Ein interdisziplinäres Expertenbündnis fordert Schulgesundheitsfachkräfte an jeder Schule – gesetzlich verankert und dauerhaft finanziert. In einem aktuellen Bericht verweisen die Expert:innen auf internationale Evidenz, positive Effekte aus Modellprojekten und zeigen Optionen für eine bundesweite Umsetzung auf.
Die deutsche Wallet ist das Produkt, an dem sich Digitalminister Karsten Wildberger messen lassen will. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Das Projekt ist chaotisch, von Interessenkonflikten durchzogen und bereits heftig in Zeitverzug.
Es braucht mehr Prävention und Innovation, um dem wachsenden Druck auf Europas Gesundheitssysteme standzuhalten, sagte EU‑Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi gestern in Berlin. Im Bundesgesundheitsministerium sprach er mit Nina Warken über die Arzneimittelversorgung. Auf einer anschließenden Veranstaltung warb er für mehr Investitionen in EU‑Start-ups.
Ende Mai hat die Weltgesundheitsversammlung die metabolische Fettlebererkrankung erstmalig als wachsende globale Bedrohung anerkannt. Dabei ist weltweit längst jeder Dritte betroffen, in Deutschland jede vierte Person. Derzeit wird die Diagnostik nicht von der GKV übernommen. Doch Studien zeigen: Die Kosten für die häufig zu späten Behandlungen steigen.
Der Bundesrechnungshof hat die geplante Krankenkassen-Reform untersucht. Die Prüfer kritisieren „willkürliche Kürzungen“ des Bundeszuschusses. Unter anderem bemängeln sie, dass Finanzminister Lars Klingbeil seinen Etat zulasten der Versicherten saniere.
Die Landräte sehen im GKV-Spargesetz ein Umverteilungsgesetz und werfen der Bundespolitik vor, die Krankenkassen zulasten der Landkreise zu stabilisieren – während sie selbst Ausfallbürgen für etliche defizitäre Krankenhäuser seien. Ministerin Warken will Bürokratie abbauen und so die Kostenlast der Kommunen reduzieren.
Die Kassen geben immer mehr Geld für Heilmitteltherapien aus – doch Daten dazu, ob das Geld gut angelegt ist, fehlen weitestgehend. Der AOK-Heilmittelreport 2026 zeigt: Besonders Maßnahmen wie die 2024 eingeführte Blankoverordnung treiben die Kosten in die Höhe. Die Herausgeber fordern klare Leitlinien, eine bessere Ausbildung und ein effektives Monitoring.
Mit ihrem ernüchternden Befund zur HzV haben die TK und Studienautor Jonas Schreyögg für Proteste der Hausärzte gesorgt. Im Interview mit Thomas Trappe verteidigt Schreyögg seine Studie, plädiert für ein Primärversorgungssystem mit strengen Leitplanken – und gegen eine verpflichtende digitale Erscheinschätzung.
Verstoßen die mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz geplanten Vorhaben im Pharmabereich gegen geltendes Recht? Verfassungsrechtliche Bedenken formuliert eine Wirtschaftskanzlei in einem von Pharma Deutschland beauftragten Gutachten. Insbesondere die kumulative Wirkung von dynamischem Herstellerabschlag und Co. sehen die Juristen kritisch.
Am 10. Juni werden die Verbände zum Referentenentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes befragt. Die Kritik ist schon jetzt massiv. Kommunen, Länder und Sozialverbände warnen vor neuen Lasten, gebrochenen Zusagen und einem Attraktivitätsverlust der Pflege.
Das BMG vergibt ein externes Gutachten, um die finanziellen Auswirkungen des Entwurfs einer novellierten Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) vor rechtlicher Umsetzung zu prüfen. Die Radiologen haben dies bereits abschätzen lassen: Die beauftragten IGES-Forschenden berechneten deutliche Erlöseinbußen. Fachgesellschaft und Berufsverband warnen vor den Folgen.
