Plastik schadet der Gesundheit stärker als bislang angenommen. Einer aktuellen Lancet-Studie zufolge könnten sich die gesundheitlichen Belastungen durch Emissionen aus dem gesamten Plastiklebenszyklus bis 2040 nahezu verdoppeln – selbst bei ehrgeizigen Gegenmaßnahmen.
Der Mitte Dezember in Kraft getretene US Biosecure Act gefährdet – zusammen mit der neuen Arzneimittelpreisstrategie MFN – die westliche Wertschöpfung in der Biotechnologie. Dieses Fazit ziehen Branchenexperten nach der J.P. Morgan-Konferenz in San Francisco.
Der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung veröffentlicht heute seine Vorstellungen zur Ausgestaltung eines Primärversorgungssystems. Im Mittelpunkt steht dabei eine Plattform – Innovation und Wettbewerb sind ausdrücklich erwünscht. Es ist ein Vorschlag, der konträr zu dem der Hausärzte steht.
Werden die Sozialbeiträge für Beschäftigte und Arbeitgeber unbezahlbar? Nach einer aktuellen Projektion des IGES-Instituts könnte die Abgabenlast für die gesamte Sozialversicherung im Jahr 2035 die 50-Prozent-Marke erreichen oder gar übersteigen. Als Gegenmaßnahme empfehlen die Forscher, sich bei den Ausgaben künftig stärker an den Einnahmen zu orientieren.
Noch hat die elektronische Patientenakte nicht besonders viele Funktionen. Schon unter Ex-Gesundheitsminister Lauterbach war eine schrittweise Weiterentwicklung der digitalen Akten geplant. Nun verschiebt sich der Zeitplan für einige Funktionen noch weiter nach hinten, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervorgeht.
Krankenhäuser stehen in Deutschland finanziell weiterhin unter Druck. Doch während öffentliche Häuser über Rettungsnetze und private über Kapitalmarktzugänge verfügen, bleiben jene Träger am verletzlichsten, die der Gesellschaft eigentlich ohne Gewinnorientierung dienen sollen: die freigemeinnützigen.
Wenn am Dienstag Vertreter von Verbänden im Bundesgesundheitsministerium zusammenkommen, um über das Primärversorgungssystem zu sprechen, wird auch die digitale Ausgestaltung im Mittelpunkt stehen. Konsens besteht hier zwar bei einer digitalen Ersteinschätzung, doch wie viel privatwirtschaftliches Engagement ist erwünscht?
Unter chronischem Personalmangel, Zeitdruck und ökonomischen Vorgaben entstehe eine „Ethik der Schadensbegrenzung“, so die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, in einer Anhörung im Deutschen Ethikrat. Was muss sich verändern, damit die ethischen Herausforderungen in der Pflege gut bewältigt werden können?
Der Arzt und Bundestagsabgeordnete Stephan Pilsinger spricht sich für eine Reform aus, die einige Mediziner für dringend geboten, viele Politiker dagegen für einen medizinethischen Tabubruch halten: Der Hirntod soll nicht länger die einzige Voraussetzung für Organspenden sein. Die politischen Reaktionen fallen zurückhaltend-distanziert bis ablehnend aus.
Es braucht mehr Personal in der stationären Altenpflege – aber nicht unbedingt mehr Pflegefachkräfte. So lautet die Erkenntnis aus zehn Modellprojekten, die den Bemessungsschlüssel des Pflegeexperten Heinz Rothgang in der Praxis ausprobierten. Die Umsetzung hakt aber nicht nur bei der Personalbeschaffung sondern etwa auch an der IT.
Um einen Vermittlungsausschuss beim Krankenhausreformanpassungsgesetz zu verhindern, rücken die Länder enger zusammen. Sie bündeln ihre zahlreichen Änderungswünsche auf wenige Kernpunkte – doch ausgerechnet diese bleiben höchst umstritten.
