Überfällige Aufwertung einer wirksamen Heilmethode oder Hofierung von Pseudomedizin? Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD versprochen, die Osteopathie berufsgesetzlich zu regeln. Will heißen: Die umstrittene Behandlungsform soll zum eigenständigen Beruf mit klar vorgegebener Ausbildung avancieren. Für dieses Vorhaben gibt es Lob – und heftige Kritik.
Nach der Pandemie ist vor der Pandemie: WHO-Mitglieder trainieren regelmäßig, wie die Zusammenarbeit zwischen Ländern, aber auch internationalen und regionalen Gesundheitsorganisationen intensiviert werden könnte. Die USA und China fehlten dabei zuletzt. Wie die WHO damit umgeht, erläutert Christophe Schmachtel, Leiter einer der WHO-Simulationsübungen.
Das Bundesgesundheitsministerium hat sich kurz vor dem schrittweise stattfindenden Rollout der elektronischen Patientenakte mit den Kinder- und Jugendärzten auf eine Richtlinie zum Schutz des Kindeswohls geeinigt. Außerdem hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung eine Richtlinie zur anfänglichen Sanktionsaussetzung mit dem Ministerium abgestimmt.
In einem Brief macht BMG-Leitungsstabschef Boris Velter deutlich, wie groß die Differenzen mit der Union weiterhin sind: An eine gemeinsame Linie bei der GKV-Finanzreform scheint er kaum zu glauben. Währenddessen warnen die Grünen vor einer Verschleppung der Aufklärung von Spahns Maskenbeschaffung in einem CDU-Ministerium.
Union und SPD wollen die Rahmenbedingungen für telemedizinische Angebote verbessern. Zuletzt hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung mit den Kassen Regelungen getroffen, um Videosprechstunden in die breitere Anwendung zu bringen. Online-Arzt-Plattformen kritisieren die Beschlüsse. Doch wie stark werden Online-Sprechstunden überhaupt genutzt?
In zwei Wochen soll die elektronische Patientenakte für alle Praxen verfügbar sein und somit der schrittweise Rollout starten. Ab Anfang Oktober soll die Nutzung verpflichtend sein, ab 2026 sanktionsbewehrt. Nötige Sicherheitsmaßnahmen für die flächendeckende Nutzung sind einem BMG-Schreiben zufolge umgesetzt.
Arbeitet die Selbstverwaltung zu langsam? Wenn die gesetzlich vorgegebene Beratungsdauer von ohnehin langen zwei oder drei Jahren überschritten wird, kann das schnell so wirken. In seinem neuesten Fristenbericht erklärt der Gemeinsame Bundesausschuss im Detail, warum es in einigen wenigen Verfahren Verzögerungen gibt.
Die GKV-Stabilisierung wird im Koalitionsvertrag als Ziel genannt, die Umsetzung bleibt aber offen. Die designierte Koalition preist weitere Beitragserhöhungen offenbar bereits ein, während neuer Streit über einen höheren Steuerausgleich programmiert ist. Ein Schließen des Defizits durch ein Beschäftigungsplus ist nach Kalkulation der TK unrealistisch.
Union und SPD haben sich auf ein verpflichtendes Primärarztsystem verständigt. Über die genaue Ausgestaltung wird schon jetzt intensiv diskutiert. Während Haus- und Fachärzte um Kompetenzen rangeln, plädiert die AOK-Gemeinschaft für eine umfassende Reform der ambulanten Versorgung und sieht Chancen für das Transformationsprojekt.
Im Streit um die Erstattung innovativer Gentherapien haben sich der GKV-Spitzenverband und das Pharmaunternehmen CSL Behring für das Präparat Hemgenix zur Behandlung der Hämophilie B auf ein Pay-for-Performance-Modell geeinigt. Einmalig zwei Millionen Euro erhält der Hersteller, allerdings nur, solange die Therapie wirkt. Ist das Modell übertragbar?
Eine der größten Lehren der Covid-Pandemie ist nach Ansicht vieler Public Health-Expert:innen, dass internationale Zusammenarbeit und ein globaler Austausch von Daten und Erkenntnissen zur Krisenvorsorge und -prävention unabdingbar sind. Gefährden Entwicklungen in den Vereinigten Staaten nun diesen Informationsfluss?
