Die Krankenkassen werfen Bundesgesundheitsminister Lauterbach Untätigkeit bei der Sicherung der Finanzen vor. Zugesagte Vorschläge zur Stabilisierung der GKV-Finanzen seien bis heute nicht vorgelegt worden. Komme da nichts, müsse zeitnah der allgemeine Beitragssatz erhöht werden.
Immer mehr Kinder und Jugendliche sind von psychischen Krankheiten betroffen, doch der Ausbau der Versorgung lässt weiter auf sich weiter warten. Der Kinder- und Jugendrat von SOS-Kinderdorf will nun mit einer Petition Druck machen. Das BMG beteuert, an Lösungen zu arbeiten und kündigt ein Gesetz an.
Die Zahlen wirken klein, doch die Dunkelziffer ist riesig: Bei über 3200 Patienten hat sich 2022 der Verdacht auf Behandlungsfehler mit Gesundheitsschaden bestätigt. Das teilte der Medizinische Dienst gestern mit. Sorge bereitet den Experten vor allem die Zunahme sogenannter „Never Events“. Hier brauche es dringend verpflichtende Meldesysteme, fordern sie.
Während einige Bundesländer den Entwurf zum Krankenhaustransparenzgesetz noch prüfen und kommende Woche mit einer geeinten Länderposition rechnen, hat Bayern gestern bereits vor einem „Eingriff in die Planungshoheit der Länder“ gewarnt und Nachbesserungen gefordert. Die Redaktionsgruppe setzt ihre Arbeit unabhängig vom Entwurf derweil fort.
Viele Operationen wären ambulant durchführbar, trotzdem werden sie überwiegend stationär erbracht, wie neueste Auswertungen nahelegen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich; eine Ursache liegt in der angekündigten Krankenhausstrukturreform. Die niedergelassenen Ärzte fühlen sich bei all dem vergessen und machen ihrem Ärger heute Luft.
Das ideologisch aufgeladene Cannabisgesetz (CanG) ist im Kabinett verabschiedet worden – mit nur wenigen Änderungen. So bekommen die Behörden keine Frist für die Bearbeitung von Anbauclub-Anträgen. Stärkere Reaktionen als das Konsumcannabisgesetz bekommt derweil der Teil des Entwurfs zu Medizinalcannabis. Ein deutscher Produzent spricht von Benachteiligung.
Ab kommenden Jahr müssen Perinatalzentren 25 statt bisher 20 extrem untergewichtige Neugeborene versorgen. Es ist eine Vorgabe des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die vor allem die Länder auf den Plan ruft. Der G-BA hat seine Entscheidung gestern erneut mit Fakten verteidigt.
Mit einem Transparenzverzeichnis will das BMG der Bevölkerung verständliche und objektive Informationen über die Behandlungsqualität bereitstellen. Zwar versichert das BMG, das Krankenhaustransparenzgesetz habe keinen Einfluss auf die Krankenhausreform. Die Krankenhaus-Lobby sieht darin dennoch die Zentralisierung der Krankenhausplanung durch die Hintertür.
Das dänische Gesundheitssystem ist in der Krise: Nach einer Gesundheitsreform im vergangenen Jahr soll eine Strukturkommission jetzt den Gesundheitssektor aufräumen. Die radikalsten Änderungen könnten dabei die als Krankenhausträger eingerichteten Regionen erfahren. Außerdem kämpfen die Krankenhäuser und Kommunen mit einem Pflegenotstand und Skandalen.
Die Europäische Kommission sieht in ihren Entwürfen für das Pharmapaket unter anderem vor, die garantierte Marktexklusivität für Orphan Drugs zu kürzen und Möglichkeiten zur bedingten Verlängerung einzuführen. Die Hersteller warnen davor, Investitionsanreize zu reduzieren und damit den Fortschritt auszubremsen.
Eine Allianz von Ärzteverbänden hat sich beim Bundeskanzler über Karl Lauterbach beschwert. Olaf Scholz, so heißt es darin, solle den Gesundheitsminister an seine Pflichten erinnern, zu denen strikte Neutralität bei Honorarverhandlungen mit den Kassen gehöre. Hintergrund ist ein verschicktes BMG-Papier, das vermeintliche Halbwahrheiten korrigieren sollte.
