Im Intraday-Handel schwanken die Gaspreise enorm und erreichen aktuell ungeahnte Höhen von rund 160 Euro pro Megawattstunde, nachdem Russland seit Monatsanfang deutlich weniger Gas nach Europa liefert. Erstmals ist im Markt von „Panik“ die Rede, während Wladimir Putin die EU kritisiert. Auch die deutsche Industrie sieht sich zunehmend unter massivem Druck.
Die Sorge vor hohen Energiepreisen hat das gestrige Treffen der EU-Umweltminister dominiert. Auch wegen der Pläne der Kommission, den Gebäude- und Verkehrssektor in einen Emissionshandel zu überführen. Denn das würde die Preise weiter erhöhen. Beschlossen haben die Minister das Verhandlungsmandat der EU für die Klimakonferenz COP26.
Die von der Bundesregierung angekündigten Milliarden-Subventionen für den Umbau der Industrie verzögern sich auf unbestimmte Zeit. Das federführende Umweltministerium wartet die neuen Beihilfeleitlinien der EU ab. Die FDP sieht die hohen finanziellen Anreize kritisch.
Ein Entwurf des Arbeitsprogramms der EU-Kommission für 2022 hat den Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Projekte zur Bindung von CO2 sollen demnach bald zertifiziert werden. Interessant ist aber auch, was nicht in dem Plan steht.
Seit Monaten laufen in den USA die Verhandlungen um das große Infrastrukturpaket und den neuen Haushalt. Dort will Präsident Joe Biden seine Klima- und Sozialpolitik festschreiben. An der Einigung hängt auch die Glaubwürdigkeit der USA auf der COP26.
Die Entschlossenheit der EU-Wirtschaftsministerinnen und -minister, Gegenmaßnahmen zu den hohen Energiepreisen zu treffen, wächst. Der französische Wirtschaftsminister Le Maire stellt sogar Grundfesten des liberalisierten Markts infrage.
Grüne Stromproduzenten schließen mehr langfristige Lieferverträge mit Industriekonzernen und Energieversorgern ab. Doch bevor die sogenannten Power Purchase Agreements richtig in Fahrt kommen wie in anderen Ländern, muss nach Experteneinschätzung die Konkurrenz des EEG schwinden.
Der EU-Rechnungshof stellt der Waldpolitik in Europa ein schlechtes Zeugnis aus. Der Grund: zu wenige verpflichtende Regeln und zu wenig Förderung. Im November könnte eine neue Strategie gegen importierte Entwaldung mehr leisten.
Klimaschutz war eines der wichtigen Themen der rot-grünen und rot-gelben Sondierungsgespräche, auch wenn die Parteien – zumindest öffentlich – noch nicht in Details gingen. Deutlich wurde erneut, dass eine Jamaika-Koalition für die Grünen parteiinterner Sprengstoff wäre.
Der grüne Vordenker Ralf Fücks sieht ein ökologisch-sozialliberales Bündnis als „große Chance“. Im Interview spricht der Leiter des Zentrums Liberale Moderne über Konfliktlinien und Kompromissmöglichkeiten angesichts der laufenden Ampel-Sondierungsgespräche. Eine Art Autosuggestion des Aufbruchs könne dabei helfen, Gegensätze zu überwinden.
Mit einer neuen Forschungsmission will die EU Klimaneutralität dort unterstützen, wo besonders viele Emissionen entstehen: in den Städten. Bewerbungen für die Mission „100 klimaneutrale Städte bis 2030“ sind ab November möglich.
Für das Stromnetz, das Gasnetz und für die Tankstellen treten heute neue Regulierungen in Kraft. Das Redispatch 2.0 soll den Strommarkt stabil halten, die Zusammenlegung der Marktgebiete den Gashandel erleichtern. Autofahrer sollen mehr Preistransparenz bekommen.
Am Wochenende sondieren die Parteien erstmals inhaltliche Fragen und damit auch die Energie- und Klimapolitik. Die Verhandlungsmannschaften sind benannt. Ein Überblick über Verhandlungsteams, Gemeinsamkeiten und erste Konflikte.
In der Erneuerbaren-Branche ist die gewerkschaftliche Bindung eher schwach. Das wollen die Gewerkschaften natürlich gern ändern. Sie fordern unter anderem, öffentliche Aufträge und Fördermittel nur noch an tarifgebundene Unternehmen zu vergeben.
