Wie konnte es geschehen, dass viele Altenpflegekräfte trotz Berechtigung keine Corona-Prämien erhielten? Man habe keinen Überblick über die Auszahlungen gehabt, räumt das BMG auf Anfrage der Unionsfraktion jetzt ein – und verspricht, bei den neuerlichen Bonuszahlungen genauer hinzusehen.
Seit 2015 ist Bernd Montag Geschäftsführer des Medizintechnik-Herstellers Siemens Healthineers, 2018 begleitete er den Börsengang des Unternehmens. Im Interview spricht Montag über die Entwicklung und die Perspektiven des Unternehmens.
Die Gesundheitswirtschaft ist ein attraktiver Wachstumsmarkt – immer mehr Unternehmen wollen ein Stück vom Kuchen abhaben und setzen dafür auf Kooperationen mit etablierten Playern. So auch der ADAC, der eine Plattform für Versicherte ankündigt.
Mit seiner Forderung, im gerade erst reformierten Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen mehr sozio-ökonomische Merkmale zu berücksichtigen, hat der AOK-Bundesverband die Konkurrenz aufgeschreckt. Sie sieht darin einen neuen Versuch, der eigenen Kassenart zusätzliche Einnahmen aus dem Gesundheitsfonds zu sichern.
Die hausärztliche Versorgung kann schon heute nicht mehr flächendeckend sichergestellt werden. Daher begrüßt der Bundesverband Managed Care das Vorhaben der Koalition, die medizinische Grundversorgung neu aufzustellen. Er selbst empfiehlt dafür Integrierte Primärversorgungszentren, die nun in einem Impulspapier umrissen werden.
Überfordert in der Coronakrise geriet vielen Gesundheitsämtern eine ihrer wichtigsten Aufgaben aus dem Blick: die Prävention. Das belegt eine aktuelle Umfrage, die heute veröffentlicht wird. Sie ist zugleich ein Plädoyer für mehr Digitalisierung, attraktivere Arbeitsbedingungen, bessere Öffentlichkeitsarbeit und klare Public-Health-Strategien.
Eine großzügigere Höchstmenge, keine Begrenzungen beim THC-Gehalt zumindest für über-21-Jährige und Offenheit für einen neuen Grenzwert im Straßenverkehr – das sind die wichtigsten Änderungen des Eckpunktepapiers zur Cannabis-Legalisierung. Aber was bedeuten die Eckpunkte für Straßenverkehr, Suchthilfe und Umwelt?
Die Krebsprävention in Deutschland muss besser werden – Staatssekretäre aus BMG und BMBF versuchten gestern Aufbruchstimmung zu verbreiten, sprachen über mehr Screeningprogramme und Runde Tische. Denn welche Folgen eine zu sparsame und wenig engagierte Regierung hat, zeigte ein britischer Epidemiologe eindrucksvoll auf.
Per Reform sollte der Finanzausgleich zwischen den Kassen zielgenauer werden. Nun zeigt eine Studie, dass zu wenig Geld für die Behandlung vulnerabler Gruppen fließt. Das mache es für Kassen attraktiv, solche Versicherten zu vergraulen und stehe in offenem Gegensatz zu Plänen, sie über Gesundheitskioske besser zu versorgen, kritisiert der AOK-Bundesverband.
Kann der Hamburger Gesundheitskiosk doch noch eine Vertragsverlängerung mit der Techniker Krankenkasse, DAK und Barmer und damit den Weiterbetrieb erzielen? Darauf hofft zumindest Geschäftsführer Alexander Fischer, der aber auch schon einen Plan B in petto hat.
Klimafolgen aufgrund fossiler Brennstoffe, Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg belasten Umwelt und Mensch. Der Lancet-Countdown zu Gesundheit und Klimawandel zeigt, dass im vergangenen Jahr die Schäden durch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen noch schlimmer geworden sind.