Große Schritte vorwärts macht der Forschungsstandort Deutschland: Nicht nur das Netzwerk Universitätsmedizin soll noch in diesem Jahr institutionalisiert werden – eine Bund-Länder-Vereinbarung wird laut Ministerin Bär vorbereitet. Auch die Nationale Biobank-Plattform, von der sich Unikliniken und Industrie gleichermaßen Nutzen erhoffen, hat großen Rückhalt.
Mehrere Kassen haben ein Positionspapier zur Weiterentwicklung der Gematik veröffentlicht. Diese müsse sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren und fair finanziert werden. Bei KBV, DKG und Abgeordneten sorgt das für Zustimmung – unter dem Vorbehalt, dass auch die GKV ihre Hausaufgaben macht.
In der Debatte um die Widereinführung von Karenztagen geht es weniger um Fehlzeiten, als viel mehr um die Frage, wie ein belastetes Gesundheitssystem, eine alternde Arbeitswelt und eine fragile Wirtschaft zukunftsfest gestaltet werden sollen. Die SPD setzt auf mehr Prävention und lehnt Maßnahmen zulasten der Versicherten ab. Dabei ist sie nicht allein.
Wie können in Zukunft Krankheiten behandelt werden? Welche Ideen für die medizinische Versorgung von morgen gibt es? Diesen Fragen geht das Wissenschaftsjahr 2026 nach, das Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) gestern in Berlin eröffnete. Ein Schwerpunkt ist die geschlechtersensible Medizin. Forschung und Versorgung sollen gestärkt werden.
Trotz grundsätzlicher Skepsis gegenüber Abgabeerhöhungen drängen nun auch CSU-Experten auf Anhebung der Tabaksteuer. Mit den zu erwartenden Mehreinnahmen könne man dann auch die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel senken, meint der Bundestagsabgeordnete Hans Theiss. Dass Schokoriegel niedriger besteuert würden als wichtige Medikamente, sei „vollkommen absurd“.
Ein Wegfall von Zöllen in wachsenden Märkten – die Fortschritte beim Mercosur-Abkommen wirken auf den ersten Blick wie lang ersehnte gute Nachrichten für die EU-Pharmabranche. Dabei stehen der Absatzerweiterung aber durchaus einige Hürden im Weg: Denn Staaten wie Brasilien sind keineswegs Pharma-Entwicklungsländer.
Die Ergebnisse der ressortübergreifenden Evaluation der globalen Gesundheitsstrategie will BMG-Staatssekretärin Kohfeld nicht als „Neuschreibung der Strategie“ verstanden wissen, sondern als „Akzentverschiebung innerhalb bestehender Prioritäten“. Die Bundesregierung will Prävention statt Reaktion und ihren Einfluss in Europa und der Welt nutzen.
Mit dem Pharma- und Medizintechnikdialog will die Bundesregierung die industrielle Gesundheitswirtschaft stärken. Dazu haben Ende November sechs Arbeitsgruppen ihre Arbeit aufgenommen. Diese und kommende Woche stehen zahlreiche Treffen an, bei denen diverse Themen auf der Agenda stehen.
Insgesamt verbindlicher und wesentlich weitgehender als der Kommissionsvorschlag ist der Entwurf, den Berichterstatter Tomislav Sokol (EVP) dem Europaparlament heute zum Critical Medicines Act vorlegt. Die Punkte zur Erweiterung der Förderregeln auf Arzneimittel außerhalb der offiziellen Liste und die gemeinsamen Erwerbsregeln dürften aber strittig sein.
Mit der Bavarian Health Cloud schlägt Bayern einen Alleingang ein. Unabhängig vom Forschungsdatenzentrum Gesundheit soll im Freistaat Gesundheitsdatenforschung betrieben werden. Einen Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium gab es dennoch.
In ihrer Verantwortung liegt die größte sozialpolitische Aufgabe dieser Legislaturperiode. Die kommenden Monate entscheiden darüber, ob Ministerin Warken als Reformministerin in die Geschichte eingeht oder am Anspruch scheitert. Findet sie einen Weg, aus dem Kahlschlag selbst unbeschadet herauszukommen?
