Am Tag des ePA-Starts in den drei Modellregionen kollidiert die Feierlaune der Menschen und Institutionen hinter dem Projekt wieder einmal mit Bedenken zu Sicherheitslücken. Die Kernfrage: Wie viel Risiko darf es im Verhältnis zum Nutzen sein? Während Lauterbach, die Kassen und teilweise auch die Ärzteschaft positiv gestimmt sind, gibt es weiter Zweifel.
Die Hausärzt:innen setzen auf Rückendeckung aus der Bevölkerung, um Ziele wie die Entbudgetierung von Leistungen und Weiterentwicklung der HZV zu erreichen. Helfen soll eine Petition. Aber auch über diese hinaus kündigten die Bundesvorsitzenden gestern an, der Politik weiter Druck zu machen – und warben für die wohnortnahe Versorgung als Demokratiestütze.
Aus Sorge um die Versorgungssicherheit für ihre älteren Menschen hat sich der Hamburger Senat zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Er will einstmals veräußerte Pflegeeinrichtungen zurückkaufen. Betroffen sind 13 Standorte mit 2000 Beschäftigen und 2400 Pflegeplätzen. Die Regierenden erklären das auch zum politischen Signal über die Stadt hinaus.
Damit das KHVVG 2027 greift und der Transformationsfonds schon ab nächstem Jahr, wäre Eile geboten – doch die bevorstehende Neuwahl droht den Prozess aufzuhalten. Die DKG hält eine Reform der Reform in der kommenden Legislatur für unausweichlich. Auch die AOK ist skeptisch.
Dass Suizidassistenz legal möglich ist, weiß nur eine Minderheit der Deutschen, wie eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt. Das liegt der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben zufolge auch an den schlecht zugänglichen Informationen zu diesem Thema. Trotzdem hat sie im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen zur Freitodbegleitung vermittelt.
Vergangene Nacht hat eine Lancet-Kommission nun neue Vorschläge zur Diagnose und Definition von Adipositas vorgelegt. Genauer sollen sie sein, wird etwa zwischen klinischer und präklinischer Adipositas unterschieden. Vorausgegangen war ein aufwändiger Prozess mit etlichen Konsultationsrunden. Von deutschen Experten gibt es Lob und Vorbehalte.
„Neu und groß denken“ will die CSU-Landtagsfraktion in Sachen Pflege. In ihrem Reformkonzept, das sie bei einer Arbeitstagung in Kloster Banz bekräftigen will, drängen Experten um den früheren Landesgesundheitsminister Klaus Holetschek auf mehr Steuerzuschüsse, die Übernahme sämtlicher pflegebedingten Kosten – und selbst eine Vollversicherung ist kein Tabu.
Sozialbeiträge auch auf Kapitaleinkünfte: Mit dieser Forderung ist Grünen-Kanzlerkandidat Habeck gestern auf heftigen Widerstand in CSU und FDP gestoßen. Die Kritiker behaupten, dass die Grünen nun auch noch an Sparguthaben von Kleinverdienern heranwollten. Tatsächlich planen Habeck & Co., den Faktor Arbeit zu entlasten und kündigen hohe Freibeträge an.
Der designierte US-Präsident Donald Trump kündigte wiederholt an, das Gesundheitssystem radikal verändern zu wollen und hat sich dabei auf, aus seiner Sicht, bestimmte Problemfelder eingeschossen. Wird dem Republikaner oft irrationales Handeln vorgeworfen, folgen seine Nominierungen für die wichtigsten Gesundheitsposten zumindest klaren Credos.
„Mutige Entscheidungen“ verlangt Deutschlands größte gesetzliche Krankenkasse von der nächsten Regierung. Das Gesundheitssystem gerate aufgrund fehlender Reformen an seine Grenzen, sagt TK-Chef Jens Baas. Eines der größten Probleme: ein „nicht zielführender Zugang“ zu medizinischer Versorgung, bei dem es eher um Vergütung als um Behandlungsbedarf gehe.
Ab Mittwoch legen die Krankenkassen für alle Versicherten, die nicht widersprochen haben, eine elektronische Patientenakte an – trotz erheblicher Kritik vor allem an deren Sicherheit. Einige Experten sehen in den digitalen Akten zwar Vorteile, andere kritisieren jedoch nach wie vor die technische Ausführung und die sich daraus ergebenden Gefahren.