Um Kinder- und Geburtshilfestationen über die nächsten zwei Jahre zu bringen, plant Gesundheitsminister Lauterbach Zuschläge in Höhe von bis zu 840 Millionen Euro. Was davon ankommt, ist aber offen. Heute beraten Koalitionsfraktionen und Länder über den Vorstoß, auch Finanzminister Lindner hat noch mitzureden.
Systematische Gesundheitsdatensammlung ohne Opt-out, Dialog mit Ärzteschaft und Politik – Dänemark scheint viel richtig zu machen mit seiner Gesundheitsdatenbehörde. Deren Direktorin Lisbeth Nielsen erzählt im Interview von Konflikten und wann eine solche Behörde sinnvoll ist.
Die patientenindividuelle Arzneimittelabgabe ist hierzulande eher die Ausnahme als die Regel, dabei gibt es dafür durchaus technische Lösungen. Die Gründe dafür liegen woanders und sind sowohl bei der Pharmaindustrie als auch bei den Krankenkassen zu suchen.
Die EU-Kommission will dem Thema psychische Gesundheit im nächsten Jahr besondere Priorität einräumen. Außerdem plant sie, Empfehlungen zu durch Impfungen vermeidbare Krebserkrankungen und ein Patentlizenzierungspaket vorzulegen. Das geht aus dem Arbeitsprogramm für 2023 hervor. Die To-Do-Liste für die nächsten zwei Monate ist allerdings fast noch länger.
Die Bill & Melinda Gates-Stiftung ist einer der größten Geldgeber der globalen Polioausrottungsinitiative (GPEI). Christopher Elias, Präsident des Programms „Globale Entwicklung“ der Gates-Stiftung, erklärt im Interview, warum manche Kinder noch immer nicht mit Polio-Impfungen erreicht werden können und warum Großbritannien eine Schluckimpfung prüft.
Anfang 2022 wurde die komplexe Posttraumatische Belastungsstörung in das Diagnosehandbuch ICD-11 aufgenommen – ein Trauma, das vor allem in der Eltern-Kind-Beziehung entsteht. Bislang lassen sich aber noch keine positiven Versorgungseffekte beobachten. Woran liegt das?
Kaum neue Medikamente mit Zusatznutzen, brüchige Patientenpfade und schlechte Patientenbeteiligung: Das sind einige Probleme bei der Diabetes-Versorgung, für die man sich Lösungen in Dänemark abschauen möchte. Das könnte zum Beispiel durch spezialisierte Zentren gelingen.
Winnie Byanyima, Direktorin von UNAIDS, hat bei einem Treffen mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach ein stärkeres Engagement Deutschlands bei der Finanzierung des UN-Programms gefordert. Im Interview erklärt sie, wofür das Geld eingesetzt werden soll und wie AIDS/HIV gestoppt werden können.
Minister Lauterbach legt ein umfassendes Eckpunkte-Papier für die Cannabis-Legalisierung vor, das laut Koalitionspartnern in dieser Form zum Scheitern verurteilt ist. Harte Kritik gibt es zum Beispiel an inkonsequenten Altersgrenzen. Und ob das Gesetz überhaupt kommt – das entscheidet Brüssel.
Der diesjährige World Health Summit ist vorüber und hat die vielfältigen globalen Gesundheitsprobleme abermals in den Fokus gerückt. Grund genug, den Nachhaltigkeitszielen der UN auf den Grund zu gehen. In seiner Expertenkolumne fragt Evert Jan van Lente, wo wir heute stehen.
Die Gesundheitssysteme weltweit sollen digitaler werden. Doch im nationalen Alleingang ist das nicht zu schaffen, wie auf einem WHS-Panel gestern betont wurde. Während die WHO von den Mitgliedsstaaten eigene Strategien fordert, plädiert ein deutscher Manager für Vorgaben auf globaler Ebene.
