Nach zähen Ressortverhandlungen hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote beschlossen. Der Mindestanteil von erneuerbaren Energien in Kraftstoffen wird erhöht und bis 2040 geregelt. Mehr Optionen zur Erfüllung der Quote sind erlaubt. Allerdings ist kaum ein Verband zufrieden mit dem Entwurf.
Zum fünfjährigen Jubiläum des Nutri-Score in Deutschland zeigt eine neue Studie: Die Lebensmittelampel ist fast allen Verbraucher:innen bekannt, entfaltet aber kaum Wirkung. Eine Mehrheit fordert die Pflichtkennzeichnung, während das Ministerium auf EU-Recht verweist. Verbraucherschützer verlangen einen nationalen Alleingang.
Das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten haben sich auf weitreichende Lockerungen bei Nachhaltigkeits- und Lieferkettenregeln geeinigt. Während Konservative und Wirtschaftsvertreter jubeln, sprechen Grüne, SPD und NGOs von einem Rückschritt bei Menschenrechten und Klimaschutz.
Das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz wird erneut verschoben. Union und SPD haben sich darauf geeinigt, die verpflichtende Kennzeichnung für frisches Schweinefleisch in Handel und Gastronomie erst 2027 einzuführen. Während Wirtschafts- und Bauernverbände die Einigung begrüßen, sehen andere ein Versäumnis beim Agrarminister.
Ein Rechtsgutachten im Auftrag der Verbraucherorganisation Foodwatch hält ein „Veggie-Wurst“-Verbot für rechtswidrig. Die Begründung: Der Vorschlag des Parlaments dazu sei unklar, unverständlich und irreführend. Solange keine klaren Alternativen definiert seien, dürften Fleischalternativen als „veganes Schnitzel“ bezeichnet werden.
Mit digitaler Komponentenwahl, moderner Speisekarte und enger medizinischer Abstimmung zeigen Tobias Grau, Geschäftsführer der Vivantes Gastronomie, und Ernährungsmedizinerin Diana Rubin, Chefärztin bei Vivantes, dass Krankenhausessen Therapiebaustein und Genuss zugleich sein kann. Wie sie den Mythos vom faden Klinikessen überwinden wollen.
Ein vertrauliches Dokument der EU-Kommission zeigt den Umfang des sogenannte Umwelt-Omnibus – er ist geringer als befürchtet. Für die Landwirtschaft sind Vereinfachungen beim Umweltmanagementsystem für große Ställe geplant. Zugleich kündigt die Kommission aber an, weitere zentrale EU-Umweltgesetze wie die FFH-Richtlinie anzupassen.
Die EU verschiebt die Umsetzung ihrer Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten erneut – diesmal bis Ende 2026. Während Bundesregierung und Branchenverbände dies als wichtigen Schritt zu mehr Praxistauglichkeit feiern, warnen Umweltorganisationen vor einer schrittweisen Verwässerung des Waldschutzes.
Deutschland sollte laut der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften seine Lebensmittelproduktion überdenken. Ein neues Impulspapier warnt vor geopolitischen Risiken, wachsender Abhängigkeit und einem Innovationsstau. Neue Technologien, Proteindiversifizierung und Bürokratieabbau könnten die Ernährungssicherheit jedoch langfristig sichern.
Eine Fülle von politischen Reaktionen folgte am Donnerstag auf die Einigung zu Neuen Genomischen Techniken zwischen EU-Kommission, Parlament und Rat im Trilog. Doch was sagt eigentlich die Wissenschaft? Der Recherchedienst Science Media Center hat Fachleute gefragt, was die Einigung in Brüssel bedeutet.
Ob Kakao, Milch oder Getreide – hohe Preissteigerungen treffen Erzeuger und Verbraucherinnen gleichermaßen. Initiativen warnen: Ohne faire Preise müssen Höfe aufgeben, Ernährungssicherheit und Klimaschutz sind nicht gewährleistet. Bei einer Veranstaltung forderten Germanwatch und die AbL gerechte Preise entlang der Lieferkette.
