Zustimmung aus der Finanzbranche und verhaltene Zustimmung aus der Zivilgesellschaft, aber Divergenzen im Europaparlament: Wird die Reform der Offenlegungsverordnung für nachhaltige Finanzprodukte, die SFDR, so blutig wie der Kampf um den „Omnibus I“?
Die Deutsche Bank hat ihr erstes Rahmenwerk zur Transformationsfinanzierung veröffentlicht. Dieses will sie nutzen, um Unternehmen mit hohem Dekarbonisierungsbedarf zu unterstützen. Man kann die Sache aber auch ganz anders sehen.
Folgt auf dem Nachhaltigkeits-Omnibus bald ein Finanz-Omnibus? Die rot-schwarze Koalition in Berlin hat sich zumindest darauf festgelegt, von der EU-Kommission Vereinfachungen in der Finanzmarktregulierung zu fordern. Währenddessen verlangen Banken und Versicherer umfassende Erleichterungen beim Aufsichtsregime – Unterstützung kommt von Zentralbankern.
Natur absorbiert Schocks: Mit diesem Argument sind zur COP30 einige Initiativen entstanden, die unter anderem den Schutz von Regenwäldern und Ökosystemen finanzieren und mithilfe privater Geldgeber Kapitalzugang für Städte sichern sollen. Neu sind auch Berichte und Modelle für naturbezogene, resilientere Staatsfinanzen. Ein Überblick.
Künftig müssen Kryptobörsen Nutzer- und Transaktionsdaten an die europäischen Steuerbehörden melden – vom Token bis zum Marktwert. Doch auch nach der jetzt erfolgten Verabschiedung des „Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz“ im Bundestag bleibt die entscheidende Frage: Wird es in der Praxis komplexer als vom Gesetzgeber erwartet?
Wenige Tage vor Ende der COP30 kommt neue Dynamik in die Verhandlungen. Mehrere Dutzend Länder wollen bei der Abkehr von fossilen Brennstoffen vorankommen und Fahrpläne ausarbeiten. Für eine Einigung sind aber deutlich mehr Unterstützerstaaten nötig. Ob der Durchbruch gelingt, hängt auch von den Finanzzusagen der Industrieländer ab.
Das Europaparlament hat mit den Stimmen von Rechtsaußen seine Position für Änderungen an den Nachhaltigkeitsberichts-, Lieferketten- und Taxonomievorschriften beschlossen. Unternehmen sollen keine Klimatransitionspläne erstellen und umsetzen müssen.
Weil Indexfonds Aktien umstrittener US-Gefängnisbetreiber halten, haben NGOs Banken beschuldigt, gegen die OECD-Verantwortungsleitsätze zu verstoßen. Die UBS schlägt vor, dass Stakeholder gemeinsam ergänzende Leitlinien zu passiven Investments entwickeln. Der Schweizer OECD-Kontaktpunkt befürwortet dies.
Die Finanzaufsicht Bafin will die Leitlinien der EU-Bankenaufsicht EBA zum ESG-Risikomanagement nicht beachten. Aber sie wird sie wohl bald nicht länger ignorieren können, weil das Kreditwesengesetz analog dazu novelliert wird. Es soll laut Entwurf ab Januar 2026 ein ESG-Risikomanagement und einen ESG-Risikoplan verlangen – und beides wäre zu prüfen.
Klesch vs. Deutschland, Nord Stream 2 vs. Deutschland, AET vs. Deutschland – nach wie vor laufen Schadenersatzklagen von Energieinvestoren vor internationalen Schiedsgerichten. Und selbst in vielen neuen Investitionsschutzabkommen Deutschlands schlummert das Risiko weiterer Klagen. NGOs mahnen: Aussteigen oder nachverhandeln.
Laut einem durchgesickerten Entwurf will die EU-Kommission für Finanzprodukte Kategorien vorschlagen, die verschiedene Nachhaltigkeitsansätze berücksichtigen. Zwei neue Produkttypen kämen Forderungen aus dem Finanzsektor entgegen. Manche Offenlegungspflichten will sie streichen – auch aus der Taxonomie-Verordnung.