Telemonitoring bei Herzinsuffizienz soll das Leben verlängern und ungeplante Krankenhausaufenthalte verhindern. „Das ist Prävention im besten Sinne des Wortes“, sagt der Kardiologe Friedrich Köhler. Mit Blick auf den Safe Hearts Plan der EU müsse aber noch an ein paar Stellschrauben gedreht werden, sind sich Experten einig.
Seit gestern liegt Nina Warkens Entwurf zur Pflegereform auf dem Tisch. Er enthält, wie erwartet, zahlreiche Zusatzbelastungen für Versicherte und Beitragszahler. Bund und Länder dagegen machten sich einen schlanken Fuß, kritisieren die Pflegekassen. Auch die SPD ist unzufrieden, sie hätte sich einen Finanzausgleich mit der PKV gewünscht.
Immer mehr Krankenhäuser in Deutschland melden, von dem Cyberangriff auf den Klinik-Dienstleister Unimed betroffen zu sein. Der geht indes davon aus, dass die Daten nun doch nicht durch Kriminelle veröffentlicht werden. Wurde ein Lösegeld gezahlt?
Die ABDA hat eine starke Einbindung im geplanten Primärversorgungssystem gefordert – von Ersteinschätzung, über Prävention bis hin zur Begleitung von Chronikerpatienten. Ihr Präsident bot der Ärzteschaft gestern den Schulterschluss an. Die SPD-Abgeordnete Tanja Machalet hält Arbeitsteilung und gute Zusammenarbeit der Berufe für eine Notwendigkeit.
Angesichts magerer Finanzergebnisse im ersten Quartal appellieren Orts-, Ersatz- und Betriebskrankenkassen an die Bundesregierung, dem Drängen von Bundesländern und Leistungsanbietern auf weitere Abstriche bei der Gesundheitsreform nicht nachzugeben. Ihr Überschuss von 1,1 Milliarden Euro sei allein stark gestiegenen Zusatzbeiträgen zu verdanken.
Sowohl in der EU als auch in Deutschland wird sich der Personalmangel im Gesundheitswesen in den kommenden Jahren verschärfen. Die zuständigen Ausschüsse des EU-Parlaments haben gestern einen Bericht zum Fachkräftemangel im Gesundheitswesen angenommen. So ist der Stand in Deutschland.
Trotz massiver Proteste bleibt es bei der Honorarkürzung für Psychotherapeuten. Das Bundesgesundheitsministerium sieht keinen Handlungsbedarf. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat Klage eingereicht, in neun Städten wird nächste Woche demonstriert.
Die Zahl der neuen Verdachtsfälle bei Ebola-Infektionen nach dem Ausbruch Mitte Mai ist rückläufig, aber die WHO warnt vor vorzeitigen Rückschlüssen. Vor dem Ad-hoc-Treffen der EU-Gesundheitsminister am Freitag läuft derzeit die heiße Phase, um Maßnahmen in die Wege zu leiten, die jetzt und in Zukunft helfen. Denn der nächste Ausbruch kommt gewiss.
Am 2. Januar 2027 soll die deutsche EUDI-Wallet starten. Doch nur 18 Prozent der Deutschen haben die dafür nötige Online-Ausweisfunktion aktiviert, Behördensysteme sind kaum vernetzt, und eine eindeutige Personenkennziffer fehlt bis heute. Ein Blick auf das, was die EUDI-Wallet leisten soll – und was dafür noch fehlt.
In den Pflegeheimen hat sich der Zugang zu zahnärztlicher Prävention verbessert. Doch in mehr als jeder zweiten Einrichtung erhalten die Bewohner nach wie vor kaum Prophylaxe-Leistungen, heißt es im aktuellen Zahnreport der Barmer, der heute veröffentlicht wird. Und in der ambulanten Pflege liegt die Inanspruchnahme bei gerade mal drei Prozent.
Bitmarck ist einer der größten IT-Dienstleister des Gesundheitswesens in Deutschland. Somit liegen viele Gesundheitsdaten bei dem Unternehmen. Im Interview spricht Geschäftsführer Andreas Strausfeld über Lehren aus zwei Cyberangriffen, das neue Digitalgesetz und warum er Teile des geplanten GKV-Sparpakets für „groben Unsinn“ hält.
