Der Weg in eine Richtlinienpsychotherapie führt über die psychotherapeutische Sprechstunde und die probatorischen Sitzungen. An welchen Stellen welche Wartezeiten entstehen, ist Gegenstand einer Analyse des Verbandes der Ersatzkassen. Dessen Befund: Insgesamt sei die Versorgung besser als ihr Ruf.
Die Mitarbeiter der UPD müssen krisenbedingt immer mehr psychosoziale Beratung leisten. Das geht aus dem Jahresbericht der gemeinnützigen GmbH hervor, die Anfang 2024 zur Stiftung werden soll. Ansonsten besonders auffällig: die Not pflegender Angehöriger und die Odyssee, die viele Patienten inzwischen hinlegen müssen, um behandelnde Ärzte zu finden.
Für das laufende Jahr hatte Minister Lauterbach eine Flut an Gesetzen angekündigt, bis jetzt wartet man vergeblich. Was ist bis zur Sommerpause noch zu erwarten – und wie kann Lauterbach auf den Stau im Finanzministerium reagieren?
Seit einem halben Jahr gehört die Zusatzpauschale für Erstverordnung von DiGA der Vergangenheit an. Während die Selbstverwaltung von einem üblichen Vorgang spricht, kritisieren Hersteller weniger Beratungsmöglichkeit für Leistungserbringer. Könnten spezielle DiGA-Fachkräfte diese Lücke fülllen?
Um die Arzneimittellieferengpässe in Zukunft wirksam bekämpfen zu können, braucht es nach Ansicht vieler weitergehende Maßnahmen als derzeit im ALBVVG vorgesehen. Ein Ausblick auf die für heute angesetzte Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages.
Die Dysfunktionalität des EU-Portals CTIS zur Registrierung klinischer Arzneimittelstudien gefährde den EU-Forschungsstandort, warnen Industrie und Wissenschaftler seit Monaten. Nun zeigt sich: Seit der verpflichtenden Nutzung von CTIS ist die Zahl der eingereichten Anträge merklich zurückgegangen. Einen Trend kann das BMG jedoch nicht erkennen.
In der Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen wurden in den vergangenen zehn Jahren zwar Fortschritte gemacht, doch von einer teilhabezentrierten Versorgung ist Deutschland noch weit entfernt. Wo liegen die Chancen und Grenzen der Prävention?
Die Neuregelung der Suizidhilfe gerät zum Kopf-an-Kopf-Rennen: Zwei der drei interfraktionellen Gruppen im Bundestag haben ihre Gesetzentwürfe fusioniert. Am Dienstag wird der neue Entwurf in der BPK vorgestellt. Unterdessen halten die Parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktionen eine zweite und dritte Lesung noch vor der Sommerpause für machbar.
Lars Lindemann übt sich in spannendem Spagat. Einerseits als Abgeordneter im Bundestag, der bei der Reform der Sozialen Pflegeversicherung mittun darf. Andererseits als bezahlter Aufsichtsrat bei einem führenden Anbieter für Privatvorsorge, der von den Lücken gesetzlicher Absicherung profitiert. Interessenkonflikte sieht der FDP-Politiker dennoch nicht.
Allein fast 8.000 Kinder werden in Deutschland jährlich Opfer körperlicher Misshandlungen. In immer mehr Zahnarztpraxen wird diese anhand eines forensischen Befundbogens für Gerichtsverfahren rechtssicher dokumentiert. Die Nachfrage nach entsprechenden Schulungen ist unter den praktizierenden Ärzten hoch.
Medizinerinnen und Mediziner von Ärzte ohne Grenzen versorgen Menschen in Krisengebieten seit Jahrzehnten unter prekären Bedingungen. Doch nun bringen die Folgen des Klimawandels, gepaart mit kriegerischer Gewalt und Angriffen auf medizinische Einrichtungen, die Hilfsorganisation vielerorts an ihre Grenzen. Da helfen auch Spenden auf Rekordniveau wenig.
