Im Monitoringbericht zur Energiewende findet sich teils deutliche Kritik am trägen Tempo kleiner Netzbetreiber beim Smart-Meter-Rollout. Das Bundeswirtschaftsministerium will die Regeln erneut überarbeiten. Netzunabhängige Anbieter digitaler Zähler sorgen sich um den Wettbewerb.
Nach wie vor klaffen zwischen den nationalen Energienetzen in Europa große Lücken. Eine Reform der TEN-E-Verordnung soll Abhilfe schaffen. Dabei gibt es aus Sicht der Regulierer-Organisation Acer fundamentalen Umbaubedarf – in den Strom- und Gasnetzen sowieso, in der Netze-Verordnung auch.
Bio- und E-Fuels gelten als Schlüssel für die Dekarbonisierung von Verkehr und Industrie. In Osteuropa, besonders in der Ukraine, lägen enorme Potenziale – von Biomethan bis Bioethanol, hieß es bei einer Veranstaltung des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Doch fehlende Anerkennung durch die EU und deutsche Behörden bremst den Markthochlauf.
Die EU-Kommission hat die Aufstockung deutscher Staatshilfen für Energie aus Biomasse und Biogas genehmigt. Das Biomassepaket fördert ökologischen Strom, erhöht Ausschreibungsvolumen und unterstützt die Wärmeversorgung. Die Branche ist erleichtert, aber noch nicht ganz zufrieden.
Die Unternehmen der chemischen Industrie stecken in der Krise, müssen aber eigentlich Milliarden in die Transformation stecken. Immer offener fordern sie dabei Änderungen am Emissionshandel – und stoßen dabei zunehmend auf offene Ohren. Die Politik plant zudem weitere Entlastungen, wie zum Beispiel den Industriestrompreis.
Die verfahrenen Positionen zum NEST-Prozess lassen auch die Politik aufhorchen. Bei der gestrigen Sondersitzung konnten Bundesnetzagentur und Vertreter von Netzbetreibern nochmal ihre Sicht gegenüber Bundestags- und Landtagsabgeordneten schildern. Besonders die Ländervertreter erhoffen sich weiter genug Mittel für Netzbetreiber.
Die Gasnetzbetreiber sollen höhere Renditen erzielen dürfen, obwohl die schon sehr üppig ausfallen. Kritische Stimmen dagegen fühlen sich aus der Diskussion ausgeladen.
Eine Wärmepumpe kostet zwischen 25.000 und 35.000 Euro, der Staat übernimmt bis zu 70 Prozent der Kosten. Bleibt das so? Viele Menschen sind angesichts der angekündigten Novelle des Gebäudeenergiegesetzes verunsichert.
Anstelle von Bundesumweltminister Carsten Schneider fährt Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth zum Umweltrat nach Brüssel. Die Entscheidung zum EU-Klimaziel bis 2040 ist ohnehin verschoben, doch drängt die Zeit mit Blick auf internationale Fristen. Die EU muss ihren neuen Klimaplan einreichen. Die dänische Ratspräsidentschaft macht deshalb einen Vorschlag.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche plant auf Grundlage des Monitoringberichtes Änderungen an der Wasserstoffpolitik. Dies sorgt für Kritik in der Branche und auch beim Koalitionspartner.
Das Entwicklungsministerium bekommt weniger Geld. Die GIZ, Deutschlands operativer Arm der Entwicklungszusammenarbeit, muss deshalb ihre Energieprogramme auf Kosteneffizienz trimmen. Zugleich steigen Druck und Erwartung in ihren Partnerländern im Globalen Süden.
Wirtschaftsministerin Reiche will die Energiewende neu ausrichten, ihr beratend zur Seite stehen wird Veronika Grimm. Wie die Wissenschaftlerin trotz ihres Aufsichtsratspostens bei Siemens Energy dabei unabhängig bleiben will, wie sie den Monitoring-Bericht bewertet und welche Förderprogramme sie für überflüssig hält, erklärt Grimm im Interview.
Auf 260 Seiten beschreiben Gutachter im Auftrag des Wirtschaftsministeriums den Status Quo der Energiewende. Mit konkreten Ableitungen halten sie sich zurück. Die kommen dafür von Ministerin Reiche und weichen zum Teil von den Aussagen des Monitoringberichtes ab.
Wegen des Haushaltsurteils aus Karlsruhe musste die damalige Ampel-Regierung beim Klimafonds KTF 2024 erheblich sparen. Doch bei Kürzungen ist es bei weitem nicht geblieben: Mit den verbliebenen Mitteln ging die Regierungskoalition so restriktiv um, dass viel Geld liegen blieb. Bei der Klimaanpassung traf das vor allem den Moorschutz.
