Sollen Verbraucher:innen die Ernährungstransformation allein in die Hand nehmen – oder sollte die Politik die Zügel übernehmen? Eine Online-Tagung geht dieser Frage nach. Denn fest steht: Die Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich eine gerechtere Ernährungspolitik. Die Frage ist nur, wie sie am besten umsetzbar ist.
Das Tropical Forest Forever Facility (TFFF) klingt verlockend: Ein globaler Fonds, der scheinbar aus dem Nichts Milliarden zum Schutz tropischer Wälder generiert. Doch das Risiko eines finanziellen Ausfalls – und dass der Regenwald keinen Cent erhält – ist enorm, sagt Volkswirt Max Alexander Matthey. Das gehe zulasten der politischen Glaubwürdigkeit.
Die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung ist heiß umkämpft. Wie die Konflikte gelöst werden könnten, beschreiben Empfehlungen des Austrian Centre for Peace. Es setzt auf Beteiligung und Transparenz, warnt aber auch vor falschen Kompromissen.
Durch die Androhung eines Pakts mit den Ultrarechten konnte der konservative Omnibus-EP-Berichterstatter Jörgen Warborn Liberale und Sozialdemokraten zu einem Kompromiss zwingen: Demnach sollen die meisten Unternehmen aus den Nachhaltigkeitsberichts- und Lieferkettenpflichten herausfallen. Heute wird im Ausschuss abgestimmt.
Der bürokratische Aufwand, sich für EU-Gelder zu bewerben, schreckt viele landwirtschaftliche Betriebe ab. In Brandenburg zeigen Kooperativen, wie Ressourcen gebündelt und bessere nachhaltige Bewirtschaftung werden können. Doch das Erfolgsmodell könnte mit der Reform der GAP vor dem Aus stehen. Ein Feldbesuch mit Olaf Scholz.
Vier Wochen vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Belém spricht Brasiliens stellvertretender Finanzminister Dario Durigan über die Bedeutung des neuen Klimafonds TFFF. Die Suche nach Unterstützern ist schwierig – doch der Klimaschutz hätte eine Chance, wenn Deutschland mitzieht.
Deutschland hat ein Problem mit zu viel Nitrat im Grundwasser. Vielerorts liegen die Messwerte für Nitrat seit Jahren über dem Grenzwert. In einem wegweisenden Urteil hat das Bundesverwaltungsgericht nun entschieden, dass der Bund mit einem Aktionsprogramm aktiv gegensteuern muss.
Das Europäische Parlament hat über zwei zentrale Vorhaben zur Agrarpolitik abgestimmt. Neben der Vereinfachung von Umweltauflagen in der Gemeinsamen Agrarpolitik wurde die Einschränkung von Bezeichnungen wie „Veggie-Burger“ angenommen. Während Konservative Landwirte schützen wollen, warnen Kritiker vor Rückschritten beim Umwelt- und Klimaschutz.
Immer wieder erschleichen sich Landwirt:innen – und Pseudo-Landwirt:innen – ungerechtfertigt EU-Agrarsubventionen. Millionen Euros wurden so betrogen. Meist sind auch nationale Behörden verwickelt, wie Ermittlungen der Europäischen Staatsanwaltschaft zeigen. Dabei gibt es fortbestehende Schwachstellen in der GAP.
Die Ukraine entwickelt ihre Biomethanproduktion weiter: Die Mengen steigen rasant, sodass sie zu einer strategischen Ressource für die EU werden könnten. Denn der erneuerbare Energieträger eröffnet Chancen für die Unabhängigkeit von russischem Gas. Im Weg stehen Zertifizierungspflichten und Zollbürokratie.
Nach der Agrarministerkonferenz im September ist die Umsetzung der Tierhaltungskennzeichnung zum 1. März 2026 nicht mehr besonders wahrscheinlich. Zu grundlegend sind die noch offenen Punkte. So geht es neben der Sichtbarkeit der Kennzeichnung auch um die Einbeziehung ausländischer Ware – die europarechtlich kaum umzusetzen ist.
