Wegen der milder verlaufenden Omikron-Variante bleibt immer mehr Corona-Patienten die Intensivstation erspart. Wie viele Infizierte auf Normalstationen behandelt werden, wird von den Kliniken bisher aber nicht tagesaktuell gemeldet. Ab nächster Woche soll das anders werden, kündigt die DKG an. Und das sei nur ein erster Schritt zu mehr Datentransparenz.
Wie eine aktuelle Studie des RKI zeigt, könnte die Impfquote in Deutschland vor allem mit der gezielten Ansprache von Menschen mit Migrationshintergrund noch an Fahrt gewinnen. Denn bisher gab es kaum auf die Zielgruppe zugeschnittene Angebote.
Die infolge der Pandemie weiter verschärfte Überlastung der Pflegekräfte wird drastische Konsequenzen für die Personalausstattung haben, fürchtet die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz und stützt sich dabei auf die Ergebnisse ihrer Mitgliederbefragung. Was ist jetzt zu tun?
Gesunde Menschen kann es nur auf einer gesunden Erde geben. Die Interdependenz zwischen Mensch und Natur wird vor allem, aber nicht nur, durch die Folgen des Klimawandels deutlich. Ein Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung arbeitet nun erstmals an einem Umweltgutachten, das ganz auf das Thema Gesundheit fokussiert.
Schwerkranke Menschen haben keinen Anspruch auf ein Betäubungsmittel des Bundesarzneimittelinstituts zur Selbsttötung, urteilt das OVG in Nordrhein-Westfalen. An den Gesetzgeber appelliert das Gericht, den Zugang zur Suizidhilfe endlich gesetzlich zu regeln. Medizinrechtler und Ethiker finden dies auch, Kläger sind bitter enttäuscht.
Die Digitalisierung des Gesundheitswesen stehe ganz oben auf der Ampel-Agenda, sagte gestern Andrew Ullmann (FDP). Er will eine elektronische Patientenakte gestalten, deren Daten nutzbar werden. Die Forderung einer Krankenkasse, sich bei dem Prozess einbringen zu dürfen, lehnte Ullmann ab.
Das aktuelle Arzneimittel-Finanzierungssystem ist allein auf die Erstattung von Dauertherapien ausgelegt, kritisiert die SPD-Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich und fordert weitreichende Reformen: Alternative Erstattungsmodelle seien ebenso zu diskutieren wie die Herabsetzung der Umsatzschwelle bei Orphan Drugs.
Sich niederzulassen, ist für Mediziner:innen gar nicht so einfach. Unternehmertum steht im Medizinstudium schließlich nicht auf dem Lehrplan. Darum entscheiden sich viele zunächst für eine Anstellung, was den Ärzt:innenmangel insbesondere in der Grundversorgung auf dem Land befeuert. Der Finanzdienstleister Fleming will Abhilfe schaffen.
Im Pandemiejahr 2021 sind die Arzneiausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung doppelt so stark gestiegen, wie von Ärzten und Krankenkassen erwartet. Berechnungen des Apothekerverbandes ergaben ein Plus von 10,1 Prozent. Der GKV-Spitzenverband zeigt sich alarmiert und appelliert an die Politik, schleunigst Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Die Krankenhäuser haben zurzeit trotz hoher COVID-19-Infektionszahlen wieder mehr Kapazitäten für geplante Operationen. Die vergleichsweise hohe Hospitalisierungsrate wirkt da irreführend. Anders als Großbritannien unterscheidet Deutschland nicht zwischen Patient:innen, die „wegen“ oder „mit“ einer SARS-CoV2-Infektion behandelt werden.
Das iberische Land hat eine technische Debatte über ein endgültiges Modell für die langfristige epidemiologische Überwachung von SARS-CoV-2 eröffnet. Dies erfordert eine Übergangsphase, an der noch gearbeitet wird. Angesichts der hohen Durchimpfungsrate soll Corona wie eine Grippe behandelt werden.
