Die 2021 beschlossene G7-Partnerschaft für Investitionen in saubere Infrastruktur in Entwicklungs- und Schwellenländern soll unter der deutschen Präsidentschaft mit Leben gefüllt werden. Nun warnt der Thinktank E3G, dass in den Communiqués dazu bisher ein entscheidendes Detail fehlte.
Bereits seit fünf Jahren läuft die neu aufgesetzte Suche nach einem Atommüll-Endlager. Doch noch immer kommen 54 Prozent der Landesfläche für den Standort infrage. Bei einigen Akteuren wachsen nun Zweifel am Zeitplan – und der tangiert auch die Zwischenlagerung.
Geothermie sei Teil der Lösung der aktuellen Energieprobleme in Deutschland, sagen Forschende. Doch die Erdwärmenutzung fristet ein Schattendasein. Wertvolle Jahre wurden vertan, in denen die Energiepolitik bei der Wärmeversorgung vor allem auf Erdgas setzte.
Russlands Krieg und Deutschlands Werben um Flüssigerdgas erwecken umstrittene LNG-Projekte in Kanada zum Leben, die schon fast begraben waren. Kanadas Industrieminister hat Wirtschaftsminister Habeck eingeladen, Konkretes zu vereinbaren. Umweltschützer warnen vor riesigen Fehlinvestitionen.
Ambitioniert kommt das Programm „Repower EU“ daher. Doch bei genauerem Hinsehen wolle die Kommission den Bau fossiler Infrastrukturen auf Kosten des Klimas finanzieren, monieren Experten. Zudem sind Öl- und Gaspipelines von Umweltvorgaben ausgenommen, wenn sie der Versorgungssicherzeit dienen.
Bund und Länder wollen die Planung und Genehmigung neuer Infrastruktur zeitlich mindestens halbieren. Die Ansätze hierfür reichen aber beileibe nicht aus, meint die Union. Sie will die Öffentlichkeitsbeteiligung und den Naturschutz nur noch weiter einschränken, kontert die SPD.
Renommierte Wissenschaftler fordern in der „Berliner Erklärung“ schnelle Maßnahmen gegen Klimawandel und Artensterben. Deutschland müsse die G7-Präsidentschaft nutzen, um voranzugehen.
Seit etwa einer Woche kursieren Gerüchte, denen zufolge das Wirtschaftsministerium per Gesetz den Gasverbrauch im Strommarkt reduzieren will. Es könnten Vorkehrungen für einen gasknappen Winter sein. Das hieße auch, dass Kohlekraftwerke aus Netzreserve und Sicherheitsbereitschaft zurück ans Netz kommen könnten.
Elf Dokumente umfasst „Repower EU“, das Maßnahmenpaket der Kommission, mit dem sie die Energieabhängigkeit der EU von Russland beenden möchte. Der Plan ist eine Mischung aus LNG- und Wasserstoff-Einkäufen, viel Solarenergie, einem Verbot fossiler Heizungen und einem Appell an die Bürger. Tagesspiegel Background gibt den großen Überblick.
Der Bau der Infrastruktur für die umstrittene Erdölförderung in Uganda hat bereits begonnen, doch der Widerstand gegen das Projekt wird immer stärker. Organisationen drängen Banken dazu, eine Finanzierung auszuschließen, darunter auch die Deutsche Bank.
Das Bundeswirtschaftsministerium muss in diesem Jahr das CCS-Gesetz evaluieren. Bei der Gelegenheit soll eine Strategie für das Speichern und Nutzen von CO2 entwickeln werden – falls die hausinternen Personalkapazitäten es denn zulassen. Hilfestellung geben könnte ein runder Tisch mit Stakeholdern aus allen Teilen der Gesellschaft.
