Der Caritasverband schlägt Alarm: Beim größten Arbeitgeber im Pflegesektor klagen neun von zehn Einrichtungen, dass sie kaum noch Fachkräfte finden. Ein Problem ist die Altersstruktur; in den nächsten zehn Jahren gehen 200.000 Beschäftigte in den Ruhestand. Helfen sollen nun eine Ausbildungsoffensive und innovative Modelle für mehr Berufszufriedenheit.
Stärkere Belastung der Beitragszahler oder mehr Patientensteuerung – die Debatte könnte das gesundheitspolitische Thema der nächsten Bundestagswahl werden. Die Union wird mit dem Vorschlag einer Notaufnahmegebühr nun konkret – und greift damit ein Thema auf, das nicht nur in der Ärzteschaft schwelt.
Seit bald drei Wochen kämpft einer der größten IT-Dienstleister im Gesundheitswesen mit den Folgen einer Cyberattacke. Für viele Kassen, die Kunde bei der Bitmarck sind, bedeuten dessen Abwehrmaßnahmen, dass sie ihren Job immer noch ganz oder teilweise nicht machen können. Inzwischen stehen mögliche Schadenersatzforderungen im Raum.
Elektronische Patientenjournale und Gesundheits-Apps gibt es wohl Zehntausende in Europa. Wie aber können Unternehmen sie auf den Markt bringen, ohne dass sie bankrottgehen – und wie können Ärzt:innen und Krankenhausverwaltungen erkennen, welche Anwendungen sinnvoll sind? Diese Fragen diskutierten Start-ups und Gesundheitsdienstleister in Kopenhagen.
Das geplante Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz fällt auch in der öffentlichen Anhörung im Bundestag komplett durch. Die starke Belastung der pflegenden Angehörigen, die prekäre finanzielle Situation der sozialen Pflegeversicherung, der Personalmangel und das sich beschleunigende Heimsterben – keines dieser Probleme werde damit nachhaltig gelöst.
CMV ist eine für Schwangere häufig unterschätzte Infektion. Dabei können Medikamente nur im Off-Label-Use angewendet werden – und die Kosten belaufen sich schnell auf 10.000 Euro, welche die Krankenkassen nur ungern übernehmen. Eine Verfassungsklage soll nun Klarheit schaffen.
Für die Krankenhausreform sieht es düster aus. Schon bei dem Kernstück der geplanten Reform, der Leveleinteilung, gibt es Unstimmigkeiten zwischen Bund und Ländern. Dabei macht das Bundesgesundheitsministerium im Diskussionsentwurf des Basisvorschlags viele Zugeständnisse.
Zur Selbstbestimmung gehört das Recht, dem eigenen Leben ein Ende zu setzen und dazu Hilfe in Anspruch zu nehmen, urteilte das Verfassungsgericht. Was aber, wenn es Zweifel gibt an der Selbstbestimmung? Wenn der Todeswunsch womöglich nicht Ausdruck des freien Willens, sondern Symptom einer Erkrankung ist? Dies beschäftigt Parlament, Gerichte und Psychiater.
Susanne Johna, bisher Chefin des Marburger Bundes, möchte Ärztepräsidentin werden – und stellt sich dafür nächste Woche zur Wahl. Im Interview erläutert sie ihre Beweggründe. Die 57-Jährige will „echte Reformen“: bessere Versorgungssteuerung, weniger Bürokratie, digitale Entlastung, ein Gesetz zur Suizid-Prävention. Und mehr Druck auf die Politik.
Die Länder wollen mehr Geld, ausreichend Gestaltungsspielraum und genügend Zeit zur Umsetzung der Krankenhausreform. Eine Einigung ist noch lange nicht in Sicht, der Druck auf Lauterbach steigt. Denn unterdessen melden auch Fachgesellschaften Reformwünsche an.
Das für den Herbst angekündigte Registergesetz soll zu Transparenz und Qualität der Register beitragen. Doch nicht alle Vorgaben werden verbindlich sein, hieß es gestern bei den Registertagen vom Bundesgesundheitsministerium.
