Die globale Finanzarchitektur soll künftig stärker an den Klimazielen ausgerichtet sein – darum geht es beim heute startenden Treffen von Staats- und Regierungschefs in Paris. Ein drängendes Problem in Schwellen- und Entwicklungsländern: Im Energiesektor klaffen weiterhin große Investitionslücken, wie neue IEA-Zahlen zeigen.
Der Versuch der christdemokratischen EVP-Fraktion im Europaparlament, zusammen mit den rechten Fraktionen die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur zu stoppen, ist haarscharf gescheitert. Dennoch steht das Gesetzesvorhaben weiterhin auf der Kippe, die Abstimmung wurde vertagt. EU-Kommission, Umweltverbände und die Agrarlobby streiten über das Vorhaben.
Der europäische Dachverband für nachhaltiges Investment Eurosif ist „sehr besorgt“ darüber, dass die EU-Kommission die Standards zur Nachhaltigkeitsberichtserstattung deutlich abgeschwächt hat und fordert höhere Pflichten. Hingegen will die Versicherungswirtschaft einige Anforderungen weiter aufweichen.
Ratingmethodiken sollen offengelegt werden und Ratingagenturen eine Zulassung benötigen. Für die größten Anbieter könnte allerdings eine andere vorgeschlagene Regel gravierende Konsequenzen haben. Die EU-Kommission legt zudem einen Katalog zusätzlicher taxonomiekonformer Wirtschaftsaktivitäten vor.
Am heutigen Donnerstag stimmt der Umweltausschuss über die Verordnung zur Wiederbelebung der Natur in Europa ab. Ein konservatives Bündnis ist dagegen, doch breite Allianzen aus Industrie- und Finanzakteuren plädieren für ein ambitioniertes und verpflichtendes EU-Naturgesetz.
Einheitliche Standards, detailliertere Nachhaltigkeitsdaten, scharfe Prüfungen – Europas Aufsichtsbehörden für den Kapitalmarkt, Banken und Versicherungen wollen künftig koordiniert gegen Greenwashing bei Firmenangaben, im Kapitalmarkt und im Vertrieb von Finanzprodukten vorgehen. Dafür haben sie jetzt erste Empfehlungen für die EU-Kommission vorgelegt.
Die EU-Kommission kündigt im Haushalt für das nächste Jahr deutlich höhere Ausgaben für Biodiversität an. Dass sie verschweigt, wie sie diese errechnet hat, macht den Europaparlamentarier Rasmus Andresen allerdings skeptisch. Es wäre nicht die erste Brüsseler Schummelei.
Die EU versucht seit Jahren mit Verordnungen und Richtlinien, das Finanzwesen nachhaltiger zu machen. Den Umgang von Finanzinstituten mit physischen Klimarisiken hat das aber kaum verbessert, so das Fazit einer Studie der Frankfurt School of Finance für das Umweltbundesamt.
Ungeachtet der Uneinigkeit bei den Konservativen hat das Europaparlament seine Position zur EU-Lieferkettenrichtlinie beschlossen. Für Finanzinstitute will es strengere Vorschriften als die Mitgliedsstaaten. Der Vorlage seines Justizausschusses folgte das Parlament aber nicht vollständig.
Finanzaufseher dürften den Transitionsplänen von Banken künftig mehr Bedeutung beimessen, deuten das Zentralbanken-Bündnis NGFS und die Bundesbank-Vorständin Sabine Mauderer an. Nebenbei teilt sie noch gegen die Brüsseler Taxonomie aus.
Deutschlands größtes Kreditinstitut möchte im großen Stil Wohngebäude dekarbonisieren helfen. Dazu hat die Deutsche Bank erstmals den CO2-Fußabdruck ihrer eigenen Kredite für Wohnimmobilien gemessen und veröffentlicht. Die Frankfurter legen in einem Leitfaden dar, wie Deutschland auf schnellstem Weg bei der energetischen Gebäudesanierung vorankommen kann.
