Um als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) beim BfArM gelistet zu sein, müssen Hersteller hohe Anforderungen erfüllen. Für manche reicht es deshalb beim ersten Anlauf nicht. Den Schritt ins Ausland wagen aber viele Hersteller dennoch.
Eins von 30.000 Neugeborenen in Deutschland kommt ohne Schweißdrüsen zur Welt. Grund ist ein Gendefekt. Einem Pädiater aus Erlangen gelang es vor 15 Jahren, das fehlende Protein künstlich nachzubauen und Kinder von ihrem Leid zu befreien. Doch erst jetzt startet die klinische Studie, die ihm den Status eines zugelassenen Medikaments verleihen könnte. Warum?
Vor einem Monat zog Gesundheitsminister Lauterbach seinen juristisch wie medizinethisch umstrittenen Gesetzentwurf zur Triage in der Pandemie nach tagelangem Shitstorm zurück. Nun hat er ihn überarbeitet, die beanstandete Ex-Post-Triage ist raus. Doch auch der übrige Inhalt lässt Behindertenverbände und -politiker zürnen.
Ein Großteil der Mittel aus dem Pakt für den ÖGD, die für die Digitalisierung bereitstehen, muss in den kommenden Wochen von den Bundesländern beantragt werden. Doch das Beispiel Berlin zeigt, dass Land und die für die Gesundheitsämter zuständigen Kommunen durchaus unterschiedliche Vorstellung haben, wie die Mittel eingesetzt werden sollen.
Der Verband der Generika- und Biosimilarunternehmen in Deutschland „ProGenerika“ hat eine systematische Erhebung von Arzneimitteln angekündigt, bei denen es eine dramatische Marktverengung gibt. Bei 102 Wirkstoffen werden mehr als 50 Prozent der GKV-Versicherten von nur einem einzigen Hersteller versorgt.
Die Digitalisierung der Psychotherapie ist unausweichlich, wie gestern auf dem ersten Deutschen Psychotherapie Kongress deutlich wurde. Denn Therapieplätze sind bekanntlich knapp. Doch was können Chatbots oder Übungen am Smartphone leisten?
Die Spitzen der Selbstverwaltung in der Gesetzlichen Krankenversicherung verlieren so langsam die Geduld mit dem Bundesgesundheitsminister. Erneut sei ihnen ein Treffen kurzfristig abgesagt worden, kritisierten sie gestern. Dabei ist ihr Redebedarf groß – auch, weil der Entwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz noch immer nicht vorliegt.
Zwei wissenschaftliche Ausschüsse sollen der Bundesregierung helfen, die richtige Balance bei Pandemiemaßnahmen und dem Infektionsschutzgesetz zu finden. Befrieden dürfte das die Debatte kaum. Im Gegenteil: Beide Gremien drohen gegeneinander ausgespielt zu werden. Die politische Vereinnahmungen haben gestern deutlich an Fahrt aufgenommen.
Mit der neuregulierten Zulassung von Medizinprodukten sollte die Sicherheit der Patienten erhöht werden. Tatsächlich habe man mit dem aufwändigen Verfahren das Gegenteil erreicht, schreiben Gesundheitsverbände jetzt der EU-Kommission. Aufgrund der MDR seien viele wichtige Produkte vom Markt verschwunden. Die Versorgung habe sich „erheblich verschlechtert“.
Die Auswirkungen des Klimawandels werden auch in Deutschland immer spürbarer. Insbesondere Hitze wird in der Bundesrepublik zum Problem. Aber auch Viren können sich häufiger und unbemerkt verbreiten. Um den Gesundheitssektor vor einer Überlastung zu bewahren, könnte Künstliche Intelligenz helfen.
Das „Nationale Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen“ hat die Zentrenbildung empfohlen, um Diagnosen in Deutschland schneller und sicherer möglich zu machen. Die Strukturen sind bereits geschaffen, doch eine auskömmliche Finanzierung gibt es bislang noch nicht.