Der erste Entwurf zur ersten Säule der teilweisen Cannabis-Legalisierung hat den Beigeschmack deutscher Bürokratie: Strenge Auflagen für Dokumentation, Sicherheitsvorkehrungen, Verarbeitung und Abgabe sollen Jugend- und Konsument:innenschutz garantieren.
Einen Beauftragten der Bundesregierung für die industrielle Gesundheitswirtschaft, mehr Personal für die entsprechende Abteilung im Wirtschaftsministerium und mehr „Deutschlandtempo“ für den hiesigen Standort: Das wird der Bundesverband Medizintechnologie heute in Berlin fordern.
Begünstigt durch den Klimawandel und den damit verbundenen Temperaturanstieg können tropische Infektionskrankheiten wie das Dengue-Fieber, Zika und Chikungunya zu einem Risiko für mitteleuropäische Länder wie Deutschland werden. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Forschungsgruppe Medizinische Biodiversität und Parasitologie der Universität Frankfurt.
Kardiologen fordern mehr Geld für Screening-Programme und gezielte Diagnostik. Die Bedrohung alternder Gesellschaften durch Herz-Kreislauferkrankungen werde in Deutschland noch immer unterschätzt, argumentieren sie. Zwei neue Früherkennungsprogramme sollen es in die Regelversorgung schaffen.
Nach Ende 2019 versuchen sich der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller und der Bundesverband Pharmazeutische Industrie erneut an einem Zusammenschluss. Die Chancen stehen im zweiten Anlauf besser, denn einige Argumente sprechen inzwischen dafür. Aber auch der ein oder andere Stolperstein muss womöglich noch aus dem Weg geräumt werden.
Mentale „Erste Hilfe“ würde theoretisch sehr oft benötigt, doch häufig dominieren fehlendes Wissen über mögliche Handlungsoptionen und Unsicherheit. Ein Ansatz aus Australien könnte Abhilfe schaffen. Auch in Deutschland wird dieser erprobt.
Die Bundesregierung will die Nutzung von Daten verbessern – um Lösungen auf gesellschaftliche Herausforderungen zu bekommen und auch um Gesundheitsprävention zu betreiben. Wie in den Antworten auf eine Kleine Anfrage aber noch deutlich wird, stocken die Vorhaben insbesondere aufgrund rechtlicher Fragen.
Qualitätsvolles Ausbildungs-Finale oder eher nur Einsatz als billige Hilfskräfte? Im sogenannten Praktischen Jahr stoßen viele Medizinstudierende auf üble Bedingungen, wie eine Umfrage des Marburger Bundes ergab. Die meisten arbeiten bis zu 50 Stunden, bekommen kaum Aufwandsentschädigung und werden oft auch als Lückenbüßer für fehlendes Personal benutzt.
Eigenanbau, Cannabis Social Clubs, Entkriminalisierung und mehr Suchtberatung – all das soll mit der Legalisierung von Cannabis für den Freizeitgebrauch in Deutschland kommen. Malta und Portugal haben diese Maßnahmen schon umgesetzt, mit Regeln für Social Clubs in Malta und Entkriminalisierung in Portugal. Der Erfolg fällt aber sehr unterschiedlich aus.
Die Notfallversorgung soll reformiert werden. Welche Punkte bedacht werden müssen und wie das gelingen kann, hat gestern die Grüne-Bundestagsfraktion diskutiert. Deutlich wurde der Bedarf von Gesundheitsberatung und speziellen Fachkräften.
Immer mehr Bundesländer lockern die Einfuhr-Regeln von Antibiotikasäften zur Behandlung von Kindern. Medizinern zufolge hat sich der Lieferengpass gegenüber dem Jahreswechsel „noch einmal verschärft“. Das BfArM will nun schnellstmöglich im Austausch mit den europäischen Partnerbehörden Klarheit darüber schaffen, ob und wo es mögliche Importware gibt.
