Ein gemeinsamer europäischer Datenraum soll verstreute Informationen aus Landwirtschaft und Ernährungsbranche zusammenführen, Innovationen befeuern und Landwirten wie Behörden Arbeit abnehmen. Noch wird an dem System gebaut, doch was es können soll, kann man an acht möglichen Anwendungsfällen nachvollziehen.
Zwei Jahre nach Übergabe der Empfehlungen des Bürgerrats Ernährung an den Deutschen Bundestag kritisieren Teilnehmende fehlende politische Konsequenzen. Während Koalition und Opposition Verantwortung hin- und herschieben, bleibt von den Vorschlägen bislang wenig Konkretes übrig. Obwohl es in den Fraktionen durchaus Offenheit für bestimmte Vorhaben gibt.
Zwischen Traktor und Pflege der Schwiegereltern tun sich Landwirte zunehmend schwerer mit ihrer Arbeit. Hinzu kommt, dass aufgrund des stärkeren Bewusstseins für Tierwohl und Klimawandel der Druck auf die Landwirtschaft wächst. Die Folge: eine zunehmend hohe Belastung für Hofbetreibende und ein steigender Bedarf an Hilfsangeboten.
Immer größer werden Klimarisiken und -schäden, doch Europa kommt mit seinen Bemühungen nicht hinterher. Das attestiert der EU-Kommission ein neuer Bericht ihres Wissenschaftlichen Beirats für Klimawandel. Die Lücken sind teils groß, gerade auch mit Blick auf den Agrarsektor. Aber: Die Studie kommt zum richtigen Zeitpunkt.
US-Präsident Donald Trump ist seit einem Jahr wieder im Amt. Seitdem sorgt seine Zollpolitik regelmäßig für Furore. Trotzdem bleiben sowohl Import als auch Export für die EU und auch Deutschland stabil. Warum der Leiter des Thünen-Instituts für Marktanalyse, Martin Banse, auch für die kommenden Jahre zuversichtlich bleibt.
Das Wackeln der brasilianischen Anti-Entwaldungs-Allianz gilt einigen als ihr faktisches Ende: Agrarhandelsexperten prognostizieren spürbare Verwerfungen, Umweltschützer sehen eine „Lizenz zur Entwaldung“. Denn die EUDR kann die Leerstelle (noch) nicht füllen. Was daraus folgt und wie eine Brückenlösung aussehen könnte.
Der erste Entwurf für die Gemeinsame Agrarpolitik lässt die Biobranche erzittern. Zwar hat sich die EU auf die Fahnen geschrieben, dass 2030 ein Viertel der landwirtschaftlichen Fläche biologisch bewirtschaftet wird. Doch der neue Förderkatalog lässt Zweifel aufkommen, wie ernst man das Ziel verfolgen will. Die Bioverbände bringen sich in Position.
Die von Özdemir ins Leben gerufene Biostrategie zur Stärkung des Ökolandbaus hat es in den schwarz-roten Koalitionsvertrag geschafft. Doch welchen Wert hat eine Strategie ohne ambitioniertes Ziel und Gelder für die Umsetzung? Eine Branche mit Rekordumsätzen, wachsender Nachfrage, aber zu geringer Urerzeugung verdaut gerade den Kurswechsel in Berlin.
Norwegen und Großbritannien zeigen mit Werbeverboten und Zuckerabgaben, wie progressive Ernährungspolitik funktionieren kann. Hierzulande scheint es derweil am nötigen politischen Willen zu mangeln. Ohne mehr Ambition droht Deutschland im europäischen Vergleich allerdings den Anschluss zu verlieren. Diese Forderungen stellt die Wissenschaft.
Die Biobranche sieht in der Außer-Haus-Verpflegung den entscheidenden Hebel für mehr Bio-Fläche und stabile Nachfrage. Doch im neu strukturierten Ministerium rücken Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit in den Vordergrund. Was das womöglich für eine verpflichtende Bio-Quote bedeutet.
