Die Kohlekraftwerke in Deutschland haben erstmals mehr Treibhausgas produziert als staatlich zugebilligt. Der CO2-Ausstoß im Energie-Sektor werde nach vorläufigen Zahlen in 2022 die Vorgabe um rund ein Prozent übersteigen, wie neue Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft zeigen. Damit sei zu rechnen gewesen, heißt es dazu aus dem BMWK.
Geringere Kosten, weniger Bürokratie, mehr dynamische Stromtarife: So soll laut einem Gesetzentwurf aus dem BMWK der Ausbau intelligenter Messsysteme beschleunigt werden. Verbände loben den Vorstoß – befürchten jedoch Wettbewerbsverzerrungen. Profitieren könnte offenbar ein Unternehmen, das zu E.on gehört: Westnetz.
Die Kondensatortechnologie ist schon Jahrzehnte alt. Doch weiterentwickelt zu Superkondensatoren, kann sie zu einem Effizienzhebel im Energie- und Verkehrssektor werden. Europas größte Fabrik für die Schnellspeicher soll in Deutschland entstehen.
Trotz vieler Bedenken haben die EU-Energieminister einen Gaspreisdeckel für alle Großhandelsplätze beschlossen. Auch Deutschland stimmte für den Kompromissvorschlag, weil zahlreiche neue Mechanismen verhindern sollen, dass er Schaden anrichten kann. Im Gegenzug gibt es einen Erneuerbaren-„Booster“.
Mit 30 Prozent der globalen Land- und Meeresfläche wollen die Staaten neben der Biodiversität zugleich wichtige CO2-Senken unter Schutz stellen. Wie wirksam, lässt sich dem Artenschutzabkommen von Montreal aber nicht entnehmen. Klima- und Umweltschützer verlangen Konkretisierung.
EVP und Grüne im Europaparlament verteidigen die Reform des Europäischen Emissionshandels gegen die Kritik von Klima-NGOs. Dabei soll der Deal aufgrund der deutschen Position auf der Kippe gestanden haben. Auch für die hiesigen Kohlekraftwerke hat die Einigung Folgen - sie dürften 2030 unrentabel sein.
Nach harten Verhandlungen haben sich Parlament und Rat der EU auf eine Reform des europäischen Emissionshandels geeinigt. Ab 2027 sollen auch die Sektoren Gebäude und Verkehr bepreist werden, dafür wird ein Klimasozialfonds eingeführt. Ein Ende der freien ETS-Zuteilungen für die Industrie ist allerdings nicht vorgesehen.
Die Europäische Kommission hat ihren ersten Aufschlag für eine grundsätzliche Strommarktreform fertiggestellt. In einem bislang unveröffentlichten Non-Paper werden die Optionen diskutiert. Darunter ist eine dauerhafte Gewinnabschöpfung unter anderem für Erneuerbare und Kernkraft. PPA, CfD und Prosumer sollen eine stärkere Rolle spielen.
Geräuschlos haben die Gesetze für Gas- und Strompreisbremse am Freitag den Bundesrat passiert. Doch die Länder fordern trotz allem noch verbesserte Hilfen für die Industrie. Auch die Frage, wie konkret die Hilfen für Haushalte ausgestaltet sein sollen, die mit Öl, Pellets und Flüssiggas heizen, wollen sie nicht allein beantworten.
Die kalte Witterung treibt den Gasverbrauch nach oben und reduziert auch die relativen Gaseinsparungen deutlich. Die Speicherstände sinken schnell. Die Bundesnetzagentur bleibt aber zuversichtlich, auch an den Märkten ist die Situation entspannt.
Der Bundestag hat die Energiepreisbremsen mit den Stimmen der Regierungsfraktionen beschlossen. Die FDP spricht von einer „pragmatischen Entscheidung“. Keine Zustimmung fanden die Bremsen bei der Unionsfraktion. Sie moniert auch das parlamentarische Verfahren. So hätten Änderungsanträge erst in der Nacht zu Donnerstag vorgelegen.