Wer für sein Start-up eine gute Idee und ein starkes Team hat – und dann auch noch auf Impact setzt, bei dem sollten Investoren Schlange stehen. Doch ganz so leicht fällt es Start-ups, die die Welt verbessern wollen, oftmals nicht, Geld einzusammeln. So schildern es einige Gründer.
Es ist das älteste bundesweite Netzwerk für nachhaltige Vermögensberatung: Seit 20 Jahren haben die Mitglieder von Ökofinanz-21 die sozialen und ökologischen Wirkungen von Geldanlagen im Blick. Zur Jubiläumstagung blickt man stolz auf die eigene Pionierarbeit zurück – und stellt sich der Herausforderung, im Mainstream angekommen zu sein.
Nach neun Austritten, darunter von einigen gewichtigen Gründungsmitgliedern, ist die Net-Zero Insurance Alliance geschwächt. Ursache ist wohl republikanischer Widerstand gegen Nachhaltigkeit in den USA. Doch das UN-Umweltprogramm Unep hält die Zusammenarbeit der Versicherungswirtschaft in dieser Klimainitiative für unerlässlich.
Die Konservativen im Europaparlament blockieren plötzlich wichtige Umweltgesetze, weil sie die Bürger überfordert sehen. Das könnte nicht nur Auswirkungen auf die Senkung der Emissionen haben sondern auf die gesamte Transformation Europas zu mehr Nachhaltigkeit. Schon am Donnerstag könnte die EU-Lieferkettenregulierung im Parlament auf der Kippe stehen.
Lange hat die EU-Kommission mit ihrer Kleinanlegerstrategie gerungen. Ihr am Mittwoch veröffentlichtes Papier macht deutlich, dass es zu einem vollständigen Provisionsverbot erstmal nicht kommen soll. Doch zieht sie die Stellschrauben an, für Makler wie auch Produktanbieter, und will dafür sorgen, dass endlich mehr Menschen in der EU ihr Geld anlegen.
Alle Informationen von EU-Unternehmen und zu Fonds sind auf einem einzelnen Internetportal kostenlos abrufbar – was wie ein Traum mancher Investoren klingt, soll später wahr werden als bislang angekündigt. Die Angaben aus den Nachhaltigkeitsberichten sind nicht auf der Plattform vorgesehen.
Immer mehr institutionelle Großanleger sagen zu, sich gegen den Verlust der biologischen Vielfalt einzusetzen. Sie wollen Unternehmen dazu drängen, ihre Umweltauswirkungen zu messen und sich Ziele für den Naturschutz zu setzen.
Manche Fangmethoden sind sehr schädlich für Klima und Natur. In den Nachhaltigkeitsregeln von Banken wird die Fischerei ganz unterschiedlich behandelt.
Der EU-Rat hat das Entwaldungsgesetz verabschiedet. Damit verbietet die Europäische Union als weltweit erste Region viele Rohstoffe und Produkte, für die Wälder vernichtet werden. NGOs werfen Brasiliens größtem Fleischproduzenten JBS Waldzerstörung vor, während sich Investoren bei Regierung, Unternehmen und Zentralbank gegen Entwaldung einsetzen.
Anderthalb Tage Zeit haben Finanzunternehmen in Frankfurt über Sustainable Finance und Investitionen mit Wirkung ausgetauscht. Die Diskussionen und Vorträge auf dem sechsten Sustainable Investor Summit machten deutlich, wo die Branche derzeit die größten Herausforderungen sieht.
Die steigenden Zinsen haben Warnungen laut werden lassen, dass dadurch grüne Investitionen teurer würden. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hält dagegen: Auch eine hohe Inflation behindere die Transformation der Wirtschaft, erklärte er jetzt auf einer Bundesbank-Veranstaltung.
Klimaschutz ist längst ein Werbemittel geworden, zahllose Produkte schmücken sich mit Begriffen wie „klimaneutral“. Reguliert wird das bisher nicht, in der Hälfte aller Fälle sind diese Angaben nicht nachvollziehbar. Gleich zwei neue EU-Richtlinien sollen Schluss machen mit dem Greenwashing.