Angesichts von Knappheit bei Gas und Atomstrom besteht die Furcht vor einem Blackout in diesem Winter. Doch wie gut sind Krankenhäuser als kritische Infrastruktur darauf vorbereitet? Eine Umfrage in den Bundesländern zeigt, dass Krankenhäuser in Probleme geraten könnten, sobald ein Ausfall länger dauert.
Ziel des „One Health Joint Plan of Action“ ist es, eine Welt zu schaffen, die besser in der Lage ist, Gesundheitsbedrohungen zu verhindern, vorherzusagen, zu erkennen und darauf zu reagieren. Heute werden die dazugehörigen sechs Actions Tracks am Rande des World Health Summit vorgestellt.
Seit der Verabschiedung der EU-Medizinprodukteverordnung warnen Branchen-Verbände vor gefährlichen Engpässen. Berliner und Brüsseler Unionspolitiker fordern Minister Lauterbach jetzt gemeinsam dazu auf, eine Sonderregelung zu aktivieren. Außerdem setzen sich Deutschland und Frankreich in Brüssel für eine Anpassung ein.
Am Sonntag begann in Berlin einer der wichtigsten internationalen Kongresse zur globalen Gesundheit, die Auftaktveranstaltung widmete sich dem Kampf gegen den Krebs. Die Chancen, die Krankheit einzuhegen, seien besser als je zuvor, zeigten sich die Teilnehmer überzeugt – wenn die Appelle zur Kooperation erhört werden.
Wer gehofft hatte, dass das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz verbessert und vor allem nachhaltiger aus den parlamentarischen Beratungen hervorgehen würde, als es hineingegangen ist, wird enttäuscht sein. Freuen können sich dagegen Ärzte und Zahnärzte. Ihr Protest war teilweise erfolgreich, wie neueste Änderungsanträge zeigen.
Michael Kaschke, Präsident des Stifterverbandes, und Heyo Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, fordern von der Bundesregierung mehr Aufmerksamkeit für die Gesundheitswirtschaft. Zum einen gehöre diese zur Daseinsvorsorge des Staates und zum anderen könne einer „Teslaisierung“ des Gesundheitswesens entgegengewirkt werden.
Nachdem der Schätzerkreis bestätigt hat, dass das Finanzloch im Gesundheitsfonds 2023 dank hoher Beitragseinnahmen kleiner ausfallen könnte als befürchtet, gibt es nun einen Dissens zwischen Krankenkassen und Gesundheitsminister Karl Lauterbach, wie der neue Finanzspielraum genutzt werden soll.
Ein Artikel in einfacher Sprache zum Thema Transgeschlechtlichkeit sorgt nicht nur, aber vor allem in konservativen Kreisen für Empörung. Er würde Kindern und Jugendlichen empfehlen, Pubertätsblocker einzunehmen, so der Vorwurf. Das Ministerium rudert nun zurück.
Am Sonntag beginnt der World Health Summit, einer der wichtigsten internationalen Kongresse zur globalen Gesundheit. Ein Themenschwerpunkt: Die Vorbereitungen auf künftige Pandemien und die Folgen des Klimawandels. Im Interview erklärt Tagungs-Präsident und Charité-Dekan Axel Pries, warum beide Themen keinen Aufschub dulden.
Die Zahl der von Cybermobbing betroffenen Jugendlichen ist weiter hoch, wie eine aktuelle Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing in Zusammenarbeit mit der TK belegt. Die Schüler:innen können der psychischen Belastung meist nur schwer entkommen, weil die Ausgrenzung nicht auf das Schulumfeld beschränkt ist.
Das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz befindet sich – zum Entsetzen der meisten Akteure – auf der Zielgeraden. Der G-BA-Chef sowie Vertreter von Kassen und Pharma-Industrie sind sich einig, dass das Gesetz so nicht verabschiedet werden darf. Die Folgeschäden ließen sich nicht so einfach beheben.