Die Wirtschaftsministerin zieht aus Sicht von Kritikern kaum oder falsche Rückschlüsse aus dem Monitoringbericht zur Energiewende, den sie in Auftrag gegeben hat. Der weitere politische Kurs bleibe dadurch unklar. Es gibt aber auch positives Feedback.
Ørsted klagt gegen den Baustopp beim fast fertigen Offshore-Projekt „Revolution Wind“ in den USA. Die Trump-Regierung attackiert den Ausbau der Windkraft auf dem Atlantik von allen Seiten und kündigt an, weitere, bereits genehmigte Projekte zu überprüfen. Das bedroht in einigen Staaten die Energiesicherheit.
Weil viele Wasserstofftankstellen für Pkw schließen, scheint das Ende der privaten H2-Mobilität programmiert. Doch BMW und Toyota halten an Brennstoffzellen-Fahrzeugen fest. Auch einige Wissenschaftler halten das Schicksal des Wasserstoff-Pkw keineswegs für besiegelt. Sie sehen ihn als künftigen Treiber im Wasserstoffmarkt.
Mehr als drei Jahre nach dem Bruch mit Russland gelingt es Europa nicht, seine Energierisiken konsequent und koordiniert einzudämmen. Deutschland liegt auf Platz 11 eines neuen Risiko-Rankings, es hat vor allem ein Kostenproblem. Der größte Ärger kommt auf Polen zu.
Die anstehende Novelle der Energieregulierung könnte zu einer Nagelprobe werden, wie die Politik mit der neu gewonnenen Unabhängigkeit der Bundesnetzagentur umgeht. Aus der Union kommen Stimmen, die sich wieder mehr Einfluss wünschen und auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche richtet Erwartungen an die Behörde.
Noch hat Europa gute Chancen, sich im Wasserstoff-Weltmarkt gegen China zu behaupten. Eine Analyse der Internationalen Energieagentur zeigt, wo China bei der Elektrolyseur-Produktion Schwächen aufweist. Bis 2030 rechnet die IEA mit einer deutlichen Belebung des Weltmarkts für klimaschonenden Wasserstoff.
Hinter verschlossenen Türen sprachen die EU-Kommission und die US-Regierung über den 750 Milliarden Dollar schweren Energiedeal. Der US-Energieminister hält die vereinbarte Marke für erreichbar – und will EU-Klimavorgaben beseitigt sehen, um mehr US-Gas nach Europa zu bringen. Eine Expertin erkennt darin eine Strategie zur „Energiedominanz“.
Die Energiewirtschaft äußert scharfe Kritik am Umsetzungsgesetz für die NIS-2-Richtlinie der EU. Ein nationaler Alleingang führe zu Wettbewerbsverzerrungen und steigenden Preisen. Durch die Marktverengung auf wenige Hersteller fürchten sie eine Oligopolisierung. Rückwirkende Vorgaben seien unbedingt zu vermeiden.
Eilig hatte es das Innenministerium, das Gesetz zum Schutz Kritischer Infrastrukturen durchs Kabinett zu bekommen. Im Vergleich zum Referentenentwurf hat sich kaum etwas geändert. Angesichts eines folgenreichen Anschlags auf das Stromnetz von Berlin wird die Kritik lauter.
Mit dem Energiewende-Monitoring will die Bundesregierung eine Kursänderung in der Energiepolitik einleiten, etwa beim Erneuerbaren-Ausbau. Das bestätigte Bundeskanzler Friedrich Merz auf einer Konferenz von Betriebsräten der großen Energieversorger. Die stehen den Plänen positiv gegenüber.
Vor einer Emissionshandelsreform 2026 wird es keine Förderung von CO2-Speichern geben, ist aus der CDU zu hören. Die Industrie sieht darin ein fatales Signal. Sie drängt auf eine zweite Ausschreibungsrunde für die Klimaschutzverträge.
Klimaschutz kostet – vor allem im Gebäudesektor. Zwar fließen Milliarden in Heizungsförderung und Sanierungen, doch oft profitieren gut situierte Eigentümer. Für viele Haushalte bleibt klimafreundliches Wohnen dagegen unerschwinglich. Die Klimapolitik im Gebäudesektor müsse sozial ausgewogener werden, fordern Fachleute und Politiker.
Die Biogasbranche fordert bessere Förderbedingungen für Biomethan, um das erneuerbare Energiesystem von morgen zu stärken. Dazu geht das Hauptstadtbüro Bioenergie heute mit einem Positionspapier an die Öffentlichkeit. Die Stadtwerke Trier machen vor, wie Biomethan nachhaltig eingesetzt werden könnte.