Die Behandlung von Allergien mit nicht amtlich auf Wirksamkeit getesteten Mitteln soll nun doch im Jahr 2026 ein Ende haben. Es gebe keine Rechtsgrundlage für eine weitere Verlängerung von Übergangsfristen, teilt die Bundesregierung auf Anfrage der Unionsfraktion mit.
Aus Sicht von Krankenhausmanagern ist eine Cyberversicherung inzwischen „genauso elementar wie die Haftpflichtversicherung für Behandlungsfehler“. Nur: Der Abschluss einer entsprechenden Police ist für Krankenhäuser nicht immer einfach. Es stellt sich einmal mehr die Ressourcenfrage. Manche Kliniken haben sich daher in einem Pool zusammengeschlossen.
Seit ihrer Einführung warnen Krankenhauslobbyisten und Fachverbände vor den Folgen der „Personalausstattung in Psychiatrie und Psychosomatik-Richtlinie“ (PPP-RL). Nun sollen die bisher ausgesetzten Strafzahlungen ab Januar 2024 einsetzen. Die Betroffenen befürchten horrende Strafzahlungen bis hin zu Klinikschließungen, wie ein Positionspapier zeigt.
Die vom Bundesgesundheitsministerium geplante Opt-out-ePA soll das Herzstück der Gesundheitsdatennutzung werden. Dass es aber mehr als ein starres Zustimmungskonzept braucht, fasst Acatech in einem heute erscheinenden Impulspapier zusammen. Neben einer differenzierten Datenfreigabe und einer höheren Datenqualität fordern sie mehr Kommunikation.
Deutsche Apothekerverbände und Bundesgesundheitsministerium liefern sich vor dem morgigen Tag der Apotheke einen Schlagabtausch. Den Apotheken gehe es durch Zuschläge und Honorarsteigerungen gut, so das BMG. Die ABDA kontert mit Vorabzahlen zum heutigen Bericht. Demnach seien die Einnahmen zwar gestiegen – gleichzeitig aber auch die Kosten.
Das geplante ALBVVG braucht eine bessere europäische Abstimmung, fordert der EU-Politiker Liese. Ärzte- und Apothekervertreter plädieren zudem dafür, die Industrie stärker in die Pflicht zu nehmen. Sonst sei den Lieferengpässen auch weiterhin nicht beizukommen.
Noch immer kämpft der IT-Dienstleister Bitmarck mit den Folgen eines schweren Cyberangriffs. Der Fall zeigt, wie Zentralisierung in kritischen Bereichen zum Systemrisiko werden kann. Außerdem wird klar, dass es mit der IT-Sicherheitsregulierung in Teilen des Gesundheitswesens noch nicht weit her ist. Schon bald könnte nachgeschärft werden.
Mehrere AOKs sind von einer Software-Sicherheitslücke betroffen. Während das BSI einen Datenabfluss beobachtet, erklärte ein AOK-Sprecher gestern, dass die Kassen nach aktuellen Erkenntnissen nicht betroffen seien.
Sechs Jahre nach der Legalisierung von Cannabis als Medizin befinden sich Hersteller, Importeure und Mediziner:innen immer noch in einer Nische: Wegen fehlender Zulassungen und Leitlinien stehen Kassen und Ärzteschaft dem Produkt skeptisch gegenüber. Auf dem vierten Medicinal Cannabis Congress zeigten Expert:innen die Potenziale der Pflanze auf.
Laut GKV-Spitzenverband genügen für Deutschland 1247 Kliniken. Die restlichen 428 Krankenhäuser müssten erklären, „warum sie gebraucht werden und unnötig Fachkräfte binden“, sagt Vorständin Stefanie Stoff-Ahnis. Die DKG ärgert diese Festlegung, sie spricht von unsachlichen „Zahlenspielereien“.
In der GKV mehren sich die Stimmen, die von der Bundesregierung ein resolutes Auftreten gegenüber der Pharmaindustrie fordern. Würde sich die Entwicklung linear fortsetzen, sei das System bald nicht mehr zu finanzieren. Die Maßnahmen des ALBVVG, so die Klage, wirken in die falsche Richtung.