Die Ankündigung des SPD-Politikers beendet das wochenlange Ringen in der Bundesregierung. Vor allem aus dem Finanzministerium hatte es Widerstand gegeben. Die Höhe einer deutschen Beteiligung ließ Schneider offen. Wahrscheinlich ist eine Milliarde Dollar.
Deutsche Unternehmen fordern von Bundeskanzler Merz und Vizekanzler Klingbeil starke, verlässliche Standards und Transparenz für Lieferketten. Dies sei Basis für langfristige Wettbewerbsfähigkeit und den EU-Binnenmarkt, heißt es in einem Schreiben. Die Gruppe protestiert gegen das Ansinnen einiger Konzerne, die EU-Sorgfaltspflichtenrichtlinie abzuschaffen.
„The Investor Agenda“ ist ein Zusammenschluss der wichtigsten internationalen Investorennetzwerke und eine zentrale Plattform für deren Koordinierung. Schon seit Jahren fordern sie über die Investor Agenda ambitioniertere Klimapolitik. Auf der COP30 stellen sie einen neuen Bericht vor.
Fachleute des Sustainable Finance Clusters haben einen Fahrplan entwickelt, wie Banken die Biodiversität in ihre Strategien sowie in Kreditvergabe, Kapitalanlage, sonstige Bankgeschäfte und Berichterstattung integrieren können. Die Finanzprofis drängen zur Eile und zeigen Lösungen. Teil IX unserer Serie Transformation und Biodiversität.
Ein Klimaziel ist schnell gesetzt. Nur wie sind Unternehmen darin, dieses auch zu erreichen? Eine heute veröffentlichte Auswertung des Climatech Right Based on Science, die Tagesspiegel Background vorab vorlag, kommt da zu einem ziemlich ernüchternden Ergebnis.
„Worst Case für die Holzwirtschaft“ oder sinnvoll für Umwelt und Klima? Der Streit um die Anti-Entwaldungsverordnung der EU geht in Brüssel weiter: Die europäischen Landwirtschaftsminister fordern eine Verschiebung der Vorschriften für entwaldungsfreie Lieferketten, die Holzwirtschaft beschwert sich über unnötige Bürokratie für Europas Wälder.
Der Regenwaldfonds TFFF klingt verlockend: Ein globaler Geldtopf, der scheinbar aus dem Nichts Milliarden Dollar zum Schutz tropischer Wälder generiert. Doch das Risiko eines finanziellen Ausfalls – und dass für den Regenwald kein Cent herausspringt – sei enorm, sagt Max Alexander Matthey von Climate Impact Auctions. Teil II unserer Interview-Serie zum TFFF.
Der Europäische Rat der EU-Mitgliedsländer erhöht den Druck auf das Europäische Parlament: Das erste Omnibus-Paket zu den Nachhaltigkeitspflichten von Unternehmen solle nun zügig bis Ende des Jahres verabschiedet sein, fordern die EU-Regierungschefs von EU-Abgeordneten und der Europäischen Kommission.
Paukenschlag im Europaparlament: Der Omnibus-Berichterstatter Jörgen Warborn fällt mit seinem Reformvorschlag für CSRD, CSDDD und Taxonomie durch. Aus den ersten Gesprächen zwischen Europaparlament und Mitgliedsstaaten für Änderungen an den Nachhaltigkeitsberichts- und Lieferkettenpflichten von Firmen morgen wird nun nichts.
Seit zwei Jahren kommen aus Brüssel Andeutungen, wie sich die Vorschriften für Nachhaltigkeitsangaben zu Finanzprodukten ändern könnten. Nun nennt die EU-Kommission auch den Tag, an dem sie ihren Vorschlag vorlegen will. Die Überarbeitung soll Teil eines größeren Projekts werden.