Das Gesundheitssystem ist überlastet. Der Fachkräftemangel, verbunden mit immer mehr Zeitdruck für Beschäftigte, zeigt klare Grenzen auf. KI-Systeme, die Arztbriefe erstellen und vereinfachen sind nur ein erster Schritt in Richtung Zukunft, der wegweisend sein könnte. Für Ärzte und Patienten.
Befürworter für die Einführung einer Zuckersteuer gibt es viele. Die Chancen auf Umsetzung dürften allerdings auch in der kommenden Legislatur schlecht stehen. Das gilt auch für ein Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel – eine Maßnahme, die in Großbritannien gerade auf den Weg gebracht wurde.
Da die Finanzierung ungesichert war, stand die Fortsetzung der Abwasser-Überwachung auf Coronaviren kurzzeitig auf der Kippe. Nun bestätigt das Gesundheitsministerium, dass das Monitoring erst mal fortgeführt werden kann. Beim Robert Koch-Institut wünscht man sich, dass die Surveillance zur Dauereinrichtung und auch auf andere Erreger ausgeweitet wird.
Bürgerversicherung, Pflegevollversicherung und eine Abschaffung des Fallpauschalensystems – die Forderungen des BSW sind radikal und teuer. Besonders kritisch geht die neue Partei mit der Pharmaindustrie und den nationalen wie internationalen Corona-Maßnahmen um – und fordert ein Amnestiegesetz.
Thomas Preis will neuer ABDA-Präsident werden. Er wirbt dafür, die Politik mit frischem Wind für die eigenen Ziele zu gewinnen. Er möchte nicht nur mehr Geld für die Apotheker herausholen, sondern auch eine deutliche Weiterentwicklung des heilberuflichen Berufsstandes erreichen. Welche Chancen hat er?
Der AOK-Bundesverband drängt vor der Bundestagswahl auf echte Strukturreformen im Gesundheitswesen, um einerseits die Versorgung zu verbessern und andererseits weitere Kostensteigerungen zu vermeiden. Effizienzreserven sieht der Kassenverband insbesondere bei der sektorenübergreifenden Versorgung und bei der Arzneimittelversorgung.
Die Apotheken in Deutschland stehen wirtschaftlich unter Druck und brauchen dringend eine Finanzierungsreform. Dafür lobbyieren muss am Ende die neue ABDA-Spitze, die in der kommenden Woche gewählt werden soll. Klar ist schon jetzt: Er oder sie wird es nicht leicht haben.
In der kommenden Legislaturperiode drohen weiter steigende GKV-Beiträge, die Ankündigung harter Einschnitte vermeiden alle Parteien. Die Ärzteschaft erhöht nun den Druck, entschieden gegenzusteuern. Sie muss auf die Alternativlosigkeit nach der Wahl setzen, geht es um umstrittene Instrumente wie Patientensteuerung und Sanktionen.
Seit vier Jahren können Versicherte eine elektronische Patientenakte erhalten. Damit die digitale Akte nun in die Fläche kommt, wechselt sie zur Opt-out-Anwendung. Wie kam es zu diesem zuletzt viel kritisierten Wechsel? Eine Studie untersucht die Nutzerperspektiven, Erwartungen und Hürden der bisherigen ePA in Bezug auf den anstehenden bundesweiten Roll-out.
Angesichts des immer schnelleren Anstiegs der Gesundheitsausgaben fordert Thomas Drabinski, Chef des Instituts für Mikrodatenanalyse, eine grundlegende Finanzreform der GKV. Kern seines Vorschlags ist die Einführung einer Gesundheitspauschale von 169 Euro im Monat statt des heutigen prozentualen Beitragssatzes. Teuer würde das vor allem für die Steuerzahler.
Spitzenposten oder verpasster Wiedereinzug in den Bundestag – für manche profilierte Gesundheitspolitiker läuft es derzeit auf diese Frage hinaus. Viele bekannte Gesichter gehen aus eigener Entscheidung, andere zittern um oder hoffen auf den Bundestrend. Die Übersicht, mit wem in der kommenden Legislatur zu rechnen ist und für wen es eng wird.
