Alois Rainers Vorschlag, seine parlamentarische Staatssekretärin Silvia Breher als Bundestierschutzbeauftragte zu berufen, hat das Kabinett am Mittwoch angenommen. Mögliche Loyalitätskonflikte der Neuen löste das Kabinett, indem es das Wort „unabhängig“ in Brehers Stellenbezeichnung strich. Sie will nun die Videoüberwachung in Schlachthöfen angehen.
Die Naturkautschukindustrie steht an einem Wendepunkt. Wer seine Lieferketten jetzt nicht umbaut, könnte schon bald nicht mehr lieferfähig sein, befürchtet eine Umweltstiftung. Warum der „unsichtbare“ Rohstoff zum Prüfstein für die Glaubwürdigkeit globaler Nachhaltigkeitsstrategien wird – und was dies für Kleinbäuerinnen und -bauern bedeutet.
Die brasilianische Regierung hat ein Update ihres Plans für die Tropical Forest Forever Facility vorgelegt. Sie soll waldreiche Länder belohnen, wenn sie ihre Bäume stehenlassen. Neu ist, dass ein Fünftel der Mittel für indigene Völker reserviert sind. Die Umweltorganisation Germanwatch kritisiert intransparente Anlagekriterien des Fonds hinter der TFFF.
Deutschlandweit warten Betreiber fertiger Agri-PV-Anlagen auf grünes Licht aus Brüssel für die von der Ampel beschlossenen besseren Förderregeln. Doch die Gespräche bleiben auch unter der neuen Bundesregierung zäh, weshalb diese sich auch auf ein Scheitern vorbereitet.
Mit Mitteln wie Wasser, Netzen oder Sand kämpfen Landwirte gegen Sonnenbrand bei Äpfeln. Trotzdem verursacht er teils große Ernteverluste. Um diese zu verringern, arbeiten Forschende an einem KI-basierten Frühwarnsystem gegen Hitzeschäden. Die App soll gezielte Schutzmaßnahmen ermöglichen, erste Prototypen sind bereits verfügbar.
Die letzten Schritte für ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indonesien stehen bevor. Besonders für die klimaschädlichen Nickel- und Palmölindustrien im Inselstaat steht viel auf dem Spiel. Umweltschützende verlangen Maßnahmen gegen Waldzerstörung und Spielräume für indonesische Wertschöpfung.
Shaik Imran hat das Start-up Prakheti mitgegründet, das regenerative Landwirtschaft im Bundesstaat Kerala fördert. Sein Studium der Landwirtschaft absolvierte er im Punjab, der Reiskammer Indiens. Als Delegierter der Jugendorganisation Youngo nimmt Imran an UN-Klimakonferenzen teil.
Ist es rechtskonform, Schweine auf engstem Raum und auf Vollspaltenböden zu halten, wie wir das in Deutschland tun? Nein, meinte vor sechs Jahren das Land Berlin und wandte sich ans Bundesverfassungsgericht. In diesem Jahr könnte eine Entscheidung aus Karlsruhe gravierende Folgen für die gesamte Branche bringen.
Der ländliche Raum blutet aus – nicht überall, aber in strukturschwachen Regionen umso mehr. Junge gehen, Häuser verfallen, Infrastruktur verschwindet. Doch es gibt Auswege. Frederik Fischer hat sich der Rettung des Landes verschrieben. Zum Beispiele mit Kodörfern, gemeinschaftlichen Siedlungen mit einem neuen sozialen Versprechen.
Die Landwirte in Deutschland fahren wieder deutlich mehr Getreide ein als im vergangenen Jahr. Mancherorts gibt es Qualitätseinbußen, verursacht durch den Regen oder die Düngevorschriften in den roten Gebieten. Für DBV-Präsident Joachim Rukwied kann die Abschaffung der Stoffstrombilanz nur ein erster Schritt sein.
