro stehen deutschen Kliniken aus dem Krankenhauszukunftsgesetz zur Digitalisierung zur Verfügung. Einen Teil davon müssen sie in IT-Sicherheit stecken. Doch der staatliche Geldsegen ist oft nur eine Starthilfe.
Seit 2007 müssen die Kliniken hierzulande Qualitätsberichte veröffentlichen. Auch Pflegeeinrichtungen sind zu Transparenz verpflichtet. Doch zwei von drei Bürgern fühlen sich nach wie vor orientierungslos beim Suchen nach guten Ärzten, Krankenhäusern und Heimen. Experten fordern daher einen Neustart mit umfassendem, datengefütterten Info- und Leitsystem.
Die Ampel drängt auf flotteres Entscheiden und mehr Mitsprache von Patientenvertretern und weiteren Berufsgruppen im Gemeinsamen Bundesausschuss. G-BA-Chef Josef Hecken sieht darin einen Widerspruch. Es drohe Selbstblockade, sagt er im Interview. Dabei sei effektives Prüfen von Qualität und Wirtschaftlichkeit in Zeiten knapper Finanzen wichtiger denn je.
Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Gesundheitsrisiken sozial ungleich verteilt sind. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will das ändern und dafür unter anderem den „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst zum Erfolg führen“.
Die ohnehin als unwahrscheinlich geltende Einführung einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus ist seit gestern noch ein wenig unrealistischer. In der öffentlichen Expertenanhörung des Gesundheitsausschusses äußerte ein großer Teil der Verbände und Einzelsachverständigen praktische und systematische Bedenken an der Umsetzung.
Während hierzulade etwa 3,4 Millionen Menschen als schwerstgradig Schmerzkranke gelten, seien gerade mal rund 1.200 spezialisierte Ärzt:innen in der ambulanten Versorgung tätig. Mit den Ukraine-Kriegsflüchtlingen steige der Versorgungsbedarf abermals. Doch nicht nur deshalb brauche es Reformen, meint die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin.
Als Corona-Experte gescheitert, könnte Minister Lauterbach sich auf seine Kernkompetenz, die Gesundheitsökonomie, fokussieren – die desolaten Krankenkassenfinanzen rufen danach. Doch auch hier läuft schief, was nur schief gehen kann. Über einen Minister und seine schwere Suche nach einer neuen Rolle.
Trotz Milliardenlochs in der GKV, wegbrechender Einnahmen durch Corona und steigender Kosten infolge des Ukraine-Kriegs: Der Gesundheitsminister schließt Leistungskürzungen aus. Zugleich verteidigt er seine Kehrtwende in der Pandemiepolitik: Eine Selbstgefährdung derer, die sich nicht impfen lassen, sei keine ausreichende Grundlage mehr für Beschränkungen.
Der Energieverbrauch in der Chemie- und Pharmaindustrie basiert zu 43,6 Prozent auf Erdgas. Ist durch den Krieg in der Ukraine und den damit zusammenhängenden Sanktionen gegen Russland die Produktion und Versorgung in Gefahr?
Für den im Koalitionsvertrag angekündigten Ausbau der Gesundheitsregionen als Teil der sektorenübergreifenden Versorgung gibt es viel Rückendeckung. Die Ausgestaltung könnte sich als langwierig und schwierig gestalten.
Eine weitere Legislatur ohne größere Reform der Krankenhausfinanzierung und Strukturplanung könne sich Deutschland nicht erlauben, warnten Vertreter:innen aus Krankenhäusern, Ärzteschaft, Politik und Kassen beim DRG-Forum. Der Bundesgesundheitsminister kündigte einen zeitnahen Entwurf an, auch die Expertenkommission soll kurzfristig eingesetzt werden.
Die Behandlung der spinalen Muskelatrophie hat unbestritten immense Fortschritte gemacht. Doch die – auch medial – verbreitete Hoffnung, Zolgensma sei quasi für alle SMA-Kinder ein Wundermittel, scheint in dieser Pauschalität nicht aufzugehen. Es gibt einen profunden Bedarf nach Forschung, insbesondere zur Kombination unterschiedlicher SMA-Arzneimittel.