Die Europäische Union fördert die Forschung und Entwicklung grüner Technologien mit Milliardensummen. Doch der US-amerikanische „Inflation Reduction Act“ stellt die gesamte Innovationsstrategie der EU in den Schatten. Wie könnte es jetzt weitergehen?
Mit der Forderung nach Expresszonen für die Erneuerbaren geht das EU-Parlament in die Trilogverhandlungen zu den Richtlinien RED 3 bis 5. Heftig umstritten ist, ob in den Vorranggebieten auch Biomasseanlagen gebaut werden dürfen. Die Notfallverordnung des Rates zur Planungsbeschleunigung tritt zum Jahreswechsel wohl doch noch nicht in Kraft.
Grünes Licht für „Repower EU“: Parlament und Rat haben sich auf die letzten Details des fast 300 Milliarden schweren Paketes geeinigt, mit dem die Mitgliedstaaten sich von russischen Energielieferungen freimachen sollen. Doch nur 20 Milliarden Euro sind „frisches Geld“, generiert durch den frühzeitigen Verkauf von CO2-Zertifikaten.
Geht es nach den Regierungsfraktionen, soll die Bundesregierung Energieversorger beauftragen, mehr Informationen zu den Haushalten hinter einem Gas- und Stromanschluss zu sammeln. SPD, Grüne und FDP erhoffen sich dadurch mehr soziale Gerechtigkeit bei den Entlastungen. Die Energiewirtschaft wehrt ab und verweist auf den Auftrag aus der Gaskommission.
Das Verteidigungsministerium wollte in dieser Woche über die Ko-Nutzung des Werftgeländes in Rostock für die Offshore-Windkraft entscheiden. Befürworter fürchten eine Absage oder Verschleppung und appellieren an Regierung und Parlament. Unterstützung kommt vom grünen Wirtschaftsminister und selbst aus der SPD-Fraktion.
Die Regierungsfraktionen haben sich in ihren Verhandlungen bei den Energiepreisbremsen auf einen Deal geeinigt: Die Bundesnetzagentur darf die Höchstwerte in den EEG-Ausschreibungen um bis zu 25 Prozent anheben. Dafür öffnen sich SPD und Grüne für Änderungen bei der Erbschaftssteuer.
EU-Parlament und Rat haben eine wichtige Teileinigung zum CO2-Grenzschutzmechanismus CBAM erreicht. Der umfasst vor allem die betroffenen Branchen und erste Berichtspflichten. Zentrale Fragen stehen aber noch bis zum Wochenende aus.
Die Nachfrage nach Wärmepumpen ist höher denn je und die Industrie erhöht ihre Produktionskapazität drastisch. Von der Politik fordern Fachverbände stärkere ordnungspolitische Regelungen und Unterstützung, auch um gegen ausländische Anbieter konkurrenzfähig zu bleiben.
Eine Einigung zu einem Gaspreisdeckel in der EU zeichnet sich noch immer nicht ab. Allerdings scheint es auf einen temporären Mechanismus gegen Preisspitzen als Kompromiss hinauszulaufen. Derweil droht im kommenden Jahr eine Versorgungslücke von 27 Milliarden Kubikmeter Gas, warnt die IEA.
Der schlechte Zustand seiner Atomkraftwerke stürzt Frankreich in eine Energiekrise. Der Kraftwerkspark muss saniert werden. Zusätzlich sollen über 50 Milliarden Euro in den Bau sechs neuer Reaktoren fließen. Doch der staatliche Energiekonzern EDF ist hoch verschuldet. Wo soll das Geld herkommen?
Der Einsatz von Batterien soll in der Europäischen Union umweltfreundlicher werden. Darauf einigten sich am Freitagabend das Europaparlament und die Mitgliedsstaaten. Die neue EU-Verordnung gilt auch für die Akkus von Elektroautos und E-Bikes.
