Die Zahl der durch Messerstiche Schwerverletzten in Deutschland hat zugenommen. Die Verletzungen sind schwierig einzuschätzen, der rasche Blutverlust ist gefährlich. Um darauf besser vorbereitet zu sein, müssen sich Kliniken und auch sonstige öffentliche Einrichtungen umstellen.
Infolge von Rechtsänderungen bei den Energiehilfen für Pflegeeinrichtungen könnten 1,6 Milliarden Euro der dafür im Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) reservierten Mittel frei werden. SPD und Pflegekassen plädieren dafür, das Geld zur kurzfristigen Stützung der finanziell notleidenden Pflegeversicherung einzusetzen. Das BMG winkt ab – noch.
Eigentlich waren sie schon mal so weit, doch dann geschah wieder nichts: Nach Bürgerbefragungen wollten EU-Parlament und Kommission bereits vor fünf Jahren Schluss machen mit der sogenannten Zeitumstellung. Nun greifen Europa-Abgeordnete das Thema erneut auf und drängen auf eine Entscheidung. Ihr Argument ist vor allem der Gesundheitsschutz.
Psychosoziale Zentren füllen auf lokaler und regionaler Ebene eine Versorgungslücke: Sie kümmern sich durch Psychotherapie, soziale Arbeit und Gemeinschaftsangebote um psychisch erkrankte Menschen mit Fluchterfahrung und Kriegstraumata. Die Finanzierung ist ohnehin prekär, nun sollen die Bundesmittel um die Hälfte gekürzt werden.
Um die „Berufsgesundheit“ in den Pflegeberufen ist es schlechter gestellt denn je. Das belegt ein entsprechender Index für das Jahr 2022, der gestern veröffentlicht wurde. Besorgt zeigen sich Experten über die hohen und weiter gestiegenen Ausfallzeiten wegen Krankheit. Lichtblicke sind jedoch Jobsicherheit und Einkommensentwicklung.
Widerspruchslösung, Organspenderegister, Kampagnen – trotz zahlreicher Debatten und Versuche stagniert die Zahl der Organspendenden und -transplantationen, gehen im Vorjahresvergleich sogar leicht zurück. Das zeigen die aktuellsten Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Und auch international hat man in Deutschland Nachholbedarf.
Interprofessionelle Teams, ein digitales Medikationsmanagement, das Messen von Bedarfen und Erfolgen sowie Überlegungen zur Einführung von Medication-Safety-Officers an Krankenhäusern und Pflegeheimen: Das könnten die Schwerpunktthemen des sechsten Aktionsplans Arzneimitteltherapiesicherheit sein, der Anfang kommenden Jahres vorgelegt werden könnte.
In der Gematik sieht Doctolib-Deutschland-Chef Nikolay Kolev für Unternehmen einen zuverlässigen Partner auf staatlicher Seite. Was er vom Umbau zur Digitalagentur hält, welche Chancen sich für das Healthtech-Unternehmen durch die flächendeckende Einführung der ePA ergeben und wie Doctolib Datensicherheit und Datenschutz umsetzt, erzählt er im Interview.
Für die digitale Terminvermittlung bieten die Kassenärztlichen Vereinigungen mit der 116117 eine zentrale Plattform an. Ihr System müssen sie auch an Dritte weitergeben. Die Politik sieht großes Potenzial in der elektronischen Terminvergabe – Stimmen für Bonus-Zahlungen und gegen eine zu große Liberalisierung werden laut.
Seit Jahren drängelt die Industrie auf Reformen statt Fristverschiebungen bei EU-MDR und -IVDR. Nun sendet auch das EU-Parlament eine deutliche Aufforderung an die Kommission. Bis Ende des ersten Quartals 2025 sollen konkrete Regulierungsvorschläge vorliegen, um die bürokratische Last, Kosten und Wartezeiten zu verringern. Die Industrie reagiert positiv.
Hinter der Zukunft des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD) stehen noch immer Fragezeichen. Der Gesetzgeber baute ein eigenes Register auf, bei dem Medizintechnikbranche und Verband der Ersatzkassen noch Schwachstellen sehen. Das BMG gibt sich aber offen, ihnen bei manch einer Forderung entgegenzukommen – über die Bedingungen wird wohl bald geredet.
