Eigentlich sollen Privatanleger mit Eltifs die Möglichkeit erhalten, in Unternehmen und Projekte zu investieren, die bisher institutionellen Investoren vorbehalten waren. Doch wurden bisher nur sehr wenige aufgelegt. Erleichternde Regelungen sollen Anbietern nun mehr Spielraum verschaffen. Doch einige entscheidende Fragen sind noch ungeklärt.
Das für die Überwachung der internationalen Handelsströme zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hat festgelegt, welche Sorgfaltspflichten sich für die Finanzbranche aus dem deutschen, an Menschenrechten orientierten Lieferkettengesetz ergeben: fast gar keine. Entwicklungsorganisationen und Finanzinitiativen laufen dagegen Sturm.
Das Fachgremium „Taskforce on Nature Markets“ der Initiative Nature Finance hat vergangenen Donnerstag sieben Empfehlungen gegeben, wie Regenwälder zu retten sind und eine faire globale „Naturökonomie“ möglich ist. Da hierfür der Kapitalmarkt entscheidend ist, sehen sie weltweit die Regulatoren gefordert – insbesondere die G20-Staaten.
18,9 Milliarden Euro sollen im kommenden Jahr dem Klima- und Transformationsfonds entnommen werden, um Gebäude klimafreundlicher zu machen. Der Trend soll sich in den nächsten Jahren fortsetzen, wie aus dem Wirtschaftsplan 2024 zum KTF hervorgeht, der gestern von der Bundesregierung verabschiedet worden ist.
Es gibt nicht viele Gründer in Deutschland, die ihr Geschäft im vermeintlich fernen Afrika sehen. Hendrik Reimers ist einer von ihnen. Mit Fairafric hat er eine Schokoladenfabrik in Ghana errichtet. So kann ein deutlich höherer Teil der Wertschöpfung im Land verbleiben als bei anderen Schokoladenproduzenten. Vor Ort profitieren Fabrikarbeiter und Farmer.
Tausende chemische Substanzen belasten die Natur und das Trinkwasser dauerhaft. Gegen das Ansinnen der EU-Chemikalienagentur, sie in den nächsten Jahren schrittweise zu verbieten, laufen Industrieverbände dennoch Sturm. Eine Investorengruppe hingegen fordert von Chemiekonzernen ein Ende dieser Kunststoffe.
Der Rechnungslegungs-Standardsetzer verzeichnet einen weiteren Abgang: Obwohl der Nachhaltigkeitsausschuss voll besetzt ist und erst Ende nächsten Jahres Amtszeiten enden, wird ein Mitglied gesucht, das in vier Monaten einsteigt. Wer ausscheidet, war zunächst unklar.
Die EU-Kommission hat ihre Nachhaltigkeitsberichtsstandards final angepasst. Verpflichtend sind viele Berichtspunkte zwar nicht, doch beim Klima gibt es wohl eine Berichtspflicht durch die Hintertür. Bei Versicherern scheint Brüssel gar etwas zurückzurudern. Sind die ESRS also gut oder schlecht? Ein Blick auf den Fußball könnte da helfen.
Geht es nach dem Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments, sollen Versicherer mehr in die Realwirtschaft investieren können. Möglich machen könnten das lockere Kapitalanforderungen. Das Geld solle dann aber nicht den Aktionären oder dem Management zugutekommen, fordern die Abgeordneten.
2015 war die Gründung der Task Force on Climate-related Financial Disclosures nach dem Pariser Klimaabkommen ein wichtiger Startschuss für die globale grüne Transformation der Finanzmärkte. Die Offenlegungsstandards der Organisation sind heute zentrale Instrumente der Klimaberichterstattung. Doch bald wird die TCFD aufgelöst.
Zusammen mit Wissenschaftlern hat Greenpeace die Klimaambitionen der Europäischen Zentralbank untersucht. Das Ergebnis: Der Plan drohe nur ein Jahr nach seinem Inkrafttreten, kläglich zu scheitern. Die Autoren des Berichts legen detailliert da, woran das liegt, und geben Verbesserungsvorschläge.
