Eine mögliche Einbeziehung von Atomkraft in die EU-Taxonomie naht. Während Analysten und Ökonomen der Kernenergie wenig Nutzen und längst keine Rolle mehr zuschreiben, regt sich in Deutschland Kritik an der entsprechenden Tendenz in Brüssel.
Lange schon schwelt die Debatte um die Aufnahme von Erdgas und Atomenergie in die EU-Taxonomie. Ein Dokument zeigt, dass Frankreich auf eine Entscheidung drängt. In Berlin fürchtet man, dass die künftige Bundesregierung keinen Einfluss mehr nehmen könnte, wenn die EU-Kommission schnell den Vorschlägen folgt.
Die Weltklimakonferenz in Glasgow könnte ein Schlüsselmoment werden für den freiwilligen CO2-Markt. Kurz vor der COP26 herrschte große Uneinigkeit unter den Akteur:innen, wie sich die Aktivitäten in den Compliance-Markt einbinden lassen. Die lang ersehnte Einigung auf die Artikel-6-Regeln des Pariser Abkommens könnte einen Rahmen und mehr Klarheit schaffen.
Der neue nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst bricht in der Energiepolitik mit seinem Vorgänger Armin Laschet. Er will „alles dafür tun“, dass der Kohlausstieg auf 2030 vorgezogen werden könne. Zahlreiche Dörfer, die abgebaggert werden sollten, will er erhalten – und demnächst will das Land eine neue Energiestrategie vorstellen.
Eine ermutigende Zahl neuer Initiativen zum Klimaschutz hat in den ersten Tagen der COP in Glasgow das Licht der Welt erblickt. Sobald das Klimaabkommen ausverhandelt ist, könnten solche Impulse zur neuen Normalität werden. Trotzdem kommt es auf die Umsetzung an.
Die Stadtwerke seien ein „stabiler Anker“ in der Energiepreiskrise, meint der Chef des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Ingbert Liebing. Im Interview spricht er über Tariferhöhungen, den Druck auf die Grundversorger und Gegenmaßnahmen der Politik. Den Vorstoß Markus Söders, in die Preise einzugreifen, hält er für kontraproduktiven Aktionismus.
Im portugiesischen Alentejo protestieren Bürger gegen einen geplanten Mega-Solarpark des deutschen Investors Aquila Capital. Der Fall zeigt: Flächenkonflikte bedrohen auch im europäischen Süden den Ausbau der erneuerbaren Energien.
In einer stark ritualisierten Folge von Reden tauschten Staats- und Regierungschef am Montag bei der Klimakonferenz in Glasgow ihre Positionen aus. Im Hintergrund hatte die britische Präsidentschaft derweil einen Deal zum Schutz der Wälder verhandelt.
Nach den G7 haben nun auch die G20 beschlossen, keine ausländischen Kohlekraftwerke mehr ohne CCS zu finanzieren. Auswirkungen hat das in erster Linie auf China. Der Beschluss könnte der CO2-Speicherung weltweit zum Durchbruch verhelfen.
Die mögliche neue Bundesregierung will den Ausbau der Erneuerbaren voranbringen. Fehlentscheidungen in der Vergangenheit sorgen jedoch dafür, dass Fachkräfte in fast allen Bereichen fehlen. Gewerkschaften und Branchenverbände fordern eine umfassende Qualifizierungsoffensive.
An einem wichtigen Übergabepunkt an der deutsch-polnischen Grenze ist am Wochenende der Gasfluss aus Russland versiegt. Gemeinsam mit einem Pipeline-Schaden in Bulgarien und einem Streit zwischen Algerien und Marokko verursachte das Nervosität am Gasmarkt. Der Industrieverband BDI sieht Russland am längeren Hebel.