Nichtregierungsorganisationen fordern von Vermögensverwaltern, dass sie bei Investitionen Menschenrechtsverstöße von Unternehmen stärker berücksichtigen. Bei einem näheren Blick werden aber die Herausforderungen offensichtlich.
Hauptversammlungen vieler Konzerne finden im Mai gleichzeitig statt. Vertreter von Aktionären und Fondsgesellschaften kritisieren, Rede- und Auskunftsrechte könnten nicht ausgeübt werden. Dagegen hält der Investor-Relations-Verband die Diskussion für aufgebauscht. Einige Akteure wollen gegen Terminkollision und Einschränkungen von Aktionärsrechten vorgehen.
Der Staatenklub OECD hat sich den Zustand der deutschen Wirtschaft sowie der Umwelt vorgenommen. Neben Lob für die Vorreiterrolle Deutschlands bei der Emissionsreduzierung hatte OECD-Chef Mathias Cormann bei der Präsentation beider Berichte auch Kritik im Gepäck: Deutschland müsse sich schneller digitalisieren und klimaschädliche Subventionen streichen.
Kurz vor Toresschluss gingen am gestrigen Mittwoch zahlreiche finanzrelevante Stellungnahmen bei der Konsultation zu den vier ausstehenden EU-Umwelttaxonomien bei der Europäischen Kommission ein. Besonders das Timing der EU-Kommission und unvollständige Vorschläge sorgen bei vielen Akteuren für Unmut.
Die große britische Vermögensverwaltung Legal & General Investment Management (LGIM) verlangt von Unternehmen Null-Entwaldung in ihren Lieferketten. Aufsichtsratschefs von Unternehmen ohne Programm gegen Entwaldung erhalten von diesem Jahr an keine Entlastung, erklärt Karoline Herms, Senior Global ESG Manager und Investment Stewardship, im Interview.
Über Wochen stritten sich Verbände und Verbraucherschützer über die Frage, ob die EU-Kommission Finanzberatung auf Provisionsbasis untersagen sollte. Das besonders in Deutschland weit verbreitete Modell stand damit kurz vor dem Aus. Auch nachhaltige Geldanlagen hätte es beeinflusst. Nun macht die EU-Kommission einen Rückzieher. Die Reaktionen sind gespalten.
Der UN Global Compact, die Initiative der Vereinten Nationen für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Unternehmensführung, will über Branchen und Grenzen hinweg für eine „gerechtere Ausgestaltung der Globalisierung” sorgen. Es gelten zehn Prinzipien und die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Von diesem Jahr an gilt ein verschärfter Fortschrittsbericht.
Den Green Deal umzusetzen wird viele Milliarden kosten – Geld, das gerade die hoch verschuldeten Mitgliedsstaaten nicht aufbringen können. Auch die vergangene Woche vorgestellte Schuldenreform der EU gibt darauf keine Antwort, meinen die EU-Grünen. Sie fordern eine Ausnahmeklausel für Klima-Investitionen. CDU und FDP warnen vor einer Schuldenspirale.
Ärmere Länder hoffen auf mehr Geld für Klimaschutz und auf eine neue Finanzarchitektur – um diese und andere Fragen wird es beim Petersberger Klimadialog gehen. Noch haben die Industrieländer die versprochenen Mittel nicht aufgebracht. Dabei muss sich der Ausbau erneuerbarer Energien mehr als verdreifachen.
Am Dienstag hat der Rechtsauschuss des Europäischen Parlaments seine Position zum EU-Lieferkettengesetz beschlossen. Sobald das Parlament diese bestätigt hat, starten die Trilog-Verhandlungen mit EU-Kommission und Rat. Zu einigen Punkten haben die drei unterschiedliche Vorstellungen. Die Auswirkungen für Real- und Finanzwirtschaft könnten erheblich sein.