Gentechnisch veränderte Pflanzen dürften in Europa künftig sehr viel leichter auf den Markt kommen. Kommission und Rat haben sich in der Nacht im Trilog in wesentlichen Punkten durchgesetzt: Eine Kennzeichnung für allermeisten gentechnisch veränderten Pflanzen wird es nicht geben, außer auf Saatgut. Patente werden möglich sein.
Stark verarbeitete Lebensmittel prägen weltweit den Speiseplan – und lösen so Mangelernährung und Adipositas bei Kindern aus. Eine Analyse des UN-Kinderhilfswerks zeigt, warum so viele Kinder, selbst in Krisenregionen, davon betroffen sind und welche Lösungsansätze es gibt.
Vor dem möglicherweise entscheidenden Trilog zur EU-Verordnung über Neue Genomische Techniken wächst der Druck auf Bundesregierung und EU-Institutionen. Umwelt- und Bio-Verbände, Bauernverband und Teile der Lebensmittelwirtschaft warnen vor Risiken für Bio-Landwirtschaft, Verbrauchertransparenz und Züchtungsfreiheit.
Die geplante Novelle des Bundesjagdgesetzes zum Umgang mit dem Wolf ist in wesentlichen Teilen unvereinbar mit europäischem Recht, meint Sönke Gerhold, Dekan der juristischen Fakultät an der Universität Bremen und Experte für Artenschutzrecht. Er warnt vor der Illusion, es könne in Deutschland flächendeckend wolfsfreie Zonen geben.
Ein zu großer Spielraum für die Mitgliedstaaten und Kofinanzierungen, die zu wirtschaftlicher Überforderung führen – im Vorschlag der EU-Kommission sieht die Verbände-Plattform zur GAP viele Risiken. Sie warnt vor einem Wettbewerb der geringsten Standards. Wie er sich vermeiden ließe, diskutierte die Plattform am Montag in Berlin.
Lange galt die Blumenproduktion in Ostafrika als Symbol für Ausbeutung und Umweltverschmutzung. Aktuelle Einblicke von Expert:innen zeigen aber, wie wichtig der Anbau für Kenia ist. Denn der Blumenexport verschafft Einkommen und Aufstiegschancen – besonders wichtig für Frauen im ländlichen Raum.
Kochroboter halten in Supermärkten, Krankenhäusern und Kasernen Einzug. Was die Start-ups Circus Group und Goodbytz antreibt – und wie Verbände und Arbeitnehmervertreter reagieren.
Weil die EU das Solarpaket I noch immer nicht genehmigt hat, kommt der Ausbau von Agri-PV nicht voran. Fehlende Vorgaben zur Gewinnabschöpfung bremsen die Förderung aus – mit Folgen für Investitionen, Planungssicherheit und die Energie- und Agrarwende.
Der Ernährungsreport 2025 zeigt: Die Deutschen achten vor allem auf Preise, ihre Gesundheit, Transparenz und guten Geschmack. Agrar- und Ernährungsminister Alois Rainer nutzte die Vorstellung des Berichts auch dafür, zentrale Punkte seiner Ernährungspolitik vorzustellen – etwa bei Steuererhöhungen, -senkungen, Tierwohllabel und Ernährungsstrategie.
Die Europäische Bürgerbeauftragte hat Verfahrensmängel bei mehreren Gesetzesinitiativen der EU-Kommission festgestellt – darunter die GAP-Vereinfachung und die Sorgfaltspflichten für Unternehmen. Ihre Kritik fällt mitten in die hitzigen Debatten über das kommende Umweltpaket, dessen Umfang innerhalb der Kommission umstritten ist.
Mit einer überarbeiteten Bioökonomiestrategie will die Kommission Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit auch in der Lebensmittelproduktion vereinen. Für Start-ups bedeutet das kürzere Zulassungsprozesse – Umweltorganisationen mahnen hingegen mehr ökologische Konsequenz an.
