Anja Mikus wird Ende des Jahres die langjährige Führung des ersten deutschen Staatsfonds abgeben. Doch bis dahin will sie den Kenfo, der die Entsorgungskosten für Atommüll trägt, zum zentralen Asset-Manager des Bundes ausbauen.
Geht es auf den Märkten so weiter wie bisher, dann muss es laut dem Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Mark Branson, bald knallen. Die Bafin will daher für 2026 eine Reihe von Risiken für die Finanzstabilität in den Blick nehmen. Zudem schaut sie auf die großen Trends: Digitalisierung, Nachhaltigkeit – und die Entwicklungen in den USA.
Nicht nur die Goldbarren der Bundesbank liegen teilweise in den Händen der USA, sondern auch die in Europa genutzten Kartenzahlungssysteme. Und US-Digitaldienstleister werden von europäischen Finanzinstituten gerne genutzt. Ein Blick auf die seidenen Fäden, an denen manche Banken hängen – und die Alternativen.
Die Europäische Zentralbank bleibt dabei: Sie wird weiter naturbezogene Risiken beachten und Banken hierzu beaufsichtigen. Ökonomen und Biologen der EZB betonen gegenüber Tagesspiegel Background die große wirtschaftliche Rolle von Biodiversität. Teil XIII der Serie Transformation und Biodiversität.
Die EU-Kommission legt Ideen für Reformen an den Vorschriften für Venture-Capital-Fonds vor, um ihnen zu mehr Geld zu verhelfen. Eine von Deutschland und Frankreich eingesetzte Arbeitsgruppe sieht den größten Handlungsbedarf aber woanders. Klingbeil und der Pariser Finanzminister bemühen sich, deren Hauptempfehlung zu ignorieren.
Mit Unterstützung einer breiten Koalition von Rechtspopulisten bis Mitte-Links-Grün hat das EU-Parlament für die Einführung einer neuen EU-weit einheitlichen Unternehmensrechtsform gestimmt. Auch die Europäische Kommission ist an Bord. Jetzt hängt es an den Details, ob damit Europa weiter zu einem einzigen Wirtschafts- und Finanzraum zusammenwachsen kann.
Entwaldung ist ein systemisches Risiko. Darum startet die globale Investoreninitiative IIGCC in diesen Wochen die Plattform Deforestation Investor Group. Doch anders als bei deren Vorgängerorganisation existieren trotz zunehmender Waldzerstörung keine Selbstverpflichtungen zu Entwaldungsrisiken.
Es sind Notenbanker dabei, Experten für nachhaltige Finanzen, Banker, Versicherer, Politiker: Die Redaktion von Tagesspiegel Background Finanzen & Sustainability stellt 26 Personen vor, die 2026 wichtig werden für die internationale Finanzbranche.
Die Mercator-Stiftung und die Finanzexpertin Silke Stremlau, einst Vorsitzende des Sustainable-Finance-Beirats der Bundesregierung, wollen mit der unabhängigen „Denk- und Aktivfabrik“ Finance for Transition (F4T) neue Finanzierungslösungen für eine klimaresiliente, wettbewerbs- und zukunftsfähige Real- und Finanzwirtschaft entwickeln.
Die Bundesregierung hat den Abbau von Subventionen in Aussicht gestellt, zuletzt hat sie aber klimaschädliche Subventionen erhöht. Eine neue Studie beleuchtet den Ansatz des „Umwidmens“ von Steuervergünstigungen für mehr Akzeptanz bei dem Thema. Das könnte Geld und CO2-Emissionen sparen.
Die von den UN initiierte Investoreninitiative Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren zählt die Politisierung von Nachhaltigkeit und die globale politische Instabilität zu den wesentlichen Risiken, denen sie und ihre Unterzeichner ausgesetzt sind. In ihrem Jahresbericht beschreibt sie auch andere Risiken für weniger Investorenengagement.
Manche Konservative wollen nur begrenzte Einsatzmöglichkeiten des digitalen Euros, falls eine privatwirtschaftliche Alternative existiert, andere EVP-Abgeordnete sind gegen diese Einschränkung. Ein Vorschlag der EU-Staaten steht derweil in Kontrast zu Datenschutz-Beteuerungen.