Die Internationale Energieagentur hat aufgezeigt, wie China sein Ziel der Klimaneutralität bis 2060 erreichen kann. Ein Paris-konformer Pfad ist das nicht, doch auch so erfordert er massive Veränderungen. Wie schwierig das China fallen wird, zeigen die derzeitigen Stromausfälle aufgrund des Kohlemangels.
Mit dem alternativen Nobelpreis werden dieses Jahr unter anderem ein russischer Umweltaktivist und die indigene Organisatorin eines Protestcamps gegen eine Gaspipeline in Kanada geehrt.
Die Schutzklauseln des internationalen Energiecharta-Vertrags gelten als Hindernis für den Ausstieg aus fossilen Energien. Kommen die Grünen in Regierungsverantwortung, wollen sie Deutschland aus dem Vertrag führen. Für den möglichen Koalitionspartner FDP wäre das ein Problem.
500 Millionen Menschen weltweit sollen in den kommenden vier Jahren erstmals Zugang zu Strom bekommen – und zwar zu sauberem. Das haben sich die UN als neues Ziel gesetzt. Achim Steiner, Direktor des Entwicklungsprogramms UNDP, erklärt, wie das gehen soll – und wie die Vorbereitungen für die Klimakonferenz COP 26 laufen.
Die Methanstrategie der EU-Kommission ist ein zahnloser Tiger, meinen Umweltpolitiker. Sie fordern ein Gesetz mit verbindlichen Maßnahmen und Zielen zur Emissionsreduktion, das auch Importe fossiler Brennstoffe erfasst.
Der Europäische Rechnungshof stellt der EU und ihrem Agrarsektor ein schlechtes Zeugnis beim Umgang mit Süßwasserressourcen aus. Die Agrarpolitik setze zerstörerische Anreize. Auch in Deutschland geht viel schief. Im Klimawandel könne Europa sich das nicht mehr leisten, warnt die Behörde.
Die EU sucht nach Lösungen, wie Häuser klimaneutral beheizt werden können. Dazu überarbeitet die Kommission die Ökodesign-Richtlinie. Diese könnte dazu führen, dass bereits in wenigen Jahren keine neuen Heizsysteme mit fossilen Brennstoffen mehr verbaut werden.
Die Liste der Parlamentarier, die den Bundestag verlassen, ist lang. Unter den 255 Ausscheidenden sind auch zahlreiche profilierte Politikerinnen und Politiker, die tief in Energie- und Klimathemen eingearbeitet sind. Besonders Union, SPD und Linke müssen schmerzliche Verluste verbuchen.
FDP und Grüne haben Gespräche über mögliche Koalitionsformationen aufgenommen. Für beide ist der Klimaschutz von zentraler Bedeutung, doch die Vorstellungen gehen trotz Gesprächsoffenheit weit auseinander. SPD und CDU werden auf beide zukommen müssen.
Dass Russland den steigenden Gasbedarf nicht mit zusätzlichen Lieferungen durch die Ukraine deckt, verunsichert die Europäer. Zugleich wird die EU mit ihren Dekarbonisierungsplänen mittelfristig zum unsicheren Markt für den Gazprom-Konzern. Er sieht sich nach Alternativen um.
Mit viel Hoffnung und voller Erwartungen schauen Energie- und Klimaprofis auf die neue Legislaturperiode. Denn sicher ist: Jetzt müssen die Schienen zur Klimaneutralität bis 2045 schnell verlegt werden. Tagesspiegel Background hat sich am Sonntagabend umgehört.
Sehr spannend dürften die Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen ausfallen. Tagesspiegel Background gibt anhand der wahrscheinlichsten Koalitionen eine Einschätzung, wer klimapolitisch gut mit wem könnte, wo die Ansichten auseinander gehen und welche Kompromisse eingegangen werden könnten.
Die Lage in Deutschland ist nicht so dramatisch wie in Großbritannien, wo zahlreiche Gasversorger aufgeben müssen. Doch die Zeiten sehr langfristiger Verträge sind vorbei. Auch hier steigt der Preisdruck schnell an, was durch eine erste Geschäftsaufgabe unterstrichen wird.
400 Milliarden Dollar haben UN-Mitglieder bei einem Energieforum am Freitag für den Ausbau der erneuerbaren Energien versprochen. UN-Generalsekretär Guterres nannte den Zugang zu sauberer, erneuerbarer Energie eine „Frage von Leben und Tod“.
