Vor der Bereinigungssitzung fordert die SPD eine Anpassung beim Auszahlungsmodus für die vier Milliarden Euro – und erhält in diesem Punkt Unterstützung der Deutschen Krankenhausgesellschaft. In der Bereinigungsvorlage des Bundesgesundheitsministeriums indes gibt es nur eine technische Anpassung.
Erschöpfung, Einsamkeit und sogar depressive Stimmung: Viele Schülerinnen und Schüler sind psychisch belastet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der DAK-Gesundheit. Besonders auffällig: Kinder und Jugendliche mit niedrigem Sozialstatus sind häufiger betroffen.
Charité-Chef Heyo K. Kroemer warnt vor massiven Finanzproblemen im Kliniksektor und hält die Verteilungspläne der vier Milliarden Euro für Sofort-Transformationskosten für untragbar. Daneben bereitet ihm der Berliner Sparkurs große Sorgen. Versorgung und Forschung seien damit gefährdet.
Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese will Lootboxen – virtuelle Schatzkisten, mit denen Gamer sich Vorteile im Spiel erkaufen können – zum Schutz von Jugendlichen strenger regulieren. Vom Landeskabinett soll heute eine Bundesratsinitiative beschlossen werden. Zustimmung kommt vom Suchtbeauftragen Streeck.
Der Pflegevorsorgefonds (PVF) ist längst selbst zum Beispiel dafür geworden, dass Deutschland nicht gut darin ist, über am Kapitalmarkt angelegte kollektive Rücklagen Zukunftsprobleme in den Griff zu kriegen. Nun gehört eine Neujustierung und Aufstockung des PVF zu den Themen, mit denen sich Experten bei einer Anhörung zur Pflegereform befassen sollen.
Beim Schutz kritischer Infrastruktur kommt Bewegung ins Spiel. Das Bundesinnenministerium (BMI) hat einen längst überfälligen Entwurf für das Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie vorgelegt. Dieser ist „weitgehend unverändert“ zum Gesetzentwurf der Ampelregierung, wie das BMI schreibt. Darin sind auch Vorgaben für den Gesundheitssektor enthalten.
Strukturreformen, höhere Bundesmittel für versicherungsfremde Leistungen und ein Ausgabenmoratorium: Diese Maßnahmen hält der neue Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, für notwendig, um weitere Steigerungen bei den Zusatzbeiträgen zu verhindern. Im Interview spricht er über diese und andere Baustellen im Gesundheitswesen.
Nach sieben Jahren gibt Hanno Kautz seinen Posten als Pressesprecher und Leiter des Referats L 7 im Bundesgesundheitsministerium ab. Sein Nachfolger wird Hannes Böckler, den man vor allem in den Ländern sehr gut kennt und schätzt.
Das Heilpraktikergesetz soll reformiert werden. Das zumindest fordern Abgeordnete verschiedener Parteien, weil dieses minimalinvasive Schönheitsbehandlungen auch fernab von Arztpraxen erlaubt. Ästhetischen Chirurg:innen geht das nicht weit genug – sie wollen mehr Regulierung bei Schönheitsbehandlungen.
Die EU-Kommission will Pharma- und Kosmetikhersteller für die Reinigung des Abwassers von schädlichen Spurenstoffen zur Kasse bitten. Doch die Unternehmen wehren sich und am Ende könnte der Verbraucher dafür bezahlen müssen.
Die sächsische Sozialministerin, Petra Köpping (SPD), schlägt vor, in Zukunft die Pflegekosten dadurch zu begrenzen, dass die Investitionskosten über den Länderanteil am Sondervermögen Infrastruktur finanziert werden. Ein guter Vorstoß, findet DAK-Chef Andreas Storm, der ernsthaft in Betracht gezogen werden sollte.
82 Prozent der GKV-Versicherten sind angesichts stark steigender Zusatzbeiträge nach einer neuen Forsa-Umfrage inzwischen der Meinung, dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben nicht über Beitragsgelder finanziert werden sollen. Zumindest die Innungskrankenkassen wären bereit, für dieses Ziel vor Gericht zu ziehen. Das Thema steht schon bald auf der Agenda.