Der ADAC ist für seine Luftrettung und Krankenrücktransporte bekannt, weitet nun aber auch seine Aktivitäten auf die Bereiche Gesundheit und Pflege aus. Da ist zum Beispiel der Telenotarzt, der dabei helfen soll, die Personal-Engpässe in der Notfallversorgung zu schließen.
Nach drei Jahren ist die Wirkung der sogenannten Entlastungszuschläge für Pflegebedürftige im Heim vollständig verpufft: Mit Eigenanteilen von durchschnittlich 2424 Euro müssen sie inzwischen mehr zuzahlen als jemals zuvor. Und Forschern zufolge geht der Anstieg ohne Reform ungebremst weiter. 2029 könnte die monatliche Zuzahlung bereits 4771 Euro betragen.
Fünf Jahre nach Pandemiebeginn fällt eine Bestandsaufnahme der psychischen Gesundheit von Heranwachsenden negativ aus. Expert:innen fordern von der nächsten Bundesregierung eine Vielzahl an Maßnahmen: Neben der Aufstockung von ambulanten und stationären Kapazitäten geht es auch um eine Versorgungsreform und bessere Prävention.
Eigentlich sollte die Reform der Notfallversorgung vor wenigen Tagen in Kraft getreten sein und als Teil eines Gesamtpakets aus Krankenhaus-, Notfall- und Rettungsdienstreform das Gesundheitssystem effizienter und günstiger machen. Jetzt steht alles wieder auf Anfang. Was bedeutet das für Krankenhäuser und Notfallpraxen, die schon einen Schritt weiter sind?
Nachdem Ärzt:innen seit einem Jahr Arzneimittel flächendeckend elektronisch verschreiben, sollten in diesem Jahr digitale Gesundheitsanwendungen und Betäubungsmittel dazukommen. In den folgenden Jahren außerdem Heil- und Hilfsmittel sowie weitere Produkte. Doch die Zeitpläne verschieben sich. Woran liegt das und welche Folgen ergeben sich daraus?
Einst für 2023 angekündigt, bleibt das Registergesetz auf der Liste der nicht mehr umgesetzten Vorhaben. Dabei hatte es bereits einen beschlussfertigen Referentenentwurf gegeben. Neben klinischen Studien zählen Register zu den wichtigsten Werkzeugen bei der Erforschung neuer Therapien und zur Verbesserung bereits etablierter Behandlungsverfahren.
Bei seiner Jahrestagung macht der Chaos Computer Club auf Sicherheitsmängel in der elektronischen Patientenakte aufmerksam, die aus Sicht des CCC potenziell alle GKV-Versicherten betreffen könnten. Die Gematik dankt für den Hinweis – hält das von dem Hackerclub skizzierte Szenario für unrealistisch.
Dass der Schätzerkreis mit seiner Prognose für den GKV-Zusatzbeitrag daneben liegen könnte, zeichnete sich schon im Herbst ab – das Ausmaß der realen Steigerung überrascht nun trotzdem. Nach einer Welle von Beitragserhöhungen liegt der tatsächliche Zusatzbeitrag seit gestern um einen halben Prozentpunkt höher als vorhergesagt.
Michael Kretschmer (CDU) bleibt Regierungschef in Sachsen, Petra Köpping (SPD) führt weiter das Sozialministerium. In der Minderheitsregierung sehen beide eine Chance. Unmittelbar nach der Vereidigung der neuen Kabinettsmitglieder am Donnerstag tagte der Landtag und traf eine erste Entscheidung zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie.
Die elektronische Patientenakte (ePA) soll ab Anfang 2025 in die flächendeckende Anwendung kommen. Um das zu ermöglichen und die ePA mit weiteren Funktionen auszustatten, haben das Bundesgesundheitsministerium und die Gematik grundlegende Architektur-Veränderungen vorgenommen. Dabei steht immer wieder die Sicherheit der digitalen Akte in der Kritik.
Auch in der nächsten Legislaturperiode will Karl Lauterbach das Ministeramt ausfüllen – kaum jemand bei der SPD hält das für realistisch. Es wäre nicht das erste Mal, dass Lauterbach sich gegen diese Widerstände behauptet: Die Chancen stehen diesmal aber deutlich schlechter. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Frauen in der SPD.