Die Aufstellung der (Schatten-) Berichterstatter für die Verhandlungen zur nächsten Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik ist jetzt komplett. Background hat sich mit den Vertretern von EVP, Renew und Grünen über ihre Prioritäten für die anstehende Aufgabe ausgetauscht.
Die Regierung muss beim Klimaschutz auch in den Sektoren Landwirtschaft und Landnutzung nachbessern. Der in dieser Woche durchgestochene Entwurf des Klimaschutzprogramms verspricht zwar mehr Förderungen in diesen Bereichen. Das BMUKN rechnet aber weiterhin mit einem Verfehlen der Klimaziele.
Angesichts der fallenden Rohmilchpreise hat der Landwirtschaftsminister zum Milchgipfel geladen. Er hörte zu, hielt sich aber mit Lösungsvorschlägen zurück. Jedenfalls scheinen Eingriffe in den Markt ausgeschlossen. Über die Forderungen von Interessenverbänden und Antworten aus dem Ministerium berichtet Friederike Stahmann.
Beim Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs ringt die EU um Konsens. Während Kanzler Merz mehr Bürokratie abbauen will, will Macron mit einer „Made in Europe“-Quote die Industrie schützen. Währenddessen sorgen sich Umweltverbände und Opposition um den Verlust europäischer Umweltstandards.
Mit einem ungeeinten Entwurf in die Verbändeanhörung zu gehen, ist gewagt – am Ende stehen im Kompromiss womöglich Passagen, die sehr überraschen. Das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz, das nun im Kabinett war, hat einen solchen wunden Punkt. Womöglich mit Folgen für die Zukunft der Mehrwegsysteme in Deutschland, berichtet Theresa Crysmann.
Damit der Übergang zu den neuen Regeln der novellierten EU-Verpackungsverordnung glatt läuft, war nicht nur das Bundesumweltministerium fleißig. Mit digitalen Lösungen und innovativen Produktionsmethoden zeigt das Repack-Netzwerk, wie Verpackungen und Mehrwertlogistik zukunftsfest werden.
Christoph Gröblinghoff ist Vice President und Vorsitzender der Fendt-Geschäftsführung. Als Marke des US-Konzerns AGCO ist Fendt in besonderer Weise von der amerikanischen Zoll- und Handelspolitik betroffen. In Sachen Technologieoffenheit und Innovationen hingegen stößt der Landtechnikhersteller vor allem in Deutschland auf Hindernisse.
Die Regierung muss beim Klimaschutz nachbessern. Ein Entwurf, der Background vorliegt, verspricht zwar mehr Förderungen für bereits gut funktionierenden Klima- und Umweltschutz. Das BMUKN rechnet aber weiterhin mit einem Verfehlen der Klimaziele, ergibt eine erste Analyse.
Unternehmen leben von der Natur und zerstören sie zugleich. Ein neuer Bericht des Weltbiodiversitätsrats fordert Unternehmen auf, sich für den Umweltschutz zu engagieren. Einige deutsche Firmen machen sich bereits auf den Weg, aber die Anreize dafür fehlen noch.
Ein zu großer Gestaltungsspielraum für die Mitgliedstaaten kann den „Wettbewerb nach unten“ begünstigen und Planungssicherheit für die Landwirte verhindern. Diesen Bedenken hat sich nun auch der EU-Rechnungshof in seiner gestern veröffentlichten Stellungnahme angeschlossen.
Auf der Leitmesse Fruit Logistica treffen sich Tausende Branchenvertreter in Berlin. Für die Branche war es kein leichtes Jahr, helfen will das BMLEH mit seiner Exportstrategie. Entlang der Lieferkette verändern derweil KI und Automatisierung das Geschäft. Die Trends des globalen Obst- und Gemüsehandels.
Europa ist der weltweit größte Produzent von Olivenöl. Doch die Produktion lässt nach. Es drängt zunehmend Öl aus Drittstaaten auf den europäischen Markt. Zudem stellt der Klimawandel den Anbau vor Herausforderungen. Wird das zur Bedrohung für Europas Erzeuger?