Im Koalitionsvertrag kündigten CDU/CSU und SPD etliche Vorhaben an, die zu mehr Ausgründungen und Start-ups in Deutschland führen sollen. Das wird in der akademischen Forschung begrüßt. Nun geht es um Fragen wie den Spagat zwischen Verbindlichkeit und Freiheit. Und: Welche Wissenschaftswünsche finden sich in den Regierungsplänen bislang nicht wieder?
Mindestens 250.000 Menschen in Deutschland sind jedes Jahr von häuslicher Gewalt betroffen. Ärzt:innen und Pflegekräfte könnten helfen – aber viele wissen nicht, wie sie bei einem Verdacht handeln sollen. Das EU-Projekt „Victim Protection in Medicine“ (VIPROM) soll sie dabei unterstützen. Im Interview erzählt Projektleiterin Bettina Pfleiderer davon.
Hightech-Medizin oder Transportdienstleister? Angesichts der anstehenden Rettungsdienstreform will die Luftrettung ihren Platz in der Rettungsmedizin neu definiert sehen. Im Mittelpunkt steht dabei der Wunsch, als Teil der medizinischen Behandlung zu fungieren und bestehende Ressourcen besser und genauer zu nutzen.
Es sind scharfe Vorwürfe, die der Grünen-Politiker Janosch Dahmen der Fachgesellschaft für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in seinem Austrittbrief macht. Aber das Statement steht für mehr als eine private Entscheidung oder einen Streit zwischen Berufsgruppen. Denn hinter der Facharztfrage steckt die weit größere nach der Zukunft der Notfallversorgung.
Weil KI-Systeme immer autonomer und ihre Einsatzmöglichkeiten vielfältiger werden, kommen aktuelle Zulassungsverfahren oft an ihre Grenzen. Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden schlagen deshalb innovative Regulierungsansätze vor, die Innovationen ermöglichen und Patientensicherheit gewährleisten sollen.
Während im Bundesgesundheitsministerium auf fachlicher Ebene über das Krankenhausreformanpassungsgesetz diskutiert wurde, machte Berlins Gesundheitssenatorin Ina Czyborra einen Rundgang durch die Charité. Dort wird sichtbar, was am Ende auf dem Spiel steht.
Drogeriemärkte haben das Geschäft mit der Gesundheit für sich entdeckt. Während sie sich bisher auf freiverkäufliche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel konzentriert haben, bietet ein Unternehmen nun auch Blutuntersuchungen und Augenscreenings an. Bundestagsabgeordnete sehen bei einer Umsetzung durch medizinisches Fachpersonal darin sogar Potenzial.
Arzneimittelengpässe nach Naturkatastrophen zeigen, dass pharmazeutische Lieferketten noch nicht widerstandsfähig gegenüber der Klimakrise sind. Eine landesweite Harvard-Untersuchung in den USA zeigt, dass zwei Drittel der Produktionsstätten in Landkreisen liegen, in denen der Katastrophenfall ausgerufen wurde. Neue Gesetze sollen Lieferketten stärken.
Bis heute kostet Jens Spahns Beschaffung von Corona-Masken viel Geld. Denn die Masken müssen gelagert und vernichtet werden. Zudem laufen Gerichtsprozesse. Ein neues Papier zeigt das ganze Ausmaß.
Im aktuellen Entwurf für das Krankenhausreformanpassungsgesetz ist der Wegfall der Leistungsgruppe 47 „Spezielle Pädiatrie“ vorgesehen. Damit werde die spezialisierte Pädiatrie mittel- und langfristig finanziell unattraktiv und fällt dem Rotstift wegen Unrentabilität zum Opfer, fürchtet nicht nur die Charité-Ärztin Susanne Lau.