Starke Stürme haben manchen Delegierten die Fahrt zur UN-Klimakonferenz in Glasgow unmöglich gemacht – eine bittere Ironie, nehmen doch Extremwetterereignisse mit dem Klimawandel zu. Dagegen kam vom G20-Gipfel ein unterstützender Schub, auch wenn sich viele eine noch deutlichere Abschlusserklärung gewünscht hatten.
Zur Beschleunigung der Offshore-Windkraft hat Netzbetreiber Tennet seine Konzept für ein riesiges Nordsee-Hub überarbeitet. Drei Jahre früher als geplant und dichter an der Küste soll es gebaut werden. Umweltverbände sehen rechtliche Konflikte vorprogrammiert.
An klimapolitischer Kompetenz mangelt es der neuen Bundestagsfraktion der Grünen nicht. Die meisten Mitglieder waren schon zuvor in der Klimabewegung aktiv. Nicht alle werden die Chance haben, im Energie- oder Wirtschaftsausschuss aktiv sein zu können. Tagesspiegel Background stellt dennoch einige der engagiertesten Neuzugänge vor.
Können kleine Stromverbraucher und Speicher nennenswert dabei helfen, das Stromnetz in Ausgleich zu bringen? Eine Studie des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW errechnet erstaunlich hohe Einsparungen im Redispatch. Das Zusammenbringen von Angebot und Nachfrage würde ein sogenanntes Benchmark-Modell leisten.
Je größer der Konflikt, desto kleiner der Kreis. So könnte man das Verhandlungsprinzip auf Klimakonferenzen beschreiben. Wer wann mit wem redet, ist klar geregelt. Aber Anstöße außerhalb dieses Korsetts können eine starke Dynamik auslösen.
Auf der Suche nach neuen Einkommensquellen möchte die Ampel-Koalition klimaschädliche Subventionen abbauen. Pünktlich dazu hat das Bundesumweltamt in einer Studie den Sachstand erfasst: 65 Milliarden Euro fließen jedes Jahr noch immer in umweltschädliche Prozesse. Ein Großteil davon findet im Energie- und Verkehrssektor statt.
Spitzenvertreter der Ampel-Parteien setzen bei der IG BCE ihre Schwerpunkte für die Klima- und Energiepolitik. Olaf Scholz will schon im ersten Jahr alle wichtigen Entscheidungen auf den Weg bringen – sonst drohe eine „große ökonomische Krise“. Christian Lindner will ebenfalls „Tempo“ machen, und Annalena Baerbock legte ihren Fokus auf die Europapolitik.
Der Streit um die EU-Taxonomie neigt sich dem Ende zu. Eine Einstufung von Kernenergie und Erdgas als nachhaltig wird immer wahrscheinlicher. Die Atomkraft-Befürworter in der EU können das Vakuum zwischen der alten und neuen Bundesregierung nutzen.
In Deutschland trägt das Gesundheitswesen jährlich mehr als fünf Prozent zu den nationalen Emissionen bei. Damit verschärft der Sektor die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels deutlich. Die Einsparmöglichkeiten liegen sowohl in der Logistik wie auch beim Ressourcenverbrauch.
Für bis zu 60 Milliarden Dollar möchte die Asiatische Entwicklungsbank ADB mit privaten Investoren Kohlekraftwerke in Asien aufkaufen, um die CO2-Schleudern möglichst schnell abzuschalten. Warum das ein guter Plan ist, wie er funktioniert und weshalb es sich für Investoren lohnt, erklärt ADB-Projektleiter David Elzinga im Tagesspiegel-Background-Interview.
Die Grünen im EU-Parlament fordern Recyclingziele von mehr als 90 Prozent bei den Rohstoffen in E-Autobatterien bis Ende des Jahrzehnts. Unterstützung kommt aus der Industrie. Die Autobauer hoffen, damit der Rohstoffknappheit etwas entgegensetzen zu können.
