Der Kapitalbedarf für Klimafinanzierungen in Entwicklungsländern ist enorm. Dennoch fließt Geld nur spärlich. Um das zu ändern, fordert die Weltorganisation der Handelskammern eine Reform der Banken-Risikokapitalregeln des international geltenden Basel-III-Rahmenwerks. Denn unnötig strenge Kapitalvorgaben würgten den globalen Kampf gegen den Klimawandel ab.
Die Christdemokraten im EU-Parlament stehen vor der Wahl, ob sie die Änderungen an den Nachhaltigkeitsberichts- und Lieferkettenregeln mit Mitte- oder rechten Fraktionen beschließen. Ein Ausschussbeschluss lässt erahnen, wie ein rechter Omnibus aussehen würde. Es ginge aber auch anders.
Anleitungen für die Erstellung von Transitionsplänen gibt es schon mehrere. Die Internationale Organisation für Normung (ISO) und das Zentralbanken-Netzwerk NGFS sind gleichwohl überzeugt, Finanzinstituten mit neuen Publikationen zusätzliche Hilfestellung bieten zu können. Besonders Banken könnten diese wegen einer neuen Vorschrift gebrauchen.
Um 89 Prozent der Datenpunkte will die EU-Kommission der Finanzbranche die Taxonomie-Berichterstattung verringert haben. Doch Branchenvertreter machen nun deutlich, dass es kaum Erleichterungen gibt, im Gegenteil. Sie sagen teils: Der Berichtsaufwand könnte anfangs sogar größer werden.
Die EU-Kommission will im nächsten Haushalt ihre Ausgaben erhöhen und viele Programme umstrukturieren. Klimaausgaben dürften dabei wohl bestenfalls stagnieren, so die Befürchtung von NGOs. Aus Berlin kommt grundsätzlicher Widerstand gegen den Budgetvorschlag.
Das EU-Beratergremium einigt sich auf Verringerungen bei den Nachhaltigkeitsberichtspflichten, die nun zur Konsultation gestellt werden sollen. Auch beim für das Risikomanagement wichtigen Kategorien sieht der Entwurf Einschnitte vor. „Finanzierte Emissionen“ müssen aber offengelegt werden.
Am Dienstag hat sich die Bundesinitiative Impact Investing einen neuen Namen gegeben: Bundesverband Impact Investing. Dahinter steckt mehr als ein bloßer Namenswechsel. Als Verband will man sich mit seinen Themen stärker ins politische Geschehen einbringen, erklären Geschäftsführerin Susanne Bregy und Finanzvorstand Jörg Rhode.
Hitze, Dürre, sinkendes Grundwasser haben große ökonomische Folgen für viele Branchen und die Finanzwirtschaft. Die riskante Lage erfordert ein klimaangepasstes Wassermanagement von EU, Regierungen, Kommunen und Wirtschaft. Investoren verlangen von Unternehmen, sich transparent für Wassersicherheit einzusetzen.
Vertreter des Finanzsektors beklagen, dass ihnen durch die geplante Verringerung der Nachhaltigkeitsberichtspflichten von Firmen die benötigten Daten zu Mittelständlern verloren gehen dürften. Auch eine kurzfristige Sicht der Regulierung wird kritisiert.
Die EU-Taxonomie gibt nicht nur vor, welche Wirtschaftsaktivitäten im Sinne des Green Deal ökologisch nachhaltig sind, sie macht Unternehmen auch Berichtsvorschriften. Ähnlich wie schon bei anderen Regulierungen schraubt die EU-Kommission nun auch hier die Auflagen zurück. Wesentlichkeit wird ein entscheidendes Kriterium.
Beim Biodiversitätsschutz klaffen gravierende Finanzierungslücken. Die sollen künftig private Investitionen in Naturgutschriften schließen. Um dafür ein einheitliches System in Europa zu schaffen, hat die EU-Kommission nun einen Fahrplan vorgestellt. Nicht nur Umweltschutzorganisationen sind skeptisch, auch aus der Wissenschaft kommen mahnende Worte.