Das alternde Deutschland schlittert in einen Ärztemangel – was auch an fehlenden Studienplätzen liegt. Ihre Zahl hat sich seit 2015 nur um ein Zehntel erhöht, zum Wintersemester 2024/2025 gingen wieder mehr als 20.000 Bewerber leer aus. Dabei könnten sich entsprechende Investitionen für die Bundesländer lohnen, wie eine aktuelle Auswertung belegt.
Für Patienten mit Knie- und Hüftschmerzen ist bei Selbstzahlerleistungen Vorsicht geboten. Laut aktuellen Bewertungen des sogenannten IGeL-Monitors nämlich ist das Schadensrisiko durch offerierte Hyaluronsäure-Injektionen größer als der Nutzen. Und bei der Stoßwellentherapie gegen Kalkschulter und Tennisarm ließ sich ein solcher auch nicht belegen.
Drei Ökonomen haben anhand einer aktuellen Studie herausgefunden, dass sich KI am Arbeitsplatz nicht negativ auf Gesundheit und Wohlbefinden von Beschäftigten auswirkt. Woran das liegen könnte, erklärt Luca Stella, einer der Forschenden. Viele Fragen bleiben allerdings offen – so etwa, ob die Ergebnisse bereits überholt sind.
Die Suizidraten sind weltweit gesunken, wobei regionale Unterschiede auffällig bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt eine gestern im „Nature Mental Health“ veröffentlichte Studie, die Entscheidungsträger:innen Erkenntnisse für politische Maßnahmen liefern soll. Nach Schwankungen sind die Zahlen in Deutschland wieder leicht gestiegen.
Der Bundesrechnungshof lässt kein gutes Haar am Bundesgesundheitsministerium, wenn es um die ergriffenen oder geplanten Maßnahmen zur Finanzstabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung geht. Bis 2029 könnte der Zusatzbeitrag auf 4,05 Prozent steigen, was das Wirtschaftswachstum dämpfe.
Beim Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen gibt es immer neue Rekordzahlen. Auffällig dabei: Unverhältnismäßig viele Fälle mit besonders hohem Schaden gehen auf das Konto ambulanter Pflegedienste. Warum ist das so? Auf welche Weise wird in der häuslichen Pflege betrogen? Und wie kommt man den Tätern besser auf die Schliche? Wir haben nachgefragt.
Die TI 2.0 soll für weniger Ausfälle und mehr Komfort bei Leistungserbringern und Patient:innen sorgen. Doch wie Gematik-Geschäftsführer Florian Hartge im Gespräch deutlich macht, sei es ein mehrjähriges Vorhaben, das schrittweise für Veränderung sorgen wird. Auch europäische Gesetzgebung wird dabei eine Rolle spielen.
Während die gesetzlichen Kassen noch beratschlagen, geht der Sozialverband VdK schon mal voran. Nach Informationen von Tagesspiegel Background will er nun definitiv Mitglieder gegen die zweckwidrige Verwendung von Beitragsgeldern aus der Pflegeversicherung klagen lassen. Dabei geht es um Milliarden für Corona-Maßnahmen, die der Bund nicht zurückgezahlt hat.
Obwohl alle Bundesländer gefragt wurden, ob sie sich der Klage zur Überprüfung der G-BA-Vorgaben auf ihre Verfassungsmäßigkeit anschließen wollen, klagen gerade einmal drei Länder in Karlsruhe. Tatsächlich unterstützen Berlin, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sogar die Mindestmengen-Vorgaben. Die DKG setzt auf Klarheit für die Krankenhausreform.
Nach ihren ersten 100 Tagen im Amt sieht sich Gesundheitsministerin Warken heftiger Kritik ausgesetzt. DAK-Chef Storm wirft der CDU-Politikerin „unterlassene Hilfeleistung“ am Notfallpatienten Gesundheit vor, der GKV-Spitzenverband sieht die Probleme der Kranken- und Pflegekassen nicht ernst genug genommen. Lob gibt es lediglich vom Deutschen Pflegerat.
