Die neue Bundesregierung hat als eine ihrer ersten Amtshandlungen die Abschaffung von 25 Posten in den Ministerien beschlossen – darunter ist auch die Stelle der Klima-Sonderbeauftragten. Umweltverbände befürchten, dass Deutschland bei den internationalen Klima-Verhandlungen so an Schlagkraft verliert.
Die Union drückt bei der CO2-Speicherung mächtig aufs Tempo. Der bisherige Chefverhandler der SPD warnt jedoch vor übertriebener Eile. Offen ist er für CCS in Verbindung mit Gaskraftwerken, soweit das nicht den Wasserstoff-Hochlauf gefährdet.
Statt Business as usual geriet die Kanzlerwahl im Bundestag zum Krimi. Nach dem missglückten Start fordern Verbände und Organisationen nun schnelle Signale in der Energie- und Klimapolitik.
Die EU-Kommission will den Import von russischem Erdgas schrittweise verbieten. Kurzfristiger Spot-Handel soll nur noch bis Jahresende möglich sein. Während sich der Plan langfristig kaum auf das Marktgleichgewicht bei LNG auswirken dürfte, ist das bei Pipeline-Gas anders, so ein Experte. Unterbinden will Brüssel auch den Uran- und Erdöl-Bezug aus Russland.
Die EU wird mehr LNG aus den USA importieren, will aber auch Partnerschaften mit anderen Gaslieferanten ausbauen, sagt Mechthild Wörsdörfer, die stellvertretende Leiterin der EU-Generaldirektion Energie, im Interview. Für den Bau deutscher Gaskraftwerke sieht sie an sich kein Problem – Technologieoffenheit müsse aber oberstes Gebot bleiben.
Mit der Insolvenz von Customcells in der vergangenen Woche setzt sich der Niedergang der Batteriezellproduktion in Deutschland fort. In der Branche macht sich Resignation breit. Doch es gibt Anlass zur Zuversicht: Prognosemodelle zeigen, dass die Kapazitäten in Europa für die Nachfrage im Jahr 2030 ausreichen könnten.
Russland verkauft wieder viel mehr Gas an die Europäer. Mit der CDU an der Regierungsspitze könnte auch Nord Stream zurückkehren, warnen Umweltverbände. Die EU-Kommission stellt heute ihre Exitstrategie für russische Importe vor.
Der Emissionshandel gilt als Herzstück der europäischen Klimaschutzarchitektur. Die EU-Kommission will nun größere Änderungen an dem System vornehmen. Der Wissenschaftler Jakob Graichen erklärt im Interview, was das für die Industrie bedeuten könnte.
Das Bundesumweltministerium erhält mit der nationalen und der internationalen Klimapolitik zentrale Kompetenzen zurück. Umso wichtiger, dass der neue Chef oder die neue Chefin des Hauses Auseinandersetzungen mit Kabinettskollegen nicht scheut, sagen die Grünen. Die Rückkehr der internationalen Klimapolitik stößt aber auch auf Kritik.
Der Start des europäischen Emissionshandels für Gebäude und Straßenverkehr rückt in greifbare Nähe: Morgen werden die ersten Futures für den ETS2 gehandelt. Dabei ist weiterhin völlig unklar, was die Tonne CO2 kosten wird. Die Mitgliedsstaaten rufen immer lauter nach einer Revision des Marktdesigns.
Je weiter hinaus in die See Offshore-Projektierer ihre Windparks bauen, desto eher sind die Anlagen gefährlichen Riesenwellen ausgesetzt. Forschungsinstitute in Deutschland und China suchen nach Methoden, Risiken durch Freak Waves vorherzusagen.
Mit neuen Beihilferegeln will Brüssel den Umbau der Industrie zu mehr Klimaschutz beschleunigen. Grüne EU-Abgeordnete warnen nun vor fossilen Schlupflöchern – und wollen die Förderung für Cleantech-Fertigung nach US-Vorbild gestalten. Die EVP-Fraktion fürchtet „Subventionsfluten“ und lehnt den geplanten Wettbewerbsfonds ab.
Die Bundesnetzagentur hat die Szenariorahmen Strom sowie Gas/Wasserstoff für die Netzentwicklungspläne genehmigt. Dabei verzichtet die Behörde auf eine Vorfestlegung auf bestimmte Pfade – um der neuen Bundesregierung Spielraum zu lassen.
Eine Fünfteilung der deutschen Stromgebotszone ermöglicht 2025 Wohlfahrtsgewinne von 339 Millionen Euro, stellten die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) im Bidding Zone Review fest. Doch das Ergebnis sei mit Vorsicht zu genießen, betont Werner Götz. Im Interview erklärt der TransnetBW-Chef, wieso er eine Teilung trotz eigener Empfehlung für falsch hält.