Um den Ökostromausbau zu beschleunigen sollen die EU-Staaten Go-to-Areas ausweisen, in denen auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung für Einzelprojekte verzichtet werden kann. Während der Rechtsakt aus Brüssel noch auf sich warten lässt, machte sich der deutsche Wirtschaftsminister bereits an die nationale Umsetzung – und wurde ausgebremst.
Mit seinem Nein zur MidCat-Pipeline über die Pyrenäen erzürnte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Deutschland und Spanien. Nun haben sich die Staatschefs auf ein alternatives und grüneres Projekt geeinigt. Doch Spanien hat allen Grund skeptisch zu sein, ob Frankreichs Ernsthaftigkeit bei der Umsetzung.
Eine Änderung des Baugesetzbuchs soll den Bau von Solarparks entlang von Autobahnen und Bahngleisen erleichtern. Doch die gut gemeinte Privilegierung solcher Flächen kann kontraproduktiv wirken, befürchtet der Energieverband BNE.
Die britische Regierung möchte den Kohleabbau im eigenen Land wieder steigern, statt ihn abzubauen – Premier Sunak plant zudem, sehr viel mehr Öl- und Gasausbeutung in der Nordsee zu betreiben. Selbst Regierungsberater und konservative Ex-Minister sind entsetzt darüber.
Die staatliche Förderbank KfW wird künftig befristet Projekte finanzieren, die nicht mit dem 1,5-Grad-Ziel kompatibel sind. Das legt ein Entwurf von Leitlinien nahe, die demnächst verabschiedet werden sollen. Umweltorganisationen fordern den Wirtschaftsminister auf, dem zu widersprechen.
Für 900 Millionen Euro soll ein staatlich geförderter Zwischenhändler grüne Wasserstoff-Derivate im Ausland ankaufen – und hierzulande wieder verkaufen. Das Förderprogramm „H2Global“ soll zum Hochlauf des Wasserstoff-Marktes beitragen. Erste Lieferungen sind 2024 zu erwarten. Ein Experte vom Wuppertal Institut reagiert zurückhaltend auf die Pläne.
Eine Woche nach der Schifffahrt einigen sich die EU-Institutionen auf eine Reform des Emissionshandels für die Luftfahrt. Die bleibt jedoch hinter den maritimen Ambitionen zurück. Sowohl Wirtschaft als auch Klimaschützer sind frustriert.
Bei der Gasversorgung ist Klaus Müller inzwischen entspannter, doch die Kernkraft in Frankreich ist aus seiner Sicht zum Risiko für das Stromnetz geworden. Im Background-Interview spricht der Präsident der Bundesnetzagentur auch über den Einkauf für die Speicher, das Abregeln neuer Verbraucher und das neue Strommarktdesign.
Im Auftrag der Bundesregierung hat THE im Schnitt für 175 Euro pro Megawattstunde Gas zur Einspeicherung gekauft, wie neue und geheim gehaltene Zahlen zeigen. Nun droht ein Milliardenverlust. Die Kritik am Vorgehen ist scharf.
FDP und SPD halten für dieses Jahrzehnt am Bau von neuen Autobahnen fest. Die von den Grünen geforderte Wende bei der Verkehrsplanung steht vor dem Aus. Die von Verkehrsminister Wissing anvisierte Planungsbeschleunigung für Straßenbauprojekte wird wohl kommen.
„Historisch“: Parlamentarier und der WWF begrüßen die Einigung der EU auf ein Gesetz für entwaldungsfreie Lieferketten. Zuständige Behörden können künftig den Handel mit bestimmten Produkten verbieten, wenn diese die Zerstörung von Wäldern fördern. Die Verordnung soll den europäischen Klimaschutz stärken.