Der Verband der weltweit einflussreichsten Börsenaufsichtsbehörden nickt die ISSB-Standards für Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen ab. Das Expertengremium TCFD hatte für deren Entwicklung Pionierarbeit geleistet. Die IFRS-Stiftung gibt nebenbei dessen Auflösung bekannt.
Yvonne Zwick, Vorsitzende des grünen Unternehmerverbands Baum, nimmt eine Wahl in den Nominierungsausschuss des DRSC nicht an. Dieser habe Bewerberinnen und Bewerber mit ausgezeichneter Nachhaltigkeitsexpertise nicht nominiert, kritisiert sie. Eine geheime Vereinbarung zum ISSB ruft derweil NGOs auf den Plan.
Wirtschaftsminister Robert Habeck will zeitnah den neuen Wirtschaftsplan zum Klima- und Transformationsfonds vorlegen. Schon jetzt ist klar, dass aus dem Fonds vermehrt Vorhaben finanziert werden sollen, für die im regulären Etat kein Platz ist. Doch durch die Einnahmenseite scheint das nicht gedeckt. Experten fordern einen Richtungswechsel.
Versicherer sollen Klimaszenarioanalysen sowie Pläne für den Übergang zur Nachhaltigkeit erstellen und Umweltrisiken berücksichtigen: Mit diesen Forderungen geht das Europaparlament in die Verhandlungen mit dem EU-Rat zur Richtlinie Solvency II. Ob Assekuranzen für Klima- und Biodiversitätsrisiken mehr Kapital vorhalten müssen, soll geprüft werden.
Wenn Unternehmen Anleihen oder Aktien emittieren, müssen sie einen Prospekt mit detaillierten Informationen vorlegen. Welche Angaben zu Umwelt und Sozialem enthalten sein müssen, haben die EU-Börsenaufseher nun erstmals geregelt. Besonders präzise sind die Regeln für nachhaltige Anleihen.
Klimawandel, hohe Energiepreise, steigende Zinsen: Deutschlands Wirtschaft steckt mitten in einer Transformation, die ihr industrielles Herz bedroht. Um die Krise zu meistern, müsse die Bundesrepublik ihr Wirtschaftsmodell radikal ändern, fordern Experten der PWC-Beratungssparte Strategy&. Zudem solle die Regulierung des Finanzsektors gelockert werden.
Manfred Weber (CSU), Chef der Konservativen im Europaparlament, hatte sich mit aller Macht dagegen gestimmt – und verlor: Die Abgeordneten stimmten mehrheitlich für das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur. Nun bedarf es noch einer Einigung mit dem EU-Rat.
Die ambitionierten Klimagesetze der EU treffen seit diesem Jahr auf deutlich mehr politischen Gegenwind im Rat der Mitgliedsländer. Auch im Parlament wächst der Ruf nach weniger Regulierung. Wichtige Wahlen verstärken den Trend.
Bis zum Ende der Konsultationsfrist zu den von der EU-Kommission vorgelegten Standards für die Nachhaltigkeitsberichtspflicht haben sich Finanzvertreter für eine härtere Regulierung stark gemacht. Große Chancen haben sie damit wohl nicht mehr. Das machte zuletzt auch ein Auftritt von Finanzkommissarin Mairead McGuinness deutlich.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht erläutert, welche Rolle für sie zukünftig ESG-Themen spielen sollen. In ihrer neu vorgelegten Strategie macht sie dabei deutlich, worin sie ihre Aufgaben sieht – und auch worin nicht.
2018 schlossen sich das Green Finance Cluster Frankfurt und die Accelerating Sustainable Finance Initiative zum Green and Sustainable Finance Cluster Germany zusammen. Das Ziel: Zentraler SF-Ansprechpartner in Deutschland zu werden und der Klimatransformation der Wirtschaft eine Plattform zu bieten. Mit Erfolg.