Vor 15 Jahren wurden Kraftstoffe auf Pflanzenbasis als wichtige Bausteine auf dem Weg zum klimaneutralen Verkehrssektor eingeführt. Mittlerweile ist jedoch klar: Biosprit ist in Summe sogar klimaschädlich. Seit dem Krieg in der Ukraine steht der Pflanzenkraftstoffe zunehmend auch wegen Nahrungsknappheit in Frage.
Heute wird die EU-Kommission mit „Repower EU“ ihren Plan vorstellen, wie die EU ihre Abhängigkeit von russischem Gas, Öl und Kohle innerhalb weniger Jahre beenden soll. Ein Übersichtsdokument zeigt: Auf allen Ebenen – von der Infrastruktur bis hin zu Finanzierungsmodellen für die Erneuerbaren – wird Tempo aufkommen müssen.
Falls Russland Europa den Gashahn zudreht, müsste die Bundesnetzagentur bestimmen, wer in Deutschland noch mit dem knappen Erdgas versorgt wird. Die Behörde hat jetzt bekanntgegeben, nach welchen Kriterien sie entscheiden würde. Haushalte gehören zu den letzten, die sich einschränken müssten.
Was, wenn die Ziele des Abkommens von Paris überschritten werden? Da der Tag nicht mehr allzu fern sein dürfte, sind Antworten einer neu berufenen Kommission gefragt, die am Dienstag vorgestellt wurde. Sie soll unter anderem die Risiken von umstrittenen Technologien wie Geoengineering bestimmen.
Der Präsident des Elektroindustrieverbandes ZVEI, Gunther Kegel, erwartet einen Teilrückzug der Globalisierung. Eine Beschränkung auf Europa sei trotzdem kein Modell – auch nicht für die PV-Industrie. Im Interview erklärt er, warum Robert Habeck „neue Qualität“ bringt, wie sich mit Energieeffizienz noch viel herausholen lässt und was er von Kaufprämien hält.
Mit einem delegierten Rechtsakt zur EU-Erneuerbaren-Richtlinie will die EU-Kommission vorgeben, welche Entstehungskriterien grüner Wasserstoff erfüllen muss. Energieverbände und -unternehmen bemühten sich um Lockerung, aber die Kriterien blieben vergleichsweise streng. Nun stellt die Kommission den Rechtsakt vor.
Mit dem Ausbau der E-Mobilität wachsen Verkehrs- und Stromnetz zusammen. Wenn außer den 15 Millionen geplanten E-Pkw 2030 noch tausende Lkw nach Megawatt-Laden verlangen, wird die Belastung enorm. Netzexperten berichten, wie sie mit der Herausforderung umgehen.
Je mehr der Klimawandel voranschreitet, desto deutlicher werden die Interessenkonflikte zwischen Waldbesitzern und Waldschützern. Die Agrarministerkonferenz suchte bei einem Gipfel am Montag einen Kompromiss. Dazu wird ein Zertifizierungssystem für die Klimaleistungen von Wäldern gehören.
Miguel Patena hat den Bau von Europas größter schwimmender Solaranlage auf einem Stausee geleitet. Der Leiter für die Bereiche Innovation und Wasserstoff beim portugisischen Energieversorger EDP erklärt im Interview, wie er das geschafft hat.
Um die Planungs- und Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte weiter zu beschleunigen, wollen Bund und Länder sich verbünden. Diverse gesetzliche Neuerungen sollen noch im ersten Halbjahr angestoßen werden. Ob das LNG-Beschleunigungsgesetz dafür die Blaupause sein kann, ist heftig umstritten.
Morgen stimmt der EU-Umweltausschuss über die Lastenteilungsverordnung ab. Ihr unterliegen rund 60 Prozent aller Emissionen der EU. In Zukunft sollen für sie ambitioniertere Ziele gelten – doch weder am Verteilungsschlüssel wagt die EU zu drehen, noch werden zahlreiche Schlupflöcher für die Mitgliedsstaaten geschlossen.