Russland spielt bei der Gasversorgung Europas weiterhin eine wichtige Rolle. Sein Export verflüssigten Gases auf dem Seeweg steigt stark – indirekt wahrscheinlich auch nach Deutschland. So kann der Kreml mit Einnahmen aus den westsibirischen Lagerstätten weiter seine Kriegskasse füllen.
Erderhitzung und Artensterben sind Zwillingskrisen. Bei der Biodiversitätskonferenz in Montreal soll ein neues Rahmenabkommen beschlossen werden, das Lösungen für beide Probleme bringen könnte.
2024 startet in der Schweiz die Produktion eines neuartigen Festkörperakkus – Jahre vor der Konkurrenz aus Ostasien. Der Erfinder Günther Hambitzer und seine beiden Mitstreiter haben Tagesspiegel Background erklärt, wie der technische Vorsprung entstanden ist und warum die Batterien nicht in China nachgebaut werden sollen.
In drei Jahren könnte es so weit sein: Dann wären die erneuerbaren Energien die größte Stromquelle weltweit, heißt es in einem neuen Bericht der Internationalen Energieagentur. Ihr Ausbau habe mit der Energiekrise einen kräftigen Schub erhalten – doch das Tempo sei weiterhin zu langsam für den Klimaschutz.
Der Unmut über die „Letzte Generation“ ist gewachsen: Statt die Straßen zu blockieren sollen sie mit anpacken, die Klimawende zu gestalten. Aber können sich junge Menschen für Handwerksberufe begeistern? Eine Bestandsaufnahme zum Nachwuchs im Nachhaltigkeits- und Umweltbereich.
Mit Betriebskostenzuschüssen über 15 Jahre will der Wirtschaftsminister die Industrie-Transformation vorantreiben. Davon profitieren sollen unter bestimmten Voraussetzungen auch Erdgas-Technologien. Die Bundesregierung habe dafür einen zweistelligen Milliardenbetrag vorgesehen.
Die Bundesregierung betont, dass mit den Energiepreisbremsen eine angeblich scharfe Missbrauchskontrolle eingeführt wird, weist aber auch auf die Grenzen hin. Die Energiewirtschaft reagiert recht entspannt – und der Verbraucherschutz betont, dass die Durchsetzung aus mehreren Gründen fraglich ist.
Streitpunkte zwischen den Ministerien um das deutsche Energieeffizienzgesetz scheinen ausgeräumt, es könnte demnächst im Kabinett behandelt werden. Auch die europäische Energieeffizienzrichtlinie geht in die entscheidende Phase.
Die Bundesregierung muss die Energiepreisbremsen für die Industrie konform mit dem EU-Beihilferecht gestalten. In den Gesetzentwürfen ist sie aber über das Ziel hinaus geschossen, so der Vorwurf von Industrievertretern. Sie habe ohne Not zusätzliche Kriterien eingezogen. So würden die ursprünglich vorgesehen Preisdeckel teilweise ausgehebelt.
Die 2020 erschienene nationale Wasserstoffstrategie wird vorzeitig überarbeitet. Ein Entwurf aus dem BMWK konkretisiert das Vorhaben, die geplanten Elektrolysekapazitäten bis 2030 zu verdoppeln. Obwohl Strom der Vorrang gegeben wird, soll aber auch blauer Wasserstoff zum Einsatz kommen.
Deutschland gehört zu den Schlusslichtern bei intelligenten Stromzählern. Hohe Kosten und wettbewerbliche Vorgaben haben ihre Verbreitung ausgebremst. Diese Probleme will die Bundesregierung angehen, wie ein Gesetzentwurf zeigt. Für den Bundesverband Neue Energiewirtschaft geht der Vorschlag in die richtige Richtung.
Die Pläne der Bundesregierung zur Gas- und Strompreisbremse müssen aus Sicht der Ampel-Koalitionsfraktionen an einigen Stellen nachgebessert werden. So fordern die Grünen im Bundestag ein Boni-Verbot für Unternehmen. Die Unionsfraktion verlangt ein ganzes Revisionsbündel.
