Eine stärkere Inanspruchnahme von Programmkrediten hat die Rentenbank für das Geschäftsjahr 2025 und das erste Quartal 2026 verzeichnet. Außerdem hat die Förderbank eine neue Geschäftsstrategie entwickelt – und reagiert damit offensichtlich auch auf die Kritik des Bundesrechnungshofs an der Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrags.
Vor der heutigen Abstimmung zur NGT‑Verordnung im EU‑Ministerrat haben Bauern‑ und Bioverbände noch einmal ihre Bedenken vorgetragen. Die eigentliche Nagelprobe aber ist beim Votum im EU-Parlament zu erwarten – wahrscheinlich am 19. Mai. Ein Forschungsprojekt will dazu beitragen, dass Innovationen und Regulierung nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Ein internationales Expertengremium hat den Begriff Darmgesundheit jüngst erstmals einheitlich definiert. Daran beteiligt war Stephan C. Bischoff, Ernährungsmediziner und Professor der Universität Hohenheim. Im Interview erklärt er, warum die Definition nötig war, welche Rolle Ernährung spielt und warum er Nachbesserungen bei Health Claims fordert.
Die EU-Kommission hat eine delegierte Verordnung für drei CO2‑Entnahmetechnologien verabschiedet: Bio-CCS, Biokohle und Luftabscheidung. Sie sollen zertifizierbar werden, damit Betreiber erstmals handelbare CO2‑Gutschriften schaffen können. Nachhaltigkeitsauflagen sollen verhindern, dass Ökosysteme leiden.
Umweltminister Carsten Schneider will mit der Palu-Förderrichtlinie eine Trendwende in der Land- und Forstwissenschaft einleiten. Ambitionierte Ziele, die lange überfällig waren, kommentiert die Wissenschaft positiv. Erstmals werden auch finanzielle Verluste ausgeglichen. Katharina Kalinke gibt einen Überblick.
Die Koalition hat Wochen um das Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote gerungen. Nun haben sich Union und SPD geeinigt. Sie schieben strittige Punkte wie die Anrechenbarkeit von Biomethan in Raffinerien auf die Quote in einen Entschließungsantrag.
Mit dem Ganztagsanspruch ab 2026 steigt der Druck auf die Gemeinschaftsverpflegung. Kommunen und Schulen sehen sich mit komplexen Vergabeverfahren, unklaren Zuständigkeiten und Finanzierungsdefiziten konfrontiert. Gleichzeitig stellen sich Fragen zu Qualität und Teilhabe. Ein Stimmungsbild aus Politik, Verwaltung und Praxis.
Transporte sind für Tiere nicht selten eine Qual. Schon 2023 hat die EU-Kommission deshalb einen Vorschlag für die Überarbeitung der Tiertransportverordnung gemacht. Doch im EU-Parlament stockt die Zusammenarbeit zwischen Agrar- und Verkehrsausschuss. Wie es weitergehen könnte, erklärt die Berichterstatterin im Verkehrsausschuss Tilly Metz (Grüne).
Die EU‑Kommission plant, die Beihilferegeln der Union vorübergehend zu lockern, damit die Mitgliedstaaten die massiv gestiegenen Kosten infolge des Iran‑Kriegs abfedern können. Die Maßnahmen müssen allerdings bis Ende des Jahres begrenzt sein. Ein geleakter Entwurf des 19‑seitigen Papiers liegt Tagesspiegel Background exklusiv vor.
Gesundheitsministerin Nina Warken will die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern abschaffen. Das soll die Regeln an eine Arbeitswelt anpassen, die nicht mehr von der „Einverdiener-Ehe“ geprägt ist. Familienarbeitskräfte in der Landwirtschaft könnten das Nachsehen haben.
Die lang ersehnte „Palu-Förderrichtlinie“ des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz kann kommen: Die EU-Kommission hat am Montag grünes Licht gegeben. Noch sind viele Details offen, aber schon jetzt ist klar: Das ist ein Durchbruch.