Entkriminalisierung, Regulierung oder eine vollständige Legalisierung? Wie Cannabis künftig zu nicht-medizinischen Zwecken zugänglich gemacht werden soll, darüber müssen die Ampel-Koalitionäre noch genauer reden.
Nachdem der vom Minister zuvor angekündigte Entwurf für ein GKV-Finanzierungsgesetz öffentlich wurde, bestreitet das BMG, dass es überhaupt einen offiziellen Entwurf gibt. In Kassenkreisen sorgen die Vorgänge für Entsetzen. Und neue Äußerungen des Finanzministers untergraben die Autorität Lauterbachs zusätzlich.
Bei ihrem Krankenhausgipfel zeigen sich Deutschlands Klinik-Funktionäre irritiert über das BMG und seinen Minister: Ohne eine Verlängerung des übermorgen auslaufenden Corona-Schutzschirms drohten Schließungen. Rätselraten herrscht auch über geplante Krankenhausreformen der Ampel.
Eine Interventionsstudie hat untersucht, wie mit Beratung eine massive Gewichtszunahme in der Schwangerschaft verhindert werden kann. Denn diese wirkt sich negativ auf die Gesundheit von Mutter und Kind aus. Doch es hakt an der Zusammenarbeit der Leistungserbringer.
Eine Initiative aus Industrie und Wissenschaft macht Vorschläge, wie Deutschland als Standort für Spitzenforschung relevant bleiben und weiter gestärkt werden könnte. Die Standortfrage nutzte gestern vor allem die Pharma-Industrie, um vor möglichen Folgen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes zu warnen.
Der Haushaltsplan für das laufende Jahr sieht Mehrausgaben für Digitalisierungsprojekte im Gesundheitswesen vor, leichte Einsparungen bei anderen Posten. Ein Überblick über die Zuwächse und Einsparungen im Einzelplan des Gesundheitsministeriums.
Die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung muss und soll, so will es der Gesetzgeber, auf stabile Beine gestellt werden, um drohende deutlich steigende Zusatzbeitragssätze zu verhindern. Der BMG-Entwurf zum GKV-Finanzierungsgesetz listet jede Menge mögliche Maßnahmen auf. Ob sie reichen und als Gesetz verabschiedet werden, ist unsicher.
Der Pharmasektor sieht sich als Schlüsselindustrie für Deutschland und fordert ein Bekenntnis der Politik. Die aktuellen Diskussionen um die Weiterentwicklung des AMNOG werden von den Unternehmen mit Sorge zur Kenntnis genommen. Aus ihrer Sicht steht die Innovationskraft auf dem Spiel.
Bundesgesundheitsminister Lauterbach arbeitet mit anderen Ressorts an einer Lösung zur Versorgung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine. Denn noch bleiben den Menschen viele Behandlungen verwehrt. Doch bis es so weit ist, füllen andere Angebote die Lücke.
Morgen wird das Kabinett die Eckpunkte für den Haushalt 2022 verabschieden. Geprägt ist dieser insbesondere von Maßnahmen zur Bekämpfung der gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise. Wie es im kommenden Jahr weitergeht, scheint unterdessen noch unklar.
„Patientenstaue“ in den Notaufnahmen führen statistisch zu einem Anstieg vermeidbarer Todesfälle in der Notfallversorgung. Eine gezielte Steuerung der Patient:innen in die für sie sinnvollen Versorgungsbereiche soll die Notaufnahmen entlasten. In Rosenheim wurde im Rahmen einer Studie die Kombination zweier Ersteinschätzungsverfahren erprobt.
Der europäische Gesundheitsdatenraum wird konkreter: Wie ein Entwurf der EU-Kommission zeigt, sollen Patienten bald festlegen können, wer auf ihre Gesundheitsdaten zugreifen kann und Forschende von einem interoperablen Format profitieren.
Bei der Höhe der Corona-Prämien verlässt sich das Gesundheitsministerium nun doch nicht auf das Gerechtigkeitsempfinden der Klinikbetreiber. Geplant ist, dass Intensivpflegekräfte in coronabelasteten Häusern 2500 Euro bekommen sollen – fast ein Drittel mehr als das Personal auf Normalstationen. Für Fachkräfte der Langzeitpflege gibt es maximal 550 Euro.