Die Europäischen Aufsichtsbehörden wollen nicht mehr nur Klimarisiken prüfen: Sie haben Leitlinien für allgemeinere Nachhaltigkeitsstresstests entworfen. Sie zeigen auf, wie die für den Banken- und Versicherungssektor zuständigen Behörden ESG-Risiken für ihre Szenarien berücksichtigen sollten. Die Konsultation dazu läuft bis Mitte September.
Die NGO Finanzwende will, dass die Bafin stärker gegen Greenwashing vorgeht. Gleichzeitig soll die Finanzaufsicht die Stabilität einzelner Institute sowie des Finanzsystems als Ganzes in Zeiten der Klimakrise sichern und Nachhaltigkeit wirksamer bei sich verankern. Doch in der Behörde sieht man die Sache etwas anders.
Die neue dänische Ratspräsidentschaft möchte Tempo machen beim Omnibus und anderen Finanzregulierungen, um Europa klimapolitisch und zugleich wirtschaftlich voranzubringen. Allerdings müssen dazu auch weitere bestehende, interne EU-Grenzen fallen, wurde auf einer Versicherungsregulierungskonferenz in Berlin deutlich.
Das heiße Wetter passt zur richtungsweisenden Entscheidung. Am Mittwoch zeigte das Thermometer über 30 Grad Celsius im ansonsten meist verregneten Brüssel, als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU/EVP) die Klimaziele der Staatengemeinschaft bis 2040 vorstellte. Mit eingepackt hat Von der Leyen die Erlaubnis zur Nutzung von CO2-Zertifikaten.
B Lab hat unter den Nachhaltigkeitszertifizierungen für Unternehmen einen guten Ruf – ist in Deutschland aber nicht so bekannt, wie es sich die Organisation wünscht. Ende Juni sind jetzt die neuen B-Lab-Standards auch auf Deutsch erschienen. Die Organisation will nun gleichzeitig wachsen und noch strenger zertifizieren.
Kreditinstitute und Mittelständler grollen: Die von der EU-Kommission, der Bundesregierung und anderen Mitgliedstaaten geplante Aufweichung der kürzlich bereits verschobenen EU-Nachhaltigkeitsberichtspflicht (CSRD) erschwere ihnen erheblich das Risikomanagement und die Unternehmenssteuerung.
1,5-Grad-Ziel streichen, Transitionspläne kommen erst im nächsten Jahrzehnt und müssen nicht umgesetzt werden, Nachhaltigkeitsberichts- und Sorgfaltspflichten für weniger Firmen als bislang vorgesehen: Die EU-Staaten haben sich auf ihre Omnibus-Verhandlungsposition geeinigt.
Dank gelockerter Schuldenregeln will der Bund deutlich mehr Geld ausgeben, wie die Entwürfe für den Haushalt 2025 und die Sondervermögen für Infrastruktur und Klima zeigen. In vielen Punkten orientieren sich CDU und SPD dabei an Ampel-Plänen. Einschnitte gibt es für den Wasserstoffhochlauf und offene Fragen bei den Energiepreissenkungen.
Die Bundesregierung wird dieser Tage entscheiden, ob sie ein Beratungsgremium für nachhaltige Finanzen berufen wird. Die einstige Vorsitzende des Sustainable-Finance-Beirats plädiert dafür. Angesichts der geplanten Transformationsfinanzierung sei ein Multi-Stakeholder-Rat mit hoher Praxisexpertise bedeutsam, sagte Silke Stremlau Tagesspiegel Background.
Die Mitgliedsstaaten dürfen bald ihre Verhandlungsposition bei der Vereinfachung von CSRD und CSDDD beschließen. Die EU-Ratspräsidentschaft schlägt vor, viele Unternehmen auszunehmen. In einem wichtigen Aspekt ist sie aber nicht so radikal wie der Verhandlungsleiter des Europaparlaments.
Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht legt ein international gültiges Rahmenwerk dafür vor, wie Banken ihre Klimarisiken offenlegen sollen. Die EU kocht aber ihr eigenes Süppchen.
