Im Europaparlament wollen sich die Parteien bis nächste Woche auf einen Kompromiss einigen, um die Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten über Änderungen an den Nachhaltigkeitsberichts- und Sorgfaltspflichten von Firmen zu beginnen. Kurz vor Fristende zeichnen sich zwei Optionen ab – und ein entscheidender Streitpunkt.
Sollen Unternehmen künftig offenlegen müssen, welche finanziellen Effekte von Klimarisiken sie für sich erwarten? Ja, sagt die EZB – Banken benötigten aussagekräftige Nachhaltigkeitsinformationen. Nö, sagen die deutschen Banken. Manche europäischen Banken sehen das differenzierter.
Noch in diesem Jahr wird das Beratergremium der EU-Kommission zur Ausarbeitung der Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung einen neuen Vorsitz bekommen. In einer ersten Abstimmung im Rechtsausschuss des EU-Parlaments setzte sich Kerstin Lopatta von der Universität Hamburg durch. Doch entschieden ist damit noch nichts.
Biodiversitätszertifikate sollen helfen, riesige Finanzierungslücken für den Schutz von Ökosystemen zu verkleinern. Die EU-Kommission treibt Nature Credits voran, Befürworter und Gegner diskutieren. Unterdessen arbeiten Initiativen und Unternehmen an sachlicher Diskussion und seriösen Lösungen. Teil VIII der Serie Transformation und Biodiversität.
Das Global Impact Investing Network (GIIN) gehört zu den ersten Zusammenschlüssen von Finanzunternehmen und Realwirtschaft mit dem Ziel der wirkungsorientierten Investitionen. Nächste Woche treffen sich die Mitglieder zur Jahreskonferenz in Berlin.
Der US-Bundesstaat geht auf mehreren Wegen gegen nachhaltiges Investieren vor. Die Auswirkungen könnten über Texas hinaus gehen.
Mit dem VSME hat die EU einen Standard für freiwillige Nachhaltigkeitsberichte von Mittelständlern vorgelegt. Drei internationale Finanzmarktvereinigungen finden die darin vorgesehenen Informationen zu dürftig. Zusätzliche Angaben seien wichtig für Investitionsentscheidungen sowie den Kapitalmarktzugang von Unternehmen.
Die EU-Kommission will die Anti-Entwaldungsverordnung erneut verschieben – offiziell wegen IT-Problemen. Große Unternehmen müssten die Vorgaben damit frühestens Ende 2026 erfüllen, kleinere ab Mitte 2027. Während einige Stimmen aus der Wirtschaft erleichtert sind, sprechen Umweltverbände von einem Tiefpunkt und warnen vor Folgen für den Waldschutz.
Die EU-Kommission antwortet der Ombudsfrau auf die Kritik, sie habe sich bei ihrem „Omnibus“ zur Verringerung von Nachhaltigkeitspflichten nicht an ihre eigenen Gesetzgebungsregeln gehalten. Ob der Omnibus vor Gericht zu Fall gebracht werden könnte, zeichnet sich auch an einem kürzlich ergangenen Urteil in einer anderen Sache ab.
Noch längst sind nicht alle Möglichkeiten genutzt, um mit privatem Geld die Transformation der Wirtschaft voranzutreiben. Nun wollen Forscherinnen zusammentragen, wie sehr Private-Equity-Gesellschaften und Wagniskapitalgeber das Thema auf dem Schirm haben und so eine Investitionsbasis für Family Offices und Unternehmerfamilien schaffen.
Deutschlands Kommunen stecken in einer historischen Finanzkrise: Seit dem vergangenen Jahr klafft ein Rekorddefizit von 24,8 Milliarden Euro. Der kürzlich veröffentlichte „Kommunale Finanzreport 2025“ der Bertelsmann-Stiftung zeigt: Ohne tiefgreifende Reformen drohen Handlungsunfähigkeit, Investitionsstau und damit fatale Folgen.
