Rund 30 Kliniken haben seit Anfang 2022 Insolvenz angemeldet oder ein Schutzschirmverfahren eröffnet. Ein Großteil davon sind freigemeinnützige Einrichtungen. Fachleute wundert das nicht. Denn Rotes Kreuz oder kirchliche Träger haben bei der Finanzierung Nachteile. In Berlin sind freigemeinnützige Einrichtungen deswegen mit anderen vor Gericht gezogen.
Bei Pflegebedürftigen und Behinderten kommt die Mundgesundheit oft unter die Räder – was schwere gesundheitliche Folgen haben kann. Pflegerat und Bundeszahnärztekammer wollen daher die Zusammenarbeit forcieren. Ihre Ideen reichen von der Empfehlung, in stationären Einrichtungen Mundpflege-Beauftragte zu ernennen, bis zur Forderung nach Gesetzesänderungen.
Die industrielle Gesundheitswirtschaft rüstet sich weiter mit Argumenten vor dem Pharmagipfel am Donnerstag im Kanzleramt. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) argumentiert in einer neuen Studie mit ausbleibender Wertschöpfung und geringerem Branchenwachstum – und mahnt an, alles Mögliche gegen den Fachkräftemangel zu tun.
Beim Corona-Impfstoff verlor Curevac das Rennen gegen die Konkurrenz, jetzt will das Unternehmen mit Grippe-Vakzinen auf mRNA-Basis punkten. Im Interview spricht Curevac-CEO Alexander Zehnder über das Potenzial der Technologie, etwa für die Krebsforschung. Und beklagt die Rahmenbedingungen in Deutschland, die Forschung und Entwicklung erschwerten.
Der Europäische Gesundheitsdatenraum (EHDS) soll bald Realität werden. Heute legen die zuständigen Ausschüsse die Parlamentsposition fest. Es geht um zusätzliche Datenschutzvorgaben, aber auch um mehr Spielraum bei der Gesundheitsakte, wie ein Blick in den Kompromissvorschlag zeigt.
Ob Ende Mai 2024 ein Pandemieabkommen wie geplant verabschiedet werden kann, ist ungewiss. Sollte die Welt nach der Pandemie geeint sein, so sind die Verhandlungen laut Vertretern des Bundesgesundheitsministeriums aber vor allem von Misstrauen geprägt. Und auch die Weltklimakonferenz ab Donnerstag könnte aus Gesundheitssicht ein Reinfall werden.
Gute Nachrichten für Konsumenten, schlechte für Heimgärtnerer sowie ein Freudentag für die Medizinalcannabis-Industrie bedeuten die Änderungsanträge der Ampelfraktionen zum Medizinalcannabisgesetz. Der Konsum soll nun an mehr Orten möglich sein als zuvor vorgesehen, dafür sollen Cannabisgärtner zuhause nur maximal 50 Gramm besitzen dürfen.
Am Mittwoch ist in Berlin und anderen Bundesländern wieder Protesttag der Apotheker. Ihre Verbände fordern nicht nur höhere Honorare, sie warnen auch davor, bestehende Strukturen zu zerschlagen. In der Sorge um ein löchriger werdendes Apothekennetz scheint der Gesundheitsminister nämlich auf Liberalisierung zu setzen – was den Verbänden gar nicht gefällt.
Die Länder versetzen dem Transparenzgesetz und damit dem Gesamtprojekt Krankenhausreform einen empfindlichen Rückschlag. Bei den weiteren Verhandlungen werden die verärgerten Fraktionen nun eine stärkere Rolle spielen. Minister Lauterbach droht damit eine Frontverhärtung, beide Seiten ziehen an ihm. Hat das Großprojekt noch eine Chance?
Es ist mehr als eine Formalie: Über eine Reihe genauer Definitionen will die Bundesregierung Belästigungen und Behinderungen von Schwangeren vor Konfliktberatungsstellen und Abbrüche durchführenden Einrichtungen verhindern. Zudem will das BMFSFJ eine bessere Erfassung der Einrichtungen und eine regelmäßige Berichterstattung durch das Statistische Bundesamt.