Die Einigung der EU-Institutionen auf die schrittweise Einführung des Emissionshandels im Seeverkehr trifft allenthalben auf Zustimmung. Sowohl die Bepreisung außerhalb von EU-Territorium als auch die geplante Einbeziehung von Nicht-CO2-Emissionen ist ein Novum. Für Klimaschützer ist der Kompromiss vorbildhaft für die Luftfahrt.
Bald geht es los mit der Arbeit an einem neuen Strommarktdesign. Entscheidende Stakeholder haben sich schon im Vorfeld abgestimmt – und das Wirtschaftsministerium stimmt den Grundzügen zu. Der Energy-Only-Markt bleibt und wird ergänzt, vermutlich um handelbare Versorgungssicherheitsbeiträge.
FDP und Grüne haben sich auf ein Gesetz zur Beschleunigung von Gerichtsverfahren gegen Infrastrukturprojekte geeinigt. Ganz besonders schnell entschieden werden sollen Klagen gegen Vorhaben im öffentlichen Interesse wie Windparks oder Stromnetze. Autobahnen und Flughäfen stünden dahinter an.
Der Handelskonflikt um das Anti-Inflationsgesetz der USA steuert auf seinen Höhepunkt zu: Entweder gibt es bald Ausnahmeregelungen für Europas Industrie, oder die EU ergreift Gegenmaßnahmen. Vor allem Frankreich und nun auch der deutsche Wirtschaftsminister scheinen zu allem entschlossen.
Der Wärmepumpe sagt die Internationale Energieagentur eine rosige Zukunft voraus. Europa entwickelt sich zum größten Markt. Doch bürokratische Hürden bremsen die Technologie aus. In Deutschland sind die Regeln, um in Genuss der Strompreisbremse zu kommen, nicht präzise genug, kritisiert der Bundesverband Wärmepumpe.
Schrumpfende Wasserspeicher und ausgedünnte Flüsse: Große Gebiete der Erde wiesen 2021 wesentlich trockenere Bedingungen auf als im historischen Vergleich. Hydrologe Harald Kunstmann weist auf eine mangelhafte Datenbasis im Globalen und Nationalen hin – und bringt ein Register für Wasserentnahme ins Spiel.
Den ersten größeren Vertrag über neue LNG-Lieferungen für das Terminal in Brunsbüttel tütet kein deutscher Gasimporteur ein, sondern das amerikanische Unternehmen Conoco Phillips. Das Startdatum kommt bis 2026 aber zu spät, um in der aktuellen Energiekrise zu helfen, wie Energieexperten sagen. Klimaexperten kritisieren die 15-jährige Laufzeit des Vertrags.
Morgen stellt die EU-Kommission ein erstes Klassifizierungssystem für CO2-Speicher vor. Für die natürliche oder technische Speicherung von CO2 sollen Zertifikate mit individueller Dauer ausgestellt werden. Doch wofür diese Zertifikate genutzt werden können, bleibt unbeantwortet.
Der Global Health Hub veröffentlicht heute ein Papier, das der Bundesregierung Anregungen zur Bewältigung der Klimakrise geben soll – insbesondere in Hinblick auf den Gesundheitsschutz. Dabei geht es um Prävention wie die Verhinderung von Zoonosen, den Abschied von fossilen Energien und auch eine Kommunikationsstrategie.
Ist Wasserstoff die Lösung für den Wärmebedarf der Industrie? Oder Holz? Und wie sieht es im Gebäudesektor aus? Zwei aktuelle Studien nähern sich der Antwort aus verschiedenen Richtungen. Quintessenz: Die Erneuerbaren und ein Leitungsnetz für Wasserstoff müssen ausgebaut werden.
Im final abgestimmten Gesetzentwurf der Strompreisbremse wurde der Sicherheitsabschlag bei der Abschöpfung von Strommarkterlösen aus Biogasanlagen von sechs Cent auf 7,5 Cent je Kilowattstunde erhöht. Doch das reicht nach Meinung der Branche bei weitem nicht aus. Sie fordert eine Ausnahmeregelung.