Als eine seiner letzten Amtshandlungen hatte Cem Özdemir in einem nationalen Alleingang versucht, Lebendtiertransporte in Drittstaaten zu verbieten. Das scheint unter bestimmten Bedingungen möglich, so die Reaktion der EU, die Background exklusiv vorliegt. Doch dies ist keine Option für Özdemirs Nachfolger Alois Rainer. Er setzt auf EU-weite Regeln.
Vier Fachleute haben rechtliche Zweifel am Mercosur-Abkommen. Nicht nur den Kniff der Kommission, das Abkommen in zwei Teile zu spalten, halten sie für fraglich. Der Vertragstext enthalte auch ein Element, dass die europäische Umwelt- und Klimagesetzgebung massiv behindern könnte.
Ob vegetarische Produkte weiter wie Fleischprodukte bezeichnet werden dürfen, will das Europäische Parlament am Dienstag debattieren und am Mittwoch entscheiden. Die Sozialdemokraten spotten über einen konservativen Kulturkampf.
Was wir essen, entscheidet über Gesundheit und Klima. Laut dem neuen EAT-Lancet-Bericht ist das Ernährungssystem die wichtigste Ursache für das Überschreiten planetarer Grenzen. Eine Umstellung auf die Planetary Health Diet könnte Millionen Todesfälle verhindern und die Emissionen des Sektors halbieren. Dies Ergebnis dürfte jedoch auch Kritiker mobilisieren.
Längst sind smarte Fütterungssysteme oder Precision Farming Teil der modernen Landwirtschaft. Künstliche Intelligenz soll sie nachhaltiger und noch effizienter machen. Dafür braucht es aber mehr Koordination im Datenraum.
Auf Änderungen an den Nachhaltigkeitsberichts- und Sorgfaltspflichten von Unternehmen will sich das Europaparlament kommende Woche einigen. Die Verhandlungen sind Teil von mehreren Vereinfachungspaketen – die Omnibusse. Davon rollen dieses Jahr noch zwei für den Bereich Landwirtschaft und Ernährung an.
In Sachen Moorschutz schafft das Bundesumweltministerium Fakten: Ende des Jahres sollen Mittel zur Wiedervernässung und Kompensation bereitstehen. Kritisch haben Verbände die geplante Stilllegung bewirtschafteter Wälder in der geplanten Neufassung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz beurteilt.
Viele Menschen werden nicht zu Vegetariern, weil ihnen Fleisch nicht mehr schmeckt, sondern aus Mitgefühl. Für diejenigen, die weiter Lust auf Steak oder Bacon haben, könnte Laborfleisch eine Lösung sein. Der aktuelle Stand zu Fleisch und Alternativen am heutigen Weltvegetariertag und worüber das Europäische Parlament demnächst abstimmt.
Der Erhalt und Schutz der Almwirtschaft hat es in den Koalitionsvertrag geschafft. Wie der gewährleistet werden soll, bleibt bislang jedoch unklar. Nur so viel: Die Kombinationshaltung von Rindern soll möglich bleiben. Das Land Bayern und der bayerische Bauernverband sehen noch mehr Handlungsfelder.
Bundesumweltminister Carsten Schneider präsentierte am Montag seinen Vorschlag zur Weiterentwicklung des ANK. Einige der Maßnahmen beziehen sich auf Wälder, Moore und Ackerböden. Mit über 800 Millionen Euro für 2026 und über eine Milliarde Euro ab 2028 scheinen Förderungen gut finanziert zu werden. Doch Land- und Forstwirte müssen auch mitmachen.
In der ersten planmäßigen Agrarministerkonferenz unter Bundesminister Rainer traten die Bundesländer nicht gerade geeint auf. Bei der Tierhaltungskennzeichnung ging es um einen erneuten Aufschub. Rainer lehnte aber auch ein eigenes staatliches Logo klar ab. Weiter stritten die Ministerinnen und Minister um GAP, Wolf und Pflanzenschutz.