Bei zentralen Entscheidungen der Politik fühlen sich die Pflegenden nach wie vor nicht ausreichend eingebunden. Dabei setzt sich der Deutsche Pflegerat seit mittlerweile 25 Jahren für eine Aufwertung des Pflegeberufs ein. Zum Festakt kam auch Bundesgesundheitsminister Lauterbach, sorgte aber nicht unbedingt für Begeisterung.
Die Finanzlücke der Gesetzlichen Krankenversicherung ist weniger schlimm als befürchtet. 2023 wird sie komplett geschlossen, 2024 ist ein Minus von 3,5 bis sieben Milliarden zu erwarten. Doch gelöst wurde das Problem vor allem durch stärkere Belastung der Beitragszahler. So könne es nicht weitergehen, mahnt die Chefin des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer.
Ortskrankenkassen und Knappschaft haben das erste Quartal mit einem leichten Minus abgeschlossen. Bei der zwei Fünftel des GKV-Marktes abdeckenden AOK stiegen die Leistungsausgaben deutlich weniger an als im Vorjahr. Der nach Corona erwartete Ausgabenboom bleibe offenbar aus, so AOK-Vorstandschefin Reimann. Entwarnung will sie trotzdem nicht geben.
Bund und Ländern sei ein Durchbruch für die Krankenhausstrukturreform gelungen, so Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und meint damit die Einigung auf eine Grundstruktur. Doch mit Blick auf die Finanzierung gibt es weiterhin noch einige offene Fragen.
Bevölkerung und Ärzteschaft müssen ihr Bewusstsein auf vormals als Tropenkrankheiten eingestufte Infektionen erweitern. Unter anderem zu diesem Ergebnis kommt ein Sachstandsbericht von insgesamt elf Einrichtungen, der den Einfluss des Klimawandels auf Infektionskrankheiten und Antibiotikaresistenzen beleuchtet.
Bis Ende 2022 wollte die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag einen Aktionsplan „für ein diverses, inklusives und barrierefreies Gesundheitswesen erarbeiten“. Damit wurde noch nicht einmal begonnen, geht aus der Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Union hervor. Der frühere Behindertenbeauftragte Hubert Hüppe (CDU) sieht Handlungsbedarf.
Experten sprechen bereits von einer Mental-Health-Pandemie – und betroffen scheinen vor allem Mädchen im Teenageralter. Einer DAK-Studie zufolge hat sich die Zahl der 15- bis 17-Jährigen, die wegen Angststörungen in Kliniken behandelt wurden, in den Coronajahren um 35 Prozent erhöht. Noch extremer war der Anstieg bei Essstörungen. Doch was ist mit den Jungs?
Auf den letzten Drücker gibt Karl Lauterbach seine Vorschläge für eine langfristige Stabilisierung der GKV-Finanzen in die regierungsinternen Beratungen. Die Koalitionäre laufen sich schon mal warm für die anstehende Debatte – Plädoyers für Beitragsbemessungsgrenzen aber fehlen erst einmal.
Die 1000 in den Eckpunkten des Bundesgesundheitsministeriums geplanten Gesundheitskioske in ganz Deutschland scheinen angesichts leerer Kassen nicht finanzierbar. Auch deshalb hängt das Versorgungsgesetz I aktuell in der Warteschleife fest. Eine Änderung der Planungsgröße könnte dieses Problem schnell lösen.
Die US-Metropole Chicago nutzt öffentliche Daten, um die Gesundheit in ihren Stadtvierteln zu analysieren. Dafür hat die dortige Verwaltung ein eigenes Kartierungstool entwickelt. Lokale Projekte in Stadtteilen orientieren sich an den Ergebnissen aus dem Gesundheitsatlas.
Medizinalcannabis kommt bei verschiedenen Indikationen zum Einsatz, doch bei psychischen Erkrankungen ist der Nutzen nach wie vor nicht ausreichend untersucht. Ein großer Streitpunkt ist und bleibt der Einsatz von Cannabis zur Behandlung von ADHS. Was spricht dafür, was dagegen?