Unternehmen freuen sich über einen weiteren Zeitpuffer, Umweltorganisationen sind schwer enttäuscht: Die erneute Verschiebung der EU-Entwaldungsverordnung ist gestern in greifbare Nähe gerückt. Laut EVP ist ein Kompromiss gelungen – das spiegelte das Abstimmungsverhalten allerdings nicht wider.
Naturschutzgebiete dienen dem Klimaschutz, sind Erholungsraum und Nutzfläche zugleich. Eine neue Studie zeigt, wie eng Emotionen, Wissen, Nutzung und Konflikte in diesen Landschaften verwoben sind. Denn was Menschen in und mit Schutzgebieten erleben, offenbart, wo Politik und Praxis nachsteuern müssen.
Drei Ausschüsse des Bundestags haben in Sondersitzungen über den Stand der EU-Verhandlungen zu Neuen Genomischen Techniken beraten. Doch eine klare Position der Bundesregierung ließ sich daraus nicht ableiten. Auf Arbeitsebene ist der Trilog derweil vorangekommen, hieß es aus Brüssel.
Sowohl die Kommission als auch das EU-Parlament wollen einen Rahmen für die künftigen Pflanzenschutzregelungen abstecken. Während der Omnibus der Kommission bereits vor Veröffentlichung scharf kritisiert wird, hat sich im Parlament eine große Mehrheit für die eigene Initiative gefunden. Es zeigt sich: Bei den chemischen Mitteln hört die Einigkeit auf.
Eine neue Studie im Auftrag des Fachverbands Biogas sieht großes Potenzial für Biogas. Es könnte schon 2035 große Teile der erdgas- und wasserstoffbasierten Strom- und Wärmeerzeugung ersetzen. Doch zum Ärger von Biogasbranche und Umweltverbänden setzt das Bundeswirtschaftsministerium weiter auf Erdgas.
Die EU-Kommission will mit einem neuen Omnibus-Paket Bürokratie im Lebensmittelsektor abbauen und Verfahren modernisieren. Die Branche begrüßt erste Schritte, kritisiert jedoch fehlende Tiefe: Europas Lebensmittel- und Getränkehersteller fordern deutlich weitergehende Entlastungen.
Der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange (SPD), rechnet fest damit, dass das Mercosur-Abkommen bis zum Frühjahr 2026 ratifiziert wird. Er begründet, warum Frankreich zustimmen dürfte und welche Schutzmechanismen für die europäische Landwirtschaft vorgesehen sind.
In der Bundesratssitzung am vergangenen Freitag hatten die agrarpolitischen Themen eines gemeinsam: die Umsetzung von EU-Vorschriften. Während beim Kritis-Dachgesetz die Umsetzungsfrist bereits abgelaufen und ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet ist, steht die Debatte zum Mehrjährigen Finanzrahmen noch am Anfang. Kritik gibt es an allen Punkten.
Viele Verbraucher:innen ächzen unter den hohen Lebensmittelpreisen, während bei den Bauern und Bäuerinnen immer weniger vom Geld ankommt. Das zeigte das Gutachten der Monopolkommission. Über die Ursachen und Möglichkeiten, die Marktverwerfungen zu beheben, streiten sich nun die Akteure entlang der Lieferkette, Politik und Verbände.
Mit der Umsetzung der Gasbinnenmarktrichtlinie will die Bundesregierung Gasnetzbetreibern ermöglichen, bestehende Anschlüsse zu kündigen. Produzenten von Biomethan fürchten, auch ihnen könnten die Netzzugänge gekappt werden. Aus ihrer Sicht muss die Bundesregierung das geplante Regelwerk überarbeiten.
Die EU-Kommission will den politischen Rahmen für die Bioökonomie grundlegend erneuern. Ein neuer Entwurf der Bioökonomiestrategie, der derzeit in Brüssel zirkuliert, soll Innovationen beschleunigen und nachhaltige Biomasse effizienter nutzbar machen. Die finale Fassung wird kommende Woche erwartet – mit Folgen für Landwirtschaft und ländliche Regionen.
