Die Wirtschaftsinformatikerin und Grünen-Politikerin Laura Dornheim versteht nicht, warum Deutschland noch immer strikt an der Präsenzkultur festhält. Gerade in Pandemie-Zeiten liegen die Vorteile von Homeoffice und Meetings per Videoschalte auf der Hand, sagt sie.
Bleibt die Gesundheitswirtschaft beim Zugang zu Forschungsdaten weiter außen vor, gefährde das den Innovationsstandort Deutschland, warnt Roche-Vorstand Hagen Pfundner. In der Folge drohe der Zukauf von Angeboten aus dem Ausland.
Als Medizinmetropolen Europas gelten bislang eher London, Paris oder Stockholm. Das könnte sich ändern, erklärt UKB-Chef Axel Ekkernkamp. Er attestiert der Hauptstadt beste Chancen, Experten anzuziehen und die Forschung in Biomedizin voranzubringen.
Noch ist völlig unklar, welche Auswirkungen die Ausbreitung des Coronavirus haben wird, meint der Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Achim Wambach. Gewiss aber sei: Jetzt schlägt die Stunde des Risikomanagements.
Ein Vergleich Berlins mit der Biotech-Metropole Bosten lohnt nicht, meint Ingmar Hoerr von der Biotechnologie-Firma Curevac und reagiert damit auf ein Background-Interview mit dem Charité-Chef Heyo Kroemer und Thomas Sommer vom MDC.
Ein Kinder- und Jugendarzt vergleicht die ab 1. März geltende Masern-Impfpflicht mit der Anschnall- und Helmpflicht. Das Recht auf Selbstbestimmung werde hier berechtigt durch den Staat ausgesetzt. Abzuwarten bleibt, wie streng kontrolliert wird, meint der Kinderdok.
Frauen sind im Gesundheitswesen zwar in der Mehrheit, doch in den Führungsetagen bleiben sie Mangelware. Susanne Schaffert, Präsidentin Novartis Oncology, ist der Auffassung, dass Innovationen erst durch Diversität vorangetrieben werden.
Mit dem Wissen um das Erbgutmolekül DNA stieg Boston zum Biomedizin-Cluster auf. Nun will Berlin die Zelle in den Forschungsfokus rücken – und zum Boston Europas werden.
Die Reform der Psychotherapeutenausbildung ist aus Sicht von Felicitas Bergmann nicht in jedem Punkt geglückt. Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (KJP) kritisiert die formale Abqualifizierung der heutigen KJP gegenüber zukünftigen Studienabsolventen.
Widersprüchlich und praxisfremd sei die Krankenhauspolitik von Jens Spahn, so Siegfried Hasenbein, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft. Er warnt davor, dass es schon bald ein böses Erwachen geben könnte.
Winfried Rief und Thomas Fydrich klären über die Probleme der einst führenden psychotherapeutischen Behandlungsform auf und zeigen, wie sie ihren Platz in der heutigen Versorgung finden kann.
Resistenzbrechende Antibiotika werden dringend benötigt. Doch der Forschungsaufwand ist über den Verkauf kaum hereinzuholen. VfA-Geschäftsführer Siegfried Throm wünscht sich deshalb öffentliche Hilfe bei der Entwicklung – etwa durch Erfolgsprämien und Absatzgarantien.
Körperliche Unterschiede und genderbezogene Zuschreibungen wirken sich in der Medizin in vielfältiger Weise aus, erklärt die Sprecherin für Gesundheitsförderung von Bündnis 90/Die Grünen, Kirsten Kappert-Gonther.
Die Digitalisierung des Gesundheitssystems braucht ein kulturelles Umdenken, fordert Erwin Böttinger, Leiter des Digital Health Centers am Hasso-Plattner-Institut. Warum Japan als Blaupause dienen könnte, erklärt er in seinem Standpunkt.
Gestern startete Novartis das Härtefallprogramm, in dessen Rahmen hundert Kinder mit Zolgensma behandelt werden sollen. Ein Spiel mit den Hoffnungen der Eltern, findet der Medizinethiker Joachim Boldt.
EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat den Auftrag, Europa in den gemeinsamen Kampf gegen Krebs zu führen. Morgen will sie dazu einen „Konsultationsprozess“ im europäischen Parlament beginnen. In einem Gastbeitrag erklärt sie, was sie sich von dem gemeinsamen Kraftakt der Europäer erhofft.