Um die schon zweimal gescheiterte Reform der Notfallversorgung endlich auf den Weg zu bringen, schlagen Experten nun einen Kompromiss vor: Das nötige Filtern der Patienten müsse nicht in Integrierten Notfallzentren stattfinden, es könne auch digital erfolgen. Das Verfahren müsse aber transparent sein, die Letztverantwortlichkeit solle bei den KVen liegen.
Nach seiner „Inventur“ orderte Gesundheitsminister Lauterbach massenhaft Moderna-Impfdosen, obwohl noch 22 Millionen Dosen übrig waren, die zu verfallen drohten. Wie Deutschland mit den nun offenbar überschüssigen Mengen umgehen will, beantwortet das BMG nicht, Lieferzahlen werden nicht mehr veröffentlicht. Die Union fordert Aufklärung.
Die elektronische Patientenakte beschert gesetzlich Krankenversicherten bislang mehr Frust als Begeisterung. Und auch sonst ist es den Kassen kaum gelungen, den Digitalisierungsschub während der Pandemie zu nutzen. Eine aktuelle Marktforschungsstudie liefert vernichtende Befragungsergebnisse.
Der CDU-Politiker Karl-Josef Laumann möchte auch nach der NRW-Landtagswahl im Mai Gesundheitsminister bleiben. Im Interview erklärt er, weshalb ausgerechnet die Ampel im Bund ihm nützen könnte, um seine umstrittene Landes-Krankenhausreform durchzusetzen. Außerdem fordert er ein Stimmrecht für die Pflege im Gemeinsamen Bundesausschuss.
Seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist der assistierte Suizid in Deutschland erlaubt, aber nicht ansatzweise reguliert. Eine Gruppe von Abgeordneten will das ändern. Gestern präsentierten sie einen fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf, der die Hilfe bei der Selbsttötung neu regeln soll – in sehr engen Grenzen und mithilfe des Strafrechts.
Das Expertengremium soll die Gematik unterstützen, Grundlage ist eine Verordnung des BMG. Nun gibt es Kritik an der Besetzung. Die Gematik verspricht Transparenz und Partizipation.
Digitalisierung kann Senior:innen helfen, ihren Alltag länger selbstständig zu bewältigen. Die BKK stellte gestern drei solcher Projekte vor. Auch die Ampel will eine Digitalisierung der Pflege voranbringen.
Mit seiner Reform hat Jens Spahn den Pflegekassen nur eine Atempause verschafft. Da sich auch bei den Ampel-Plänen Entlastungen und Belastungen die Waage halten, die Zahl der Leistungsempfänger aber steigt, sehen sie weiteren Handlungsbedarf. Frohe Kunde nur für Heimbewohner: Von den Zuschüssen zum Eigenanteil profitieren sie stärker als erwartet.
Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, fordert angesichts demographischer Herausforderungen und personeller Engpässe in Medizin wie Pflege eine tiefgreifende Reform der Krankenhausplanung. Kliniken sollen regional wie sektorenübergreifend kooperieren müssen. Und bei allem hat der G-BA eine zentrale Rolle inne.
Im Streit um das milliardenschwere Open-House-Verfahren kassiert das Ministerium eine schwere Niederlage – und will nun in Berufung gehen. Scheitert es mit seiner Rechtsauffassung, drohen hunderte Millionen Euro Kosten. Und ein politisches Debakel für den neuen Minister.
Die einrichtungsbezogene Impfpflicht steht auf wackeligen Füßen: Es fehlt eine klare Definition, welche Berufsgruppen betroffen sind. Einige Länder mit einer besonders hohen Quote an Ungeimpften fürchten um die Versorgung. Das BMG hält allerdings an der Durchsetzung fest.