Die staatseigene Förderbank KfW sieht sich als weltweit mitführend bei Biodiversitätsfinanzierungen. Dieser Bereich solle ausgebaut werden, erklärte Jürgen Kern, Nachhaltigkeitschef (CSO) der KfW-Bankengruppe, im Interview von Tagesspiegel Background – und hofft auf mehr Kooperation mit privaten Investoren, auch um Naturfinanzierungsstandards zu entwickeln.
Der Europäische Rat der EU-Mitgliedsländer hat sich kurz vor dem Jahresende auf die Einführung des digitalen Euros festgelegt. Die Debatte um Sinn oder Unsinn des Euro-Datengeldes und die Ausgestaltung sowie Fähigkeiten der Infrastruktur dafür geht damit aber erst richtig los. Die deutschen Banken fürchten auch ums eigene Girokontogeschäft.
Die Regierungen Deutschlands und Kanadas beobachten genau, wie die US-Regierung mit den Stimmrechtsberatern ISS und Glass Lewis umgeht, die deutsche beziehungsweise kanadische Eigentümer haben. US-Präsident Trump hatte mit Verweis auf ausländische Eigentümer per Dekret Regierungsbehörden angewiesen, angebliche Kartellrechtsverstöße der Firmen zu untersuchen.
Das Regulierungsrad dreht sich kontinuierlich, wenn auch in Sachen Nachhaltigkeit zuletzt rückwärts. Nur was wird im kommenden Jahr passieren? Ein Blick auf die wichtigsten Regulierungen für den Finanzsektor.
Die Verringerung der Nachhaltigkeits- und Lieferkettenpflichten schafft es dank einer rechtsgerichteten Mehrheit durchs Europaparlament. Welche Angaben Unternehmen von kleineren Geschäftspartnern verlangen dürfen, wird eingeschränkt bei denjenigen, die sie für die eigene Nachhaltigkeitsberichterstattung erfragen.
Die für die Ausarbeitung der Nachhaltigkeitsberichtstandards zuständige Beratergruppe Efrag hat vergangene Woche neue Entwürfe vorgelegt. Der Umfang der Anforderungen an die Unternehmen würde damit zwar geringer, doch reicht das aus?
Mit einem riesigen Maßnahmenpaket möchte die EU-Kommission den europäischen Kapitalmarkt vorantreiben. Barrieren, die den freien Fluss von Kapital behindern, sollen abgeschafft, die Digitalisierung vorangebracht und die EU-Kapitalmarktaufsicht gestärkt werden. Ein Erfolg hängt jedoch davon ab, ob die EU-Staaten bereit sind, nationale Behörden zurechtstutzen.
Fast das ganze Jahr wurde um die Verringerung der Nachhaltigkeitsberichts- und Sorgfaltspflichten von Unternehmen gestritten und dabei einiges politisches Porzellan zerschlagen. Nun haben Vertreter des Europaparlaments und der EU-Staaten einen Kompromiss gefunden. Eine wichtige Klimaschutzpflicht soll wegfallen.
Vermehrt befassen sich EU-Finanzaufsichten mit den Folgen des dramatischen Verlusts an biologischer Vielfalt für Wirtschaft, Kapitalmärkte und Finanzsystemstabilität. Banken sollen ihre naturbezogenen Risiken erkennen und managen, auf Versicherer und Vermögensverwalter kommt das wohl zu. Ein Überblick – Teil XI unserer Serie Transformation und Biodiversität.
Die Bundesländer wollen nach Überschwemmungen keine Milliardenhilfen mehr zahlen. Die Versicherer wollen nicht für politischen Leichtsinn aufkommen, der Bauen in Flutgebieten erlaubt. Nun hat die Branche einen konkreten Vorschlag gemacht, wie sie sich eine Versicherung vorstellen kann.
