Intensivmediziner und Ethiker haben ihre Empfehlungen für eine Behandlungs-Priorisierung im Falle fehlender intensivmedizinischer Kapazitäten aktualisiert. Der Grundsatz bleibt gleich. Eine Benachteiligung bestimmter Patientengruppen wird abgelehnt, der Corona-Impfstatus als hartes Kriterium ebenfalls.
Deutschlands Arztpraxen werden derzeit von Corona-Impfwilligen überrollt – nun fehlt offenbar noch mehr Impfstoff als befürchtet, wie die KBV diese Nacht den Niedergelassenen mitteilte. Auch Moderna ist entgegen der Ankündigung von Jens Spahn nicht überall voll lieferfähig.
Immer mehr schwangere Frauen infizieren sich mit SARS-CoV-2, weil sie nicht dagegen geimpft sind. Dabei ist längst erwiesen, dass die Gruppe zu den besonders gefährdeten zählt, aber erst spät hat die STIKO eine Empfehlung ausgesprochen. Und Hebammen dürfen nicht zu Impfungen beraten.
Die Probleme in der Pflege sind in der Schweiz ähnlich gelagert wie in Deutschland. Lange vor der Pandemie wurde dort eine Initiative gestartet, die die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen verbessern soll. Nun zeichnet sich vor der Abstimmung am Sonntag ein Ja ab, welches dem Pflegeberuf einen Verfassungsrang als Teil der Grundversorgung bescheren würde.
Allen Prognosen zum Trotz hat sich die SPD in der Ampelregierung nun doch das Gesundheitsministerium gesichert. Was läge da näher, als ihren ausgewiesensten Experten zum Ressortchef zu machen? Karl Lauterbach würde gerne Gesundheitsminister werden, er war noch nie so nah dran. Und beliebt ist er obendrein. Warum er es möglicherweise aber doch nicht wird.
Trotz aller Vorabsprachen birgt der gestern präsentierte Koalitionsvertrag noch manche Überraschung. Vor allem im Pflegesektor: Beschäftigte dort erhalten einen Milliarden-Bonus, der Eigenanteil im Heim soll doch begrenzt werden, Experten dürfen eine optionale Pflege-Vollversicherung austüfteln. Aber nicht alle Betroffenen sind mit den Ergebnissen zufrieden.
Auch außerhalb des Gesundheitskapitels spielt Gesundheitspolitik in dem Papier immer wieder eine Rolle. Hier die Zusammenfassung der weiteren Punkte.
Bei der Bundeswehr gilt sie mittlerweile, in anderen Bereichen tun sich die Verantwortlichen noch schwer damit: Über die Einführung einer Impfpflicht in Deutschland wird derzeit heftig gestritten. Ein Überblick.
Anders als der Ethikrat plädiert dessen Ex-Vorsitzender Peter Dabrock für eine allgemeine Impfpflicht – die Zeiten hätten sich geändert, argumentiert er im Interview. Der Politik wirft er vor, sich wegzuducken und damit eine eskalierende Wut der Geimpften in Kauf zu nehmen.
Mitte der 2010er-Jahre war die Hoffnung groß, wichtige Medizinprodukte künftig schnell und geräuschlos per Drohne liefern zu können. Während es hierzulande bei einige Versuchsflügen blieb, zeigen Projekte in Afrika mittlerweile, welches Potential in der Drohnentechnik auch für Deutschland liegen könnte – und wo sie an ihre Grenzen kommt.
Mit seinem Vorstoß, die Lieferung des BioNTech-Impfstoffes in den kommenden Wochen zu begrenzen, hat Gesundheitsminister Spahn eine Welle der Kritik losgetreten. Nun fordert sogar die Gesundheitsministerkonferenz, die Entscheidung schnellstmöglich zu revidieren.
Die Ampelfraktionen wollen Patienten mehr Mitsprache bei der Entscheidung über Gesundheitsleistungen gewähren und den Gemeinsamen Bundesausschuss entsprechend reformieren. Die BAG Selbsthilfe und die UPD wollen mehr: Sie verlangen ein Stimmrecht für Patientenvertreter im GBA.
Kostendämpfung, Lieferengpässe, Big Data in Forschung und Entwicklung – das sind nur drei Themen, die in der Arzneimittelpolitik in der neuen Legislaturperiode eine Rolle spielen werden. Was die Pharmabranche erwartet und die neue Koalition geplant hat.