Der Trend zu langen Sitzzeiten setzt sich ungebremst fort, Stress hat viele Menschen fest im Griff und erholsame Pausen bleiben oftmals aus. Vor allem Menschen in der „Rushhour des Lebens“ machen den Autoren des DKV-Reports „Wie gesund lebt Deutschland?“ Sorgen. Gefordert werden etwa mehr Muskeltraining und der Muskel-Check beim Arzt.
150.000 Patienten gelten in Deutschland jedes Jahr palliativmedizinisch als unterversorgt, dabei besteht seit einigen Jahren ein gesetzlicher Anspruch darauf. Ein Innovationsprojekt, das unnötige Krankenhauseinweisungen und Verlegungen am Lebensende verhindern sollte, brachte nicht die erhofften Ergebnisse.
Heute findet die erste Anhörung zum Entwurf des Gesundheitsdatennutzungsgesetzes statt. Während das Vorhaben insgesamt viel Zustimmung bekommt, gibt es Streit um die Zuständigkeit der Kassen und den Zugang zum Forschungsdatenzentrum.
Der Malaria-Impfstoffs „RTS,S“ wurde durch die mittelmäßige Wirksamkeit den Erwartungen nicht gerecht. Werde dieser künftig jedoch mit einem neuen Vakzin für das Blutstadium kombiniert, könnte ein wirksamer Schutz vor Malaria über einen längeren Zeitraum hinweg erreicht werden, sind Forschende der Uni Oxford überzeugt.
In der Hoffnung auf medizinischen Fortschritt nehmen viele Patienten freiwillig an klinischen Studien teil. Über die Ergebnisse dieser Studien aber erfahren sie oft nichts. Dagegen machen die BAG Selbsthilfe und die Stiftung Patientenschutz nun Druck. Gesundheits- und Forschungspolitiker im Bundestag reagieren indessen zurückhaltend.
Das Tauziehen um die UPD-Reform geht weiter. Heute gibt es dazu erstmals ein Treffen des Bundesgesundheitsministeriums mit den widerstrebenden Patientenverbänden, die sich übergangen fühlen, um die Unabhängigkeit künftiger Beratung fürchten und deshalb ihre Mitarbeit infrage gestellt haben.
Mit seinem Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz wollte Bundesgesundheitsminister Lauterbach die Versorgung kurzfristig stabilisieren. Doch reichen die Maßnahmen aus, um Arzneimittelengpässe im Herbst und Winter zu verhindern? Die Bevölkerung zeigt sich in einer Umfrage besorgt und auch die Industrie hat Bedenken.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach war gestern zum Ortstermin in einer Berliner Praxis, um sich über das E-Rezept zu informieren. Der Medientermin soll die Anwendung bekannter machen, denn schon bald werden elektronische Rezepte zur Pflicht.
Dass ein gesundes Mikrobiom eine Voraussetzung für die menschliche Gesundheit darstellt, gilt als bewiesen. Doch auch nach über zwei Jahrzehnten Forschung werden noch immer nicht alle Zusammenhänge verstanden. Eine kleine Pilotstudie weist nun auf einen Zusammenhang zwischen dem Gehalt an bestimmten Mikrobenarten und der Gehirnentwicklung von Säuglingen hin.
In den Corona-Jahren haben die Quoten für Standardimpfungen bei Erwachsenen auf niedrigem Niveau stagniert. Deutschland liegt hier immer noch im internationalen Vergleich im Mittelfeld. GSK, einer der weltweit größten Impfstoffhersteller, hat deshalb Ideen gesammelt, wie – auch auf Basis der Erfahrungen mit Corona – Impfbarrieren gesenkt werden können.
Bei der heutigen Krisensitzung des Gesundheitsausschusses zur UPD-Reform wollten die Abgeordneten den zuständigen Minister unbedingt dabei haben. Doch nach aufwändiger Terminabstimmung ließ Karl Lauterbach seine Teilnahme kurzfristig absagen und schickt seine Staatssekretärin. Das erbost nicht nur die Opposition, es irritiert auch Ampel-Parlamentarier.