Trotz steigender Inzidenzen sollen zum Frühjahr auf Wunsch der Politik viele Corona-Schutzmaßnahmen gekippt werden. Die Maskenpflicht zum Schutz vulnerabler soll in bestimmten Einrichtungen aber bestehen bleiben. Ein Anlass, um Rückschau zu halten. Was leistet der Atemschutz? Und was könnte er leisten, wo gäbe es noch Optimierungspotenzial?
Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat den Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine versprochen, dass sie hier im Krankheitsfall behandelt werden wie deutsche Staatsbürger. Doch bisher gibt es nur in neun Bundesländern Verträge zum Einsatz der Gesundheitskarte für Flüchtlinge. Die Krankenkassen stehen bereit, bestehende Lücken nun schnell zu schließen.
Wer versorgt strahlengeschädigte Patienten nach einem nuklearen Ernstfall? Laut den Katastrophenschutz- und Krankenhausgesetzen der Länder sind die Akutkrankenhäuser verpflichtet, Alarmpläne auszuarbeiten. Auf spezielle Abteilungen kommt es weniger an, wohl aber auf nuklearmedizinische Kompetenz, zeigt eine Umfrage bei den Landesgesundheitsministerien.
Mit missverständlichen Aussagen zum „Stopp“ von E-Rezept und eAU sorgte Gesundheitsminister Lauterbach gerade für Unruhe bei niedergelassenen Ärzten, und viele freuten sich über das Aus von Digitalisierungsvorgaben. Jetzt versucht das BMG in einem Schreiben an die Gematik-Gesellschafter, die Irritationen zu beseitigen.
Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) fordert in ihrem gestern vorgestellten Jahresgutachten eine Digitalisierungsstrategie im Gesundheitswesen. Neben einer koordinierenden Stelle brauche es eine bessere Vergütung telemedizinischer Leistungen.
Amazon, Apple und Co – die großen globalen Technologie-Konzerne haben die Mittel, um die Gesundheitssysteme nachhaltig zu verändern. Wie sich die Regierung darauf vorbereiten sollte, haben Wissenschaftler:innen auf Basis ihrer Bestandsaufnahme zu 16 oftmals bisher branchenfremden Tech-Giganten, die zunehmend stärker in Gesundheit investieren, formuliert.
Bei der Verlängerung von Corona-Regeln setzen sich die Liberalen in fast allen Punkten durch – für den Minister geht es um kaum mehr als Gesichtswahrung. Vor allem bei den Grünen hat man nun große Probleme, den Kompromiss als gute Lösung zu verkaufen.
Für ältere Menschen empfiehlt die STIKO einen viermal so starken Grippe-Impfstoff. Allerdings gibt es dafür nur einen einzigen Hersteller, es könnte zu Lieferengpässen kommen. Das BMG hat daher eine Ausnahmeregelung, die den über 60-Jährigen auch Anspruch auf andere Impfstoffe gewährt, verlängert – und damit den eigentlich zuständigen G-BA überrumpelt.
Mit einer neuen Förderung der Medizininformatik-Initiative soll die Digitalisierung der Gesundheitsforschung weiter vorangebracht werden. Der Fokus liegt auf der erweiterten Zusammenarbeit zwischen den Unikliniken und auf der Kooperation mit neuen Partnern. Auch die personalisierte Krebsforschung soll profitieren.
Auf den Wochenbettstationen finden sich dieser Tage immer weniger Hebammen. Der Grund: Die erste Verordnung zur Änderung der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung. Das Bundesgesundheitsministerium ist trotzdem nicht bereit, nochmal nachzubessern.
Die Global Financing Facility der Weltbank warnt vor Kollateralschäden der Pandemie – etwa Müttern, die während der Geburt sterben, oder Kindern, die lebensbedrohlich erkranken, weil sie Impfungen verpasst haben. Dass aber auch hierzulande Frauen in der Gesundheitsversorgung diskriminiert werden, zeigt die geringe Zahl an Studienteilnehmerinnen.
Kinder haben nach wie vor keine starke Lobby, sagt Nezahat Baradari (SPD). Darum sei die Kinder- und Jugendmedizin seit Jahren unterfinanziert. Um die Versorgung langfristig sicherstellen zu können, muss ein ganzes Maßnahmenpaket verabschiedet werden. Dabei spielt Prävention eine entscheidende Rolle.