Die Europäische Union hatte Kernkraft und Erdgas 2022 für nachhaltig erklärt und war damit auf viel Widerspruch gestoßen. Das Gericht der EU hat nun in einem Urteil die Brüsseler Entscheidung für rechtens erklärt.
Klimaschutzprojekte im Ausland – vereinbart im berüchtigten Artikel 6 des Pariser Klimaschutzabkommens – sind der Knackpunkt des EU-Klimaziels 2040. Sie versprechen kosteneffizienten Klimaschutz, andererseits warnen Kritiker vor Ramsch-Angeboten und perversen Anreizen. Ein Überblick über die Debatte.
Selbst wenn die EU-Berichtspflicht zur Natur wegfallen sollte, sind Aufsichtsräte gefordert, sich bei Vorständen für mehr Resilienz der Unternehmen gegen ökologische Systemrisiken einzusetzen. Die Kontrollgremien haben als strategische Impulsgeber viele Handlungsmöglichkeiten – bis hin zu naturbezogenen Leistungskriterien für die Vorstandsvergütung.
Wollen die deutsche und die französische Regierung, dass große Versicherer, Börsen und Fondsgesellschaften künftig von EU-Behörden beaufsichtigt werden statt den Mitgliedsstaaten? Ein Satz in ihrer Wirtschaftsagenda lässt Interpretationsspielraum. Die Bundesregierung ist dafür, durch verbesserte Konvergenz „aufsichtsrechtliche Doppelstrukturen zu vermeiden“.
Mehrere regulatorische Vorgaben sollen Banken dazu bringen, natur- und biodiversitätsbezogene Risiken bei ihren Kunden zu messen. Davon ist die Landwirtschaft im besonderen Maße betroffen. Doch in der Praxis haben die Banken nach wie vor Mühe, die Anforderungen umzusetzen. Eine Studie der Landwirtschaftlichen Rentenbank zeigt die Herausforderungen.
Findatex liefert den europäischen Finanzmarktteilnehmern eine gemeinsame Grundlage für den Datenaustausch. Gegründet von verschiedenen Finanzverbänden, zeigt Findatex, wie eine Brancheninitative die europäische Standardisierung vorantreiben kann.
Das größte dänische Kreditinstitut hat kurzerhand 1630 fossile Unternehmen aus seinem Investment-Universum ausgeschlossen. Betroffen sind Ölfirmen wie der US-Konzern Chevron – weil sie für die Verantwortlichen bei der Danske Bank zu wenig Engagement bei der Dekarbonisierung ihrer Geschäfte an den Tag legen.
Lange Zeit waren Aktien von Rüstungsunternehmen in nachhaltigen Fonds in der Theorie nahezu ausgeschlossen. Doch eine Anpassung des sogenannten ESG-Zielmarktkonzeptes macht entsprechende Investitionen inzwischen möglich. Und die Zahlen zeigen, dass Fonds sie auch tätigen.
Das Bundesfinanzministerium hat einen Gesetzentwurf für die Umsetzung der noch nicht implementierten Baseler Standards vorgelegt. Er enthält Vorschriften für das Management von ESG-Risiken.
Die brasilianische Regierung hat ein Update ihres Plans für die Tropical Forest Forever Facility vorgelegt. Sie soll waldreiche Länder belohnen, wenn sie ihre Bäume stehenlassen. Die 125 Milliarden Dollar sollen zu 80 Prozent aus dem privaten Sektor kommen. Neu ist, dass ein Fünftel der Mittel für indigene Völker reserviert sind.
Nachhaltigkeit und Investitionen in die Rüstungsindustrie, das passte lange nicht zusammen. Doch so manche Finanzhäuser denken um. Und so kommt es, dass Rüstungsfirmen inzwischen in so manchem nachhaltigen Fonds stecken. Eine Bestandsaufnahme.