Beschränkungen der Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche sind derzeit auf europäischer Ebene und auch in Deutschland im Gespräch. Nun legt die Leopoldina ein Diskussionspapier vor, das deutliche Forderungen stellt. Neben klaren altersabhängigen Zugangsbeschränkungen brauche es auch psychische Gesundheitsförderung, heißt es darin.
Eine neue Bewegung warnt vor der Nutzung von Sonnencreme. Nicht die UV-Strahlung, sondern der chemisch hergestellte Sonnenschutz verursache Hautkrebs, so ihre Behauptung. Wie will die Politik auf Misstrauen und gesundheitsschädliche Fehlinformationskampagnen in sozialen Medien reagieren?
Pflegende auch zu heilkundlichen Tätigkeiten bevollmächtigen – das ist eines der großen Ziele des Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege. Theoretisch gilt das auch für schulisch ausgebildete Pflegekräfte. Doch der dazu nötige Erwerb entsprechender Kompetenzen ist nur für einen kleinen Bruchteil dieser Fachpersonen möglich.
Mit dem Online Safety Act gelten seit Ende Juli in Großbritannien Alterskontrollen für Online-Inhalte, die Minderjährige schädigen könnten. Kritiker sehen Datenschutzlücken, Schlupflöcher durch VPNs und eine fragwürdige Wirkung auf den Jugendschutz.
Deutschland soll ein Primärarztsystem bekommen – das zumindest sieht der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD vor. Einige europäische Staaten haben längst eins eingeführt. In den Niederlanden etwa laufen fast alle Arztkontakte über Hausärzte. Ein Vorbild für Deutschland?
Auf acht Milliarden Euro beläuft sich das erwartete GKV-Defizit fürs kommende Jahr. Doch exakt diese Summe lasse sich auch einsparen, ohne den Versicherten weh zu tun, behauptet die Techniker Krankenkasse. Mit einem Zehn-Punkte-Programm drängt sie auf zügige Kostendämpfung. Den größten Batzen erhofft sie sich dabei von den Arzneimittelherstellern.
Im Jahr 2023 mussten 6000 minderjährige Frauen stationär wegen einer Essstörung behandelt werden. Betroffene müssen wesentlich länger im Krankenhaus behandelt werden als der Durchschnitt, auch die Mortalitätsrate ist hoch. Eine Verhaltensmedizinerin erklärt, was die Gesellschaft und Politik tun können.
Etwa 4500 Menschen mit einer Gebärmutter erkranken in Deutschland jährlich am Zervixkarzinom – meist bereits im jüngeren Alter. In England wird nun auf zusätzliche, bequeme Früherkennung mit HPV-Selbsttests in den eigenen vier Wänden gesetzt. Stellt dies auch für Deutschland eine Option dar?
Bis Jahresende will Eli Lilly seine Pille Orforglipron zur Gewichtsreduktion weltweit bei Zulassungsbehörden einreichen. Die Phase-3-Studienergebnisse zeigen ähnliche Abnehmerfolge wie bei Abnehmspritzen. In der medizinischen Versorgung wird noch nicht an eine Kassenerstattung geglaubt.
Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist eine ungeliebte Verpflichtung für Niedergelassene. Die KV Niedersachsen versucht nun mit einer radikalen Reform, seine Mitglieder zu entlasten. Per Umlage wird ein komplett ausgelagerter Bereitschaftsdienst finanziert, der per straffem Ersteinschätzungstool, mit Telemedizin und nichtärztlichem Personal arbeitet.
Die halbstaatliche Gematik hat Videoident-Verfahren 2022 für die Telematikinfrastruktur untersagt. Jetzt aber hat sie die Lösung eines Hamburger Unternehmens zugelassen. An der Entscheidung regt sich auch Kritik.
Gesundheitsinnovationen werden für lokalen Bedarf angepasst, vor Ort getestet und bei Erfolg Investitionsfälle entwickelt: So will UNFPA mit seinem Programm WomenX Collective und Partnern die Gesundheit von Frauen weltweit verbessern. Auffällig ist die hohe Motivation, aktiv zu handeln: Drei Lösungen starten noch in diesem Jahr.