Viele EU-Staaten haben Maßnahmen ergriffen, um ihre Bürger vor den extrem steigenden Energiepreisen zu schützen. Auch in Deutschland, wo viele Erhöhungen erst noch ins Haus stehen, werden Rufe nach staatlichen Hilfen laut. Einfache Direkthilfen wie im Ausland sind laut Experten hierzulande aber nicht so einfach machbar.
Bundesregierung und EU treiben den Einsatz von Wasserstoff als Energieträger voran. Ein aktueller Bericht des Europäischen Gremiums für Wasserstoffsicherheit gibt einen Überblick über Unfälle mit dem Gas. Andere sind sich sicher, dass die Voraussetzungen für einen sicheren Einsatz längst geschaffen sind.
Ein großes Hindernis für eine erfolgreiche Klimakonferenz in Glasgow ist beiseite geräumt: Ein Finanzierungsplan unter deutscher Beteiligung kann glaubhaft machen, dass die Industrieländer ihre Hilfszusagen in den nächsten Jahren einhalten.
Im Auftrag des Umweltministeriums haben Ökoinstitut und Stiftung Umweltenergierecht ein Förderprogramm für Bürgerenergiegesellschaften entwickelt. Die Experten empfehlen einen Zuschuss von 200.000 Euro, der später zurückgezahlt werden muss. Mehr lasse die EU nicht zu. Ob das als Anreiz reicht, sei ungewiss.
Deutschland genießt international nach wie vor Ansehen für die Energiewende. Besonders groß ist das Interesse am Kompromiss zum Kohleausstieg. Doch zugleich bestehen große Zweifel daran, dass das Land seine Klimaziele erreicht, wie eine Umfrage des Weltenergierats zeigt.
Angesichts der Lieferproblemen von Gas- und Stromdiscountern suchen die Verbraucher:innen offenbar nach einem sicheren Hafen. Sondertarife von großen Versorgern sind gefragt.
Zwei Prozent der Bundesfläche hat die Ampel-Koalition der Windkraft versprochen. Doch die Regionalplaner weisen nicht einmal ein Prozent aus, zeigt der erste Bericht des Bund-Länder-Kooperationsausschusses nach dem EEG 2021. Effektiv sind es sogar nur 0,5 Prozent, so das Umweltbundesamt.
Der kleine, harte Kern der Klimabremser innerhalb der Union hat sich aufgelöst. Dennoch ist die Fraktion weiterhin durchsetzt von Skeptikern, neben denen sich allerdings zunehmend progressive Abgeordnete formieren. Tagesspiegel Background stellt die Persönlichkeiten vor, die in der neuen Legislaturperiode die Klima-Gesichter der Union sein könnten.
Neuartige Mini-Reaktoren sollen so sicher sein, dass man sie anschalten und weggehen kann. Unkonventionelle Kernkraftkonzepte haben Konjunktur. Nuklear-Start-ups wie das dänische Seaborg sehen ihre Stunde gekommen. Aber noch ist der „Molten Salt Reactor“ eine Wette. Und eine Regulierung gibt es auch noch nicht.
Das EU-Beihilferecht ist für die Erneuerbaren-Förderung in Deutschland zum Stolperstein geworden und verhindert möglicherweise einen beschleunigten Ausbau. Die Denkfabrik Agora Energie und die Stiftung Umweltenergierecht haben einen Vorschlag, wie sich das Problem lösen ließe: Durch eine Zweiteilung des EEG in Alt und Neu.
Steigende Heiz- und Stromkosten könnten die sogenannte Energiearmut verschärfen. In vielen Haushalten herrscht Verunsicherung. Die möglichen Ampel-Koalitionsparteien wollen das Problem auf unterschiedliche Weise angehen.
Die EU-Staaten suchen weiter nach Wegen, wie sie Energiepreisschocks in Zukunft verhindern können. Am gestrigen EU-Gipfeltag fanden sie keine gemeinsame Lösung. Wieder einmal wurde deutlich, wie weit die Positionen der Länder in Sachen Erdgas auseinanderliegen.