Europaparlamentarier hatten die Zentralbank gefragt, warum sie eine Maßnahme zur Klimarisikobegrenzung gestoppt hat. EZB-Präsidentin Christine Lagarde spielt den Ball zurück: Die erforderlichen Unternehmensdaten hätten gefehlt und der „Omnibus“ könnte auch die künftige Datenverfügbarkeit einschränken.
Einfachere Reinvestitionen, Rechtsklarheit für Investoren und ein bisschen digitale Finanzregulierung: Das steht im neuen Standortfördergesetz von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. Der SPD-Vizekanzler haucht damit dem Zukunftsfinanzierungsgesetz II der verblichenen Ampel-Regierung neues Leben ein.
Der Holzwerkstoffhersteller Pfleiderer aus Neumarkt in der Oberpfalz muss Informationen zu Biodiversität offenlegen, sagt Nachhaltigkeitschefin Stefanie Eichiner im Interview von Tagesspiegel Background. Und keinesfalls nur wegen der EU-Berichtspflicht CSRD: „Bei uns kommt der Druck aus der Finanzwelt.“
Die globale Energiewende setzt Milliardeninvestitionen aus der Privatwirtschaft voraus – auch in Schwellen- und Entwicklungsländern. International geförderte Garantien können die Transformation unterstützen. Die Green Guarantee Group gibt nun Empfehlungen, wie die Finanzinstrumente künftig besser zum Einsatz kommen können.
Die Bundesregierung und ihre Finanzaufsicht Bafin sind nicht in der Lage, eine Risikoeinschätzung dazu vorzunehmen, wie stark Deutschlands kleine und mittelgroßen Banken mittel- und langfristig von möglichen Kreditverlusten wegen Klima- und Umweltrisiken betroffen sein könnten. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor.
323 einflussreiche Investoren, Finanzinstitute, Unternehmen, Dienstleister und Wirtschaftsverbände haben die politischen Entscheider in der Europäischen Union öffentlich aufgefordert, die doppelte Wesentlichkeit als Kern der Regulierungen für ein nachhaltigeres Finanzwesen beizubehalten.
Erste Unternehmen verschiedener Branchen entwickeln nicht nur Klimapläne, sondern Transformationspläne, die Biodiversität einbeziehen. Denn ihr Geschäft hängt ab von vielfältigen Leistungen der Ökosysteme – oder belastet diese. In Bündnissen wollen sie mit- und voneinander lernen.
Die Green Digital Finance Alliance ist eine kleine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Zürich. Sie arbeitet an digitalen Innovationen, die zukünftig mehr Geld in die Transformation leiten sollen oder die Grundlage für Rahmenwerke sind. Die Themen reichen von der Blue Economy bis zu Digital Bonds.
Wenn Banken sich von der Europäischen Zentralbank Geld leihen, müssen sie dafür ein Pfand hinterlegen. Wieviel Geld sie verleiht, wird die EZB künftig von dessen Klimarisiken abhängig machen.
Wenige neue, viele altbekannte Programme auch aus dem Kernhaushalt – die Bundesregierung will den Klimafonds KTF 2026 nachjustieren. Einschnitte soll es im Gebäudebereich geben und bei kleineren Titeln. Mehr längerfristige Mittel sollen die Klimaschutzverträge erhalten, die Verpflichtungsermächtigungen bleiben aber weit hinter dem Ampel-Entwurf zurück.
Der Kapitalbedarf für Klimafinanzierungen in Entwicklungsländern ist enorm. Dennoch fließt Geld nur spärlich. Um das zu ändern, fordert die Weltorganisation der Handelskammern eine Reform der Banken-Risikokapitalregeln des international geltenden Basel-III-Rahmenwerks. Denn unnötig strenge Kapitalvorgaben würgten den globalen Kampf gegen den Klimawandel ab.
Die Christdemokraten im EU-Parlament stehen vor der Wahl, ob sie die Änderungen an den Nachhaltigkeitsberichts- und Lieferkettenregeln mit Mitte- oder rechten Fraktionen beschließen. Ein Ausschussbeschluss lässt erahnen, wie ein rechter Omnibus aussehen würde. Es ginge aber auch anders.