Deutschland gerät bei den PCR-Tests an seine Grenzen. Viele Medien verweisen nun unter anderem auf die Stadt Wien, wo mittels Pooling-Methode mehrere 100.000 Tests pro Tag möglich sind. Doch dafür müsste Deutschland seine Teststrategie von Grund auf ändern.
Der Verband der Medizinischen Fachberufe (VMF) wird nicht müde, um einen Corona-Bonus für MFA zu kämpfen. Schließlich seien sie es, die erneut die Überlastung der Gesundheitsämter auffingen und Fragen der Betroffenen zur Quarantäne und Isolation beantworten müssten. Die Politik sucht derweil nach einer Lösung.
Die Maskenaffäre hat Deutschland im internationalen Korruptionsvergleich zurückgeworfen. Das lässt die Organisation Transparency International durchblicken, die heute ihren entsprechenden Index veröffentlicht. Die Bundesrepublik rangiert dort nur noch auf Platz 10, skandinavische Staaten sind weit besser. Helfen könnte ein schärferes Abgeordnetengesetz.
Der neue Drogenbeauftragte Burkhard Blienert möchte in dieser Legislatur Geschichte schreiben – und das nicht nur durch die Legalisierung von Cannabis. Schutz und Hilfe sollen auch bei harten Drogen wichtiger werden als Repression. Im Interview sagt der SPD-Politiker, wie er sich die Umsetzung vorstellt und warum er auf verändertes Konsumverhalten hofft.
Die Digitalisierung ist eine Mammutaufgabe im Gesundheitswesen – und leidet an der schlechten Kooperation derer, die sie umsetzen müssen. Nicht nur im Ministerium sortiert man sich gerade, auch die Gematik soll neu aufgestellt werden. Minister Lauterbach muss jetzt zerrüttete Beziehungen kitten – und neue Spitzenleute finden.
Obwohl die Hauptlast der Pflege alter, hilfsbedürftiger Menschen bei ihren Angehörigen liegt, konzentrieren sich die Reformbemühungen auf dem Gebiet der Pflegefinanzierung aktuell auf die Pflegeheime. Hier sollen Eigenanteile gedeckelt und Arbeitsbedingungen verbessert werden. Ambulante Pflegeanbieter befürchten Fehlanreize zugunsten der Heimunterbringung.
An einem beratungs- und diskussionsintensiven Wochenende beschäftigte sich die Politik gleich mit zwei Impfpflichten. Und: Der Corona-Expertenrat legte am Wochenende zwei neue Stellungnahmen vor, die Gegenstand der heutigen Beratungen der Ministerpräsident:innenkonferenz werden. Die MPK-Beschlussvorlage vom Sonntag folgt der Einschätzung der Experten.
Seit Januar ist die sachsen-anhaltische Ressortchefin Petra Grimm-Benne Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK). Im Interview mit Thomas Trappe spricht die SPD-Politikerin über die Belastung, die das Amt mit sich bringt, und warum sie sich eine bessere Kommunikation ihres Parteifreunds und Bundesministers Karl Lauterbach wünscht.
In Deutschland werden kaum medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Die Ampel will das ändern und diese in die Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten integrieren. Doch in Deutschland fehlt es vor allem an zugelassenen Medikamenten, um eine Abtreibung überhaupt mit dieser Methode durchführen zu können.
Noch kommen die Ersatzkassen gut über die Runden. Doch fürs nächste Jahr schwant ihrem Verband Übles. Die Regierenden müssten ihre Finanzversprechen schleunigst konkretisieren und auch nachbessern, drängen die Funktionäre. Die Reformen nämlich kosten. Und die Eigenanteile der Heimbewohner sind seit Anfang 2021 erneut um fast zehn Prozent gestiegen.
Dass der Genesenenstatus nach einer COVID-Infektion nur noch drei statt sechs Monate gültig ist, soll auch als Anreiz, sich impfen zu lassen, verstanden werden. Gleichwohl herrscht in den Ländern angesichts der plötzlichen Entscheidung Unmut, die Bevölkerung schimpft zudem über das erneute Kommunikationsfiasko.