Die Anbindehaltung bei Rindern steht seit Jahren in der öffentlichen Kritik. Zur Grünen Woche forderten 350 Tierärzt:innen in einem offenen Brief das Ende von physischen und psychischen Belastungen für die Tiere. Nun geht Niedersachsen voran und beendet die Fixierung von Rindern.
Eine Überschwemmung des europäischen Marktes mit Rindfleisch, wieder mehr Entwaldung in Südamerika, ein Aushebeln von Umweltstandards – die Sorgen um mögliche Folgen des Mercosur-Abkommens sind vielfältig. Das Thünen-Institut hat sich Punkt für Punkt angeschaut. Ein Großteil der Bedenken lässt sich der Analyse zufolge entkräften.
Die EU-Kommission plant eine Art Befreiungsschlag in Sachen Pflanzenschutz. Wie umfassend dieser ausfallen wird, kommt letztlich auf die Neigung in EU-Rat und Europaparlament an. Bei beiden Mitgesetzgebern kommen die Vorarbeiten nun in Schwung.
So innovativ der Agrarsektor in Deutschland auch ist, setzen Landwirt:innen technologische Fortschritte und digitale Lösungen längst nicht flächendeckend ein. Warum unter anderem der europäische Agrardatenraum für die Akzeptanz eine entscheidende Rolle spielt und Digitalisierung die Grundlage für nachhaltigeres Wirtschaften ist, erläutert Jörg Dörr.
In Frankreich und Spanien selbstverständlich, in Deutschland oft undenkbar: kostenloses Leitungswasser im Restaurant. Obwohl es eine EU-Initiative gab, scheiterte die Pflicht am Parlament und Lobbydruck. Dabei könnte kostenloses Leitungswasser die Trinkkultur verändern.
Schleswig-Holstein macht ernst in Sachen Zuckersteuer. Trotz Widerständen aus der Bundes-CDU hält der Landesverband an einem Antrag für den Bundesparteitag Ende Februar fest. Auch in der Landesregierung nimmt der Vorschlag für eine Initiative im Bundesrat Gestalt an. Was bislang darüber bekannt ist.
Die Vorschläge der EU-Kommission für die nächste Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik sind hart am Bruch der europäischen Verträge, kritisiert der EVP-Abgeordnete Norbert Lins. Im Gespräch mit Susanne Ehlerding fordert er ein dezidiertes Budget und klare europäische Korridore für Agrarumwelt-, Klima- und Tierwohlmaßnahmen.
Ein strenger Winter mit Dauerfrost, Eis und Schnee hat Deutschland im Griff – ein Idyll? Eher nicht. Denn seit Monaten ist es viel zu trocken, warnt der Deutsche Dürremonitor. Das kann gerade in Brandenburg, das bei den Niederschlägen ohnehin zu Deutschlands Schlusslichtern zählt, weitreichende Folgen haben.
Noch vor Ende des Jahres soll die Ukraine in Sachen Pflanzenschutz anfangen, europäische Standards einzuhalten. Das gilt als Voraussetzung, damit in den Beitrittsverhandlungen das Kapitel zur Landwirtschaft angefasst wird. Was auf Papier eine logische Forderung ist, gestaltet sich in der Umsetzung aber alles andere als einfach.
Die Umweltpolitiker der Länder lehnen ein generelles Wahlrecht zwischen realer und finanzieller Kompensation bei Infrastrukturbauten ab, dringen damit aber nicht durch. Ein Naturflächenbedarfsgesetz soll bis Ende Februar kommen.
Dänemark hat den Einsatz von sechs Pestizidwirkstoffen verboten, die zu Trifluoressigsäure abbauen – eine Ewigkeitschemikalie, die aus der PFAS-Familie stammt und die Fortpflanzung gefährdet. Schweden und Norwegen prüfen die Substanzen nun ebenfalls. Die Kosten für die Reinigung des Trinkwassers könnten in die Milliarden gehen.