Fast wie die Studie eines Thinktanks lesen sich die neuen „Klimapfade“ des BDI. Denn die Berechnungen der Industrievertreter sind überraschend deckungsgleich mit anderen Studien. Viel Elektrifizierung, höhere CO2-Preise, große Investitionsprogramme fordert der BDI – und wird deutlich politisch.
Vor dem EU-Gipfel in Brüssel ist offenbar nur eine Minderheit der EU-Mitgliedsländer zu Markteingriffen bereit. Ursula von der Leyen plädiert für Diversifizierung bei den Gasquellen. Die Grünen kritisieren die Bundesregierung scharf, auch in der Europa-CDU lautet die Ansicht, dass Nord Stream 2 nicht sofort in Betrieb gehen kann.
Hitzewellen, Infektionskrankheiten, steigender Meeresspiegel: Noch immer ist kein Staat ausreichend auf die Folgen der Klimakrise vorbereitet. Das verdeutlicht der heute veröffentlichte „Lancet Countdown“. Ausgerechnet die Pandemie könnte nun allerdings eine Chance sein – wenn nachhaltig investiert wird.
Die Bundesnetzagentur begründet die neuen, niedrigeren Eigenkapitalzinssätze mit der Rücksicht auf Verbraucher und Verbraucherinnen. Netzbetreiber sehen ihre Investitionsmöglichkeiten beschnitten und warnen vor Schaden an der Energiewende.
Bislang klingen die Gespräche der Ampel-Parteien vielversprechend für den Klimaschutz. DNR-Präsident Kai Niebert erhofft sich davon sogar einen ganz neuen Politikstil. Das angekündigte Klima-Superministerium lehnt er aber ab. Dafür macht er eigene Vorschläge, wie es mit dem Klimaschutzgesetz und dem stockenden Ausbau der Erneuerbaren weitergehen könnte.
Bislang klingen die Gespräche der Ampel-Parteien vielversprechend für den Klimaschutz. Kai Niebert erhofft sich davon sogar einen ganz neues Politik-Stil. Der angekündigte Klima-Superministerium lehnt er zwar ab. Dafür macht er eigene Vorschläge, wie es mit dem Klimaschutzgesetz und dem stockenden Erneuerbaren-Ausbau weitergehen könnte.
COP-Gastgeber Großbritannien hat seinen Plan für Klimaneutralität bis 2050 vorgestellt. Knapp 6000 Euro soll es zum Beispiel für den Austausch von Gaskesseln gegen Wärmepumpen geben. Viele der Maßnahmen, zum Beispiel der schnelle Ausbau der Offshore-Windenergie, sind bereits bekannt. Das Finanzministerium erwartet deutliche Abstriche bei den Steuereinnahmen.
Nutzen Anbieter von Regelenergie ihre Insider-Informationen, um einen möglicherweise illegalen Vorteil am Intraday-Strommarkt zu erlangen? Eine ausführliche Untersuchung liefert sehr deutliche Hinweise darauf. Mehr Transparenz könnte das Problem lösen.
Die Debatten und Überlegungen um die Ausgestaltung eines Klimaministeriums, vermutlich unter Robert Habeck, gehen inzwischen in die Details. Ein Veto-Recht könnte die Sektorziele ersetzen. Mit einer Task-Force und zunächst 15 Milliarden Euro zusätzlich auf Basis grüner Pläne würde der Klimaschutz einen Sofort-Schub bekommen.
Die Corona-Pandemie hat die Emissionen im Gebäudesektor vorübergehend gesenkt. Das zeigt ein Bericht mit internationalen Daten. Die Entspannung ist aber nur vorübergehend. Für Deutschland fordert ein Verband nun ein eigenes Ministerium für den Baubereich.