Deutschland hat sich bei der UN-Klimakonferenz in Belém zu den Moorschutzzielen des Peatland Breakthrough bekannt. Die Initiative will bis 2030 rund 30 Millionen Hektar Moorflächen wiedervernässen. Ambitionierte Ziele verfolgt die Bundesregierung beim Moorschutz selbst auch. Aber Indonesien ist konsequenter.
Vier Handelsriesen bestimmen, was in Deutschlands Supermarktregalen landet – und setzen damit Landwirtschaft und Verbraucher zunehmend unter Druck. Zu diesem Ergebnis kommt ein neues Gutachten der Monopolkommission. Die Analyse offenbart, wie eng es im deutschen Lebensmitteleinzelhandel geworden ist und macht Vorschläge, wie es besser gehen könnte.
Lange Jagdzeit, großer Radius gegen „Schadwölfe“ und ein Blankoscheck für Behörden: Das Landwirtschaftsministerium hat einen scharfen Plan fürs neue Jagdgesetz entwickelt. Der Entwurf liegt Tagesspiegel Background exklusiv vor.
Das Gericht der Europäischen Union hat der gängigen Verlängerungspraxis bei der Genehmigung von Pflanzenschutz-Wirkstoffen ein Ende gesetzt: Den drei Urteilen zufolge verstoßen systematische Verlängerungen gegen das Unionsrecht. Können Risikoprüfungen nicht pünktlich abgeschlossen werden, muss ein genauer Zeitplan her.
Eine neue Lancet-Analyse fasst die globale Datenlage zu hochverarbeiteten Lebensmitteln zusammen: Sie würden sich rasant ausbreiten, das Risiko für zahlreiche Krankheiten erhöhen und vor allem durch mächtige Lebensmittelkonzerne vorangetrieben. Forschende fordern deutliche politische Eingriffe – während die Industrie vor Dämonisierung warnt.
Durch Deutschlands Kurswechsel könnte die EUDR demnächst um ein Jahr verschoben werden. Eine Vorentscheidung steht heute an. Doch während einige Mitgliedstaaten blockieren, warnen Umweltorganisationen vor einem Rückschritt im globalen Waldschutz.
Südfrankreichs Winzer leiden unter Hitze und Wassermangel – doch einige wagen den Neustart. In der Provence setzen Pioniere wie Emilie und Aurélien Fiorito auf klimaresistente Pistazien und bauen eine neue Branche auf. Während Europa sich rasch erwärmt, entsteht ein Agrarsektor mit Chancen und Risiken. Guillaume Amouret berichtet.
Wie kann das Fördersystem der GAP nach 2027 aussehen, wenn die Ernährungssicherheit oberstes Ziel ist? In der Kappung und Degression der Direktzahlungen sehen die EU-Agrarminister keine Lösung. Christophe Hansen dagegen verteidigt den alten und den neuen Kommissionsvorschlag.
Deutschland ringt um die Reform des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes und das Verbandsklagerecht: Während die Aarhus-Konvention Anpassungen verlangt, blockieren politische Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag eine Einigung. Zuletzt hatte die Deutsche Umwelthilfe die Bundesregierung zur Neuaufsetzung eines Nitrataktionsprogramms gezwungen.
Die Umweltministerkonferenz in Saarbrücken hat wichtige Signale für Natur- und Klimaschutz gesetzt: Der Bund will künftig Hunderte Millionen Euro für gemeinsame Projekte mit den Ländern bereitstellen. Gleichzeitig fordern die Ministerinnen und Minister pragmatische Lösungen – von der Mehrwegpflicht über den Umgang mit dem Wolf bis hin zum Düngerecht.
Die Bundesregierung hat den Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Richtlinie RED III erneut verschoben – sehr zum Ärger der Kraftstoff-, Wasserstoff- und Biokraftstoffbranche. Die Verbände warnen vor weiteren Verzögerungen und fordern verlässliche Rahmenbedingungen.