Die Verhandlungen über den europäischen AI Act befinden sich auf der Zielgeraden – und ausgerechnet jetzt sorgt Deutschland für Ärger. Blockiert wird die Regulierung von sogenannten KI-Basismodellen wie GPT. Auch die Auswirkungen auf die Gesundheitswirtschaft sind enorm.
Inhaltlich sind Bund und Länder mit der Krankenhausreform gestern nicht vorangekommen. Sie nutzten stattdessen die Zeit, um sich zusammenzuraufen und das gemeinsame Ziel wieder in den Blick zu nehmen. Lauterbach machte offenbar viele Versprechen, doch die Länder wollen etwas Handfestes, um weiter verhandeln zu können.
Ausnahmeregelungen bei der Zuteilung von Leistungsgruppen an Krankenhausstandorte beschäftigten gestern die Teilnehmer:innen der Qualitätssicherungskonferenz des G-BA. Und ein Mitglied der Regierungskommission hinterfragte, ob es Mindestmengenvorgaben überhaupt noch braucht, wenn die Länder ihre Bedarfsplanung ernst nehmen.
Patientenzentriertheit ist oft ein schwammiges Schlagwort. Bei einer Veranstaltung der Bertelsmann Stiftung wurde nun deutlich, dass der Tiger nicht zahnlos bleiben muss. Internationale Vertreter:innen zeigten, wie PROMs und PREMs in der Praxis Mehrwert schaffen können. Und hochrangige deutsche Expert:innen stellten Forderungen vor.
Das Bundesgesundheitsministerium warnt die Länder davor, im Streit um das Krankenhaustransparenzgesetz den Vermittlungsausschuss anzurufen. Dadurch riskierten sie bereits zugesicherte Milliarden für die Klinikpflege. Für das heutige, mit Spannung erwartete Treffen der Ressortchefs zur Klinikreform signalisierte Karl Lauterbach allerdings Entgegenkommen.
In der kommenden Woche soll der Pharmagipfel nachgeholt werden, bei dem es neben der aktuellen EU-Gesetzgebung auch um die Auswirkungen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes sowie des Lieferengpassgesetzes gehen dürfte. Bei Pro Generika wurde bereits gestern diskutiert, was es mittel- und langfristig braucht, um die Arzneimittelversorgung zu stabilisieren.
In Straßburg kämpfen die Funktionäre der Zahnärztekammer gegen das drohende Verbot von Amalgam-Füllungen, in Berlin für bessere Parodontitis-Therapie und Bürokratieabbau. Und besonders enttäuscht sind sie von der einstigen Zahnarzt-Partei FDP, die sich beim Thema Investoren-MVZ einer harten Regulierung verweigert.
Zig Milliarden Euro an volkswirtschaftlichen Schäden und Behandlungskosten einsparen und die Zahl an Diabetes-Neuerkrankungen deutlich senken: Dazu beitragen könnten Besteuerungen auf gesüßte Softdrinks, meinen Forschende der TU München in einer Modellierungs-Studie. Die Art der Besteuerung sei dabei weniger entscheidend als die Höhe und Umsetzbarkeit.
Immer wieder werden Krankenhäuser Opfer krimineller Hacker:innen. Dabei stehen die Einrichtungen vor zahlreichen Herausforderungen, wenn es um die Sicherheit von Geräten und Netzwerken geht. Thomas Tschersich und Gottfried Ludewig von der Deutschen Telekom über Lösungen und zentrale Problemfelder.
Das Defizit der Krankenkassen ist im dritten Quartal gestiegen. Beunruhigender aber sind die Zukunftsaussichten: Für die versprochene nachhaltige Reform der GKV-Finanzen dürfte nach dem Haushaltsurteil aus Karlsruhe endgültig das Geld fehlen. Und der Transformationsfonds für die Krankenhausreform habe keine Geschäftsgrundlage mehr, so DAK-Chef Andreas Storm.