Der Streit über den Verbrennungsmotor und die Klimaziele für die Autoindustrie wird schärfer. Auf der IAA stellen sich CDU und CSU hinter die Autokonzerne, die Motoren mit Bio- und E-Fuels betreiben wollen. Die SPD hält am Verbrennerverbot 2035 fest. Der Kanzler plant einen Autogipfel.
Die Verhandlungen über das neue Klimaziel der EU laufen innerhalb der Bundesregierung nun auf höchster Ebene. Ungewissheit herrscht mit Blick auf Frankreich. Dazu kommt der Zeitdruck. In dieser vertrackten Lage hat die dänische Ratspräsidentschaft einen neuen Vorschlag vorgelegt.
13 der 15 Länder, die am stärksten mit Wasserknappheit kämpfen, liegen im Nahen Osten. Flüsse vertrocknen, Landwirte lassen verdorrte Obstbäume zurück – und in Städten wird einfach der Hahn abgedreht. Länder wie Bahrain und Saudi-Arabien entsalzen mit viel Geld und Energie Meerwasser und gewinnen so Trinkwasser. Das bringt massive Umweltprobleme mit sich.
Das ukrainische Energiesystem ist weiterhin von der Kohleverstromung abhängig. Inmitten von Kriegsschäden und mit knappen Ressourcen muss das Land zugleich die Versorgung aufrechterhalten und sich internationalen Klimavorgaben anpassen.
Hans-Martin Henning ist Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und war bis Sommer Co-Vorsitzender des Expertenrates für Klimafragen. Im Interview spricht er über seine Erwartungen an das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, Technologien zur CO2-Vermeidung und warum es einen Paradigmenwechsel im Energiesystem braucht.
Nach Berichten über eine mögliche Verschiebung der Abstimmung zum EU-Klimaziel meldet sich auch Carsten Schneider zu Wort. Der Umweltminister spricht sich klar gegen einen solchen Schritt aus. Wegen der Regierungskrise im eigenen Land versucht Frankreich die Entscheidung zu vertagen. Eine gemeinsame Position mit dem Nachbarn will die Union erreichen.
Klare Verantwortlichkeiten beim Schutz kritischer Infrastrukturen, Kostenteilung zwischen Staat und Unternehmen bei Investitionen in neue Systeme, Doppelbelastungen vermeiden – der Forderungskatalog der Verbände an das Kritis-Dachgesetz ist lang. Verärgerung gibt es erneut angesichts der kurzen Stellungnahmefrist.
Ein kleines Beratergremium soll die Wirtschaftsministerin kritisch begleiten und unterstützen. Die renommierten Ökonomen stehen für weniger Förderung und mehr Markt. Klimaschutz läuft am Rande mit. Der eigentliche wissenschaftliche Beirat des Ministeriums möglicherweise auch.
Die Bundesnetzagentur rechnet für die Versorgungssicherung mit einem Bedarf an neu zu bauenden steuerbaren Anlagen von 22 bis 36 Gigawatt bis 2035. Dieser Bedarf ließe sich durch Großspeicher weiter reduzieren, deren Beitrag die Analyse nach Meinung von Beobachtern zu wenig berücksichtigt. Die Behörde weist die Kritik zurück.
Carsten Schneider sitzt seit mehr als 25 Jahren im Bundestag, er war zuletzt Ostbeauftragter in der Ampel-Regierung. Nun soll der SPD-Mann als neuer Umweltminister den Klimaschutz voranbringen. Aber kann ihm das überhaupt gelingen?
Mit einem Ausbau von steuerbarer Leistung, erneuerbaren Energien und Nachfrageflexibilitäten lässt sich die Stromversorgung bei fortgesetztem Kohleausstieg absichern. Das geht aus einem Bericht der Bundesnetzagentur hervor. Doch aktuell liegt Deutschland dabei nicht auf Kurs.
Der Klimawandel macht krank und schwächt die Wirtschaft. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse. Am Arbeitsplatz sind alle Berufsgruppen von ihren Folgen betroffen, aber unterschiedlich stark. Der TK-Vorstandsvorsitzende Baas fordert Arbeitgeber deshalb zum Handeln auf, auch ohne gesetzliche Verpflichtungen.
Immer mehr kommerzielle, leistungsstarke Stromspeicher werden angeschlossen. Netzbetreiber warnen vor Risiken und steigenden Redispatch-Kosten. Dabei könnte man Speicherunternehmen durchaus dazu bringen, ihre Anlagen zum Wohle des Netzes zu fahren, sind Ökonomen überzeugt. Sie haben ein Konzept dafür entwickelt.