Eigentlich müssen sich Psychotherapeut:innen nicht mit Regressen herumschlagen, denn das Antrags- und in vielen Fällen auch Gutachterverfahren sorgen für Rechtssicherheit. Das soll nun geändert werden. Eine kleine Anfrage enthüllt Verzögerungen in diesem Verfahren und ruft zudem Kritik auf den Plan.
Die Forschung an mRNA-Impfungen gegen Krebs haben durch die Pandemie neuen Schwung bekommen. Moderna will bereits in ein paar Jahren ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Offen ist bis dahin die Frage, ob dazu auch in Deutschland geforscht werden könnte.
Aus Protest gegen zu geringe Vergütungen haben viele HNO-Ärzte Behandlungen bei Kindern ausgesetzt. Die Effekte für die Betroffenen sind gravierend. Wie die Politik gegensteuern will. Welche Maßnahmen planen Politik und Kassen nun?
Noch verhandelt der Bund die Schritte für Klinik-Klassifizierung, breite Widerstände aus den Ländern gibt es gegen die Leveleinteilung. Ein Vorstoß Lauterbachs könnte jetzt Feuer in die Debatte bringen: Eine Transparenzliste zur Qualität jedes einzelnen Hauses. Die Länder wehren sich, der Minister besteht auf den Schritt.
Bereits vor zwei Jahren erklärte Emmanuel Macron E-Health und Cybersicherheit im Gesundheitswesen zur „nationalen Priorität”. Eine Roadmap soll zudem das Gesundheitssystem bis 2027 weitgehend digitalisieren und Sicherheitslücken schließen. Man wolle „schneller und an vorderster Front” agieren.
Arzneimittelmarktregulierung ist eine hohe Kunst, der sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach angesichts von Lieferengpässen, leeren Kassen und einer wirtschaftlichen Rezession stellen muss. Während Roche gegen sein Finanzstabilisierungsgesetz vor das Verfassungsgericht zieht, kritisiert die Techniker Krankenkasse die Marktstrategien der Hersteller.
Die Krankenhausreform ist eine extrem schwere Geburt, doch Bund, Länder und auch Krankenkassen betonen die Notwendigkeit einer Einigung. Unterdessen legte die Deutsche Krankenhausgesellschaft ein Gutachten vor, wonach die Regulierung der Krankenhausvergütung verfassungsmäßig ist.
Jens Spahn kritisiert die stagnierende Produktivität des Industriestandortes Deutschland – und will dem mit Clusterbildung und Steuermaßnahmen entgegenwirken. Pharmavertreter fordern ein industriepolitisches Jahrhundertprojekt. Und Wirtschaftsminister Habeck will darauf hinwirken, dass Genehmigungsverfahren „schlanker und schneller“ werden.
Minister Lauterbach hat die Gematik in ein Führungsvakuum versetzt. In der Branche und der Ampel sorgt die Ungewissheit für Frust – eindeutige Aussagen beim BMG zur Zukunft von Markus Leyck Dieken sind weiterhin Fehlanzeige. Was bedeutet das für den Fortgang der Digitalisierungsstrategie?
Die Politik hat über zwei Legislaturperioden unter dem Eindruck steigender Beitragseinnahmen etliche Kostenbremsen im Gesundheitswesen gelockert. Karl Lauterbach setzt diesen Kurs fort – und nimmt dafür wachsende Defizite und steigende Beitragssätze in Kauf. Ist es Zeit, das Wettbewerbsprinzip wieder zu stärken?
Das versprochene Entlastungsbudget für pflegende Angehörige hat es nun doch in Karl Lauterbachs Pflegereform geschafft. Allerdings kommt es erst in zwei Jahren – und die Leistungsdynamisierung im Jahr 2025 fällt noch magerer aus. Mit diesem Kompromiss gehen die Ampel-Fraktionen in die Bundestagsabstimmung am Freitag. Von Experten hagelt es heftige Kritik.