Es sind klare Worte von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zu den Auswirkungen der Klimakrise auf Kinder und Jugendliche. Bei der Übergabe von politischen Forderungen der AG Pädiatrie des Netzwerks KLUG machte der SPD-Politiker seine persönliche Betroffenheit deutlich.
Als Wegbereiter der Krebsregister in Deutschland schaut der ehemalige Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) heute etwas enttäuscht auf das Tempo bei der Implementierung. Hoffnungen machen ihm jedoch die von Lauterbach angekündigten Digitalgesetze.
Sieben Hauptkritikpunkte an der geplanten Krankenhausreform haben die Länder gemeinsam vorgebracht und vom Bundesgesundheitsministerium Nachbesserungen gefordert. Im neuen Arbeitsentwurf gibt es zwar kleine Nachbesserungen, aber die Länder dürften noch immer unzufrieden sein.
Seit Wochen gehen Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Apotheker auf die Straße. Ihre Forderungen an die Regierenden in Bund und Land sind deutlich: mehr Geld, weniger Bürokratie, mehr Wertschätzung – und ein Ende von Gesetzen, die die ambulante Versorgung bedrohen.
Mit Spannung war die Verkündung des Pharmariesen Lilly zu einem neuen Investment in Deutschland erwartet worden, schließlich hatte sich neben Gesundheitsminister Lauterbach auch Vizekanzler Habeck angekündigt. Die zugesagte Investition ist beträchtlich und eine positive Nachricht angesichts der Kritik aus der Industrie.
Auf den letzten Metern kann Minister Lauterbach nun doch noch knapp 100 Millionen Euro für sein Projekt verhandeln – allerdings verteilt bis 2029 und damit unter Vorbehalt. Unterlegt ist der Ansatz auch mit der Prognose, dass Geld bei der Impfstoffbeschaffung gespart werden kann. Eine Übersicht über alle Anpassungen im Haushalt 2024.
Das forschende Pharmaunternehmen Lilly will heute weitreichende Investitionsvorhaben in Deutschland bekannt geben. Mit dabei sein werden sowohl der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach als auch sein Wirtschaftskollege Robert Habeck. Welche Botschaften haben sie mit im Gepäck?
Insolvenzen wird es im kommenden Jahr geben, aber keine Pleitewelle, prognostiziert Minister Karl Lauterbach. Im Interview spricht er außerdem über den Stand der Verhandlungen bei der Cannabislegalisierung, zentralisierte Kommissionen für die Medizinforschung – und lässt offen, ob er auch in der kommenden Legislatur Leistungskürzungen ausschließt.
Ein erster, noch unabgestimmter, Referentenentwurf des BMG skizziert, welche Schwerpunkte das neue Bundesinstitut setzen soll. Zentral für die Arbeit soll ein umfassender Datenzufluss werden. Kritisch sehen die Pläne viele Fachgesellschaften, die sich gestern mit einer ersten Reaktion an das BMG gewandt haben.
(Haus)ärzt:innen haben klare Vorstellungen, wie sich die teils unterirdischen Impfquoten bei impfpräventablen Erkrankungen in Deutschland steigern ließen. Bessere Kommunikation, digitale Impfregister und mehr Vertrauen in MFA sind nur einige Ideen. Datenschutz lassen sie als Argument gegen Maßnahmen, die in anderen EU-Ländern umgesetzt wurden, nicht gelten.
Einen dreistelligen Millionenbetrag wollen Bund und Länder damit sparen, dass Asylbewerber künftig 36 statt 18 Monate nur eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsleistungen haben. Der Schuss dürfte nach hinten losgehen: Denn Studien belegen, dass die Gesundheitsversorgung Geflüchteter dadurch schlechter und teurer wird.
Die Rolle der Medizin im Holocaust wird oft auf die besonders schockierenden Gräueltaten reduziert. Ein umfassender Bericht, der nun im „Lancet“ veröffentlicht wurde, zieht den Fokus breiter und schaut auch auf die Nazifizierung von Forschungs- und Ausbildungsinstitutionen. Medizinische Ethik sei fragil, so die Schlussfolgerung.