In den Vorstellungen des BMG zur Reform der Rettungsdienste sieht der Landkreistag einen Angriff auf Länderkompetenzen – und macht Druck auf die Staatskanzleien, sich den Plänen zu widersetzen. Die Notfallreform verkompliziert das weiter. Hinzu kommt die aktuell schlechter werdende Stimmung in den Ländern wegen der stockenden Auswirkungsanalyse zum KHVVG.
Würde Deutschland Aufmarschgebiet werden, wäre einer NATO-Simulation zufolge mit 1000 Verletzten pro Tag zu rechnen. Damit wäre die vorgehaltene Bettenkapazität der Bundeswehrkrankenhäuser und der assoziierten BG-Kliniken binnen 48 Stunden ausgelastet und zivile Einrichtungen müssten aushelfen. Bislang fehlt jedoch ein gemeinsamer Organisationsraum.
Die Forderung, Pflegebedürftige für die Finanzierung ihrer Heimkosten auch zum Rückgriff auf selbstgenutztes Wohneigentum zu zwingen, stößt in der Politik auf Widerstand. Das Schonvermögen habe seine Berechtigung, heißt es bei der Union. Und die Grünen würden zwar eine stärkere Belastung von Vermögenden begrüßen. Dies müsse aber über die Beiträge erfolgen.
Minister Lauterbach kündigt an, 2026 werde es keinen Beitragsanstieg in der GKV geben. Er dürfte hier auf das kurze Gedächtnis der Wähler setzen – denn in Kassenkreisen geht man unisono davon aus, dass das Versprechen unhaltbar ist. Es sei denn, die Krankenhausreform scheitert: Sie dürfte übernächstes Jahr mindestens 0,15 Zusatzbeitragspunkte kosten.
Die Medizintechnik-Branche warnt: Der hiesige Standort ist weiterhin stark gefährdet. Bei Energiepreisen, Innovationsfreundlichkeit und schnellem Marktzugang drohe Deutschland weiter an Boden zu verlieren. Verantwortlich gemacht werden dafür vor allem hausgemachte Probleme der Politik. Neu vorgeschlagen wird ein „digital, datenbasierter Versorgungskosmos“.
Die Beiträge zur Krankenkasse steigen 2025 sprunghaft an. Zwei Autoren der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung fordern deshalb in einem Positionspapier, das morgen veröffentlicht werden soll, mehr Preissignale für Versicherte. Mitautor des Papiers ist der G-BA-Chef Josef Hecken.
Mit Zuschüssen zu Pflege-Eigenanteilen sollen Pflegebedürftige mit kleineren Einkünften vor dem Gang zum Sozialamt bewahrt werden. Nun zeigt eine Studie im Auftrag der PKV, dass 70 Prozent der Rentnerhaushalte die Hilfe gar nicht nötig hätten, weil sie ihre Pflege bis zu fünf Jahren aus eigener Tasche zahlen könnten.
Wollen die Apotheker ihre Skonti zurück, müssten sie die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geplante Apothekenreform im Ganzen schlucken. Doch das lehnt die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände weiterhin ab. Was bedeutet die Hängepartie bei der Apothekenreform letztlich für die Versorgungslandschaft?
Ein Abwarten, ob sich Symptome bei Verdacht auf demenzielle Erkrankungen verschlechtern, kann sich künftig niemand leisten – die neuen Medikamenten-Arten verlangen ein proaktives Vorgehen, damit ein wirksamer Interventionszeitpunkt nicht verpasst wird. Expert:innen versprechen sich viel von neuer Diagnostik, warnen aber auch vor einer Zweiklassenmedizin.
Im Kern auf eine hausärztliche Honorarreform abgespeckt, sollte das Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz im parlamentarischen Verfahren wieder restauriert werden. Von diesem Plan scheint nicht mehr viel übrig – den Ampelfraktionen geht es nun vor allem darum, das Projekt abzuschließen. Doch welche Priorität hat es eigentlich noch?
Gesundheitsdaten sind eine wertvolle Quelle für die Forschung, doch auch die Industrie möchte profitieren. Dabei ist es laut Bundesdatenschutzbeauftragter Louisa Specht-Riemenschneider wichtig, die Daten im Dienst der Patient:innen zu nutzen. Darum, wie die Vereinbarkeit von Datennutzung und Datenschutz gelingen kann, ging es gestern beim Herbstforum.