Die Arzneimittel-Engpässe haben sich auch nach dem Winter nicht in Luft aufgelöst und betreffen mittlerweile auch wichtige Antibiotika. Die Stärkung der Lieferkettenresilienz wäre durch verschiedene Maßnahmen realisierbar, so der Verband Pro Generika, der sich auf eine neue Studie stützt. Das ALBVVG gehe hingegen nicht weit genug.
Es muss nicht immer das Krankenhaus auf der grünen Wiese sein. Im dänischen Køge macht die Region Seeland aktuell ein einfaches Regionalkrankenhaus zu einem Universitätsklinikum. Und setzt bei der Logistik auf Roboter im Keller. Ein Baustellenbesuch.
Dem Vorhaben von Karl Lauterbach, die Gründung investorenbetriebener MVZ zu erschweren, sind juristisch enge Grenzen gesetzt. Zu diesem Befund kommt ein Rechtsgutachten, das morgen präsentiert wird. Versorgungszentren mit dem Argument zu verbieten, dass damit bestimmte Marktanteile überschritten würden, wäre demnach beispielsweise nicht möglich.
Das BMEL hat einen im Vergleich zur ersten Fassung nahezu unveränderten Entwurf seines geplanten Kinder-Lebensmittel-Werbegesetzes in die Ressortabstimmung gegeben – und erntet dafür harsche Kritik aus der FDP. Kommende Woche soll es ein Treffen der in den beteiligten Ministerien zuständigen Abteilungsleiter geben.
Krebs, übertragbare Krankheiten, künftige Pandemien: Die EU mischt an vielen Fronten mit, geht es um die Verhinderung künftiger Gesundheitsgefahren. Um Regulierungen wissenschaftlich zu untermauern, forschen EU-Wissenschaftler an sechs Standorten. Ein Ortsbesuch im italienischen Ispra.
Das Bundesgesundheitsministerium konkretisiert seinen Basisvorschlag zur Krankenhausreform in Eckpunkten, die morgen bei dem vertraulichen Kaminabend mit den Landesvertretern diskutiert werden sollen. Darin enthalten sind weitere Zugeständnisse an die Länder, doch ein großer Knackpunkt bleibt.
Eiman Tahir behandelt seit zwölf Jahren genitalverstümmelte Frauen. Nun häufen sich die Regressforderungen aus mehreren Jahren, die KV Bayern lässt nicht mit sich reden. Im Interview erzählt die Ärztin, warum ihre Patientinnen so behandlungsintensiv sind, warum Genitalverstümmelungen eine Versorgungslücke sind und warum sie kurz vor dem Aus steht.
Der Anteil von Biopharmazeutika an den im Jahr 2022 in Deutschland vermarkteten Arzneimitteln ist erneut gewachsen. Der Biotech-Report „Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2023“ kennt auch nach mehr als zehn Jahren nur eine Richtung: nach oben. Doch bereits im laufenden Jahr wird das stetige Wachstum enden.
Die Früherkennung von Prostatakrebs mithilfe des prostataspezifischen Antigens ist umstritten – und in den meisten Industrienationen eine Selbstzahlerleistung. Ein gewaltiger Fehler der gesundheitspolitischen Entscheidungsträger, meinen internationale Wissenschaftler. Überdiagnosen und -behandlungen ließen sich mit einem nationalen Screening reduzieren.
Denkbar knapp glückt dem Ärztepräsidenten die Wiederwahl. Das Votum ist auch ein Auftrag an den Hausarzt Reinhardt, die Belange der angestellten Ärzte stärker zu berücksichtigen. Und gleichzeitig Stimme zu sein für die Niedergelassenen, die sich zunehmend in der Defensive fühlen.
Im Winter 2022 brachte eine schwere RSV-Infektionswelle Kinderkliniken an den Rand des Kollaps. Die nächste RSV-Saison könnte glimpflicher verlaufen – dank der ersten RSV-Prophylaxe für alle Kinder, die nun auf den Markt kommt. Doch infolge einer gesetzlichen Regelungslücke kann sie nicht erstattet werden. Das BMG könnte eingreifen, tut dies aber nicht.