Mikroplastik verschmutzt die Böden und hemmt das Pflanzenwachstum. In Deutschland sind Klärschlamm, Reifenabrieb, Folien und umhüllte Düngemittel die größten Quellen. Doch der vorerst letzte Versuch, ein globales Plastikabkommen abzuschließen, ist vergangene Woche in Genf gescheitert.
Junglandwirte bekommen von der EU eine Förderung – aber nicht, wenn sie gemeinsam in einer Agrargenossenschaft wirtschaften. Von mehreren Teilhabern bekommt dann oft gar keiner eine Förderung. Dagegen klagen nun zwei Genossenschaften aus Brandenburg, unterstützt vom Genoverband.
Eine Agrar- und Ernährungswende ist nicht nur möglich – sie wäre ein Gewinn für uns alle, meint Agrarökonom Hermann Lotze-Campen. Mit einigen bekannten Hebeln ließen sich bis 2050 versteckte Kosten in Billionenhöhe einsparen – vorausgesetzt, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ziehen jetzt an einem Strang, sagt er im Gespräch mit Tagesspiegel Background.
Bei der Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung sind viele Fragen noch unbeantwortet. In einer Stellungnahme fordern Landbesitzende jetzt erneut mehr Mitsprache. Zwei Stakeholdertreffen sind im September und November geplant. Die EU dagegen will kommende Woche keinen Finanzplan für die WVO vorstellen.
Der Holzwerkstoffhersteller Pfleiderer aus der Oberpfalz muss Informationen zu Biodiversität offenlegen, sagt Nachhaltigkeitschefin Stefanie Eichiner im Interview mit Susanne Bergius. Und keinesfalls nur wegen EU-Berichtspflichten: „Bei uns kommt der Druck aus der Finanzwelt.“
Wegen der Abschaffung der Stoffstrombilanz per Ministerverordnung klagt die grüne Bundestagsfraktion vor dem Bundesverfassungsgericht. Das Parlament hätte beteiligt werden müssen, so die Grünen. Zweifel an dem Eilverfahren gab es immer. Das BMLEH hat sich zwar abgesichert. Doch ob die Aufhebung Bestand haben wird, ist alles andere als sicher.
Nahrungsmangel, Trinkwasserknappheit und soziale Unruhen können die Folge von immer schlechterer Bodenqualität sein. Wissenschaftler:innen fordern jetzt eine drastische Umstellung der Ernährungssysteme und politische Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung bis 2050.
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung mischt sich in die Debatte um die EU-Agrarpolitik ein. Ratsmitglied Hubertus Paetow, Präsident der DLG, erklärt den Hintergrund und skizziert, wie sich die Empfehlungen in Politik übersetzen ließen.
Die deutschen Wälder entwickeln sich immer mehr zur Kohlenstoffquelle. Die Bundesregierung fördert deshalb den Umbau der Wälder weg von Monokulturen hin zu Mischwäldern. Das braucht Zeit und Geld. Zudem sind Besitzer kleinerer Wälder nicht immer leicht für den Umbau zu gewinnen. Was kann die Politik besser machen, damit der Umbau der Wälder gelingt?
Im Jahr 2023 mussten 6000 minderjährige Frauen stationär wegen einer Essstörung behandelt werden. Betroffene müssen wesentlich länger im Krankenhaus behandelt werden als der Durchschnitt, auch die Mortalitätsrate ist hoch. Eine Verhaltensmedizinerin erklärt, was die Gesellschaft und Politik tun können.
Silvia Breher soll neue Bundestierschutzbeauftragte werden. Ist ihre heimatliche Nähe zur industriellen Tierhaltung ein Grund, an ihrem Engagement fürs Tierwohl zu zweifeln? Der schwierigere Part für Breher könnten Rollenkonflikte um die geforderte Unabhängigkeit werden.
Die Bundesregierung will die Stromsteuer für die Landwirtschaft und das produzierende Gewerbe dauerhaft senken. Die versprochene Entlastung für alle gibt es bei der Reform des Strom- und Energiesteuergesetzes aber nicht.
