Seit fast zwei Jahren ist die Kostenerstattung von Hormontherapien für trans Menschen ungeklärt. Dadurch ist ein Zirkel entstanden, bei dem Kassen, Fachärzte, der G-BA und mittlerweile auch das BMG mit dem Finger aufeinander zeigen. Endokrinologen kritisieren nun die Kassenpraxis, während das BMG bereits eine Regelung beim G-BA in Auftrag gegeben hat.
Weniger Gaming, dafür immer mehr KI-Chatbots: Der riskante oder auch pathologische Medienkonsum von Jugendlichen hat sich gewandelt. Besser wird dadurch aber nichts, heißt es in einer aktuellen Studie, die heute veröffentlicht wird. Im Gegenteil: Durch die Imitation menschlicher Kommunikation entwickelten Heranwachsende hier auch emotionale Abhängigkeiten.
Neue Medikamente eröffnen Behandlungsmöglichkeiten in frühen Stadien der Alzheimer-Krankheit. Doch ob eine breite Früherkennung bei beschwerdefreien Menschen tatsächlich Nutzen bringt, ist unklar. Eine Analyse des IQWiG soll nun klären, welche medizinischen, ethischen und rechtlichen Folgen ein solcher Ansatz hätte.
Über 700 Häuser, darunter auch Unikliniken, würden nach aktueller Prognose Leistungsgruppen nicht erhalten können, treten die neuen Pläne für die Personaluntergrenzen im KHAG in Kraft. Die DKG warnt zudem beim Pflegebudget vor kurzfristigen Entlassungen. In der SPD-Bundestagsfraktion sieht man darin einen Beleg für jahrelange Missstände.
Bei einem Fachdialog der Grünen-Bundestagsfraktion anlässlich des Weltwassertags diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Industrie die Zukunft der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL). Dass Mikroschadstoffe im Wasser verringert werden müssen, darüber herrschte Einigkeit. Doch konnten sich die Beteiligten nicht einigen, wer dafür aufkommen soll.
Das Muster ist altbekannt von Medizinalcannabis-Plattformen, die aggressiv für Rezeptvermittlung und -Einlösung werben: Mit schnellen Abläufen und einfachem Zugang wird für ein rezeptpflichtiges Produkt geworben. Man würde durchaus seriös beraten, meint einer der Anbieter. Verbraucherschützer, Ärztekammern und Politik sehen das anders.
Die Bundestagsfraktion der Grünen kritisiert in einer Kleinen Anfrage die Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen in der außerklinischen Intensivpflege. Die Bundesregierung sehe allerdings keine versorgungsrelevanten Engpässe, schreibt diese in ihrer Antwort. Darauf reagiert die pflegepolitische Sprecherin der Grünen mit deutlichen Worten.
Keine Eingriffe bei der Praxisführung, aber mehr Beteiligung an der Ambulantisierung: Die Fachärzte wollen ihr Stück vom Kuchen bei den anstehenden Reformen. Gleichzeitig sehen sie sich zahlreichen Fragen gegenüber, wie beim Auftakt des Fachärztetages deutlich wurde. Dazu gehören die digitale Ersteinschätzung und die Regelung von Belegarzt-Tätigkeit.
Anders als die Parteien in Bund und Ländern sind sich Wissenschaftler ziemlich einig, dass eine Zuckersteuer durchaus eine sinnvolle Idee ist. Bei der Frage, wie diese in Deutschland ausgestaltet werden sollte, können sie sich aber auch zu keiner klaren Antwort durchringen. Fest steht für sie: Eine Abgabe müsste mit weiteren Maßnahmen flankiert werden.
In den Ländern gibt es eine klare Tendenz, dem Kompromiss zum KHAG kommende Woche nur zuzustimmen, wenn das BMG sich zu weiteren Schritten im Nachgang verpflichtet. Das betrifft Personaluntergrenzen und die Auswirkungsanalyse. Ministerin Warken signalisiert Entgegenkommen, der große Streit droht aber nun im SPD-Lager.