Fehlgeburten sind und bleiben ein Tabuthema. Dabei betrifft es sehr viele Frauen. Die Versorgungslage sei eigentlich gut in Deutschland, sagt Christian Albring, der ehemalige Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte. Allerdings wissen viel zu wenige über ihre Rechte Bescheid.
Die Ankündigung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, eine mögliche Impfpflicht nicht „gegen den Willen der Patienten zu exekutieren“, hat eine hitzige Diskussion über Impfpflicht und Impfzwang in Gang gesetzt. Sind damit Lauterbachs Pläne in Gefahr?
Die Ärzt:innen in Deutschland stehen vielen Aspekten der Digitalisierung bekanntlich kritisch gegenüber. Aber welche Anwendungen bewerten sie als besonders problematisch und was sind die Gründe dafür? Der aktuelle DAK-Digitalisierungsreport gibt Antworten und zeigt auch auf, wo die Akzeptanz wächst.
Frühere Studien legten nahe, dass bei Herzkranken das Risiko für Tod oder Krankenhausaufnahmen deutlich erhöht ist, wenn sie zusätzlich an einer Depression oder Angstsymptomen leiden. Nun wurde untersucht, ob dies mit der Einnahme von Psychopharmaka zusammenhängen könnte. Bei deren Verschreibung sei große Vorsicht geboten, meint eine Herz-Expertin.
Die Bill & Melinda Gates Foundation und der Wellcome Trust unterstützen die internationale Impfstoffallianz CEPI mit 300 Millionen US-Dollar, um die COVID-19-Pandemie zu beenden. Nun sind Länder wie Deutschland dazu aufgerufen, ihren Beitrag zu leisten.
In vielen Bundesländern ist das Einchecken, etwa über die Luca-App, beim Zutritt zu einer Veranstaltung oder eines Restaurants zur Gewohnheit geworden. Aber nicht nur die App selbst steht in der Kritik. Mit den neuen Quarantäne-Regeln unter anderem für Geboosterte stellt sich die Frage, warum diese Daten überhaupt noch erhoben werden.
Die Mehrheit der deutschen-Biotechnologie-Unternehmen blickt zwar optimistisch auf das Jahr 2022. Sie erwartet aber trotz verstärkter öffentlicher Aufmerksamkeit für Entwicklungen wie Corona-Impfstoffe und -Therapeutika made in Germany keine wesentlichen Änderungen in der Biotechnologie-Politik der Ampelkoalition gegenüber der Vorgängerregierung.
Die Krankenkasse DAK-Gesundheit schlägt Alarm: In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Kosten für Arzneimittel gegen seltene Krankheiten verfünffacht. Die DAK fordert nun ein Ende der Sonderstellung von Orphan Drugs, eine frühe Nutzenbewertung für alle Medikamente, Interimspreise und bessere Studien. Die Industrie droht mit Ende der Forschung.
Weil die Bundesländer ihrer Verpflichtung nicht nachkommen, fehlt den Kliniken das Geld für Investitionen. Auch 2020 war der Bedarf wieder doppelt so hoch wie die geleisteten Zahlungen. Das könne so nicht weitergehen, klagt die Deutsche Krankenhausgesellschaft. Und listet in einem dicken Bericht auf, wer sich bei der Förderung am meisten zurückhält.
Den gesetzlich Versicherten drohen massive Zusatzbeitragserhöhen. Alternativ müsste der Bund den Sonder-Steuerzuschuss von 14 auf 37 Milliarden Euro erhöhen. Politikberater und Professor für Medizinmanagement Jürgen Wasem plädiert für einen Mix aus Kostendämpfungsmaßnahmen und Strukturreformen.
Weil es für sie keinen zugelassenen Impfstoff gibt, profitieren Kinder unter fünf Jahren von keinen Ausnahmen bei den Quarantäne-Regeln. Kinderarzt und Infektiologe Hans-Iko Huppertz von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) fordert Kindergartenkinder von diesen Regeln zu befreien und ihnen auch regelmäßige Tests zu ersparen.