Umweltorganisationen werfen der Deutschen Bank und der DWS vor, Entwaldung stark zu ermöglichen. Die Finanzinstitute widersprechen entschieden und kritisieren, die Angaben seien nicht nachvollziehbar. Die Bank untersagt Entwaldungsfinanzierung – doch die Kreditvergabe ist nicht transparent. Hilft eine Aufnahme der Branche ins EU-Lieferkettengesetz CSDDD?
Für den neuen Tropenwaldfonds Brasiliens, TFFF, hofft der Vizefinanzminister des Landes, Dario Durigan, auch auf deutsches Geld. Im Interview kurz vor der nächsten Klimakonferenz COP30 in Belém erklärt er, warum das Milliardenvorhaben so wichtig ist. Nächste Woche kommt eine Kontrastimme zu Wort: Der Ökonom Max Matthey hält den TFFF für Geldverschwendung.
In einem Brief an Kanzler Merz und Frankreichs Präsident Macron haben Siemens-Chef Roland Busch und Total-Energies-CEO Patrick Pouyanné unter anderem die Abschaffung der EU-Lieferkettenrichtlinie gefordert – und Unterstützung von 46 Chefs großer Unternehmen beider Länder suggeriert. Nun stellt sich heraus: Viele Finanzinstitute stehen gar nicht dahinter.
Anlässlich zweier Gesetze, um öffentliche Ausschreibungen zu beschleunigen, fordert der Entsorgungsverband BDE, grüne öffentliche Beschaffung verbindlich im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen zu verankern, um Kreislaufwirtschaft und hiesige Wertschöpfung voranzubringen. Die Nachhaltigkeit bei öffentlichen Aufträgen lässt in der EU zu wünschen übrig.
Jahrestagungen von IWF und Weltbank standen lange unter dem Eindruck der Klimakrise und dem Kampf für mehr globale Nachhaltigkeit. Die Kriege in der Ukraine und in Gaza sowie Handelskonflikte haben das geändert: Die Geopolitik ist 2025 beherrschendes Thema, nicht die Erderwärmung.
Der Rechtsausschuss des EU-Parlaments hat seine Position zur Verkleinerung der Vorschriften für Nachhaltigkeitsberichte, Lieferkettensorgfalt und Taxonomieangaben beschlossen. Damit rückt eine Einigung in der EU näher. Künftig dürften viel weniger Firmen zu umfangreichen Nachhaltigkeitsangaben verpflichtet sein.
Schon im nächsten Jahr soll die kostenlose Zuteilung von CO2-Zertifikaten im Europäischen Emissionshandel sinken. Industrievertreter schlagen deshalb Alarm. Die Bundesregierung wirbt dafür, die kostenlose Zuteilung zu verlängern. Den ursprünglichen Plänen der EU-Kommission zufolge soll sie nämlich schon 2034 enden.
Weltbank-Fachleute plädieren dafür, bei der Länderbeurteilung mithilfe makroökonomischer Modelle systematisch die Bedeutung von Ökosystemleistungen und Naturveränderungen für die Wirtschaft einzubeziehen und bei Simulationen alternative Maßnahmen für Politik und Investitionen durchzuspielen. Dafür haben sie eine Methode entwickelt und getestet.
Nach Drohungen mit einem Pakt mit den Ultrarechten hat der konservative Omnibus-EP-Berichterstatter Jörgen Warborn einen Kompromiss mit Liberalen und Sozialdemokraten erzwungen: Danach sollen die meisten Unternehmen aus den Nachhaltigkeitsberichts- und Lieferkettenpflichten herausfallen. Doch das dürfte noch für Zerwürfnisse sorgen.
Transitionsfinanzierung fördern, ESG-Regeln überprüfen und Greenwashing automatisch erkennen: Die EU-Aufsichtsbehörden für Banken, Versicherer und Wertpapiere haben ihre Arbeitsprogramme für nächstes Jahr vorgelegt.
Europas Finanzindustrie hätte zwar gerne Zugriff auf mehr Daten zu Lieferketten von Unternehmen, sieht aber die Außerkraftsetzung oder eine spätere Einführung von Berichtspflichten zumeist gelassen. Das ergab eine stichprobenartige Umfrage von Tagesspiegel Background.