Das Kohlendioxid-Speichergesetz könnte einen Schub für die Abscheidung von CO2aus Bioenergie bringen – was die Novelle aber unberücksichtigt lässt. Die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes dagegen versäumt es, bessere Bedingungen für Biogasanlagen zu schaffen, kritisieren Branchenverbände.
Die EU hat in einer Zoll-Einigung mit den USA einen Handelskonflikt abgewendet, doch die Verhandlungstaktik von Ursula von der Leyen stößt auf scharfe Kritik. Dabei übersehen Politiker die schwache Position der EU gegenüber den USA.
Obst und Gemüse sind wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung. Doch was tun, wenn der Klimawandel ihnen die wichtigen Nährstoffe entzieht? Davon, dass globale Erwärmung und Treibhausgase nicht nur die Ernten, sondern auch die Qualität von Nutzpflanzen beeinflussen, sind Forschende aus Großbritannien überzeugt. Müssen wir uns Sorgen machen?
Viele deutsche Fichtenwälder sind abgestorben, riesige Flächen liegen brach. Alle sind sich einig: Dort sollen Mischwälder entstehen. Aber der Weg dahin ist ungewiss und konfliktreich. In NRW erprobt die Landesforstverwaltung neue Methoden.
In Genf soll in diesen Tagen ein globales UN-Plastikabkommen entstehen, um den weltweiten Verbrauch zu verringern. In der Landwirtschaft ist Mikroplastik in Böden das größte Problem. Das Abkommen könnte hier zumindest indirekt Abhilfe schaffen, sind Befürworter:innen überzeugt. Der Ausgang der Verhandlungen in der Schweiz ist indes unklar.
Eine britische Studie untersucht den Einfluss von ultraverarbeiteten und minimalverarbeiteten Lebensmitteln auf die Gesundheit. Und stellen fest: Bei gleicher Kalorienmenge führen hochverarbeitete Lebensmittel zu geringerem Gewichtsverlust. Allerdings warnen die Autor:innen davor, die Verantwortung der Gewichtsreduktion auf Individuen zu schieben.
Wenn Menschen nicht genug Geld für gute Ernährung haben, kann dies laut der Ernährungspsychologin Anja Simmet gesundheitliche und soziale Beeinträchtigungen verursachen. Simmet befasst sich schon länger mit Ernährungsarmut und leitet eine Forschungsgruppe, die das Thema im Auftrag der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung nun ausleuchten soll.
Noch befinden sich die Ausbruchsherde der Seuche Lumpy Skin Disease rund 200 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Das Friedrich-Loeffler-Institut bewertet die Gefahr für Deutschland aber als „erhöht“. Infizierte Bestände müssen laut EU gekeult werden. Für Impfungen in den Schutzzonen ist Deutschland nicht gerüstet.
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ist für die Einhaltung fairer Handelspraktiken zuständig – etwa bei Zahlungsfristen für Milch- und Milchprodukte. Ein aktuelles Urteil stärkt nun die Handelsseite. Dies stößt bei Verbänden auf Unverständnis. Der Fall könnte noch den Bundesgerichtshof beschäftigen.
Die Bundesregierung hat den aktualisierten FFH-Bericht fristgemäß an die EU-Kommission geleitet – ohne die entscheidende Frage zu klären: Ist der Erhaltungszustand des Wolfs günstig? Im größten Teil Deutschlands ist der Zustand laut Bericht unbekannt. In den nächsten Monaten wollen Bund und Länder die Bewertung aber überarbeiten und die Entnahme ermöglichen.
Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz des Bundes bleibt unter seinen Möglichkeiten, stellt ein wissenschaftlicher Beirat des Umweltministeriums in einem Gutachten fest. Die Forschenden empfehlen der Regierung, neu anzusetzen: in Mooren, Wäldern, auf Agrarflächen, in Auen und Küstengebieten.
Das Gesamtbudget für den Agrarhaushalt kann 2026 trotz angespannter Haushaltslage gehalten werden, verkündete das BMLEH am Mittwoch nach dem Kabinettsbeschluss. Interessenvertreter kritisieren dennoch, die Ziele aus dem Koalitionsvertrag würden verfehlt. Anstatt Aufstockungen sehe der Entwurf empfindliche Kürzungen vor, warnen die Verbände.