Ganz plötzlich verschwand am Montag eine gewaltige Menge an Leistung aus dem spanischen Stromnetz. Einen Hackerangriff hat der Energieversorger Red Eléctrica ausgeschlossen, dennoch prüft die spanische Justiz, ob Sabotage vorliegt. Experten sehen Stabilitätsprobleme im Netz als die wahrscheinlichste Erklärung für den Blackout.
Geologische CO2-Speicher gelten gemeinhin als alternativlos, doch das Umweltbundesamt behauptet erneut das Gegenteil. Unterdessen finanziert der Bund ein CCS-Projekt vor der britischen Küste. Im Bremer Hafen soll ein Export-Terminal entstehen.
Die EU-Kommission stellt ein Ende des Gasimports aus Russland in Aussicht. Doch in Deutschland ertönen bereits Rufe nach einem erneuten Bezug von russischem Pipeline-Gas. Der ukrainische Energieminister warnt davor und eine ukrainische NGO gibt Empfehlungen, wie die EU vorgehen sollte.
Einen Neustart der Energiewende, wie vom Stadtwerkeverband VKU gefordert, nimmt sich die Koalition in spe nicht vor. Dennoch zeigt sich Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing im Interview mit den Plänen zu neuen Kraftwerken oder Infrastrukturinvestitionen zufrieden. Bei der Reform des Gebäudeenergiegesetzes fordert er schnell Klarheit.
Die Stromversorgung auf der iberischen Halbinsel läuft wieder an. Die Behörden prüfen die Ursachen für den massiven Ausfall. Die Bundesnetzagentur versucht, zu beruhigen.
Die Übertragungsnetzbetreiber legen im Bidding Zone Review eine Aufteilung Deutschlands in fünf Preiszonen nahe. Das ermögliche die höchsten Wohlfahrtsgewinne. Dennoch verweisen die ÜNB darauf, dass das Ergebnis nicht als Entscheidungsgrundlage taugt. Energie-Verbände betonen die Risiken einer Gebotszonenteilung.
EU-Vorgaben zwingen die neue Bundesregierung zur Änderung des Auktionsdesigns, räumt der energiepolitische Sprecher der Union ein. Große Lust verspürt er nicht. Vordringlich sei die Kooperation der Nordseeanrainer, um das Abschattungsproblem zu lösen.
Am Kabinettstisch des zukünftigen Kanzlers Friedrich Merz (CDU) sitzen drei Personen, die zuletzt außerhalb der Politik tätig waren. Ansonsten besetzen CDU und CSU ihre Ministerien überwiegend mit altgedienten Parlamentariern. Tagesspiegel Background stellt die wichtigsten Namen vor.
Energiewende auf Kurs halten, Stromkosten senken, die Industrie ankurbeln – auf die neue Spitze des Bundeswirtschaftsministeriums wartet viel Arbeit. Viele Namen kursierten zuletzt für den Posten, die Haus-Leitung übernehmen soll nun die Energiemanagerin Katherina Reiche. Tagesspiegel Background hat die Erwartungshaltung bei Verbänden und NGOs abgefragt.
Während es beim ungarisch-russischen Kernkraftwerksprojekt Paks II vorangeht, hängt die Lieferung des Steuersystems aus Deutschland immer noch in der politischen Schwebe. Dabei darf Hersteller Siemens Energy seit einer Sanktionslockerung 2024 eigentlich schon loslegen.
Die Bundesnetzagentur will die Kostenbetrachtung für Übertragungsnetzbetreiber an die Realität anpassen. Die vier betroffenen Unternehmen befürchten nun, dass sich die Investitionsbedingungen durch den Vorschlag eher verschlechtern könnten. Der VIK dagegen plädiert für die richtige Balance zwischen ÜNB-Finanzierung und den Interessen der Netznutzer.
Den neusten Vorstoß gegen die politisch hart verteidigte einheitliche Strompreiszone in Deutschland führt der Thinktank Agora Energiewende. Lokale Preise machen den Strom billiger und die Versorgung sicherer, versprechen die Analysten in einer Studie. Mit Spannung erwartet wird die Diagnose der europäischen Netzbetreiber.
Im ersten Quartal 2025 verzeichnete die Wärmepumpenbranche ein deutliches Absatzplus. Die Branche und Experten warnen vor anhaltender Unsicherheit und fordern von der Politik eine zügige Umsetzung der geplanten Reform des Heizungsgesetzes. Auch müsse die Politik stärker erklären, warum die Wärmepumpe notwendig sei.