Für gesetzlich Krankenversicherte wird es teuer: Die Beitragserhöhungswelle in der GKV in diesem Jahr wird auch 2025 weiter gehen. Darauf jedenfalls deutet die Prognose des Schätzerkreises hin, die nun vorliegt. Die Finanzexpertinnen und -experten sehen den durchschnittlichen Zusatzbeitrag im nächsten Jahr bei satten 2,5 Prozent.
Heute verabschiedet der Bundestag das KHVVG – stimmen die Länder demnächst für ein Vermittlungsverfahren, sinken die Chancen für die Reform. Nun machen die Unionsländer klar, den Vermittlungsausschuss anzustreben – und auch auf SPD-Seite drängt man auf weitere Zugeständnisse des Bunds. Viel hängt jetzt an der Auswirkungsanalyse.
Erstmals in der Geschichte konnten sich Unterhändler und BAS-Fachleute im Schätzerkreis nicht innerhalb der Beratungsfrist auf eine Prognose zur GKV-Finanzentwicklung im nächsten Jahr einigen. Eine Rolle könnte gespielt haben, dass der Finanzminister noch kein grünes Licht für die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze gegeben hat. Auch das gab es noch nie.
Bei der Anbindung an die Telematikinfrastruktur und der Umstellung auf den sicheren E-Mail-Dienst KIM liegen Pflegeeinrichtungen noch einige Steine im Weg. Um diese zu identifizieren und vor der verpflichtenden TI-Anbindung der Pflege Mitte 2025 aus dem Weg zu räumen, hat der GKV-Spitzenverband Modellprogramme wissenschaftlich begleiten lassen.
Um Organe postmortal entnehmen zu dürfen, müssen Ärzte bislang den Hirntod diagnostizieren. Die FDP im Bundestag plädiert nun dafür, den Spenderkreis zu erweitern und auch Entnahmen nach Herz-Kreislauf-Stillstand zu erlauben. Grüne, SPD und Union schwanken zwischen Ablehnung, Skepsis und Zustimmung.
Seit Sommer 2022 sind nicht-invasive Pränataltests unter bestimmten Voraussetzungen auch als GKV-Leistung abrechenbar. Doch die Tests drohen zu einer ethisch fragwürdigen Routine zu werden, weshalb sich eine fraktionsübergreifende Gruppe im Bundestag mit einem Antrag für ein Monitoring zu den Folgen einsetzt.
Neben neuen antimikrobiellen Medikamenten braucht es auch neue Impfstoffe gegen eine Vielzahl an Infektionskrankheiten, um der weltweiten Krise an Antibiotikaresistenzen (AMR) Herr zu werden. Pull-Mechanismen könnten dazu beitragen, dass notwendige Investitionen aufgebracht werden. Krebsexperten fordern nationale AMR-Pläne.
Seit bald einem halben Jahr ist der Deutsche Ethikrat weder arbeits- noch beschlussfähig: Die in sich zerstrittene Ampel schaffte es über Monate nicht, gemeinsame Personalvorschläge für das ehrenamtliche Sachverständigengremium vorzulegen. Jetzt endlich hat sich nach dem Parlament auch die Regierung auf Kandidaten geeinigt – im Umlaufverfahren.
Um alarmierende 13 Prozent ist 2023 die Zahl der Erstanträge auf Pflegeleistungen gestiegen. Seither hat sich der Anstieg zwar nicht weiter beschleunigt. Doch bleiben die Zuwächse in den Pflegegraden eins und zwei hoch, berichtet der MD und warnt davor, bei der Pflegefinanzreform mit härteren Kriterien für die unteren Pflegegrade zu reagieren.
Mit einem Änderungsantrag zur Krankenhausreform soll die Ambulantisierung vorangetrieben werden. Doch eine komplett neu aufgenommene Änderung des Paragraphen 115 f SGB V könnte die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser weiter schwächen und auch zu Versorgungsengpässen führen, fürchtet die Deutsche Krankenhausgesellschaft.