Das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) verwaltet die Pflegeversicherung über den Pflegeausgleichsfonds. Trotz Milliardendarlehens droht der Versicherung nun schon wieder die Puste auszugehen. Aber die monatlichen Ausgleichszahlungen an die Pflegekassen weiter zu senken, um die Liquidität des Fonds zu sichern – das kommt dem BAS offenbar nicht in den Sinn.
Die Techniker Krankenkasse hat eine Studie vorgelegt, die sie am Nutzen der Hausarztzentrierten Versorgung zweifeln lässt. Die Bundesvorsitzende des Hausärzt:innenverbandes Nicola Buhlinger-Göpfarth widerspricht: Im Gespräch erklärt sie, warum die HZV unverzichtbar ist und was auf dem Spiel steht, wenn der Gesetzgeber die Angebotspflicht kippt.
Die Steuerungseffekte der Hausarztzentrierten Versorgung fallen gering aus, einen wesentlichen Mehrwert zur vertragsärztlichen Regelversorgung gibt es bei gleichzeitigen Mehrkosten nicht. So fällt das Fazit einer Evaluation im Auftrag der TK aus. Die Kasse will HzV-Verträge als freiwillige Leistung. Der beauftragte Forscher Jonas Schreyögg macht Vorschläge.
Der Berliner Senat bereitet die Krankenhäuser mit einem Rahmenplan auf den Kriegsfall vor. Offen ist darin die Frage, ob Zivilisten und Soldaten im Notfall unterschiedlich behandelt werden sollen. Unter Berliner Ärzten führte das jetzt zu einem Eklat.
Dem Digitalgesetz zufolge soll die Gematik die Telematikinfrastruktur stärken. Wie das funktionieren könnte, hat die Digitalagentur in einem Konzept ausgearbeitet. Demnach soll sie eine aktivere Rolle mit mehr Macht bekommen. Der Plan ist mit ausformulierten Aufgaben und einem genauen Zeitplan versehen.
Durch das Streichen der Vermittlungspauschale für Facharzttermine würden Fachärztinnen und Fachärzte das Vertrauen in die Politik verlieren, heißt es von Facharztseite. Über mögliche Konsequenzen streiten sich Verbände und Krankenkassen.
Die Wirtschaftsweisen senken ihre Wachstumsprognose – und warnen zugleich vor einer langfristigen Bremse: dem demografisch getriebenen Kostenschub in Kranken- und Pflegeversicherung. Ohne Reformen drohen steigende Beitragssätze, die Nettoeinkommen und Beschäftigung belasten.
Die EU-Kommission hat eine interne Analyse zum Biotech Act veröffentlicht, in welcher die Auswirkungen des Vorhabens auf verschiedene Bereiche abgeschätzt werden. Für kleine und mittelständische Unternehmen fällt die Bilanz der Beamten sowohl finanziell als auch für die Produktivität klar positiv aus. Bei Biosimilars erkennen sie jedoch auch einen Nachteil.
Vertreter von Zahnärztinnen und Zahnärzten kritisieren seit Jahren, dass Fremdinvestoren Praxen aufkaufen und Ketten bilden können. Von der Politik fordern sie mehr Regulierung. Allerdings wachsen investorenbetriebene MVZ mittlerweile langsamer als noch vor wenigen Jahren. Hat sich der Markt von allein beruhigt?
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit hat die Ergebnisse der diesjährigen Drogenaffinitätsstudie vorgestellt. Auffällig ist: Entgegen dem jahrzehntelangen rückläufigen Trend ist Rauchen offenbar bei Minderjährigen wieder auf dem Vormarsch. Gerade junge Mädchen greifen demnach öfter zu Nikotinprodukten. Am beliebtesten: die E-Zigarette.
Antibiotikaresistenzen, Gesundheitsfinanzierung, Strahlung: Die 79. Weltgesundheitsversammlung in Genf hat vieles beschlossen – etwa eine „Economics of Health for All“-Strategie, einen Aktionsplan gegen Antibiotika-Resistenzen oder eine Reform der globalen Gesundheitsarchitektur.