Der einflussreiche Versicherungsverband GDV hat in Berlin seine alljährliche Regulierungskonferenz abgehalten. Das mit prominenten Rednern aus Politik und Verwaltung besetzte Klassentreffen der deutschen Assekuranz wurde erstmals von Klimaprotesten vor dem Tagungshaus am Spreeufer begleitet – und am Ende gab es auch Selbstkritik.
Morgen endet die Konsultation der EU-Kommission zu den von ihr vorgelegten Standards für die Nachhaltigkeitsberichtspflicht. Zwar gibt es auch zustimmendes Echo, aber es überwiegt der Ärger über deutlich abgeschwächte Vorgaben und widersprüchliche Anforderungen.
Julian Riedlbauer hat als Deutschland-Chef von GP Bullhound, einer Finanzierungs- und Übernahme-Beratungsfirma für Technologieunternehmen, einen Überblick über die Wagniskapitalbranche. Einstige Gründer erfolgreicher Internetfirmen legen nun Fonds für grüne Start-ups auf, berichtet er im Interview.
Lediglich 26 Prozent der Umsätze großer deutscher Firmen sind aktuell potenziell von der EU-Taxonomie erfasst, gerade einmal drei Prozent davon sind wirklich taxonomiekonform. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Auswertung. Bis diese Unternehmen nachhaltig sind, ist es also noch ein weiter Weg. Doch die Zahlen lassen noch weitere Interpretationen zu.
Die Befürworter eines Gesetzes zur Wiederbelebung geschädigter Ökosysteme haben sich im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments nicht gegen das christdemokratisch-rechtsgerichtete Bündnis durchsetzen können. Im Juli soll das Plenum entscheiden.
Das International Sustainability Standards Board hat seine ersten Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung vorgelegt. Im Gegensatz zu den EU-Standards sehen sie nicht vor, dass Unternehmen über ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft berichten. Aber CO2-Emissionen sollen offengelegt werden – von Finanzfirmen auch „finanzierte Emissionen“.
„Biodiversität ist kein ,nice to have'“, sagt Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, im Tagesspiegel-Background-Interview. Sie will die Wirtschaft von dem ökonomischen Gewinn eines konsequenteren Naturschutzes überzeugen – und hofft auf den Finanzsektor, der die nötigen Mittel mit bereitstellen muss.
Mit Anleihen werden viele klimaschädliche Geschäftsaktivitäten finanziert, doch bislang gibt es keine Regeln, ob und wie die platzierenden Banken sie in ihren Treibhausgasbilanzen berücksichtigen. Ein angekündigter Standard verzögert sich.
Die globale Finanzarchitektur soll künftig stärker an den Klimazielen ausgerichtet sein – darum geht es beim heute startenden Treffen von Staats- und Regierungschefs in Paris. Ein drängendes Problem in Schwellen- und Entwicklungsländern: Im Energiesektor klaffen weiterhin große Investitionslücken, wie neue IEA-Zahlen zeigen.
Der Versuch der christdemokratischen EVP-Fraktion im Europaparlament, zusammen mit den rechten Fraktionen die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur zu stoppen, ist haarscharf gescheitert. Dennoch steht das Gesetzesvorhaben weiterhin auf der Kippe, die Abstimmung wurde vertagt. EU-Kommission, Umweltverbände und die Agrarlobby streiten über das Vorhaben.
Der europäische Dachverband für nachhaltiges Investment Eurosif ist „sehr besorgt“ darüber, dass die EU-Kommission die Standards zur Nachhaltigkeitsberichtserstattung deutlich abgeschwächt hat und fordert höhere Pflichten. Hingegen will die Versicherungswirtschaft einige Anforderungen weiter aufweichen.
Ratingmethodiken sollen offengelegt werden und Ratingagenturen eine Zulassung benötigen. Für die größten Anbieter könnte allerdings eine andere vorgeschlagene Regel gravierende Konsequenzen haben. Die EU-Kommission legt zudem einen Katalog zusätzlicher taxonomiekonformer Wirtschaftsaktivitäten vor.