Ende Dezember entschied das Bundesverfassungsgericht: Der Gesetzgeber kann derzeit nicht gewährleisten, dass Behinderte im Fall einer Triage nicht diskriminiert werden. Jetzt kündigt die Ampelregierung einen eigenen Gesetzentwurf an. Was denken Abgeordnete von FDP, CDU, Grünen und Linken darüber?
In Sachen Gesundheitskompetenz schneiden Menschen mit Migrationshintergrund nicht schlechter ab als die Gesamtbevölkerung. Dieses weit verbreitete Vorurteil widerlegt eine neue Studie. Allerdings haben solche Patienten oft größere Mühe, von Ärzt:innen im Gespräch nicht unterbrochen zu werden.
Die hohen Infektionszahlen bedeuten nicht nur akut eine enorme Herausforderung für die Krankenhäuser und die kritische, gesellschaftliche Infrastruktur. Mit Blick auf Long COVID könnte uns die Omikron-Variante auch nach Abfall der Infektionszahlen noch lange zu schaffen machen.
Ab 2000 Gesundheitspolitikerin im Bundestag, ab 2017 Gesundheitsministerin in Niedersachsen – und seit zwei Wochen Chefin des AOK-Bundesverbands. Im Interview erklärt Carola Reimann, wie die Kassen schnell ein Impfregister auf die Beine stellen könnten und wie sie auf die absehbare Finanzmisere der gesetzlichen Krankenversicherungen reagieren will.
In der sich mächtig aufbauenden Omikron-Welle stößt das Land mit seinen Testkapazitäten an die Grenzen. Politiker fordern eine Priorisierung der besonders verlässlichen PCR-Tests, die Labore haben damit längst begonnen. Und wer beruflich nicht mit vulnerablen Menschen zu tun hat, darf nun auch mit Schnelltest-Nachweis früher aus der Quarantäne.
Im Streit um die richtige Ausgestaltung des Pflegebonus schlägt sich der GKV-Spitzenverband auf die Seite von Gesundheitsminister Lauterbach, der die Zahlung auf durch Corona unmittelbar belastete Pflegekräfte begrenzen will.
IQWiG-Chef Jürgen Windeler fordert weitreichende AMNOG-Reformen: Auch Arzneimittel gegen seltene Erkrankungen sollen künftig bei Markteintritt eine reguläre frühe Nutzenbewertung gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie durchlaufen müssen. Die Pharmaindustrie reagiert empört und wirft dem IQWiG Anmaßung und Kompetenzüberschreitung vor.
Zahlen des Chaos Computer Club Freiburg legen nahe, dass die Luca-App in den Gesundheitsämtern derzeit kaum noch genutzt wird. Dazu kommt ein Fall von Datenmissbrauch und weiterhin Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit. Ein Bundesland hat den Vertrag zur Nutzung von Luca bereits gekündigt. Folgen weitere?
Im Bund wurde der Pflege-TÜV reformiert, doch auf Landesebene gibt es nach wie vor kaum Transparenz über die Qualität von Pflegeheimen. In 10 von 16 Bundesländern würden Prüfergebnisse unter Verschluss gehalten, so das Ergebnis einer Analyse der Bertelsmann-Stiftung. Dabei benötigten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen verlässliche Informationen.
Drei SPD-Politiker und nur zwei davon wirklich vom Fach: Auf Vorschlag von Gesundheitsminister Karl Lauterbach soll das Bundeskabinett heute die neuen Beauftragten der Bundesregierung für Pflege, Patienten und Drogen ernennen. Die Kandidaten heißen Claudia Moll, Stefan Schwartze und Burkhard Blienert.