Die EU-Kommission will mit ihren Digital-Omnibus-Paketen die Digitalgesetze besser aufeinander abstimmen – doch die Reformpläne stoßen auf Kritik. Während die Industrie die Vorschläge als überfällig feiert, warnen Verbraucherschützende, Prüfstellen und Abgeordnete vor schwindendem Datenschutz und zusätzlicher Bürokratie.
Kein eigener Posten für Gesundheit: Dieser Kritikpunkt am Kommissionsvorschlag für den Mehrjährigen Finanzrahmen ist im SANT-Ausschuss jetzt in die Forderung gemündet, zehn Milliarden Euro explizit für Gesundheit vorzusehen. Außerdem diskutierte der Ausschuss hitzig zu Ernährung und Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Ein fraktionsübergreifender Antrag, der ein Monitoring bei nicht-invasiven Pränataltests fordert, geht morgen in die erste Lesung im Bundestag. Das Science Media Center hat im Vorfeld einige Behauptungen aus dem Antrag mit Daten der Barmer unter die Lupe genommen.
Bei Totgeburten, Frühgeborenenrate und Säuglingssterblichkeit liegt Deutschland bestenfalls im europäischen Mittelfeld. Nicht hinnehmbar, findet die AG Geburt des Forums Gesundheitsziele. In einem Positionspapier erläutert sie den Bedarf eines Nationalen Geburtenregisters und beschreibt, wie dieses möglichst aufwandsarm ausgestaltet werden könnte.
EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi hat das wohl entscheidende Jahr seines Amtes vor sich: Mehrere große Rechtsakte müssen durch die Verhandlungen gebracht werden. Gleichzeitig sind der Druck durch Kriege und unberechenbare Handelspolitik und von innen durch Krankheitslast und Überalterung immens. Im Interview spricht er über seine Strategien.
In einigen Ländern Europas ist die Organspende nach Herz-Kreislauf-Stillstand etabliert, in Deutschland jedoch verboten. Während die Spitze der Bundesärztekammer am Hirntodkriterium festhält, befassen sich erste Gremien nun mit möglichen Reformansätzen.
In anderthalb Wochen werden die Vorschläge zur GKV-Stabilisierung vorgelegt. In der Koalition bereitet man sich darauf vor, die Ideen nach Parteifarben ein- und auszusortieren. Schon jetzt scheint klar, welche Rollen dabei dem Finanz- und der Gesundheitsministerin zugedacht sind. Droht die Neuinszenierung eines bekannten Koalitionsstreits?
Der seit November 2025 geltende Hebammenhilfevertrag wird ab April flexibler umgesetzt. Darauf einigten sich gestern GKV und DHV. Die Änderungen betreffen die Eins-zu-eins-Betreuung, zusätzliche abrechenbare Leistungen im ambulanten Bereich sowie Erleichterungen bei der Dokumentation. Der DHV verzichtet im Gegenzug auf seine Klage gegen den Schiedsspruch.
Ohne konsequente Begrenzung der Eigenanteile ist der finanziellen Überlastung von Pflegeheim-Bewohnern nicht beizukommen. Mit dieser Ansage drängen evangelische Sozialverbände die Regierenden, bei der überfälligen Pflegereform endlich zu Potte zu kommen. Pflege dürfe nicht arm machen, mahnen sie. Und sehen die Würde der Betroffenen in Gefahr.
Morgen berät der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses über die Finanzierung des neuen IT-Systems für die Charité. Auch der Aufsichtsrat der Universitätsmedizin muss dem Zuschlag für den US-Konzern noch zustimmen. Ohne gesicherte Finanzierung muss der Maximalversorger weiter auf das neue Krankenhausinformationssystem warten. Was sind Streitpunkte?
Die Revision der EU-Medizinprodukteverordnung ist einer der großen Brocken auf der Agenda von Kommission, Rat und Parlament in diesem Jahr. Da dieser Prozess aber langwierig ist, will die Kommission der kränkelnden EU-MDR bereits jetzt durch direkte Änderungen und Begleitmaßnahmen auf die Beine helfen.
Nach gestufter Versorgung kommt gestufte Prävention: Beim Frühjahrskongress der Hämatologen und Onkologen ging es neben allgemeiner Prävention und Überlebendenversorgung auch um die Frage, wie man nach individuellen Risiken gezielt screenen kann. Dabei dienen das Lungenkrebsscreenung für Raucher und ein Screening für Brust- und Eierstockkrebs als Beispiele.