Steigende Energiepreise könnten Lebensmittel teurer machen und haben die Debatte um Preisbeobachtungsstellen in Deutschland neu entfacht. Frankreich und Spanien setzen längst auf solche Instrumente. Doch helfen sie wirklich gegen Preisschocks oder liefern sie vor allem nachträgliche Erklärungen?
Die vom Koalitionsausschuss angekündigten Maßnahmen zur Entlastung von Wirtschaft und Verbrauchern bei den Spritpreisen kommen auch der Landwirtschaft zugute. Bauern- und Raiffeisenverband hätten sich jedoch ein umfassenderes Paket gewünscht. Die Bioenergiebranche dagegen zeigt sich zufrieden.
In der Energiekrise besinnt sich die EU-Kommission auf die erneuerbaren Energien und will die Elektrifizierung vorantreiben. Das könnte mittelfristig Kosten senken, hat Agora Industrie berechnet. Hersteller wie Ritter Schokolade geben dafür ein Beispiel. Die Düngeindustrie soll weiterhin kostenlose Zertifikate bekommen.
Angesichts steigender CO2-Kosten sieht sich die Düngemittelindustrie wirtschaftlich am Limit und ruft nach Erleichterungen beim Klimaschutz. EU‑Agrarkommissar Christophe Hansen signalisierte dazu am Freitag Gesprächsbereitschaft, will aber Kurs Richtung Klimaneutralität mit Biomethan halten.
Das Verbot von Anbindehaltung und nicht-kurativen Eingriffen kommt heute zurück auf die politische Tagesordnung. Die Anhörung im Bundestag basiert auf einen Antrag der Linksfraktion über ein neues Tierschutzgesetz. Johanna Michel hat die schriftlichen Stellungnahmen vorab ausgewertet.
EU‑Agrarkommissar Christophe Hansen fordert angesichts niedriger Getreidepreise und hoher Spritkosten eine stärkere Nutzung von Biokraftstoffen. Während der Branchenverband VDB Hansens Vorstoß begrüßt, warnen Umweltverbände, dass Biokraftstoffe die Transformation hin zu klimafreundlicher Mobilität bremsen könnten.
Der Agrarökonom Matin Qaim erklärt, warum Europa trotz des Konflikts im Iran vergleichsweise stabil bleibt und weshalb es Mut zu Veränderungen statt Abschottung braucht. Seiner Ansicht nach hat Europa beste Voraussetzungen für eine starke und nachhaltige Landwirtschaft.
Die aktuell hohen Düngerpreise führen zu einer Umweltentlastung. Einen Systemwandel aber können sie nicht bewirken. Dafür bräuchte es klare politische Vorgaben, meint der Agrarökonom Martin Banse. Außerdem müsste man dafür die Konsument:innen an Bord holen.
Eine kleine, aber wichtige Gruppe in der Mitte der Wertschöpfungskette hat großen Einfluss auf die Nachhaltigkeit des Ernährungssystems. Ein internationales Forschungsteam beschreibt ihre Rolle und wie die Politik diese Akteure in die Transformation des Sektors einbinden könnte.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium will den Tierschutz in Schlachthöfen verbessern. Kameras an neuralgischen Punkten sollen für Transparenz und weniger Tierleid sorgen. In seltener Einigkeit unterstützen Wirtschaft, Tierschutzverbände und die Länder das Gesetz – jedoch nur mit Nachbesserungen.
Die hohen Energiekosten infolge des Iran-Kriegs werden bald auf die Lebensmittel durchschlagen. Politiker, Gewerkschafterinnen und Kommunen werben deshalb für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel. Sogar CDU-Politiker sind dafür – Jens Spahn jedoch nur mit einem Vorbehalt.
Russlands Angriffe treffen die zentrale Energieinfrastruktur der Ukraine empfindlich, die Versorgung mit fossilen Kraftstoffen für dezentrale Lösungen ist schwierig. Hans-Josef Fell, Präsident des Thinktanks Energy Watch Group, erklärt im Interview, wieso der Hochlauf der Biomassenutzung ein Rettungsanker sein kann und worauf es dabei ankommt.