Großbanken im Euro-Raum halten trotz politischer Rückwärtsrollen in den USA und Europa an Nachhaltigkeitsstrategien und dem Management von ESG-Risiken fest – schon weil Regulatoren und Aufsichtsbehörden das verlangen. Doch außereuropäische und kleinere Geldhäuser kommen kaum voran. Das zeigen Umfrageergebnisse, die Tagesspiegel Background vorliegen.
Trotz Unsicherheit über die Zukunft der CSRD: Viele Unternehmen kommen voran mit ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung, ganz unabhängig davon, was am Ende bei der sogenannten Omnibus-Reform der EU-Rechtsetzer herauskommt. Das zeigen zwei neue Untersuchungen vom Beratungsunternehmen PWC und der europäischen Kapitalmarktaufsicht Esma.
Im Europaparlament wollen sich die Parteien bis nächste Woche auf einen Kompromiss einigen, um die Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten über Änderungen an den Nachhaltigkeitsberichts- und Sorgfaltspflichten von Firmen zu beginnen. Kurz vor Fristende zeichnen sich zwei Optionen ab – und ein entscheidender Streitpunkt.
Sollen Unternehmen künftig offenlegen müssen, welche finanziellen Effekte von Klimarisiken sie für sich erwarten? Ja, sagt die EZB – Banken benötigten aussagekräftige Nachhaltigkeitsinformationen. Nö, sagen die deutschen Banken. Manche europäischen Banken sehen das differenzierter.
Noch in diesem Jahr wird das Beratergremium der EU-Kommission zur Ausarbeitung der Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung einen neuen Vorsitz bekommen. In einer ersten Abstimmung im Rechtsausschuss des EU-Parlaments setzte sich Kerstin Lopatta von der Universität Hamburg durch. Doch entschieden ist damit noch nichts.
Biodiversitätszertifikate sollen helfen, riesige Finanzierungslücken für den Schutz von Ökosystemen zu verkleinern. Die EU-Kommission treibt Nature Credits voran, Befürworter und Gegner diskutieren. Unterdessen arbeiten Initiativen und Unternehmen an sachlicher Diskussion und seriösen Lösungen. Teil VIII der Serie Transformation und Biodiversität.
Das Global Impact Investing Network (GIIN) gehört zu den ersten Zusammenschlüssen von Finanzunternehmen und Realwirtschaft mit dem Ziel der wirkungsorientierten Investitionen. Nächste Woche treffen sich die Mitglieder zur Jahreskonferenz in Berlin.
Der US-Bundesstaat geht auf mehreren Wegen gegen nachhaltiges Investieren vor. Die Auswirkungen könnten über Texas hinaus gehen.
Mit dem VSME hat die EU einen Standard für freiwillige Nachhaltigkeitsberichte von Mittelständlern vorgelegt. Drei internationale Finanzmarktvereinigungen finden die darin vorgesehenen Informationen zu dürftig. Zusätzliche Angaben seien wichtig für Investitionsentscheidungen sowie den Kapitalmarktzugang von Unternehmen.
Die EU-Kommission will die Anti-Entwaldungsverordnung erneut verschieben – offiziell wegen IT-Problemen. Große Unternehmen müssten die Vorgaben damit frühestens Ende 2026 erfüllen, kleinere ab Mitte 2027. Während einige Stimmen aus der Wirtschaft erleichtert sind, sprechen Umweltverbände von einem Tiefpunkt und warnen vor Folgen für den Waldschutz.
Die EU-Kommission antwortet der Ombudsfrau auf die Kritik, sie habe sich bei ihrem „Omnibus“ zur Verringerung von Nachhaltigkeitspflichten nicht an ihre eigenen Gesetzgebungsregeln gehalten. Ob der Omnibus vor Gericht zu Fall gebracht werden könnte, zeichnet sich auch an einem kürzlich ergangenen Urteil in einer anderen Sache ab.