Am heutigen Donnerstag stimmt der Umweltausschuss über die Verordnung zur Wiederbelebung der Natur in Europa ab. Ein konservatives Bündnis ist dagegen, doch breite Allianzen aus Industrie- und Finanzakteuren plädieren für ein ambitioniertes und verpflichtendes EU-Naturgesetz.
Einheitliche Standards, detailliertere Nachhaltigkeitsdaten, scharfe Prüfungen – Europas Aufsichtsbehörden für den Kapitalmarkt, Banken und Versicherungen wollen künftig koordiniert gegen Greenwashing bei Firmenangaben, im Kapitalmarkt und im Vertrieb von Finanzprodukten vorgehen. Dafür haben sie jetzt erste Empfehlungen für die EU-Kommission vorgelegt.
Die EU-Kommission kündigt im Haushalt für das nächste Jahr deutlich höhere Ausgaben für Biodiversität an. Dass sie verschweigt, wie sie diese errechnet hat, macht den Europaparlamentarier Rasmus Andresen allerdings skeptisch. Es wäre nicht die erste Brüsseler Schummelei.
Die EU versucht seit Jahren mit Verordnungen und Richtlinien, das Finanzwesen nachhaltiger zu machen. Den Umgang von Finanzinstituten mit physischen Klimarisiken hat das aber kaum verbessert, so das Fazit einer Studie der Frankfurt School of Finance für das Umweltbundesamt.
Ungeachtet der Uneinigkeit bei den Konservativen hat das Europaparlament seine Position zur EU-Lieferkettenrichtlinie beschlossen. Für Finanzinstitute will es strengere Vorschriften als die Mitgliedsstaaten. Der Vorlage seines Justizausschusses folgte das Parlament aber nicht vollständig.
Finanzaufseher dürften den Transitionsplänen von Banken künftig mehr Bedeutung beimessen, deuten das Zentralbanken-Bündnis NGFS und die Bundesbank-Vorständin Sabine Mauderer an. Nebenbei teilt sie noch gegen die Brüsseler Taxonomie aus.
Deutschlands größtes Kreditinstitut möchte im großen Stil Wohngebäude dekarbonisieren helfen. Dazu hat die Deutsche Bank erstmals den CO2-Fußabdruck ihrer eigenen Kredite für Wohnimmobilien gemessen und veröffentlicht. Die Frankfurter legen in einem Leitfaden dar, wie Deutschland auf schnellstem Weg bei der energetischen Gebäudesanierung vorankommen kann.
Wer für sein Start-up eine gute Idee und ein starkes Team hat – und dann auch noch auf Impact setzt, bei dem sollten Investoren Schlange stehen. Doch ganz so leicht fällt es Start-ups, die die Welt verbessern wollen, oftmals nicht, Geld einzusammeln. So schildern es einige Gründer.
Es ist das älteste bundesweite Netzwerk für nachhaltige Vermögensberatung: Seit 20 Jahren haben die Mitglieder von Ökofinanz-21 die sozialen und ökologischen Wirkungen von Geldanlagen im Blick. Zur Jubiläumstagung blickt man stolz auf die eigene Pionierarbeit zurück – und stellt sich der Herausforderung, im Mainstream angekommen zu sein.
Nach neun Austritten, darunter von einigen gewichtigen Gründungsmitgliedern, ist die Net-Zero Insurance Alliance geschwächt. Ursache ist wohl republikanischer Widerstand gegen Nachhaltigkeit in den USA. Doch das UN-Umweltprogramm Unep hält die Zusammenarbeit der Versicherungswirtschaft in dieser Klimainitiative für unerlässlich.