Eine ehemalige Büroleiterin, frühere Weggefährten aus Hamburg, politische Beamte aus dem Bundeskanzleramt: Mit der Besetzung seiner Ministeriumsführungsriege zeigt Finanzressortchef Lars Klingbeil, wie nachhaltig Ex-SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz noch immer das Spitzenpersonal für die deutsche Finanzpolitik prägt.
Zusammenbrechende Ökosysteme gefährden das Geschäft von Kreditinstituten. Darum haben sich erste Banken aufgemacht, die Effekte ihrer Finanzierungen zu erfassen und Renaturierungsprojekte zu finanzieren. Teil IV der Transformationsserie zu naturverträglichem Wirtschaften und Finanzieren.
Auch für kleine Banken und Sparkassen wird künftig gelten, was für große börsennotierte schon jetzt gilt: Sie müssen ihre Umwelt-, Sozial- und Governancerisiken offenlegen. Die europäische Bankenaufsicht EBA hat einen Vorschlag vorgelegt, was die Kleinen mitteilen sollen: deutlich weniger als die Großen, zeigt ein Blick in die Tabellen.
Der Rückversicherungsriese Munich Re folgt der Welle an Austritten aus internationalen Klima-Selbstverpflichtungen wegen möglicher Rechtsrisiken in den USA und um Berichtspflichten loszuwerden. Die eigenen Klimaziele seien inzwischen übertroffen, neue soll es Ende 2025 geben.
Finanzierungszusagen, ein Vertrag, um privates Kapital fixer und in größerem Umfang mit staatlichen Mitteln zu kombinieren, eine neue Nord-Süd-Kommission: Die SPD-Bundesminister Lars Klingbeil und Reem Alabali-Radovan haben bei der zweiten Hamburg Sustainability Conference versprochen, Kurs zu halten bei der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.
Das mächtige International Sustainability Standards Board schlägt vor, Versicherungsaktivitäten von der Treibhausgas-Berichtspflicht auszunehmen. Die Änderung würde auch in der EU gelten. Auch für Investmentbanking und Derivate soll die Angabepflicht fallen. Der EU-Beratergruppe Efrag gehen die Vorschläge zu weit.
Die Europäische Union investiert gerade einmal 60 Prozent von dem, was nötig wäre, um das Klimaziel 2030 zu erreichen. Fachleute warnen, dass diese Ausgaben nun sogar sinken, statt zu steigen – und fordern eine langfristige und nachhaltige Finanzstrategie der EU.
Die World Benchmarking Alliance (WBA) ist von den UN ins Leben gerufen worden, um die Auswirkungen der wichtigsten Unternehmen auf nachhaltige Entwicklungsziele zu beobachten. Die öffentlich zugänglichen Daten sind heute wichtig für die Arbeit von Investoreninitiativen, Aktivisten und NGOs. Doch der Nachhaltigkeits-Backlash macht die Arbeit der WBA mühsamer.
ESG-Ratingagenturen binden Biodiversität noch kaum in ihre Bewertungen zu Klima-Transitionsplänen ein. Doch Banken wünschen sich künftig aus unterschiedlichen Gründen Beurteilungen von Transitionsplänen zu Biodiversität – für Unternehmen und Kreditinstitute. Die DKB peilt selbst einen solchen Plan an. Teil III der Serie Transformation und Biodiversität.
Änderungen – ja, Abschwächungen – nein. Regulierer, Banker, Vermögensverwalter und Investoren aus aller Welt waren sich auf einem Kongress in Amsterdam nicht nur sicher, dass der Trend zu nachhaltigen Finanzierungen und entsprechenden Regulierungen trotz aller politischer Debatten anhält. Sie gaben sich auch kampfbereit gegen Rückschläge sowie Trump und Co.
Klimatransformation und Wettbewerbsfähigkeit konkurrieren nicht, sondern ergänzen sich. Dieser Tenor durchzog die Green-Finance-Konferenz bei der Oesterreichischen Nationalbank. Fachleute beleuchteten zwei Tage interdisziplinär Lösungsansätze sowie EU-Berichtspflichten. Vereinfachungspläne sind demnach teilweise widersinnig.
