Dänen fühlen sich am sichersten mit dem, was ihnen gemeinsam gehört, meint Morten Elbæk Petersen, der Direktor der dänischen E-Health-Plattform sundhed.dk. Teile der Patientenakte würde in Dänemark kaum jemand sperren, obwohl die Funktion verfügbar wäre.
Die Coronakrise ist für Lars-Alexander Mayer, Spezialist für Datenanalysen, ein geeigneter Anlass, um darüber zu sprechen, wie Vorhersagemodelle uns helfen können, die Krise effektiver zu managen. In Sachen Corona gebe es legitime Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit.
Im Standpunkt erklären Susanne Ozegowski und Daniel Cardinal, Bereichsleiter Unternehmensentwicklung und Versorgungsinnovation der Techniker Krankenkasse, wie die elektronische Patientenakte zum Erfolg werden kann und an welche Regeln man sich dabei halten muss.
Der Fernarzt.com-Geschäftsführer Felix Kaiser ist überzeugt, dass Anwendungen der Telemedizin in der Krise ihren Nutzen eindrucksvoll bewiesen haben und auch nach der Corona-Pandemie das Gesundheitswesen weiter verändern werden.
Clinical Decision Support Systeme bereiten evidenzbasiertes Wissen für die praktische Nutzung auf. Ohne direkten Mehrwert für die Anwender erfüllen IT-Systeme ihre Aufgabe nicht, meint Patrick Scheidt, Geschäftsführer der Elsevier GmbH.
Radiologieassistenten arbeiten ebenso wie Pflegende am Patienten – bekommen aber keine Sonderprämie für die Behandlung von Covid-19-Patienten. Die MTRA Dorina Petersen schildert den Alltag in der Krise.
Alle Lockerungen von Schutzmaßnahmen können zu einer Zunahme an Covid-19-Erkrankten führen, meinen die Wissenschaftler Michael Knipper und Peter Tinnemann. Um dies zu vermeiden, braucht es die konsequente Umsetzung von fünf strategischen Elementen.
Paul Meerkamp verbrachte nach einem Unfall zehn Tage in einer Hamburger Klinik und erlebte, was das Besuchsverbot emotional bedeutet. Trotz Schmerzen, Ungewissheit und Aufregung, sei das Alleinsein das unangenehmste gewesen.
Elmar Stracke forscht an der Universität Bayreuth zur Ethik des Alters und des Rentensystems. Er analysiert, warum man überhaupt darüber diskutiert, im Falle einer Verknappung von Krankenhausbetten jüngere Menschen zu bevorzugen.
Parkinson-Patienten sind auf eine ungestörte Medikation angewiesen, damit zumindest die Symptome ihrer unheilbaren und stetig fortschreitenden Erkrankung gelindert werden können. In der Praxis wird dieses Erfordernis jedoch systematisch unterminiert, meint Friedrich-Wilhelm Mehrhoff, Geschäftsführer der Deutschen Parkinson-Vereinigung.
In der Coronakrise muss das öffentliche Leben eingeschränkt werden. Neben Kontrolle von Verboten sollte auch verantwortungsvolles Verhalten belohnt werden, fordert Dominik Rehse vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Prädestiniert dafür seien Mobilfunkgeräte und -systeme.
Niedergelassene Ärzte sind in der Corona-Krise gleichzeitig systemrelevant und besonders gefährdet. Der Hamburger Orthopäde Matthias Soyka aus Hamburg meint: Die Politik hätte rechtzeitig vorsorgen müssen, um Behandler und damit auch deren Patienten zu schützen.
Das lange technik-skeptische Deutschland zeigt in der Coronakrise, dass es bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens zu den weltweiten Vorreitern gehören kann, meinen Jörg Debatin und Henrik Matthies vom Health Innovation Hub.
In der Coronakrise sind hoch digitalisierte Unternehmen im Vorteil, glaubt die Ökonomin Irene Bertschek vom ZEW in Mannheim. Sie können ihre Aktivitäten im Netz weiterführen. Doch auch in weniger stark digitalisierten Branchen können Online-Lösungen helfen.
Zehn Jahre mit vollen Kassen bleiben uns noch, sagt Luise Tavera, Vorsitzende der Initiative Denkschmiede Gesundheit. Für die Zukunftsfähigkeit der Sozialsysteme sei die Note unzureichend angemessen. Darum setzt sie sich für Generationengerechtigkeit ein.
Unser Krankheitsbegriff ist an das Auftreten von Symptomen geknüpft. Es ist Zeit, diese Praxis in Frage zu stellen, sagt Andreas Gerber, Deutschlandchef von Janssen. In seinem Standpunkt erklärt er die Möglichkeiten und Grenzen von Disease Interception.