Die TK setzt die Serie sprunghafter Beitragserhöhungen in der GKV fort: Der Zusatzbeitragssatz wird mehr als verdoppelt. Selbst der bisherige Preisbrecher bei den Ersatzkassen, die HKK, knackt mit 2,19 Prozent ab Januar die Zwei-Prozentmarke.
Auf EU-Ebene gibt es eine ganze Reihe von drängenden Gesundheitsthemen, denen man sich künftig in einem eigenen Ausschuss widmen kann. Allen voran geht es dabei um die Sicherstellung diversifizierter Lieferketten für Medikamente und Medizinprodukte, den Gesundheitsdatenaustausch und eine Vereinfachung der Medizinprodukteverordnung.
Die Erfolgsgeschichte des vor mehr als einem halben Jahrhundert eingeführten Neugeborenen-Screenings wurde vielfach belegt. Eine Weiterentwicklung, auch unter Einbeziehung von Genomdaten, rückt immer näher – auch durch Forschungsprojekte wie New Lives am Uniklinikum Heidelberg. Diskutiert werden dürfte noch über die Finanzierung.
Eine Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs scheint immer unwahrscheinlicher: Union und FDP signalisierten im Vorfeld der heutigen Rechtsausschusssitzung, dass sie keine Anhörung wollen. Zuvor hatte die Gruppe hinter dem Antrag noch in Briefen um Mitarbeit gebeten. Die Wahrscheinlichkeit für eine Mehrheit im Plenum scheint zu sinken.
Nicht alle innovativen und von der Europäischen Kommission zugelassenen Arzneimittel sind in Deutschland auf dem Markt verfügbar. Warum das so ist und welche therapeutischen Lücken sich daraus ergeben, darüber informiert seit neuestem das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte systematisch.
Seit diesem Herbst bieten verschiedene Medizinische Fakultäten erstmals Lehrveranstaltungen an, in denen die Vermittlung von Diversitätskompetenz für angehende Mediziner:innen und Pflegefachkräfte im Mittelpunkt steht. Sie sind Teil eines an der Berliner Charité angesiedelten Großprojektes.
Unser Gesundheitssystem braucht dringend einen Kurswechsel von der Behandlung hin zur Vermeidung von Erkrankungen. Bei der Gesundheitsziele-Konferenz „Health in All Policies – Kooperation als Erfolgsfaktor“ wurde eine Zwischenbilanz gezogen. Was wurde bis hierhin geschafft? Und wo gibt es Nachbesserungsbedarf?
Ein Großteil der Versicherten wird diese Woche über hohe Beitragssteigerungen informiert – Auftakt für ein schweres Jahr im GKV-Lager, das auf den Befreiungsschlag in der neuen Legislaturperiode hofft. Die Wahlprogramme der potenziellen Regierungsparteien geben dazu erst einmal nur begrenzten Anlass.
Alle bisherigen Impfstoffkandidaten gegen das Bakterium Staphylococcus aureus blieben in klinischen Studien erfolglos – obwohl in Tierversuchen klare Erfolge erzielt wurden. Forschende wollen nun herausgefunden haben, warum das so ist und wie es eine zweite Chance für gescheiterte Wirkstoffe geben könnte. Antibiotika-Resistenzen machen das auch notwendig.
Viele Probleme und keine einfache Lösung in Sicht: Die Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD und Grünen bleiben in vielen Bereichen schwammig und voller guter Absichten. Bei einigen Maßnahmen aber bekennen die Parteien schon jetzt Couleur: Bei den Themen Kassenfinanzen, Pflegeversicherung und Schwangerschaftsabbruch unterscheiden sich die Standpunkte stark.
Auch nach zwei Jahren ist das Verzeichnis für digitale Pflegeanwendungen noch leer. Den Antrag der Sturz-App Lindera hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zuletzt abgelehnt. Das Unternehmen wollte das so nicht hinnehmen und hat Widerspruch eingelegt. Auch vonseiten des Pflegerats regt sich Kritik.
Die große Reform für eine nachhaltige Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung gab es in der ablaufenden Legislaturperiode nicht. Mit einer reinen Kostendämpfungsstrategie komme die nächste Bundesregierung nicht weit, so der Gesundheitsökonom und Politikberater Jürgen Wasem.