112 oder 116117? Viele wissen es nicht – und rufen im Zweifel den Rettungswagen. In einer neuen Analyse zeigt die Bertelsmann-Stiftung auf, wie diese Ressourcenverschwendung umgangen werden kann. Die Autoren stellen klar: Mit den Plänen zur Notfallreform gelingt es schon mal nicht.
Das BMG wird eher keine verbindlichen Personalvorgaben für Notaufnahmen oder einen entsprechenden Auftrag an den G-BA in der Reform der Notfallversorgung anstreben. Aus Sicht der DGINA wäre dies, oder die Umsetzung der Leistungsgruppe Notfallmedizin, aber notwendig. Auch weitere Optionen würde es geben.
Angemessene Honoraranpassung oder unfairer Cut zugunsten der Kassen? Am Tag nach der Entscheidung des Bewertungsausschusses zur Kürzung der Psychotherapeutenhonorare scheiden sich die Geister. Die Therapeuten möchten die Entscheidung anfechten, während die Kassen die Entscheidung angemessen finden.
Nicht nur hierzulande ist der Druck auf das Gesundheitswesen groß: Auch China sieht angesichts des demografischen Wandels Reformbedarf. Im Entwurf des neusten Fünfjahresplans skizziert die Volksrepublik ihre Ziele zur Sicherung ihrer Gesundheitsversorgung.
Das Bundesgesundheitsministerium will digitale Pflegeanwendungen in die Fläche bringen. Um die Zulassung zu erleichtern, sollen Hersteller die Aufnahme in das Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte künftig neben der dauerhaften Aufnahme auch für einen Erprobungszeitraum beantragen können. Der SVDGV sieht noch Luft nach oben.
Bei der Bund-Länder-Einigung zum KHAG fühlen sich nicht nur die Ostländer schlecht repräsentiert – sie bringen nun wieder die Anrufung des Vermittlungsausschusses ins Spiel. Die Chancen dafür sind zwar gering, man hofft aber auf spätere Zugeständnisse. Die Fronten zum Bund könnte das erneut verhärten.
Was man aus einem Bauchgefühl heraus schon ahnt, belegt nun eine Studie: Geflüchtete leiden häufig unter hohen psychischen Belastungen, bekommen aber kaum angemessene Behandlung. Dabei spielen auch die schlechten Bedingungen eine Rolle, zeigt eine Befragung unter Geflüchteten in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
Auch 2025 stiegen die Ausgaben in der GKV wieder weit stärker als die Einnahmen, mehr als noch in den Vorjahren – besonders im Kliniksektor. Die Pharmabranche leitet aus den Zahlen ein Signal für die eigene Wettbewerbsfähigkeit ab und fordert flankierende Maßnahmen. Unterdessen legt eine IGES-Studie dar, wie die GKV-Einnahmen weiter unter Druck geraten.
Unter hohem Zeitdruck ringt die Europäische Union um die finalen technischen Standards für die geplante digitale Identitäts-App. Während die Kommission auf eine schnelle Einigung pocht, warnen Netzrechtsorganisationen aus ganz Europa in einem gemeinsamen Aufruf vor gravierenden Sicherheitslücken.
Das BMG sieht die Arbeit zu besseren Bedingungen für klinische Studien mit dem Medizinforschungsgesetz noch nicht als erledigt an. Manche Verbesserungen könnten aber nur auf EU-Ebene erreicht werden. Das Ministerium will deshalb im Rahmen der Verhandlungen zum EU Biotech Act die Chance nutzen, auf Änderungen zu pochen. Und das CTIS macht weiter Ärger.
Deutschland benötigt eine industriepolitische Agenda, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit im globalen Wettbewerb zu stärken, sagt Daniel Steiners im Interview. Der Deutschland-Chef der Roche Pharma AG beschreibt drei Szenarien, die aus der Most-Favored-Nation-Agenda in den USA resultieren können und erklärt, was die Konzernspitze von der Politik erwartet.
