Die Position des Europaparlaments in den Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten über eine Regulierung von ESG-Ratingagenturen steht fest. Sie ist in manchen Aspekten weniger strikt als von der Berichterstatterin vorgeschlagen. Im Vergleich zu den Wünschen der Kommission drohen Analysten aber schärfere Vorschriften bei Interessenskonflikten.
Die Bundesregierung hat sich geeinigt, das Haushaltsloch mit Ausgabenkürzungen und höheren Abgaben zu stopfen. Ließen sich Nachhaltigkeitsinvestitionen auch finanzieren, indem Deutschland seine im Ausland lebenden Bürger besteuert? Auch in dieser Frage liegen die Unions-Parteien und die Grünen auseinander.
Die Verhandlungen zwischen EU-Parlament und dem Rat der Mitgliedsländer zur EU-Lieferkettenrichtlinie gehen in eine entscheidende Runde: Wird der Finanzsektor ganz oder teilweise davon befreit, bei seiner Kundschaft aus der Realwirtschaft auf Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen achten zu müssen? Kommt es gar zur Vertagung der Verhandlungen?
Die Mitgliederversammlung des Forum Nachhaltige Geldanlagen war vor allem eines: ein großes Durcheinander. Über viele wichtige Punkte wollten die Mitglieder gar nicht erst abstimmen, weil ihnen offenbar Informationen fehlten. Nach langem Ringen kam es immerhin zu einer Aussprache zum FNG-Siegel. Und plötzlich auch zu Rücktritten.
Der Klimaschutz soll in Zukunft Leitmotiv der deutschen Außenpolitik sein. Dazu hat die Regierung eine erste Strategie vorgelegt: Durch Entwicklungszusammenarbeit und Zusammenschlüsse wie die G7 oder den Klimaclub sollen Ziele wie Nachhaltigkeit, Gesundheit und ein Ausstieg aus allen fossilen Brennstoffen in anderen Ländern erwirkt werden.
Die nun mit monatelanger Verspätung veröffentlichte Methodik der PCAF sieht vor, dass Wertpapierplatzierungen sich viel weniger in den Treibhausgasbilanzen von Banken niederschlagen als vergleichbare Kredite. Also nur eine Anleitung zu hemmungslosem Greenwashing? Trotz seiner Schwächen dürfte das Regelwerk für mehr Transparenz sorgen.
Die staatliche Förderbank KfW hat seit 2015 ihre Ziele für Investitionen in grüne Anleihen übertroffen und somit starke Impulse für das Wachstums des globalen Marktes für Green Bonds gegeben. Zudem hat sie durch Mindestkriterien international anerkannte Qualitätsstandards mitentwickelt.
Mit dem deutschen Lieferkettengesetz hat die „Initiative Lieferkettengesetz“ ihr Ziel erreicht. Doch sie macht weiter Druck auf die Bundesregierung, damit sie die absehbare europäische Sorgfaltspflichtenrichtlinie CSDDD anspruchsvoll umsetzt. Das zivilgesellschaftliche Bündnis hat aber wenig Hoffnung, dass auch der Finanzsektor einbezogen wird.
Wenige Tage vor der Mitgliederversammlung des FNG haben die Verantwortlichen schriftlich Fragen von Mitgliedern zur kritischen Berichterstattung in Medien beantwortet. Doch das Dokument wirft seinerseits Fragen auf. Am morgigen Dienstag sind die Mitglieder zu einem gesonderten Informationsgespräch eingeladen.
HSBC, Societe Generale, ABN Amro und Standard Chartered verlassen die Science Based Targets Initiative. Die Banken vermuteten laut Insidern, bei einer Validierung ihrer Klimaziele durch die SBTI wären sie künftig weniger in der Lage, in fossile Brennstoffe zu investieren.