Die SPD-Bundestagsfraktion hat sich bei der Energie- und Klimapolitik neu aufgestellt. Neuer klimapolitischer Sprecher ist Jakob Blankenburg aus Niedersachsen. Mit seiner Haltung, beim Klimaschutz auf Sozialverträglichkeit zu setzen, rennt er in der Fraktion offene Türen ein.
Die EU-Kommission konkretisiert ihren Plan, große Firmen von zunehmenden Nachhaltigkeitsberichtspflichten zu entlasten. Angesichts weit auseinandergehender Ansichten bei den Mitgliedsstaaten zur Berichts- und zur Lieferkettenrichtlinie schlägt ihr Ratsvorsitz Kompromisse vor. Die EU-Ombudsfrau untersucht das Brüsseler Vorgehen.
Während zumindest Teile der Finanzbranche darüber diskutieren, wie sich die Transformationen finanzieren lässt und wie Investitionen verstärkt in Richtung Nachhaltigkeit gelenkt werden können, werden in Brüssel gerade viele Regulierungen über den Haufen geworfen. Die Gemengelage ist aktuell also mal wieder höchst kompliziert.
Die Bundesbank erklärt, warum sie die Klimaschädlichkeit von Kreditnehmern nicht bei den Kapitalanforderungen von Banken berücksichtigen möchte. Auf die Weigerung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die ESG-Leitlinien der EU-Bankenaufsicht EBA anzuwenden, reagiert die EBA gelassen.
Die Einführung der Nachhaltigkeitsberichtspflichten in Europa und Deutschland sei ein politisches Trauerspiel und führe bei Kreditinstituten und deren Kunden zu großer Frustration, berichtet Ekkehard Thiesler, Vorstandsvorsitzender der Bank für Kirche und Diakonie (KD Bank). Trotzdem gebe es Möglichkeiten, das Finanzsystem grüner und sozialer zu gestalten.
Übergangsregeln in den Nachhaltigkeitsberichtsstandards sehen vor, dass Unternehmen dieses Jahr manche Angaben nicht machen müssen, die ab dem nächsten Jahr Pflicht sind. Die EU-Kommission will, dass diese Erleichterungen längerfristig gelten. Die EZB möchte mehr Unternehmen zu Nachhaltigkeitsberichten verpflichten als die EU-Kommission.
Der Börsenindexanbieter Euronext interpretiert die Abkürzung ESG neu: Seine neue Indexreihe New ESG steht für „Energie, Sicherheit und Geostrategie“ – und dürfte auch damit die Diskussion weiter anfachen, was sich hinter dem ursprünglich für Nachhaltigkeit stehenden Kürzel so alles versammeln darf.
Keine Änderungen gewünscht: EU-Abgeordnete im Umweltausschuss drücken bei der Lockerung der europäischen Klimazölle aufs Tempo. Andere Abgeordnete wollen verhindern, dass die Industrie immer weniger kostenlose Emissionszertifikate erhält, wenn die Klimazölle ab 2026 greifen. Vor diesem Kurswechsel warnen Experten – und machen Gegenvorschläge.
Auf ihrer Sustainable-Finance-Konferenz macht die Bafin besonders eines deutlich: Sie sei weder Umweltbehörde noch Regulator. Nur, wie sieht sie dann aus, die Rolle der deutschen Finanzaufsicht im weit verzweigten Sustainable-Finance-Geflecht? Die Behörde will verstärkt physische Klimarisiken in den Blick nehmen, kündigte sie an.
Die neue Bundesregierung steht, die Ministerinnen und Minister sind vereidigt, die Ressorts teilweise deutlich in ihren Aufgabenbereichen neu ausgerichtet. Wer im Kabinett jetzt im Allgemeinen für eine nachhaltige Politik und besonders für Sustainable-Finance-Themen zuständig ist: ein Überblick.