Seit das Bundesverfassungsgericht 2020 das Verbot der geschäftsmäßigen Suizidassistenz in Deutschland gekippt hat, wird um eine gesetzliche Neuregelung gerungen. Die Vertreter des aussichtsreichsten und restriktivsten fraktionsübergreifenden Gesetzentwurfs drängen nun auf Verabschiedung im Bundestag vor der Sommerpause. Ihren Entwurf haben sie überarbeitet.
Durch Legalisierung von Cannabis steigt erst mal die Zahl der Konsumenten – und zwar nicht nur bei Erwachsenen, sondern womöglich auch unter Jugendlichen. Das ist das Ergebnis einer Meta-Studie zu Erfahrungen anderer Länder mit solcher Freigabe. Folgerung des Gesundheitsministers: Gesundheitsschutz und Aufklärung sollen noch größere Priorität erhalten.
Solidarität im Gesundheitssystem spielt für die Mehrheit der Deutschen eine große Rolle, das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Welche Ansätze zur Finanzierungsreform der Kranken- und Pflegeversicherung sind nun denkbar?
Fehlende Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung ist eine riesige, vernachlässigte Baustelle im Gesundheitswesen. Auch in dieser Legislatur ist es bisher ruhig dazu. Wie vor allem soziale Ungleichheiten wirksam adressiert und mit Musik Leben gerettet werden können, hat ein amerikanisches Projekt gezeigt.
Achtzig der 96 Krankenkassen sind Kunde bei Bitmarck. Nun kämpft der IT-Dienstleister bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr mit den Folgen eines Cyberangriffs. Seit etwa einer Woche sind manche Kunden daher ganz oder teilweise nicht arbeitsfähig. Wird Bitmarck gerade zum Systemrisiko für die erfolgreiche Digitalisierung des Gesundheitswesens?
Am 12. Mai entscheidet der Bundesrat, ob und wie er zum ALBVVG und zum PUEG Stellung nimmt. In beiden Fällen sehen die in der Länderkammer beteiligten Ausschüsse erheblichen Nachbesserungsbedarf an den Regierungsvorlagen. Das geht aus ihren Beschlussempfehlungen an das Plenum hervor.
Großkliniken in Deutschland müssen ab sofort Cyberangriffe erkennen können. Doch beim Aufbau der Systeme gibt es noch Nachholbedarf. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht vor allem ein Zeitproblem, zudem sei die Orientierungshilfe des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik sehr allgemein gehalten gewesen.
Zufrieden ist eigentlich niemand mit dem aktuellen Pflegereform-Entwurf: SPD und Grüne wollen mehr für die Pflegebedürftigen rausschlagen, die FDP nicht als Blockierer dastehen und die Opposition hat ohnehin viel zu bemängeln. Im Bundestag gab es gestern eine kontroverse Grundsatzdebatte über die Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung.
Die Lebensmittelindustrie kritisiert das WHO-Nährwertmodell als Grundlage für die geplanten Regeln für Kinderschutz in der Lebensmittelwerbung aufs Schärfste. Wissenschaftler:innen der LMU haben die Auswirkungen zusammen mit der DANK untersucht: Von einem „Totalwerbeverbot“ könne keine Rede sein, so die Studien-Autor:innen.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach will im Zuge der Pflegereform das Pflegegeld erhöhen. Die geplante Anhebung um fünf Prozent ist überfällig, löst aber nicht ein grundsätzliches Problem: Das Pflegegeld in seiner jetzigen Form behindert die Inanspruchnahme professioneller Unterstützung. Deswegen fordern Experten eine grundsätzliche Umgestaltung.
Aktuell ruckeln gleich zwei Gesetze an der Preisbildung bei Medikamenten. In einem Symposium erklären G-BA-Vorsitzender Josef Hecken und Vertreter aus Recht, der Pharma- und Apothekenbranche, was sie sich von den neuen Regelungen erhoffen und was sie befürchten.
Heute beginnen im Bundestag die Beratungen zur Pflegereform. Vor allem die Grünen sind unzufrieden mit dem inhaltlich mehrmals abgespeckten Entwurf. Sie dringen auf Nachbesserungen und fordern dafür Rückendeckung von Bundeskanzler Scholz. Es geht ihnen zuvorderst um mehr Hilfe für pflegende Angehörige. Allerdings besteht großer Zeitdruck.
