Umweltorganisationen forderten am Dienstag die Verschiebung der COP26. Sie befürchten, dass Delegierte der verwundbarsten Ländern von den Klimaverhandlungen de facto ausgeschlossen werden könnten. Großbritannien versprach prompt, Quarantänekosten zu bezahlen und mehr Impfdosen zur Verfügung zu stellen.
Ohne Konsultationen mit anderen Ressorts hat Bundeswaldministerin Klöckner eine Strategie für die Entwicklung der Wälder in Zeiten von Klimawandel und Biodiversitätsverlust vorgelegt. Umweltverbände sind enttäuscht.
Der Bürgerrat Klima legt seine finalen Ergebnisse vor: Die 160 beteiligten Menschen treten für ambitionierten Klimaschutz ein. Damit liegen sie sehr nahe am Wahlprogramm der Grünen – der Blick richtet sich auf das Problem der Eigenselektion. In Frankreich wurden wichtige Empfehlungen ignoriert, aber der staatliche Prozess führte zu Gesetzgebung.
Bei der laufenden Ausschreibung von Offshore-Windparks stehen zwei von drei Siegern von vornherein so gut wie fest: Northland Power mit RWE und Iberdrola werden das Rennen machen. Der Dritte wird vermutlich im Losverfahren bestimmt.
Die Wirtschaft wird sich von Extremwetter nicht so schnell erholen wie bisher angenommen. Entsprechend höher sind die Kosten des Klimawandels, heißt es in einer neuen Studie, die den CO2-Schaden pro Tonne auf 3000 Euro taxiert. Sie stellt damit die Annahmen eines Nobelpreisträger infrage.
Großbritannien richtet ab sofort seine politischen Entscheidungen und die Bewertung von Projekten an einem Schattenpreis von nahezu 300 Euro pro Tonne CO2 aus. Grundlage dafür ist keine Schadensberechnung, sondern die auf IPCC-Grundlage erwarteten Vermeidungskosten. In Deutschland gilt auf Bundesebene ein sehr viel niedrigerer Preis.
Zwei Umweltorganisationen wollen gegen vier Automobil- und Ölunternehmen vor Gericht ziehen. Sie berufen sich dabei auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Frühling. Derartige Klagen häufen sich, aber die Erfolgsaussichten sind nicht in jedem Fall gestiegen.
Innovationen brauchen regulatorische Freiräume, um sich entwickeln zu können. Das Wirtschaftsministerium will dafür einen gesetzlichen Rahmen schaffen und hat nun Eckpunkte vorgelegt. Die greifen allerdings zu kurz, heißt es beim Ökoinstitut.
Der Europäische Gerichtshof kippt die gewohnte Arbeitsteilung zwischen Bundesregierung und Bundesnetzagentur. Entscheidende Teile der Strom- und Gasnetzregulierung muss die Behörde nun völlig unabhängig treffen. Zunächst sollen die derzeitigen Regelungen weiter gelten – aber die Rechtsunsicherheit für die Netzbetreiber nimmt erst einmal erheblich zu.
Das DIW hält ein Plädoyer gegen den CO2-Preis als Leitinstrument. Seine Wirkung sei begrenzt, denn sie würde zu langsam eintreten, Innovationen nicht den ausreichenden Schub verleihen und die Kosten im Verkehrssektor unnötig in die Höhe treiben.
Moore zählen zu den großen Emittenten von Treibhausgasen. Doch ein Regierungsentschluss zur Wiederverwässerung scheiterte. Deshalb legt das Umweltministerium kurzerhand eine eigene Strategie auf den Tisch.
Ihre Notwendigkeit ist unklar, trotzdem haben die Übertragungsnetzbetreiber die zweite Ausschreibung der Kapazitätsreserve gestartet. Damit nicht wieder nur nur fossile Kraftwerke davon profitieren und mehr Wettbewerb herrscht, hat die Regulierungsbehörde die Teilnahmebedingungen geändert.
Keine Quersubventionierung von Wasserstoffnetzen und mehr Auswahl bei Ladesäulenanbietern fordert die Monopolkommission der Bundesregierung in ihrem Gutachten über den Wettbewerb auf den neuen Energiemärkten. Dazu gibt es eine Schelte für die Strombörse Epex Spot.