Krankenkassen kritisieren, dass viele Kliniken das gutgemeinte Instrument der Pflegebudgets aus ökonomischen Gründen zweckentfremden. Qualifiziertes Pflegepersonal muss dort nun zunehmend wieder Hilfsarbeiten verrichten, gleichzeitig werden Servicekräfte eingespart. Gesundheitsministerin Warken spricht von Missbrauch und kündigt eine Überprüfung an.
Die Umsetzung der Krankenhausreform stockt, die Finanzen rutschen Richtung Milliardenloch und der Ministerin läuft die Zeit davon: 2026 dürfte entscheidend dafür werden, ob das deutsche Gesundheitswesen stabilisiert wird oder weiter erodiert. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert politischen Mut beim Umsetzen unbequemer, aber notwendiger Maßnahmen.
Der ganzheitliche Ansatz des Safe Hearts Plan wird national wie in den EU-Mitgliedstaaten von Gesundheitsexperten begrüßt. Gestern deutete die EU-Kommission an, wie es weitergehen soll. In Deutschland herrscht nicht nur in der Regierungskoalition, sondern darüber hinaus bereits ein Konsens zu einem, wenn auch noch oberflächlichen, Punkt des Aktionsplans.
Obwohl Berufsverbände lautstark einen Ärztemangel beklagen: Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte, die arbeitslos gemeldet sind, steigt seit einigen Jahren spürbar. Und regionale Zahlen zeigen, dass sich die Entwicklung weiter fortsetzt.
Die ständig steigenden Arzneiausgaben beunruhigen die Krankenkassen. Es brauche hier nun endlich mal umfassende Reformen, drängt der AOK-Bundesverband in einem Positionspapier. Vor allem die hohen und anfangs frei festlegbaren Preise für neue patentgeschützte Medikamente müssten begrenzt werden. Und auch für Impfstoffe brauche es eine Kostenregulierung.
Die meisten Arbeitsgruppen des Pharma- und Medizintechnikdialogs gehen nun in die zweite Runde. Doch in Teilnehmerkreisen werden vor der morgigen Sitzung der AG 4 Sorgen geäußert, dass die Berücksichtigung des sich derzeit rapide ändernden globalen Umfelds einem starren Fahrplan anheimfallen könnte. Auch die Stellungnahmen adressieren den globalen Kontext.
Zahlreiche Daten bleiben im Gesundheitswesen ungenutzt, bemängelt der Bundesverband Managed Care. Mit einer heute erscheinenden Publikation will der Verband einen Überblick über die Möglichkeiten der Datennutzung und des Einsatzes von KI geben.
Niedergelassene sind beim Praxisbetrieb auf funktionierende Praxisverwaltungssysteme (PVS) angewiesen. Die Performance zwischen den einzelnen PVS unterscheidet sich allerdings stark, ist bei den einzelnen Systemen jedoch recht konsistent. Das zeigt das aktuelle PVS-Ranking des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland.
Noch hält sich das Bundesgesundheitsministerium bedeckt, wie es das Primärversorgungssystem aufstellen und im System integrieren möchte. Einigkeit herrscht auf Stakeholder-Ebene bei einigen zentralen Bausteinen – auch, wenn die Vorstellungen zur Ausgestaltung in entscheidenden Fragen auseinandergehen.
Die geplanten Verbote von Fernverordnung und Versand von Medizinalcannabis sind hochstrittig – und das spiegelt sich auch in den Stellungnahmen zum Gesetzesentwurf wider, der heute im Gesundheitsausschuss diskutiert wird. Die meisten Interessenvertretungen sehen das Problem der Telemedizin-Plattformen, die Lösungswege aber liegen weit auseinander.
Neben dem Forschungsdatenzentrum Gesundheit entsteht mit Sphin-X ein weiterer Gesundheitsdatenraum. Ob die Daten zwischen dem staatlichen und industriegetragenen Projekt interoperabel sind, muss sich noch zeigen. Auch, ob sie den Anforderungen des EHDS entsprechen. Währenddessen regen sich Sorgen bezüglich der Datensicherheit innerhalb der Infrastrukturen.