Neue Strukturen, um Lieferabhängigkeiten zu verringern und Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln langfristig herzustellen, aber auch etliche Maßnahmen zur Stärkung des Produktions- und Forschungsstandorts in Deutschland werden im Entwurf eines Positionspapiers der SPD-Fraktion vorgeschlagen. Darin findet sich auch ein Vorgeschmack auf Preisdebatten.
Es war ein langer Weg hierher, wie die Abgeordneten selbst konstatieren – doch das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) ist am Freitag vom Bundestag verabschiedet worden. Von der Opposition musste sich die Regierung heftigste Kritik anhören. Und auch viele Verbände sind mit dem Gesetz noch lange nicht zufrieden.
Weitreichende Änderungen dürften die Länder an zwei zentralen Gesetzen dieser Legislatur fordern. Das geht aus den Empfehlungen des Unterausschusses Gesundheit im Bundesrat zu den Entwürfen zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und zum Gesetz für eine Reform der Notfallversorgung hervor. Die Vorschläge gleichen Zugeständnissen an viele Stakeholder.
Bürgergeld, Psychiatrieentgelte, Pflegebudget: Beim Zukunftsforum der Deutschen Krankenhausgesellschaft ging es ums Sparen in Krisen. Beim Pflegebudget war man sich im Ziel einig – aber nicht im Weg: Deckelung für einige Jahre oder zurück in die Fallpauschalen?
Das parlamentarische Verfahren zum Medizinregistergesetz hat begonnen. TMF-Chef Sebastian Semler begrüßt die Stoßrichtung, warnt aber vor Überregulierung, fehlender Grundfinanzierung und einem zu engen Konzept für Datenverknüpfungen.
Weniger Kassen, weniger Kosten? Die RSA-Allianz widerspricht Fusionsvorschlägen aus den Regierungsparteien. Kooperationen, Wettbewerb und freiwillige Fusionen seien der bessere Weg. Außerdem müsste der Blick nach Österreich den Ruf nach deutschem Kassen-Kahlschlag verstummen lassen.
Die Bundesregierung hat die Roadmaps für die sechs Schlüsseltechnologien der Hightech Agenda Deutschland vorgelegt. Umfassend sind die Ziele und Messindikatoren im Bereich Biotechnologie. Neben Zuspruch äußern Verbände auch Kritik und verweisen auf offene Fragen – etwa, mit welchen Mitteln die Maßnahmen umgesetzt werden sollen.
Finanzminister Lars Klingbeil drängt die Bundesressorts zur Konsolidierung für den Haushalt 2027. Im Gesundheitsbereich soll dabei das GKV-Spargesetz helfen. Die Opposition ist mit der Lastenverteilung der geplanten Maßnahmen unzufrieden. Tino Sorge verteidigte gestern als parlamentarischer Staatssekretär für Gesundheit die Vorhaben.
Kann das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) den schnellen Rückgang der Zahl der Apotheken stoppen? Dazu gibt es in der Schlussphase der Gesetzgebung bei Verbänden, Forschungsinstituten und Versandapotheken unterschiedliche Einschätzungen. Das gleiche gilt für die Zukunft der Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Apotheken.
Die Bundesgesundheitsministerin ist bereit, über die Ausgestaltung der Maßnahmen im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zu sprechen – mit der Pharmabranche wie auch auf Ministerien-Ebene. Die Auflagen für Anpassungen gefallen der Industrie eher nicht. Die verstärkte gestern ihre industriepolitische Argumentationslinie, flog dafür sogar Enrico Letta ein.
Im Hause des GKV-Spitzenverbands diskutierten Tino Sorge und Janosch Dahmen zur Primärversorgung. Dahmen brachte wieder einmal heftige Kritik an der Prioritätensetzung des BMGs ein: Ohne Strukturreformen brauche es weder digitale Tools noch mehr Termine. Sorge ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen – und sprach auch zu den bevorstehenden Fachdialogen.