Das Krankenkassen-Defizit ist von 148 Millionen Euro im ersten Quartal auf fast 3,2 Milliarden im dritten Quartal explodiert. Grund zur Panik ist das nicht, denn das Minus ist vor allem gewollte Folge politischer Eingriffe. Doch 2023 droht ein Defizit von mindestens 14 Milliarden Euro. Und ob die künftige Ampel-Regierung gegensteuert, ist bislang ungewiss.
Fettleber, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Darmentzündungen: Wie lassen sich Therapien auf wichtigen gastroenterologischen Feldern verbessern? Hierüber diskutierten bei einem Online-Symposium der Paul-Martini-Stiftung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem akademischen Bereich wie der Industrie.
Das sprunghaft gestiegene Interesse der Deutschen an einer Auffrischungsimpfung zwingt die Länder dazu, ihre Booster-Strategien zu überdenken. In einigen Bundesländern werden die Impfzentren reaktiviert – mancherorts fehlt es allerdings an Personal für die neuerliche Inbetriebnahme.
Viele Kinderkliniken in Deutschland sind bereits mit der hohen Zahl an RSV-Infektionen überlastet, nun fürchten sie eine Influenzawelle. Dominik Schneider, Direktor der Dortmunder Kinderklinik und DGKJ-Vorstand, erklärt, warum die Infekte nicht verhindern werden konnten und welche Bedeutung diese für das Immunsystem haben.
In den USA und Israel läuft die Impfkampagne für Kinder ab fünf Jahren auf Hochtouren, in der EU soll der Impfstoff bereits in der kommenden Woche zugelassen werden. Das Gesundheitsministerium sieht allerdings keinen dringenden Handlungsbedarf und verweist auf den Hersteller und logistische Herausforderungen.
Die Arbeitsgruppe Gesundheit der Ampel-Verhandler hat ihr Papier ausgearbeitet. Der größte Abschnitt widmet sich dem Thema Pflege. Tagesspiegel Background fasst die Endfassung des sechsseitigen Entwurfs für den Koalitionsvertrag zusammen.
Für viele Ärzte sind sie ein netter Zuverdienst, für einige Patientinnen und Patienten hingegen ein Rettungsanker bei ungeklärten Beschwerden – individuelle Gesundheitsleistungen haben einen zweifelhaften Ruf. Zwei Beispiele zeigen, wie manche Befunde in die Irre führen.
Lange Zeit hat Deutschland die Digitalisierung im Gesundheitswesen verschlafen. Nun ging es in den letzten Jahren ganz schnell: ePA, E-Rezept, DiGA, TI heißen die Schlagworte, mit denen der Sprung ins digitale Zeitalter geschafft werden soll. Wo Deutschland bei diesem Transformationsprozess steht, versucht der heute erscheinende eHealth Monitor zu vermessen.
Digitale Gesundheitstechnologien lassen sich nicht einfach in mehreren europäischen Ländern anbieten. Darauf macht der Branchenverband MedTech Europe in einem Papier aufmerksam und verweist auf nicht einheitliche Erstattungsstrukturen. Deutschland sieht in dem Ländervergleich wie ein Vorreiter aus.
Trotz eines Steuerzuschusses in Rekordhöhe werden mindestens 20 Prozent der gesetzlichen Krankenkassen 2022 ihre Zusatzbeiträge erhöhen müssen. Hauptgründe sind nach der aktuellen Wettbewerbsstudie des Kassendienstleisters Bitmarck der doppelte Griff der Politik in die Rücklagen der Krankenkassen im laufenden Jahr und die Reform des Finanzausgleichs.
Kardiovaskuläre Erkrankungen sind in Deutschland nach wie vor Todesursache Nummer eins. Doch eine nationale Strategie zur Prävention, Behandlung und Forschung gibt es bislang nicht. Heute schließt sich die Herz-Hirn-Allianz zusammen, um bis 2030 deutliche Verbesserungen zu erzielen.
Ohne Reformen werden sich die Sozialbeiträge in den nächsten Jahrzehnten drastisch erhöhen. Bis 2035 könnten sie fast die Hälfte des Einkommens ausmachen, heißt es in einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung. Zu den Maßnahmen, die diesen Anstieg bremsen könnten, gehören aus Expertensicht auch Effizienzsteigerungen im Gesundheits- und Pflegesystem.
Ärzte ohne Grenzen und das Deutsche Rote Kreuz schlagen Alarm: Noch immer haben Hilfsorganisationen keinen regelmäßigen Zugang zu den Geflüchteten im polnisch-belarussischen Grenzgebiet. Sorge bereite vor allem die psychische Gesundheit der Menschen.