Beschäftigte der chemischen Industrie profitieren von einer tariflichen arbeitgeberfinanzierten Pflegezusatzversicherung zur Schließung der Sicherungslücke im Pflegefall. Ginge es nach IG BCE und PKV, würde „CareFlex“ keine Insellösung bleiben. Doch das Konzept stößt auch auf Bedenken.
Wo steht Deutschland in der digitalisierten Medizin und was muss getan werden, damit ein Nutzen für die Krankenversicherten aus der Sekundärnutzung ihrer Daten durch Versorgungsforscher entsteht? Darüber sprach Thomas Gabrielczyk mit Christof von Kalle, der Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen ist.
In deutschen Kliniken und Arztpraxen werden jährlich Millionen an Medizinprodukten nach einmaliger Verwendung weggeschmissen und verbrannt. Theoretisch wäre eine Aufbereitung oder Wiederverwertung möglich, aber noch scheuen die meisten den Schritt. Denn derzeit sind Einmalprodukte billiger.
Mit bis zu 24 Milliarden Euro Defizit im Gesundheitsfonds rechnen die Prognosen. Doch trotz Ukraine-Krieg könnte unter anderem der wachsende Arbeitsmarkt dafür sorgen, dass das Minus kleiner ausfällt, so die Analyse des ehemaligen Finanzchefs der SBK, Klaus Hümpfer. Sogar Kassen-Überschüsse hält er für denkbar.
So hatten die privaten Krankenversicherer den SPD-Mann Lauterbach noch nicht erlebt. Die PKV sei „immer ein Teil in meinem gesundheitspolitischen Herzen gewesen“, sagte der Minister bei deren Jahrestagung. Doch ist damit politisch etwas zu gewinnen? Die Privaten drängen auf Umsetzung der neuen GOÄ. Und sie haben die freiwillig GKV-Versicherten im Visier.
Die deutsche Biobanken-Architektur ist international ein Vorreiter, sagt der Generaldirektor des pan-europäischen Netzwerks nationaler Biobanken. Eine bessere Vernetzung von Proben und Daten sowie harmonisiertere Strukturen braucht es allerdings noch, sind hiesige Vertreter überzeugt.
Schon heute sterben mehr Menschen an bakteriellen Infektionskrankheiten als an HIV/Aids oder Malaria. Der Grund: Viele Antibiotika wirken nicht mehr. Wissenschaftler und Pharmahersteller fordern nun einen radikalen Politikwechsel: Zugang zu den Medikamenten, Forschungsanreize und Vergütungssysteme müssten auf den Kopf gestellt werden.
Erneut reißt Minister Lauterbach Zielmarken für zentrale Gesetzgebungen. Die Kassen warten ungeduldig auf das GKV-Stabilisierungsgesetz, für das nur noch wenige Parlamentswochen bleiben. Und auch bei der Novelle des Infektionsschutzgesetzes rinnt die verfügbare Zeit davon. Ein Problem für Lauterbach, ein unausgesprochener Vorteil für die FDP.
Soll die Versorgungsqualität in der Pflege durch eine Akademikerquote erhöht werden, braucht es nicht nur mehr Hochschulabsolvent:innen, sondern auch Konzepte, wie diese in die Versorgung integriert werden. Die Robert Bosch Stiftung stellt heute einen Bericht über ein langjähriges Förderprogramm vor, in denen solche Konzepte in der Praxis erarbeitet wurden.
Bei plötzlichen Ausbrüchen von bislang wenig bekannten Krankheiten muss es schnell gehen mit medizinischer Wissensvermittlung. Das zeigte sich gerade wieder bei den Affenpocken. Die WHO nutzt dafür eine Lernplattform mit weltweit zugänglichen Online-Kursen, technisch betreut vom Potsdamer Hasso-Plattner-Institut. Heute wird das Angebot fünf Jahre alt.
Die soziale Pflegeversicherung steht vor Milliardenlöchern, in der privaten türmen sich die Rücklagen – die Forderungen nach einem Strukturausgleich werden daher lauter. Aus Sicht der Deutschen Aktuarvereinigung wäre dies ein Weg in die falsche Richtung. Nötig sei eine stärkere Akzentuierung der Kapital-Vorsorge.