Auf einer ESG-Konferenz des Bundesverbands Alternative Investments arbeitete die Branche sich an den Vorschlägen der EU-Kommission zu einer überarbeiteten Offenlegungsverordnung ab. So mancher ist ganz zufrieden mit den neuen Ansätzen. Doch die könnten auch ein paar Schönheitsfehler haben.
Die Stiftung Verantwortungseigentum setzt sich für eine neue Rechtsform ein, die „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“. Dieser Reformwunsch hat es sogar in den Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung geschafft. Doch es gibt steuerpolitische Bedenken einiger Lobbyverbände.
Kernwaffen, Munition mit abgereichertem Uran, Brandwaffen, Blendlaser, autonome Waffen: In Firmen, die mit all diesem Geschäfte machen, dürfen nachhaltige Fonds in der EU künftig investieren. Ein Blockadeversuch der linksgerichteten Fraktionen im Europaparlament ist gescheitert.
Untergrabenes Vertrauen in den US-Dollar, amerikanische Stablecoins, der unvollendete europäische Kapitalmarkt: In diesem Dreieck haben drei Geld- und Wirtschaftsexperten auf Einladung des Bankenverbands versucht, einen finanz- und währungspolitischen Standort für Europa gegenüber einer widersprüchlichen US-Regierungspolitik zu definieren.
Florida ermittelt gegen ISS und Glass Lewis. Der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates beschuldigt die Stimmrechtsberater, umstrittene ESG-Forderungen in ihre Empfehlungen integriert zu haben. Die beiden Firmen weisen die Vorwürfe zurück. Berichten zufolge hat auch die US-Regierung sie aufs Korn genommen.
Die Konservativen im Europaparlament stimmen erneut mit den extrem-rechten Fraktionen für eine Abschwächung der EU-Anti-Entwaldungsverordnung. Die Industrie freut sich, Umweltschützer sind empört.
Auf einer Konferenz in Hamburg diskutieren Standardsetzer, Unternehmensvertreter, Politiker und Vertreter von Ministerien und EU-Kommission über die Zukunft der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Das ist mühsam, die strittigen Punkte sind komplex – und zumindest für ein großes Problem fehlt derzeit eine brauchbare Lösung.
Die in Europa aktiven Großbanken, Vermögensverwalter und Börsenplätze drängen nach dem Omnibus für die EU-Nachhaltigkeitspflichten auch auf Änderungen bei den Finanzaufsichten: Um hiesige Kapitalmärkte wettbewerbsfähiger zu machen, müssten die „Erwartungen der Aufsichtsbehörden“ geändert werden, sagte der Chef des Finanzmarktverbands Afme, Ádám Farkas.
Die EU-Kommission will weiter daran arbeiten, Europa nachhaltiger zu machen. Dieser Gedanke zieht sich durch das Gespräch von Jessika Roswall mit Tagesspiegel Background. Umweltkommissarin Roswall glaubt an den Erfolg von Naturgutschriften, kündigt ein Gesetzespaket für die Kreislaufwirtschaft an und hat die Anti-Entwaldungsverordnung noch nicht aufgegeben.
Es gibt mehr Geld für eine Anpassung an den Klimawandel und für den Erhalt des Regenwaldes. Doch beim Umgang mit den Haupttreibern des Klimawandels findet die Weltgemeinschaft auf der Weltklimakonferenz COP30 in Belém nur den kleinsten gemeinsamen Nenner.
Zustimmung aus der Finanzbranche und verhaltene Zustimmung aus der Zivilgesellschaft, aber Divergenzen im Europaparlament: Wird die Reform der Offenlegungsverordnung für nachhaltige Finanzprodukte, die SFDR, so blutig wie der Kampf um den „Omnibus I“?
Die Deutsche Bank hat ihr erstes Rahmenwerk zur Transformationsfinanzierung veröffentlicht. Dieses will sie nutzen, um Unternehmen mit hohem Dekarbonisierungsbedarf zu unterstützen. Man kann die Sache aber auch ganz anders sehen.