Ein Rechtsgutachten im Auftrag des BMG soll etwaigen behördlichen Amtspflichtverletzungen im Umgang mit dem einstigen Hormonpräparat Duogynon nachgehen. Doch nun gibt es massive Kritik an den Vorgaben, die das Ministerium dem Gutachter offenbar gemacht hat. Betroffene befürchten, dass keine wirkliche Aufklärung gewünscht ist.
Die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen in Gesundheitsforschung und -versorgung ist ein bekannter Fakt. Neu belegt wurde sie am Donnerstag im SANT-Ausschuss durch einen NGO-Bericht. Außerdem stellte die Gleichstellungskommissarin Hadja Lahbib ihre Agenda für mehr Gleichstellung im Gesundheitsbereich vor. Dabei kam auch die Frage nach Abtreibung auf.
Zu oft trägt medizinisches Personal Handschuhe, wenn es nicht angeraten ist – die Folge des laut Experten falsch verstandenen Infektionsschutzes sind steigende Infektionszahlen mit unerwünschten Keimen. Auch andere Maßnahmen könnten die Hygiene in Gesundheitseinrichtungen einfach und günstig zugunsten einer besseren Infektionsprophylaxe verbessern.
Bald dürfen Zahnarztpraxen nur noch ausnahmsweise Amalgam verwenden, ein Kompromiss soll aber weiter Füllungen ohne Zuzahlung ermöglichen. Die Patientenvertretung im G-BA hält die Abmachung für rechtswidrig – und will nun neben dem G-BA auch das Bundesgesundheitsministerium einschalten.
Der Petitionsausschuss des Bundestags will ihn, der Bundesrat hat sich dafür ausgesprochen. Auch im Bundestag hätte er eigentlich eine Mehrheit. Trotzdem stehen die Chancen schlecht, dass es noch in dieser Legislaturperiode zu einer Verbesserung des Mutterschutzes nach einer Fehlgeburt kommen wird. Dabei wünscht sich das auch das Gros der Bevölkerung.
Der Jahresbericht 2024 zur Situation illegaler Drogen in Deutschland zeigt: 3,1 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland nahmen im vergangenen Jahr illegale Drogen. Dabei schwanken die Zahlen zwischen den Bundesländern erheblich. Besonders alarmiert sind Sicherheits- wie Gesundheitsbehörden über die wachsende Zahl von Kokain-Konsumenten.
Vor acht Jahren hat das Forschungsministerium die Medizininformatik-Initiative (MII) ins Leben gerufen, seit zwei Jahren können Forschende bundesweit auf Daten von Universitätskliniken über die Infrastruktur der Initiative zugreifen. Wie das funktioniert, welche Türen sich dadurch öffnen und wo der EHDS künftig anknüpft, wurde beim MII-Symposium diskutiert.
Die über 1000 Reha-Einrichtungen blicken enttäuscht auf diese Legislatur zurück – dabei waren die politischen Ankündigungen so vielversprechend. Die künftige Regierung solle diese nun umsetzen, hoffen Branchen-Vertreter. Angesichts ausbleibender Reformen entwickeln Fachkliniken mit angeschlossener Reha-Klinik inzwischen eigene New-Work-Modelle.
Im Frühjahr 2024 kamen Experten des Bundesamts für Soziale Sicherung zu dem Befund, dass die 2021 eingeführte Manipulationsbremse gegen unzulässige Diagnosebeeinflussung durch Krankenkassen eine Fehlkonstruktion ist. Weiter angewendet wird sie dennoch. Für 16 Krankheitsgruppen strich das Amt wegen auffälliger Mengenentwicklung nun wieder Zuweisungen.
Die Zahl der Pflegebedürftigen hierzulande steigt rapide. Gleichzeitig gibt es dabei jedoch enorme regionale Unterschiede. Das ist dem aktuellen Pflegereport der AOK zu entnehmen, der heute veröffentlicht wird. Um dem Bedarf vor Ort zielgenau begegnen zu können, bedürfe es kleinräumiger Transparenz, argumentieren die Experten.