Wie viel Macht sollen die Vorstände bekommen? Welchen Einfluss die Mitglieder? Über derart grundlegenden Fragen können nächste Woche rund 200 Finanzakteure bei der Jahresversammlung des ins Schlingern geratenen Forums Nachhaltige Geldanlagen entscheiden.
Durch den Klimawandel werden Unwetterschäden häufiger – doch die meisten sind nicht versichert. Eiopa-Chefin Petra Hielkema und Bundesbank-Vorständin Sabine Mauderer sprechen sich auf der Jahreskonferenz der EU-Versicherungsaufsicht für klare Grenzen staatlicher Hilfe aus.
Heute beginnt die COP28 in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Um das Pariser Klimaabkommen noch einzuhalten, müssten die Staaten massive Emissionseinsparungen beschließen und sich zu einem Ende von Kohle, Öl und Gas bekennen – bislang war das stets erfolglos. Ein Überblick über die wichtigsten Themen der Weltklimakonferenz.
Vor einer Anhörung der EZB-Präsidentin Lagarde vor dem Währungsausschuss des Europaparlaments machen Ausschussberater Vorschläge, wie die Zentralbank klimafreundlicher werden kann. EZB-Direktoriumsmitglied Elderson legt schon mal eigene Vorschläge vor.
Eine aufschlussreiche Veranstaltung im Bundesfinanzministerium beschloss vergangenen Donnerstag den Sustainable-Finance-Gipfel. Politiker aus Regierung und Opposition bekannten sich überraschend deutlich zur Transformation in Richtung netto Null – allerdings gab es teils heftigen Streit über den richtigen Weg dorthin.
Die internen Diskussionen im Forum Nachhaltige Geldanlagen wirken sich auch auf dessen Siegel-Tochter QNG und darüber hinaus auf das Prüfteam für das Nachhaltigkeitssiegel des Fachverbands aus. Nun mussten dort Mitarbeiter entlassen werden – offenbar, weil sich FNG-Vorstand und Siegel-Geschäftsführung nicht über die Finanzierung einigen konnten.
Eine von der britischen Regierung eingesetzte Arbeitsgruppe hat Leitlinien für Übergangspläne besonders wichtiger Sektoren vorgelegt. Ihre Empfehlungen sind nicht die ersten für derartige Unternehmenspläne – doch ihre Detailliertheit macht sie interessant.
Nach dem Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts zur Finanzierungspraxis der Ampel gibt es erste Einschätzungen von Politikern zur Frage, welche Klimaschutzmaßnahmen weiterfinanziert werden. Doch die Union sieht schon das nächste Finanzmittel bedroht: den Wirtschaftsstabilisierungsfonds.
Das Bundesverfassungsgericht hat geurteilt, dass 60 Milliarden Euro an nicht benötigten Krediten zur Bewältigung der Corona-Krise nicht in den Klimafonds verschoben werden durften. Nun ist die Finanzierung vieler klimapolitischen Maßnahmen ungeklärt.
Die EU-Mitgliedstaaten sollen auf Vorschlag der spanischen Ratspräsidentschaft überraschend den gesamten Finanzsektor aus dem europäischen Lieferkettengesetz heraushalten – zunächst. Doch was wie eine Niederlage für Befürworter eines ambitionierten Rechtsrahmens aussieht, könnte sich noch als Vorteil für eine striktere Lieferkettenregulierung erweisen.
Nach fünf Vorstandsrücktritten auf einen Schlag entscheidet Anfang Dezember die Mitgliederversammlung, wer das Forum Nachhaltige Geldanlagen in die Zukunft führen wird. Manche Finanzakteure wünschen sich einen Neuanfang mit kompetenten Teamplayern an der Spitze.
Vorstandsvorsitzender weg, vier Beisitzer ebenso: In der Führung des Forum Nachhaltige Geldanlagen herrscht Chaos und der Verband muss sich einmal mehr mit sich selbst beschäftigen. Wie konnte es so weit kommen? Und wie geht es weiter? Es ist ein Drama in zwei Akten, das ausgerechnet am Nikolaustag seinen Höhepunkt finden dürfte.