Der Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2026 steht heute auf der Tagesordnung im Bundeskabinett. Im Vergleich zu 2025 soll sich das Budget für den Agrarhaushalt leicht erhöhen. Das betrifft aber nicht alle Bereiche. Außerdem wird die vorübergehende Streichung der Agrardieselrückvergütung den Haushalt 2026 noch entlasten.
Ob moderne Züchtungstechnologien oder neuartige Lebensmittel: Die Hightech-Agenda der Bundesregierung soll unter anderem Innovationen in der Biotechnologie fördern, um resilientere Agrar- und Ernährungssysteme zu schaffen. Heute ist das Vorhaben Thema im Kabinett. Obwohl die Branche die Pläne begrüßt, weist sie auf Lücken beim Transfer von Forschung hin.
Der jährliche Report der FAO beleuchtet den desaströsen Zustand der globalen Ernährungssicherheit. Dieses Jahr stehen die hohen Lebensmittelpreise im Fokus, besonders die Situation von Frauen und Kinder. Der Bericht dient als Grundlage für den UN-Ernährungsgipfel 2025.
Bei ihrem Treffen in Schottland am Sonntag beendeten Ursula von der Leyen und Donald Trump den Zollkonflikt zwischen der EU und den USA. Für europäische Einfuhren in die USA soll ein Zollsatz von 15 Prozent gelten. Ausnahmen soll es für einige landwirtschaftliche Produkte geben – nicht aber für Wein und Spirituosen, zumindest vorerst.
Die Gleichstellung von Frauen auf Höfen, im Wald und auf See hinkt hinter der allgemeinen Entwicklung hinterher. Vorbilder in Führungsrollen sind rar gesät, die Sichtbarkeit von Frauen leidet. Niedersachsens Ministerin für die grünen Berufe, Miriam Staudte, will das ändern.
In vier Modellregionen Deutschlands schließen sich Landwirt:innen zusammen, um im Verbundprojekt KOMBI Agrarnaturschutzmaßnahmen umzusetzen. Sie möchten für ihre nachhaltigen Bemühungen Prämien erhalten. Währenddessen plant die EU-Kommission eine radikale Umstrukturierung der Agrarpolitik – die bei Umweltschützer:innen und Landwirt:innen nicht gut ankommt.
Staaten, die durch ihr Handeln dem Klima schaden, können dafür zur Verantwortung gezogen werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Internationale Gerichtshof in einem am Mittwoch veröffentlichen Gutachten. Experten sehen in den Aussagen einen Meilenstein, auch wenn die Rechtsdurchsetzung schwierig bleiben dürfte.
Der Universitätsprofessor Achim Spiller hat mehrere Jahre an einem Gutachten zu Alternativprodukten mitgearbeitet, das diese als sinnvoll für Nachhaltigkeit, Ökonomie und Gesellschaft einstuft. Über überraschende Erkenntnisse, politisch notwendige Weichenstellungen und warum uns weniger Fleischkonsum alleine auch nicht weiterbringt.
Die Klimaschutzziele im Verkehr bleiben unerfüllbar, die Anrechnung von RFNBOs auf die THG-Quote ist für den Wasserstoffhochlauf unzureichend. Wenn es nach den Verbänden geht, muss die Bundesregierung bei der Umsetzung der RED III deutlich nachbessern. Mehr Zeit wollen sie den Verantwortlichen nicht zugestehen. Im Gegenteil.
Wie hoch ist das Agrarbudget der EU nach 2027 wirklich? Beim Blick in die Dokumente wird klar: Agrarumweltmaßnahmen hängen künftig vom politischen Willen der Mitgliedstaaten ab. Eine Regel für die Mindesthöhe wurde im letzten Moment gekippt.