Kein Rekord, aber kein Grund zur Entwarnung: 2025 zählt zu den wärmsten Jahren seit Messbeginn. Der DWD sieht steigende Risiken für Hitze, Trockenheit und Extremregen – und fordert mehr Klimaresilienz. Neue Referenzdaten sollen Ländern und Kommunen helfen, besser zu planen. Eine neue Kommunikationsstrategie richtet sich auch an Landwirte.
Der Iran‑Krieg treibt Dünger‑ und Energiepreise in die Höhe – mit spürbarem Druck auf deutsche Landwirte. Besonders die Frühjahrsbestellung könnte teuer werden, der Bauernverband warnt vor Engpässen und höheren Lebensmittelpreisen. Während Betriebe Entlastung fordern, plädiert die Industrie für langfristige Strategien.
Die französische Regierung entlastet Logistiker, Fischer und Landwirtschaft aufgrund der hohen Spritpreise. Doch angesichts der Auswirkungen des Irankriegs beruhigt das Lkw-Fahrer und Bauern nicht.
Wollen Landwirte Solarflächen zusätzlich landwirtschaftlich nutzen, zum Beispiel durch Beweidung, erhalten sie in der Regel keine GAP-Förderung. Trotz eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts aus 2023 bestehen noch immer Rechtsunsicherheiten. Dabei profitiert die biologische Vielfalt von den Solarparks, wie eine neue Studie zeigt.
Noch einen Monat Zeit hat die EU-Kommission für die Erarbeitung von neuen Vereinfachungsvorschlägen bei der EUDR. Deutschland hat nun eigene Ideen beigesteuert. Gleichzeitig wird international die Streichung von Lederprodukten aus dem Anwendungsbereich befürchtet. Auch dazu sind Forderungen bei der Kommission eingegangen.
Eltern bitten Kinder, keine Freunde mitzubringen, weil sie nur Leitungswasser anbieten können. Dieser Alltag ist für viele Haushalte Realität. Obwohl Ernärungsarmut Millionen Menschen hierzulande betrifft, wird das Thema politisch totgeschwiegen. Doch was macht ein solches Leben mit den Betroffenen, wenn das Geld nicht mal mehr für den Discounter reicht?
Beim Agrarministerrat rücken die offenen Punkte der EU-Agraragenda in den Fokus: die längst erwartete Nutztierstrategie, die Protein-Diversifizierungsstrategie sowie der für Mai geplante Aktionsplan für Düngemittel. Zugleich bilanziert die Runde erfüllte Zusagen und diskutiert über Düngerimporte, CBAM und Marktlage.
Während die Preise steigen, sucht die Politik nach Wegen, die Haushalte zu entlasten. Eine viel spekulierte Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel schließt die Taskforce aus, dafür prüft sie andere Ansätze. Von einer befristeten Energiesteuersenkung bis hin zum Spritpreisdeckel liegt so einiges auf dem Tisch. Was die Opposition und Verbände dazu sagen.
Die Länder haben den Wolf ins Jagdrecht aufgenommen. Eine Anrufung des Vermittlungsausschusses, die Mecklenburg-Vorpommern kurzfristig in Aussicht gestellt hatte, ist ausgeblieben. Außerdem hat sich der Bundesrat mit einer Initiative Schleswig-Holsteins zur Zuckersteuer und einer Altersgrenze für Energydrinks befasst.
Deutschland setzt spät die verschärfte EU-Industrieemissionsrichtlinie um, die bald wieder abgeschwächt werden dürfte. Die Bundesregierung soll sich auf europäischer Ebene für Entlastungen einsetzen und diese eins zu eins übernehmen, fordern die Länder und Verbände.
Berichterstatter Norbert Lins (EVP) spricht über erste Änderungspläne für die GAP-Reform nach 2027: Kerninhalte sollen aus der NRPP- zurück in die GAP-Verordnung wandern, Kappung und Degression will er neu justieren und die Säulenstruktur sichern. Seine Fristen sind eng getaktet, doch die Reform könnte sich dennoch verzögern.