Das EU-Pharmapaket ist geschnürt und soll die weitere Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen bekämpfen, die Lieferengpässe händelbar machen und auch die versorgen, für die es bislang noch keine Medikamente gibt. Doch im Fokus der deutschen Pharmaindustrie steht weiter die Frage nach der Länge der Marktexklusivität.
Die gesetzlichen Versicherer waren zu vertrauensselig. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesrechnungshof in einem Bericht über den Pflege-Rettungsschirm. Die Quote ungerechtfertigter Zahlungen sei zu hoch, das angewandte Verfahren „unzureichend und missbrauchsanfällig“ gewesen, lautet die Kritik. Vom BMG und dem GKV-Spitzenverband wird es jedoch verteidigt.
Markus Leyck Dieken muss offenbar die Gematik-Spitze verlassen. Schon mit dem geplanten Digitalgesetz könnte der Umbau zur digitalen Gesundheitsagentur und eine Neubesetzung der Führung umgesetzt werden. Auf der DMEA waren Karl Lauterbach und Leyck Dieken noch um Harmonie bemüht.
Noch steht die Opt-out Regelung zur elektronischen Patientenakte (ePA) gar nicht im Gesetz, trotzdem beläuft sich die Zahl der bei Krankenkassen eingereichten Widersprüche auf tausende. Einen Peak erreichte die auch über die sozialen Medien gepushte Welle, nachdem Gesundheitsminister Lauterbach Mitte März seine Digitalisierungsstrategie verkündet hatte.
Das Apothekensterben in Deutschland wird sich unweigerlich fortsetzen, wenn die Politik keinen Kurswechsel vornimmt, so die gemeinsame Warnung der ABDA und des Deutschen Apothekerverbandes. Ihr Wirtschaftsbericht zeigt, wo die Probleme liegen und wie sich der Trend fortsetzen könnte.
Mit der Einführung von DiGA wurde Deutschland zum Vorreiter im Bereich Digital Health – Unternehmer und Investoren hatten den Markt im Blick. Doch wie bei einer Diskussion des PKV-Verbands gestern deutlich wurde, überlegten sich Start-ups mittlerweile zweimal, ob sie in das deutsche Gesundheitssystems einsteigen. Was fehlt sind attraktive Rahmenbedingungen.
Bessere Diagnosen, Zeitersparnis, mehr Effizienz – und somit letztlich auch eine (Teil-)Lösung bei fehlenden Fachkräften: Die Erwartungen an Künstliche Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen sind groß. Im neuen Whitepaper „KI für Gesundheitsfachkräfte“ steht, was sich diese wünschen. Ein Autor erklärt zudem, was bei Aus- und Weiterbildung zu beachten ist.
Immer häufiger attestiert die Rentenversicherung Ärzten im Bereitschaftsdienst, dass sie keine selbständige Tätigkeit ausüben würden – die KVen fürchten, dass dies die Grundlage des Notdienstes gefährdet. In der Koalition gibt es Uneinigkeit, ob die Sozialversicherungspflicht – wie zuvor bei Notärzten – aufgehoben werden sollte.
Auf der Frühlingstagung des Hausärzteverbands präsentierte der neue Vorstand ein Lagebild und seine Agenda. Bei den Anträgen stritten die Delegierten über Zuckerbrot oder Peitsche bei der Steuerung von Notfallpatient:innen und eine Art Praxispauschale für störrische Patient:innen. Außerdem erreichte das Hausärztinnenforum eine Namensänderung.
In der Sorge um die Finanzierbarkeit des GKV-Systems will die CDU offenbar zurück zu alten Modellen. Trotz ausdrücklicher Bitte von CDA-Chef Karl-Josef Laumann möchte die Partei in ihrem Grundsatzprogramm keine Beitragsparität versprechen. Stattdessen ist die Rede von mehr Eigenbeteiligung. Und auch mit einer Praxisgebühr wird wieder geliebäugelt.