Digitale Identitäten sollen sich im Gesundheitswesen zum Identitätsstandard etablieren. Damit Versicherte ihre GesundheitsID leichter anlegen können, hat die Gematik die Lösung eines Anbieters zugelassen – eine Kombination aus Biometrie und NFC-Prüfung. Das Produkt hat sich bei den Krankenkassen durchgesetzt und soll bald in die Anwendungen kommen.
Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen schneller in wirtschaftliche Anwendungen und marktfähige Produkte überführt werden, etwa im Bereich der Biotechnologie. Das fordert die Expertenkommission Forschung und Innovation. Die Regierung sieht sich durch das Gutachten in ihrer Politik bestärkt, die Opposition spricht von „Warnhinweisen und Alarmsignalen“.
Die Kehrtwende der EU-Kommission kam überraschend: Mit ihrem MDR-Proposal im Dezember steht nun im Raum, ob Medizinprodukte von den Hochrisiko-Produkten im AI Act doch noch ausgeklammert werden. Vorschläge einzelner Fraktionen im Parlament gehen sogar noch weiter. Die Entwicklung könnte auf neue Gesetzesverfahren hinauslaufen.
Keine Berücksichtigung bei der Krankenhaus-, Apotheken- und Notfallreform, eine schlecht funktionierende ePA und Primärversorgung ohne Ärzte – bei der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) waren die Probleme der Ärzteschaft mannigfaltig. Bei den Lösungsvorschlägen herrschte Einstimmigkeit.
Die Arzneimittelentwicklung verändert sich rasant. Milliardeneinnahmen aus Blockbustern brechen zeitnah weg. Wie sich die Pharmaindustrie darauf vorbereiten muss, welchen Einfluss KI schon jetzt haben kann und wie sich AMNOG und Nutzenbewertung anpassen müssen, beantwortet Matthias P. Schönermark, Chief Strategy Officer bei Kintiga, im Interview.
Beim Präventionsgipfel der AOK plädierte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) für einen stärkeren Fokus auf Präventionspolitik. Was dabei fehlte: die Zusage einer Zuckersteuer. Damit war sie bei der Veranstaltung eindeutig in der Minderheit.
An der Spitze des Verbands forschender Arzneihersteller steht zum neuen Jahr offenbar ein Wechsel an. Nach Informationen von Tagesspiegel Background soll der frühere Kanzleramtsminister Helge Braun den Präsidentenposten übernehmen. Offiziell bestätigt wird das bislang zwar nicht, doch in der Branche wären manche mit dieser Personalie keineswegs unglücklich.
Ein schon im Routinebetrieb defizitäres Gesundheitssystem hat es in Krisen besonders schwer, schnell zu reagieren. So wurde gestern bei einer KRITIS-Fachtagung gleich zweierlei gefordert: Reformen für das Gesundheitswesen, um den Regelbetrieb zu verbessern –und Strategien zur Gesundheitssicherstellung in Ausnahmesituationen.
Die Baden-Württemberger wählen am Sonntag einen neuen Landtag – mit dem Ende des wohl wichtigsten Wahlkampfs dieses Jahres ist die Hoffnung auf einen Start des Reformfrühlings verbunden. Und immer noch die Frage, ob es mit einem Wahlsieg der Union auch Nina Warken zurück in den Südwesten zieht.
Das BMG testet im Pharmadialog mögliche Reformoptionen an: Preis-Mengen-Regelungen, Pay-for-Performance-Modelle oder doch mehr Wettbewerb zwischen patentgeschützten Arzneimitteln? Heute wird die AG 4 darüber diskutieren. Aus den eingereichten Stellungnahmen verschiedener Stakeholder wird deutlich: Einigkeit ist nicht zu erwarten.
Konkrete Vorschläge zur besseren Gewaltvorbeugung bei schwer psychisch Erkrankten kamen zuletzt hauptsächlich aus den Innenministerien und zielten auf mehr Überwachung ab. Die psychiatrische Fachgesellschaft DGPPN macht nun konkrete Vorschläge, wie eine bessere Versorgung aussehen könnte. Sie will Meldepflichten begrenzen und Gemeindepsychiatrie stärken.