Seit dem 1. März gilt für bestimmte Bevölkerungsgruppen eine Impfpflicht für Masern. Impfgegner versuchen, die Ausnahmeregelungen im Masernschutzgesetz zu nutzen. Ob es rechtliche Schlupflöcher gibt, bewertet die Rechtsanwältin für Medizinrecht, Leonie Unkelbach.
Die Physikerin Mandy Bethkenhagen lebt und arbeitet im französischen Lyon und berichtet von dem, was auch Deutschland bald ereilen könnte – die Ausgangssperre. Alltag sind nun Zwei-Meter-Abstandsgrenzen beim Bäcker und Einkäufe in kleinen Gruppen.
Längst bekommen auch die deutschen Krankenkassen die Konkurrenz großer Tech-Konzerne aus den USA oder China zu spüren. Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, plädiert für eine Vernetzung der europäischen Systeme, um die Digitalisierung voranzubringen.
Die Wirtschaftsinformatikerin und Grünen-Politikerin Laura Dornheim versteht nicht, warum Deutschland noch immer strikt an der Präsenzkultur festhält. Gerade in Pandemie-Zeiten liegen die Vorteile von Homeoffice und Meetings per Videoschalte auf der Hand, sagt sie.
Bleibt die Gesundheitswirtschaft beim Zugang zu Forschungsdaten weiter außen vor, gefährde das den Innovationsstandort Deutschland, warnt Roche-Vorstand Hagen Pfundner. In der Folge drohe der Zukauf von Angeboten aus dem Ausland.
Als Medizinmetropolen Europas gelten bislang eher London, Paris oder Stockholm. Das könnte sich ändern, erklärt UKB-Chef Axel Ekkernkamp. Er attestiert der Hauptstadt beste Chancen, Experten anzuziehen und die Forschung in Biomedizin voranzubringen.
Noch ist völlig unklar, welche Auswirkungen die Ausbreitung des Coronavirus haben wird, meint der Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Achim Wambach. Gewiss aber sei: Jetzt schlägt die Stunde des Risikomanagements.
Ein Vergleich Berlins mit der Biotech-Metropole Bosten lohnt nicht, meint Ingmar Hoerr von der Biotechnologie-Firma Curevac und reagiert damit auf ein Background-Interview mit dem Charité-Chef Heyo Kroemer und Thomas Sommer vom MDC.
Ein Kinder- und Jugendarzt vergleicht die ab 1. März geltende Masern-Impfpflicht mit der Anschnall- und Helmpflicht. Das Recht auf Selbstbestimmung werde hier berechtigt durch den Staat ausgesetzt. Abzuwarten bleibt, wie streng kontrolliert wird, meint der Kinderdok.
Frauen sind im Gesundheitswesen zwar in der Mehrheit, doch in den Führungsetagen bleiben sie Mangelware. Susanne Schaffert, Präsidentin Novartis Oncology, ist der Auffassung, dass Innovationen erst durch Diversität vorangetrieben werden.
Mit dem Wissen um das Erbgutmolekül DNA stieg Boston zum Biomedizin-Cluster auf. Nun will Berlin die Zelle in den Forschungsfokus rücken – und zum Boston Europas werden.
Die Reform der Psychotherapeutenausbildung ist aus Sicht von Felicitas Bergmann nicht in jedem Punkt geglückt. Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (KJP) kritisiert die formale Abqualifizierung der heutigen KJP gegenüber zukünftigen Studienabsolventen.
Widersprüchlich und praxisfremd sei die Krankenhauspolitik von Jens Spahn, so Siegfried Hasenbein, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft. Er warnt davor, dass es schon bald ein böses Erwachen geben könnte.
Winfried Rief und Thomas Fydrich klären über die Probleme der einst führenden psychotherapeutischen Behandlungsform auf und zeigen, wie sie ihren Platz in der heutigen Versorgung finden kann.
Resistenzbrechende Antibiotika werden dringend benötigt. Doch der Forschungsaufwand ist über den Verkauf kaum hereinzuholen. VfA-Geschäftsführer Siegfried Throm wünscht sich deshalb öffentliche Hilfe bei der Entwicklung – etwa durch Erfolgsprämien und Absatzgarantien.
Körperliche Unterschiede und genderbezogene Zuschreibungen wirken sich in der Medizin in vielfältiger Weise aus, erklärt die Sprecherin für Gesundheitsförderung von Bündnis 90/Die Grünen, Kirsten Kappert-Gonther.
Die Digitalisierung des Gesundheitssystems braucht ein kulturelles Umdenken, fordert Erwin Böttinger, Leiter des Digital Health Centers am Hasso-Plattner-Institut. Warum Japan als Blaupause dienen könnte, erklärt er in seinem Standpunkt.