Die geplante Novelle des Düngegesetzes soll Verursachergerechtigkeit schaffen, verspricht Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Verbindliche Verträge zwischen Milchbauern und ihren Abnehmern lehnt er ab.
Eine Mehrheit der Länder in der Agrarministerkonferenz hat am Freitag die Überarbeitung der EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur gefordert – bis hin zu deren Abschaffung. Das könnte über den geplanten zweiten Agrar-Omnibus der EU-Kommission geschehen, der vor Ende des Jahres herauskommen soll. Die Grünen im Bundestag protestieren.
Alois Rainer ist Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Außerdem ist er gelernter Metzger. Sein Job sei nicht, die Preisschilder im Supermarkt zu bestimmen, sagt er. Was dann? Und wie fühlt es sich an, ein Schwein zu schlachten?
Verzehrfertig, günstig, fast immer verfügbar: Hochverarbeitete Lebensmittel – kurz UPF – sind beliebt bei Verbraucher:innen und ebenso kontrovers. Doch was genau steckt hinter diesen Lebensmitteln, die als ungesund gelten? Und warum ist die Politik in dieser Debatte gefragt? Eine Einordnung.
Die Wiederherstellungsverordnung ist ein hochemotionales Thema – zumindest in Deutschland. Nach Inkrafttreten ist eine teils hitzige Debatte entbrannt, die auch bei der laufenden Herbstkonferenz der Agrarminister:innen geführt wird. Doch längst nicht alle Argumente stimmen.
Als sich während der Verhandlungen zum Haushalt 2025 das Ende des Bundesprogramms zum Umbau der Tierhaltung abzeichnete, wandten sich die Grünen im Bundestag mit einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung. Für Tierhalter dürfte die Antwort ernüchternd sein. Alternative Förderungen werden derzeit klar verneint.
Europas Gewässer sind oft mit Giftstoffen belastet. Brüssel verschärft nun die Regeln, um das zu verhindern. Doch die Staaten bekommen sehr viel Zeit bei der Umsetzung. PFAS werden neu in die Liste der gefährlichen Substanzen aufgenommen. Ab August 2026 sind in Einwegverpackungen verboten. Für Glyphosat bleiben die Grenzwerte offenbar gleich.
Die EU-Kommission wollte Walddaten künftig europaweit harmonisiert sammeln. Am Dienstag haben die Ausschüsse für Agrar und Umwelt im Europaparlament den Vorschlag abgelehnt – zur Freude der rechten Parteien. Deutliche Kritik kam von den Grünen. Wie es nun weitergeht.
Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indonesien offenbart noch immer Differenzen bei EU-Regeln zum Schutz gegen Waldzerstörung. Indonesische Palmöl-Exporteure sollen Hilfe bekommen, um die Vorgaben zu erfüllen. Doch noch am selben Tag verkündet Brüssel, die Regeln um ein weiteres Jahr zu verschieben.
Die EU-Kommission will die Entwaldungsverordnung erneut verschieben – offiziell wegen IT-Problemen. Große Unternehmen müssten die Vorgaben damit frühestens Ende 2026 erfüllen, kleinere ab Mitte 2027. Während Teile der Wirtschaft aufatmen, sprechen Umweltverbände von einem Tiefpunkt und warnen vor Folgen für den Waldschutz.
Ab August 2026 gilt ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Doch es mangelt an der Infrastruktur für eine ordentliche Verpflegung, kritisiert das Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung. Eine Veranstaltung soll vorbildliche Praxisbeispiele präsentieren und Tipps bei der Umstrukturierung liefern.
Die deutschen Agrarchef:innen kommen diese Woche zur Herbsttagung zusammen, Wolf und Wiederherstellungsverordnung sind Top-Themen. In Brüssel geht es beim Agrarrat unter anderem um die Weinkrise. Der Agrarausschuss im EU-Parlament stimmt seinen Bericht zum Forest Monitoring Law ab.