Die Pflegebranche darf, geht es um den Fachkräftemangel, nicht reflexhaft nach der Politik rufen, sondern habe es selbst in der Hand, Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dabei gehe es nicht allein um Geld, sagt der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus.
Niemand wird das zunehmend auftretende Problem fehlender Medikamente allein lösen können. Aber ohne Vorgaben aus der Politik wird sich an der derzeitigen Situation nichts ändern - das meint Michael Burkhart, Leiter Gesundheitswirtschaft bei PwC Deutschland.
Vorhofflimmern erkennen, Diagnosen stellen und Ärzten mehr Zeit für Patienten geben: Die Potenziale von KI sind enorm, meint Klaus Juffernbruch von der Hochschule für Ökonomie & Management in Neuss, der auch Vorsitzender der Expertengruppe Intelligente Gesundheitsnetze beim Digitalgipfel ist.
Ab Juli 2021 können Physiotherapeuten sich an die TI anbinden – ein Fundament, aber nicht mehr, sagt Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten. Damit Praxisinhaber und Patienten tatsächlich Daten austauschen können, braucht es die Möglichkeit zur Authentifizierung.
Aktuell wird diskutiert, wie Produktionskapazitäten für Arzneimittel mindestens nach Europa, besser aber noch nach Deutschland zurückverlagert werden könnten. Der Fachanwalt für Medizin-, Vergabe- und Verwaltungsrecht, Marc Gabriel, beleuchtet verschiedene Möglichkeiten.
Noch ist es nicht so weit, einem solchen Frühwarnsystem wirklich einen eindeutigen Mehrwert bescheinigen zu können, meint der Vorsitzende des Bundesverbands niedergelassener Kardiologen, Norbert Smetak.
Das Digitale-Versorgung-Gesetz werde die Landschaft der Gesundheitsversorgung um eine Produktsparte erweitern, meint der Fachanwalt für Medizinrecht Sebastian Vorberg. Der Anspruch auf Erstattung von digitalen Gesundheitsanwendungen sei jedoch kein Freifahrtsschein für die Anbieter.
Franz Knieps gehörte zu den Konstrukteuren der tiefgreifenden Gesundheitsreformen unter SPD-Ministerin Ulla Schmidt in den Nullerjahren. Heute ist Knieps Vorstand des BKK-Dachverbands. Und plädiert – als Privatmann, wie er betont – für eine weitere große Reform: Den Komplettumbau des Sozialgesetzbuchs V.
Jörg Heynemann, Anwalt für Medizinrecht, kritisiert eine Willkür bei der Arzt-Zulassung. Vielen Medizinern drohe der Widerruf ihrer Approbation, wenn sie im europäischen Ausland studiert haben. Er fordert mit Blick auf den Ärztemangel ein Einschreiten des Ministers.
Mit der Digitalisierung verbinden viele eine übersteigerte Heilserwartung, sagt Arzt, Kabarettist und Schriftsteller Eckart von Hirschhausen. In seinem Gastbeitrag schreibt er über die Risiken und Nebenwirkungen und zeigt positive Beispiele für eine digitalisierte Humanmedizin.
Wenn Mediziner falsch über Impfungen aufklären, müssen die Ärztekammern handeln, sagt der FDP-Bundestagsabgeordnete Andrew Ullmann. In seinem Standpunkt kritisiert er Impfgegner, die sich leider auch unter Ärzten fänden.
Dr. Wulf-Dietrich Leber, Abteilungsleiter Krankenhäuser beim GKV-Spitzenverband, kritisiert die hohe Zahl von Krankenhäusern in Deutschland. Statt an einer überkommenen Landesplanung festzuhalten, sollte man sich ein Beispiel an Dänemark und Holland nehmen.
Erwin Rüddel (CDU) befürwortet eine Digitalisierung der Krankenhäuser – doch es fehle an entsprechender digitaler Infrastrukur, kritisiert er. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag fordert deshalb einen Digitalfonds.
Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin, kritisiert eine Kommerzialisierung der Patientenversorgung. In nahezu allen Gesundheitssystemen arbeiteten die Beteiligten gegeneinander statt miteinander. Nötig sei ein neues System der Patientenversorgung.