Noch längst sind nicht alle Möglichkeiten genutzt, um mit privatem Geld die Transformation der Wirtschaft voranzutreiben. Nun wollen Forscherinnen zusammentragen, wie sehr Private-Equity-Gesellschaften und Wagniskapitalgeber das Thema auf dem Schirm haben und so eine Investitionsbasis für Family Offices und Unternehmerfamilien schaffen.
Deutschlands Kommunen stecken in einer historischen Finanzkrise: Seit dem vergangenen Jahr klafft ein Rekorddefizit von 24,8 Milliarden Euro. Der kürzlich veröffentlichte „Kommunale Finanzreport 2025“ der Bertelsmann-Stiftung zeigt: Ohne tiefgreifende Reformen drohen Handlungsunfähigkeit, Investitionsstau und damit fatale Folgen.
Die Europäische Union hatte Kernkraft und Erdgas 2022 für nachhaltig erklärt und war damit auf viel Widerspruch gestoßen. Das Gericht der EU hat nun in einem Urteil die Brüsseler Entscheidung für rechtens erklärt.
Klimaschutzprojekte im Ausland – vereinbart im berüchtigten Artikel 6 des Pariser Klimaschutzabkommens – sind der Knackpunkt des EU-Klimaziels 2040. Sie versprechen kosteneffizienten Klimaschutz, andererseits warnen Kritiker vor Ramsch-Angeboten und perversen Anreizen. Ein Überblick über die Debatte.
Selbst wenn die EU-Berichtspflicht zur Natur wegfallen sollte, sind Aufsichtsräte gefordert, sich bei Vorständen für mehr Resilienz der Unternehmen gegen ökologische Systemrisiken einzusetzen. Die Kontrollgremien haben als strategische Impulsgeber viele Handlungsmöglichkeiten – bis hin zu naturbezogenen Leistungskriterien für die Vorstandsvergütung.
Wollen die deutsche und die französische Regierung, dass große Versicherer, Börsen und Fondsgesellschaften künftig von EU-Behörden beaufsichtigt werden statt den Mitgliedsstaaten? Ein Satz in ihrer Wirtschaftsagenda lässt Interpretationsspielraum. Die Bundesregierung ist dafür, durch verbesserte Konvergenz „aufsichtsrechtliche Doppelstrukturen zu vermeiden“.
Mehrere regulatorische Vorgaben sollen Banken dazu bringen, natur- und biodiversitätsbezogene Risiken bei ihren Kunden zu messen. Davon ist die Landwirtschaft im besonderen Maße betroffen. Doch in der Praxis haben die Banken nach wie vor Mühe, die Anforderungen umzusetzen. Eine Studie der Landwirtschaftlichen Rentenbank zeigt die Herausforderungen.
Findatex liefert den europäischen Finanzmarktteilnehmern eine gemeinsame Grundlage für den Datenaustausch. Gegründet von verschiedenen Finanzverbänden, zeigt Findatex, wie eine Brancheninitative die europäische Standardisierung vorantreiben kann.
Das größte dänische Kreditinstitut hat kurzerhand 1630 fossile Unternehmen aus seinem Investment-Universum ausgeschlossen. Betroffen sind Ölfirmen wie der US-Konzern Chevron – weil sie für die Verantwortlichen bei der Danske Bank zu wenig Engagement bei der Dekarbonisierung ihrer Geschäfte an den Tag legen.
Lange Zeit waren Aktien von Rüstungsunternehmen in nachhaltigen Fonds in der Theorie nahezu ausgeschlossen. Doch eine Anpassung des sogenannten ESG-Zielmarktkonzeptes macht entsprechende Investitionen inzwischen möglich. Und die Zahlen zeigen, dass Fonds sie auch tätigen.
Das Bundesfinanzministerium hat einen Gesetzentwurf für die Umsetzung der noch nicht implementierten Baseler Standards vorgelegt. Er enthält Vorschriften für das Management von ESG-Risiken.