Investitionslücken, Fachkräftemangel, Industriestromtarife – Politik und Wirtschaft ringen um den richtigen Weg, Deutschland und Europa schnell auf grünen Kurs zu bringen. Wie das am besten gelingen kann, darüber wurde jetzt auf zwei Konferenzen beim Wirtschaftsforschungsinstitut DIW sowie des Wirtschaftsforums der SPD in Berlin diskutiert.
Bis zu 100 Millionen Tonnen CO2 können Städte und Gemeinden jedes Jahr einsparen. Doch bislang investieren sie zu wenig für die Klimaziele – 2021 kam nur die Hälfte der jährlich benötigten Gelder zusammen, zeigt ein Bericht von KfW Research. Die Kommunen wünschen sich vor allem einfache und zusätzliche Förderprogramme für Klimaschutz und -anpassung.
Sauberes Wasser und gesunde Meere, Kreislaufwirtschaft und Umweltschutz, Biodiversität und Renaturierung – in all diese Bereiche soll künftig mehr privates Kapital fließen. Kaum hat die EU-Kommission ihre Klassifizierungsvorschläge zur Konsultation gestellt, äußern Akteure diverse Ergänzungswünsche. Andere warnen vor zu hohen Berichtsanforderungen.
Die Debatte um die EU-Taxonomie geht weiter. Während Umweltverbände die Europäische Kommission vor dem EU-Gerichtshof wegen der Aufnahme von Atom- und Gaskraftwerken verklagen, verteidigt Brüssel sein Vorgehen bei der jüngsten Erweiterung des Kriterienkatalogs für nachhaltige Geschäftstätigkeiten um Flugzeuge und Schiffe.
Die Europäische Kommission hat Interpretationshilfen zur Offenlegungsverordnung SFDR veröffentlicht. Sie lässt Fondsgesellschaften darin Spielraum bei nachhaltigen Anlageprodukten.
Es ist ein historischer Beschluss, den das EU-Parlament gestern getroffen hat. Die Abgeordneten stimmten für eine Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten. Sie untersagt den Import von Rohstoffen, für die Wälder abgeholzt oder abgefackelt wurden. Dennoch gibt es daran Kritik, vor allem weil der Finanzsektor außen vor bleibt.
Das EU-Parlament hat am Dienstag final über das Herzstück des Green Deals ab: Der Emissionshandel wird erweitert und ein CO2-Grenzschutzmechanismus sowie ein Klimasozialfonds eingeführt. Der soll steigende CO2-Preise abfedern – um höhere Brennstoffkosten führt dennoch kein Weg herum.
Die EU-Kommission hat ihre Vorschläge für die ausstehenden Taxonomien zu den vier großen Umweltzielen der Europäischen Union zur Konsultation gestellt. Doch die Diskussion darüber ist überschattet durch ihren zeitgleich lancierten Vorstoß, Flugzeuge und Schiffe neuester Bauart in die Klimataxonomie aufzunehmen.
Die Net Zero Asset Owner Alliance (NZAOA), in der sich viele große Versicherer zum Klimaschutz verpflichtet haben, hat ein Positionspapier zur Öl- und Gasbranche veröffentlicht. Es kommt ohne Aussagen zu Investitionen in Öl- und Gas-Aktien aus.
Wirtschaftsethiker Raphael Max von der Technischen Universität München hat gemeinsam mit Professor Matthias Uhl untersucht, wann eine Investitionsentscheidung als moralisch wahrgenommen wird. Im Interview spricht er über die Studien und erklärt, warum es in der Debatte um nachhaltige Geldanlagen seiner Meinung nach zu selten um ethische Fragen geht.
Die gestern eröffnete Frühjahrstagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) haben selten so stark im Fadenkreuz der Kritik gestanden wie dieses Jahr. Die globalen Auseinandersetzungen zwischen den USA und China lähmen zunehmend die Arbeit beider Organisationen – große Schäden erleidet vor allem die weltweite Klimafinanzierung.