Die Bundesnetzagentur will die Vergütung für vermiedene Netzentgelte in den nächsten Jahren auf null abschmelzen. Fachleute befürworten die geplante Neuregelung. Die Energieverbände sind anderer Meinung. Sie fürchten um die Wirtschaftlichkeit der Kraft-Wärme-Kopplung.
Energie- und Stromsteuer können eine spürbare klimapolitische Lenkungswirkung entfalten. Dies zeigt eine Studie im Auftrag des UBA, die Tagesspiegel Background vorab vorlag. Potenziale gibt es sowohl im Verkehrs-, Industrie- und Gebäudesektor. Die geplante Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß dürfte dagegen kaum CO2 mindern.
Die EU könnte gezielt PV-Vorräte aufbauen und so die Versorgung mit Solarmodulen sichern. Eine neue Studie zeigt nun, dass die Importabhängigkeit mit geringen Mehrkosten zumindest indirekt sinken kann. Fachleute können der Idee etwas abgewinnen – ein Forscher nennt Bedingungen für den Erfolg einer solchen Maßnahme.
Union und SPD wollen den Wasserstoffhochlauf mit mehr Pragmatismus beschleunigen. Dieser Ansatz geht laut einem aktuellen Papier des VDI in die richtige Richtung. Die Experten fordern darin, die Risiken für Erzeuger und Abnehmer von Wasserstoff zu mindern.
Die Klimaziele für den Landnutzungssektor sind nach aktueller Lage nicht erreichbar. Lösungen wären jüngere Wälder, mehr Holznutzung und das Beseitigen von Denkfehlern im Klimaschutzgesetz, sagt Iris Seling, die Hauptgeschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), Interview. Nicht zu fällen, hält sie für kontraproduktiv.
Union und SPD planen, das Klagerecht von Umweltverbänden gegen Infrastrukturprojekte zu beschneiden. Es soll mehr auf die „tatsächliche Betroffenheit“ ausgerichtet werden. Ein rechtlich nahezu unmögliches Vorhaben, sagen Umweltexperten, und zudem das falsche Signal an eine streitbare Zivilgesellschaft. Sie sehen dennoch Spielräume für Reformen.
Poröse Gesteine bieten das größte Potenzial für Wasserstoffspeicher und sind besonders geeignet, behaupten Geologen. Trotzdem berücksichtigt sie das Bundeswirtschaftsministerium in seinem Weißbuch nicht weiter. Zu groß seien die Probleme, etwa durch Mikroorganismen.
Die schwarz-rote Koalition will das Heizungsgesetz der Ampel kippen und setzt im neuen GEG auf Technologieoffenheit. Doch Expert:innen warnen: Ohne klare Vorgaben drohen höhere Kosten, verfehlte Klimaziele – und ein Rückschritt im Wärmesektor. Die Energiebranche zeigt sich zufrieden mit der Wärmepolitik im Koalitionsvertrag von Union und SPD.
Lange interessierten sich politische Entscheider:innen kaum für die stromhungrigen Rechenzentren. Doch wegen des KI-Booms und im Streben nach mehr digitaler Souveränität wandelt sich der Blick auf die Branche. Sogar eine nationale Strategie scheint plötzlich denkbar.
Mit einer besseren Abstimmung sowie einer höheren Trafo-Auslastung will Übertragungsnetzbetreiber Tennet kritischen Netzsituationen künftig begegnen. Komplett ausschließen lassen sich lokale Abschaltungen des Verteilnetzes an Tagen mit viel Sonne und wenig Nachfrage laut einem Experten aber zunächst nicht. Entwarnung gibt es für das Osterwochenende.
Netzbetreiber und Fahrzeugbauer fordern gemeinsam mehr Tempo bei der Errichtung von Lkw-Ladepunkten. Lange Genehmigungsverfahren und fehlende Infos über Netzkapazitäten bremsen jedoch den Ausbau. Fachleute warnen bereits vor einem Engpass bei der Ladeinfrastruktur.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat das Angebot für einen Ministerposten abgelehnt. Damit steigen die Chancen für Jens Spahn, sich an die Spitze des Energieministeriums zu setzen. Nun skizzierte er, was die Koalition in den ersten 100 Tagen anpacken müsse. Darunter: Den Bau neuer Gaskraftwerke anschieben und Energiepreise senken.
Stahl, Zement, Chemie: Energieintensive Branchen in Deutschland stehen unter Druck. In einem klimaneutralen Energiesystem können diese Industrien aber wettbewerbsfähig sein, sagt der Fraunhofer-Forscher Tobias Fleiter – und plädiert für Kompromisse auf dem Weg dorthin.