Was nach Science-Fiction klingt, ist in Dummerstorf längst Laboralltag: Forschende testen dort, wie aus Schweinezellen kultiviertes Fleisch entsteht. Noch ist das Produkt nicht zugelassen, das Team experimentiert trotzdem mit Geschmack und Konsistenz. Die Branche selbst ringt derweil mit langen Verfahren und politischem Widerstand.
Kurz bevor das Europaparlament über seine Position zum Handelsdeal mit den USA votiert, wächst der Druck auf die Abgeordneten. Während Berichterstatter Bernd Lange einen vorerst akzeptablen Kompromiss sieht, warnen Umweltverbände vor einem „historischen Fehler“. Einflussreiche Parlamentarier halten den Zeitpunkt für eine Entscheidung für verfrüht.
Mit dem Klimaschutzprogramm legt die Bundesregierung ihr bislang umfangreichstes Maßnahmenpaket für Landwirtschaft und Landnutzung, die stillen Sorgenkinder der Klimapolitik, vor. Die Minderungsziele werden dennoch größtenteils verfehlt und die LULUCF-Prognosen kollidieren mit den Biomethan-Plänen des Wirtschaftsministeriums.
Durch den Krieg im Iran wächst die Sorge vor steigenden Lebensmittelpreisen. Denn zunehmende Energie- und Düngemittelpreise könnten auch direkte Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion haben. Während Expert:innen und Opposition Sorge äußern, gibt der Handel selbst vorerst Entwarnung.
Fondsgesellschaften, Pensionsfonds oder Vermögensverwalter könnten die erheblichen Naturrisiken ihrer Kapitalanlagen senken. Neue Publikationen und Initiativen weisen ihnen den Weg, um durch Investitionen in Ökosysteme finanzielle Chancen zu nutzen und zur milliardenschweren Naturwende beizutragen. Teil XX der Serie Transformation und Biodiversität.
Das Handelsabkommen zwischen Australien und der EU stockte bisher unter anderem wegen einer fehlenden Einigung zu australischen Agrarexporten. Nun kam das Abkommen zustande – und führt zu Unmut: Während sich australische Landwirte Hoffnung auf höhere Exportmengen gemacht hatten, sind die Kontingente für viele EU-Bauern inakzeptabel.
Sich regional zu ernähren, ist umweltfreundlich, denken viele. Das stimmt nicht unbedingt. Aber: Regionale Wertschöpfungsketten ermöglichen es Landwirt:innen, vielfältige Nischenprodukte herzustellen und sich von Weltmarktpreisen unabhängig zu machen. Der Staat könnte mehr tun, um sie zu fördern.
Die neue Taskforce von SPD und CDU soll Vorschläge erarbeiten, wie steigende Lebensmittelpreise in Folge des Iran-Kriegs begrenzt werden können. Am Freitag kommen dafür Abgeordnete mit Vertretern aus Gas- und Landwirtschaft zusammen, um eine aktuelle Lageanalyse zu erstellen. Erste Vorschläge kommen aus der Opposition.
Der Referentenentwurf zum Gebäudemodernisierungsgesetz kommt doch nicht vor Ostern. Die weiterhin bestehende Unsicherheit ist nicht nur für den Wärmesektor ein Problem. Etliche weitere Reformen hängen in der Warteschleife.
Neben gemeinsamen Beschlüssen fassten die Agrarministerinnen und -minister von Bund und Ländern bei ihrem ersten Treffen in diesem Jahr eine Reihe von Protokollerklärungen. Einigkeit bestand oft nur in allgemeinen Aussagen. Über konkrete Regelungen etwa bei der GAP oder beim Düngerecht blieben die Auffassungen unterschiedlich.