Finanzakteure und Vertreterinnen von Investorengruppen begrüßen die Erläuterungen der deutschen Finanzaufsicht zu möglichen gemeinsamen Aktivitäten von Aktionären. Jedoch bemängeln sie einige rechtliche Unklarheiten. Fachleute des Sustainable-Finance-Beirats wollen darüber intensiver mit der Bafin sprechen, um mehr Rechtssicherheit zu erhalten.
Biodiversitätsverlust und Ökosystemzerstörung können die Finanzstabilität gefährden, warnt die EU-Versicherungsaufsicht Eiopa. Ein Strategiepapier soll die Branche befähigen, diese Risiken zu senken und künftige aufsichtliche Erwartungen zu erfüllen.
Noch scheint es ein weiter Weg, bis besonders kleine aber auch große Banken Nachhaltigkeitsrisiken explizit benennen und sie vor der Vergabe von Krediten berücksichtigen können. Aufsichtsbehörden erhöhen dennoch ihre Anforderungen an den Sektor, sich damit ausgiebig zu beschäftigen. Viel Zeit bleibt den Instituten nicht mehr.
Die Europäische Kommission lässt sich bei der Weiterentwicklung ihrer nachhaltigen Finanzpolitik von einem Expertengremium beraten: der Platform on Sustainable Finance. Die im März zum zweiten Mal berufene Expertenrunde soll Vorschläge entwickeln, um aus der EU-Taxonomie ein übersichtlicheres Regulierungswerk zu machen.
Der unregulierte Emissionsmarkt und seine CO2-Zertifikate haben trotz Qualitätsstandards wie Verra ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Ein neuer, übergreifender Standard soll nun Abhilfe schaffen. Doch nicht alle Akteure sind überzeugt.
Das Beratergremium der Bundesregierung hat eine ganze Reihe von Herausforderungen für Unternehmen ausgemacht, welche die EU-Taxonomie anwenden müssen. In einem Schreiben, das auch an die EU-Kommission ging, schlägt der Sustainable-Finance-Beirat Möglichkeiten vor, wie strukturelle und inhaltliche Schwierigkeiten gelöst werden könnten.
Das Klimaschutzgesetz wird tiefgreifend reformiert: Die jährliche Sektorüberprüfung entfällt, entscheidend soll stattdessen die Abschätzung der zukünftigen Gesamtemissionen sein, hat der Koalitionsausschuss der Ampel beschlossen. Der Vorschlag für die Gebäudeenergie-Reform wird aufgeweicht. Erneuerbare, Straßen und Schiene sollen schneller ausgebaut werden.
Auf der UN-Weltwasserkonferenz haben sich mehr als 7000 Teilnehmer zwar zum Schutz von Trinkwasserreserven, Gewässern und besserer Wasserversorgung zu Hunderten von Milliarden Dollar-Investments verpflichtet. Doch auf einen Durchbruch wie beim Pariser Klimaabkommen 2015 mit verbindlichen Zielen müsse weiter gewartet werden, kritisieren viele Akteure.
Die Europäische Zentralbank und nationale Zentralbanken der Eurozone, darunter die Bundesbank möchte ihre Wertpapierportfolios klimafreundlicher machen. Sie haben nun erstmals berichtet, wie klimaschädlich ihre Anleihen bislang sind.
Ohne drastische Gegenmaßnahmen rast die Menschheit auf eine Erderhitzung von 2,8 Grad zu, warnt der Weltklimarat. Das Ruder lasse sich nur durch starke und schnelle Emissionssenkung herumreißen. Sein Synthesebericht ist für die Finanzwirtschaft relevant, wie mehrere Investorengruppen gegenüber Tagesspiegel Background erklären.
Der Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung treibt seine Idee einer Engagement-Plattform für Investoren voran. Ursprünglich sollte sie bis Ende März gegründet sein. Doch das verzögert sich, da alle Interessierten auf eine rechtliche Klarstellung der Finanzaufsicht Bafin warten. Immerhin: Die Zeichen stehen gut.