Die Dresdner gGmbH „Was hab‘ ich?“ hat die aktuelle Ausschreibung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zum Nationalen Gesundheitsportal gewonnen und ist im Auftrag des BMG ab sofort mit der Aufbereitung und Bereitstellung der Inhalte für gesund.bund.de betraut. Was hat das Unternehmen bisher gemacht?
Seit Juli können E-Rezepte auch mittels elektronischer Gesundheitskarte eingelöst werden – Apotheker und Ärzte bekommen die Vorteile nun zu spüren, sagt Ralf König, Vorsitzender der E-Rezept-Enthusiasten. Im Interview erklärt er, weshalb es bei E-Rezepten von Zahnärzten oft zu Problemen kommt und warum er assistierte Telemedizin befürwortet.
Im Kampf gegen Gesundheitsgefahren durch Quecksilber erhöht die EU-Kommission den Druck auf die Zahnmedizin. Schon Anfang 2025 sollen Amalgam-Füllungen komplett verboten sein. Kritik kommt vor allem von deutschen Zahnärzten, die bislang nicht genügend Alternativen für die Patienten sehen. Die stärkste Fraktion im EU-Parlament ist noch unentschlossen.
Virtual-, Augmented Reality und Mixformen spielen bisher in der Patientenversorgung allenfalls in Einzelfällen eine wichtige Rolle – obwohl Mediziner:innen durchaus in verschiedenen Bereichen einen Nutzen sehen. Für die tägliche klinische Routine ist die heutige Consumer-Gerätegeneration aber vor allem eines: zu groß, sagt Radiologe Matthias May.
Mit Blick auf die befürchtete Winter-Infektionswelle raten die USA und manche westeuropäische Länder bereits zum Einsatz der RSV-Prophylaxe Nirsevimab für Neugeborene und Säuglinge. Die deutsche STIKO indes hadert mit einer zeitnahen Empfehlung – zu Recht, sagen Kinderärzte. Zugleich fordern sie pragmatische Erstattungslösungen für die nahende RSV-Saison.
Das Personal im Gesundheitswesen ist eine knappe Ressource. Umso wichtiger ist eine effiziente und flexible Planung. Kann eine KI hier helfen? Kann sie. Und zwar in unterstützender Funktion als zusätzliches technologisches Hilfsmittel, nicht etwa als Ersatz für die menschliche Planung mittels Software.
Die UPD-Reform ist beschlossen, der Ärger aber nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Der Deal zwischen BMG und GKV-Spitzenverband, den Kassen mehr Einfluss in der geplanten Stiftung zu geben, hat zum Absprung der Patientenverbände geführt. Weil dadurch wieder alles auf der Kippe steht, plant der Gesundheitsausschuss nun trotz Sommerpause eine Sondersitzung.
Eine Studie an der Charité über die psychische Gesundheit von Sexworker:innen sorgt für Aufregung unter Aktivist:innen. Zu schnelle Diagnosen und eine lockere Hand bei Psychopharmaka, lauten die Vorwürfe. Die Charité weist sie von sich – und muss dann einräumen, dass einer Teilnehmerin schon beim zweiten Gespräch ein Narkoleptikum verschrieben wurde.
Eine Pflanze, (mindestens) zwei Zwecke: Der Status von Cannabis ist ambivalent, ist es doch als Medizin zugelassen, für den Freizeitgebrauch bisher aber illegal. Im Zuge der Legalisierung soll nun auch Medizinalcannabis neu reguliert werden. Verbände warnen, dass die Politik das Kind mit dem Bade ausschütten könnte.
Virtual und Augmented Reality können durch immersive Erfahrungen nicht nur die Qualität von Medizinstudium und Pflegeausbildung verbessern. Die Skalierbarkeit der Anwendungen könnte fehlendes Ausbildungspersonal ein Stück weit abfedern und sogar die Attraktivität der Pflegeausbildung steigern. Auch Unikliniken und Fachgesellschaften setzen auf VR.
Die elektronische Patientenakte für alle soll schon bald kommen – wie dieser allerdings widersprochen werden kann, scheint auch der Bundesregierung noch nicht klar. Das geht aus Antworten auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, die auch bei der Frage nach einem Identitätsnachweis Lücken offenbaren.