Politik, Gesellschaft und Wissenschaft sind sich einig: In der Landwirtschaft muss weniger Antibiotika eingesetzt werden. Das zentrale Instrument ist das sogenannte Antibiotikaminimierungskonzept. Das stellt Tierhalter:innen, Tierärzteschaft und Veterinärbehörden allerdings vor eine Herausforderung. Lösungen sind gefragt und in Arbeit.
Dürren, Starkregen, Hochwasser – der Klimawandel verschärft überall die Extreme, und Deutschland bleibt davon nicht verschont. Wasser wird zur Ressource, um die zunehmend gerungen wird – auch zwischen Rhein, Spree und Elbe. Warum Wasser in Deutschland manchmal zur falschen Zeit am falschen Ort ist, und welche Folgen das haben kann.
Wie krisenfest sind Wein- und Obstbau in Rheinland-Pfalz? Vor der Landtagswahl sprechen die EU-Abgeordneten Christine Schneider (CDU) und Jutta Paulus (Grüne) über Klimarisiken, steigende Kosten, Herdenschutz, Nitratprobleme und die Zukunft der GAP. Ihre Impulse für die kommende Legislatur – getrennt befragt, pointiert konträr.
Bald ist die Ampel-Regierung seit einem Jahr Geschichte. Dringende Themen im Agrar- und Umweltbereich haben seitdem nur zugenommen. Die GAP-Reform stand ohnehin an, für weitere Baustellen sorgt die Bundesregierung. Auf der Oppositionsbank stauen sich Ärger und Ungeduld – und wurden diese Woche mehrfach in scharf formulierten Anträgen kanalisiert.
Während die Politik noch mit sich ringt, sind sich Wissenschaftler:innen ziemlich einig, dass eine Zuckersteuer eine sinnvolle Idee ist. Bei der Frage, wie diese in Deutschland ausgestaltet werden sollte, können sie sich aber auch zu keiner klaren Antwort durchringen. Fest steht für sie: Eine Abgabe müsste mit weiteren Maßnahmen flankiert werden.
Während Bedenken wachsen, dass die neue GAP noch weniger Klima- und Umweltschutz bewirken könnte, kommt ein Plädoyer für einen Agrar-ETS. Die Idee ist nicht neu, doch die jüngste Empfehlung des marktbasierten Ansatzes könnte methodische Probleme lösen, die diesen bislang ausgebremst haben. Dahinter steht zudem der neue Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr.
Nutztiere in Käfigen zu halten, ist Alltag in der EU. Dabei haben bereits 2019 1,4 Millionen Bürger:innen für ein Ende dieser Praxis unterschrieben. Die EU-Kommission sagte einen Gesetzesvorschlag zu. Passiert ist bis heute aber nichts. Nun landet das Verfahren vor dem Gericht der EU und könnte zum Präzedenzfall für Europas Demokratie werden.
In Reallaboren sollen Landwirt:innen gemeinsam mit Forschung und Politik klimafeste, wirtschaftliche Agrarsysteme entwickeln. Doch unsichere Förderperspektiven der Europäischen Union drücken bereits auf die Stimmung.
Das BMWE will mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz Biomethan-Beimischungen verpflichtend machen. Doch die Bundesregierung weiß nicht, wie groß Bedarfe und Potenzial tatsächlich sind. Während die Branche enorme Ausbauzahlen verspricht, warnen Wissenschaft und Thinktanks vor knappen Ressourcen und hohen Kosten.
Aus EU-Kommission und EU-Parlament kommen Vorstöße für eine Neugestaltung des europäischen Emissionshandels. Brüssel will zunächst rasch den Preispuffer lockern. Peter Liese (CDU) von der EVP-Fraktion fordert, negative Emissionen einzubeziehen, die Löschung von CO2-Zertifikaten zu stoppen und die kostenlose Zuteilung zu verlängern.
Deutsche Winzer:innen sind unter Druck. Das Gläschen am Abend ist bei vielen Konsument:innen keine Selbstverständlichkeit mehr, der Absatz sinkt – und dann kommt noch Donald Trump mit hohen Zöllen um die Ecke. Im Weinland Rheinland-Pfalz werben alle Parteien vor den Landtagswahlen am Sonntag mit ihrem Einsatz für den Sektor.