Verzweifelt über die Klimakrise haben Forschende das Bündnis Scientist Rebellion gegründet. Mehrere von ihnen klebten sich am Freitag am Schaufenster einer Filiale der Deutschen Bank fest, weil diese seit Abschluss des Paris-Abkommens 81 Milliarden Euro in fossile Energieprojekte investiert habe. Mit dabei: die Wissenschaftsmanagerin Cornelia Huth.
Wirtschaftsminister Robert Habeck spricht von einem moderaten Verlust an Gaslieferungen durch die neuen Sanktionen des Kremls gegen die von der Bundesnetzagentur gemanagte Gazprom Germania. Es ist wahrscheinlich, dass die potenziellen Volumen deutlich höher liegen. Die Gasmärkte reagieren deutlich, Panik macht sich aber nicht breit.
Zwischen den jährlichen UN-Klimakonferenzen ballen sich in diesen Tagen die vorbereitenden Termine. Wieder einmal ist die Frage, wie viel Geld die Industrienationen den armen Ländern abgeben. Wenn die entwickelten Länder zu zögerlich handeln, könnte schon bald große Instabilität drohen, warnt der Thinktank Adelphi in einer Studie.
Der BDEW warnt in einem Gutachten erneut vor verschlepptem Klimaschutz im Gebäudesektor. Doch nicht nur der laufende Betrieb bereitet der Branche Sorgen. Auch der Rohstoffverbrauch und die Emissionen beim Bau steigen in die Höhe. Eine Bauwende ist auch von traditionellen Baustoffen abhängig.
FDP-Finanzminister Christian Lindner hat gestern eine „finanzpolitische Strategie“ der Bundesregierung für die nächsten Jahre vorgestellt. Die soll sich an Schuldenabbau, Inflationsbekämpfung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft orientieren. Nachhaltigkeitsthemen wie der Klimawandel hingegen spielen darin kaum eine Rolle.
Heute soll das neue Energiesicherungsgesetz im Bundestag beschlossen werden. Im finalen Entwurf gibt es einige Klarstellungen, die Bedingungen für die Preiserhöhungen im Fall einer Notlage werden etwas verschärft. Auch ein Monitoring ist dazugekommen. Grundsätzliche Bedenken bleiben aber, insbesondere bei der Verantwortungszuweisung für den Krisenfall.
Der beste Weg, große Mengen Offshore-Windenergie abzutransportieren, ist deren Umwandlung in Wasserstoff mit anschließender Einspeisung in neue Gasleitungen. Das zeigt die Initiative Aqua Ventus in einer Studie. Bestehende Erdgas-Pipelines umzuwidmen würde Zeit und Geld sparen, sei wegen des Ukrainekrieges aber kein Option mehr.
Die Verhandler des EU-Parlaments haben sich auf ihre Position zur Reform des Emissionshandels geeinigt. Der Kompromiss ist im Bereich Verkehr und Gebäude eine stark eingedampfte Version, die allein für den kommerziellen Sektor gilt. Trotzdem könnten zentrale Vorschläge des Hauptberichterstatters noch überstimmt werden.
Rund ein Drittel des Erdgastransits in die EU durch die Ukraine ist am Mittwoch weggefallen. Die Ukraine beschuldigt Separatisten in der Region Luhansk, zuvor Gas gestohlen zu haben und Russland, den Gasfluss gestoppt zu haben. Die Bundesregierung sieht die Versorgung Deutschlands nicht gefährdet.
2022 wird nach Prognose der Internationalen Energieagentur wieder ein Rekordjahr beim Ausbau der erneuerbaren Energien, trotz steigender Kosten. Den größten Beitrag liefert die Photovoltaik. In der EU steigert unbeabsichtigt Wladimir Putin die Ausbaudynamik.
Süßwasser ist ein knappes Gut und essentiell für die planetaren Kreisläufe. Doch der menschengemachte Klimawandel hat den Feuchtigkeitshaushalt der Böden gestört. Macherort werden sie immer trockener, andernorts immer feuchter, wie Wissenschaftler:innen nun herausgefunden haben.