Folgt auf dem Nachhaltigkeits-Omnibus bald ein Finanz-Omnibus? Die rot-schwarze Koalition in Berlin hat sich zumindest darauf festgelegt, von der EU-Kommission Vereinfachungen in der Finanzmarktregulierung zu fordern. Währenddessen verlangen Banken und Versicherer umfassende Erleichterungen beim Aufsichtsregime – Unterstützung kommt von Zentralbankern.
Natur absorbiert Schocks: Mit diesem Argument sind zur COP30 einige Initiativen entstanden, die unter anderem den Schutz von Regenwäldern und Ökosystemen finanzieren und mithilfe privater Geldgeber Kapitalzugang für Städte sichern sollen. Neu sind auch Berichte und Modelle für naturbezogene, resilientere Staatsfinanzen. Ein Überblick.
Künftig müssen Kryptobörsen Nutzer- und Transaktionsdaten an die europäischen Steuerbehörden melden – vom Token bis zum Marktwert. Doch auch nach der jetzt erfolgten Verabschiedung des „Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz“ im Bundestag bleibt die entscheidende Frage: Wird es in der Praxis komplexer als vom Gesetzgeber erwartet?
Wenige Tage vor Ende der COP30 kommt neue Dynamik in die Verhandlungen. Mehrere Dutzend Länder wollen bei der Abkehr von fossilen Brennstoffen vorankommen und Fahrpläne ausarbeiten. Für eine Einigung sind aber deutlich mehr Unterstützerstaaten nötig. Ob der Durchbruch gelingt, hängt auch von den Finanzzusagen der Industrieländer ab.
Das Europaparlament hat mit den Stimmen von Rechtsaußen seine Position für Änderungen an den Nachhaltigkeitsberichts-, Lieferketten- und Taxonomievorschriften beschlossen. Unternehmen sollen keine Klimatransitionspläne erstellen und umsetzen müssen.
Weil Indexfonds Aktien umstrittener US-Gefängnisbetreiber halten, haben NGOs Banken beschuldigt, gegen die OECD-Verantwortungsleitsätze zu verstoßen. Die UBS schlägt vor, dass Stakeholder gemeinsam ergänzende Leitlinien zu passiven Investments entwickeln. Der Schweizer OECD-Kontaktpunkt befürwortet dies.
Die Finanzaufsicht Bafin will die Leitlinien der EU-Bankenaufsicht EBA zum ESG-Risikomanagement nicht beachten. Aber sie wird sie wohl bald nicht länger ignorieren können, weil das Kreditwesengesetz analog dazu novelliert wird. Es soll laut Entwurf ab Januar 2026 ein ESG-Risikomanagement und einen ESG-Risikoplan verlangen – und beides wäre zu prüfen.
Klesch vs. Deutschland, Nord Stream 2 vs. Deutschland, AET vs. Deutschland – nach wie vor laufen Schadenersatzklagen von Energieinvestoren vor internationalen Schiedsgerichten. Und selbst in vielen neuen Investitionsschutzabkommen Deutschlands schlummert das Risiko weiterer Klagen. NGOs mahnen: Aussteigen oder nachverhandeln.
Laut einem durchgesickerten Entwurf will die EU-Kommission für Finanzprodukte Kategorien vorschlagen, die verschiedene Nachhaltigkeitsansätze berücksichtigen. Zwei neue Produkttypen kämen Forderungen aus dem Finanzsektor entgegen. Manche Offenlegungspflichten will sie streichen – auch aus der Taxonomie-Verordnung.
Die Ankündigung des SPD-Politikers beendet das wochenlange Ringen in der Bundesregierung. Vor allem aus dem Finanzministerium hatte es Widerstand gegeben. Die Höhe einer deutschen Beteiligung ließ Schneider offen. Wahrscheinlich ist eine Milliarde Dollar.
Deutsche Unternehmen fordern von Bundeskanzler Merz und Vizekanzler Klingbeil starke, verlässliche Standards und Transparenz für Lieferketten. Dies sei Basis für langfristige Wettbewerbsfähigkeit und den EU-Binnenmarkt, heißt es in einem Schreiben. Die Gruppe protestiert gegen das Ansinnen einiger Konzerne, die EU-Sorgfaltspflichtenrichtlinie abzuschaffen.