Bislang umweltschädliche Unternehmen könnten Investitionen am dringendsten benötigen, um sich zu transformieren – doch ihre Finanzierung wird von der Sustainable-Finance-Regulierung der EU bislang nicht gefördert, kritisiert der Bankenverband AFME. Er schlägt der Politik Änderungen an den Vorschriften vor.
Zum Start des siebten Sustainable-Finance-Gipfels traf sich die Branche am Montag in Frankfurt. Auf den ersten beiden Veranstaltungen ging es viel darum, wie der Finanzsektor die Wirtschaft in ihrem Wandel unterstützen kann. Doch die wirklich aufrüttelnden Worte kamen auf einer Parallel-Konferenz.
Um einen besseren Überblick über den Erfolg einer Netto-Null-Strategie von Unternehmen zu erhalten sowie zu Emissionen in Wertschöpfungsketten, haben Wissenschaftler des Mannheimer ZEW sowie der Stanford-Universität ein dynamisches Berichtsrahmensystem entwickelt. Damit, so die Forscher, könnten Unternehmen sich auch von Greenwashing der Konkurrenz absetzen.
Mehrere wichtige Wirtschaftsnationen und -regionen werden Unternehmen verpflichten, Nachhaltigkeitsinformationen künftig auf Basis der ISSB-Regeln zu veröffentlichen. Manche beschränken sich allerdings auf Klimaangaben.
Nigeria ist als Ölförderland und Bevölkerungsriese Afrikas bekannt. Doch auch dort tut sich viel beim Klimaschutz. Spritsubventionen sind gerade zusammengestrichen worden. Das Land will in Solarkraft, E-Busse und Made in Germany investieren. Allerdings wird dringend Kapital benötigt. Auf der Weltklimakonferenz COP28 in Dubai ist das ein wichtiges Anliegen.
Sei es in der Realwirtschaft oder im Finanzsektor: Laut einer Studie des Südwind-Instituts arbeitet kaum einer konkret auf die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele hin. Dabei braucht es besonders das Geld von privaten Investoren, um die SDGs noch zu erreichen. Die Bundesregierung will helfen, dass mehr Geld in den globalen Süden fließt.
Beim Trilog über die europäische Richtlinie zu menschenrechtlichen und ökologischen Sorgfaltspflichten von Unternehmen (CSDDD) ist politisch umstritten, ob und inwieweit sie Finanzakteure einbeziehen soll. Die Mitgliedsstaaten haben sehr unterschiedliche Ansichten, die spanische Ratspräsidentschaft steuert Kompromisse an.
Die Global Reporting Initiative (GRI) gehört zu den Pionierorganisationen der standardisierten Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die langjährige Arbeit zahlt sich aus: Heute sind die Standards der GRI die Grundlage für Gesetze von der EU bis nach Taiwan.
Angesichts der Klima- und Biodiversitätskrise fährt Seth P. Bernstein, Chef des großen US-Vermögensverwalters Alliance Bernstein, die Strategie, die Portfoliomanager zu schulen, ESG in Anlagebeschlüsse zu integrieren und Gespräche mit Konzernvorständen zu führen. Einen Brief von US-Oberstaatsanwälten pariert er im Tagesspiegel-Background-Interview gelassen.
Wenn es am Anfang in der Welt der nachhaltigen Geldanlagen oft darum ging, das Kapital in tatsächlich nachhaltige Unternehmen zu investieren, so ist nun die Finanzierung der Transformation das große Thema. Sustainable Finance 2.0 ist jedoch noch schwieriger. Denn immer schwingt die eine Frage mit: Können Investoren Unternehmen überhaupt zum Wandel bringen?