Am kommenden Sonntag wird der Landtag im Energieland Nordrhein-Westfalen neu gewählt. Großes Thema ist der Ausbau der Windkraft, der unter der schwarz-gelben Landesregierung ins Stocken gekommen ist. Die SPD möchte sich unter ihrem Spitzenkandidat Thomas Kutschaty von den pauschalen Abstandsregeln verabschieden. Das gefällt den Grünen.
Der Verkehrsminister will E-Autos angeblich stärker und Plug-in-Hybride länger fördern. Auch eine neue Abwrackprämie soll es geben. Volker Wissing dementiert. Koalitionspartner, Bahnbranche und Umweltverbände reagieren verärgert, die Autoindustrie freut sich.
Wie würde sich ein Lieferstopp russischen Gases auf die deutsche Wirtschaft auswirken? Seit Wochen wird über die genauen Auswirkungen gestritten. Eine neue Studie des IMK versucht, die Schäden weiter zu fassen und besonders umfassende Antworten zu geben – die Unsicherheit bleibt aber sehr groß.
Bei einer Konferenz für die Zukunft Europas haben Bürger:innen umfassende Vorschläge für Klimaschutz und Energiepolitik gemacht. Streit gibt es nun aber vor allem um mögliche Veränderungen der Europäischen Verträge.
Zehn Fußballfelder Tropenwald werden pro Minute vernichtet, zeigen neue Daten. Strafverfolgung hilft nur bedingt gegen dagegen. Auch Europa ist in der Verantwortung, weil für den Fleischkonsum Tropenwälder in Weideflächen umgewandelt werden. Für den Schutz des Regenwaldes sind daher auch entwaldungsfreie Lieferketten sinnvoll.
Die Renaissance von CCS in Deutschland wird konkreter: Während die Bundesregierung die Förderung aufstocken will, kündigt Wintershall Dea ein erstes großes Speicherprojekt für Kohlendioxid unter der Nordsee an. Gazprom wäre bei CO2-Exporten wohl nicht mehr mit im Boot.
Das Öl-Embargo der EU gegen Russland schien schon beschlossene Sache – doch nun kommt der Prozess ins Stocken. Während die EU weiter verhandelt, reist Wirtschaftsminister Habeck nach Brandenburg. Dort wächst die Angst vor den Folgen des Embargos. Ministerpräsident Dietmar Woidke bittet in einem Brief um finanzielle Unterstützung für die Region.
Die Braunkohlekraftwerke in der Lausitz laufen mit voller Kraft. Doch Experten rechnen damit, dass diese Renaissance der Kohle in drei Jahren vorbei sein wird. Das wirft erneut die Frage auf, ob genug Geld zur Verfügung stehen wird für die Wiedernutzbarmachung der Tagebaue. Problematisch ist laut Umweltverbänden, dass es zu wenige Informationen gibt.
Im Gesundheitssektor spielt Nachhaltigkeit häufig eine untergeordnete Rolle. Gerade in Kliniken sind jedoch viele Emissionen vermeidbar, ohne dass die medizinische Versorgung leidet. Für die Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen fehlt jedoch meist eine langfristige Strategie.
Die Flächenplanung auf hoher See verstößt gegen EU-Recht, mahnt der Nabu und belegt die Einschätzung durch ein Gutachten. Die Suche nach mehr Platz für die Windkraft gehe einseitig zulasten der Naturschutzgebiete, während etwa die Schifffahrt und Fischerei verschont blieben. Gefragt seien nun die Umweltpolitiker im Bundestag.
Schon zum Jahresende soll erstmals direkt LNG an der deutschen Küste entladen werden und ins Netz fließen, weitere schwimmende Terminals könnten schnell folgen. Die Verträge und der operative Ablauf stehen, erste Arbeiten haben begonnen. Von Umweltschützern und der Linken gibt es harsche Kritik.