Die EU-Kommission will beim Zeitplan für die Umsetzung des Renaturierungsgesetzes hart bleiben. Umweltkommissarin Roswall erteilte der Forderung von Bundesumweltminister Schneider nach Fristverlängerung eine Abfuhr. Endgültig gesichert ist das Gesetz damit aber nicht. Derweil legt das Umweltministerium einen Entwurf für die Durchführungsverordnung vor.
Ob Linsen-Patty, Soja-Schnitzel, Burger aus Pilzmyzel oder Foie Gras aus dem Labor: Alternativen zu herkömmlichen Fleisch-, Milch- oder Käseerzeugnissen gelten als Zutat, um das Agrar- und Ernährungssystem nachhaltiger und widerstandsfähiger zu machen. Aber stimmt das? Dieser Frage ist ein Gutachten des wissenschaftlichen Beirats beim BMLEH nachgegangen.
Dänische Bauernverbände, Naturschutzorganisationen und die Regierung haben sich vor einem Jahr auf einen Plan geeinigt, um die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft zu senken. Das neue Ministerium für Grünen Wandel kümmert sich um die Umsetzung. Vielen sind die Ziele für den gegebenen Zeitraum immer noch zu ehrgeizig.
Trockene Moore sind ein Treiber des Klimawandels. Deutschland hat sich deshalb vor Jahren vorgenommen, die Entwässerung der Moore rückgängig zu machen. Doch von den selbstgesteckten Zielen ist das Land weit entfernt. Eine Wissenschaftlerin und eine Landwirtin erklären, warum es beim Moorschutz nicht wirklich vorangeht.
Die Bundesregierung hat auf eine Anfrage der Grünen zu Gemeinwohlleistungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik geantwortet. Das Dokument überschneidet sich mit den Vorschlägen der EU-Kommission für die Agrarpolitik nach 2027. Passagen zu ökologischen Ambitionen und nachhaltiger Landwirtschaft ergänzen sich aber.
Der Vorschlag für die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik sorgt für heftige Kontroversen. Die EU-Kommission will kleine Betriebe im Vergleich zu großen deutlich stärken. Ob das die Verhandlungen übersteht, ist fraglich.
Bundeskanzler Merz fordert Ausnahmen für deutsche Forstwirtschaft bei EU-Anti-Entwaldungsverordnung. Umweltorganisationen warnen vor Schlupflöchern für illegale Holzimporte. Die jüngste Runde im Kampf um die EUDR.
Ihren Vorschlag für den Haushalt der EU von 2028 bis 2034 hat die Kommission gestern mit Ach und Krach in die Öffentlichkeit getragen. Demnach soll die Gemeinsame Agrarpolitik mit diversen anderen Fonds in einem einzigen Geldtopf aufgehen. Der Vorschlag erntete heftige Kritik, viele Akteure fühlen sich übergangen.
Trilogverhandlungen zur Verordnung über Pflanzenvermehrungsmaterial für Wälder hat der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments am Dienstag zugestimmt. Die Vereinheitlichung von Kontrollverfahren und die Baumartenliste sind sind Streitpunkte für Waldbesitzende.
Die EU-Kommission plant eine radikale Umstrukturierung der Agrarpolitik. Die bisherige Zwei-Säulen-Struktur soll durch einen einzigen Fonds ersetzt werden. Außerdem ist eine Kappung der Direktzahlungen vorgesehen, heißt es in einem Leak. Morgen sollen die Vorschläge offiziell herauskommen – mit Zahlen zur Höhe des Budgets.
Eiweiße sind essenzieller Bestandteil der Ernährung – doch ihre Verfügbarkeit ist begrenzt. Die EU hat diese Herausforderung erkannt und diskutierte unter dänischem Vorsitz im Agrarrat die Versorgung, Produktion und Nachhaltigkeit von künftigen Proteinquellen. Kommission und Mitgliedstaaten versprachen, das Thema ernst zu nehmen.
Die EU-Agrarpolitik soll weniger Details regeln, fordert die Mehrheit der Bundesländer. Sie soll vor allem ökologischer werden, meint eine Minderheit. Das lässt sich am Protokoll der Sonderkonferenz der Agrarminister ablesen. Bei ihrem Treffen im Herbst wollen sie ihre Debatte fortsetzen. Am Mittwoch wird der Vorschlag der EU-Kommission erwartet.