Geld ist wichtig, aber eben nicht alles. In der Pflege wünschen sich viele Mitarbeitende bessere Arbeitsbedingungen. Geklagt wird über unsichere Dienstpläne, viele Überstunden und eine schlechte Kommunikation. Wie das von der Pflegebeauftragten der Bundesregierung unterstützte Projekt GAP Abhilfe schaffen soll.
Um den drohenden Hausarztmangel abzuwenden oder mindestens zu lindern, investieren Politik und Selbstverwaltung in Programme, die medizinischen Nachwuchs für die Allgemeinmedizin begeistern sollen: im Studium, in der Weiterbildung und bei der Niederlassung. Doch die Bemühungen reichen nicht aus.
Dass kleine Versicherer oft geringere Verwaltungskosten als Großkassen haben, hat Thomas Adolph vom Portal www.gesetzlichekrankenkassen.de jüngst als Argument gegen die Idee des Sozialverbands VdK ins Feld geführt, mit einer Reduzierung der Kassen Bürokratiekosten einzusparen. Seine Daten sind nicht falsch. Doch sie erzählen nur einen Teil der Geschichte.
Der „finale Hitzeschutzplan“ setzt vor allem auf Kommunikation. Hausärzt:innen sollen individuell und ganzjährig beraten; auch eine Plakatkampagne soll Tipps gegen Hitze vermitteln. Teure Maßnahmen wie bauliche Veränderungen an Krankenhäusern und Pflegeheimen werden erst einmal vertagt.
Als Telemedizin-Dienstleister erfreut sich Doktor.De in Deutschland größerer Nachfrage, als er bedienen kann – und plant nun eine Offensive im niedergelassenen Bereich. Das schwedische Unternehmen richtet sich dabei offensiv an Praxisinhaber, die keine Nachfolger finden.
Der Bundesgesundheitsminister kündigte im Juni einen nationalen Hitzeaktionsplan an; der Schutz vulnerabler Gruppen sei „oberstes Ziel der Hitzeprävention“. Das klingt gut, aber die Realität sieht im Moment noch ganz anders aus, beklagt Clemens Becker vom Geriatrischen Zentrum am Universitätsklinikum Heidelberg.
Kein Unternehmen will Produkte entwickeln, für die es keine Nachfrage gibt. Dies ist für die Vorbereitung auf künftige Gesundheitskatastrophen, gerade in Zeiten politischer Pandemiemüdigkeit, gefährlich. Advance Market Commitments könnten dem entgegenwirken. Die Bundesagentur für Sprunginnovationen arbeitet an Konzepten für antivirale Breitbandwirkstoffe.
Sozioökonomisch benachteiligten Schulkindern geht es auch nach Ende der Corona-Pandemie deutlich schlechter als Gleichaltrigen aus gut gestellten Familien. 44 Prozent berichten, unglücklich zu sein und häufig weinen zu müssen, so ein Ergebnis des Präventionsradars der DAK Gesundheit, der heute vorgestellt wird.
Die Arbeit am Referentenentwurf zur Krankenhausreform beginnt. Derweil erhöhen die Krankenhäuser den Druck auf die Länder, weiter für finanzielle Hilfen einzutreten: 70 Prozent der Häuser fürchteten laut einer „Blitzumfrage“ um ihre Existenz. Bei den Verhandlungen der Redaktionsgruppe dürfte das Thema aber erst einmal ausgeklammert werden.
Nichts Genaues weiß man nicht: So könnte man das Ergebnis eines Rechtsgutachtens des Bundestages zu den EU-rechtlichen Handlungsspielräumen bei der Cannabis-Legalisierung im Auftrag eines CSU-Abgeordneten zusammenfassen. Denn letztendlich wird es darauf ankommen, ob die Kommission oder eine dritte Partei tätig werden – und wie der EuGH entscheidet.
Mit der generellen Einführung der elektronischen Patientenakte sollen Krankheitsdaten für die Forschung verfügbar werden – wenn die Versicherten nicht widersprechen. Eine Umfrage zeigt, dass die Bereitschaft zum Widerspruch groß ist. Die KBV erstaunt das nicht und das BMG plant eine Kampagne.