Die EU-Kommission will weiter daran arbeiten, Europa nachhaltiger zu machen. Dieser Gedanke zieht sich durch das Gespräch von Jessika Roswall mit Tagesspiegel Background. Umweltkommissarin Roswall glaubt an den Erfolg von Naturgutschriften, kündigt ein Gesetzespaket für die Kreislaufwirtschaft an und hat die Anti-Entwaldungsverordnung noch nicht aufgegeben.
Mehr Digitalisierung braucht das Land – über diese Forderung kann die Agrarbranche nur müde lächeln. Sie ist längst digitalisiert. Eine immer bessere Verknüpfung von Daten und Maschinen präsentieren die Ausstellenden auf der Agritechnica. Ihre Vision: Eine präzisere, nachhaltigere Landwirtschaft – und vielleicht eine bessere Work-Life-Balance für Bauern.
Die Konservativen schwächen mit den Stimmen extrem rechter Parteien das Lieferkettengesetz ab. Die linken Fraktionen reagieren empört. Stakeholder sehen je nach politischem Standpunkt Vor- und Nachteile für die Wirtschaft. Jetzt beginnt der Trilog.
Die Novelle der UTP-Richtlinie ist so gut wie unter Dach und Fach: Ziel ist es, die Zusammenarbeit der nationalen Behörden bei grenzüberschreitenden Fällen zu verbessern und Landwirte in der Lieferkette besser zu schützen. Die vorläufige Einigung sieht unter anderem neue Amtshilfemechanismen und koordinierte Maßnahmen bei groß angelegten Verstößen vor.
Über den Dächern Berlins wurde auf Einladung der Tiefkühlbranche über die Zukunft der deutschen Ernährungsstrategie diskutiert. Geht es nach der CDU, hat das Konzept aus der vorherigen Legislatur kaum eine Chance. Vertreter aus der Praxis plädierten für eine flächendeckende Einführung von Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
Im Streit um die EU-Anti-Entwaldungsverordnung hat die dänische Ratspräsidentschaft einen Vorschlag zur Verschiebung der Anwendung um ein Jahr vorgelegt. Die Verordnung soll demnach erst Ende 2026 greifen. Während sich Dänemark damit der österreichischen Linie anschließt, kritisieren die Familienbetriebe Land und Forst den Entwurf als zu kurz gegriffen.
Die Albert Schweitzer Stiftung veröffentlicht heute ihren Masthuhn-Report 2025. Darin bewertet sie die Umsetzung der Masthuhn-Initiative in den verschiedenen Bereichen der Lebensmittelkette. Über 110 Unternehmen in Deutschland beteiligen sich an der Initiative. Aus ihren Ergebnissen leitet die Stiftung politische Handlungsempfehlungen ab.
Auf einmal ging es ganz schnell: Am Montag haben sich EU-Rat und Parlament auf eine Vereinfachung der GAP-Regeln geeinigt. Nur noch einmal im Jahr sollen Kontrollen erfolgen, mehrere GLÖZ werden entschlackt, kleine Betriebe erhalten eine höhere Pauschale und Bio-Betriebe gelten automatisch als GLÖZ-konform.
Von Beginn an gab es Widerstand gegen den Kommissionsvorschlag für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2027. Nachdem vier Fraktionen aus dem EU-Parlament sich mit ihren Bedenken noch einmal an Kommissionspräsidentin von der Leyen gewandt hatten, hat diese nun darauf reagiert. Ihr Vorschlag beruhigt die Bauernverbände jedoch nicht.
Die EU-Verordnung gegen Entwaldung sorgt weiter für heftige Diskussionen. Während die Kommission versucht, das umstrittene Regelwerk zu retten, wächst im Parlament und in der Wirtschaft der Widerstand gegen bürokratische Hürden und enge Zeitpläne.