Die brasilianische Regierung hat ein Update ihres Plans für die Tropical Forest Forever Facility vorgelegt. Sie soll waldreiche Länder belohnen, wenn sie ihre Bäume stehenlassen. Die 125 Milliarden Dollar sollen zu 80 Prozent aus dem privaten Sektor kommen. Neu ist, dass ein Fünftel der Mittel für indigene Völker reserviert sind.
Nachhaltigkeit und Investitionen in die Rüstungsindustrie, das passte lange nicht zusammen. Doch so manche Finanzhäuser denken um. Und so kommt es, dass Rüstungsfirmen inzwischen in so manchem nachhaltigen Fonds stecken. Eine Bestandsaufnahme.
Europaparlamentarier hatten die Zentralbank gefragt, warum sie eine Maßnahme zur Klimarisikobegrenzung gestoppt hat. EZB-Präsidentin Christine Lagarde spielt den Ball zurück: Die erforderlichen Unternehmensdaten hätten gefehlt und der „Omnibus“ könnte auch die künftige Datenverfügbarkeit einschränken.
Einfachere Reinvestitionen, Rechtsklarheit für Investoren und ein bisschen digitale Finanzregulierung: Das steht im neuen Standortfördergesetz von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. Der SPD-Vizekanzler haucht damit dem Zukunftsfinanzierungsgesetz II der verblichenen Ampel-Regierung neues Leben ein.
Der Holzwerkstoffhersteller Pfleiderer aus Neumarkt in der Oberpfalz muss Informationen zu Biodiversität offenlegen, sagt Nachhaltigkeitschefin Stefanie Eichiner im Interview von Tagesspiegel Background. Und keinesfalls nur wegen der EU-Berichtspflicht CSRD: „Bei uns kommt der Druck aus der Finanzwelt.“
Die globale Energiewende setzt Milliardeninvestitionen aus der Privatwirtschaft voraus – auch in Schwellen- und Entwicklungsländern. International geförderte Garantien können die Transformation unterstützen. Die Green Guarantee Group gibt nun Empfehlungen, wie die Finanzinstrumente künftig besser zum Einsatz kommen können.
Die Bundesregierung und ihre Finanzaufsicht Bafin sind nicht in der Lage, eine Risikoeinschätzung dazu vorzunehmen, wie stark Deutschlands kleine und mittelgroßen Banken mittel- und langfristig von möglichen Kreditverlusten wegen Klima- und Umweltrisiken betroffen sein könnten. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor.
323 einflussreiche Investoren, Finanzinstitute, Unternehmen, Dienstleister und Wirtschaftsverbände haben die politischen Entscheider in der Europäischen Union öffentlich aufgefordert, die doppelte Wesentlichkeit als Kern der Regulierungen für ein nachhaltigeres Finanzwesen beizubehalten.
Erste Unternehmen verschiedener Branchen entwickeln nicht nur Klimapläne, sondern Transformationspläne, die Biodiversität einbeziehen. Denn ihr Geschäft hängt ab von vielfältigen Leistungen der Ökosysteme – oder belastet diese. In Bündnissen wollen sie mit- und voneinander lernen.
Die Green Digital Finance Alliance ist eine kleine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Zürich. Sie arbeitet an digitalen Innovationen, die zukünftig mehr Geld in die Transformation leiten sollen oder die Grundlage für Rahmenwerke sind. Die Themen reichen von der Blue Economy bis zu Digital Bonds.
Wenn Banken sich von der Europäischen Zentralbank Geld leihen, müssen sie dafür ein Pfand hinterlegen. Wieviel Geld sie verleiht, wird die EZB künftig von dessen Klimarisiken abhängig machen.
Wenige neue, viele altbekannte Programme auch aus dem Kernhaushalt – die Bundesregierung will den Klimafonds KTF 2026 nachjustieren. Einschnitte soll es im Gebäudebereich geben und bei kleineren Titeln. Mehr längerfristige Mittel sollen die Klimaschutzverträge erhalten, die Verpflichtungsermächtigungen bleiben aber weit hinter dem Ampel-Entwurf zurück.