FDP-Chef Lindner lässt durchblicken, dass in den Ampel-Sondierungen über ein neues Klimaministerium gesprochen wird. Es wäre das erste „Superministerium“ mit diesem Schwerpunkt auf Bundesebene. Andere EU-Länder machen bereits Erfahrungen mit dem Modell - doch es hat nicht nur Fans.
Werden sich die hohen Energiepreise nachteilig auf die Ambitionen des Green Deal und sein Herzstück, die Reform des Europäischen Emissionshandels, auswirken? Grundsätzlich nein, meinen Experten. Details könnten aber negativ beeinflusst werden.
Nach Bestätigung der EEG-Umlagesenkung auf 3,723 Cent für 2022 richtet sich der Blick auf 2023. Sowohl der noch amtierende Wirtschaftsminister Peter Altmaier als auch die Ampel-Koalitionäre wollen sie ganz abschaffen. Aus dem Konjunkturpaket stehen noch rund 4,7 Milliarden Euro für weitere Senkungen bereit.
Martin Brudermüller ist Vorstandschef des größten Chemiekonzerns der Welt, BASF. Fortschritte beim Klimaschutz des Konzerns sieht er als „Kernaufgabe“. Im Interview spricht er über Kritik am Fit-for-55-Paket der EU-Kommission, hohe Gaspreise, Wasserstoff und die Hindernisse für die Offshore-Windkraft, die sein Unternehmen als Stromquelle nutzen möchte.
SPD, Grüne und FDP haben ein erstes Ergebnis ihrer Sondierungen veröffentlicht. Die Klimapolitik wird darin großgeschrieben, die Ampel verspricht einen starken Erneuerbaren-Ausbau, einen früheren Kohleausstieg und mehr Geld. Auch Klimaschutzgesetz und Emissionshandel sollen überarbeitet werden. Die Handschrift der FDP ist allerdings ebenfalls klar sichtbar.
Der liberalisierte deutsche Energiemarkt steht durch drastisch gestiegene Preise enorm unter Druck. Immer mehr Unternehmen ziehen sich aus dem Vertrieb zurück, erste Pleiten kommen hinzu. Nun richtet sich der Blick mit gewisser Sorge auf die Rückfalloption Grundversorgung. Sie ist zum Teil schon die günstigste Möglichkeit für wechselwillige Kunden.
Fast alle bekannten Klima- und Energiepolitiker der SPD haben es in den neuen Bundestag geschafft. Doch in den Ausschüssen werden zahlreiche neue Abgeordnete sitzen. Tagesspiegel Background stellt Kandidatinnen und Kandidaten vor, die in Zukunft zum klimapolitischen Team der Fraktion gehören könnten.
Nach langer Flaute wecken die jüngsten Ausschreibungsergebnisse für Windenergie an Land wieder Hoffnung in der Branche. Desolat bleibt die Lage bei der Biomasse. Die „endogene Mengensteuerung“ des EEG 2021 wirkt hier nach Ansicht von Fachverbänden verheerend.
Die klimaschädliche Steinkohle erlebt eine Renaissance, mit dem kaum jemand in der deutschen Energiebranche gerechnet hat. Trotz hoher CO2-Kosten ist die Kohleverbrennung für Kraftwerksbetreiber wirtschaftlicher als das Verstromen von Gas. Und das, obwohl Chinas immenser Kohlehunger die Preise auf Rekordniveau getrieben hat.
Viele Milliarden wollen SPD und Grüne für die Dekarbonisierung Deutschlands ausgeben – doch im Bundeshaushalt herrscht Flaute und die FDP lehnt Steuererhöhungen und das Aufnehmen neuer Schulden ab. Wie könnten die drei Parteien über dieser großen Streitfrage zusammenfinden?
Der Maschinenbauverband VDMA Power Systems legt Vorschläge für ein neues Strommarktdesign vor. Die Reformideen setzen an zahlreichen Stellen an, beleben aber auch die nun häufiger zu vernehmende Forderung nach einem Kapazitätsmechanismus neu. Der Verband greift dabei Vorschläge des Öko-Instituts auf.