Der große Wurf ist es nicht. Unter diesem Tenor lassen sich die Reaktionen der meisten Gesundheits- und Pflegeakteure auf den gestern präsentierten Koalitionsvertrag zusammenfassen. Er enthalte zwar viele sinnvolle Ansätze, lasse aber konkrete Ideen zur Umsetzung vermissen. Was den Kritikern vor allem fehlt: ein Konzept zur schnellen Beitragsstabilisierung.
Weil sich die USA zunehmend aus der globalen Gesundheit zurückziehen, muss Europa Verantwortung übernehmen, meint eine WHO-Vertreterin. Und ist mit der Position, dass Europa und insbesondere Deutschland davon profitieren können, nicht alleine. Dafür bräuchte es aber wiederum einen attraktiven Forschungs- und Wirtschaftsstandort. Vorschläge gibt es viele.
Der Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren ist angesichts des von Union und SPD geplantem Regulierungsgesetzes für investorengeführte MVZ in Alarmbereitschaft. Ein aktualisiertes Rechtsgutachten soll die Politik davon überzeugen, dass Verbote gegen Verfassungs- und Europarecht verstoßen.
Der aktuelle Tätigkeitsbericht der Bundesdatenschutzbeauftragten (BfDI) geht schwerpunktmäßig auf das Gesundheitswesen ein. So fordert BfDI Louisa Specht-Riemenschneider eine Opt-in-Lösung für sensible Daten in der elektronischen Patientenakte (ePA) und kritisiert unsichere Authentifizierungsverfahren für den ePA-Datenzugriff.
Nicht mal mehr als Bekenntnis schafft es der Bürgergeld-Lastenausgleich für die GKV in den Koalitionsvertrag, stattdessen soll nun eine Kommission mehrere Jahre beraten. Dafür gibt es Geld für Kliniken aus dem „Sondervermögen“. Auch bei der Pflegereform bleibt nicht viel von den Forderungen der Fachpolitiker übrig.
Kleinigkeiten im Klinikalltag zu verändern, kann erhebliche positive Auswirkungen finanzieller Natur, aber auch für das Patienten-Outcome haben. Am größten Krankenhaus Israels sollen deshalb alle Angestellten eigenständig Daten nutzen. Das Herzstück ist die ADAMS-Methode, die inzwischen auch international Nachahmer gefunden hat.
Unter dem Motto „Fit für den Weltmarkt – Trends, Geopolitik und Diversifizierung“ berieten gestern in Berlin Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik über die Zukunft der Gesundheitswirtschaft. Überlagert wurden ihre Diskussionen von der US-Zollpolitik. Anstatt in Schockstarre zu verharren, will die Industrie neue strategische Partner suchen.
Wird die Teillegalisierung von Cannabis wieder einkassiert? Und streicht die neue Regierung womöglich auch noch die Stelle des Bundesdrogenbeauftragten? Die Verbände der Suchthilfe sind aufgeschreckt über Hinweise aus den Arbeitsgruppen. Angesichts der Probleme benötige man nicht weniger, sondern deutlich mehr Engagement in der Drogenpolitik, mahnen sie.
Psychotherapiegesetz, der Gemeinsame Bundesausschuss und die GKV-Regeln schreiben sie vor, in Wissenschaft und Praxis aber werden sie oft eingerissen: die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Therapieverfahren. Beim Psychotherapiekongress machen Experten Vorschläge, wie es anders geht und erklären, warum eine Abschaffung politisch schwierig ist.
Der Rollout-Plan der elektronischen Patientenakte (ePA) hat sich grundlegend verändert. Der flächendeckende Start soll schrittweise und zunächst freiwillig erfolgen. Das verkündete der geschäftsführende Gesundheitsminister Lauterbach beim gestrigen DMEA-Start. Dort ging es auch darum, was es außer der ePA für eine erfolgreiche Digitalisierung braucht.
KI-Anwendungen bieten für das Gesundheitswesen großes Potenzial. Doch ohne Daten keine KI-Nutzung, hieß es bei einem Vor-Event der DMEA. Warum eine gemeinsame Auslegung der europäischen Regulatorik dafür notwendig ist und wieso die deutsch-französische Zusammenarbeit an Bedeutung gewinnt, diskutierten dort Politiker und Wirtschaftsvertreterinnen.