Nach langen Verhandlungen hatte die damalige Ampel-Regierung das Zukunftsprogramm Pflanzenschutz auf den Weg gebracht. Nun wurde das Programm im Umfang von 1,7 Millionen Euro gestrichen. Unausgewogen und praxisfern sei es gewesen. Die Bundesregierung bekennt sich trotzdem zur Reduktion, doch ohne konkrete Zielvorgaben.
Die Expertenkommission Forschung und Innovation hat digitale Wasserregister und dynamische Wasserpreise in ihrem jüngsten Gutachten empfohlen. Bisher ist davon noch nichts umgesetzt. Die Landwirtschaft aber ist sich sicher: Sie muss Vorrang vor anderen Nutzern haben. Können Innovationen im Kontext des Klimawandels bei Nutzungskonflikten helfen?
Die EU-Kommission hat die Aufstockung deutscher Staatshilfen für Energie aus Biomasse und Biogas genehmigt. Das Biomassepaket fördert ökologischen Strom, erhöht das Ausschreibungsvolumen und unterstützt die Wärmeversorgung. Die Branche ist erleichtert, aber noch nicht ganz zufrieden.
Nach einer Informationsveranstaltung von zwei Bundesministerien haben Waldeigentümer:innen ihre Kritik an der Wiederherstellungsverordnung nachgeschärft. Zwar fallen die Ziele der beiden Verbände und die der Verordnung nicht zwingend auseinander. Doch es fehlen noch Antworten auf viele Fragen.
Die Digitalisierung in der Landwirtschaft verläuft immer schneller – in keinem Technologiesektor werden so viele Innovationen wie im Agrarsektor angemeldet, hat das Europäische Patentamt ermittelt. Wie gut ist Deutschland aufgestellt und wie verbreitet ist der Einsatz von Drohnen in anderen Teilen der Welt? Ein Überblick.
Im brandenburgischen Lietzen forscht das ZALF seit 30 Jahren an der reduzierten Bodenbearbeitung. Bei der Vorstellung der Ergebnisse zum Jubiläum des Langzeitversuchs wurde deutlich: Die Lösung liegt selten klar auf der Hand, für den Landwirt hat jedes Anbausystem seine Vor- und Nachteile. Hier richtig abzuwägen, bleibt eine Daueraufgabe.
Der Bundestag hat am Dienstagabend in zweiter Lesung über den Agrarhaushalt abgestimmt. Geändert hat sich im Vergleich zum Regierungsentwurf wenig. Doch die Debatte verlief leidenschaftlich – erwartungsgemäß wurde sie vom vorzeitigen Ende des Bundesprogramms zum Umbau der Tierhaltung überschattet.
Ein Bericht des Wirtschaftsministeriums zur Energiewende bestätigt die stabilisierende Rolle von Biomasse im Stromsystem. Die Branche aber meint: „Wir können noch mehr.“ Als Bremsklotz könnten sich Pläne der Bundesregierung erweisen, Bioenergie künftig mit der Stromsteuer zu belegen.
Das Angebot im Supermarktregal beeinflusst, was wir essen. Doch welche Verantwortung trägt der Lebensmittelhandel in der Ernährungswende? Über den Spagat zwischen günstigen Preisen und nachhaltigen Produkten, Chancen und Risiken politischer Regulierung und warum gute Ernährung bezahlbar sein sollte.
Kartoffeln erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit. Zuletzt nahm der Pro-Kopf-Verbrauch wieder deutlich zu. Nach Reis, Weizen und Mais gilt die Kartoffel als eine der wichtigsten Kulturpflanzen – und spielt eine große Rolle für die Ernährung der Weltbevölkerung. Jetzt soll zum Schutz vor dem Klimawandel ihre genetische Vielfalt untersucht werden.
Wenn es um Ernährung geht, herrscht parteiübergreifend Einigkeit darüber, dass Bildung eine wichtige Rolle spielt. Der Verein „Acker“ will das Lernen über Lebensmittel so selbstverständlich machen wie Sport- oder Musikunterricht. Dafür bringt er Gemüsebeete in Schulen und Kitas. Doch zieht die Politik langfristig mit?