Entgegen erneut aufkommenden Zweifeln an der Renditeträchtigkeit nachhaltiger Geldanlagen berichten deutsche Fondsgesellschaften von positiver Performance. Grundlegenden langfristige Trends könnten diese noch stimulieren, manch eine will ihr nachhaltigkeitsorientiertes Angebot ausweiten. Teil II der Rendite-Risiko-Recherche.
Im vierten Quartal möchte die EU-Kommission Änderungen an der Offenlegungsverordnung für nachhaltige Finanzprodukte vorschlagen. Sie gewährt nun einen Blick durchs Schlüsselloch auf das, was kommen könnte.
Aufsichtsbehörden sollen die Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen überprüfen. Die Oberaufseher der Esma haben dafür Leitlinien veröffentlicht. Für Deutschland gelten sie noch nicht.
Europas Dachverband nationaler Branchenvereinigungen zu nachhaltigen Geldanlagen haben nicht Finanzinstitute initiiert, sondern die EU-Kommission hat Eurosif 2002 ins Leben gerufen. Seitdem hat Eurosif viel zum Sustainable-Finance-Rahmenwerk der EU beigetragen. Sie sieht sich als Denkfabrik und übt heute Kritik am Omnibus-Vorschlag der EU-Kommission.
Der Glyphosat-Hersteller Bayer stellt in seinem Nachhaltigkeitsbericht einen Rückgang der Biodiversität im Zusammenhang mit seinen Produkten fest. Kennzahlen liefert er aber nur zur Reduzierung der Umweltauswirkungen. Deloitte testiert das als CSRD-konform.
Die kriegsbedingten Kursgewinne von Öl- und Rüstungsaktien lassen nachhaltige Geldanlagen bei der Wertentwicklung zurückfallen. Doch langfristige Forschung ergibt eine wettbewerbsfähige Performance. Gleichwohl weisen Wissenschaftler auf Forschungslücken hin. Teil I der Rendite-Risiko-Recherche – mit Fortsetzung in der nächsten Woche.
Viele Städte kämpfen bei der Entwicklung von nachhaltigen und innovativen Projekten mit knappen öffentlichen Budgets. In Zürich unterstützen sogenannte Innovationskredite solche Projekte finanziell. Wie sehr helfen diese Finanzspritzen?
Die Europäische Zentralbank akzeptiert weiterhin Wertpapiere fossiler Emittenten als Sicherheiten für Kredite an Banken. Umweltorganisationen kritisieren das und fordern, die geldpolitische Strategie zu überarbeiten. Die EZB entgegnet, sie beachte bereits Klimarisiken und erkunde Möglichkeiten, Klimaaspekte stärker zu berücksichtigen.
Damit die Klimatransformation gelingen kann, benötigt Europa mehr Strom. Doch mit dem vermehrten Einsatz von Künstlicher Intelligenz taucht ein neuer energiehungriger Konkurrent um die knappe Ressource auf, der den Weg zu Netto Null noch steiniger zu machen droht. Die EZB hofft im Gegenzug auf mehr Effizienz, weniger Bürokratie und höhere Investitionen.
Brian Mattmann forscht seit vielen Jahren an der Hochschule Luzern zu nachhaltigen Fonds in der Schweiz. Bei den Eidgenossen läuft die Regulierung ganz anders als in der EU. Hier gibt es viel weniger Vorgaben. Im Interview erklärt Mattmann, welche Vor- und Nachteile die beiden Systeme haben und wie gut nachhaltige Geldanlagen zurzeit bei Schweizern ankommen.
Die durch Standards zur Rechnungslegung bekannte IFRS will diese mit naturbezogenen Aspekten verbessern. Dafür kooperiert sie mit der Arbeitsgruppe zu naturrelevanter Finanzberichterstattung TNFD. Von einem Forschungsprojekt zu Biodiversität wird abhängen, ob ein separater Standard kommen wird oder vorhandene weiterentwickelt werden.
Mit Änderungen an den Vorschriften für Investmentfonds und Versicherer sowie mit staatlichen Geldtöpfen will die neue Koalition erneuerbare Energie, Infrastruktur und Start-ups finanzieren. Manches erinnert an vergangene Initiativen.