In der bisher größten Studie zur Situation der häuslichen Pflege in Deutschland beschreiben Wissenschaftler die enormen Probleme pflegender Angehöriger. Viele sind überlastet, gesundheitlich angeschlagen, finanziell unter Druck – und ohne Hilfe von außen. So könne das nicht weitergehen, meint VdK-Präsidentin Verena Bentele.
Ist es ein Recht auf Krankheit oder vielmehr ein Recht auf Nichtbehandlung und damit auf Autonomie? Diese Frage treibt vor allem die Psychiatrie um, denn mangelnde Krankheitseinsicht ist Symptom vieler psychischer Krankheiten. Die dominante Meinung in der Psychiatrie geht in Richtung Zwangsbehandlung und -einweisung, allerdings mit mehr Partizipation.
Nicht nur wegen eines nach wie vor völlig offenen Präsidentschaftsrennens steht der diesjährige Ärztetag im Zeichen der Ausbalancierung ambulanter und stationärer Strukturen. Minister Lauterbach verspricht ein Gelingen der Krankenhausstruktur. Und erntet scharfe Reaktionen aus der Ampel sowie Enttäuschung bei den Delegierten des Ärzteparlaments.
Ein monoklonaler Antikörper von Sanofi schützt Säuglinge vor schweren RSV-Infektionen. Nirsevimab wirkt wie eine Impfung, ist aber rechtlich ein Arzneimittel. Das Problem: Arzneimittel zur Primärprävention sind derzeit nicht erstattungsfähig. BMG, G-BA und GKV könnten die Regelungslücke bis zum Start der RSV-Saison schließen – wenn sie denn wollten.
Weniger Komplikationen für chronisch Kranke, eine geringere Zahl von Klinikeinweisungen und niedrigere Kosten: Im Vergleich zur Regelversorgung schneidet die freiwillige hausarztzentrierte Versorgung deutlich besser ab. Verbreitet ist sie vor allem bei AOK-Versicherten in Baden-Württemberg. Allerdings wünscht man sich dort noch mehr Unterstützung vom Bund.
Noch ist die konkrete Umsetzung des Europäischen Gesundheitsdatenraums offen. Mitgestalten will nun auch ein Bündnis unter der Federführung der Strategie- und Rechtsberatung Dierks+Company. Letztlich sei die Umsetzung in Deutschland entscheidend.
In der Diskussion um die Krankenhausstrukturreform hat sich die Geburtshilfe bereits als ein Sonderfall herausgestellt. Der Deutsche Hebammenverband plädiert nun sogar für die Einführung von zwei getrennten Leistungsgruppen und wirbt auf seinem Jahreskongress nicht nur hierfür um Unterstützung.
Die Chefin des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, wünscht sich mehr Unterstützung des Kanzleramts für die versprochenen Reformen der Kranken- und Pflegeversicherung. Und der Finanzminister müsse seine Haltung dringend überdenken, fordert sie im Interview. Den Beitragszahlern dürfe nicht alles aufgebürdet werden.
Noch hat Bitmarck mit den Auswirkungen des Anfang Mai öffentlich gewordenen Cyberangriffs zu kämpfen. Doch läuft erst einmal die Technik wieder, beginnt die politische Aufarbeitung des Falls. Es geht um schlecht gesicherte Systeme und die Frage nach den Sicherheitsvorkehrungen der Zukunft.
Zum Tag der Pflegenden legt das Bundesgesundheitsministerium eine Studie zur Arbeitsplatzsituation in der Akut- und Langzeitpflege vor. Daraus wird ersichtlich, was jetzt noch getan werden kann, um aus dem Krisenmodus herauszukommen.
Der Klimawandel verstärkt den Handlungsdruck auf Kommunen, Gesundheitsaspekte stärker in die Stadtplanung mit einzubeziehen. Daten aus verschiedenen Ressorts könnten dabei helfen. Einige Kommunen setzen zudem auf digitale Beteiligung, um die Bedürfnisse der Bürger:innen zu erheben.