Windparkbetreiber zur Beteiligung von Bürgern und Kommunen zu verpflichten, ist rechtens, hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Damit dürfte das Beteiligungsgesetz von Mecklenburg-Vorpommern bald Nachahmer finden. Die Bundesregierung gerät so noch stärker unter Druck, ihre auf Freiwilligkeit beruhende Regelung im EEG zu überdenken.
Russlands Gaslieferungen nach Europa gingen im April insgesamt zurück. Nun aber nimmt der Durchfluss durch die Ukraine wieder zu. Der slowakische Wirtschaftsminister vermutet, dass Käufer in Italien die umstrittenen russischen Forderungen zur Rubel-Zahlungsweise akzeptiert haben und jetzt großzügiger beliefert werden.
Das DIW Berlin hält einen Preisdeckel für Erdgas in Europa für weniger schädlich als in der Diskussion häufig angenommen wird. Das Argument, dann gelange weniger dringend benötigtes LNG nach Europa, entkräften die Forscher mit einer neuen Analyse der asiatischen Energiemärkte.
Die EU-Kommission plant ein Embargo gegen russisches Erdöl zum Ende des Jahres. Doch Ungarn und die Slowakei wollen den Kompromiss trotz versprochener Ausnahmen nicht mittragen – sie verlangen eine Übergangsfrist von zwei Jahren. In Deutschland zeigen sich Politik und Industrie optimistisch, das Embargo gut durchstehen zu können.
Die Bundesregierung will kleinen Wasserkraftwerken bis 500 Kilowatt die EEG-Förderung streichen. Die Betreiber protestieren und verweisen auf den steigenden Bedarf an grünem Strom und Versorgungssicherheit. Wissenschaftler halten kleine Wasserkraftwerke dagegen für „ökologischen Unsinn“ und ihren Beitrag zur Stromerzeugung für marginal.
Die Bundesregierung setzt beim geplanten Windenergie-an-Land-Gesetz stark auf ordnungsrechtliche Vorgaben. Wie es vielleicht noch besser gehen könnte, zeigen Forscher aus Leipzig in einem Papier. Sie empfehlen finanzielle Anreize für Länder und Kommunen und die generelle Umstellung auf eine „Positivplanung“.
Beim Erdgas rächt sich die Abhängigkeit von Russland. Bei der Solartechnik hat sich Europa durch blindes Vertrauen zu China ähnlich verwundbar gemacht, warnen Branchenkenner. Die USA und Indien arbeiten längst an dem Problem. Die EU steht mit ihrer Solarstrategie erst am Anfang.
Diesen Sonntag wählt Schleswig-Holstein einen neuen Landtag. Den aktuellen Umfragen zufolge könnte es gut für eine schwarz-grüne Koalition reichen, sie gilt als wahrscheinlichstes Ergebnis. Doch CDU und Grüne verfolgen bei ihrer Energie- und Klimapolitik durchaus unterschiedliche Ziele, wie ihre Vertreter deutlich machen.
Insbesondere in Ostdeutschland bahnt sich eine neue schwere Dürre an. Klimaforscher haben klare Vermutungen, warum sich auch in diesem Jahr regional der Trend zur Frühjahrstrockenheit fortsetzt. Wetterlagen verweilen länger über Europa.
Mit rund 100 überwiegend bekannten Maßnahmen will die Bundesregierung beim nationalen Klimaschutz nachsteuern. Das geht aus dem Entwurf ihres Klimaschutz-Sofortprogramms hervor. Neues findet sich bei Nischenthemen, so etwa das Vorhaben, die Flüge der Deutschen Post durch klimafreundliche Alternativen zu ersetzen.
Auf dem Weg zu einem Öl-Embargo gegen Russland galt Deutschland lange als wichtigster Bremser. Nun wäre ein Importstopp verkraftbar, heißt es aus der Regierung – doch andere EU-Mitglieder seien noch nicht so weit. Die Europäische Kommission will schnelle Ergebnisse und arbeitet am sechsten Sanktionspaket. Ungarn blockiert allerdings.