Heute stellt der BVMed seine jährlichen Umfrage-Ergebnisse zur Lage der MedTech-Branche vor. Die Umsätze steigen, die Gewinne gehen zurück. Die Sorgen und Herausforderungen wie die Implementierung der EU-Medizinprodukte-Verordnung belasten die Hersteller noch immer. Hoffnungen ruhen nun auch auf einem Gipfel mit dem Wirtschaftsminister im November.
Am heutigen EU Flu Day rufen Europa-Politiker:innen und Wissenschaftler:innen die EU-Mitgliedsstaaten dazu auf, das von der WHO ausgegebene Ziel an Grippeimpfungen zu erreichen. Noch liegen alle Länder unter den geforderten 75 Prozent. Vor allem mit Überwachung und Aufklärung sollen mehr Menschen geschützt und eine Twindemie verhindert werden.
Trotz Corona und Krieg floss dieses Jahr mehr Geld in die GKV als vom Schätzerkreis prognostiziert. Nun schätzt das Gremium die Einnahmen für 2023 – mit Überraschungspotenzial. Sollte die Beschäftigung nicht einbrechen und die Ausgaben nicht aus dem Ruder laufen, könnte dies Lauterbachs GKV-Finanzreform teilweise überflüssig machen.
Das WHO Hub for Pandemic and Epidemic Intelligence ist die Antwort der Weltgemeinschaft auf die anfängliche Hilflosigkeit im Umgang mit der COVID-19-Pandemie. Künftig soll es mit Hilfe von Daten möglich werden, entstehende Pandemien zu erkennen, bevor sie unaufhaltsam werden.
Es ist Zeit für eine koordinierte, bedarfsgerechte Medizin, schreibt Evert van Lente in seiner heutigen Expertenkolumne. Er erklärt, wie das Modell einer alternativen Versorgungsform nach Schweizer Vorbild aussehen und wie es helfen könnte, die Kassenbeiträge zu senken.
Das Bundesamt für Soziale Sicherung kommt in seinem „Sonderbericht über die Qualität der Hilfsmittelversorgung in der Gesetzlichen Krankenversicherung“ zu dem Urteil, dass sich das wettbewerbsbasierte Vertragsmodell in der Hilfsmittelversorgung nicht bewährt hat. Vor allem kleinere Krankenkassen seien damit überfordert.
Sie sind wichtig für wenige und teuer für alle – die sogenannten Orphan Drugs, Arzneimittel zur Behandlung seltener Erkrankungen. Das AMNOG sieht für sie eine Ausnahmeregelung bei der Nutzenbewertung vor, um sie leichter in den Verkehr zu bringen. Doch diese soll mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz aufgeweicht werden.
Auf Regionalebene planen – aber nicht im Rahmen von regionalen Gesundheitsbudgets. Denn dafür funktioniert die regionale Steuerung schon jetzt viel zu schlecht. So lautet das Fazit aus den Diskussionen zu den notwendigen Strukturreformen beim Europäischen Gesundheitskongress in München.
Die Menschheit tut sich schwer damit, Infektionskrankheiten erfolgreich auszurotten. Bei manchen, etwa Polio, nähert man sich immerhin dieser Schwelle. Impfstoffe sind eine wichtige, aber nicht die einzige Komponente für den Erfolg. Andere Aspekte müssen zum Wohle aller stärker in den Mittelpunkt rücken.
Seit Beginn der Pandemie wurden sämtliche Covid-Impfstoffe sowie zahlreiche antivirale Arzneimittel zentral vom BMG eingekauft. Damit könnte demnächst Schluss sein: Als eines der ersten Mittel könnte Paxlovid im Frühjahr 2023 in die Regelversorgung kommen. Das IQWiG bescheinigt dem Medikament schon jetzt einen Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen.
Digitalisierung und breite Auswertung von Gesundheitsdaten passieren in Deutschland oft lokal: Kassen, Bundesländer oder Klinikkonzerne bauen Leuchttürme, die für sich stehen. Was es braucht für einen Europäischen Gesundheitsdatenraum, wurde gestern beim Europäischen Gesundheitskongress in München diskutiert.
Mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz geht die Politik zum zweiten Mal den Weg, drohende Finanzlöcher im Gesundheitsfonds über eine Anhebung der Zusatzbeiträge der Krankenkassen zu stopfen. Gesundheitsökonom Jürgen Wasem fordert die Bundesregierung auf, politische Verantwortung für die Finanzierungsprobleme zu übernehmen.
Beim wichtigsten Treffen der Pflegebranche beteuert Minister Lauterbach, auf die Stimmen aus der Praxis großen Wert zu legen – und vermittelt mit einem Affront das Gegenteil. Die Pflegerats-Präsidentin Vogler warnt vor dramatischen Folgen, sollte die Bundesregierung kein Verhältnis auf Augenhöhe zur Pflege anstreben.
Die Verknüpfung von in Krebsregistern gesammelten Informationen mit Versorgungsdaten aus der klinischen Praxis soll erleichtert werden. Dafür soll eine Plattform für den Datenaustausch entstehen. Krankenkassen erhoffen sich Aussagen über die Behandlungsqualität.
Dass die Unabhängige Patientenberatung Deutschlands (UPD) eine Reform braucht, steht schon im Koalitionsvertrag. Nun meldet sich die Beratung mit einem eigenen Reformvorschlag – und weicht dabei von ihrer einstigen Präferenz bei der neuen Rechtsform ab.
Vom 16. bis 18. Oktober findet der World Health Summit in Berlin statt, bei dem es um die großen Fragen der globalen Gesundheit geht. Dazu gehört auch die Ausrottung von Polio, die nahezu geschafft ist. Doch für die letzten Meter müssen noch einmal 4,8 Milliarden Dollar fließen, fordert die Rotarierin Anne von Fallois.
Hetze, psychischer Druck, überlange Schichten, zu wenig Personal: Bei den Rettungsdiensten herrschen miserable Arbeitsbedingungen. Mehr als ein Drittel der dort Beschäftigten hätte gerne einen anderen Job, ergab eine Umfrage der Gewerkschaft ver.di. Dabei ist Personalmangel in diesen Berufen schon jetzt ein Riesenproblem.
Die European Cancer Organisation wird im November den European Cancer Pulse vorstellen, eine EU-weite Datenbank, die Unterschiede im Umgang mit Krebsprävention der Mitgliedstaaten deutlich macht. Um auch tatsächlich interoperable Daten in großen Mengen sammeln zu können, fordert die Organisation die Anpassung der DSGVO.
Svante Pääbo hat den Medizin-Nobelpreis gewonnen – für die Etablierung eines Forschungszweigs, dessen konkreter medizinischer Nutzen für viele noch nicht darstellbar ist, selbst für führende Protagonisten des Fachs. Doch die Pionierarbeit hat das Zeug, die Medizin der Zukunft mitzuprägen, durch ein tieferes Verständnis unserer Evolution.
Bislang gingen die Grünen am lautesten auf Distanz zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz. Doch dass es auch in den anderen Ampel-Fraktionen gärt, belegen die „Prüflisten“, die sie an das BMG geschickt haben, um zu erfahren, welche Auswirkungen aus ihrer Sicht offenbar wünschenswerte Änderungen auf das „Sparziel“ von 17 Milliarden Euro hätten.
Seelische Wunden zeigen sich in ihrer Gänze oft erst, wenn die Belastung nachlässt. Das gilt auch für die Pandemie, unter der Kinder besonders gelitten haben. Psychische Erkrankungen werden sich daher in Zukunft stärker zeigen, prognostiziert die Grünen-Politikerin und Psychiaterin Kirsten Kappert-Gonther im Interview. Aber sie müssen nicht von Dauer sein.
Wo Straßen ein Luxus sind, kann ein Mindestmaß an Gesundheitsversorgung und Vorsorge nur mit Mühe sichergestellt werden. Betroffen sind zumeist Länder, in denen ohnehin schon die meisten Ausbrüche mit Infektionskrankheiten registriert werden. In der Demokratischen Republik Kongo werden Wege und Hürden mit Hilfe von Drohnen überwunden.