Studien an Kindern stellen Ärzt:innen und Wissenschaftler:innen immer wieder vor Probleme. Bei einem Zweifachpräparat für Mukoviszidose griffen Charité-Forscher nun zu einer Alternativmethode – und können damit potentiell Lebenserwartungen vervielfachen.
Die geplante Krankenhausstrukturreform soll den Pflegenotstand etwas lindern, indem Versorgung konzentriert und spezialisiert wird. Doch kann das wirklich gelingen? Es gibt Zweifel. Zudem beklagen Pflegeverbände, dass der aktuelle Planungsstand die nötige inhaltliche Neuausrichtung der Krankenhäuser komplett ignoriere.
Kriminalität bekämpfen und Jugendliche sowie Freizeitkonsument:innen schützen – das sind die Ziele der geplanten Cannabis-Liberalisierung. Die Antworten auf eine Kleine Anfrage der Unions-Fraktion zeigen nun: Die Regierung will den Großteil der Sicherstellung dieser Ziele offenbar den Ländern und Kommunen überlassen.
Keiner weiß genau, wie hoch der Gewinn der weniger als 300 Zytostatika herstellenden Apotheken tatsächlich ist. Während die Apotheken ein Einsparpotenzial von 500 Millionen Euro pro Jahr mit eigenen Berechnungen abstreiten, nutzen die Krankenkassen die Gelegenheit, die Wiedereinführung regionaler Ausschreibungsmöglichkeiten zu fordern.
Ergebnisse chirurgischer, zahnärztlicher und anderer interventioneller Studien, die an Universitäten durchgeführt werden, werden oft nicht veröffentlicht. Kritische Wissenschaftler halten dies für ein Problem. Nicht so das BMG, das BMBF und die DFG: Sie halten ihre Publikations-Appelle für ausreichend und verweisen ansonsten auf die Wissenschaftsfreiheit.
Alle sieben Sekunden stirbt eine schwangere Frau oder ein Neugeborenes: Es sind alarmierende Zahlen, die seit Jahren stagnieren. Die Gates Stiftung will das ändern und testet tragbare Ultraschallgeräte und andere Innovationen. Währenddessen wird der Kampf um Gelder immer schwieriger.
Um die genauen Bedingungen der Überführung der UPD in eine Stiftung herrscht bisher Schweigen. Nun soll es zu einer Einigung zwischen Bundesgesundheitsministerium (BMG) und dem GKV-Spitzenverband gekommen sein – und die könnte mehr Kontrolle für die Kassen sowie ein eingeschränktes Beratungsangebot bedeuten. Auch der Zeitplan könnte in Gefahr sein.
Besonders Unikliniken übermitteln die Ergebnisse ihrer Studien nur ungern an Register. Die unvollständige Datengrundlage führt dazu, dass Therapien nicht bewertet, Patienten gefährdet und Ressourcen verschwendet werden. Cochrane, BIH, EbM-Netzwerk und TranspariMED streiten für Transparenz – und hoffen auf das BfArM. Doch die Behörde hat keine Befugnis.
Frühinterventionsprogramme, Infomaterial und Kampagnen: Bei der Cannabislegalisierung soll Prävention großgeschrieben werden. Der entsprechende Posten im Haushaltsentwurf allerdings wird gekürzt. Zudem fehle Geld und Konzept auf kommunaler Ebene, heißt es von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.
Sowohl Pharmaindustrie als auch Krankenkassenvertreter halten eine Reform des Arzneimittelneuordnungsgesetzes (AMNOG) für unabdingbar – allerdings aus absolut unterschiedlichen Gründen. Welche Vorschläge nun im Raum stehen.
Die Gematik soll zur Digitalagentur umgebaut und der Chef zum Jahreswechsel abgelöst werden: Zunehmend stellt sich aber die Frage, wie der Zeitplan zu halten ist. Das BMG hat nun Roland Berger beauftragt, die Umstrukturierung zu begleiten. Und eine Personalagentur sucht offenbar nach einer Leyck-Dieken-Nachfolge.