„The Investor Agenda“ ist ein Zusammenschluss der wichtigsten internationalen Investorennetzwerke und eine zentrale Plattform für deren Koordinierung. Schon seit Jahren fordern sie über die Investor Agenda ambitioniertere Klimapolitik. Auf der COP30 stellen sie einen neuen Bericht vor.
Fachleute des Sustainable Finance Clusters haben einen Fahrplan entwickelt, wie Banken die Biodiversität in ihre Strategien sowie in Kreditvergabe, Kapitalanlage, sonstige Bankgeschäfte und Berichterstattung integrieren können. Die Finanzprofis drängen zur Eile und zeigen Lösungen. Teil IX unserer Serie Transformation und Biodiversität.
Ein Klimaziel ist schnell gesetzt. Nur wie sind Unternehmen darin, dieses auch zu erreichen? Eine heute veröffentlichte Auswertung des Climatech Right Based on Science, die Tagesspiegel Background vorab vorlag, kommt da zu einem ziemlich ernüchternden Ergebnis.
„Worst Case für die Holzwirtschaft“ oder sinnvoll für Umwelt und Klima? Der Streit um die Anti-Entwaldungsverordnung der EU geht in Brüssel weiter: Die europäischen Landwirtschaftsminister fordern eine Verschiebung der Vorschriften für entwaldungsfreie Lieferketten, die Holzwirtschaft beschwert sich über unnötige Bürokratie für Europas Wälder.
Der Regenwaldfonds TFFF klingt verlockend: Ein globaler Geldtopf, der scheinbar aus dem Nichts Milliarden Dollar zum Schutz tropischer Wälder generiert. Doch das Risiko eines finanziellen Ausfalls – und dass für den Regenwald kein Cent herausspringt – sei enorm, sagt Max Alexander Matthey von Climate Impact Auctions. Teil II unserer Interview-Serie zum TFFF.
Der Europäische Rat der EU-Mitgliedsländer erhöht den Druck auf das Europäische Parlament: Das erste Omnibus-Paket zu den Nachhaltigkeitspflichten von Unternehmen solle nun zügig bis Ende des Jahres verabschiedet sein, fordern die EU-Regierungschefs von EU-Abgeordneten und der Europäischen Kommission.
Paukenschlag im Europaparlament: Der Omnibus-Berichterstatter Jörgen Warborn fällt mit seinem Reformvorschlag für CSRD, CSDDD und Taxonomie durch. Aus den ersten Gesprächen zwischen Europaparlament und Mitgliedsstaaten für Änderungen an den Nachhaltigkeitsberichts- und Lieferkettenpflichten von Firmen morgen wird nun nichts.
Seit zwei Jahren kommen aus Brüssel Andeutungen, wie sich die Vorschriften für Nachhaltigkeitsangaben zu Finanzprodukten ändern könnten. Nun nennt die EU-Kommission auch den Tag, an dem sie ihren Vorschlag vorlegen will. Die Überarbeitung soll Teil eines größeren Projekts werden.
Umweltorganisationen werfen der Deutschen Bank und der DWS vor, Entwaldung stark zu ermöglichen. Die Finanzinstitute widersprechen entschieden und kritisieren, die Angaben seien nicht nachvollziehbar. Die Bank untersagt Entwaldungsfinanzierung – doch die Kreditvergabe ist nicht transparent. Hilft eine Aufnahme der Branche ins EU-Lieferkettengesetz CSDDD?
Für den neuen Tropenwaldfonds Brasiliens, TFFF, hofft der Vizefinanzminister des Landes, Dario Durigan, auch auf deutsches Geld. Im Interview kurz vor der nächsten Klimakonferenz COP30 in Belém erklärt er, warum das Milliardenvorhaben so wichtig ist. Nächste Woche kommt eine Kontrastimme zu Wort: Der Ökonom Max Matthey hält den TFFF für Geldverschwendung.