Weniger Bewegung, mehr Süßigkeiten: Die COVID-19-Pandemie hat vor allem Kinder und Jugendliche massiv getroffen und ihre Lebensgewohnheiten negativ beeinflusst, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Ernährungsmediziner fordern von der Bundesregierung nun, angekündigte Maßnahmen endlich umzusetzen.
Die Monopolkommission sieht in einem neuen Sondergutachten akuten Handlungsbedarf bei der Bedarfsplanung, den Finanzierungssystemen und der Qualitätssicherung der Krankenhausstrukturen. Dem Bundesgesundheitsministerium raten die Gutachter:innen zu aktiverem Handeln bei Qualitätsindikatoren und dem Einsetzen eines neuen Beirats.
Obwohl die Corona-Pandemie den Anstieg der Lebenserwartung vorübergehend gestoppt und die Gesundheitskosten in die Höhe getrieben hat, müssen privat Krankenversicherte vorerst nicht mit steigenden Beiträgen rechnen. Gefährlicher für nahezu alle Sparten des Versicherungswesens sei der starke Anstieg der Inflation, warnt die Deutsche Aktuarvereinigung.
Der BRH warnt, die Sozialbeiträge könnten bis 2060 von aktuell knapp 40 auf 53,3 Prozent steigen, sollte der Gesetzgeber nicht schnell gegensteuern. In einem Bericht an den Bundestag skizziert die Behörde einen möglichen Reformmix, der die Entwicklung zumindest dämpfen würde. Nötig sei die Abkehr von einer „Politik nach Kassenlage“.
Das Gesundheitsministerium nutzt Soziale Medien, um dort zu informieren, wo die Bürgerinnen und Bürger sind. Doch noch immer halten sich Facebook & Co. nicht an alle europäischen Datenschutzvorgaben. Auch der Datenschutzbeauftragte hat die Ministerien und Behörden bereits gewarnt.
Viele Arzneimittel-Innovationen sind Krebsmedikamente. Doch obwohl es in diesem Segment aktuell so viele Fortschritte gibt, stehen Onkologika häufig auch auf der Liste derjenigen Arzneimittel, für die Lieferengpässe gemeldet werden. Künftig könnten es sogar noch mehr werden.
Künftig müssen sich die Pflegebeiträge exakt nach der Zahl der Kinder richten, urteilte jetzt das Bundesverfassungsgericht - nicht mehr bloß nach dem Umstand, ob jemand kinderlos ist oder nicht. Und bis Ende Juli 2023 muss das gesetzlich geregelt sein. Bei den Beiträgen zur gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung darf alles beim Alten bleiben.
In Hamburg sind die Bürger am gesündesten, in Thüringen am häufigsten krank. Das ist einer Studie von Gesundheitsforschern zu entnehmen, die erstmals vorgelegt wurde. Neben regionalen Unterschieden zeigt sich auch: Arme Menschen haben die höchste Krankheitslast. Und in keiner anderen Branche leiden so viele unter Migräne wie im Gesundheits- und Sozialwesen.
Marc-Alexander Burmeister, Chef von Deutschlands größtem privaten Pflegeheimbetreiber Korian, sagt, auf welche Lohnsteigerungen für die Pflegekräfte man sich einigen könnte, wie enorm die Zuzahlungen für einen Platz im Heim steigen werden und warum die Politik weitere Entlastungen für die Heimbewohner auf den Weg bringen muss.
Das Pharmaunternehmen Pfizer feiert die Inbetriebnahme seiner neuen High-Containment-Fabrik in Freiburg. Dort soll künftig flexibler, schneller und ressourcenschonender produziert werden – und zwar für die ganze Welt. Der Neubau sei ein Bekenntnis zu innovativen Arzneimitteln aus Deutschland.