Während Deutschland die hausarztzentrierte Versorgung noch erprobt, ist sie in anderen europäischen Ländern seit Langem Normalität. So etwa in Portugal. Dort ist auch der Präsident der European Union of General Practitioners, Tiago Villanueva, tätig und kann von den Vor- und Nachteilen dieses Versorgungsmodells berichten.
Das Forschungsdatenzentrum (FDZ) Gesundheit soll im Sommer in Betrieb gehen. Zu Beginn ist nur die Forschung mit Abrechnungsdaten möglich, ab Frühjahr 2026 auch mit Gesundheitsdaten aus der elektronischen Patientenakte. Was das für die Forschung und Versorgung bedeutet und wie es um Sicherheit und Schutz der Daten steht, berichtet der FDZ-Leiter.
Der Umgang einer künftigen Bundesregierung mit den in den vergangenen Jahren stark aufgewachsenen versicherungsfremden Lasten von Pflege- und Krankenkassen wird für die 94 Kassenchefs zur Schicksalsfrage. Was steht ihnen bevor, wenn nach der Ampel auch Merz nicht handelt?
Die Politik tut sich seit Jahren schwer, strengere Maßnahmen gegen das Rauchen zu beschließen. Auf ihrem diesjährigen Jahreskongress fordert die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin aber genau diese. Denn die Nikotinindustrie ist allzu erfinderisch und nutzt die vorhandenen Gesetzeslücken, um Werbung zu machen.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik erhebt zwar die Tatörtlichkeiten „Krankenhaus“ und „Arztpraxen“ bei der Taterfassung. Dennoch existiert bislang keine systematische Erfassung von Gewaltstraftaten gegen medizinisches Personal. Die Kriminologische Forschungsgruppe beim Bayerischen Landeskriminalamt plädiert für wissenschaftliche Untersuchungen.
Bei biomedizinischer Forschung müssen Wissenschaftler:innen oft mit großen Datensätzen umgehen können. Um dabei ihre Abhängigkeit von Bioinformatiker:innen zu verringern, hat ein Forschungsteam eine modulare Softwareplattform gebaut, mit der sie ohne Programmierfähigkeiten komplexe Datenanalysen erstellen können. Auch ein Chatbot kann helfen.
Zwar bleiben Arzneimittel zunächst von den Zollregelungen der US-Regierung verschont – betroffen sind deutsche und international tätige Pharmaunternehmen dennoch. Auf EU-Ebene hält man sich bedeckt, gibt sich selbstbewusst und will mit dem Pharmasektor in einen strategischen Dialog treten.
Neun von zehn gesetzlich Versicherten sehen laut einer repräsentativen Umfrage der AOK die Stabilisierung der Beiträge in Kranken- und Pflegeversicherung als dringliche Aufgabe der nächsten Bundesregierung an. Die Spitzenverhandler für das Gesundheitskapitel dürften derzeit aber vor allem auf Einsparungen schauen, weniger auf zusätzliche Steuermittel.
Der Streit um Kosten und Nutzen von sogenannten Apps auf Rezept geht weiter. Im seinem vierten Bericht zur Versorgung mit Digitalen Gesundheitsanwendungen wirft der GKV-Spitzenverband den Herstellern vor, das Recht auf freie Preisgestaltung im ersten Jahr auszunutzen und Patienten zu „Versuchskaninchen“ zu machen. Die Gescholtenen reagieren heftig.
Der Zugang zu Hilfsmitteln und Therapien für Menschen mit Behinderung zeigt im weltweiten Vergleich Unterschiede. Besonders in Krisengebieten sei ihre Gesundheit gefährdet, hieß es beim Global Disability Summit. Dort haben Staatschefs Zusagen gemacht, um die Situation zu verbessern. Deutschland setzt bei den Selbstverpflichtungen keinen Gesundheitsfokus.
Die Versorgungslage sei fragil, warnen Hörakustiker, Optiker und Zahntechniker in ihrem aktuellen Branchenreport. Nötig seien eine auskömmliche Leistungsvergütung, weniger Bürokratie sowie eine Attraktivitätssteigerung des Berufs. Andernfalls seien die Patienten die Leidtragenden.