Der neue Vorsitzende des Thüringer Hartmannbunds gilt als unauffälliger Zeitgenosse – und sitzt für die stramm rechte Geraer AfD im Stadtrat. Die politischen Mehrheitsverhältnisse drohen im Osten auch die Standesvertretungen der Ärzte zu erfassen – ein Umgang damit muss erst noch gefunden werden.
Jetzt soll es doch Kontaktbeschränkungen, Versammlungs- und Veranstaltungsverbote geben dürfen. Und auch 3G in Bussen und Bahnen ist bundesweit geplant. Wegen steigender Infektionszahlen wollen die Ampel-Parteien ihre bisher geplanten Corona-Regeln verschärfen. Sachverständige mahnen derweil zum schnelleren Impfen und Boostern.
Seit April dieses Jahres kann man sich auch mit der Corona-Warn-App (CWA) in Restaurants, Museen und Bars einchecken. Für die Kontaktdatenerfassung reicht die anonyme CWA jedoch in den meisten Bundesländern nicht aus. Das will der Bund nun ändern und könnte damit einen Paradigmenwechsel in der Pandemie-Politik einleiten.
Die Diskussion um eine Covid-19-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen verschärft sich. Der Lehrerverband spricht sich klar dagegen aus und schlägt stattdessen eine flächendeckende 3G-Regel vor, wonach sich ungeimpfte Lehrkräfte täglich testen lassen müssten.
Die für Gesundheit zuständige Verdi-Bundesvorständin nutzte die eigene Krankenhaustagung für klare Kritik am scheidenden Gesundheitsminister. Tarifkämpfe, so machte Sylvia Bühler deutlich, wären nicht nötig, wenn sich die Politik zu verbindlichen Personalvorgaben für Kliniken hätte durchringen können. Auch Belegschafts-Ausgliederungen müssten aufhören.
Die Gematik hat zum ersten Mal die Anbindung an die Telematikinfrastruktur und deren Anwendungen evaluiert. Heute wird der sogenannte TI-Atlas vorgestellt, der zeigt, dass zwar viele Praxen an die TI angeschlossen sind, aber Notfalldatensatz oder ePA nur selten genutzt werden.
Mecklenburg-Vorpommern wird künftig von SPD und Linke regiert. In ihrem Koalitionsvertrag garantieren sie den Erhalt aller Klinikstandorte im Land und kündigen einen Masterplan Gesundheitswirtschaft sowie ein Konzept zur Geburtshilfe an. Das Gesundheitsressort wechselt vom Wirtschafts- zurück in das von Stefanie Drese geführte Sozialministerium.
Ronni Gamzu ist Leiter des Ichilov-Krankenhauses in Tel Aviv und ehemaliger Corona-Beauftragter der israelischen Regierung. Im Interview kritisiert er die „Zögerlichkeit” Deutschlands bei der Entscheidung über Folgeimpfungen. Israel konnte den Anstieg der Infektionen in diesem Sommer durch sogenannte Booster-Impfungen stark eindämmen.
Wer körperlich nah an gefährdeten Menschen arbeitet, ist in der Pflicht, sich selbst impfen zu lassen, um vermeidbaren Schaden von denen abzuwenden, die sich selbst nur bedingt schützen können, argumentiert die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx. Für Beschäftigte aus dem Gesundheitsbereich soll daher die Impfpflicht kommen.
Die einen fahren ihre Impfzentren wieder hoch, die anderen setzen auf mobile Teams und Corona-Immunisierung in Krankenhäusern oder Einkaufzentren. Angesichts steigender Fallzahlen wollen sich die meisten Bundesländer nicht mehr nur auf die Impfkapazitäten in den Arztpraxen verlassen.
Bei der Behandlung einer Krebserkrankung ist es häufig nicht nur der Körper, der Höchstleistungen abrufen muss, sondern auch die Psyche. Die Rahmenbedingungen für die Psychoonkologie sind allerdings weiterhin ausbaufähig.
Um die vierte Coronawelle abfangen zu können, sollen die Kliniken wieder planbare Eingriffe verschieben. Dafür stellt ihnen Gesundheitsminister Spahn neuerlich Steuerhilfen in Aussicht. Jedoch soll das Geld diesmal nur noch für tatsächliche Corona-Behandlung fließen und nicht mehr fürs bloße Freihalten von Betten. Die Klinikbetreiber kritisieren das heftig.
Das Ende der Sozialgarantie bis spätestens 2023, ein neues Allzeit-Hoch der GKV-Steuerfinanzierung 2022 und die Rückkehr zu Spargesetzen und Verschiebebahnhöfen – das sagt der versierte Gesundheitsökonom Wolfgang Greiner für die Zukunft voraus. Über Auswege wurde gestern beim IKK e.V. diskutiert.