Der regionale Mangel an Pflegekräften erhöht die Sterblichkeit in den Krankenhäusern und verringert die Lebenserwartung der dort lebenden Menschen. Diesen beunruhigenden Nachweis erbrachte jetzt eine Studie zu den Folgen der Fachkräfteabwanderung in der Grenzregion zur Schweiz, wo professionell Pflegende deutlich besser bezahlt werden.
Im Jahr 2026 feiert der Wellcome Trust sein 90-jähriges Bestehen. Stiftungs-CEO John-Arne Røttingen spricht im Interview über die Pläne für dieses Jahr, den Umgang mit weniger Mitteln in der globalen Gesundheitsforschung, Erwartungen an Deutschland und darüber, ob Wissenschaft und der Zugang zu Datenbanken noch unabhängig genug sind.
Eine neue EU-Richtlinie soll die Herausgabe digitaler Daten erleichtern. Ein Berufsverband schlägt nun Alarm: Die Regelung könnte auch ePA-Daten betreffen. Während fachpolitische Sprecher auf bestehende Regelungen verweisen, warnt ein Digitalrechtler aber vor Lücken im Schutz von digitalen Gesundheitsdaten vor Ermittlungsbehörden.
Mit dem ALBVVG eingeführte pauschale Preiserhöhungsmöglichkeiten zur Stabilisierung der Lieferketten und Versorgung von Arzneimitteln werden von den Krankenkassen wenig überraschend abgelehnt. Diese würden von Pharmaunternehmen aber auch nur in geringem Umfang genutzt, so der GKV-Spitzenverband in seiner Evaluation im gesetzlichen Auftrag.
Die Diskussion der globalen Auswirkungen des Mitte Dezember zusammen mit dem US-Verteidigungsbudget verabschiedeten Biosecure Acts auf Biopharma-Unternehmen ist das zentrale Thema der heute beginnenden 44. J.P. Morgan Healthcare Conference und begleitenden Biotech Showcase-Investorenkonferenz in San Francisco. Was bedeuten die Regeln für Europa und China?
Ein Jahr voller Hoffnungen und Enttäuschungen liegt hinter Deutschlands Kliniken. Zwischen Reformchaos, wachsender Bürokratie und neuen finanziellen Fragezeichen steigt die Sorge, ob die Krankenhausreform ab 2026 wirklich trägt – oder die Versorgung weiter unter Druck setzt.
Die Zeit für eine gleichberechtigte Verhütung sei reif, machte gestern der Europaabgeordnete Peter Liese deutlich. Daher seien er und die EU-Parlamentsvizepräsidentin Katarina Barley mit der Europäischen Arzneimittelagentur in Gesprächen. Die EMA kündigte bereits Vereinfachungen für eine Zulassung an.
Abhängigkeit von ärztlichen Verordnungen, ein niedriger Akademisierungsgrad und Nachteile gegenüber anderen Gesundheitsfachberufen bei der Ausbildungsvergütung – diese Missstände beklagt der Verband für Physiotherapie. Die Lösungsansätze dafür hat er angesichts klammer Kassen bereits angepasst.
Ein politisches Experiment geht zu Ende – und fällt durch. Vor über sieben Jahren startete Deutschland mit großen Zielen in die nationale Reduktionsstrategie. Heute zeigt sich, dass Freiwilligkeit kaum Wirkung hatte. Welche Bedingungen eine echte Zuckerreduktion braucht, und wie die Bevölkerung darauf reagieren würde.
Ob GKV-Finanzreform, bessere Patientensteuerung oder Prävention: 2026 muss sich gesundheitspolitisch endlich etwas bewegen. Diese Forderung erhob Ärztepräsident Klaus Reinhardt gestern bei seiner Neujahrspressekonferenz. Gleichzeitig zeigte er sich beunruhigt über die zunehmende Gewalt gegen Mediziner und drängte auf deutlich härtere Strafen.
Die USA schotten ihren Pharmamarkt zunehmend ab – und setzen damit globale Preisstrukturen unter Druck. Für Deutschland, traditionell ein Früheinführungsland für neue Arzneimittel, könnten sich dadurch Markteintritte verzögern. Davor wird auch im neuen Report „Biopharma Trends 2026" der Boston Consulting Group gewarnt.