Bereits im ersten Quartal 2026 klafft ein Finanzierungsloch von 667 Millionen Euro in der sozialen Pflegeversicherung. Dieses könnte sich ohne Pflegereform bis 2027 auf sieben Milliarden Euro ausweiten. GKV-Spitzenverband und MD Bund stellten dafür einige Ideen vor.
Viele Influencer:innen bewerben zweifelhafte Mittel und verbreiten falsche Gesundheitsinfos. Dagegen vorzugehen ist selbst mit Heilmittelwerbegesetz und Digital Services Act schwierig. Ein Faktencheck-Projekt der Verbraucherzentralen NRW und Rheinland-Pfalz soll jetzt helfen.
Das GeDIG soll das Gesundheitswesen ins digitale Zeitalter führen. Die Stellungnahmen zur gestrigen Verbändeanhörung zeigen: Die Skepsis ist groß. Ärzteverbände warnen vor realitätsfremden Vorgaben und einem schleichenden Machtzuwachs der Krankenkassen. Die wiederum sehen den Entwurf überwiegend positiv.
Insgesamt 13 Änderungsanträge haben die Regierungsfraktionen für das ApoVWG eingereicht. Darunter: keine Exklusivverträge für Biosimilars, Impfen und Blutentnahme in Apotheken und ein niedrigschwelligerer Zugang zu bestimmten pharmazeutischen Dienstleistungen.
Glücksspielähnliche Mechanismen in Videospielen sind ein großes Problem, sagt Stefanie Drese. Die Jugend- und Gesundheitsministerin von Mecklenburg-Vorpommern hat daher eine Bundesratsinitiative für schärfere Regeln gestartet. Im Interview spricht sie über den Stand und ihre Erwartungen.
Die seit Wochen andauernden Debatten zur Pflegereform reißen nicht ab – drehen sich angesichts fehlender belastbarer Reformdetails aber auch stoisch im Kreis. So auch am Wochenende. In Reihen von CSU und SPD wurde unisono vor einem Verschiebebahnhof gewarnt, der finanzielle Lasten verlagere, Pflegebedürftige aber nicht zukunftssicher absichere.
Der Entwurf zum GeDIG schreibt Telemonitoring-DiGA ins SGB V – deklaratorisch, sagt das Bundesgesundheitsministerium. Verbände und Hersteller fordern eine Präzisierung des Begriffs. Andernfalls blieben die regulatorischen Hürden für Telemonitoring-Anwendungen weiterhin zu hoch.
In Hannover fordert der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) ein Umsteuern in der Gesundheitspolitik: Das Gesundheitswesen müsse stärker auf frühe Hilfen ausgerichtet werden, statt vor allem späte Schäden zu behandeln. Die Delegierten verlangen zudem strengere Regeln für Alkohol, Tabak, Nikotinprodukte, Medizinal-Cannabis und soziale Medien.
Die EU will sich besser gegen Gesundheitskrisen wappnen: Mit der neuen Global Health Resilience Initiative setzt die Kommission auf mehr internationale Koordinierung, resilientere nationale Systeme und diversifizierte Lieferketten – von Frühwarnsystemen und Künstlicher Intelligenz (KI) bis hin zu neuen Hubs für Diagnostik und Therapeutika.
Ein neuer Referentenentwurf sieht erhebliche Änderungen für die Apotheker vor: Das Packungsfixum soll nun über ein Jahr stufenweise angehoben werden, die Versandkontrollen für Online-Versandapotheken werden fast gänzlich gestrichen. Der Apothekenreform dürfte damit endgültig der Weg geebnet sein – denn auch die GKV wird nicht belastet.
Beim 130. Deutschen Ärztetag stieß Bundesgesundheitsministerin Nina Warken mit ihren geplanten Milliarden-Einsparungen gestern auf deutliche Kritik. Ärztepräsident Klaus Reinhardt warnte vor Belastungen für Versorgung, Praxen und Kliniken – richtete seine schärfsten Vorwürfe aber an den Bund und Finanzminister Lars Klingbeil.