In FDP-Reihen wird ein zweiter Antrag ausgearbeitet, der vor allem auf Impfaufklärung setzt, erst nachrangig auf eine Pflicht für Ältere. Die Union tendiert offenbar in eine ähnliche Richtung. Eine allgemeine Corona-Impfpflicht ist damit so gut wie vom Tisch.
Angesichts steigender Infektionszahlen gerät die Kontaktverfolgung für viele Gesundheitsämter zu einer kaum noch zu bewältigenden Aufgabe. Ob eine angeordnete Quarantäne eingehalten wird, sei zunehmend eine Frage der Eigenverantwortung, sagt die Amtsärztin von Berlin-Spandau, Gudrun Widders. Dennoch sei es zu früh, die Pandemie einfach durchlaufen zu lassen.
Embryonenforschung ist in Deutschland verboten, doch es regt sich Widerstand. Während Wissenschaftler hierzulande die gleichen Voraussetzungen wie Kollegen im Ausland fordern, fürchten Gegner um das Gut des menschlichen Lebens.
Wann ist eine Frau eine Frau – und wer darf sie behandeln? Diese Frage entschied das Berliner Sozialgericht in einem Kostenübernahmestreit zwischen einem Krankenhaus und einer Krankenkasse. Der Streit ist aber nur die Spitze des Eisbergs.
„Gentherapien sind ein entscheidendes Zukunftsfeld der Medizin“, sagt der Präsident des Verbandes forschender Pharma-Unternehmen in Deutschland, Han Steutel. Deutschland verliere international aber zunehmend den Anschluss. Wie lässt sich das ändern und welche Innovationen kommen in diesem Jahr auf den Markt?
Die Impfpflicht soll kommen, sagt die Ampelregierung. Doch angesichts des Fahrplans, des parlamentarischen Verfahrens und nicht zuletzt wegen der Omikron-Welle stehen die Chancen zunehmend schlecht, dass das Vorhaben im Parlament eine Chance hat.
Während das Programm für die diesjährige deutsche G7-Präsidentschaft noch auf sich warten lässt, liegt Frankreichs Agenda für dessen sechsmonatigen Vorsitz im Rat der EU bereits vor. Ein Überblick über die gesundheitspolitischen Schwerpunkte.
Wie soll der im Koalitionsvertrag angekündigte Nationale Präventionsplan mit Leben gefüllt werden? Was ist bei der Umsetzung zu beachten und welche konkreten Maßnahmen könnten wie ausgestaltet werden? Eine kleine Zusammenschau, was Parteiexperten und Stakeholder im Gesundheitswesen für nötig erachten.
Die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems und der kritischen Infrastruktur müsse abgesichert und gewährleistet werden, heißt es in den Empfehlungen des Corona-Expertenrats. Darum wollen Bund und Länder heute die Quarantäne- und Isolationsregelungen erneuern.
Präventionsmaßnahmen zielten in der Vergangenheit oftmals darauf ab, Menschen mit bestimmten Interventionen zu einer gesünderen Lebensweise zu bewegen. Die krankmachende Umgebung wurde häufig vernachlässigt. Die neue Regierung will das eine stärken, ohne das andere zu vergessen und muss dabei hohen Erwartungen gerecht werden.
Die Ampel will die Krankenhausversorgung in Deutschland grundlegend reformieren. Weg von der Planung nach Bettenzahl, hin zu regionalen Versorgungsverbünden, so lautet das Motto. Vorbild könnte Nordrhein-Westfalen sein, das diesen Wandel bereits vollzieht. Die DKG und der Gesundheitsökonom Boris Augurzky haben darüber hinaus weitere Reformideen.
Enttäuschung über die Rückzieher bei Krankenhausfinanzierung und Besteuerung von Medikamenten, aber auch Hoffnung auf substanzielle Reformen und Kostenersparnis: Im Interview bewertet Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstandsmitglied im GKV-Spitzenverband, die Pläne der neuen Regierung für den Klinik- und Arzneimittelsektor.