Messungen der Deutschen Umwelthilfe haben erneut Methanemissionen bei Biogasanlagen aufgedeckt. Der Fachverband Biogas widerspricht und verweist auf hohe Standards. Ein EU-Bericht macht indessen Vorschläge, wie die Erfassung von Biomethanemissionen neu geordnet werden sollte.
Großwärmepumpen könnten eine zentrale Rolle in einer klimafreundlichen Wärmeversorgung von Industriebetrieben und Wärmenetzen übernehmen. Aber ohne Förderung rechnet sich ihr Einsatz oft noch nicht. Das dürfte sich ändern, wenn die Kosten für Erdgas und der CO2-Preis steigen.
Der europäische Kontinent erwärmt sich stärker als alle anderen. Der Klimabericht vom EU-Dienst Copernicus zeigt, wie Hitze, Dürre und Hochwasser den Kontinent 2024 getroffen haben. Besonders auffällig: Ein starker Ost-West-Kontrast prägte das Wettergeschehen.
Die EEG-Reform steht ins Haus, die nächste Bundesregierung muss sich sputen. Dass die Erneuerbaren-Förderung künftig eines Abschöpfungsmechanismus bedarf, schien unstrittig. Eine neue Studie zeigt aber: In bestimmten Fällen kann der Gesetzgeber auf einen CfD verzichten.
US-Präsident Donald Trump möchte, dass die EU mehr amerikanisches LNG einkauft. Im Gegenzug würde er keine weiteren Zölle erlassen. Das sorgt für Druck in Brüssel, denn dort plant man derzeit den Ausstieg aus russischem Gas – was die Abhängigkeit von den USA wiederum vergrößert.
Nach Jahren des Stillstands einigt sich die internationale Staatengemeinschaft auf ein Klimapaket für den Schiffsverkehr. Erstmals sollen weltweit Emissionen bepreist, saubere Kraftstoffe belohnt und betroffene Staaten unterstützt werden. Reeder jubeln – Umweltverbände sehen nur eine „halbe Wende“.
Von den Klimasubventionen in den USA profitieren besonders republikanische Wahlkreise. Die Abgeordnete müssen jetzt entscheiden, welche der Ausgaben sie kürzen – einige wollen da nicht mitgehen. Ein Kahlschlag könnte das Aus für Milliardeninvestitionen in sauberen Strom bedeuten.
Schwarz-Rot will den Klimafonds KTF jährlich mit rund zehn Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur bezuschussen. Für Förderprogramme könnte dennoch weniger Geld übrig bleiben als zuvor.
Gasnetzbetreiber haben an vier Stellen Deutschlands mit dem Bau des Wasserstoffkernnetzes begonnen. In Lingen im Emsland wollen Nowega und RWE vor Jahresende das erste grüne H2 in die Röhren pumpen. Doch der Bau des Gesamtnetzes muss möglicherweise gebremst werden.
Bis 2030 könnte der zweite Emissionshandel Benzin und Heizöl deutlich verteuern – darauf deutet eine neue Studie des Kölner EWI hin. Die Fachleute bezweifeln, ob die CO2-Bepreisung im Verkehrs- und Gebäudesektor als Klimaschutzinstrument taugt. Andere weisen jedoch auf methodische Mängel hin und sehen Ausgleichsmaßnahmen als Lösung.
Die SPD-Klimapolitikerin Nina Scheer verteidigt den Koalitionsvertrag im Bereich Energie- und Klimapolitik. Das Thema Atomkraft sei abgeräumt worden und der Ausbau der Erneuerbaren werde voll unterstützt. Bei der Teilerfüllung deutscher Klimaziele im Ausland hat Scheer keine Bauchschmerzen, warnt aber vor Abhängigkeiten durch Gaskraftwerke mit CCS.
Die EU-Kommission hat die Beratergruppe Sustainable-Finance-Plattform gefragt, um welche Wirtschaftsaktivitäten die Taxonomie nachhaltiger Tätigkeiten ergänzt werden soll. Deren Vorschläge betreffen sehr unterschiedliche Branchen, wie etwa den Gebäudesektor oder das Recycling von Rohstoffen.
In Berlin nimmt die Wärmeplanung Form an. Aber das Gesamtbild ist noch fragmentiert: Rund ein Viertel der Stadt gilt als Prüfgebiet. Darin sollen Akteure wie Energieversorger und Wohnungswirtschaft Nahwärmenetze entwickeln, doch dabei gibt es Hindernisse.