Mit über 37 Prozent hat die Sozialhilfequote unter den Pflegeheim-Bewohnern den höchsten Stand seit Einführung der Pflegeversicherung erreicht. Und ohne Reformen in sechs Jahren bereits die 40-Prozent-Marke überschritten, heißt es in einer aktuellen Studie, die heute veröffentlicht wird. Ohne „Pflegedeckel“ komme man nicht gegen die Preiserhöhungen an.
Nach dem Bruch mit dem BSW startet Brandenburg neu und mit veränderter Regierungsmannschaft: Der bisherige Innenminister René Wilke (SPD) soll Chef des neuen Super-Ressorts Arbeit, Soziales, Gesundheit und Migration werden. Die gesundheitspolitischen Ziele seiner Arbeit definiert der Koalitionsvertrag, den SPD und CDU gestern vorstellten.
Seit Anfang 2025 müssen die nordrhein-westfälischen Psychotherapeuten auf G-BA-Weisung ein Qualitätssicherungsverfahren erproben. Kammer und Verband laufen nun Sturm gegen die Fragebögen: Nicht nur sei das Verfahren auf somatische Eingriffe ausgelegt und methodisch ungeeignet, der Aufwand stehe auch in keinem Verhältnis zum Ertrag, meinen die Therapeuten.
In Deutschland bekommen immer mehr Frauen Endometriose diagnostiziert – und sie sind dabei auch deutlich jünger als noch vor 20 Jahren. Das ist dem neuen Arztreport der Barmer zu entnehmen, der heute veröffentlicht wird. Allerdings dürfte dies den Experten zufolge vor allem auf gestiegene „Awareness“ bei Patientinnen und Behandelnden zurückzuführen sein.
Ende März soll die von Bundesgesundheitsministerin Warken eingesetzte GKV-Finanzkommission Ergebnisse vorlegen. Die Kommission setzt sich ausschließlich aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen, vor allem aus der Gesundheitsökonomie. Patientenvertreter erwarten, dass die Vorschläge für intensive Diskussionen sorgen werden.
Neue RKI-Daten zeigen: Viele Erwachsene in Deutschland erkennen zwar die Bedeutung von Impfungen – doch Mythen rundum Inhaltsstoffe und Nebenwirkungen lösen immer noch Unsicherheit aus. Die impfbezogene Gesundheitskompetenz ist demnach bevölkerungsweit insgesamt mangelhaft.
Nach dem Ende der Pandemie beendet der Bund nun seine Rolle als zentraler Beschaffer von Covid-Impfstoffen. Damit verlagert sich die Verantwortung für die Bedarfsplanung und die Distribution auf Hersteller, Großhandel und Leistungserbringer. Die fordern für einen reibungslosen Übergang vor allem frühzeitige Informationen.
Beim Versorgungsforschungskongress der Charité zeigen diverse Fallstudien Lücken auf: So fehlen Steuerungs- und Fallmanagementmöglichkeiten, außerdem braucht es bessere Kommunikation zwischen Hausarzt- und Fachärzten und einen Qualifikationsmix. Ein AOK-Vorstand plädiert für konsequente Reformen in Primär- und Notfallversorgung, um Lösungen zu finden.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) brachte am Freitag das Gesetz zur Apothekenreform zur ersten Lesung in den Bundestag und bestätigte: Das Packungsfixum soll weiterhin auf 9,50 Euro erhöht werden. Aus dem GKV-Spitzenverband regt sich Kritik. Und auch der G-BA sieht seine Interessen nicht ausreichend berücksichtigt.
Das Modell der speziell geschulten Praxisassistenten, die Aufgaben von Ärzten übernehmen, ist in der Debatte um Primärversorgung nicht neu. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt nun, wie viel Zeit Hausärzte dadurch sparen könnten. Sowohl Ärzte als auch Patienten sind nicht abgeneigt.
Das Instrument der Anwendungsbegleitenden Datenerhebung bei neuen Arzneimitteln ist „vergossene Liebesmüh‘“, meint Josef Hecken. Und macht einen Vorschlag für „eine wirkliche Innovation“ im AMNOG. Dass dieses an die heutige Therapie- und Forschungslandschaft angepasst werden muss, darüber herrscht Einigkeit. Zur Ausgestaltung gibt es immer mehr Ideen.