235 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente – das ist der jährliche Fußabdruck des deutschen Ernährungssystems. Die Umstellung auf erneuerbare Energien könnte diese Emissionen wesentlich reduzieren, so eine Studie von Agora Agrar. Weitere Hebel sind mehr pflanzliche Ernährung sowie die Wiedervernässung von Mooren.
Das Umweltbundesamt legt die Klimabilanz 2025 vor. Während sich die öffentliche Diskussion um Energie, Verkehr und Gebäude dreht, wird eines übersehen: Der Landnutzungssektor durchkreuzt den Plan für die deutsche Klimaneutralität. Und die Regierung tut wenig, um das abzuwenden.
Rund 60 Ernährungsräte existierten bundesweit, tausende Menschen engagieren sich für Ernährungsbildung und Regionalität – etwa durch Stadtrundgänge in Halle oder Ernährungsräder in Münster. Doch nachdem Corona-Zeit und Geldmangel das Wachstum gehemmt hatten, scheint die Politik zunehmend das Interesse an den Initiativen zu verlieren.
Bundesminister Rainer und die Agrarwirtschaft sind nach ihrer Südafrika-Reise hoffnungsvoll gestimmt. In Gesprächen mit Agrarpolitikern und Unternehmern vor Ort haben sie ausgelotet, wie die gegenseitige Unterstützung im Handel ausgebaut werden kann.
Ein neues Gesetz des Umweltministeriums soll der Natur mehr Gewicht geben: Der Schutz von Mooren, Biotopen und gefährdeten Arten soll künftig als „überragendes öffentliches Interesse“ gelten. Tagesspiegel Background liegt ein erster Entwurf von Umweltminister Carsten Schneider vor. Umweltverbände zeigen sich dennoch besorgt.
Das überragende öffentliche Interesse am Naturschutz wird konkreter. Tagesspiegel Background liegt ein erster Entwurf von Minister Schneider vor. Umweltverbände sind dennoch besorgt.
Im Interview erklärt Hermann Färber, Vorsitzender des Agrarausschusses im Bundestag, warum die Tierwohl-Förderung ins Stocken geraten ist, weshalb viele Ferkelerzeuger vor unlösbaren Investitionen stehen, wo ein „gesetzlichen Zwang zur Lebensmittelvernichtung“ droht und wieso Videoüberwachung nicht für alle Schlachtbetriebe sinnvoll ist.
Die USA erhöhen massiv den Druck auf die EU: Ohne Sonderstatus für das Land in der Entwaldungsverordnung kein gemeinsames Handelsabkommen, so die Drohung. Heute sollen deutsche Ministerien mit US‑Vertretern über das heikle Vorhaben beraten.
Wenn Infrastrukturprojekte schneller gebaut werden sollen, hat der Naturschutz zwangsläufig das Nachsehen. Dem will der Bundesumweltminister vorbeugen: Während einige fürchten, die angekündigte Gleichstellung von Ausgleichsflächen und Ersatzgeldern könnte zu Lasten der Landwirtschaft gehen, fordert die Ökostrombranche auch Kommunen zu begünstigen.
Deutsche Forstwirtschaftsverbände spielen vorläufige Schätzungen der EU-Kommission zu den Kosten der Wiederherstellungsverordnung in die Öffentlichkeit. Sie kritisieren den angesetzten Finanzbedarf als zu gering. Das sieht auch der Naturschutzbund so – zieht daraus allerdings andere Schlüsse.
Marcus Wewer war Bio-Bauer, arbeitete für Rewe und ist jetzt Leiter der Verbraucherzentrale Bremen. Er glaubt, die Lebensmittelpreise könnten wegen steigender Energiekosten erneut anziehen. Im Interview erklärt er, wer von der Teuerung profitiert und welche Maßnahmen Staat und Verbraucher jetzt ergreifen sollten.