Biogasanlagen will Schwarz-Rot „eine Zukunft geben“, den Ausbau von Fernwärmenetzen finanziell stärken – entsprechend zufrieden sind die Biogas- und Fernwärmebranche mit dem Koalitionsvertrag. Die Energiewirtschaft lobt die Kontinuität bei der Energiepolitik, bemängelt aber den Einsatz von Reservekraftwerken im Markt. Scharfe Kritik üben Umweltverbände.
An der Energiepolitik drohte die Koalition aus Union und SPD nicht zu scheitern. Am Ende der Verhandlungen in den Arbeitsgruppen gab es allerdings noch einige offene Punkte, die die 19 Chefverhandlerinnen und -verhandler abräumen mussten.
RWE und Co. machen Stimmung gegen die Bürgerenergie, beklagen mehrere Verbände. Sie haben ein klares Bekenntnis der neuen Regierung gefordert und offenbar bekommen. Die Konzerne streiten den Vorwurf ab.
Die Union hat sich mit ihrem Vorschlag durchgesetzt, einen Teil der deutschen Klimaziele in Ländern außerhalb der EU zu erfüllen, wie aus dem Koalitionsvertrag hervorgeht. Details müssten im deutschen Klimaschutzgesetz geregelt werden. Zudem soll es mit Union und SPD kein Klimageld geben. Das Verbandsklagerecht wollen die Partner in Spe reformieren.
Die meisten großen Betreiber von Reservekraftwerken sehen den Einsatz alter Kohle- und Ölmeiler im Strommarkt skeptisch. Somit steht der Energiekonzern Steag mit seiner entsprechenden Forderung alleine da. Mehr Geld für seine Kraftwerksbestände klagt das Unternehmen bereits auf dem Rechtsweg ein.
Donald Trump verlangt von den Europäern, Energieträger im Wert von 350 Milliarden Dollar aus den USA zu importieren, wenn sie hohe US-Zölle auf europäische Industrieprodukte abwenden wollen. Die EU-Kommission zeigt sich reserviert. In der deutschen Energiewirtschaft kommt das gut an.
Das Umweltbundesamt sieht Deutschlands Klimaziel 2030 in Reichweite. Der Expertenrat für Klimafragen überprüft diese Einschätzung bis Mitte Mai. Ist der Rat anderer Meinung, müssten die neuen Minister und Ministerinnen rasch handeln. Binnen drei Monaten müssten dann neue Maßnahmen her.
Deutschland lässt nach Ansicht der Internationalen Energieagentur ein gewaltiges Potenzial ungenutzt. Die Flexibilisierung des Stromsystems werde eine der dringlichsten energiepolitischen Aufgaben der künftigen Regierung sein, mahnt die IEA. Gestern hat sie in Berlin ihre Deutschland-Analyse vorgestellt.
Union und SPD planen neben Kraftwerksausschreibungen auch einen Kapazitätsmarkt. Doch am Konzept staatlich organisierter Versorgungssicherheit gibt es Kritik. Eine Tagesspiegel Background vorab vorliegende Studie im Auftrag mehrerer Verbände zeigt, wie sich mit dem Instrument der Absicherungspflicht auf effizienterem Wege ähnliche Ziele erreichen ließen.
Trotz aller Schwierigkeiten durch den Krieg versucht die Ukraine, sich auf dem europäischen Biomethanmarkt ins Spiel zu bringen. Eine Agrar-Holding exportierte kürzlich die erste Charge in die EU. Die Ukrainer machen sich die Verpflichtungen europäischer Unternehmen aus dem Emissionshandel zunutze. Auch ein deutsches Unternehmen steigt ein.
Forscher sehen in einer CO2-Steuer für den Seeverkehr das effektivste Instrument, um die Schifffahrt klimafreundlich zu machen. Dagegen hat sich eine Front von Exportstaaten gebildet, darunter China. Die EU gilt als Wackelkandidat beim heute beginnenden Treffen der Seeschifffahrtsorganisation IMO.
Union und SPD planen, die Kraftwerksstrategie aus Ampelzeiten deutlich auszuweiten. Viele Details sind noch offen, eine Tagesspiegel Background vorab vorliegende Analyse im Auftrag der Umweltorganisation BUND warnt aber vor hohen Kosten, auch für die Stromkunden.
In Hessen ist gelungen, woran SPD und CDU im Bund noch arbeiten: Seit über einem Jahr wird das Land von einer schwarz-roten Koalition regiert. Wirtschafts- und Energieminister Kaweh Mansoori (SPD) spricht im Interview über Konflikte beim Windkraftausbau, die Herausforderungen bei der Wärmewende und seine Wünsche an das neue Sondervermögen des Bundes.