Nach dem Kabinettsbeschluss von Dezember geht es schnellstmöglich weiter: Im Bundesrat stand am Freitag der Wolf auf dem Programm. Die Länder warnten vor zusätzlichen Vorgaben im deutschen Gesetz, die Brüssel nicht verlange. Dennoch zeigten sie sich erleichtert über das begonnene parlamentarische Verfahren.
Die Diskussion um das neue Düngegesetz nimmt Fahrt auf. Nachdem das Bundeslandwirtschaftsministerium seinen ersten Entwurf präsentiert hat, erklärt der Agrarwissenschaftler Friedhelm Taube, warum Weser und Ems immer noch stark stickstoffbelastet sind und was man dagegen tun müsste.
Mit dem Kritis-Dachgesetz setzt der Bund neue Maßstäbe für den Schutz kritischer Infrastrukturen – auch für die Lebensmittelversorgung. Risikoanalysen, Resilienzpläne und Meldepflichten werden Pflicht, doch viele Details bleiben offen. Ein Überblick über Inhalte, Neuerungen und Kritik.
Statt den Sektor links liegen zu lassen, werden EU-Agrarexporte und -importe im neuen Handelsvertrag mit Indien also doch bedacht. Ob eine Lehre aus den Kämpfen um Mercosur und Co. oder schlicht ein Gleichziehen mit dem Partnerland, dessen Kleinbauern als besonders verletzlich gelten: Das Ergebnis stimmt vorerst viele zufrieden.
Eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke kann den Konsum auch hierzulande deutlich senken, gesundheitliche Effekte bleiben jedoch begrenzt und sind stark vom Steuerdesign abhängig. Das zeigt eine neue Studie des PKV-Wissenschaftsinstituts, die internationale Untersuchungen und deutsche Modellrechnungen ausgewertet hat.
Heute stimmt der Umweltauschuss im Europäischen Parlament über das Trilogergebnis zu den Neuen Genomischen Techniken ab. Diese Verfahren nutzt der Molekularbiologie Dario Leister, um Pflanzen schneller an wechselnde Lichtverhältnisse anzupassen, was den Ertrag steigert. Das Ziel seines Teams ist ein schwarzes Blatt.
Teilzeit als „Lifestyle“? Der Vorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels, den Rechtsanspruch einzuschränken, sorgt für heftigen Gegenwind und spaltet Politik, Gewerkschaften und Wirtschaft. Während die NGG-Gewerkschaft vor Realitätsferne warnt, begrüßen Handel und Gastgewerbe die Debatte und fordern bessere Rahmenbedingungen für Vollzeit.
Die Grüne Woche wirbt mit Klimaschutz und Ressourcenschonung. Trotzdem bleiben jedes Jahr Tonnen an Lebensmitteln übrig. Was die Messewirtschaft an Resten nicht vermeiden kann, sammelt die Berliner Tafel ein. Das wirft die Frage auf, wie nachhaltig das Messe-System wirklich ist.
Wie viel Beteiligung verträgt Wissenschaft? Die Präsidentin des Max Rubner-Instituts, Tanja Schwerdtle, spricht im Interview über Lehren aus dem umstrittenen Stakeholderprozess zur Reduktionsstrategie, neue Wege im Ernährungsmonitoring und darüber, warum was und wie wir essen nicht ideologisch, sondern evidenzbasiert diskutiert werden sollte.
Für Palmöl war der Hammer schon gefallen, jetzt soll auch Sojaöl nicht mehr als nachhaltig gelten: Weil die Anbaufläche auf Kosten von Wäldern massiv gestiegen ist, plant die Kommission, den Rohstoff für Biokraftstoffe in die Kategorie mit hohem Risiko für indirekte Landnutzungsänderung einzustufen. Wie hilfreich dies tatsächlich ist, ist jedoch umstritten.
Für die Dauer ihres Vorsitzes in der Agrarministerkonferenz versteht sich Michaela Kaniber als Mediatorin. Die CSU-Ministerin will einen Interessenausgleich zwischen den Bundesländern, sowie zwischen kleinen und großen Betrieben herstellen. Ihre „bayerischen“ Themen wie Anbindehaltung und Weidepflicht behält sie dabei fest im Blick.