In einem Brief an Kanzler Merz und Frankreichs Präsident Macron haben Siemens-Chef Roland Busch und Total-Energies-CEO Patrick Pouyanné unter anderem die Abschaffung der EU-Lieferkettenrichtlinie gefordert – und Unterstützung von 46 Chefs großer Unternehmen beider Länder suggeriert. Nun stellt sich heraus: Viele Finanzinstitute stehen gar nicht dahinter.
Anlässlich zweier Gesetze, um öffentliche Ausschreibungen zu beschleunigen, fordert der Entsorgungsverband BDE, grüne öffentliche Beschaffung verbindlich im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen zu verankern, um Kreislaufwirtschaft und hiesige Wertschöpfung voranzubringen. Die Nachhaltigkeit bei öffentlichen Aufträgen lässt in der EU zu wünschen übrig.
Jahrestagungen von IWF und Weltbank standen lange unter dem Eindruck der Klimakrise und dem Kampf für mehr globale Nachhaltigkeit. Die Kriege in der Ukraine und in Gaza sowie Handelskonflikte haben das geändert: Die Geopolitik ist 2025 beherrschendes Thema, nicht die Erderwärmung.
Der Rechtsausschuss des EU-Parlaments hat seine Position zur Verkleinerung der Vorschriften für Nachhaltigkeitsberichte, Lieferkettensorgfalt und Taxonomieangaben beschlossen. Damit rückt eine Einigung in der EU näher. Künftig dürften viel weniger Firmen zu umfangreichen Nachhaltigkeitsangaben verpflichtet sein.
Schon im nächsten Jahr soll die kostenlose Zuteilung von CO2-Zertifikaten im Europäischen Emissionshandel sinken. Industrievertreter schlagen deshalb Alarm. Die Bundesregierung wirbt dafür, die kostenlose Zuteilung zu verlängern. Den ursprünglichen Plänen der EU-Kommission zufolge soll sie nämlich schon 2034 enden.
Weltbank-Fachleute plädieren dafür, bei der Länderbeurteilung mithilfe makroökonomischer Modelle systematisch die Bedeutung von Ökosystemleistungen und Naturveränderungen für die Wirtschaft einzubeziehen und bei Simulationen alternative Maßnahmen für Politik und Investitionen durchzuspielen. Dafür haben sie eine Methode entwickelt und getestet.
Nach Drohungen mit einem Pakt mit den Ultrarechten hat der konservative Omnibus-EP-Berichterstatter Jörgen Warborn einen Kompromiss mit Liberalen und Sozialdemokraten erzwungen: Danach sollen die meisten Unternehmen aus den Nachhaltigkeitsberichts- und Lieferkettenpflichten herausfallen. Doch das dürfte noch für Zerwürfnisse sorgen.
Transitionsfinanzierung fördern, ESG-Regeln überprüfen und Greenwashing automatisch erkennen: Die EU-Aufsichtsbehörden für Banken, Versicherer und Wertpapiere haben ihre Arbeitsprogramme für nächstes Jahr vorgelegt.
Europas Finanzindustrie hätte zwar gerne Zugriff auf mehr Daten zu Lieferketten von Unternehmen, sieht aber die Außerkraftsetzung oder eine spätere Einführung von Berichtspflichten zumeist gelassen. Das ergab eine stichprobenartige Umfrage von Tagesspiegel Background.
Großbanken im Euro-Raum halten trotz politischer Rückwärtsrollen in den USA und Europa an Nachhaltigkeitsstrategien und dem Management von ESG-Risiken fest – schon weil Regulatoren und Aufsichtsbehörden das verlangen. Doch außereuropäische und kleinere Geldhäuser kommen kaum voran. Das zeigen Umfrageergebnisse, die Tagesspiegel Background vorliegen.
Trotz Unsicherheit über die Zukunft der CSRD: Viele Unternehmen kommen voran mit ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung, ganz unabhängig davon, was am Ende bei der sogenannten Omnibus-Reform der EU-Rechtsetzer herauskommt. Das zeigen zwei neue Untersuchungen vom Beratungsunternehmen PWC und der europäischen Kapitalmarktaufsicht Esma.