Die EU-Kommission schwärmt von der „weltgrößten Freihandelszone“: Das Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten soll Zölle auf europäische Autos reduzieren und Zugang zu kritischen Rohstoffen verschaffen. Klimaschützende werfen Brüssel wegen eines juristischen Kniffs „Machtmissbrauch“ vor – die Grünen wollen deshalb vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.
Eine angeblich existierende HVO-Anlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten scheint in Wahrheit eine Fälschung zu sein – die dazugehörigen Nachhaltigkeitszertifikate bleiben offenbar dennoch gültig. Grund ist der in Deutschland geltende Vertrauensschutz. Fachverbände fordern eine Reform, während Ministerien und Wirtschaft über die Konsequenzen streiten.
Der Besuch des Staatssekretärs Stefan Rouenhoff in Australien soll eine deutsch-australische Wasserstoffausschreibung ankurbeln. Die Delegation befasst sich zudem mit einer möglichen neuen Arbeitsteilung in der Metallherstellung. Diese birgt auch Risiken.
Industriezweige wie Stahl, Zement und Chemie machen in der EU kaum Fortschritte bei der Energiewende, zeigt ein neuer Report des Forschungskonsortiums ECNO. Auf Kurs sehen die Forschenden dagegen die Cleantech-Branche – doch es komme dabei auch auf Finanzierung aus Brüssel an.
Moskau und Peking haben sich über den Bau einer neuen Erdgas-Pipeline verständigt. Die Achse Russland-China verfestigt sich. In einer Position der Stärke wähnen sich die Länder auch bei Flüssigerdgas. Erstmals hat China russisches LNG von einem sanktionierten Terminal importiert. Sollten die USA nicht handeln, drohen auch EU-Sanktionen zu verpuffen.
Der Schwebezustand nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs zu Kundenanlagen verunsichert die Branche. Mieterstromprojekte dürften nach Meinung vieler Experten zwar wie gehabt möglich sein, einige Netzbetreiber wollen dennoch kein Risiko eingehen und versagen die Bewilligung als Kundenanlage.
Die Umstellung an der Strombörse für den Folgetag auf Viertelstundenintervalle verspricht, volatilen Strom aus Photovoltaikanlagen künftig präziser und grenzüberschreitend handeln zu können. Direktvermarkter rechnen mit geringeren Ausgleichskosten. Und auch Betreiber von PV-Anlagen profitieren.
Neue Koalition, neuer Anlauf für das knapp gescheiterte Kritis-Dachgesetz, das große Teile der Energiewirtschaft betrifft. Viel ändert sich im aktuellen Referentenentwurf nicht – dafür sind die Fristen umso sportlicher.
Die Chancen auf Frieden in der Ukraine bleiben gering, das Eskalationspotenzial ist groß. Für den Fall einer Ausweitung des Krieges mit Angriffen auf EU-Energieinfrastrukturen haben die Ukrainer bittere, aber wertvolle Lektionen parat. Europäische Netzbetreiber können sie nutzen.
Mit einem öffentlichen Beschaffungsprogramm könnte die EU der heimischen CO2-Entnahme einen Schub verleihen, zeigt eine neue Studie im Auftrag der Kommission. Die Forscher plädieren für eine technologieoffene Ausgestaltung. Umstritten ist die Frage nach der Einbindung der generierten Zertifikate in den Emissionshandel.
Deutschland erlaubt, dass ein niederländisches Unternehmen grenzüberschreitende Öl- und Gasvorkommen aufsuchen und erschließen darf. Außer in Meeresschutzgebieten, fordert Bundesumweltminister Schneider und hat dafür einen Gesetzentwurf vorgelegt. Befreiungen vom Verbot sollen aber möglich sein.
Viele Biogasanlagen fallen demnächst aus der EEG-Förderung. Die besseren Vergütungen aus dem Biogaspaket würden für sie wahrscheinlich zu spät kommen. Flaschenhals ist der Notifizierungsprozess der EU. Bioenergiebranche und Bauernverband fordern deshalb schnelle Überbrückungshilfen.
Sollte weniger Stromverbrauch auch zu einer Korrektur beim Erneuerbaren-Zubau führen? Umwelt- und Energieverbände halten das klar für den falschen Weg. Dennoch befürchten sie, dass Wirtschaftsministerin Reiche genau das im Zuge des Monitoringberichts plant. Anders sieht es die Industrie. Mit einer Stimme sprechen die unterschiedlichen Branchen aber nicht.
Das Wirtschaftsministerium wird im neuen Nationalen Sicherheitsrat einen festen Platz haben, das Umweltministerium nicht. Die Energiewirtschaft hofft auf Beteiligung in dem Gremium. Kritik gibt es am Fehlen einer klimapolitischen Komponente.