Auf der Grünen Woche präsentieren zahlreiche Start-ups und Forschungseinrichtungen Innovationen für die Agrarwirtschaft der Zukunft. Das Spektrum reicht dabei von smarter Qualitätskontrolle bis zu hitzeresistenten Getreidesorten. Ein Einblick, wie sehr Künstliche Intelligenz und Digitalisierung die Landwirtschaft prägen.
Seit 2011 steht „Wir haben es satt“ für die Stimme der nachhaltigen Landwirtschaft. Doch die Teilnehmerzahlen sinken, während Kritik von rechts wächst. Woran liegt es, dass ein Thema wie Landwirtschaft immer weniger Menschen auf die Straße bringt? Die Protestforscherin Birgit Peuker ordnet die Lage ein.
Hilfe für ostpreußische Bauern, Ernährungskrise, Subventionen, Gemeinsame Agrarpolitik und Nachhaltigkeitsversprechen: Tagesspiegel Background nimmt Sie mit auf eine agrar- und ernährungspolitische Zeitreise in die vergangenen 100 Jahre.
Im Dezember protestierten Milcherzeuger:innen lautstark gegen niedrige Butterpreise im Handel. Auf der Grünen Woche diskutierten nun Stakeholder und Parlamentarier:innen über den richtigen Weg aus der Milchkrise.
Mit knapper Mehrheit hat das Europäische Parlament beschlossen, den Europäischen Gerichtshof anzurufen, um Rechtsfragen um das Mercosur‑Abkommen zu klären. Der Schritt wird die Ratifizierung wohl verzögern, ein vorläufiges Inkrafttreten wäre aber möglich. Die Reaktionen auf die Abstimmung sind sehr unterschiedlich – auch innerhalb von Parteien.
Die Stimmung ist geladen, die Geschütze im Handelsstreit zwischen Brüssel und Washington sind es auch. Während die „Handels-Bazooka“ der EU die Schlagzeilen dominiert, blickt die hiesige Landwirtschaft mit Unwohlsein auf die Liste an EU-Gegenzöllen, die kurzfristig deutlich durchschlagender wären. Nicht nur für die US-Branche.
Eine neue Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen fordert mehr Vielfalt beim Anbau von Nutzpflanzen. Das soll die Landwirtschaft widerstandsfähiger machen. Als eine große Hürde haben die Forschenden fehlende Absatzkanäle für die neuen Kulturen ausgemacht.
Für Kraft- und Heizstoffe gibt es ihn, für Nahrungsmittel könnte er auch kommen: Ein CO2-Preis auf alle Lebensmittel dürfte laut einer neuen Studie ein Win-Win für alle werden. Bei geringem Aufpreis für Verbraucher sehen Experten große Gewinne für Klima- und Umweltschutz. Einige Herausforderungen gibt es aber doch, schreibt Theresa Crysmann.
Wasserknappheit ist keine Krise, die sich wieder eindämmen lässt. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht von Forschenden an der Universität der Vereinten Nationen. Die Landwirtschaft ist der treibende Faktor – und gleichzeitig am meisten von den Folgen immer ungleicher verteilter Wasserressourcen betroffen.
Die ostdeutschen Bundesländer haben sich zusammengeschlossen und eine Erklärung zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 verfasst. Wichtigste Forderung ist, dass die Kommission ihre Pläne zur Kappung der Direktzahlungen zurücknehmen soll. Doch auch fehlende Änderungen bei der Junglandwirteförderung könnten zum Nachteil der Betriebe im Osten werden.
Microharvest produziert Protein aus landwirtschaftlichen Reststoffen, mithilfe mikrobieller Fermentation. Als Lebensmittel für den Menschen läuft derzeit das EU-Zulassungsverfahren. Im Interview spricht Mitgründer Jonathan Roberz über Technologie, Skalierung, Regulierung und darüber, warum Proteine ein unterschätztes Zukunftsthema sind.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat einen noch unabgestimmten Entwurf für das neue Düngegesetz in Umlauf gebracht. Gegenüber einem Leak von Dezember ist darin das Monitoring genauer beschrieben. Für Ausnahmen in Roten Gebieten enthält der Entwurf eine Verordnungsermächtigung.