Künstliche Intelligenz wird bereits an diversen Stellen im Gesundheitssektor eingesetzt, etwa um radiologische Bilder besser auswerten zu können. Forschende sehen in der Technologie außerdem eine Chance, um Diagnostik und Therapien künftig verfügbarer zu machen. Das demokratisiere auch das Gesundheitssystem.
Bei der Versorgung höhergradiger Adipositas ist Deutschland gut aufgestellt, ist Matthias Laudes überzeugt. Die Herausforderung der nächsten Jahre sei die Prävention und Versorgung leichterer Fälle. Warum er das Gesunde-Herz-Gesetz trotz ausbleibender Präventionsgesetz-Novelle begrüßt, erklärt der Experte der Deutschen Adipositas Gesellschaft im Interview.
Die Verantwortung für die prekäre Finanzlage der Sozialen Pflegeversicherung wurde gestern wild zwischen Opposition und Ampelkoalition hin und her geschoben. Doch auch innerhalb der Regierungsfraktionen besteht keine Einigkeit darüber, wie künftig vorgegangen werden soll.
Das Gesundheitssystem in Deutschland ist aktuell auf einen Kriegsfall nicht gut vorbereitet. Es fehlt offensichtlich Personal, der Vorrat an Sanitätsmitteln scheint zu gering und auch die Kapazitäten zur Dekontamination sind nicht ausreichend. Wie lässt sich die Patientenversorgung auf solche Krisensituationen vorbereiten?
In den skandinavischen Ländern ist Teilarbeitsfähigkeit seit vielen Jahren fester Bestandteil des Gesundheitssystems. Komplette Arbeitsunfähigkeiten sind gesunken, vor allem im Bereich der psychischen und episodischen Erkrankungen. Das deutsche Gesundheitssystem sieht sie bisher in dieser Form nicht vor, Überlegungen dazu gibt es allerdings schon.
18 Abgeordnete des EU-Parlaments sprachen in der gestrigen Plenardebatte zur Überarbeitung der EU-Medizinprodukteverordnung – und fast alle forderten eine zügige Überarbeitung des Rechtsrahmens. Aber die Vizepräsidentin der EU-Kommission dämpfte die Erwartungen.
Bis zum Ende der Legislatur bleibt nicht mehr viel Zeit für die großen Strukturreformen. Darum erhöhen Gesundheitsminister Karl Lauterbach und die Ampelfraktionen nun das Tempo bei der Krankenhaus- und Notfallreform. Kritik kommt von der Opposition, die von einem „handwerklich ausgesprochen amateurhaften Vorgehen“ spricht.
Die nächste Grippewelle steht vor der Tür – und die vorherige Saison mit einer stark gestiegenen Quote an schweren Influenza-Verläufen lässt nichts Gutes erahnen. Was Experten besonders beunruhigt, ist die sinkende Bereitschaft, sich impfen zu lassen. Wie eine Befragung belegt, herrscht diesbezüglich selbst unter Klinikbeschäftigten gefährliches Unwissen.
Der Weg zur Verabschiedung des KHVVG im Bundestag scheint mit der Einigung auf mehr als 50 Änderungsanträge durch die Ampelfraktionen geebnet. Doch das letzte Wort haben die Länder – und das voraussichtlich am 22. November. Die Fraktionen wollen sie mit der Umsetzung der Protokollerklärung zur Zustimmung bewegen.
Mit der Cannabislegalisierung ist der Bundesregierung zumindest ein großes Projekt ihrer drogenpolitischen Agenda gelungen. Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung zeigt sich bei seiner vermutlich letzten Jahrestagung aber verärgert über verpasste Chancen. Globale Trends und mangelnde Finanzierung setzen das System zunehmend unter Druck.
Heute debattiert der Bundestag erstmals über Lauterbachs Pläne für die geplante Notfallreform. Doch ohne gleichzeitige Strukturverbesserungen beim Rettungsdienst funktioniere das Ganze nicht, mahnen Experten. In einem Papier drängen sie auf mehr Vereinheitlichung, bundesweite Standards und Kompetenzausweitungen für Sanitäter, um die Notärzte zu entlasten.
Die desolate Lage der Pflegeversicherung rückt in den öffentlichen Fokus, Minister Lauterbach verspricht erneut die große Reform. Sollte sie kommen, zeichnen sich jetzt schon die Konfliktlinien in der Ampel ab.