Um den rasanten Anstieg der Energiepreise zu stoppen, hat die EU-Kommission einen Werkzeugkasten für Mitgliedsstaaten aufgestellt. Der sieht vor allem mehr Freiraum für staatliche Hilfen an Haushalte und Unternehmen vor als auch Überlegungen, wie die europäischen Energiemärkte gestärkt werden könnten.
In die geplante Revision der EU-Gasmarktregulierung fließt eine Folgenabschätzung ein, an der die Kommission gerade arbeitet. Der Entwurf zeigt, wie die aktuelle Regulierung die Verbreitung grüner Gase behindert. Er liefert aber auch Lösungsvorschläge.
Um 70 Prozent hat der weltweite Bestand an Tierarten seit den 70er Jahren abgenommen, Ökosysteme werden zerstört. Um das zu verhindern, kommt die globale Staatengemeinschaft diese Woche zur 15. Weltnaturkonferenz zusammen. Ziel ist, 30 Prozent der weltweiten Fläche unter Schutz zu stellen.
In einer gemeinsamen Erklärung mit EU-Vizepräsident Frans Timmermans erklärt Chinas Vizepremier Han Zheng, die Volksrepublik wolle ab 2025 ihren Kohleverbrauch senken. Trotz aktueller Energieknappheit ist der Schritt wenig überraschend, wie eine aktuelle Studie zu PV in China zeigt.
Pläne für künstliche Nordseeinseln, die grüne Energie liefern, gibt es einige. Aber Dänemark will als erstes Land wirklich eine bauen. „Vindø“ soll die Blaupause werden für Dänemarks Geschäftsmodell im globalen Infrastrukturmarkt. Deutschland ist als Stromkäufer eingeplant.
Angesichts der Energiepreis-Inflation werden die Rufe nach dem Staat immer lauter. Die einen fordern eine weitere Absenkung der EEG-Umlage, andere eine Pro-Kopf-Klimaprämie für Geringverdiener. Ein großer Billiganbieter kündigte am Freitag hunderten Kunden die Lieferverträge.
Geht es weiter wie bisher, wird so gut wie kein Sektor seine Klimaziele einhalten, so das Fazit des Forschungsprojekts Ariadne. Die Studie zeichnet verschiedene Pfade zur Klimaneutralität 2045 und setzt dabei auch im Gebäude- und Verkehrssektor vor allem auf Strom, aber auch auf hohe CO2-Preise und CCS.
Beton und Zement sind für rund neun Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. CO2-ärmere Betonmischungen sind im Labor seit Jahren erprobt und Start-ups drängen mit neuen Ideen auf den Markt. Trotzdem zögern die Hersteller, ihre Produktionsprozesse umzustellen. Über ein Ringen zwischen Innovationsdruck und Beharrungskräften.
Die EU-Kommission möchte den Mitgliedsstaaten ermöglichen, ihre Bürger vor den extrem gestiegenen Energiepreisen zu schützen. Direkte Hilfen an Haushalte und Unternehmen sollen erlaubt sein, auch über eine Reform der Energiemarktregeln wird nachgedacht. Bei einer europäischen Gasreserve oder gar Änderungen am ETS hat die Kommission aber Bedenken.
Die neue Leitstudie der Deutschen Energieagentur löst sich ein gutes Stück weit vom Dogma der „All Electric Society“. Nicht nur Strom, auch synthetische Gase müssten bis 2045 sehr viel stärker zum Einsatz kommen. Dafür gibt es nicht nur Applaus, sondern auch einiges an Kritik.
Die EU will das Binden von Kohlenstoff demnächst belohnen – und genau zertifizieren. Die Konsultation für einen Aktionsplan dazu ging am Donnerstag zu Ende. Derweil arbeiten die Bundesländer schon an Plänen für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen, die Kohlenstoff im Boden fixieren sollen.