Das Vorhaben von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), Strafzahlungen für verfehlte Klimaziele künftig aus dem Klima- und Transformationsfonds zu bezahlen, stößt zunehmend auf Kritik. Experten befürchten sogar, dass der Topf seine Funktion als zentrales Steuerungsinstrument für den Klimaschutz unter Klingbeil verlieren könnte.
Der Vorstoß von Katherina Reiche, bei dem sie die EEG-Förderung für kleine Solaranlagen infrage stellte, verunsichert die Erneuerbaren-Branche. Von einem solchen Aus betroffen wären möglicherweise auch Mieterstromprojekte, ihre Finanzierung würde wackeln. Eine Alternative wäre Energy Sharing. Doch auch hier wagt die Bundesregierung nicht den großen Wurf.
Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium mahnt zu eng gefassten Zielen in der Industriepolitik – und setzt beim Klimaschutz voll auf den Emissionshandel. Hier habe das Gremium die politischen Realitäten aus den Augen verloren, meint Philipp Jäger. Der Experte verweist auf das Risiko hoher CO2-Preise.
Der von der Bundesregierung erhoffte Wachstumsschub durch die neuen Schulden für Infrastruktur und Klimaneutralität wird laut Fachleuten nur eintreten, wenn Investitionen zusätzlich sind und nicht Konsumzwecken dienen. Dass dies im Sondervermögen umgesetzt wird, daran gibt es aber erhebliche Zweifel.
Sauberer Stahl nach Europa, dreckige Ausfuhren in den Rest der Welt: So könnten ausländische Hersteller die EU-Klimazölle umgehen, warnt die heimische Industrie mit Blick auf die geplante Ausweitung. Länderabhängige Abgaben könnten demnach die Gefahr bannen. Umweltschützende fordern, die CO2-Bepreisung weltweit voranzutreiben.
Die brasilianische Regierung hat ein Update ihres Plans für die Tropical Forest Forever Facility vorgelegt. Sie soll waldreiche Länder belohnen, wenn sie ihre Bäume stehenlassen. Neu ist, dass ein Fünftel der Mittel für indigene Völker reserviert sind. Die Umweltorganisation Germanwatch kritisiert intransparente Anlagekriterien des Fonds hinter der TFFF.
Brigitte Knopf war fünf Jahre lang stellvertretende Vorsitzende des Expertenrats für Klimafragen. Nun hat sie aufgehört. Im Interview spricht sie darüber, warum den damaligen Verkehrsminister Wissing das Urteil des Rats nicht kaltgelassen hat, über die Entwicklung des Expertenrats hin zu einer Institution und seiner Rolle in der schwarz-roten Regierung.
Deutschlandweit warten Betreiber fertiger Agri-PV-Anlagen auf grünes Licht aus Brüssel für die von der Ampel beschlossenen besseren Förderregeln. Doch die Gespräche bleiben auch unter der neuen Bundesregierung zäh, weshalb diese sich auch auf ein Scheitern vorbereitet.
Die letzten Schritte für ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indonesien stehen bevor. Besonders für die klimaschädlichen Nickel- und Palmölindustrien in dem Inselstaat steht viel auf dem Spiel. Umweltschützende verlangen Maßnahmen gegen Waldzerstörung und Spielräume für indonesische Wertschöpfung.
Der vorzeitige Kohleausstieg in Nordrhein-Westfalen wankt, weil es weiter an den angekündigten Ersatzkapazitäten fehlt. Eine Laufzeitverlängerung in Reserve bis 2033 erscheint wahrscheinlich. Ein aktuelles Gutachten empfiehlt, bei neuen Kraftwerken auch auf kleine Anlagen zu setzen, weil diese schneller verfügbar sind.
Die CSU will bei der Wärmepumpen-Förderung sparen, die enorme Haushaltslücke in den nächsten Jahren könnte eine solche Kürzung aber kaum schließen. Auch, weil viel Geld bereits fest zugesagt ist. Ein schrittweises Abschmelzen der Mittel könnte sich aber auch die SPD ab 2028 vorstellen.
Das Gebäudeenergiegesetz steht vor einer umfassenden Reform: Bis Jahresende will die Bundesregierung Änderungen vorlegen. Zudem sollen bis Ende Mai 2026 europäische Vorgaben hinzukommen. Doch zum Stand der Novelle bleibt das BMWE vage. Sandra Kirchner hat sich umgehört, welche Fragen zur Umsetzung der Gebäudeeffizienzrichtlinie weiter unbeantwortet sind.