Die geplante Pilotanlage zur Eisenschwamm-Herstellung in Wilhelmshaven soll die Keimzelle bilden für eine Energiedrehscheibe. Doch das Projekt hat vielen Tücken: Es soll mit einem Holzkohlekraftwerk und LNG-Terminal verbunden werden, deren Realisierung in den Sternen steht.
Bauen mit Holz boomt und die Industrie wirbt offensiv mit der Nachhaltigkeit des Baustoffs. Aber bei Stabilität und Brandschutz halten sich hartnäckige Vorurteile. Und in Punkto Nachhaltigkeit gibt es vor allem bei Anbau und Verarbeitung noch Luft nach oben – die Branche muss sich auf den klimabedingten Umbau der Wälder einstellen.
Die EU-Kommission verlangt, dass die geplanten Beihilfeleitlinien für den Energiebereich auch auf bereits genehmigte Fördermaßnahmen anzuwenden sind. Bis Ende 2023 seien diese anzupassen. Die Bundesregierung befürchtet nun, das Kohleausstiegsgesetz ändern zu müssen.
Die CDU legt einen 15-Punkte-Plan für den Ausbau der erneuerbaren Energien vor und konkretisiert damit das Wahlprogramm auch mit Blick auf Koalitionsverhandlungen. „Mehr Markt, weniger Regulierung“, lautet eine der Kernthesen. Auch Markus Söder in Bayern wirbt für mehr Tempo – die Wirtschaft applaudiert, fordert aber bei der Windkraft noch mehr Engagement.
Nach der Bildung der nächsten Bundesregierung soll es ganz schnell losgehen mit ambitioniertem Klimaschutz. Das fordern drei Thinktanks in einem 22-Punkte-Plan, und das wollen auch die Grünen. Ihr detaillierter Programm-Entwurf liegt Tagesspiegel Background vor.
Belgien darf neue fossile Kraftwerke bis zu 15 Jahre lang fördern, hat die EU-Kommission entschieden. Der belgische Kapazitätsmechanismus sei der erste im Einklang mit der neuen Strommarktverordnung. Deutschland könnte auf Subventionen für Reservekraftwerke verzichten, zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundes.
Artenschutz hat meist positive Folgen für das Klima. Andersherum kann Klimaschutz negative Folgen für die Biodiversität haben. Die Politik behandelt Klimaschutz vorrangig. Ein gemeinsamer Bericht von IPBES und IPCC plädiert für Lösungen, die Arten- und Klimaschutz zusammendenken.
Etappensieg für die Klimaschützer: Das Oberverwaltungsgericht NRW hat den Bebauungsplan für das neue Kohlekraftwerk Datteln 4 für unwirksam erklärt. Die Kläger hoffen nun, dass der „Schwarzbau“ stillgelegt werden muss. Die Entscheidung darüber steht aber noch aus.
Eine für den Klimaschutz fällige Renovierungswelle will EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angelehnt an das historische Bauhaus lostreten. Mitte September wird eine offizielle Mitteilung dazu erwartet. Regulatorisch gibt es im Gebäudebereich aber noch eine Reihe anderer Baustellen.
Im Pkw ist die Brennstoffzelle bisher ein Nischenprodukt. Doch im Lkw wird sie voraussichtlich eine wichtige Rolle für den CO2-freien Transport spielen. In jedem Fall muss sie deutlich kostengünstiger werden. Wissenschaftler erklären, wie das geht.
Die Klimaziel-Verfehlung im Gebäudebereich war vor allem coronabedingt, ist aber auch den zu geringen Standards geschuldet. Das erklärt die heftigen Reaktionen auf den Bericht des Expertenrats für Klimafragen zum Sofortprogramm.
Eine von der Wirtschaft beauftragte Umfrage zeigt die Zweifel der Deutschen, dass sich Klimaschutz und Wirtschaftswachstum wirklich unter einen Hut bringen lassen. Deutlich wird auch: Für Klimaschutz sind fast alle, bereit zu zahlen ist aber gerade einmal jeder zweite.
Was wollen die Vorsitzenden oder Kanzlerkandidaten der großen Parteien für den Klimaschutz tun? Bei zwei Veranstaltungen am Dienstag gab es die Gelegenheit, neben Altbekanntem auch ein paar neue Positionen kennenzulernen.