Obwohl einige Unternehmen schon länger Nachhaltigkeitsberichte verfassen müssen und der erste Teil der EU-Taxonomie bereits seit Juli 2020 in Kraft ist, mangelt es Investoren wie Kreditgebern noch immer in Nachhaltigkeitsdaten. Woran es in der Realwirtschaft hakt, verdeutlichen einige Beispiele.
Die EU-Staaten haben sich auf Grundzüge einer Schuldenreform geeinigt, auch um mehr nachhaltige Investitionen zu ermöglichen. Die neuen Regeln sollen zum Jahresende beschlossen sein, werden aber schon im aktuellen Haushalt 2024 berücksichtigt. Finanzminister Lindner hält dieses Vorgreifen für inakzeptabel.
Ob zum Trinken, für die Umwelt oder Industrieproduktion: Wasser ist eine der wichtigsten Ressourcen überhaupt. Doch Dürren machen die Versorgung immer problematischer. Die UN veranstalten daher kommende Woche ihre zweite Wasserkonferenz. Auch Unternehmen in Industrieländern und der Finanzsektor kommen um die Herausforderung nicht mehr herum.
Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock sieht in den steigenden Energiepreisen und höheren Inflationsraten weltweit einen „Katalysator für den klimagerechten Umbau der Wirtschaft“. Der US-Asset-Manager werde an seinem Kurs, nach Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu investieren, festhalten, erklärte ein hochrangiger deutscher Manager Blackrocks.
Unternehmen versagen trotz anstehender Regulierungen dabei, ihre Zulieferer hinsichtlich deren Klima- und Natureffekte in die Pflicht zu nehmen. Das kritisiert die weltgrößte Investoreninitiative CDP anlässlich ihres gestern veröffentlichten Berichts zu Lieferketten.
Die Europäische Kommission will Mindestquoten für die Gewinnung, Verarbeitung und das Recycling von kritischen Rohstoffen festlegen. Das geht aus einem durchgesickerten Entwurf der Strategie für kritische Rohstoffe hervor, der diese Woche offiziell vorgestellt werden soll. Die Reaktionen fallen gemischt aus.
Nach seinem Russlanddebakel mit Milliardenverlusten und Vorwürfen der Kriegsbeteiligung überlegt Wintershall Dea, Hilfe vom Staat in Anspruch zu nehmen. Derweil investieren Finanzinstitute weiter in die russische fossile Industrie und damit auch in den Angriffskrieg. Eine ukrainische Organisation fordert nun eine „saubere Energierevolution”.
In den nächsten vier Jahren sollen 14 Forschungsprojekte klären, wie der Finanzmarkt stärker zur Finanzierung des Klimaschutzes beitragen kann und die Politik dies unterstützen kann. Es soll um Kleinanleger gehen, um den Mittelstand und Gebäude, bis hin zu Kreditvergabe und institutionellen Anlegern. Doch Entwaldung als Klimatreiber spielt keine Rolle.
Die Folgen der Klimakrise kommen die Gesellschaft teuer zu stehen. Sie verursachen voraussichtlich Preissteigerungen beim internationalen Handel, bei den Mieten und in der Landwirtschaft, zeigt eine neue Studie im Auftrag der Bundesregierung. Klar ist jedoch: Mit Anpassungsmaßnahmen lassen sich die Schäden deutlich begrenzen.
In der Öffentlichkeit geben sich die öffentlichen Banken gerne nachhaltig, doch eine vertrauliche interne Einschätzung ihres Verbands räumt schonungslos erhebliche Defizite ein.
Auf ihrem zweiten „Sustainability Deep Dive“ berichtet Deutschlands größtes Geldhaus über seine Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit. So stellte die Bank unter anderem ihre neue Kohlerichtlinie vor. Doch wenngleich das Finanzinstitut „beispielhaft vorangehen“ möchte, legen einige Geschäftsbanken bereits strengere Kriterien an.