Schwarz-Rot will laut dem ausgehandelten Koalitionsvertrag den Klimafonds KTF jährlich mit rund zehn Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur bezuschussen. Für Förderprogramme könnte dennoch weniger Geld übrig bleiben als zuvor.
Es hat länger gedauert, als erwartet. Gestern war es so weit: CDU/CSU und SPD haben ihren Entwurf für einen Koalitionsvertrag für die nächste Bundesregierung vorgestellt. Auf 146 Seiten finden sich viele Detailregelungen, auch für Finanzen und Nachhaltigkeit. So soll eine Naturgefahrenversicherungspflicht kommen. Das Klimageld ist passé. Eine Übersicht.
Die EU-Kommission hat die Sustainable-Finance-Plattform gefragt, um welche Wirtschaftsaktivitäten die Taxonomie nachhaltiger Tätigkeiten ergänzt werden soll. Deren Vorschläge betreffen sehr unterschiedliche Branchen.
Das ständige Drohen oder Festsetzen neuer Zölle lässt die Aktienkurse purzeln. Wie aber wirkt sich der von US-Präsident Donald Trump weltweit ausgelöste Handelskrieg auf nachhaltige Fonds aus? Ein Blick auf aktuelle Kursentwicklungen lässt eine Tendenz erkennen.
Die Carbon Tracker Initiative prägte die Konzepte der „Kohlenstoffblase“ und „Stranded Assets“. Besonders letzterer gehört mittlerweile fest zum Vokabular von Investoren. Auch die Denkfabrik ist im Mainstream angekommen: Sie veröffentlicht inzwischen detaillierte Analysen der Investitionen und Klimaperformance einzelner Länder und Unternehmen.
Der „Omnibus“ für die Verringerung von Nachhaltigkeitsvorschriften fährt schnell: Die EU-Kommission hat ihre Berater um baldige Empfehlungen zu den Berichtsstandards gebeten und das Europaparlament will im Eilverfahren schon heute über eine spätere Anwendung von Berichts- und Lieferkettenpflichten entscheiden.
Kollabierende Ökosysteme gefährden das Geschäft von Kreditinstituten. Aufsichtsbehörden fordern ein aktives Risikomanagement. Einige Geldhäuser gehen das nun an, mit verschiedenen Konzepten. Teil II der Serie zu naturbezogenem Wandel und Transitionsplänen.
Noch ist kein Euro der insgesamt 500 Milliarden für den Aus- und Umbau der Infrastruktur in Deutschland verfügbar. Doch allein die Ankündigung lässt Großinvestoren bereits mit anderen Augen auf den Standort blicken – auch vor dem Hintergrund der unsteten Haltung der USA. Das Engagement privater Kapitalgeber am Netzausbau ruft aber auch Kritik hervor.
Die EU-Mitgliedsstaaten wollen Unternehmen, die bislang noch keinen Nachhaltigkeitsbericht vorlegen müssen, dafür zwei Jahre mehr Zeit geben und die Anwendung der Lieferkettenrichtlinie um ein Jahr verschieben. Dass es für so manchen Lobbyisten und Politiker nicht schnell genug gehen kann, wurde auch bei einer Veranstaltung deutlich.
Die EU-Kommission wird wohl die EU-Verordnung SFDR umgestalten – und das könnte weitreichende Folgen für Fondsanbieter haben. Anhand der Reformvorschläge verschiedener EU-Instanzen lässt sich erahnen, wohin die Reise gehen wird.
Naturgefahrenversicherung, Klimasozialausgleich, Emissionshandel, Green Deal: Die Arbeitsgruppen der Koalitionsverhandler haben laut Tagesspiegel Background vorliegenden Einigungsentwürfen in vielen Transformationsfragen zusammengefunden. Die Texte offenbaren aber, wo der Abstand noch groß ist. Nachhaltigkeit steht vor allem auf EU-Ebene nicht hoch im Kurs.