Zwar gibt es schon jetzt eine nationale Infrastruktur zur zentralen Erfassung und Auswertung des Antibiotikaverbrauchs und der Resistenzentwicklung aller Erreger in Deutschland. Allerdings wird diese noch zu wenig genutzt. Es braucht weitere Maßnahmen zur Infektionskontrolle und -prävention.
KI-basierte Systeme können Prozesse in der Forschung und Versorgung des Gesundheitssektors verbessern. Doch der Durchbruch dieser Technologie stehe in der Medizin noch aus, hieß es beim Nationalen Digital Health Symposium. Dabei spielen Gesetze und der Datenschutz eine zentrale Rolle.
Die von der Ampel geplante Ambulantisierungsreform ist gescheitert, die Niedergelassenen blicken nun auf eine verschenkte Legislaturperiode. Die kommende Regierung dürfe nun keine Zeit verlieren, fordern Kassenärztliche Bundesvereinigung und Hausärzteverband. Und letzterer bekommt dabei auch Unterstützung von der CSU.
Urs Vögeli ist seit August neuer Vorsitzender der Geschäftsführung des forschenden Pharmaunternehmens Janssen-Cilag GmbH, einem Johnson & Johnson-Unternehmen. Mit der Pharmastrategie der Regierung sieht es eigentlich nach besseren Zeiten für diesen Industriezweig aus. Doch aus der Absichtserklärung müssten auch konkrete Taten folgen, fordert er im Interview.
Der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels nutzt die anstehende Bundestagswahl, um Forderungen zu erneuern, die in den vergangenen vier Jahren nicht umgesetzt wurden. Aber auch das Thema Lieferengpässe beschäftigt den Großhandel weiterhin – eine gestern vorgestellte Bevölkerungsbefragung soll vor allem Kassenargumente widerlegen.
Die Pflege bleibt ein Sorgenkind der Politik. Zwar hat der Gesundheitsausschuss den Weg für die Verordnung zur Beitragserhöhung der SPV frei gemacht, grundlegende Strukturen lassen aber weiter auf sich warten. Der Arbeitgeberverband Pflege hat in einem 100-Tage-Programm formuliert, wie die künftige Regierung die Veränderung angehen könnte.
Mit der Krankenhausreform sollen auch die starren Sektorengrenzen ein Stück weit aufgeweicht werden. Ob das gelingt, liegt am Ende auch an der Umsetzung der Reform. Doch diese dürfte sich nicht so einfach gestalten, wie das Beispiel von Schleswig-Holstein zeigt. Zur Vermeidung unnötiger Krankenhauseinweisungen braucht es außerdem die Notfallreform.
Psychische Belastungen durch die Corona-Pandemie sind mittlerweile gut erforscht und belegt, unter anderem durch die COPSY-Längsschnittstudie. Die aber geht in die siebte Erhebungsrunde, denn die Belastungen durch Kriege und andere Krisen reißen nicht ab. Soziale Medien spielen außerdem eine ungünstige Rolle in dieser Dynamik.
Binnen Jahresfrist ist der tatsächlich erhobene Zusatzbeitrag bei den 95 Krankenlassen von etwas über 1,5 Prozent auf fast zwei Prozent im Durchschnitt gestiegen. 2025 droht ein weiterer Anstieg auf bis zu 2,9 Prozent. Ein schnell wirkendes Kostendämpfungsgesetz der neuen Bundesregierung könnte verhindern, dass dieser Trend weiter an Fahrt gewinnt.
Fast schon im Wochenrhythmus werden erfolgreiche Cyber-Angriffe auf Krankenhäuser bekannt. Die Unternehmensberatung Deloitte hat mit Fachleuten darüber diskutiert, wie Vorbeugung aussehen kann. Die Antworten von Praktikern bei einer Diskussion, die der Verbund HealthCare Bayern in München organisiert hat, waren zum Teil überraschend.
Niedergelassene sind bei der Digitalisierung auf gut funktionierende Praxisverwaltungssysteme angewiesen. Wie sich die Usability und Nutzungszufriedenheit messen lässt, hat das Zi aktuell untersucht. Dabei zeigt sich, wie die verschiedenen Hersteller abschneiden und bei welchen die Wechselbereitschaft der Nutzenden besonders hoch ist.