Stark steigende Leistungsausgaben sorgen dafür, dass die Zusatzbeiträge der Krankenkassen unter Druck bleiben. Trotz erneuter Beitragserhöhungen zu Jahresbeginn wird es deshalb rund einem Drittel der Kassen nicht gelingen, bis zum Jahresende ihre Rücklagen auf die gesetzliche Mindestreserve aufzufüllen, analysiert Kassendienstleister Bitmarck.
Vor dem heute in Hannover beginnenden 130. Deutschen Ärztetag warnen der Präsident der Bundesärztekammer und der Marburger Bund vor empfindlichen Einschränkungen bei der Versorgung infolge des milliardenschweren GKV-Sparpakets. Die KBV kündigt derweil keine Leistungen mehr für gesetzlich Versicherte jenseits des Budgets an.
Bis Ende Juli 2027 müssen GKV-SV, PKV-Verband und DKG einen Leistungskatalog vereinbaren, den Pflegefachpersonen eigenverantwortlich erbringen dürfen. So will es das BEEP – und Kliniken sehen großes Potenzial. Nur: Das GKV-Spargesetz könnte neue Berufsbilder ausbremsen, bevor sie in Deutschland Fuß fassen, warnt Charité-Vorständin Carla Eysel.
Der Ausbruch des Andes-Virus auf der MV Hondius machte aus einer Expeditionsreise eine internationale Krise mit drei Todesopfern. Während die letzten Passagiere von Bord gebracht werden, mahnt die WHO zur Besonnenheit: Das Risiko einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung sei gering. Derweil reagieren die betroffenen Länder mit unterschiedlichen Quarantänemaßnahmen.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken warnt vor einem Defizit von 22,5 Milliarden Euro und kündigt höhere Belastungen für Pflegebedürftige an. SPD-Politiker Pantazis hält dagegen: Ohne Strukturreform und gerechtere Lastenverteilung zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung werde sich an der Schieflage des Systems nichts ändern.
Arzneimittel belasten Klima und Gewässer. Ein neuer Policy Brief des Centre for Planetary Health Policy zeigt, wo Politik und Selbstverwaltung ansetzen können, um die Umweltbilanz von Medikamenten zu verbessern: von mehr Transparenz über nachhaltige Beschaffung bis hin zu Abwasserreinigung.
BMG-Staatssekretär Tino Sorge kündigt beim Digitalforum Gesundheit ein Sofortprogramm für Cybersicherheit an und dringt auf mehr Tempo bei der Digitalisierung – auch bei Datennutzung und der elektronischen Patientenakte. Ein neues Positionspapier des Veranstalters liefert dazu konkrete Vorschläge.
Eine interfraktionelle Abgeordnetengruppe will die Organspende neu regeln. Nach ihrem Gesetzentwurf soll ab 2030 die Widerspruchsregelung gelten: Wer einer Organentnahme zu Lebzeiten nicht widerspricht, käme nach dem Tod grundsätzlich als Spender infrage. Kritiker warnen vor Eingriffen in die Selbstbestimmung.
Der Bund will die finanziell klamme Pflegeversicherung kurzfristig stabilisieren, legt den Ländern aber weiter keinen Referentenentwurf vor. Die beim gestrigen Treffen der Bund-Länder-AG skizzierten Eckpunkte deuten vor allem auf Sparmaßnahmen hin – zentrale Finanzierungsfragen bleiben dagegen offen.
Mehr Teamarbeit, mehr digitale Tools und mehr Vernetzung: In einem Primärversorgungssystem sieht Bündnis 90/Die Grünen die Chance für eine bessere Versorgung. Im November haben sie einen Antrag an die Bundesregierung gerichtet, das Modell gesetzlich festzuschreiben. Gestern fand dazu eine Anhörung statt.
Der Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg verspricht mehr Geld für Krankenhäuser, eine Kinderarztquote und einen verbindlichen Pharmapakt Baden-Württemberg. Bei einigen Ankündigungen, etwa zu Integrierten Notfallzentren oder neuen Berufsbildern, hängt die Umsetzung durch die künftige Grün-Schwarze-Landesregierung aber von Vorarbeiten des Bundes ab.