Karl Lauterbach sagt, er wolle „kein frisches Geld“ für die GKV – und stellt damit die Abmachung der Ampel-Partner in Frage. Bei denen ist der Frust nun groß. Für den Fall, dass getroffene Vereinbarungen nicht umgesetzt werden, fordern die Grünen im Gegenzug eine zwingende Anhebung der Beitragsbemessung.
Es ist kein Ende des Kriegs in der Ukraine absehbar, und bald werden sinkende Temperaturen die Lage für die Menschen vor Ort verschärfen. Im Interview erklärt Hans Henri Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, warum die Weltgesundheitsorganisation teilweise an ihre Grenzen stößt und welche Vorbereitungen aktuell getroffen werden.
Die Reaktionen auf die Idee, Krankenhäusern künftig auch Tagesbehandlungen zu ermöglichen, sind unterschiedlich. Die Klinikbetreiber begrüßen den Vorstoß, die Kassen lehnen ihn ab. Einig ist man sich in der Selbstverwaltung aber im Ärger, bei der Regierungskommission nicht mitreden zu dürfen. Der Minister dagegen ist stolz auf den Ausschluss von Lobbyisten.
Adipositas und Hunger sind wachsende und gravierende Probleme. Eine Ernährungswende ist Pflicht – andernfalls drohen der Menschheit mehr Pandemien, mehr Krebserkrankungen und eine noch stärkere Ausprägung einer ohnehin schon existenzbedrohenden Klimakrise.
Ohne ein drastisches Umsteuern und die Stärkung der privaten Vorsorge steht die Pflegeversicherung vor dem Kollaps, warnt der Expertenbeirat im Wirtschaftsministerium. Ältere und Wohlhabende würden im jetzigen System bevorteilt, Jüngere massiv benachteiligt.
Ein Viertel aller stationär behandelten Patienten könnte problemlos zuhause übernachten. Zu diesem Befund kommt die Regierungskommission zur Krankenhausreform. Um Personal und Kosten zu sparen, empfiehlt sie, den Kliniken ab 2023 auch sogenannte Tagesbehandlungen zu ermöglichen. Der Gesundheitsminister findet die Idee gut, die Krankenkassen winken ab.
Die häusliche Pflege – oder „Nächstenpflege“, wie es der Sozialverband VdK nennt – dürfe nicht zur Armutsfalle werden. Der VdK forderte daher gestern eine finanzielle und sozialrechtliche Absicherung. Und er legte entsprechende Vorschläge vor, die auch eine Starthilfe für ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag sein sollen.
Der Fall der Caritas der Erzdiözese München und Freising wirft ein Schlaglicht auf die digitale Verletzlichkeit von sozialen Einrichtungen. Dabei zeigen auch zahlreiche Fälle in der Vergangenheit: Es herrscht Handlungsbedarf.
Demnächst berät der Bundestag über den Etat des Gesundheitsministeriums. Im Vorfeld übt der Bundesrechnungshof scharfe Kritik an dessen Entwicklung und hält dem Bund vor, inzwischen nicht mehr nur als Notlösung Maßnahmen zu finanzieren, für die originär die Länder zuständig seien.
Viele Pflegeheime drohen durch steigende Energiekosten im Herbst und Winter in existenzielle Not zu geraten – mit einer Gesetzesänderung will das BMG die Sozialhilfeträger und Pflegekassen zum Entgegenkommen bewegen. Den Heimbewohnern nütze dies aber wenig, kritisieren Patientenschützer.
Für eine Stärkung der Weltgesundheitsorganisation braucht es nicht zwingend mehr Geld. Viel mehr geht es um Solidarität. Die wiederum fehlte in der anhaltenden Corona-Pandemie oft. Das wurde am Freitag auf der Jahrestagung der Leopoldina kritisiert.