Schon seit längerer Zeit gibt es von verschiedenen Ärzteverbänden scharfe Kritik an Medizinischen Versorgungszentren, die von Investorengruppen getragen werden. Besonders laut ist die Kritik aus Bayern. Dort pocht man darauf, dass eine Ankündigung im Koalitionsvertrag für ein „iMVZ-Regulierungsgesetz“ schnell umgesetzt wird.
Für 2026 hat Bundesgesundheitsministerin Warken zwei Digitalgesetze angekündigt. Auch ein neues E-Rezept könnte im Laufe des Jahres seinen Weg in die Regelversorgung finden. Zudem stehen weitere Fristen für Cybersicherheit und die elektronische Patientenakte an. Abgeordnete formulieren zusätzlich Wünsche an 2026 für die Digitalisierung im Gesundheitsbereich.
Seit dem Wochenende herrscht im Berliner Südwesten Chaos. Auch Krankenhäuser waren vom dortigen Stromausfall betroffen, einfachste Dinge funktionierten trotz Notstromaggregaten nicht mehr. Der Strombetreiber hat sie zwar schnell wieder ans Netz angeschlossen, dennoch stellt sich die Frage: Wie gut sind Gesundheitseinrichtungen auf größere Krisen vorbereitet?
Pharmadialog in Deutschland, der Biotech Act I auf europäischer Ebene: Das Jahr wird ereignisreich für die gesamte Branche, die auf Weichenstellungen in ihrem Sinne hofft. Ein Ausblick auf die kommenden Monate.
Der 39. Chaos Communication Congress zeigt, wie abhängig Staat und Gesellschaft von großen Tech-Konzernen geworden sind – und wie riskant staatliche Digitalprojekte ohne Transparenz und Kontrolle werden können. Expertinnen warnen vor strukturellen Fehlern und politischen Versäumnissen – und sehen etwa Sicherheitslücken bei der ePA nur notdürftig überklebt.
Nach den dürftigen Ergebnissen der Bund-Länder-AG soll es nun ganz schnell gehen: Möglichst bis Ende 2026 will die Koalition die versprochene nachhaltige Pflegereform beschlossen haben, denn spätestens dann sind alle finanziellen Spielräume ausgereizt. Doch wie soll das angesichts der nach wie vor völlig divergierenden Konzepte funktionieren? Ein Ausblick.
Ministerin Warken macht bei der Bundesrats-Abstimmung zum BEEP Zusagen für die anstehenden KHAG-Verhandlungen, nachdem die SPD genau dies im Vermittlungsausschuss ausschloss. Die SPD hat das Verfahren jetzt vorerst auf Eis gelegt. Und nun beschwört auch G-BA-Chef Hecken die Koalition, gegenüber den Ländern hart zu bleiben.
Die DSGVO steht derzeit auf dem Prüfstand. Auch die Gesundheitsbranche fordert Reformen, etwa um die Forschung zu erleichtern. Dabei könnte vorhandener Spielraum bereits jetzt genutzt werden.
Loggen sich Versicherte über den Browser in ihr Nutzerkonto ein, ist das Sicherheitsniveau geringer als über die App ihrer Krankenkasse. IT-Standards unterscheiden sich außerdem zwischen den Kassen. Das BSI zeigt, welche Verfahren wie sicher sind, die Bundesdatenschutzbeauftragte verweist auf die Datenschutzgrundverordnung.
Eine Umfrage im Auftrag der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit zeigt weiterhin hohen Aufklärungsbedarf bei Bürgern zum Umgang mit der elektronischen Patientenakte. McKinsey empfiehlt im neuen E-Health-Monitor die „Anreicherung der Akte mit Zusatzdiensten“.
Der drastische Anstieg der Beiträge in der GKV hat auch die Zahl der Menschen steigen lassen, die ihre Kasse wechseln. Allerdings: Wenn private Online-Portale an einem Wechsel beteiligt sind, können beträchtliche Provisionen fließen. Der Sozialverband VdK und Patientenstellen sehen eine Fehlentwicklung. Auch aus Kassenkreisen kommt Kritik.