Neue Berichte zeigen: Deutschland vernachlässigt weiterhin wirksame Maßnahmen in Bereichen wie Tabakbesteuerung und Sponsoringverboten. Auch kann die Tabakindustrie zu leicht Einfluss auf Entscheidungsträger nehmen. Im internationalen Vergleich fällt die Bundesrepublik weiter zurück.
Es fallen massenhaft Daten an, deren Verarbeitung aber schnell an ihre Grenzen stößt: Und so werden die Digitalgesetze des Bundesgesundheitsministeriums auch von den Laboren begrüßt. Was nun dränge, sei eine Verbesserung der Interoperabilität.
Der Deutsche Krankenhausgipfel kommt zu einem Zeitpunkt der Anspannung zwischen Ländern und Bundesgesundheitsministerium. Gesundheitsminister Lauterbach verteidigte seine Pläne aus sicherer Ferne mit optimistischen, aber klaren Worten: Das Krankenhaussterben sei erwartbar gewesen, aber die Reform werde unkontrollierte Insolvenzen eher verhindern.
Mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz hat der Gesetzgeber das Preismoratorium bis zum 31. Dezember 2026 verlängert. Mit einem Änderungsantrag zum Digital-Gesetz sollen nun versorgungskritische, patentfreie Arzneimittel ohne Therapiealternative davon befreit werden können. Daneben liegen vier weitere fachfremde Änderungsanträge vor.
1,3 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Spielsuchtproblematik, weitere 3,3 Millionen Menschen zeigen ein riskantes Glücksspielverhalten mit ersten Suchtanzeichen. Der Staat verdient daran kräftig mit, doch die gesamtgesellschaftlichen Kosten, die mit dem expandierenden Markt verbunden sind, sind immens, wie der erste Glücksspielatlas zeigt.
So vereint in ihrem Zorn über den Bundesgesundheitsminister waren die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder selten: In einem Brandbrief an Karl Lauterbach (SPD) formulieren sie sieben Hauptkritikpunkte zu dessen Arbeitsentwurf des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG).
Die Probleme des Gesundheitssystems treffen auf zahlreiche politische Krisen: Das wurde bei der Hauptversammlung des Hartmannbundes bewusst. Während bei den Gesundheitskiosken, der Digitalisierung und auch der Cannabis-Legalisierung Uneinigkeit herrscht, näherte man sich bei der Krankenhausreform und der Ambulantisierung an.
Einen „echten Paradigmenwechsel“ bei der Organspende und „markante Verbesserungen“ wollen die Landesregierungen in Düsseldorf und Stuttgart mit ihrem Vorstoß für eine Widerspruchsregelung erreichen: Am 24. November bringen sie dazu einen Entschließungsantrag in den Bundesrat ein. Rechtsverbindlich wäre er – selbst bei Erfolg – indes nicht.
Schwellenländer wie Indien gelten als potenzielle Antibiotikaresistenz-Hotspots. Wie stark die Gewässerbelastung tatsächlich ist, war lange unbekannt. Nun zeigen Auswertungen der AOK-Gemeinschaft mit ihren Partnern, dass sie noch viel höher ist als erwartet.
Die Health-Technology-Assessment-Verordnung soll die wissenschaftlich-klinische Bewertung von Arzneimitteln und Medizinprodukten einheitlich und transparent auf die EU-Ebene heben. Was für Pharmaproduzenten langfristig attraktiv ist, bereitet der Verwaltung auf EU- und nationaler Ebene einen Haufen Arbeit. EU-Kommission und BMG geben nun ein Update.
Beim Qualitätskongress Gesundheit stellten sich Funktionär:innen, Forscher:innen und Politiker:innen die Frage, ob sich Qualität durch Menge messen lässt. Hindernisse für Qualitätskriterien im Zuge der Krankenhausreform, ob qualitativ oder quantitativ, sind Datenmangel und Rechtssicherheit.