Seit 2014 verhandeln Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen über ein globales Abkommen zu Menschenrechten und Umweltaspekten in Lieferketten. Bisher erfolglos. Auch bei der laufenden Verhandlungsrunde in Genf zeigt sich: Entwicklungsländer wollen vor allem westliche Konzerne reguliert sehen, Industriestaaten sehen den globalen Süden mit in der Pflicht.
Was ist denn nun mit den angekündigten Regeln für Nachhaltigkeitsbegriffe in Fondsnamen? Die Wertpapieraufsicht Esma äußert sich weiter uneindeutig. Der Chef der EU-Bankenregulierung ruft derweil dazu auf, sich jetzt auf die Transition zu fokussieren.
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, Corporate Sustainability Due-Diligence Directive (CSDDD), EU-Antientwaldungsgesetz, Klimaberichterstattung – vor einem bürokratischen Monster, das inzwischen Europas Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlichen Erfolg gefährde, warnt der Hauptgeschäftsführer des mächtigen Außenhandelsverbandes BGA, Antonin Finkelnburg.
Die weltgrößte katholische Investoreninitiative gegen Entwaldung und zum Schutz der Indigenen in Brasilien hat ihr Engagement beendet. Der Abschlussbericht, der Tagesspiegel Background vorliegt, erklärt Vorgehen, erreichte Forderungen und ein Modell zur Wirkungsmessung. Damit will die BKC-Bank in der Finanzbranche eine Diskussion zur Methodik anstoßen.
Ob ein Fonds hell- oder dunkelgrün ist, wird derzeit oft danach entschieden, ob er Artikel 8 oder 9 der EU-Offenlegungsverordnung entspricht. Dafür ist diese aber weder gemacht noch geeignet, sagt die EU. Und erwägt, Produktkategorien einzuführen. Zudem könnten auch Fonds, die nicht ökologisch oder sozial sind, Nachhaltigkeitsangaben machen müssen.
Wie gut können Investoren auf Unternehmen wirken, wann lässt sich überhaupt von Impact sprechen – und ist der eigentlich übertragbar? Auf einer Fachkonferenz in Frankfurt diskutierten über all diese Fragen Vertreterinnen und Vertreter aus Theorie und Praxis. Daraus soll ein wissenschaftlicher Aufsatz entstehen, der wichtige Definitionen liefert.
Europäische Dachverbände und deutsche Finanzakteure fordern heute EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und weitere Kommissionsmitglieder auf, einen Rahmen zu schaffen, um Kapital für soziale Investitionen zu mobilisieren. Tagesspiegel Background lag das Schreiben vorab vor. Eine französische Initiative arbeitet unterdessen an einer Sozialtaxonomie.
Das größte deutsche Kreditinstitut hat einen Biodiversitätsbeirat berufen, der am Montag erstmals getagt hat. Er soll allen Geschäftsbereichen helfen, Naturrisiken und Auswirkungen auf Ökosysteme zu managen, wie Markus Müller, ESG-Investmentchef der Privatkundenbank, gegenüber Tagesspiegel Background sagte.
Wie schlagen sich Firmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Nachhaltigkeitsberichterstattung – und vor allem, wie kommen sie beim Abbau der CO2-Emissionen voran? Eine neue Studie, die heute veröffentlicht wird, gibt Einblicke. Klimabilanzen sind inzwischen verbreitet.
Die Debatte über einen Fonds für klimabedingte Schäden und Verluste nimmt weiter an Fahrt auf. Eine indische Denkfabrik macht einen neuen Aufschlag für eine Ausgestaltung des Geldtopfs: Demnach sollen Entwicklungsländer Geld nach Naturkatastrophen erhalten. Die Bundesregierung sieht diesen Ansatz skeptisch – und auch die Rolle Chinas ist umstritten.
700 Investoren mit einem verwalteten Vermögen von 86 Billionen Dollar gehören dem Netzwerk an, nun startet es in seine zweite Phase. Jetzt sollen Investoren mehr auf die konkrete Anwendung von Klimaschutzplänen bei Unternehmen achten. Dabei hilft die aktualisierte Messmethode von Climate Action 100+.