Der Kabinettsbeschluss für die Apothekenreform ist gefallen, doch das Kompetenzgerangel dürfte trotz einiger Zugeständnisse noch nicht am Ende sein. Einmal mehr verspricht Warken den Apothekern zudem, das Apothekenfixum im nächsten Jahr, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, zu erhöhen. Angesichts des erforderlichen GKV-Sparkurses ein gewagtes Unterfangen.
Deutschland holt bei der Zahl der als Innovationsindikator betrachteten klinischen Studien wieder auf. Das meldet der Verband forschender Arzneimittelhersteller, der sein weltweites Ranking der Standorte für industriefinanzierte klinische Studien aktualisiert hat. So sieht die Verteilung der Studien auf die Hauptindikationen aus.
Die Website dransay.com ist wohl das herausragendste Beispiel für eine Online-Rezeptemühle: Cannabisblüten werden wie beim Onlinehändler angeboten, THC-Weingummies in Newslettern beworben und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen feilgeboten. Ein Cannabishändler erwirkte nun eine einstweilige Verfügung – deren Durchsetzung sich aber als schwierig herausstellt.
Die Koalition einigt sich auf eine Protokollerklärung und Gesetzesanpassung zum GKV-Sparpaket, das damit heute den Vermittlungsausschuss passieren dürfte. Es gibt Abstriche am Vorschlag der DKG und klare Forderungen an die Ministerin, im nächsten Jahr zu sparen.
Anders als beim Kampf gegen den Krebs fehlte bislang ein harmonisierter Ansatz für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und damit verbundenen Krankheiten in der EU. Mit dem „Safe Hearts Plan“ hat die EU-Kommission gestern einen umfassenden Aktionsplan vorgestellt, der bei den Europaabgeordneten auf viel Zustimmung stieß.
Das ganze Jahr über hat die Kommission am ersten Aufschlag zum Biotech Act I und der Reform der Medizinprodukteverordnung gearbeitet, nun sind die Vorschläge öffentlich. Mehr Förderung und bessere Bedingungen für klinische Studien sollen der Biotech-Branche helfen, die MDR soll präzisiert und verschlankt werden, ebenso die Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Muss die Sicherstellung von Pflege zur Pflichtaufgabe kommunaler Daseinsvorsorge werden? Diese Forderung erhebt nun der Sozialverband VdK angesichts zunehmender Versorgungslücken. Städte und Gemeinden benötigten mehr Planungskompetenzen und entsprechenden Handlungsdruck, so Präsidentin Bentele. Die bisherige „Verantwortungsdiffusion“ sei nicht zielführend.
Die Wirkung des Medizinforschungsgesetzes entfaltet sich allmählich. Und trotz einigem Zuspruch dürften die umgesetzten Maßnahmen wohl kaum das Ende der Forschungs-Booster-Reformen sein. Auch im Pharma- und Medizintechnikdialog werden bereits Ideen für ein MFG 2.0 gesammelt. Manche Verbesserung lässt sich aber auch ohne den Gesetzgeber umsetzen.
In einer vernetzten Welt, in der Krankheiten sich rasch über Grenzen hinweg ausbreiten, setzt die WHO mit ihrer Initiative „Epidemic Intelligence from Open Sources“ (EIOS) neue Maßstäbe für die Früherkennung von Gesundheitsbedrohungen. Im Interview sprechen Yasmin Rabiyan und Johannes Schnitzler über Chancen und Risiken der KI-basierten Quellenanalyse.
Trotz deutlicher Beitragserhöhungen ist es den Innungskrankenkassen bisher nicht gelungen, ihre Rücklagen auch nur in die Nähe der gesetzlichen Vorgaben aufzufüllen, so eine aktuelle Analyse des BKK-Dachverbands. Gleichzeitig schrumpfen die Versichertenzahlen des IKK-Systems.
Heute muss der frühere Gesundheitsminister Jens Spahn seine Masken-Käufe erläutern. Erstmals wird auch Sonderermittlerin Margaretha Sudhof öffentlich sprechen. Wie gefährlich wird das für Spahn?