Agnès Buzyn war Gesundheitsministerin in Frankreich während der Pandemie, für die WHO war sie als Beauftragte des Generaldirektors für multilaterale Angelegenheiten aktiv. Im Interview fordert sie ein Umdenken bei der globalen Gesundheitsarchitektur und bei der Finanzierung.
Etlichen Fortschritten bei der Behandlung von Krebserkrankungen stehen ein ausbaufähiger Studienstandort, fehlende Outcome-Erkenntnisse und schwache Patient:innensteuerung gegenüber. Positive Forschungs- und Versorgungsentwicklung erhoffen sich Krebsexpert:innen durch die Nationalen Centren für Tumorerkrankungen, zertifizierte Krebszentren und Netzwerke.
Wer Vertretern des Bundesgesundheitsministeriums in den vergangenen Monaten zugehört hat, weiß, dass die Digitalgesetze durchaus als lebendige Dokumente verstanden werden. Und so zeigt sich die Bundesregierung offen für Nachbesserungen – verteidigt aber auch so manchen Plan.
Die Ampel-Regierung hat sich vorgenommen, einen Pfad vorzugeben, um die Patientenlotsen in die Regelversorgung zu überführen. Am heutigen Tag des Patientenlotsen steht die Frage im Raum, wie dieser aussehen soll. Das vom Innovationsfonds geförderte Projekt Lex Lotsen OWL soll darauf Antworten liefern und startet voraussichtlich am 15. November.
Das Ministerium muss bis Ende des Jahres evaluieren, ob sich die Pharma-Einsparungen im GKV-Stabilisierungsgesetz negativ auf die Branche auswirkt. Ja, sagt die Branche, Nein das Ministerium. Es wird eingeräumt, dass das Sparpotenzial geringer ausfällt als erhofft.
Nach der MPK kündigte Kanzler Scholz Maßnahmen fürs Gesundheitswesen an; die Länder ihrerseits versprechen sich von den Beschlüssen Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe. Die Suche nach Daten und Fakten, die dies untermauern, ernüchtert.
Das längst überfällige Eckpunktepapier zum Bürokratieabbau im Gesundheitswesen des Bundesgesundheitsministeriums greift einige Forderungen derjenigen auf, die vehement klagen, vom BMG nicht erhört zu werden: Ärzteschaft und Pharmaindustrie. Vereinheitlichung von Prozessen und Formularen sind das Mittel der Wahl in verschiedenen Bereichen.
Während innerhalb der Ampel Einigkeit bei der Einführung einer ePA für alle herrscht, dürfte es bei der Ausgestaltung noch zu Diskussionen kommen. Die Industrie fordert währenddessen bereits, Ärzte mehr in die Pflicht zu nehmen.
Dass auch Ärzt:innen nicht frei sind von Vorurteilen und es dementsprechend Rassismus im Gesundheitssystem gibt, ist bisher eher aus anekdotischer Evidenz bekannt. Nun legt das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) erstmals einen Bericht zu Rassismuserfahrungen im Gesundheitssystem vor – und der hat es in sich.
Im Wettbewerb um klinische Arzneimittelstudien gerät Deutschland zunehmend ins Hintertreffen. Davor warnten gestern Verbände aus Industrie und Wissenschaft. Der Gesetzgeber, appellieren sie, müsse hier verpflichtende Mustervertragsklauseln per Gesetz festlegen. Doch das BMG will offenbar nur für die „Bekanntmachung“ solcher Klauseln sorgen.
Die Regierungschefs der Länder kritisieren den Bund: Deutschland und die EU hätten kaum noch Einfluss auf Produktion und Lieferketten, beklagen sie in ihrem gestrigen Beschluss. Die bisher ergriffenen Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln seien nicht ausreichend.
Krankenkassen wollen nicht per Gesetz im Klein-Klein vorgeschrieben bekommen, was sie zur Versorgungs- und Qualitätstransparenz zu veröffentlichen haben, sondern sich aus eigener Motivation auf den Weg machen. Dafür sprachen sich gestern die Betriebskrankenkassen aus. Die Versicherten würden dies schließlich immer mehr einfordern.