Die Konservativen im Europaparlament blockieren plötzlich wichtige Umweltgesetze, weil sie die Bürger überfordert sehen. Das könnte nicht nur Auswirkungen auf die Senkung der Emissionen haben sondern auf die gesamte Transformation Europas zu mehr Nachhaltigkeit. Schon am Donnerstag könnte die EU-Lieferkettenregulierung im Parlament auf der Kippe stehen.
Lange hat die EU-Kommission mit ihrer Kleinanlegerstrategie gerungen. Ihr am Mittwoch veröffentlichtes Papier macht deutlich, dass es zu einem vollständigen Provisionsverbot erstmal nicht kommen soll. Doch zieht sie die Stellschrauben an, für Makler wie auch Produktanbieter, und will dafür sorgen, dass endlich mehr Menschen in der EU ihr Geld anlegen.
Alle Informationen von EU-Unternehmen und zu Fonds sind auf einem einzelnen Internetportal kostenlos abrufbar – was wie ein Traum mancher Investoren klingt, soll später wahr werden als bislang angekündigt. Die Angaben aus den Nachhaltigkeitsberichten sind nicht auf der Plattform vorgesehen.
Immer mehr institutionelle Großanleger sagen zu, sich gegen den Verlust der biologischen Vielfalt einzusetzen. Sie wollen Unternehmen dazu drängen, ihre Umweltauswirkungen zu messen und sich Ziele für den Naturschutz zu setzen.
Manche Fangmethoden sind sehr schädlich für Klima und Natur. In den Nachhaltigkeitsregeln von Banken wird die Fischerei ganz unterschiedlich behandelt.
Der EU-Rat hat das Entwaldungsgesetz verabschiedet. Damit verbietet die Europäische Union als weltweit erste Region viele Rohstoffe und Produkte, für die Wälder vernichtet werden. NGOs werfen Brasiliens größtem Fleischproduzenten JBS Waldzerstörung vor, während sich Investoren bei Regierung, Unternehmen und Zentralbank gegen Entwaldung einsetzen.
Anderthalb Tage Zeit haben Finanzunternehmen in Frankfurt über Sustainable Finance und Investitionen mit Wirkung ausgetauscht. Die Diskussionen und Vorträge auf dem sechsten Sustainable Investor Summit machten deutlich, wo die Branche derzeit die größten Herausforderungen sieht.
Die steigenden Zinsen haben Warnungen laut werden lassen, dass dadurch grüne Investitionen teurer würden. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hält dagegen: Auch eine hohe Inflation behindere die Transformation der Wirtschaft, erklärte er jetzt auf einer Bundesbank-Veranstaltung.
Klimaschutz ist längst ein Werbemittel geworden, zahllose Produkte schmücken sich mit Begriffen wie „klimaneutral“. Reguliert wird das bisher nicht, in der Hälfte aller Fälle sind diese Angaben nicht nachvollziehbar. Gleich zwei neue EU-Richtlinien sollen Schluss machen mit dem Greenwashing.
Nichtregierungsorganisationen fordern von Vermögensverwaltern, dass sie bei Investitionen Menschenrechtsverstöße von Unternehmen stärker berücksichtigen. Bei einem näheren Blick werden aber die Herausforderungen offensichtlich.
Hauptversammlungen vieler Konzerne finden im Mai gleichzeitig statt. Vertreter von Aktionären und Fondsgesellschaften kritisieren, Rede- und Auskunftsrechte könnten nicht ausgeübt werden. Dagegen hält der Investor-Relations-Verband die Diskussion für aufgebauscht. Einige Akteure wollen gegen Terminkollision und Einschränkungen von Aktionärsrechten vorgehen.
Der Staatenklub OECD hat sich den Zustand der deutschen Wirtschaft sowie der Umwelt vorgenommen. Neben Lob für die Vorreiterrolle Deutschlands bei der Emissionsreduzierung hatte OECD-Chef Mathias Cormann bei der Präsentation beider Berichte auch Kritik im Gepäck: Deutschland müsse sich schneller digitalisieren und klimaschädliche Subventionen streichen.