Knapp ein Jahr nach dem Wechsel von der Regierungs- auf die Oppositionsbank nehmen die Grünen die Agrarpolitik Rainers ins Visier. Denn während Schwarz-Rot auf Subventionen und Sparpolitik setzt, wirft die Opposition der neuen Regierung Stillstand und Rückschritt vor. Die Grüne Woche bietet traditionsgemäß dazu den passenden Anlass.
Kaum vorgestellt, sorgt der „Deutschlandkorb“ für Wirbel in den Medien. Kritiker werfen der SPD Symbolpolitik vor – echte Vorschläge gegen steigende Lebensmittelpreise würden anders aussehen. Initiator Esra Limbacher erklärt, dass der Vorschlag eine Debatte ausgelöst habe, die längst überfällig war.
Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat im Rahmen der Grünen Woche ihre Ziele für Bayerns Vorsitz bei der Agrarministerkonferenz vorgestellt. Klare Vorstellungen hat die CSU-Politikerin im Hinblick auf die neue GAP. Kein Problem hätte sie mit einer Kappung. Sollte diese nicht kommen, will sie zu Plan B greifen.
Während die EU-Kommission versucht, den Bauern ihre Pläne für die nächste GAP mit Mittelaufstockungen schmackhaft zu machen, hält sie weiter am flexiblen Umgang mit Umweltstandards fest. Trotz Kritik von Umweltverbänden. Agrarkommissar Hansen verspricht, dass ein langer Anlauf und enge Absprachen einen Unterbietungswettbewerb in der Union verhindern sollen.
Forstverbände sehen in der EU-Wiederherstellungsverordnung eine Gefahr für Eigentum und Bewirtschaftung. Die Kritik? Praxisferne Vorgaben und fehlende Planungssicherheit. Mit einer neuen Kampagne unter dem Motto „NO W-VO DEAL“ fordern sie eine grundlegende Überarbeitung der EU-Pläne.
Die Eröffnungspressekonferenz der Grünen Woche machte sichtbar, wie stark die Landwirtschaft unter ökonomischem und politischem Druck steht. Vom Preisverfall über internationale Konkurrenz bis zur EU-Klimagesetzgebung: Verbandspräsident Rukwied warnte, die Wettbewerbsfähigkeit sei gefährdet – und forderte einen radikalen Schnitt bei der Regulierung.
Zum Jubiläum der Grünen Woche ist das Verhältnis zwischen Agrarpolitik und Ernährungsindustrie so entspannt wie lange nicht. Beim Jahresempfang des Lebensmittelverbands warb Bundesagrarminister Alois Rainer für weniger Regulierung und mehr Vertrauen – die Branche sparte nicht mit Schmeicheleien.
Berlin ist die Hauptstadt, wenn es um Bio-Lebensmittel geht. Der Boom hält an. Nicht nur im Supermarkt. Beim Schulessen liegt der Bio-Anteil bei 80 Prozent. Aber manche Lebensmittel werden knapp.
Grünlandschmetterlinge oder Bodenkohlenstoffgehalt? Bei der Wahl der Indikatoren zur Wiederherstellung der Biodiversität in der Landwirtschaft tut sich Deutschland schwer. Das Durchführungsgesetz steckt weiter im parteipolitischen Kleinklein fest. Nur für die Finanzierung hat der Bund eine große Summe locker gemacht.
Nicht einfach dürften die Verhandlungen zur kommenden Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik werden. Das ließ am Dienstag der Agrarkongress des Bundesumweltministeriums erahnen. Neben Degression und Kappung wird der größere Gestaltungsspielraum für die Mitgliedstaaten eher als Gefahr denn als Chance wahrgenommen.