In Brüssel verhandeln EU-Parlament, Ministerrat und Kommission über die Richtlinie zu menschenrechtlichen und ökologischen Sorgfaltspflichten von Unternehmen (CSDDD). Während sich punktuell Annährungen abzeichnen, stehen zu wesentlichen Aspekten kritische Debatten bevor. Investoreninitiativen, NGOs und manche Firmen fordern eine anspruchsvolle Regulierung.
Die Finanzaufsicht SEC hat untersucht, ob Werbeaussagen wahr waren und ob die DWS die Einhaltung einer zentralen ESG-Richtlinie überprüfte. Manche ranghohe Portfoliomanager waren sich der Richtlinie nicht bewusst oder unsicher, ob sie für die US-Tochter galt, so ein Ergebnis ihres detaillierten Berichts. Die DWS interpretiert ihn auf ihre Weise.
Heute veröffentlicht die OECD ein Rahmenwerk zur Bewertung von naturbezogenen Finanzrisiken für Aufsichtsbehörden und Zentralbanken. Es ist komplementär zu anderen aktuellen biodiversitätsrelevanten Rahmenwerken. Tagesspiegel Background hat vorab Einblick erhalten und mit dem Autorenteam gesprochen.
Werbeaussagen zur Umweltfreundlichkeit von Produkten sind künftig nur noch erlaubt, wenn die Anbieter belegen können, dass sie wahr sind. Darauf haben sich Europaparlament und EU-Rat geeinigt.
Nach zweijähriger Arbeit hat die internationale Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) ihre finalen Empfehlungen zur naturbezogenen Finanzberichterstattung veröffentlicht. Mehrere Anleitungen sollen dabei helfen. Für Finanzinstitute gibt es gesonderte Indikatoren. Das Echo ist überwiegend positiv, doch NGOs bezweifeln die Wirksamkeit.
Rund 15.000 Unternehmen in Deutschland müssen bald darüber berichten, wie nachhaltig sie sind. Eigentlich, denn die EU-Kommission möchte die Schwellenwerte, ab wann Firmen als klein, mittel oder groß gelten, anheben. Viele Unternehmen wäre dann doch von einer Nachhaltigkeitsberichtpflicht befreit. Möglich sind sogar noch weitere Erleichterungen.
Deutsche Fonds , die in erst noch grün werdende Firmen investieren, dürfen sich nicht nachhaltig nennen – die hiesigen Finanzaufseher bieten aber eine Alternative. Die EU-Aufseher haben derweil in einem Konsultationspapier einen Vorschlag für soziale Fonds versteckt, wie ebenfalls auf der Konferenz „Nachhaltige Geldanlagen“ erklärt wurde.
Die EU-Kommission hat dazu aufgefordert, ihren Regulierungsvorschlag für ESG-Ratingagenturen zu kommentieren. Viele Verbände und Unternehmen lobten im Grundsatz das Vorhaben, sind aber auch für mehr Eingriffe: Neben ESG-Ratingagenturen sollten auch Anbieter von Nachhaltigkeitsdaten in die Verordnung aufgenommen werden, so eine Forderung.
Heute und morgen trifft sich die Weltgemeinschaft in New York zum UN-Nachhaltigkeitsgipfel. Schon jetzt ist klar, dass die 2015 beschlossenen Sustainable Development Goals (SDGs) deutlich verfehlt werden. Neben Politik und Realwirtschaft ist auch die private Finanzwirtschaft gefordert, wie unabhängige Fachleute im aktuellen SDG-Bericht schreiben.
Kommenden Mittwoch befassen sich Bundestagsabgeordnete auf einer Konferenz mit der Asiatischen Infrastruktur Investitionsbank (AIIB). Laut NGOs verstößt diese gegen Umweltstandards, Klimaschutz und Menschenrechte. Auch der Ex-Kommunikationschef erhebt heftige Vorwürfe. Das Bundesfinanzministerium will die Bank an ihre Verpflichtungen erinnern.