Eine Analyse zeigt: Wird der Kohleausstieg fest auf 2030 vorgezogen, steigen die Strompreise und Deutschland muss mehr Strom importieren, was die Klimawirkung abschwächt. Werden die erneuerbaren Energien begleitend schneller ausgebaut, fallen die Strompreise dagegen deutlich
Nicht nur der Bundestag wird am Sonntag gewählt, sondern auch die Landesregierungen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Dort wagen die Parteien viel und versprechen teils ambitioniertere Klimamaßnahmen als auf Bundesebene. Was davon umsetzbar ist, hängt aber stark von der jeweiligen Koalition ab.
Mit dem Moorbodenschutz wird es wohl nichts mehr vor der Bundestagswahl. Niedersachsen jedenfalls will eine entsprechende Bund-Länder-Vereinbarung offenbar nicht unterschreiben. Damit verhagelt ein CDU-Landesministerium der CDU-Bundesagrarministerin Julia Klöckner die Bilanz.
Die Erdgaspreise bleiben extrem hoch – und werden nach Markterwartung den gesamten Winter über nicht sinken. Die Europäische Kommission will den Mitgliedsstaaten nun Gegenmaßnahmen erlauben und einen „Werkzeugkasten“ zur Verfügung stellen. Auch die IEA kritisiert inzwischen Russlands Rolle, das „mehr tun“ könne.
Die geplante Nordsee-Fläche zur Wasserstoffproduktion wird wohl an eine Erdgasleitung angeschlossen. Das Vergabeverfahren des BMWi bevorteilt diese Transportvariante, kritisieren Branchenverbände. Regierungsberater führten erste Gespräche mit den Pipelinebetreibern.
China kündigt an, die Finanzierung von Kohleprojekten im Ausland einzustellen. Was wie eine Überraschung wirkt, hat sich schon länger angekündigt. Im Inland werden dagegen noch auf Jahre neue Kohlekraftwerke gebaut – aber auch sehr viel Erneuerbare.
Beim 11. Extremwetterkongress in Hamburg warnen Forscher vor der Beschleunigung des Klimawandels. Der Deutsche Wetterdienst legt neue Fakten zur Lage in Deutschland vor.
Vor der Küste von Rostock soll bis 2026 ein großes Testfeld für die Offshore-Windkraft entstehen. Fünf Jahre nach dem Land weist nun auch der Bund die dafür erforderliche Fläche aus. Die müsste allerdings doppelt so groß sein, um den zugehörigen Netzanschluss auszulasten.
Auf dem „polnischen Davos“ weht ein neuer Wind - das Land geht auf Kurs zur Klimaneutralität. Ein neues Klimaministerium wurde geschaffen, die Erneuerbaren boomen - doch gerade in der Regierungspartei gibt es weiterhin Zweifel am Diktat aus Brüssel.
Um die Industrie klimaneutral zu machen, muss die nächste Bundesregierung tiefgreifende Entscheidungen treffen. Doch für Michael Vassiliadis, Chef der Gewerkschaft IG BCE, geht es nicht nur um Kostenbewältigung, sondern auch um Chancen.
Die enorm hohen Gaspreise hinterlassen immer tiefere Spuren: In Großbritannien bereitet die Regierung angesichts einer rollenden Pleitewelle dramatische Schritte vor. Eine Art „Bad Bank“ soll die Verbraucher absichern. Auch in Deutschland wächst die Nervosität – und die Industrie kommt unter Druck.
Vor zwölf Jahren hatte die Staatengemeinschaft verspochen, jedes Jahr 100 Milliarden Dollar für vom Klimawandel betroffene, finanzarme Staaten bereitzustellen. Erreicht haben sie dieses Ziel bislang nie, wie eine neue Studie zeigt. Auf der UN-Generalversammlung sind die Erwartungen gedämpft, dass dies noch geschehen wird.
Wirtschaftsminister Peter Altmaier geht von einer deutlichen Senkung der EEG-Umlage 2022 aus – sie soll um bis zu ein Drittel fallen. Eine neue Zielsetzung der Bundesregierung sei das aber nicht, stellte das BMWi klar. Die Energiewirtschaft fordert weitere Zuschüsse des Bundes, um die Umlage möglichst schnell abzuschaffen.