Anleitungen für die Erstellung von Transitionsplänen gibt es schon mehrere. Die Internationale Organisation für Normung (ISO) und das Zentralbanken-Netzwerk NGFS sind gleichwohl überzeugt, Finanzinstituten mit neuen Publikationen zusätzliche Hilfestellung bieten zu können. Besonders Banken könnten diese wegen einer neuen Vorschrift gebrauchen.
Um 89 Prozent der Datenpunkte will die EU-Kommission der Finanzbranche die Taxonomie-Berichterstattung verringert haben. Doch Branchenvertreter machen nun deutlich, dass es kaum Erleichterungen gibt, im Gegenteil. Sie sagen teils: Der Berichtsaufwand könnte anfangs sogar größer werden.
Die EU-Kommission will im nächsten Haushalt ihre Ausgaben erhöhen und viele Programme umstrukturieren. Klimaausgaben dürften dabei wohl bestenfalls stagnieren, so die Befürchtung von NGOs. Aus Berlin kommt grundsätzlicher Widerstand gegen den Budgetvorschlag.
Das EU-Beratergremium einigt sich auf Verringerungen bei den Nachhaltigkeitsberichtspflichten, die nun zur Konsultation gestellt werden sollen. Auch beim für das Risikomanagement wichtigen Kategorien sieht der Entwurf Einschnitte vor. „Finanzierte Emissionen“ müssen aber offengelegt werden.
Am Dienstag hat sich die Bundesinitiative Impact Investing einen neuen Namen gegeben: Bundesverband Impact Investing. Dahinter steckt mehr als ein bloßer Namenswechsel. Als Verband will man sich mit seinen Themen stärker ins politische Geschehen einbringen, erklären Geschäftsführerin Susanne Bregy und Finanzvorstand Jörg Rhode.
Hitze, Dürre, sinkendes Grundwasser haben große ökonomische Folgen für viele Branchen und die Finanzwirtschaft. Die riskante Lage erfordert ein klimaangepasstes Wassermanagement von EU, Regierungen, Kommunen und Wirtschaft. Investoren verlangen von Unternehmen, sich transparent für Wassersicherheit einzusetzen.
Vertreter des Finanzsektors beklagen, dass ihnen durch die geplante Verringerung der Nachhaltigkeitsberichtspflichten von Firmen die benötigten Daten zu Mittelständlern verloren gehen dürften. Auch eine kurzfristige Sicht der Regulierung wird kritisiert.
Die EU-Taxonomie gibt nicht nur vor, welche Wirtschaftsaktivitäten im Sinne des Green Deal ökologisch nachhaltig sind, sie macht Unternehmen auch Berichtsvorschriften. Ähnlich wie schon bei anderen Regulierungen schraubt die EU-Kommission nun auch hier die Auflagen zurück. Wesentlichkeit wird ein entscheidendes Kriterium.
Beim Biodiversitätsschutz klaffen gravierende Finanzierungslücken. Die sollen künftig private Investitionen in Naturgutschriften schließen. Um dafür ein einheitliches System in Europa zu schaffen, hat die EU-Kommission nun einen Fahrplan vorgestellt. Nicht nur Umweltschutzorganisationen sind skeptisch, auch aus der Wissenschaft kommen mahnende Worte.
Die Europäischen Aufsichtsbehörden wollen nicht mehr nur Klimarisiken prüfen: Sie haben Leitlinien für allgemeinere Nachhaltigkeitsstresstests entworfen. Sie zeigen auf, wie die für den Banken- und Versicherungssektor zuständigen Behörden ESG-Risiken für ihre Szenarien berücksichtigen sollten. Die Konsultation dazu läuft bis Mitte September.
Die NGO Finanzwende will, dass die Bafin stärker gegen Greenwashing vorgeht. Gleichzeitig soll die Finanzaufsicht die Stabilität einzelner Institute sowie des Finanzsystems als Ganzes in Zeiten der Klimakrise sichern und Nachhaltigkeit wirksamer bei sich verankern. Doch in der Behörde sieht man die Sache etwas anders.