Je eingebundener sich Beschäftigte in ihrer Firma fühlen, desto seltener werden sie krank oder tragen sich mit Wechselabsichten. Das belegt der Fehlzeiten-Report der AOK, der heute präsentiert wird. Gleichzeitig sind die Krankenstände so hoch wie nie. Für einen Missbrauch der telefonischen Krankschreibemöglichkeit gibt es aber keine Hinweise.
Im Bereich Gendermedizin gibt es noch viel zu tun: Da sind sich Niedergelassene und Politikerinnen einig. Wichtig ist dafür einerseits eine geschlechtersensible Behandlung, andererseits muss die Gesundheitsforschung um die Kategorie des Geschlechts erweitert werden. Die Bundesregierung hat Pläne, um den Gender Health Gap zu schließen.
Endometriose, Lipödem oder vestibuläre Migräne: Im Fokus des diesjährigen Schmerzkongresses in Mannheim stehen hoch relevante, aber oft zu spät diagnostizierte und unterversorgte Krankheitsbilder, unter denen vor allem Frauen leiden. Die Kongresspräsidenten Dagny Holle-Lee und Joachim Erlenwein appellieren nun an die Politik, tätig zu werden.
Korrekturen im Hinblick auf Preisgestaltung und Zulassungsprozess, eine bessere Einbindung von Digitalen Gesundheitsanwendungen in die bestehende Versorgung und eine Überarbeitung des DIGA-Verzeichnisses: Das fordert der Verband der Ersatzkassen in einem Eckpunktepapier, das heute veröffentlicht werden soll.
Mit dem Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz soll die Gründung kommunaler medizinischer Versorgungszentren (MVZ) erleichtert werden. Das steht im aktuellen Entwurf, der am Dienstag Gegenstand der Berichterstattergespräche sein soll. Doch was wird aus den umstrittenen, investorengeführten MVZ?
Für kommenden Mittwoch ist die erste Lesung zur Notfallreform im Bundestag angesetzt. Ein kleiner Erfolg für Lauterbach. Doch die Gegenäußerung der Bundesregierung zur Bundesratsstellungnahme zeigt, dass es noch viel Diskussionsstoff gibt – etwa im Hinblick auf die Standortbestimmung und Kostenstruktur der Integrierten Notfallzentren.
Mit Milliarden unterstützt die EU Gesundheitssysteme in den Partnerländern – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Hohe Verwaltungskosten, mangelhafte Bedarfsanalysen, ausbleibende Wartung und fehlende Ausstiegsstrategien: All das kritisiert der Europäische Rechnungshof in einem Sonderbericht, der auch etliche Empfehlungen an die EU-Kommission enthält.
Das Pflegekompetenzgesetz kommt dem am 6. November geplanten Kabinettsbeschluss mit der heutigen Fachanhörung einen Schritt näher. Die Leitidee des Gesetzes, Pflege mehr Verantwortung in der Versorgung zu übertragen, wird grundlegend begrüßt. Trotzdem sehen die Verbände noch Nachbesserungsbedarf.
EU-HTA, flickenhafte Regulierung von Cannabis und Psychedelika sowie das Großprojekt EHDS: Die Europäische Arzneimittelagentur EMA begleitet aktuell viele Themen, die zu besserer Versorgung führen könnten. Chief Medical Officer Steffen Thirstrup spricht im Interview über schwer regulierbare Arzneimittel und seine Hoffnung auf mehr Arbeitsteilung.
Sprachlos und besorgt seien die Labore in Deutschland angesichts der beschlossenen Abwertung der Kostenerstattungen für kurative Labordiagnostik. Noch einmal versuchen die Interessensvertretungen eine Aussetzung der Beschlüsse zu erwirken, um gemeinsam eine Lösung zu finden.
Während die Republikaner im Wahlkampf gesundheitspolitisch offiziell einen fast schon leisen Ton anschlagen, brodeln aus ihrem Präsidentschaftskandidaten scharfe Forderungen zu drastischen Maßnahmen hervor – insbesondere die Pharmaindustrie betreffend. Bei manchen Zielen sind sich das Trump- und Harris-Lager einig – bei den Wegen dahin eher nicht.