Andreas Meyer-Falcke ist Fachmann für Verwaltungsdigitalisierung. Durch eine eigene Erkrankung hat er nun ungewollt Einblicke erhalten in ein „zwar sehr modernes, aber doch digital optimierungsfähiges Gesundheitssystem“, wie er sagt. Experten bestätigen die Umsetzungsdefizite, mahnen aber auch zu Geduld.
Die ostdeutschen Länder gehen mit eigenen Prämissen in die Debatte zur Krankenhausreform, betont Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Ein weiterer Abbau von Standorten sei nicht denkbar, sagt er im Interview – und unterstreicht die Haltung der Unionsländer, bei der Klinikplanung keine Eingriffe des Bundes dulden zu wollen.
Sie sind Nachbarn, aber bei der Cannabis-Politik haben sie ihre Meinungsverschiedenheiten: Viele Bundesstaaten der USA und ganz Kanada haben Cannabis legalisiert. Durch verschiedene Regeln zu Lizenzierung, Abgabe und vor allem Konsum sieht die Realität für die Politik wie auch für Konsument:innen aber sehr unterschiedlich aus.
Der Vorstandschef der DAK übt harte Kritik am Vorschlag eines Expertenrats um den Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem für eine obligatorische Pflegezusatzversicherung. Schon das nötige Beitragsvolumen von 30 Milliarden Euro im Jahr sei völlig überdimensioniert. Im politischen Berlin hat der Vorschlag dagegen eher Nachdenklichkeit ausgelöst.
Das Gutachten ist komplex, die Botschaft einfach: Mit den Unionsländern sind Lauterbachs Pläne für eine Krankenhausreform kaum umzusetzen. NRW, Bayern und Schleswig-Holstein drängen auf umfangreiche Änderungen – die nur schwer in Einklang zu bringen sind mit dem, was die Regierungskommission schon ausgeschlossen hat.
Bessere Behandlungsqualität und weniger Personalnot: Mit einer gut gemachten Reform lasse sich beides erreichen, heißt es im aktuellen AOK-Krankenhausreport. Durch mehr ambulante Versorgung von leichteren Fällen nämlich ließen sich die Krankenhaustage spürbar senken, rechnen die Experten vor. Die DKG allerdings sieht größere Potenziale im Bürokratieabbau.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich in der Vergangenheit schwer damit getan, mit der Pharmaindustrie ins Gespräch zu gehen. Nun hat Bayern die Sache in die Hand genommen und einen Pharmagipfel veranstaltet, um den Arzneimittellieferengpässen mit einer Gesamtstrategie begegnen zu können.
Im Zentrum des anstehenden Ärztetages steht die Präsidentenwahl. Doch die 250 Delegierten haben auch inhaltlich spannende Themen. Die Palette reicht von zunehmender Regulierung im Medizineralltag über womöglich wegfallende Weiterbildungsmöglichkeiten an Kliniken und Bedrohung durch Kapitalinvestoren bis hin zum Wunsch nach mehr Gesundheitsbildung.
Regionale Gesundheitszentren, von denen nun das erste gestartet ist, Gemeindenotfallsanitäter und landesübergreifende, digitale Netzwerke: Niedersachsen will sich als Vorreiter bei der Umstrukturierung des Gesundheitswesens beweisen. Ganz ohne den Bund geht es dann aber doch nicht. Minister Andreas Philippi setzt etwa auf die Notfallreform des Bundes.
Sie gelten als Deutschlands Vorzeigeanwendung bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens, fristen aber dennoch ein Schattendasein: Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA). Patientenvertreter, medizinische Fachgesellschaften und Hersteller haben nun Ideen entwickelt, wie DiGA in Behandlungspfade integriert werden könnten.
Noch existiert der elektronische Medikationsplan im Grunde nur ausgedruckt auf Papier. Wie eine digitale Variante zukünftig auch sektorübergreifend funktionieren könnte, das wurde mit dem Modellprojekt ARMIN in Sachsen und Thüringen acht Jahre lang erprobt. Das Ergebnis der Begleitstudie zeigt nun: Es würde sich lohnen.