In der deutschen Diskussion um ein Social-Media-Mindestalter ist immer nur von 16 Jahren die Rede. Einschätzungen aus Psychologie, Medienwissenschaft, Pädagogik und Recht zeigen: Die Wissenschaft betrachtet diese Grenze skeptisch.
Mehr heilkundliche Kompetenzen fordert die Pflege seit Jahren. Nun wurde sie ihr im Gesetzentwurf zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege zugestanden, außerdem die Pflegefachassistenzausbildung einheitlich geregelt. Doch wie weit geht die Handlungsfreiheit?
Die Ziele des europäischen Critical Medicines Act begrüßen die meisten. Bei der Ausgestaltung gehen die Meinungen bei Stakeholdern wie auch Mitgliedstaaten auseinander – etwa bei Ausschreibungs- und Vergabekriterien, die über den Preis hinausgehen und der Frage, ob diese für versorgungskritische Wirkstoffe verpflichtend werden sollten.
Der ABDA Datenhub ist ein mehrjähriges Projekt, das der Standesvertretung eine bessere Basis für Verhandlungen mit Kassen oder der Bundesregierung bieten soll. Während aus der Politik Zustimmung kommt, ist noch offen, wie viele Apotheken sich beteiligen wollen.
Das Bundesgesundheitsministerium legt einen Referentenentwurf zur Anpassung der Krankenhausreform vor. Darin ist auch vorgesehen, eine Anpassung der Mindestreserve im Gesundheitsfonds vorzunehmen. Gestern Abend ging der Entwurf in die Verbändeanhörung.
Heute verabschiedet das Kabinett zwei Pflegegesetze, eines wurde mit fachfremden Regelungen erweitert – unter anderem zu Kinderkrankentagen und zu Poolärzten. Reduziert werden soll zudem der Aufwand für Angehörige, die eine Pflegestufe beantragen.
Die Kritik des Bundesamts für soziale Sicherung am Plan der Bundesregierung, die Prüfung von Datenmanipulationen im Zusammenhang mit dem morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich auslaufen zu lassen, stößt auf Widerstand. Es sei richtig, die Prüfungen nicht endlos weiterlaufen zu lassen, so der Vorstandsvize des AOK-Bundesverbands, Jens Martin Hoyer.
Mehr als zehn Stunden pro Werktag verbringen die Menschen in Deutschland in sitzender Position. Das ist ein neuer Höchststand, wie ein gestern veröffentlichter Report des Privatversicherers DKV vermeldete. Und Experten zufolge ist die Dauersitzerei nicht ungefährlich. 37 Prozent der Befragten hätten aufgrund fehlender Bewegung ein erhöhtes Sterberisiko.
In Belgien und den Niederlanden wird immer wieder die Ewigkeitschemikalie PFAS im Boden nachgewiesen. Doch die EU tut sich schwer mit einem Verbot der wichtigen Substanzen.
In einer Kleinen Anfrage wollte die Grüne-Bundestagsfraktion von der Bundesregierung wissen, wie sie auf den Vorwurf einer schnellen Terminvergabe für gesetzlich Versicherte gegen Privatzahlungen reagiert. Deutlich wurde in den Antworten, dass Maßnahmen zwar angedacht sind, aber eine Umsetzung derzeit noch schwierig ist.
Legalisierungsgegner wie -befürworter warten gespannt auf die ersten Ergebnisse der Gesetzesevaluierung. Wie genau diese aussehen soll, welche Daten einfließen und wer mitreden darf, schlüsselt nun die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage auf. Cannabis-Sprecherin Heitmann (Grüne) setzt auf eine unvoreingenommene Auswertung.
Seit 2021 versucht das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS), Krankenversicherer, die sich durch Manipulation von Diagnosedaten Vorteile beim Risikoausgleich verschafft haben, zu überführen und zu sanktionieren. Doch ab 2028 soll der Prüfauftrag schrittweise auslaufen. BAS-Präsident Frank Plate findet das gar nicht gut und macht einen Verbesserungsvorschlag.