Der Herbst ist da und mit ihm die erste Erkältungswelle und die Frage: Reichen die Arzneimittel in dieser Saison? Das Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz hat die Probleme bisher nicht an der Wurzel gepackt, klagt der Pharmaverband Pro Generika.
Die Gesundheitsminister:innen der Länder formulieren etliche, aber sehr übereinstimmende, Änderungswünsche am Entwurf des Gesunden-Herz-Gesetzes. NRW kündigt einen Entschließungsantrag im Bundesrat an; Unterstützung wird parteiübergreifend bereits signalisiert. Keinen Rückhalt gibt es derweil für den jüngsten Vorstoß, das Gesetz zu verschieben.
Überaus technisch und irgendwie ominös – so werden die Implikationen von EHDS, AI Act und EU-MDR sowie IVDR aktuell wahrgenommen. Denn es hängt nun vor allem von der konkreten Umsetzung ab, ob es schädliche Wechselwirkungen geben wird oder ob Synergien und Harmonisierung für Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und bessere Behandlung sorgen.
Einsparungen für Gutverdiener, Mehrkosten für den Rest: Mit seiner Blockade bei der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen verschärft Finanzminister Lindner den Konfrontationskurs mit den Ampelpartnern. Die DAK geht davon aus, dass nun eine zusätzliche Anhebung um 0,1 Prozentpunkte in der GKV folgen könnte.
Eine zersplitterte Leistungsträgerlandschaft und schlecht erfüllte Gesetzesvorhaben führen dazu, dass Betroffene ihren Leistungsanspruch, etwa bei Rehabilitation oder Hilfsmitteln, nicht immer ohne Probleme geltend machen können. Über Lösungen für Teilhabehemmnisse diskutierten gestern Politiker mit Vertretern von Ministerien und Leistungserbringern.
Die zunehmende Hitze wird zum wachsenden Gesundheitsrisiko – besonders für Kinder und Jugendliche. Das zeigt der aktuelle DAK-Kinder- und Jugendreport. Dreiviertel von ihnen leiden bei Hitze, etwa unter Schlafproblemen oder Kreislaufbeschwerden. Deshalb fordern Ärzt:innen einen adäquaten Klima- und Hitzeschutz als Gesundheitsschutz.
Ein neuer WHO-Bericht zeigt große Unterschiede in der Region Europa in Bezug auf Versorgungsqualität und Patient:innensicherheit. Dabei gibt es gute Argumente aus der Forschung für mehr Fokus auf das tatsächliche Behandlungsergebnis. Erste Erfahrungen in den Ländern sind vielversprechend, zeigen abr auch, dass das Unterfangen aufwändig ist.
Resigniert reagiert Ärztepräsident Klaus Reinhardt auf den Protest der Verbände gegen den mit der PKV konsentierten Entwurf für eine neue privatärztliche Gebührenordnung – sie sollen nun mehr Zeit bekommen, sich zu dem Vorschlag zu positionieren. Die Chancen für eine GOÄ-Novelle in dieser Legislaturperiode sinken zusehends.
Auch wenn Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nicht müde wird, zu betonen, dass der Zeitplan für die große Krankenhausreform gehalten werde, spricht einiges dagegen. Aktuell gibt es etwa Probleme bei der Entwicklung des Leistungsgruppengroupers, der Voraussetzung für die versprochene Auswirkungsanalyse ist.
Gesundheit als Investition mit guter Rendite in Form einer produktiveren Gesellschaft – das hört sich wie ein gutes Argument an in Zeiten knapper Ressourcen. Ein Versuch von Belgien, Slowenien und Österreich, einen EU-Hub für Beratung zu nationalen Gesundheitsreformen zu starten, hängt nun dennoch wegen des knappen Haushalts am seidenen Faden.
„Deutschland, wie es isst“: Im neuen Report des Bundeslandwirtschaftsministeriums äußern die Verbraucherinnen und Verbraucher klare Vorstellungen, wie sie sich ihre Ernährung vorstellen. Siegel und Kennzeichnungslabel spielen dabei ebenso eine Rolle wie Mengen von Zucker und Fleisch. Befindet sich Deutschland damit politisch auf Kurs?