Hunderte Milliarden Kubikmeter Gas werden jedes Jahr abgefackelt, weil sie bei der Ölförderung und -verarbeitung im Weg sind. Ein britisches Start-up analysiert die klimaschädliche Ressourcenvergeudung mithilfe von Satelliten. Auch deutsche Raffinerien sind unter der Lupe.
Durch die Flut in Folge der Starkregenfälle im Ahrtal und an der Erft starben über 100 Menschen. Eine aktuelle Studie belegt nun, dass der Klimawandel die Starkregenfälle wahrscheinlicher machte. Auch die Intensität des Niederschlags in der Region nimmt durch die Erwärmung laut des Berichts um drei bis 19 Prozent zu.
Kohletechnik raus, flüssiges Salz rein. Das sonnenreiche Chile will ein Drittel seiner Kohlekraftwerke zu thermischen Speichern für erneuerbare Energie umrüsten. Deutsche Experten beraten das Land dabei. Das Konzept weckt Neugier in anderen Ländern mit guten Solarbedingungen und vielen Kohlekraftwerken.
Der von der EU geplante CO2-Grenzschutzmechanismus könnte Handelskonflikte provozieren. Dem vorzuziehen wäre daher ein freiwilliger, globaler „Klimaclub“ mit einheitlicher CO2-Bepreisung, meint die Bundesregierung. Wie der aufgebaut werden könnte, hat eine Reihe von Ministerien nun skizziert.
Mit dem Aufbau einer klimafreundlichen Wasserstoffwirtschaft wird Speicherbedarf für dieses Gas entstehen. Langfristszenarien des Wirtschaftsministeriums lassen erkennen: Die auf Wasserstoff umrüstbaren Erdgasspeicher in Deutschland reichen wahrscheinlich hinten und vorne nicht.
Der Wiederaufbau der Gebäude in den Hochwassergebieten soll nicht nur schnell gehen, sondern auch so energieeffizient wie möglich gestaltet werden. Deshalb lockert das Bundeswirtschaftsministerium die Vergabe von Fördermitteln an die Betroffenen.
Deutschland ist nach China und Indien das Land mit den meisten hitzebedingten Todesfällen. Als schnelle Lösung in einem immer wärmeren Klima gilt die Klimaanlage. Internationale Forscher haben nun eine ganzheitliche Strategie empfohlen, um die Folgen der Hitze zu mildern.
Eine weit verfehlte Erfüllung der Klimaziele für 2030 und 2040 prognostiziert ein Projektionsbericht der Bundesregierung. Das Umweltministerium weist die Schlussfolgerungen zurück, weil die Datengrundlage veraltet sei.
Der Markt für den freiwilligen Ausgleich von Emissionen wächst. Doch er wird sich in den kommenden Jahren stark verändern müssen – anspruchsvoller werden. Die nächste UN-Klimakonferenz in Glasgow könnte das Modell umkrempeln.
Zur Bundestagswahl am 26. September werden die Karten im Bundestag neu gemischt. Viele neue Abgeordnete werden in das Parlament einziehen, viele werden ausscheiden. Tagesspiegel Background wagt eine Abschätzung, welche der mit Energie- und Klimapolitik befassten Abgeordneten dieser Legislaturperiode auch in der nächsten wieder dabei sein könnten.
Die Subventionen des Bundes haben sich innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Doch nicht einmal die Hälfte hat einen positiven Bezug zu den Klima- und Umweltzielen, zeigt der neue Subventionsbericht. Der deutsche Gesetzgeber verdrückt sich hinter der EU, den G7 und G20.
Der Einfluss von Vulkanen auf das Klima ist lange bekannt. Aktuelle Studien zeigen nun, dass auch das Klima einen Einfluss auf die vulkanische Aktivität hat. Die Folgen sind vielfältig, die Forschung steht allerdings noch am Anfang.
Mit jeder weiteren Tonne CO2, die emittiert wird, steigen die Kosten durch Klimaschäden weltweit. In der Ökonomie bezeichnet man diese Kosten als Social Costs of Carbon. Londoner Ökonomen haben nun berechnet, welchen Einfluss die Kippelemente auf zukünftige Kosten hätten.
Der Machtkampf um verfehlte Sektorziele im Gebäudebereich geht weiter: Am Montag legte das Bundeswirtschaftsministerium aktuelle Zahlen vor, die den Erfolg seiner Förderpolitik belegen sollen. Tatsächlich macht der Staat viel Geld locker. Dass es richtig angelegt ist, bezweifeln die Grünen.