Die neue dänische Ratspräsidentschaft möchte Tempo machen beim Omnibus und anderen Finanzregulierungen, um Europa klimapolitisch und zugleich wirtschaftlich voranzubringen. Allerdings müssen dazu auch weitere bestehende, interne EU-Grenzen fallen, wurde auf einer Versicherungsregulierungskonferenz in Berlin deutlich.
Das heiße Wetter passt zur richtungsweisenden Entscheidung. Am Mittwoch zeigte das Thermometer über 30 Grad Celsius im ansonsten meist verregneten Brüssel, als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU/EVP) die Klimaziele der Staatengemeinschaft bis 2040 vorstellte. Mit eingepackt hat Von der Leyen die Erlaubnis zur Nutzung von CO2-Zertifikaten.
B Lab hat unter den Nachhaltigkeitszertifizierungen für Unternehmen einen guten Ruf – ist in Deutschland aber nicht so bekannt, wie es sich die Organisation wünscht. Ende Juni sind jetzt die neuen B-Lab-Standards auch auf Deutsch erschienen. Die Organisation will nun gleichzeitig wachsen und noch strenger zertifizieren.
Kreditinstitute und Mittelständler grollen: Die von der EU-Kommission, der Bundesregierung und anderen Mitgliedstaaten geplante Aufweichung der kürzlich bereits verschobenen EU-Nachhaltigkeitsberichtspflicht (CSRD) erschwere ihnen erheblich das Risikomanagement und die Unternehmenssteuerung.
1,5-Grad-Ziel streichen, Transitionspläne kommen erst im nächsten Jahrzehnt und müssen nicht umgesetzt werden, Nachhaltigkeitsberichts- und Sorgfaltspflichten für weniger Firmen als bislang vorgesehen: Die EU-Staaten haben sich auf ihre Omnibus-Verhandlungsposition geeinigt.
Dank gelockerter Schuldenregeln will der Bund deutlich mehr Geld ausgeben, wie die Entwürfe für den Haushalt 2025 und die Sondervermögen für Infrastruktur und Klima zeigen. In vielen Punkten orientieren sich CDU und SPD dabei an Ampel-Plänen. Einschnitte gibt es für den Wasserstoffhochlauf und offene Fragen bei den Energiepreissenkungen.
Die Bundesregierung wird dieser Tage entscheiden, ob sie ein Beratungsgremium für nachhaltige Finanzen berufen wird. Die einstige Vorsitzende des Sustainable-Finance-Beirats plädiert dafür. Angesichts der geplanten Transformationsfinanzierung sei ein Multi-Stakeholder-Rat mit hoher Praxisexpertise bedeutsam, sagte Silke Stremlau Tagesspiegel Background.
Die Mitgliedsstaaten dürfen bald ihre Verhandlungsposition bei der Vereinfachung von CSRD und CSDDD beschließen. Die EU-Ratspräsidentschaft schlägt vor, viele Unternehmen auszunehmen. In einem wichtigen Aspekt ist sie aber nicht so radikal wie der Verhandlungsleiter des Europaparlaments.
Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht legt ein international gültiges Rahmenwerk dafür vor, wie Banken ihre Klimarisiken offenlegen sollen. Die EU kocht aber ihr eigenes Süppchen.
Eine ehemalige Büroleiterin, frühere Weggefährten aus Hamburg, politische Beamte aus dem Bundeskanzleramt: Mit der Besetzung seiner Ministeriumsführungsriege zeigt Finanzressortchef Lars Klingbeil, wie nachhaltig Ex-SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz noch immer das Spitzenpersonal für die deutsche Finanzpolitik prägt.
Zusammenbrechende Ökosysteme gefährden das Geschäft von Kreditinstituten. Darum haben sich erste Banken aufgemacht, die Effekte ihrer Finanzierungen zu erfassen und Renaturierungsprojekte zu finanzieren. Teil IV der Transformationsserie zu naturverträglichem Wirtschaften und Finanzieren.