Der Umbau der Tierhaltung steht, laut eigenem Bekunden, bei Alois Rainer oben auf der Agenda. Jährlich wollte er tiergerechte Ställe mit 1,5 Milliarden fördern. Das hat nicht geklappt. Doch auch der Abruf der vorhandenen Mittel lief schlecht. Bis November sollte der Minister Konzepte dagegen auf den Tisch legen. Rainers Reaktion: Er stampft das Programm ein.
Wegen des Haushaltsurteils des Bundesverfassungsgerichts musste die damalige Ampel-Regierung beim KTF 2024 erheblich einsparen. Doch bei diesen Kürzungen ist es bei weitem nicht geblieben, wie ein aktueller Bericht des Finanzministeriums zeigt. Viele Mittel blieben ungenutzt. In der Landwirtschaft traf das vor allem den Moorschutz.
Die finanziell schwächere Bevölkerungsschicht besser unterstützen? Mit diesem Ziel stellte Die Linke einen Antrag auf Mehrwertsteuerbefreiung für Grundnahrungsmittel. Nun hat der Finanzausschuss des Bundestags den Antrag abgelehnt, am Freitag stimmt das Plenum darüber ab.
Heftige Reaktionen hat die Abstimmung im Agrarausschuss des EU-Parlaments zur Gemeinsamen Marktordnung nach sich gezogen. Der Ausschuss nutze die Novelle als Deckmäntelchen, heißt es sowohl von einem Abgeordneten der Grünen als auch vom Deutschen Raiffeisenverband.
Die Biogasbranche fordert bessere Förderbedingungen für Biomethan, um das erneuerbare Energiesystem von morgen zu stärken. Dazu geht das Hauptstadtbüro Bioenergie heute mit einem Positionspapier an die Öffentlichkeit. Die Stadtwerke Trier machen vor, wie Biomethan nachhaltig eingesetzt werden könnte.
Der Agrarausschuss im Europäischen Parlament hat seine Position zur Stärkung der Landwirte in der Lieferkette gefunden. Damit mündet eine Forderung der Bauernproteste vom Winter 23/24 in politisches Handeln: Schriftliche Verträge sollen ein wenig mehr Gerechtigkeit für die Produzenten bringen. Manche Abgeordnete kochten aber auch ihr eigenes Süppchen.
Woher der beliebte goldgelbe Brotaufstrich stammt, ist oft schwer zu sagen: Auf dem Glas stehen nur vage Bezeichnungen. Supermarktkunden sollen aber demnächst genaueren Durchblick bekommen. Für die nationale Umsetzung der EU-Vorgaben bereitet das Bundesernährungsministerium nun eine Verordnung vor.
Die Ernährungssouveränität Deutschlands ist durch den Klimawandel und die sinkende Zahl zugelassener Pflanzenschutzmittel in Gefahr. Das schreibt der Industrieverband Agrar auf Grundlage einer Studie, die heute veröffentlicht wird. Was die Pestizide betrifft, will die Koalition gegensteuern und hat im Haushalt Konsequenzen gezogen.
Wer Wiederkäuer nach Biorichtlinien hält, muss ihnen Weidegang ermöglichen. Eigentlich. Einige deutsche Biobetriebe weiden aber nur teilweise. Wie viele Ausnahmen möglich sind, handelt die EU gerade aus. Für einige Biobetriebe könnte der laufende Prozess aber zu lange dauern. Für sie läuft die Prämienuhr am 30. September ab.
Bei der Proteinwende hinkt die EU-Politik dem technologischen Fortschritt hinterher. Ein neuer Bericht europäischer Wissenschaftsakademien untermauert die Forderung, den Umstieg auf Fleischalternativen wie Pflanzenproteine, Insekten oder kultiviertes Fleisch zu beschleunigen. Kosten, Regulierung und Skepsis der Verbraucher:innen würden den Markt bremsen.