Bei der Weltklimakonferenz in Belém rückt die Anpassung an den Klimawandel in den Fokus – mit Indikatoren auch für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit. Das Ernährungssystem als Ganzes passt aber nicht in die Systematik der Verhandlungen.
Das Prestigeprojekt der brasilianischen Gastgeber der UN-Klimakonferenz erhält Milliardenzusagen – dennoch bleibt der Tropenwaldfonds TFFF hinter den Erwartungen zurück. Um wirksam Mittel für den Schutz tropischer Wälder geben zu können, fehlt weiteres Geld. Gespannt blickt die Staatengemeinschaft auf den Auftritt von Kanzler Merz am heutigen Freitag.
Zum Jahreswechsel wird die von der Ampel-Koalition abgeschaffte Agrardieselrückvergütung wieder eingeführt. Damit setzt die Bundesregierung eines ihrer Ziele aus dem Koalitionsvertrag um. Weitere Regelungen sollen Bürokratie abbauen. Humorvoll debattierte der Bundestag das mögliche Verbot von Bezeichnungen wie Tofu-Würstchen.
Der Generationswechsel auf Europas Höfen ist nicht nur eine Frage des Alters, sondern auch des Geschlechts. Noch immer leiten Männer den Großteil der Betriebe – obwohl Frauen entscheidend zur Zukunft der Landwirtschaft beitragen. Der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments diskutierte, wie mehr Gleichstellung auf dem Land gelingen kann.
Die Ankündigung von Karsten Schneider beendet das wochenlange Ringen in der Bundesregierung. Vor allem aus dem Finanzministerium hatte es Widerstand gegeben. Die Höhe einer deutschen Beteiligung ließ der SPD-Politiker offen. Wahrscheinlich ist eine Milliarde Dollar.
Fünf Prozent internationale Gutschriften und 85 Prozent Emissionsrückgänge in der EU: So sollen die Emissionen in der EU bis 2040 um insgesamt 90 Prozent sinken, fordern die EU-Länder. Umweltschützende sprechen von einem „Taschenspieler-Trick“. Zum Deal gehört auch ein späterer Start des ETS2 – und ein Klimaziel 2035 vor der UN-Klimakonferenz.
Eine noch unveröffentlichte Studie des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen beziffert den enormen Einfluss der Bodenverdichtung auf das Hochwasserrisiko. Wäre das Porenvolumen nur etwas größer, könnten große Wassermengen zusätzlich im Boden gespeichert werden. Auch Wurzelwachstum und Klima würden profitieren.
Die Transformation der Gasnetze ist Gegenstand einer Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes. Privilegien für Biogas sollen entfallen. Die Branche protestiert gegen die Vorgaben des Bundeswirtschaftsministeriums.
Kurz vor dem Abflug von Kanzler Friedrich Merz zur Weltklimakonferenz COP30 in Belém ringt die Bundesregierung weiter um eine Milliardenbeteiligung am brasilianischen Tropenwaldfonds TFFF. Während Umwelt- und Entwicklungsressort auf Zustimmung drängen, bremst das Finanzministerium.
Das Wirtschaftsministerium will ein kombiniertes EEG-Fördermodell entwerfen lassen, das Elemente von produktionsabhängigen und unabhängigen Zahlungen enthält. Erste Warnungen vor zu großer Komplexität bei einem Kombi-Ansatz werden laut.
Ausgewogenheit ist das Gebot der Stunde bei der künftigen Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik. Das ergab eine Untersuchung der Forschungsstelle der EU-Kommission. Es gelte, klug zwischen Klima- und Umweltschutz sowie Produktivität abzuwägen. Nur Nachteile brächte hingegen die Abschaffung der GAP.
Güllefässer rollen dieser Tage landauf, landab: Die Güllesperrfrist naht. Mehr als sonst dürfen Landwirt:innen in Bayern in den Roten und Gelben Gebieten düngen. Möglich macht es das aktuelle Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Wie lange, liegt in den Händen des Bundeslandwirtschaftsministeriums.