Die Gesundheitskompetenz der Deutschen war noch niemals seit Beginn der Messungen so schlecht wie im vergangenen Jahr. Einer aktuellen Studie zufolge finden sich mittlerweile nur noch knappe 25 Prozent im Dickicht gesundheitsrelevanter Informationen gut zurecht. Die Folgekosten sind enorm, sie werden auf bis zu 24 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.
Deutsche Forscherteams veröffentlichen neue Methoden, die KI-Entscheidungen nachvollziehbarer machen. Ziel ist es, Vertrauen zu schaffen und die Genauigkeit von KI-gestützten Diagnosen zu verbessern. Denn Modelle leiten nicht selten Muster aus den Trainingsdatensätzen ab, die an den medizinischen Leitlinien vorbeigehen.
Gemessen am BIP gibt kein EU-Land mehr für sein Gesundheitssystem aus als Deutschland. Nun zeigt eine Gruppe um den Versorgungsforscher Matthias Schrappe, dass dieses System nicht nur auf dem Land von Unterversorgung bedroht ist. Auf die Koalitionsverhandlungen dürfte dies aber keinen großen Einfluss haben. Zu dominant sind die Finanzierungsprobleme.
Die Zahl der demenziellen Erkrankungen nimmt in den älter werdenden Gesellschaften immer weiter zu. Sehnsüchtig wird deshalb auf Arzneimittelinnovationen gewartet. Der neueste Hoffnungsträger heißt Lecanemab und könnte bald auch in Deutschland verfügbar sein. Doch im neuen TK-Report wird auch zu Realismus gemahnt.
Seit dem Wochenende sitzen die Parteispitzen über den AG-Papieren für den Koalitionsvertrag, das Gesundheitskapitel könnte nun vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Vor allem mit Blick auf die Reformen im ambulanten Sektor deutet sich noch erhebliches Konfliktpotenzial an, SPD-Experte Pantazis sieht offene Fragen in vielen Punkten.
Dass Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck schlecht für die Herzgesundheit sind, ist weithin bekannt. Doch nun hat ein internationales Forschungsteam unter deutscher Leitung systematisch untersucht, wie sich diese Faktoren ganz konkret mit Blick auf die Lebenszeit auswirken.
Ein vertrauliches Positionspapier aus dem NRW-Gesundheitsministerium will das bisherige freiwillige Einschreibemodell zur hausarztzentrierten Versorgung durch eine gesetzliche Verankerung in der Regelversorgung ablösen. „Bezugsärzte“ sollen die Patientensteuerung übernehmen. So würden alle GKV-Versicherten von einer verpflichtenden Steuerung profitieren.
Viele Stakeholder bewerten das vorgelegte Papier der AG „Gesundheit und Pflege“ grundsätzlich positiv. Allerdings wird vor dem Rotstift im Koalitionsvertrag gewarnt und darauf verwiesen, dass es letztlich auf genaue Umsetzung ankomme. Denn nicht nur im Kassenlager gibt es große Zweifel, dass die Pläne finanziell realisierbar sind.
Egal, ob Arbeit und Soziales, Wirtschaft oder Kommunen, Sport und Ehrenamt: In fast allen 17 Arbeitsgruppen in den Koalitionsverhandlungen ging es auch um gesundheitspolitische Themen. Das betrifft unter anderem die Pharmaindustrie, die Universitätsmedizin, die Bereiche Prävention und Ernährung sowie den Zivil-, Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.
Wenn es nach der zuständigen Koalitions-AG geht, können die Kranken- und Pflegekassen aufatmen. Die Verhandler haben sich auf darauf verständigt, den klammen Versicherern mit Milliardensummen auf die Beine zu helfen. Im Kern geht es dabei um die Übernahme versicherungsfremder Leistungen. Allerdings sind auch viele inhaltliche Reformen anvisiert.
Einigkeit herrscht in Medizin und Wissenschaft, dass nach wie vor zu viele Menschen rauchen. Auch bei den, bislang von der Politik trotz aller Evidenz nicht umgesetzten Tabakkontroll-Maßnahmen, gibt es weitgehend einen Konsens. Anders sieht dies beim Konzept der Tobacco Harm Reduction aus, die manche Suchtforscher und Psychologen zusätzlich fordern.