Die CDU liebäugelt erneut mit einer Praxisgebühr. Und nicht nur das: Im Entwurf für ihr Grundsatzprogramm drängt die Partei auch anderweitig auf mehr Eigenbeteiligung von Patienten und Pflegeversicherten. Leistungsausweitungen dagegen werden zum Tabu erklärt. Das Ringen zwischen Sozial- und Wirtschaftsflügel ist aber noch nicht beendet.
Wer darf die Krankenhausplanung machen? Selbst wenn die Länder in den laufenden Verhandlungen zur Krankenhausreform freiwillig auf einen Teil ihrer Planungskompetenz verzichten würden, wäre das verfassungswidrig und nicht rechtswirksam, so der Verfassungsrechtler Ferdinand Wollenschläger.
Die Eckpunkte von Karl Lauterbach sehen regionale Modellprojekte zur Cannabisproduktion und -abgabe vor. Unsere westlichen und südlichen Nachbarn haben solche Projekte bereits gestartet oder sind damit im Aufbau. Was Deutschland von der Schweiz und den Niederlanden lernen kann – und warum 2024 ein unwahrscheinliches Startdatum ist.
Eine vom PKV-Verband berufene Expertenkommission stellt heute ihr Konzept für eine Pflegezusatzversicherung vor. Ein neuer privater Versicherungstarif „Pflege+“ mit vielen sozialen Elementen soll demnach das Problem wachsender Eigenanteile lösen. Er würde aber nur als Pflichtversicherung funktionieren.
Immer weniger Antibiotika stehen zur Verfügung, die die weltweit steigenden Resistenzen bekämpfen können. Das Deutsche Netzwerk gegen Antimikrobielle Resistenzen wirft der Bundesregierung Untätigkeit vor: Es fehle an marktbasierten Anreizmechanismen, um die Forschung attraktiv zu machen. Derweil sei der Braindrain in vollem Gange.
Die Eckpunkte zur Cannabis-Legalisierung werfen eine Reihe von Fragen auf. Bisher ist unklar, wie der Status von Cannabis zu Genusszwecken im Betäubungsmittelgesetz geregelt werden soll. In einem Rechtsgutachten wurden nun die juristischen Möglichkeiten für Modellprojekte ausgelotet.
Mit einer Strategie soll die Digitalisierung des Gesundheitswesens endlich Schwung bekommen – wie viel das Gesundheitsministerium sich diesen kosten lässt und wer am Prozess beteiligt war, wollte die AfD-Fraktion in einer Kleinen Anfrage wissen.
Seit langem schon gibt es Konflikte zwischen Befürwortern und Gegnern von Kammern als Vertretung der Pflegeberufe. Bayern geht mit seiner „Vereinigung der Pflegenden“ seit sechs Jahren einen eigenen Weg. Ein noch nicht veröffentlichtes Gutachten über die Körperschaft befeuert jetzt die Auseinandersetzung, auch über Bayern hinaus.
Kliniken, Krankenhausgesellschaften und Gesundheitsministerien der Länder prüfen mit bangem Blick, welche Belastungen auf sie zukommen könnten, wenn die Pläne von Wirtschaftsminister Habeck zu verpflichtendem Heizungstausch Realität werden. Sie rechnen mit erheblichen Kosten – und sehen sich zu solchem Kraftakt ohne fremde Hilfe nicht imstande.
Mit seiner Forderung nach einer Strafgebühr für unnötig in Anspruch genommene Notaufnahmen hat KBV-Chef Andreas Gassen eine alte Idee erfolglos aufgewärmt. Sie stößt immer noch auf breite Ablehnung. Erst mal, so lautet ein Argument der Kritiker, müsse die Steuerung besser und die Versorgung durch niedergelassene Ärzte verlässlicher werden.
Im zweiten Anlauf legen BMG und BMEL detaillierte Eckpunkte für die Cannabis-Legalisierung vor. Die Vorschläge bleiben weit hinter dem großen Wurf zurück, den sich die Industrie erhofft hatte. Außerdem lassen Regelungen wie die Überwachung von Anbauclubs durch die Länder sowie Modellregionen Raum für regionale Ungleichheiten.