Mit „fairer Anwerbung“ von ausländischen Pflegekräften soll der Personalmangel in Deutschland abgefedert werden. Eine Bundesinitiative, die sich das für Brasilien auf die Fahnen geschrieben hat, ist aufgrund von Unstimmigkeiten und Bürokratieproblemen bereits wieder beendet. An einer Klinik in Sachsen jedoch trägt der Vorstoß mittlerweile Früchte.
Das Bundesverfassungsgericht wird sich mit der Befürchtung von Menschen mit Behinderungen, im Fall triagierter intensivmedizinischer Ressourcen infolge ihrer Behinderung diskriminiert zu werden, nicht befassen: Ihre Beschwerde gegen das Triage-Gesetz wurde von den Karlsruher Richtern wegen einer Übermittlungspanne nicht zur Entscheidung angenommen.
Gut eine Milliarde Euro haben Kassenpatienten im vergangenen Jahr aus eigener Tasche für Hilfsmittel bezahlt. Dabei haben sie Anspruch auf mehrkostenfreie Versorgung. Die Versicherer wüssten gern die Gründe für solche Entscheidungen, sie fordern eine entsprechende Meldepflicht. Im Raum steht der Verdacht, dass viele gedrängt oder unzureichend beraten werden.
Trotz weniger Mitteln im Haushalt wird Deutschland nach dem Rückzug der USA wohl zum weltweit führenden Geber der Globalen Gesundheit. Vorschläge, wie Deutschland diese Rolle in einer globalen Gesundheitsarchitektur, die sich nicht nur durch die WHO-Reform im Wandel befindet, aktiv ausfüllen kann, macht die Konrad-Adenauer-Stiftung in einem neuen Papier.
Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) hat im Sommer 2024 eine Internet-Plattform gestartet, die außerhalb der regulären Praxiszeiten Patienten medizinische Hilfe bieten soll. Ein Jahr nach Beginn des Regelbetriebs zieht die KVB eine positive Bilanz und sieht das Projekt in einer bundesweiten Vorreiter-Rolle.
Um die Anerkennungsverfahren von Ärzt:innen aus Drittstaaten zu beschleunigen, soll die bisher zu dokumentierende Gleichwertigkeit der Qualifikation auf Wunsch der Bundesländer durch eine bloße Kenntnisprüfung ersetzt werden. Dagegen wehrt sich der Marburger Bund. Er fürchtet negative Folgen für die Patientenversorgung.
Der TI-Messenger soll die Kommunikation einfacher machen – seit Kurzem können Versicherte diesen nutzen und mit Ärzten chatten, sofern diese das wünschen. Doch aufgrund eines Fehlers können Praxen direkt von Patienten angeschrieben werden. Die Gematik arbeitet an einer Lösung, wobei offen bleibt, wie hoch das Interesse der Ärzteschaft an dem Produkt ist.
Alles andere als keine Überraschung wäre eine Überraschung gewesen: Die Bundesregierung bleibt bei ihrem Kurs, GKV und SPV unzureichend zu finanzieren. Für die Krankenhäuser gibt es hingegen eine weitere Milliardenspritze.
Eigentlich soll EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi zunächst eine Untersuchung zum Einfluss sozialer Medien auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen durchführen und vielleicht einen Mental-Health-Plan aufsetzen. Doch für neun Mitglieder des SANT-Ausschusses ist das zu langwierig: Sie fordern eine EU-Mental-Health-Strategie für Jugendliche.
Die EU-Kommission beglückwünscht sich selbst zu ihrer mit den USA getroffenen Grundsatzvereinigung im Zollkonflikt. In der Gesundheitswirtschaft teilt man die Euphorie nicht, warnt stattdessen vor Folgen und einer Abkehr von Prinzipien. Im EU-Parlament werden Antworten auf offene Fragen und Mitsprache gefordert. Die WTO versinkt in der Bedeutungslosigkeit.