Im Kampf gegen Corona müssen jetzt breit verfügbare, leicht anwendbare Medikamente entwickelt und die akademische Forschung gestärkt werden. Das fordert die Nationale Akademie der Wissenschaften. Denn das Virus, so viel steht für die Leopoldina fest, wird auch nach Abklingen der Pandemie nicht vollends verschwinden.
Die Ampelparteien werfen Jens Spahn vor, sich nicht genügend auf die absehbare vierte Welle vorbereitet zu haben – gleichzeitig sind sie dringend auf den geschäftsführenden Minister angewiesen. Parallel dazu rangeln Bund und Länder um ihre Aufgabenverteilung.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat eine Richtlinie festgelegt, nach der Praxen E-Rezepte und elektronische Krankschreibungen (eAU) bis Ende Juni weiterhin auf Papier ausstellen dürfen. Holger Rostek, stellvertretender Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, erklärt die Gründe dafür.
Alle gängigen Chemotherapien sind bei Katharina Mehnke ausgeschöpft. Nun hängt sie in der Warteschleife fest, ob ihre Krankenkasse den Off-Label-Use einer Antikörper-Therapie bewilligt. Wo unser Gesundheitswesen an seine Grenzen stößt und Bürokratie über Leben und Tod entscheidet.
Ein US-Bundesprogramm, das Informationen über Zahlungen von Arzneimittel- und Medizintechnikunternehmen an Ärzt:innen und Lehrkrankenhäuser offenlegt, könnte zur Blaupause für eine deutsche gesetzliche Verpflichtung werden. Was ist der Sunshine Act und wie funktioniert er?
Um in der Krebsbekämpfung voranzukommen, hat die EU-Kommission einen ambitionierten Plan vorgelegt. Worum es dabei geht, welche Chancen das bietet und wo noch mehr Engagement und grenzüberschreitende Zusammenarbeit nötig ist, sagt der Arzt und Berichterstatter des damit befassten Sonderausschusses im EU-Parlament, Peter Liese, im Interview.
Was haben Masken, Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen gebracht? Ein Sachverständigengremium soll das Infektionsschutzgesetz und die Wirksamkeit der Maßnahmen bewerten. Doch eine wissenschaftlich seriöse Beurteilung ist kaum zu leisten: Es mangelt an Daten wie Methodenkompetenz. Epidemiologen wurden erst gar nicht in den Expertenkreis berufen.
Während in den USA eine Corona-Impfkampagne für Fünf- bis Elfjährige angelaufen ist, fehlt in Deutschland noch die Zulassung der EMA und vor allem die Einschätzung der STIKO. Wie eine Umfrage des Tagesspiegel Background zeigt, würde zumindest die Hälfte der Eltern ihre Kinder dann immunisieren lassen.
Werden Studien nicht veröffentlicht, dann gleicht dies einem Betrug an Patient:innen, findet Gerd Antes, einer der Wegbereiter der evidenzbasierten Medizin. Bei der Qualitätssicherungskonferenz des Gemeinsamen Bundesausschusses erklärte das unparteiische Mitglied, Karin Maag, Daten besser nutzen zu wollen.
Das Bundesamt für soziale Sicherung hat im Oktober seinen ersten Prüfbericht zu Manipulationen am 2009 eingeführten krankheitsorientierten Risikostrukturausgleich vorgelegt. Obwohl die Auswertung für 2013 starke Verdachtsmomente gegen 18 Kassen ergeben hat, wird es vorerst keine finanziellen Konsequenzen geben.
Lockdowns und Kontaktbeschränkungen infolge der Pandemie haben die Zahl der mediensüchtigen Jugendlichen hochschnellen lassen. Die Zahl pathologischer Computerspieler stieg seit 2019 um 52 Prozent, die der Social-Media-Abhängigen um 44 Prozent. Experten zeigen sich besorgt, sie drängen auf mehr Prävention. Und die Drogenbeauftragte mahnt die Eltern.
Bis Ende des Jahres sollte ein Expertengremium Vorschläge für ein zukunftssicheres Infektionsschutzgesetz vorlegen und Lehren aus der Coronakrise für künftige Pandemien ziehen. Daraus wird nichts. Der Vorsitzende des Gremiums bittet um deutlich mehr Zeit.
Die Krankenhäuser in Deutschland werden immer digitaler – und immer häufiger zum Ziel von kriminellen Hackern. Erst durch politischen Druck haben viele Häuser ihre IT-Sicherheit aufgerüstet.