Klimabedingte Wasserkrisen lassen sich durch die systematische Aufbereitung von Abwässern mildern. Die UN plädieren für Abwassernutzung in der Landwirtschaft und sogar zur Trinkwasserversorgung. Die Bundesregierung verfolgt die Idee im Rahmen ihrer Wasserstrategie.
Der Rückgang der Treibhausgase im Corona-Jahr 2020 war eine Eintagsfliege. Das geht aus einer Analyse von Agora Energiewende hervor. Um die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes zu erfüllen, fordert der Thinktank schnelle Maßnahmen von der nächsten Bundesregierung.
CO2 aus der Luft einzufangen und zu E-Fuels zu verarbeiten, sei im Vergleich zur unterirdischen Speicherung eine zu teure Option für die Dekarbonisierung der Luftfahrt, meinen britische Regierungsberater. Eine Studie des Öko-Instituts widerspricht.
Der Bericht des IPCC zeigt, dass die Welt durch das Verringern von Methanemissionen und anderen „kurzlebigen klimawirksamen Stoffen“ bis 2100 eine weitere Erwärmung um 0,8 Grad vermeiden könnte. Erstmals widmen die Klimawissenschaftler diesen Stoffen ein eigenes Kapitel.
Anhand von sechs Kriterien will das BMWi die Offshore-Flächen für die Wasserstofferzeugung vergeben. Der Sieger des Verfahrens hat auch ein Anrecht auf die geplante Förderung, zeigt der Verordnungsentwurf. Bei Punktgleichstand zweier Bieter entscheidet ihr Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.
Regionale Vorhersagen zu den Auswirkungen des Klimawandels werden immer genauer – nicht nur im Bericht des Weltklimarats. Anlässlich der Veröffentlichung seines jüngsten Reports stellte das Umweltbundesamt am Donnerstag noch einmal die Ergebnisse seiner Klimawirkungs-und Risikoanalyse vor.
Wegen der Erderwärmung schmelzen die Permafrostböden und somit das Restbudget an Emissionen, das der Menschheit noch bleibt. Die Klimaforschung fängt gerade erst an, das in ihren Modellen zu berücksichtigen. In drei Jahren könnten die ernüchternden Ergebnisse vorliegen.
Kurz vor der Sommerpause hat der US-Senat für ein großes Infrastrukturprogramm gestimmt. Geplant sind unter anderem Investitionen in Carbon Capture und Wasserstofferzeugung. Wie viel Klimaschutz die Biden-Administration insgesamt umsetzt, wird aber erst die Kombination mit dem nächsten Haushaltsentwurf zeigen.
Reichen die gut angenommenen Förderprogramme für genug CO2-Einsparungen im Gebäudesektor? Oder bräuchte es strengere Standards? Das ist der Kern eines Machtkampfs um nicht erfüllte Sektorziele des Klimaschutzgesetzes. Eine Stellungnahme des Expertenrats für Klimafragen wird mit Spannung erwartet.
Die CO2-Bepreisung für Gebäude und Verkehr wird die erste politische Maßnahme zum Klimaschutz, die fast alle Menschen in der Europäischen Union direkt spüren werden. Das hat Konfliktpotenzial. Die EU-Kommission schlägt deshalb vor, kräftig umzuverteilen – jetzt liegt es bei den Mitgliedstaaten.
Archäologische Daten bieten wichtige Informationen darüber, wie sich das Klima in Zukunft entwickeln könnte. Auch der aktuelle IPCC-Bericht bezieht diese Daten ein. Einige Forscher meinen, dass eine „Archäologie des Klimawandels“ auch Strategien für die moderne Klimaanpassung liefern kann.
Ein schnellerer Ausbau der erneuerbaren Energien und die Einbindung von großen Emittenten in die Klimaverhandlungen sind Forderungen nach Erscheinen des IPCC-Berichts. Ein kleiner Lichtblick: Das noch verbleibende CO2-Budget hat sich durch neue Berechnungen vergrößert.
Baywa r.e.-Chef Matthias Taft über Föderalismusprobleme der Energiewende, die Rhetorik des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, über Photovoltaik auf dem Acker und den Versuch, sich aus der Abhängigkeit von chinesischen PV-Herstellern zu lösen.