Der schwedische Energiekonzern Vattenfall verschärft seine Zielsetzung auf höchstens 1,5 Grad Erderwärmung und verpflichtet sich im Rahmen der internationalen Initiative SBTi, bereits 2040 klimaneutral zu sein. Tanja Wielgoß, die das wichtige Wärmegeschäft in Berlin leitet, erwartet, dass die Politik nun vor allem vom Ende her denkt.
Noch fehlen wichtige Emittenten im Klimakassensturz für die COP 26 in Glasgow. Denn China und Indien haben bisher keinen neuen Minderungsplan eingereicht. Alle Länder, die das getan haben, schaffen eine Senkung der Emissionen bis 2030 um zwölf Prozent. Nicht genug, aber schon besser als 2015.
Schon in fünf Jahren möchte die EU einen Emissionshandel für den Gebäude- und Verkehrssektor einführen, der beide Sektoren durch die Kraft des Marktes dekarbonisieren soll. Drohen die Preise für Sprit, Heizöl und Gas dann durch die Decke zu gehen? Das liegt auch in der Hand der Mitgliedsstaaten.
Äußerungen des Kremls sorgen für große Irritation: Erpressen Russland und Gazprom Europa offen, um Nord Stream 2 schnell ans Netz zu bringen? Anders lassen sich die Aussagen eines Sprechers kaum interpretieren. Der Gaspreis-Schock, der sich am Donnerstag fortsetzte, stellt jedenfalls schon jetzt alte Gewissheiten infrage.
Ordnungsrecht im Gebäudebereich ist bei der jetzigen Bundesregierung verpönt. Die Befragten einer Erhebung im Auftrag der Deneff dagegen sind mehrheitlich dafür. Allerdings erwarten die Teilnehmenden, dass eine Modernisierung sozial gerecht finanziert werden soll – keine einfache Aufgabe für die nächste Regierung.
Ein Zusammenschluss von prominenten Unternehmenslenkern und Professoren hat Handlungsempfehlungen für ein nachhaltigeres Deutschland vorgelegt. Mit politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Maßnahmen wollen sie Treibhausgasausstoß und Naturverlust auf netto null reduzieren und gleichzeitig die soziale Sicherung erhalten.
Weil die Offshore-Windbranche hierzulande nichts zu tun hat, will der Bund ihr ins Ausland verhelfen. Zunächst geht es in die USA, nach Taiwan und Japan. Die Gefahr ist dabei, dass die Zulieferer und KMU abgehängt werden, warnen deren Verbandsvertreter.
Mehr Geld aus Europa, aber auch mehr Forderungen an den Rest der Welt: So lässt sich der Klimateil der Rede zur Lage der Union von EU-Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen zusammenfassen. Zwei Minigipfel in den kommenden Tagen sollen Fortschritte vor der Klimakonferenz in Glasgow bringen.
Ein Teilnehmer des Klima-Hungerstreiks muss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Laschet, Scholz und Baerbock wollen sich aber dennoch nicht auf Forderungen einlassen. Eine Umfrage zeigt, wie groß die Sorgen jungen Menschen sind – international wie auch in Deutschland wächst zudem in allen Altersgruppen die Angst vor persönlichem Schaden.
Der Energiebedarf des Bitcoin ist enorm, zudem entsteht extrem viel Elektroschrott. Doch neue Blockchain-Generationen verbrauchen weniger Ressourcen. Ob und wann sie auch zum Klimaschutz beitragen können, zeigt eine neue Studie für das Umweltministerium.
Der Linksruck in Norwegen wird wohl nicht dazu führen, dass die Erdölnation von ihrem energiepolitischen Kurs abweicht. Die neuen Regierungsfraktionen wollen sogar weitere Öl- und Gasvorkommen erschließen. Eine geplante Erhöhung der CO2-Abgabe, neue Windparks und EU-Kooperationen werden wohl scheitern.
Seit 2015 flossen knapp zwölf Milliarden Euro in Exportkreditgarantien, die hauptsächlich Öl- und Gasprojekte mit deutscher Beteiligung absichern. Die Vergaberichtlinien werden derzeit überarbeitet – aber eine umstrittene Garantie für ein riesiges russisches LNG-Projekt bleibt in der Schwebe. NGOs fordern, ganz aus der fossilen Finanzierung auszusteigen.