Auch für kleine Banken und Sparkassen wird künftig gelten, was für große börsennotierte schon jetzt gilt: Sie müssen ihre Umwelt-, Sozial- und Governancerisiken offenlegen. Die europäische Bankenaufsicht EBA hat einen Vorschlag vorgelegt, was die Kleinen mitteilen sollen: deutlich weniger als die Großen, zeigt ein Blick in die Tabellen.
Der Rückversicherungsriese Munich Re folgt der Welle an Austritten aus internationalen Klima-Selbstverpflichtungen wegen möglicher Rechtsrisiken in den USA und um Berichtspflichten loszuwerden. Die eigenen Klimaziele seien inzwischen übertroffen, neue soll es Ende 2025 geben.
Finanzierungszusagen, ein Vertrag, um privates Kapital fixer und in größerem Umfang mit staatlichen Mitteln zu kombinieren, eine neue Nord-Süd-Kommission: Die SPD-Bundesminister Lars Klingbeil und Reem Alabali-Radovan haben bei der zweiten Hamburg Sustainability Conference versprochen, Kurs zu halten bei der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.
Das mächtige International Sustainability Standards Board schlägt vor, Versicherungsaktivitäten von der Treibhausgas-Berichtspflicht auszunehmen. Die Änderung würde auch in der EU gelten. Auch für Investmentbanking und Derivate soll die Angabepflicht fallen. Der EU-Beratergruppe Efrag gehen die Vorschläge zu weit.
Die Europäische Union investiert gerade einmal 60 Prozent von dem, was nötig wäre, um das Klimaziel 2030 zu erreichen. Fachleute warnen, dass diese Ausgaben nun sogar sinken, statt zu steigen – und fordern eine langfristige und nachhaltige Finanzstrategie der EU.
Die World Benchmarking Alliance (WBA) ist von den UN ins Leben gerufen worden, um die Auswirkungen der wichtigsten Unternehmen auf nachhaltige Entwicklungsziele zu beobachten. Die öffentlich zugänglichen Daten sind heute wichtig für die Arbeit von Investoreninitiativen, Aktivisten und NGOs. Doch der Nachhaltigkeits-Backlash macht die Arbeit der WBA mühsamer.
ESG-Ratingagenturen binden Biodiversität noch kaum in ihre Bewertungen zu Klima-Transitionsplänen ein. Doch Banken wünschen sich künftig aus unterschiedlichen Gründen Beurteilungen von Transitionsplänen zu Biodiversität – für Unternehmen und Kreditinstitute. Die DKB peilt selbst einen solchen Plan an. Teil III der Serie Transformation und Biodiversität.
Änderungen – ja, Abschwächungen – nein. Regulierer, Banker, Vermögensverwalter und Investoren aus aller Welt waren sich auf einem Kongress in Amsterdam nicht nur sicher, dass der Trend zu nachhaltigen Finanzierungen und entsprechenden Regulierungen trotz aller politischer Debatten anhält. Sie gaben sich auch kampfbereit gegen Rückschläge sowie Trump und Co.
Klimatransformation und Wettbewerbsfähigkeit konkurrieren nicht, sondern ergänzen sich. Dieser Tenor durchzog die Green-Finance-Konferenz bei der Oesterreichischen Nationalbank. Fachleute beleuchteten zwei Tage interdisziplinär Lösungsansätze sowie EU-Berichtspflichten. Vereinfachungspläne sind demnach teilweise widersinnig.
Die SPD-Bundestagsfraktion hat sich bei der Energie- und Klimapolitik neu aufgestellt. Neuer klimapolitischer Sprecher ist Jakob Blankenburg aus Niedersachsen. Mit seiner Haltung, beim Klimaschutz auf Sozialverträglichkeit zu setzen, rennt er in der Fraktion offene Türen ein.