Das Berlin Institute of Health ist zum ersten Mal begutachtet worden. Die vertrauliche Evaluation zeigt: Neben viel Lob für das Vorzeigeprojekt gibt es auch ernsthafte Kritikpunkte. So sei das Institut zwar attraktiv für Forschende und weise wertvolle, praktisch anwendbare Forschung auf; es fehle aber an einer Agenda, die unabhängig von den Forschenden ist.
Die Hausarztpraxen kämpfen seit geraumer Zeit mit einer immer weiter steigenden Arbeitsbelastung. Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband konnte bislang nicht erkennen, dass die Politik Ideen hat, wie diesem Umstand angesichts des demografischen Wandels entgegengetreten werden soll. Darum hat er ein eigenes Konzept entwickelt.
In einem Review zum einstigen hormonellen Schwangerschaftstest Duogynon beschreiben Wissenschaftler erstmals den Mechanismus, der wahrscheinlich zu embryonalen Fehlbildungen geführt hat. Demnach könnte ein „fehlgeschlagener Abtreibungsvorgang“, ausgelöst durch den Test, Sauerstoffmangel und Organschäden bei den Embryos verursacht haben.
Ob grundsätzlich pro oder contra Legalisierung: Die Einwände zur aktuellen Version des Cannabisgesetzes sind zahlreich. Sie zielen vor allem auf die Folgenabschätzung ab, etwa, wenn es um den Kontrollaufwand von Polizei und Behörden geht oder die Kosten für die Suchtprävention und -medizin.
Zur 142. Hauptversammlung des Marburger Bundes kam auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und kündigte ein weiteres Gesetz an: zum Bürokratieabbau. Zur Debatte um das Ex-post-Triage-Verbot blieb er allerdings nicht, dabei war er maßgeblich dafür verantwortlich.
Dänemark gilt als Vorbild bei der Krankenhauszentralisierung und sozialen Gerechtigkeit. In Zeiten von Personalmangel und demografischem Wandel aber besinnt sich das skandinavische Land auf die primäre Gesundheitsversorgung und will das bestehende Personal ausgiebiger und gezielter nutzen, so die Empfehlungen der sogenannten Robustheitskommission.
Ein Jahr nach einem Änderungsbeschluss im Infektionsschutzgesetz, das Verfahrensregelungen „bei aufgrund einer übertragbaren Krankheit nicht ausreichend vorhandenen überlebenswichtigen intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten“ regelt, kündigt der Marburger Bund dagegen Verfassungsbeschwerde an.
Zwischen den Einnahmen und Ausgaben im Gesundheitswesen klafft eine Lücke, die die Einzelkassen durch höhere Zusatzbeiträge auffangen müssen. Nach einer Prognose des Kassendienstleisters Bitmarck dürfte die Belastung mit durchschnittlich 1,74 Prozent höher ausfallen als der vom BMG für 2024 festgelegte amtliche Zusatzbeitrag von 1,7 Prozent.
Industrie und Legalisierungsbefürwortende in der Politik setzen eher auf die Zweite als auf die Erste Säule der Legalisierung. Doch die legale und kontrollierte Abgabe in Fachgeschäften in Modellregionen stößt bei der Bevölkerung auf Skepsis. Und auch auf politischer und logistischer Ebene drängt die Zeit, damit die Modellregionen nicht zum Flop werden.
Eine wirksame Therapie zur Behandlung von Endometriose will Organon 2027 oder 2028 auf den Markt bringen – fast gleichzeitig in den USA und Europa. Kevin Ali, Chef des Unternehmens, erklärt im Interview, wieso Themen wie Frauengesundheit und Fruchtbarkeit in den kommenden Jahren stärker in den Mittelpunkt rücken und was sich regulatorisch ändern muss.
Immuntherapien sind unbestritten ein riesiger Fortschritt im Kampf gegen den Krebs, doch bei vielen Betroffenen wirken sie nicht. Dieses Ansprechverhalten könnte sich durch ein verändertes Mikrobiom der Patienten verbessern lassen, sind sich einige Krebsforscher sicher.