Das Umweltministerium hat die geplante Moorschutzstrategie für gescheitert erklärt, zumindest für diese Legislatur. Schuld sei das Agrarministerium, das den Schwarzen Peter zurückspielt. Umstritten ist, inwieweit Landwirte Flächen zurückgeben sollen und ob sie dazu verpflichtet werden dürfen.
Auf einer Fachkonferenz wurde der zukünftige Weg der Endlagersuche diskutiert, die neue Formate erhalten soll. Die öffentliche Beteiligung bleibt ein großer Streitpunkt. Kritik aus Thüringen, eine Resolution in der Oberpfalz: Die Spannungen mit den Regionen und Ländern werden die Suche wohl auf Jahre begleiten.
Erdwärmebohrungen sollen als Nebenprodukt Lithium für Elektroautos liefern. Die Firma Vulcan aus Süddeutschland hat jetzt zwei Lieferverträge mit Großabnehmern geschlossen. Das kostbare Metall könnte der Geothermie zum Durchbruch verhelfen.
Der Weltklimarat IPCC beschreibt im Bericht der Arbeitsgruppe I auf Hunderten Seiten, wie sich das Klima auf der Erde verändert hat und was die Ursachen dafür sind. Susanne Ehlerding stellt die eben veröffentlichte Zusammenfassung für Entscheider vor.
Der frühere Arbeitsgruppenvorsitzende im Weltklimarat, Thomas Stocker, über den neuen Bericht des IPCC, Tätigkeit und Untätigkeit in der Klimapolitik und eine Pause, die nie eine war.
Meterhohe Deiche und Beton – darauf setzt der konventionelle Küstenschutz seit Jahrzehnten. Wissenschaftler in Niedersachsen verfolgen nun einen zusätzlichen Ansatz. Sie wollen in Reallaboren die Schutzfunktionen der Natur nutzen, beispielsweise von Salzwiesen.
Schon heute sterben in Deutschland im Jahr Tausende Menschen an den Folgen von Hitze. Extreme Temperaturen werden mit dem fortschreitenden Klimawandel zunehmen, dennoch bereiten sich die Städte und Gemeinden nur zögerlich auf die Gesundheitsgefahr vor.
Setzt sich die Entwicklung nach Corona fort, droht Deutschland eine drastische Verfehlung der Klimaschutzziele. Einer – mit erheblichen Unsicherheiten versehenen – Prognose des Öko-Instituts zufolge könnte am Ende des Jahres 2021 ein Minus von lediglich 36 Prozent im Vergleich zu 1990 stehen statt den notwendigen 42,5 Prozent.
Die EU will die Digitalisierung des Energiesektors mit einem Aktionsplan vorantreiben. Der dürfte den Reformdruck auf Deutschland erhöhen. Ein Gutachten im Auftrag der Dena zeigt, woran es bei der digitalen Kommunikation der Strommarkt-Akteure hakt.
Die Grünen markieren ihren Regierungsanspruch und haben ein Sofortprogramm vorgelegt, das sie in den ersten 100 Tagen als potenzielle Regierungspartei umsetzen wollen. Das meiste davon findet sich bereits im Wahlprogramm – neu ist vor allem die Idee eines Vetos für klimaschädliche Gesetze. Das verstärkt die Kritik, eine Verbots-Partei zu sein.
Eine Studie der Förderbank KfW zeigt: Die Digitalisierung ist nicht nur klimaschonend. Mindestens 34 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr entstehen durch digitale Infrastrukturen in Deutschland. Auch die Homeoffice-Bilanz ist zwiespältig.
Die energiebedingten CO2-Emissionen schießen laut Ageb im ersten Halbjahr unter anderem aufgrund der Erholung der Wirtschaft und eher schwacher Erneuerbaren-Ausbeute um 6,3 Prozent nach oben. Damit wird wahrscheinlich, dass die neue Bundesregierung mit klar verfehlten Klimaschutzzielen startet.
Herbst und Heizsaison rücken näher, aber immer noch sind die deutschen Gasspeicher nur knapp zur Hälfte gefüllt. Hinter der Knappheit könnte politisches Kalkül des wichtigsten Gaslieferanten Russland stecken. Das Wirtschaftsministerium sieht keine Gefahr für die Versorgungssicherheit.