Kurz vor Toresschluss gingen am gestrigen Mittwoch zahlreiche finanzrelevante Stellungnahmen bei der Konsultation zu den vier ausstehenden EU-Umwelttaxonomien bei der Europäischen Kommission ein. Besonders das Timing der EU-Kommission und unvollständige Vorschläge sorgen bei vielen Akteuren für Unmut.
Die große britische Vermögensverwaltung Legal & General Investment Management (LGIM) verlangt von Unternehmen Null-Entwaldung in ihren Lieferketten. Aufsichtsratschefs von Unternehmen ohne Programm gegen Entwaldung erhalten von diesem Jahr an keine Entlastung, erklärt Karoline Herms, Senior Global ESG Manager und Investment Stewardship, im Interview.
Über Wochen stritten sich Verbände und Verbraucherschützer über die Frage, ob die EU-Kommission Finanzberatung auf Provisionsbasis untersagen sollte. Das besonders in Deutschland weit verbreitete Modell stand damit kurz vor dem Aus. Auch nachhaltige Geldanlagen hätte es beeinflusst. Nun macht die EU-Kommission einen Rückzieher. Die Reaktionen sind gespalten.
Der UN Global Compact, die Initiative der Vereinten Nationen für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Unternehmensführung, will über Branchen und Grenzen hinweg für eine „gerechtere Ausgestaltung der Globalisierung” sorgen. Es gelten zehn Prinzipien und die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Von diesem Jahr an gilt ein verschärfter Fortschrittsbericht.
Den Green Deal umzusetzen wird viele Milliarden kosten – Geld, das gerade die hoch verschuldeten Mitgliedsstaaten nicht aufbringen können. Auch die vergangene Woche vorgestellte Schuldenreform der EU gibt darauf keine Antwort, meinen die EU-Grünen. Sie fordern eine Ausnahmeklausel für Klima-Investitionen. CDU und FDP warnen vor einer Schuldenspirale.
Ärmere Länder hoffen auf mehr Geld für Klimaschutz und auf eine neue Finanzarchitektur – um diese und andere Fragen wird es beim Petersberger Klimadialog gehen. Noch haben die Industrieländer die versprochenen Mittel nicht aufgebracht. Dabei muss sich der Ausbau erneuerbarer Energien mehr als verdreifachen.
Am Dienstag hat der Rechtsauschuss des Europäischen Parlaments seine Position zum EU-Lieferkettengesetz beschlossen. Sobald das Parlament diese bestätigt hat, starten die Trilog-Verhandlungen mit EU-Kommission und Rat. Zu einigen Punkten haben die drei unterschiedliche Vorstellungen. Die Auswirkungen für Real- und Finanzwirtschaft könnten erheblich sein.
Investitionslücken, Fachkräftemangel, Industriestromtarife – Politik und Wirtschaft ringen um den richtigen Weg, Deutschland und Europa schnell auf grünen Kurs zu bringen. Wie das am besten gelingen kann, darüber wurde jetzt auf zwei Konferenzen beim Wirtschaftsforschungsinstitut DIW sowie des Wirtschaftsforums der SPD in Berlin diskutiert.
Bis zu 100 Millionen Tonnen CO2 können Städte und Gemeinden jedes Jahr einsparen. Doch bislang investieren sie zu wenig für die Klimaziele – 2021 kam nur die Hälfte der jährlich benötigten Gelder zusammen, zeigt ein Bericht von KfW Research. Die Kommunen wünschen sich vor allem einfache und zusätzliche Förderprogramme für Klimaschutz und -anpassung.
Sauberes Wasser und gesunde Meere, Kreislaufwirtschaft und Umweltschutz, Biodiversität und Renaturierung – in all diese Bereiche soll künftig mehr privates Kapital fließen. Kaum hat die EU-Kommission ihre Klassifizierungsvorschläge zur Konsultation gestellt, äußern Akteure diverse Ergänzungswünsche. Andere warnen vor zu hohen Berichtsanforderungen.