Mit einer Einigung zu Leistungsgruppenzuweisung, Fachklinikdefinition und Transformationsfonds ist der Weg frei, das KHAG durch den Bundesrat zu bringen. Beim Pflegebudget und den Personaluntergrenzen bleibt es bei den Plänen aus Berlin.
Weibliche Netzwerke seien auch in der Gesundheitspolitik eine wichtige Stütze, sagt Ministerin Nina Warken – und auch im Kabinett und über die Parteigrenzen hinweg. Im Interview spricht Warken über ihr Selbstverständnis als Feministin, ihre Sicht auf das Abtreibungsrecht und die aktuellen Kürzungsdebatten in der GKV.
Seit fast 14 Jahren steht Josef Hecken dem Gemeinsamen Bundesausschuss vor. Jetzt will er das Amt vor Vertragsende aus persönlichen Gründen aufgeben. Über eine Nachfolgeregelung wird schon verhandelt, ein Name wird besonders häufig genannt.
Das KHAG wurde von der Tagesordnung genommen, in der Regierungsbefragung der Gesundheitsministerin spielte es gestern keine Rolle. In dieser zeigte sich Nina Warken offen für eine Tabaksteuer und skizzierte nächste Schritte bei der Digitalisierung. Auch bei der Notfallreform werde man bald die Ressortabstimmung beenden.
Beim Parlamentarischen Jahresempfang der Deutschen Diabetes Gesellschaft diskutierten Gesundheitspolitiker und Verbandsvertreter, wie Prävention besser gelingen kann. Eine Maßnahme, zu der es keinen Dissens gibt: die Zuckersteuer. Die CDU bekam dabei nicht wenige Seitenhiebe ab – sogar aus ihren eigenen Reihen.
Am Montagabend verhandelten sie noch, am Dienstagmorgen flog das Krankenhausreformanpassungsgesetz inklusive Änderungsanträgen von der Tagesordnung für die heutige Sitzung des Gesundheitsausschusses. Das BMG strebt weiter eine Verabschiedung Ende März im Bundesrat an. Trotz einiger Zugeständnisse wird von Länderseite auf weiteren Anpassungsbedarf beharrt.
Dokumentensammlungen von mehreren Tausend Seiten, unendliche Fluten von Studien und riesige Märkte: Die Arbeitsprozesse im Pharmabereich scheinen prädestiniert für KI-Anwendungen. Bei einem Kongress des BPI zeigt sich, dass KI aktuell tatsächlich die Branche erobert, aber hohe Hürden bestehen.
Mehr Prävention im Gesundheitswesen fordert der Wissenschaftsrat in einem Positionspapier, das er heute auf einer Konferenz in Hannover vorstellt. Der Vorsitzende Wolfgang Wick erklärt im Interview, wie Politik und Wissenschaft dafür zusammenarbeiten müssen, welche Länder als Vorbild dienen können und warum „mehr Geld“ nicht zu seinen Forderungen zählt.
Noch fehlt das KHAG auf der Tagesordnung des Plenums im Bundestag, Ziel ist aber weiterhin die Verabschiedung in dieser Woche. Man brauche Planungssicherheit, betonen die Länder und drängen auf weitere Zugeständnisse. Währenddessen schlagen die Kliniken eine Reform des Pflegebudgets vor – der Arbeitgeberverband Pflege fordert die Abschaffung.
Die EU verlangt von den USA Klarheit im von Donald Trump verursachten Zoll-Chaos. Solange grundsätzliche Fragen der Zusammenarbeit nicht geklärt sind, legt die Union eine bereits ausgehandelte Vereinbarung mit Washington auf Eis. Eine breite Mehrheit im Europäischen Parlament sprach sich gestern für diesen Schritt aus.
Mehrere Angriffe auf die öffentliche Sicherheit durch zuvor bereits gewalttätige und gleichzeitig psychisch erkrankte Menschen in der Vergangenheit haben bereits zu politischen Folgen geführt: So haben zwei Bundesländer ihre Psychisch-Kranken-Gesetze geändert, in mehreren Ländern arbeiten die Sicherheitsbehörden schon mit konkreten Konzepten.