KI-Tools bieten ein großes Potenzial für das Gesundheitswesen. Außerdem genießen sie zunehmend Akzeptanz unter Patienten und Medizinern. Dennoch sind sie bisher nicht im Klinikalltag angekommen. Was es dazu braucht und warum internationale Kooperationen jetzt besonders relevant sind, diskutieren Experten beim Digital Health Innovation Forum.
Bei den Koalitionsverhandlungen der AG Recht einigt man sich unter anderem auf eine Reform des Infektionsschutzgesetzes, andere Themen bleiben strittig. Unterdessen gibt es wegen des Rückzugs des designierten CSU-Landwirtschaftsministers einen neuen potenziellen Kandidaten für das Gesundheitsressort.
Nach jahrelangem Ringen nahm das Implantateregister Deutschland am 1. Juli 2024 seinen bundesweiten Regelbetrieb auf. Bislang nicht geklärt ist jedoch die Frage, ob und zu welchen Konditionen das IRD Altdaten aus bereits bestehenden Registern zu einzelnen Implantatetypen migrieren und nutzen darf. Jetzt legt das BMG einen Entwurf für eine Verordnung vor.
KBV-Vorstandsmitglied Sibylle Steiner und Christoph Weinrich, KBV-Stabsbereichsleiter Recht, verteidigen die Telemedizin-Vereinbarung, die sie im Februar mit dem GKV-Spitzenverband geschlossen haben, gegen Kritik aus der Wirtschaft. Außerdem erzählen sie, was Teil der zweiten Vereinbarung sein soll und welche Wünsche sie an die neue Bundesregierung haben.
Vor einem Jahr wurde die Vogelgrippe erstmals bei Milchkühen in den USA entdeckt. Präsident Trump meidet das Thema, eine echte Strategie dagegen gibt es nach wie vor nicht. Gesundheitsexperten aus den Staaten wie auch aus Deutschland beobachten dies mit Sorge.
Die AG Gesundheit gibt ein abgestimmtes Papier in die Leitungsrunde, vieles steht nun unter Finanzierungsvorbehalt. Geld in die Hand genommen werden soll dem Vernehmen nach für die Überbrückungsfinanzierung von Kliniken und die Entlastung der GKV beim Transformationsfonds.
Die Krankenhäuser drängen auf einen zügigen Erlass der Krankenhaustransformationsfonds-Verordnung, damit der Umbau der stationären Versorgungslandschaft schnellstmöglich beginnen kann. Denn für sie wird die Luft jeden Tag dünner und ob sie im Sinne der Verordnung förderfähig sind, liegt auch an der Insolvenzprognose.
Krankenhausreform, Pflegedeckel, kostendeckende Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung für Bürgergeldempfänger und die Frage nach anderen kurzfristigen Maßnahmen zur Stabilisierung der GKV-Finanzen: Das dürften die Top-Themen bei den Koalitionsverhandlungen in der AG Gesundheit und Pflege sein. Heute werden erste Ergebnisse erwartet.
Werden in den Krankenhaustransformationsfonds noch Bundesmittel fließen? Aktuell unklar. Es ist eine Rechnung mit mehreren Unbekannten. Die Rechtsverordnung mit der bisherigen Finanzierungslogik wurde am Freitag zunächst vom Bundesrat beschlossen – allerdings mit Maßgaben, womit der Ball wieder beim BMG liegt.
Gegenseitige Vorwürfe und Bezichtigungen, weite Lücken zwischen veranschlagten und tatsächlich gezahlten Gebühren: Der Streit um Rettungsdienstgebühren zwischen Kassen und acht brandenburgischen Kommunen scheint festgefahren. Dabei geht es um weit mehr als Leerfahrten, sondern auch um die Frage nach wirtschaftlicher Arbeitsweise und Kostenkontrolle.
Um überlange Wartezeiten oder Aufnahmestopps bei Ärzten zu verringern, haben die Ersatzkassen ein Konzept zur Patientensteuerung entwickelt. Demnach soll sich jeder gesetzlich Versicherte ein Team aus Hausarzt und bis zu drei Fachärzten aussuchen dürfen, das er bei Bedarf direkt in Anspruch nehmen darf. Für alle anderen Mediziner bräuchte es Überweisungen.