Ist ein agiler Regierungsstil mit "Try and Error" aussichtsreicher für das Gelingen von Gesundheitsreformen als die traditionellen Konsens-Verfahren? Die Bertelsmann-Stiftung hat das nun in einer Studie untersuchen lassen. Ergebnis: Beim Thema Digitalisierung hilft es auf jeden Fall. Auf politisch heiklem Terrain aber wären solche Methoden eher ungeeignet.
Arme und beruflich belastete Menschen werden deutlich früher pflegebedürftig als Wohlhabende und Personen mit gemütlicherem Job. Das hat das DIW in einer Studie nachgewiesen, die heute veröffentlicht wird. Die Unterschiede betragen bis zu sechs Jahre.
Wer soll eine Auffrisch-Impfung gegen das Coronavirus bekommen? Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission dafür ist eindeutig, doch vielen Gesundheitspolitiker:innen reicht das nicht. Sie werben explizit für den Boost für alle – und ernten Kritik aus der Ärzteschaft.
Gestern ging es um den Themenblock Pflege, morgen um den Komplex „Versorgung“: Der Tagesspiegel Background vorliegende Fahrplan für die Koalitionsgespräche offenbart ein dichtes Programm, dessen Ergebnisse dann nächsten Mittwoch präsentiert werden sollen.
Der Ärztetag stand gestern ganz im Zeichen der Klimakrise. Die Delegierten haben beschlossen, alles dafür zu tun, bis 2030 Klimaneutralität im Gesundheitswesen herzustellen. Mit zahlreichen Beschlüsse wurde ein Fahrplan für die nächsten Jahre erstellt.
Ein Jahr Pause für die Gematik und Evaluation der TI-Anwendungen: Das fordert die Bundesärztekammer von der neuen Regierung. Beim Ärztetag werden zudem deutliche Zeichen für eine regionaler ausgerichtete Krankenhausplanung gesetzt.
Angesichts steigender Infektionszahlen und stagnierender Impfquote rückt eine andere Corona-Bekämpfungsmaßnahme in den Fokus: die Auffrischungsimpfungen. Doch auch hier zeichnet sich Streit ab. Nachdem der scheidende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn per Zeitungsinterview die Wiedereröffnung von Impfzentren gefordert hat, protestieren die Länder.
Andreas Storm sieht dringenden politischen Handlungsbedarf – nicht nur bei der Stabilisierung der Finanzen im Gesundheitswesen. Schon 2023 drohten empfindliche Beitragssatzerhöhungen, wenn die neue Regierung jetzt nicht handele, warnt der Vorstandsvorsitzende der drittgrößten Krankenkasse.
Um toxische Proteine schneller abzubauen, können sich Immunzellen im Gehirn spontan zu Verbünden zusammenschließen und sich bei Bedarf gegenseitig mit Energie versorgen. Mittelfristig, das jedenfalls hoffen Neuro-Wissenschaftler der Uni Bonn, könnten sich dadurch auch therapeutische Perspektiven für Parkinson oder Demenzerkrankungen eröffnen.
Lücken in der Gesundheitsversorgung schließen sich vor allem durch Menschen, die eben jene am eigenen Leib zu spüren bekommen. Das Beispiel der Brustkrebs-App „Brea“ zeigt einerseits, wie viel persönliche Betroffenheit möglich macht und andererseits, wie schwer es Innovationen auf dem Weg ins Gesundheitssystem haben.
Vor dem am Montag beginnenden Ärztetag spricht der Präsident der Bundesärztekammer über die Gesundheitspolitik einer Ampelkoalition, über dringend nötige Reformen im Kliniksektor und über seine Ideen, wie man die Gesetzliche Krankenversicherung auf solidere Füße stellen könnte. Nötig sei hier Solidarität der Älteren mit den Jüngeren, meint Klaus Reinhardt.
Hohe Sanktionen, viel Dokumentation und schwierige Finanzierung: Diese Probleme beklagt die Deutsche Krankenhausgesellschaft bei den psychiatrischen Kliniken. Von der kommenden Regierung wünscht sie sich flexiblere Regeln, mehr Vorhalteentschädigung und Raum für regionale Vereinbarungen.
In Deutschland trägt das Gesundheitswesen jährlich mehr als fünf Prozent zu den nationalen Emissionen bei. Damit verschärft der Sektor die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels deutlich. Die Einsparmöglichkeiten liegen sowohl in der Logistik wie auch beim Ressourcenverbrauch.
Heute beginnt der Jahreskongress der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Der Medizinische Vorstand Axel Rahmel berichtet vorab im Interview, warum die Reform der Organspende noch keine Früchte trägt und an welchen Stellschrauben die nächste Bundesregierung nachjustieren muss.