Seit Jahren kämpft die Ärzteschaft für eine GOÄ-Reform, beim Ärztetag wartete sie auf Signale des Ministers – und bekam eines, das ihr nicht gefallen kann. Diese Legislatur wird nicht viel passieren bei der Reform der privatärztlichen Vergütung.
Das deutsche Gesundheitswesen hat laut einer Studie enormes Einsparpotenzial durch digitale Technologien. Doch bisher wird dieses nur wenig genutzt. Dabei könnte auch die Versorgungsqualität verbessert werden.
Für viele Akteur:innen ärztlicher Berufspolitik beginnt die Woche des Ärztetages mit einem Wochenende beim Marburger Bund oder einem Montag bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Krankenhaus- wie Vertragsärzte mahnen Reformen an, ärgern sich über Digitalisierung und warnen vor investorengetriebenen Medizinischen Versorgungszentren.
Die Konzentration der Arzneimittel-Produktion auf wenige Standorte birgt Risiken für die Versorgung – vor allem, wenn diese nicht in Europa liegen. Doch die EU kann die Abhängigkeit von China und Indien verringern. Helfen könnten beispielsweise mehr Transparenz, Notfallpläne, eine verpflichtende Lagerhaltung und vor allem: eine neuen Preispolitik.
Experten rechnen mit weiteren Fällen von Affenpocken in den kommenden Tagen, sprechen jedoch noch nicht von einer Pandemie. Bisher wurde in Europa nur die mildere, westafrikanische Virusvariante festgestellt. Dennoch mahnt die WHO zu Vorsicht und Wachsamkeit.
Zweieinhalb Jahre nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind die Gesundheitssysteme immer noch unzureichend auf die aktuelle und auch auf neue Pandemien vorbereitet. Zu diesem Schluss kommt ein Team um den dänischen Gesundheitsforscher Flemming Konradsen. Besonders ärmere Länder seien immer noch stark benachteiligt.
In einem gemeinsamen Brief fordern Spitzenvertreter des Gesundheitswesens Minister Lauterbach auf, gesetzliche Grundlagen für die offensive Nutzung von Gesundheitsdaten auf den Weg zu bringen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat offenbar kurz vorher ihre Unterschrift zurückgezogen.
Die PKV sei besser als ihr Ruf, meint Wiltrud Pekarek von der Deutschen Aktuarvereinigung. Im Interview erklärt die für Krankenversicherungen zuständige Vorständin, warum die Privaten dennoch Hilfe vom Gesetzgeber brauchen. So sollte der gesetzliche Beitragszuschlag zur Prämienbegrenzung im Alter erhöht und der Standardtarif für alle geöffnet werden.
Bis vor kurzem war der Off-Label-Use des Medikaments Cytotec zur Geburtseinleitung Standard. Es wurde aber nicht in geeigneter Dosis angeboten und konnte bei falscher Portionierung schwere Nebenwirkungen verursachen. Nun darf das Mittel nicht mehr verwendet werden, da es ein anderes in passender Dosierung gibt. Das Problem: Es ist um ein Vielfaches teurer.
Die G7-Gesundheitsminister:innen haben gestern über den Kampf gegen weltweite Gesundheitskrisen beraten. Wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erklärte, gehe es um Konzepte, Zuständigkeiten und auch Spezialwissen. An einer Simulation wurden konkrete Schritte geplant.
Weltweit werden zunehmende Zahlen von Affenpocken-Infektionen registriert, der Übertragungsweg ist derzeit noch unklar. Die Staaten rufen zu erhöhter Wachsamkeit auf. Es bestehe kein Grund zur Panik, alles spreche aber für eine rigorose Kontaktnachverfolgung.
Mit drei verschiedenen Impfstoff-Typen bereitet sich die Bundesregierung auf den Herbst vor. Ein bivalenter Impfstoff wurde nun bestellt. Jedem Menschen in Deutschland, der sich impfen lassen wolle, werde ein Angebot gemacht werden können, sagte Karl Lauterbach gestern. Beim G7-Treffen will er ab heute unter anderem auch einen Pandemie-Pakt beraten.