Donald Trump hat einen Brief nach Brüssel geschickt: Der US-Präsident will Importe aus der EU mit einem Zoll in Höhe von 30 Prozent belegen. Deutsche Winzer an der Mosel wären davon besonders betroffen – fast die Hälfte der aus Deutschland in die USA exportierten Weine stammt von dort.
Mit einer neuen Stabsstelle will das Ministerium für Landwirtschaft Schwung in den Bürokratieabbau bringen. Bereits umgesetzt ist ein Beschluss aus dem Koalitionsvertrag: die Abschaffung der Stoffstrombilanz. Jetzt knöpft sich das Ministerium noch einmal die Liste mit 194 Vorschlägen der Länder vor, die nach den Bauernprotesten erstellt wurde.
Bei einer Sonderkonferenz der deutschen Landwirtschaftsminister sind ihre unterschiedlichen Haltungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik deutlich geworden. In einem Brief an die EU-Kommission fassen sie den Minimalkonsens zusammen. Unvereinbare Positionen bleiben in Protokollerklärungen nebeneinander stehen.
Einen Einspruch gegen den Durchführungsrechtsakt der EU-Entwaldungsverordnung haben konservative und rechtsextreme Fraktionen haben am Mittwoch im Europäischen Parlament beschlossen. Der Verband der Waldbesitzenden begrüßte die Anpassungen, die allerdings nicht rechtlich für die Kommission bindend sind. Auch das EU-Klimaziel für 2040 wurde ausgebremst.
Eigentlich lief für den Bundesagrarminister in den ersten Wochen seiner Amtszeit alles glatt. Doch nun bahnt sich ein Konflikt an. Auslöser: die geplante Änderung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes. Mit einem Vorstoß im Bundesrat wollen die Bundesländer das von Rainer überarbeitete Gesetz komplett kippen. Verbände schlagen bereits Alarm.
Unternehmen aus dem Biotechnologiesektor sollen ein vereinfachtes, aber trotzdem sicheres Zulassungsverfahren in der EU bekommen. Das ist eins der Ziele, die das Europäische Parlament in Vorbereitung des Biotech Act verfolgt. Heute stimmt es über den Bericht der Abgeordneten Hildegard Bentele ab.
Bei einer Sonderkonferenz in Berlin wollen die Landwirtschaftsminister:innen am Donnerstag festlegen, wie Deutschland bei den Verhandlungen um die EU-Agrarpolitik nach 2027 auftreten soll. Währenddessen mehren sich die Stimmen, die ein deutlich schlankeres Budget für die Landwirtschaft aus Brüssel erwarten.
Klimafreundliche Antriebsenergien werden in der Landwirtschaft bisher noch nicht – oder nicht mehr – genutzt. Das will das Projekt Trakzeptanz ändern. Der ehemalige Agrarminister hat es ins Leben gerufen, der amtierende will Biokraftstoffe durch eine Steuerbefreiung fördern. Die Grünen bringen einen Gesetzentwurf gegen Biokraftstoffe in den Bundestag ein.
Beim Biodiversitätsschutz klaffen gravierende Finanzierungslücken. Die sollen künftig private Investitionen in Naturgutschriften schließen. Um dafür ein einheitliches System in Europa zu schaffen, hat die EU-Kommission nun einen Fahrplan vorgestellt. Nicht nur Umweltschutzorganisationen sind skeptisch, auch aus der Wissenschaft kommen mahnende Worte.
In Sambia beansprucht das deutsche Agrarunternehmen Amatheon Agri eine Fläche, die fast so groß ist wie der Bodensee. Die Menschenrechtsorganisation FIAN wirft dem Unternehmen vor, der lokalen Bevölkerung den Zugang zu Land und Wasser zu erschweren. Der Fall ist exemplarisch für ein globales Phänomen: Landgrabbing.