Am Donnerstag befasst sich der Bundestag erstmals mit den Gesetzentwürfen zur Gas- und Strompreisbremse. Im Zuge der Ressortabstimmung wurden auf den letzten Metern noch Änderungen bei den gesetzlichen Regeln zur Strompreisbremse vorgenommen. So ist die rückwirkende Abschöpfung der Strommarkt-Übererlöse vom Tisch.
Investitionsschutz kann Klimaschutz torpedieren, zeigt der Energiecharta-Vertrag (ECT). Diesen Konstruktionsfehler soll das Freihandelsabkommen zwischen Kanada und der EU vermeiden. Ein Klimaclub hingegen wäre laut Ökonomen in der Handelspolitik der „Königsweg“ für den Klimaschutz – gäbe es nicht grundlegende Differenzen bei der CO2-Bepreisung.
Der Bundestag hat am Freitag den Haushalt 2023 beschlossen. Wirtschaftsminister Robert Habeck muss scharfe Kritik einstecken. Sowohl die Investitionen als auch die Zuschüsse aus seinem Ressort steigen deutlich an. Der Etat für die Energieforschung sinkt leicht.
Pauschale Drosselungen bei regelbaren Stromverbrauchern sollen noch bis 2029 möglich sein, das geht aus einem ersten Regulierungsvorschlag der Bundesnetzagentur hervor. Im Gegenzug müssen die Netzbetreiber jeden anschließen, die Notlage im Netz muss eindeutig sein. Der BDEW ist insgesamt zufrieden, der Automobilverband VDA weniger.
Die EU-Energieminister haben sich auf die Notfallverordnung zugunsten der Erneuerbaren geeinigt. Der Konflikt zwischen Windkraft und Naturschutz scheint damit aber nicht befriedet. Die Grünen streiten derweil mit der FDP, ob auch der Straßenbau beschleunigt werden soll.
Laut den Entwürfen zur Strom- und Gaspreisbremse dürfen Energieversorger ihre Grundpreise in Kundenverträgen weder absenken noch erhöhen. Erlaubt sind höhere Tarife nur aufgrund von staatlichen Bestandteilen wie Netzentgelten. Die Versorger haben jedoch mit gestiegenen Verwaltungs- und Vertriebskosten zu kämpfen und sind nun alarmiert.
Energieintensiven Betrieben gehe es schlecht, sagt Christian Seyfert, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Industriellen Energie- & Kraftwirtschaft. Er fürchtet bei den Energiepreisbremsen europäische Vorgaben. Im Background-Interview spricht er zudem über Wasserstoff-Hürden, den Ausbau der Erneuerbaren und die Notwendigkeit eines Kapazitätsmarktes.
Zu komplex, wettbewerbsverzerrend und innovationsfeindlich: Die Energiewirtschaftsbranche lässt kein gutes Haar am Gesetzentwurf der Strompreise, wie ein Blick in die Stellungnahmen zeigt. Gerade einmal 24 Stunden Zeit hatte das Bundeswirtschaftsministerium den Verbänden dafür eingeräumt.
Südafrika, Indonesien und jetzt auch Vietnam: Diese und andere Länder sollen mithilfe von internationalen Partnerschaften von der Kohleenergie loskommen. Doch wenn die Industrienationen selbst inkonsequent handeln, kann das den Umbau gefährden. Fortschritte beim Ausbau von Erneuerbaren können vor allem große Entwicklungsbanken bringen.
Die EU-Kommission legt erstmal einen konkreten Vorschlag für einen EU-Gaspreisdeckel vor. Übersteigen die Vormonatspreise am Gasmarkt über gewissen Zeit die Marke von 275 Euro pro Megawattstunden, soll der Cap greifen. Am Donnerstag sollen die Energieminister darüber abstimmen.