Die neueste Finanzanalyse des Kassendienstleisters Bitmarck enthält für den Gesundheitsminister zwei unerfreuliche Botschaften: Das 2023 drohende Defizit könnte um sieben Milliarden Euro höher ausfallen als bisher erwartet. Und Lauterbachs Plan, zum Stopfen dieses Finanzlochs ein zweites Mal in die Kassenrücklagen zu greifen, könnte mangels Masse scheitern.
Die fortschreitende Erderwärmung macht auch vor dem Gesundheitswesen nicht halt. Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Beschwerden oder neue Infektionskrankheiten werden häufiger. Gleichzeitig ist das Gesundheitswesen auch ein relevanter Emittent von Treibhausgasen. Doch langsam findet in der Branche ein Umdenken statt.
Die gesetzlichen Kassen warten nicht nur auf den Gesetzentwurf zur GKV-Finanzierung, sie wollen auch wissen, wann es mit der Pflegereform losgeht. Ab September müsse man Klarheit haben, drängte Spitzenverbands-Vize Gernot Kiefer bei einer Diskussion mit der Pflegebevollmächtigten. Es ging dabei ums Geld, aber auch um anderweitige Verbesserungen.
Martina Stamm-Fibich, Gesundheitspolitikerin und Arzneimittelexpertin der SPD-Bundestagsfraktion, hat den Entwurf des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes gestern bei der Berliner Runde des BAH für Ende kommender Woche angekündigt. Welche Konsequenzen drohen der Pharmaindustrie?
Er sei ein Mann der Wissenschaft, sagt Karl Lauterbach – das Mantra brachte ihn ins Amt, und er pflegt es weiter. Ein tieferer Blick in seine akademischen Meriten und Gespräche mit alten Mitarbeitern kratzen deutlich an dem Image.
Das „Hamburger Modell“ greift um sich: Bis Ende des Jahres sollen auch Landesbeamte in Baden-Württemberg Beihilfe erhalten, wenn sie sich gesetzlich krankenversichern. Allerdings äußern Juristen in einem aktuellen Gutachten nun „gravierende verfassungsrechtliche Bedenken“ gegen dieses Vorhaben. Sie sehen Fürsorgepflicht und Alimentationsprinzip in Gefahr.
Seit fünf Jahren können Schmerz-, Krebs- und Palliativpatienten Cannabis auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten. Doch wie genau Medizinalhanf bei wem wirkt, ist weiterhin ein Rätsel. Die beim BfArM beauftragte wissenschaftliche Begleiterhebung vermag darauf kaum belastbare Antworten zu geben. Das liegt vor allem an der gewählten Methodik.
Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di unternimmt einen neuen Anlauf zur Durchsetzung so genannter Entlastungstarifverträge für Krankenhäuser. In Nordrhein-Westfalen (NRW) nutzte ver.di die Endphase des Landtagswahlkampfes, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. In Dresden sollen in Kürze Verhandlungen beginnen.
Die Corona-Krise hat die Risiken verdeutlicht, die aus den sehr international ausgerichteten Lieferketten für die deutsche Wirtschaft im Ganzen und die Arzneimittelversorgung im Besonderen resultieren können. Was können wir aus diesem Stresstest lernen?
Umang Patel, Chief Clinical Information Officer bei Microsoft, und Markus Vogel, Chief Medical Information Officer bei Nuance, sind von Haus aus Kinderärzte. Im Interview erklären sie, wieso Spracherkennung und Cloud-Lösungen bald nicht mehr aus dem Gesundheitswesen wegzudenken sein werden.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach pocht nicht bloß auf das Verbot der umstrittenen Ex-Post-Triage, sondern will das Gesetz hierzu nun als regierungseigenen Entwurf ins Parlament einbringen. Die FDP beharrt unterdessen auf klaren Verfahrensregeln, um Ärzte vor Strafverfolgung zu schützen. Und der Behindertenbeauftragte mahnt zum Diskurs.