Ganz im Zeichen des Klimaschutzes stand eine Debatte des Europäischen Parlaments am Dienstag. Es war der Auftakt für die Verhandlungen um das Fit-for-55-Paket der EU-Kommission. Die Ausschüsse sortieren sich noch in ihren Zuständigkeiten. Derweil wird das Geld für die Opfer von Wetterextremen knapp.
Vor der Abstimmung im Bundesrat am Freitag ist die Lage bei der Ladesäulenverordnung unklar. Die meisten Länder sind gegen die Pflicht, an jedem Ladepunkt ein Lesegerät für EC-Karten einzubauen. Möglicherweise wird die Abstimmung von der Tagesordnung genommen, weil EU-Recht die Verordnung ohnehin überschreiben würde.
Effizienter als gedacht, zumindest in Extremsituationen, und vor allem ohne Überforderung der Stromnetze möglich: Eine neue Studie im Auftrag der Gasnetzbetreiber argumentiert für den Einsatz von Wasserstoff in der Wärmeversorgung. Das sehen aber nicht alle als den richtigen Weg an.
Eine Klagewelle geht durch die Bundesländer – das Bundesverfassungsgericht soll über ihre Klimagesetze entscheiden. Denn manche Länder haben aus Sicht der Kläger unzureichende Gesetze, andere bislang gar keine. Tagesspiegel Background gibt einen Überblick.
In der Politik hat man bislang kein sogenanntes Klimalabel für Produkte auf den Weg gebracht. Nun geht eine Handvoll Unternehmen voran und arbeitet an einem freiwilligen Standard für eine CO2-Kennzeichnung von Lebensmitteln.
Eines der Ziele der diesjährigen UN-Klimakonferenz ist, die Regeln für CO2-Kompensationen zwischen Staaten zu strukturieren. Das könnte den Weg zur Klimaneutralität erleichtern. Um die Erderhitzung unter 1,5 Grad zu halten, muss jedoch langfristig geplant werden.
Aufgrund der hohen Strompreise schießen die Einnahmen durch die Vermarktung von EEG-Strom steil nach oben, gleichzeitig sinken die Vergütungszahlungen. Die EEG-Umlage könnte 2022 unter sechs Cent fallen, das Konto ist prall gefüllt – die neue Bundesregierung muss entscheiden, wie sie auf den Geldstrom reagiert.
Drei Offshore-Windparks erhalten Null-Cent-Zuschläge, die Betreiber werden also bei der Vermarktung des Stroms nicht vom Staat unterstützt. Zwei Unternehmen mit Vorgriffsrecht wird damit wahrscheinlich lediglich der Ertrag vermiest. Die Branche hält die Regeln für die Ausschreibungen für stark reformbedürftig.
Für den Strompreis gibt es derzeit kein Halten mehr. Getrieben von teurem Gas und der CO2-Preis-Hausse ist Elektrizität so teuer wie nie seit der Liberalisierung der Energiemärkte. Das hat Auswirkungen: Die Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie steigen, für erneuerbare Energien bieten sich grundlegend neue Perspektiven.
In großer Detailtiefe hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung die Wahlprogramme der Parteien auf ihre Tauglichkeit für den Klimaschutz analysiert. Auch wenn die Aussagekraft der Abschätzung etwas vage von einer Auswertung der wissenschaftlichen Literatur abhängt, zeichnet sich doch ein klarer Gewinner ab: die Grünen.
Auf über 500 Seiten hat die Organisation Germanzero ausgearbeitet, mit welchen konkreten Schritten Deutschland auf den Weg des Pariser Klimaziels gebracht werden soll. Die Vorgaben sind extrem ambitioniert und sollen als Handbuch für die neue Regierung dienen.
Rechtswidrig, weil vorgeschoben, war die Begründung für die Räumung eines Protestcamps im Hambacher Forst, urteilte am Mittwoch das Verwaltungsgericht Köln. Die Begründung für den Weiterbetrieb des Tagebaus Garzweiler II im Kohleausstiegsgesetz ist zudem verfassungswidrig. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten im Auftrag der Klima-Allianz.
Die vermutlich letzte Sitzung dieser Legislaturperiode gerät zur Wahlkampf-Schau, bei der die Klimapolitik eine zentrale Rolle einnimmt. Während SPD-Kandidat Scholz bei seinen Punkten bleibt, gehen FDP-Chef Lindner, Grünen-Kandidatin Baerbock und CDU-Chef Laschet in die Offensive – die beiden letztgenannten auch in den persönlichen Schlagabtausch.