Im aktuellen Haushaltsentwurf ist kein Geld für die EU-Initiative IPCEI Health zur Stärkung der Gesundheitswirtschaft vorgesehen – trotz Verpflichtungsermächtigung im Haushalt 2023. Was jetzt noch möglich ist.
Die Bundesregierung hat einen Aktionsplan „Gesundheit rund um die Geburt“ ausgearbeitet und setzt damit ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag um. Ziel ist es, mit verschiedenen Maßnahmen die Gesundheit von Eltern und Kind rund um die Geburt zu verbessern. Es gibt aber Zweifel an der Koordinierung bei der Umsetzung.
Die Pandemie wurde für beendet erklärt und dennoch wird noch immer Covid-19-Impfstoff durch die Bundesregierung besorgt. Weil noch alte EU-Verträge gelten, sind das fast ausschließlich Vakzine von Pfizer/Biontech. Andere Hersteller kritisieren das erwartungsgemäß – die Steuerzahler dürfte es aber vor allem unnötig Geld kosten.
Im Streit um mögliche Kostensenkungen durch weniger Krankenkassen liefert der Chef eines Vergleichsportals einen erstaunlichen Befund: Viele kleine Anbieter arbeiten demnach deutlich günstiger als die großen. Im Schnitt produzieren die 16 Anbieter mit über einer Million Versicherten um 13 Prozent höhere Verwaltungskosten als der Rest.
Obwohl sich die Finanzen von Kassen und Gesundheitsfonds besser entwickeln als erwartet, drohen ohne weitere Gesetze im kommenden Jahr Beitragserhöhungen im Umfang von 0,2 Prozentpunkten. Dabei sind die Kosten der Krankenhausreform und ein drohender Wirtschaftsabschwung noch nicht eingepreist, schreibt der BKK-Dachverband in einer aktuellen Analyse.
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat den Weg für das kommende Woche startende Stellungnahmeverfahren zum DMP Adipositas freigemacht. Dieses wird für die Betroffenen eine Verbesserung zur derzeitigen Versorgung darstellen, kann aus Sicht der maßgeblichen Fachgesellschaft aber nur ein erster Schritt sein. Die Ziele des Gesetzgebers würden klar verfehlt.
Nur 41 statt 100 Millionen Euro: Bei seinem Programm zur Förderung der Versorgungsforschung für Long Covid-Patienten musste Gesundheitsminister Lauterbach deutlich abspecken. Experten sind trotzdem erleichtert, dass ein Anfang gemacht wurde. Im Herbst soll es zudem einen Runden Tisch mit Betroffenenverbänden, Kassen und Arzneiherstellern geben.
Spanien hat am 1. Juli den Vorsitz im Rat der EU übernommen. Zu den gesundheitspolitischen Prioritäten des Landes gehören unter anderem die Beratungen über den geplanten europäischen Gesundheitsdatenraum. Wie viel das Programm für die sechsmonatige Amtszeit wert ist, bleibt angesichts der anstehenden Neuwahl des spanischen Parlaments allerdings abzuwarten.
Nach der Einigung auf Eckpunkte zur Krankenhausreform warnen Branchenvertreter vor der bevorstehenden Insolvenzwelle – und hoffen auf Geld für den Transformationsprozess. Bund und Länder schieben sich hier weiter gegenseitig die Verantwortung zu. Das Thema dürfte die anstehenden Verhandlungen belasten.
Das politische Kalkül, über ein am Kapitalmarkt angelegtes Sondervermögen lukrative Renditen zur Stabilisierung der Pflegeversicherung zu erwirtschaften, ist bisher nicht aufgegangen. Nach sieben Jahren habe der eigens zu diesem Zweck geschaffene Pflegevorsorgefonds unterm Strich rote Zahlen geschrieben, teilt das Gesundheitsministerium nun auf Anfrage mit.
Bund und Länder einigen sich auf gemeinsame Eckpunkte – einige zentrale Fragen werden dabei allerdings ausgeklammert oder als Prüfauftrag formuliert. Eine Befriedung der Konfliktlinien könnte vor allem bei den Krankenkassen und damit den gesetzlich Versicherten zu Buche schlagen.