Im Gesundheitssektor spielt Nachhaltigkeit häufig eine untergeordnete Rolle. Gerade in Kliniken sind jedoch viele Emissionen vermeidbar, ohne dass die medizinische Versorgung leidet. Für die Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen fehlt jedoch meist eine langfristige Strategie.
Nie wurde so viel über den Öffentlichen Gesundheitsdienst gesprochen, wie seit Corona. Endlich gab es Aufmerksamkeit, Wertschätzung und mit dem „Pakt für den ÖGD“ auch Geld. Aber hat das geholfen? Eine Zwischenbilanz.
Gesundheitsminister Lauterbach hat sich fürs zweite Halbjahr eine Reform der finanziell ausgebluteten Sozialen Pflegeversicherung vorgenommen. Die Private Versicherungswirtschaft bezweifelt jedoch, dass das Problem steigender Eigenanteile gelöst werden kann. Ihr Rezept sind Zusatzversicherungs-Angebote – und dazu präsentiert die Branche eine neue Studie.
Indem sie ihm eine Million Euro des Etats sperren, zwingen die Haushaltspolitiker der Ampelfraktionen den Gesundheitsminister, noch dieses Jahr die Cannabis-Legalisierung auf den Weg zu bringen. Der geänderte Einzelplan des BMG ist auch ein Zeichen an Lauterbach, seinen Fokus nicht nur auf Corona, sondern stärker auf den Koalitionsvertrag zu richten.
Die Lieferketten sind fragil und der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie versuchte den gestrigen Unternehmertag dafür zu nutzen, die Politik zu einem Umdenken zu bewegen. Was die Pharmabranche nun fordert und wie das Bundesgesundheitsministerium reagiert.
Erstmals beschäftigte sich der Sachverständigenrat Integration und Migration in seinem Jahresgutachten ausführlich mit dem deutschen Gesundheitswesen. Kernbotschaft: Deutschland ist auf Gesundheits- und Pflegefachkräfte aus dem Ausland angewiesen und sollte seine Anwerbe- und Anerkennungsprozesse angesichts des demografischen Wandels schleunigst verbessern.
BMG-Staatssekretär Edgar Franke forderte gestern die Regierungskommission auf, Akteure wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft oder den GKV-Spitzenverband indirekt an ihrer Arbeit zu beteiligen. Kommissionsmitglied und Gesundheitsökonom Reinhard Busse sprach derweil von „beunruhigenden Verlegungsraten“ von Covid-Intensivpatienten.
Noch herrscht viel Skepsis und Unklarheit im Umgang mit Gesundheitsdaten und digitalen Anwendungen – bei Ärzt:innen und Bürger:innen. Das geht aus dem neuen TechnikRadar 2022 hervor. Die Menschen in Deutschland unterscheiden demnach sehr genau, wem sie ihre Gesundheitsdaten anvertrauen würden.
Der Gesundheitsminister will den Abbruch einer intensivmedizinischen Behandlung zugunsten eines Patienten mit größerer Überlebenschance nun doch nicht erlauben und korrigiert seinen eigenen, erst vier Tage alten Gesetzesvorschlag. Der neuerliche Zickzackkurs wirft Zweifel an seiner politischen Handlungsfähigkeit auf. Ex-DIVI-Präsident warnt vor Losverfahren.
Seit Beginn der Pandemie erhielten das israelische Gesundheitssystem, die Corona- und Impf-Forschung sowie die digitalen Strukturen internationale Aufmerksamkeit. Darüber sprechen im Interview Esti Shelly, Director of Digital Health im israelischen Gesundheitsministerium, und Carsten Ovens, Geschäftsführer vom European Leadership Network Deutschland.
Anfang Juni will das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Ergebnisse seiner Cannabisbegleiterhebung vorlegen. Doch die Kritik an der Aussagekraft ist schon jetzt gewaltig. Knud Gastmeier ist Facharzt für Anästhesie und hat seine eigenen Daten durchforstet – und dabei spannende Funde gemacht.