Acer, die EU-Agentur der nationalen Energieregulierer, warnt in einem Bericht vor harten Eingriffen in den Binnenmarkt. Der habe sich als äußerst nützlich erwiesen – gerade in der Energiepreiskrise. Wenn überhaupt, dann solle man das Problem an der Wurzel packen und in den Gasmarkt eingreifen.
Im Umweltausschuss des EU-Parlaments beginnt die letzte Verhandlungswoche zur Reform des Emissionshandels. Doch noch klaffen große Lücken zwischen den Verhandlungspositionen. Eine Mehrheit droht, den ETS für Gebäude und Verkehr abzulehnen. Am Ende könnten zahlreiche Kompromisse den neuen Emissionshandel stark aufweichen.
Wie sollte man Wälder im Klimawandel schützen? Welche Ökosystemdienstleistungen können sie erbringen? Die EU und Deutschland haben dazu viele Rechtsakte in Vorbereitung. Aktuell geht die Novelle der LULUCF-Verordnung auf die Zielgerade.
Die Bundesregierung treibt unter dem Eindruck des Krieges Pläne für zwei LNG-Häfen voran. Jetzt stellt sich heraus, dass einer der Standorte auch mit einem Terminal für den CO2-Export kombiniert werden soll. Der Klimaschädling würde über ein bundesweites Pipeline-Netz eingesammelt.
Die Bundesregierung setzt sich einem Positionspapier zufolge im EU-Rat dafür ein, Genehmigungsverfahren für Erneuerbare zu beschleunigen. Die EU solle diese als Projekte öffentlichen Interesses einstufen und bei der Windkraft mehr auf den Populationsschutz statt auf einzelne Tiere achten.
Die Standards für Neubauten sollen ab 2023 verschärft werden, hatte die Bundesregierung jüngst beschlossen. Jetzt kommt der entsprechende Gesetzentwurf. An sich stößt er auf Zustimmung, hätte aber gleich noch mehr Lösungen bieten können, meinen Expert:innen.
Droht auch Deutschland ein russischer Gaslieferstopp? Die Bundesregierung und der wichtige Importeur Uniper rechnen nicht damit und verweisen auf einen Kompromiss mit Russland zur Zahlungsweise. Doch wie Euros und Dollars in Rubel umgetauscht werden und welche Risiken das von Russland geforderte Zahlungsmodell birgt, ist noch keineswegs klar.
Der Elefant im Raum beim Gebäudesektor war immer der Bestand. Nun kommt Bewegung in die Förderkulisse, das Wirtschafts- und Klimaministerium will das System umbauen, was am Mittwoch Stoßrichtung mehrerer Initiativen war.
Bei der Befragung von Außenministerin Annalena Baerbock im Bundestag spielt die Klimaaußenpolitik wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine kaum eine Rolle. Es wird über Waffenlieferungen debattiert. Auch steht national der Ausbau der Erneuerbaren an erster Stelle. Bleibt da noch Zeit für den internationalen Klimaschutz?
Heute endet das jahrzehntealte Gaslieferverhältnis zwischen Polen und Russland. Auch Bulgarien wird abgeklemmt, Gazprom wird wegen des Rubelstreits vertragsbrüchig. Unterdessen setzt die Bundesregierung auf eine Zusammenarbeit mit Polen, um Deutschlands Abhängigkeit von russischem Öl rasch zu beenden.
Zum ersten Mal hat der IPCC jüngst im Detail beschrieben, wie neben der Angebotsseite auch bei der Nachfrage Emissionen eingespart werden können. Die gute Nachricht: Wohlbefinden für alle ist mit viel weniger Energie möglich. Dazu braucht es aber Koordination und Unterstützung – bei Renovierungen, in der Mobilität und bei der Ernährung.