Er war mit Misstrauen betrachtet worden, gar als Kandidat für eine Ablehnung gehandelt worden: Nun stellt sich Kommissar Várhelyi erstmals dem neu gegründeten SANT-Ausschuss. Viel Neues kann er zwar nicht berichten, dafür aber Zeitpläne konkretisieren. So soll es mit dem EU-Pharmapaket vorangehen und ein Herzgesundheitsplan entstehen.
Seit nicht mal drei Monaten in Kraft, ist die Krankenhausreform in den Koalitionsverhandlungen zum heiß diskutierten Thema geworden. Es soll um kleine Details gerungen werden. Was eine Reform der Reform beinhaltet müsste, darüber wurde zum Auftakt des diesjährigen DRG-Forums intensiv diskutiert.
Unumstritten ist, dass KI-basierte Anwendungen das Gesundheitssystem und die Versorgung verändern werden. Unklar ist dabei, ob es sich um eine disruptive Veränderung handelt und wie sich die Arzt-Patienten-Beziehung künftig verändern wird. Um eine Diskussionsgrundlage zu schaffen, hat die Bundesärztekammer ein Thesenpapier dazu verfasst.
„Das bin ich!“, steht häufig unter ADHS-TikToks. Aber was, wenn die vermeintlichen Symptome gar keine sind? Eine neue Studie zeigt, dass die geschilderten Symptome oft wenig mit den klinischen Kriterien zu tun haben. Experten beurteilen außerdem, wem die Videos helfen und wem nicht.
Versorgungseinschränkungen, Personalabbau und stärkere regionale Kooperationen: Das Ergebnis der Winterumfrage 2025 für den Krankenhaus-Index zeichnet ein düsteres Zukunftsbild des stationären Versorgungssektors. Von der neuen Bundesregierung fordern die Krankenhäuser eine schnelle Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage.
Seit Mitte Januar erproben Arztpraxen in mehreren Testregionen die „ePA für alle“. Die für die Testregionen zuständigen KVen fordern allerdings weiterhin eine Verschiebung des für April geplanten bundesweiten Rollout. Seit deutlichen Warnungen, die sie vor vier Wochen veröffentlicht haben, habe sich nichts Grundlegendes geändert, berichten die KVen.
Der European Health Data Space tritt kommende Woche in Kraft. Somit startet die Arbeitsphase für die Mitgliedstaaten, die bei der Umsetzung die Hauptverantwortung tragen. Sie müssen die Verordnung in den kommenden Jahren schrittweise implementieren. Geld, Datenschutz, Cybersicherheit und Vertrauen bilden dabei zentrale Säulen.
In einem Schreiben an die zuständige Koalitions-AG beschweren sich die großen Trägerverbände der Altenpflege über verspätete Zahlungen und verschleppte Vergütungsverhandlungen durch Kassen und Sozialämter. Sie fordern politische Hilfe, etwa durch Sanktionsandrohungen. Andernfalls, so warnen Caritas, Diakonie & Co., sei die Versorgungssicherheit bedroht.
Mit der Schaffung eines „Sondervermögens“ wächst die Notwendigkeit, im Gesamthaushalt zu sparen – die Union zielt dabei vor allem auf die Sozialausgaben, mithin auch die Gesetzliche Krankenversicherung. Diese forderte ihrerseits erneut mehr Steuermittel, die Vorzeichen der Koalitionsverhandlungen deuten aber in eine andere Richtung.
Viele Daten zum Zusammenhang zwischen Bildung, Vermögen und Gesundheit gibt es in Deutschland nicht. Die existierenden aber zeigen: Die Schere öffnet sich tendenziell eher, als dass sie sich schließt. Zudem zeigt die Corona-Pandemie verheerende Folgen für die psychosomatische Gesundheit von Minderjährigen. Deshalb sind die Erwartungen an das neue BIÖG hoch.
Es müssen nicht immer gewaltige Investitionen sein: Auch mit kleinen, gut durchdachten Konzepten ist zuhause versorgten Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen im Alltag oft geholfen. In einem Gutachten präsentieren Forscher Beispiele aus Kommunen, bei denen dies besonders gut gelingt – und analysieren, woran es im Einzelfall liegt.