Gestern startete Novartis das Härtefallprogramm, in dessen Rahmen hundert Kinder mit Zolgensma behandelt werden sollen. Ein Spiel mit den Hoffnungen der Eltern, findet der Medizinethiker Joachim Boldt.
EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat den Auftrag, Europa in den gemeinsamen Kampf gegen Krebs zu führen. Morgen will sie dazu einen „Konsultationsprozess“ im europäischen Parlament beginnen. In einem Gastbeitrag erklärt sie, was sie sich von dem gemeinsamen Kraftakt der Europäer erhofft.
Die Pflegebranche darf, geht es um den Fachkräftemangel, nicht reflexhaft nach der Politik rufen, sondern habe es selbst in der Hand, Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dabei gehe es nicht allein um Geld, sagt der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus.
Niemand wird das zunehmend auftretende Problem fehlender Medikamente allein lösen können. Aber ohne Vorgaben aus der Politik wird sich an der derzeitigen Situation nichts ändern - das meint Michael Burkhart, Leiter Gesundheitswirtschaft bei PwC Deutschland.
Vorhofflimmern erkennen, Diagnosen stellen und Ärzten mehr Zeit für Patienten geben: Die Potenziale von KI sind enorm, meint Klaus Juffernbruch von der Hochschule für Ökonomie & Management in Neuss, der auch Vorsitzender der Expertengruppe Intelligente Gesundheitsnetze beim Digitalgipfel ist.
Ab Juli 2021 können Physiotherapeuten sich an die TI anbinden – ein Fundament, aber nicht mehr, sagt Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten. Damit Praxisinhaber und Patienten tatsächlich Daten austauschen können, braucht es die Möglichkeit zur Authentifizierung.
Aktuell wird diskutiert, wie Produktionskapazitäten für Arzneimittel mindestens nach Europa, besser aber noch nach Deutschland zurückverlagert werden könnten. Der Fachanwalt für Medizin-, Vergabe- und Verwaltungsrecht, Marc Gabriel, beleuchtet verschiedene Möglichkeiten.
Noch ist es nicht so weit, einem solchen Frühwarnsystem wirklich einen eindeutigen Mehrwert bescheinigen zu können, meint der Vorsitzende des Bundesverbands niedergelassener Kardiologen, Norbert Smetak.
Das Digitale-Versorgung-Gesetz werde die Landschaft der Gesundheitsversorgung um eine Produktsparte erweitern, meint der Fachanwalt für Medizinrecht Sebastian Vorberg. Der Anspruch auf Erstattung von digitalen Gesundheitsanwendungen sei jedoch kein Freifahrtsschein für die Anbieter.
Franz Knieps gehörte zu den Konstrukteuren der tiefgreifenden Gesundheitsreformen unter SPD-Ministerin Ulla Schmidt in den Nullerjahren. Heute ist Knieps Vorstand des BKK-Dachverbands. Und plädiert – als Privatmann, wie er betont – für eine weitere große Reform: Den Komplettumbau des Sozialgesetzbuchs V.
Jörg Heynemann, Anwalt für Medizinrecht, kritisiert eine Willkür bei der Arzt-Zulassung. Vielen Medizinern drohe der Widerruf ihrer Approbation, wenn sie im europäischen Ausland studiert haben. Er fordert mit Blick auf den Ärztemangel ein Einschreiten des Ministers.
Mit der Digitalisierung verbinden viele eine übersteigerte Heilserwartung, sagt Arzt, Kabarettist und Schriftsteller Eckart von Hirschhausen. In seinem Gastbeitrag schreibt er über die Risiken und Nebenwirkungen und zeigt positive Beispiele für eine digitalisierte Humanmedizin.
Wenn Mediziner falsch über Impfungen aufklären, müssen die Ärztekammern handeln, sagt der FDP-Bundestagsabgeordnete Andrew Ullmann. In seinem Standpunkt kritisiert er Impfgegner, die sich leider auch unter Ärzten fänden.
Dr. Wulf-Dietrich Leber, Abteilungsleiter Krankenhäuser beim GKV-Spitzenverband, kritisiert die hohe Zahl von Krankenhäusern in Deutschland. Statt an einer überkommenen Landesplanung festzuhalten, sollte man sich ein Beispiel an Dänemark und Holland nehmen.
Erwin Rüddel (CDU) befürwortet eine Digitalisierung der Krankenhäuser – doch es fehle an entsprechender digitaler Infrastrukur, kritisiert er. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag fordert deshalb einen Digitalfonds.
Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin, kritisiert eine Kommerzialisierung der Patientenversorgung. In nahezu allen Gesundheitssystemen arbeiteten die Beteiligten gegeneinander statt miteinander. Nötig sei ein neues System der Patientenversorgung.