Gute Stimmung im Land verbreiten und nicht alles schlecht reden – das hat sich Alois Rainer zum Ziel gesetzt, trotz knapper Kassen. Er will nicht nur auf finanzielle Mittel, sondern auch auf andere Instrumente setzen. Dennoch dürften Tierhalter enttäuscht sein, dass die angekündigten 1,5 Milliarden Euro pro Jahr wohl nicht kommen werden.
Die EU-Kommission startet den Ratifizierungsprozess für das EU-Mercosur-Handelsabkommen. Das Versprechen der Vereinbarung lautet Wirtschaftswachstum bei gleichzeitigem Schutz von heimischen Produzenten und Verbrauchern – und das in Zeiten großer handelspolitischer Unsicherheit. Doch das überzeugt nicht jeden.
Eine angeblich existierende HVO-Anlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten scheint in Wahrheit eine Fälschung zu sein – die dazugehörigen Nachhaltigkeitszertifikate bleiben offenbar dennoch gültig. Grund ist der in Deutschland geltende Vertrauensschutz. Fachverbände fordern eine Reform, während Ministerien und Wirtschaft über die Konsequenzen streiten.
Ob in Kitas, Schulen oder Kantinen – die Biostrategie 2030 kann nur gelingen, wenn Bund, Länder und Kommunen zusammenarbeiten. Unter neuer Führung im Agrarministerium stellt sich jedoch die Frage, wie es damit weitergeht. Ein Blick auf Strukturen, politische Unterstützung und die kommunale Umsetzung.
Mehrere regulatorische Vorgaben sollen Banken dazu bringen, natur- und biodiversitätsbezogene Risiken bei ihren Kunden zu messen. Davon ist die Landwirtschaft im besonderen Maße betroffen. Doch in der Praxis haben die Banken nach wie vor Mühe, die Anforderungen umzusetzen. Eine Studie der Landwirtschaftlichen Rentenbank zeigt die Herausforderungen.
Der UN Food Systems Summit 2025 steht in der Kritik: Konzerninteressen, politische Machtkämpfe und Wegwerfkultur würden Ernährungssicherheit verhindern, sagen Nicht-Regierungsorganisationen. Experte Martin Frick über Diversifizierung in der Landwirtschaft, bewussteren Konsum und Bildung.
Deutschland und Frankreich haben einen formalen Kompromiss zu internationalen Handelsabkommen gefunden. Die EU-Kommission könnte ein Splitting-Verfahren für eine erleichterte Ratifizierung vorschlagen.
Das Bundesarbeitsministerium will kurzfristig die geplante Entlastung von Firmen beim Lieferkettengesetz ins Kabinett bringen. Dies soll dort bereits am Mittwoch beschlossen werden. Während Wirtschaftsverbände die Entlastung begrüßen und NGOs diese kritisieren, sorgt vor allem die ungewöhnlich knappe Frist zur Stellungnahme für Unmut.
Eigentlich sollte Essen ein Genuss sein. Für Betroffene von Arfid lösen bestimmte Nahrungsmittel aber Ekel, Angst oder Desinteresse aus. Die noch wenig bekannte Essstörung hat für Betroffene aber Konsequenzen. Was zu Arfid führt, und welche Rolle Eltern einnehmen können, erklärt die Psychologin Ricarda Schmidt.
Die EU will die Rodung von Wäldern stoppen und hat eine Entwaldungsverordnung verabschiedet. Diese fordert eine lückenlose Dokumentation der Holzherkunft. Doch deutsche Waldbesitzer und Sägewerkbetreiber laufen Sturm gegen den Plan – denn die Verordnung sorgt für bürokratische Hürden. Umweltschützer fürchten zudem Schäden durch neue Regelungen.
Viele Biogasanlagen fallen demnächst aus der EEG-Förderung. Die besseren Vergütungen aus dem Biogaspaket würden für sie wahrscheinlich zu spät kommen. Flaschenhals ist der Notifizierungsprozess der EU. Bioenergiebranche und Bauernverband fordern deshalb schnelle Überbrückungshilfen.