Das Gremium für internationale Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung hat öffentlich gefragt, woran es als nächstes arbeiten soll. Bei manchen Forderungen sind sich verschiedene mächtige Verbände einig. Aber es gibt auch Spezialwünsche.
Das übertrifft alle Erwartungen: Mehr als 300 Industrieanträge auf Betriebskostenförderung sollen beim BMWK eingegangen sein. Mit den Klimaschutzverträgen könnten selbst die teuersten Projekte gefördert werden, unter anderem durch einen Strompreisdeckel.
Von der Digitalisierung der Branche, über Risiken durch das sich verändernde Verhalten von Konsumenten, den Klimawandel, bis hin zum Ausnutzen aufsichtlicher Spielräume: Die Bafin machte auf ihrer Jahreskonferenz der Versicherungsaufsicht eine ganze Reihe von kritischen Punkten deutlich. Auch die Eiopa benannte zukünftige Herausforderungen.
Sind die Energiehilfen rechtswidrig finanziert worden? Hat der Finanzminister die Schuldenbremse umgangen? Ein brisanter Bericht aus dem Bundesrechnungshof wirft ein schlechtes Licht auf die Haushaltspolitik der Ampel-Koalition. Pläne zur Finanzierung des Industriestrompreises stehen damit auf einem wackligen Fundament.
Wie sollen multinationale Unternehmen sich an das Pariser Klimaabkommen und das Montreal-Abkommen zu Biodiversität anpassen? Empfehlungen dafür liefert die jüngste Ausgabe der OECD-Leitlinien für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln.
Bei ihrem neuen gesamtwirtschaftlichen Klima-Stresstest berücksichtigt die EZB erstmals Privathaushalte. Eine rasche Transformation der Unternehmen wäre am besten für die langfristige Finanzstabilität, so das Ergebnis.
Ab Mitte September wird es einen internationalen Rahmen für naturbezogene Finanzberichterstattung geben. Unternehmen und Finanzhäuser sollen ihre Risiken infolge des Artensterbens und ihre negativen Effekte auf Ökosysteme erkennen und sich strategisch auf Naturerhalt einstellen. Kritiker sagen, das Berichtssystem könne dies nicht leisten.
Weniger Aufwand für die Erstellung von Emissionsprospekten, mehr Mitspracherecht für Familienunternehmer bei einer Börsennotierung und niedrigere Hürden für Aktienanalysten: Verbesserte Rahmenbedingung für die Finanzierung könnten auch nachhaltigen Firmen zugutekommen. Für ESG-Anleihen ist eine zusätzliche Vorschrift vorgesehen.
Erstmals findet Anfang September der Africa Climate Summit statt. Die afrikanischen Länder wollen ausloten, wie sie grünes Wachstum voranbringen können. Dabei geht es auch um eine Reform der internationalen Finanzinstitutionen, damit die Länder des Globalen Südens leichter an Geld für Klimaschutz und Klimaanpassung kommen.
Lieber fundiert als zu schnell – Bernhard Engl, Chef des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG), vermisst vorausschauende Analyse bei vielen Entscheidungen zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Statt „vieles einfach durchzudrücken“, sollte die Politik Bedenken ernst nehmen und bei Sustainable Finance kein „bürokratisches Monster“ schaffen, so Engl im Interview.
Mit ihrem neuen Gesetz will die Regierung den Finanzstandort Deutschland stärken. Dazu ändert sie unter anderem die Regelung zur Mitarbeiterbeteiligung. Doch obwohl in dem Gesetz auch von der großen Bedeutung von Investitionen die Rede ist, um die Wirtschaft auf den Klimaschutz einzustellen, hat es kaum etwas mit Sustainable Finance zu tun.
Eine behördliche Erläuterung, welche Pflichten sich für Unternehmen aus dem neuen deutschen Lieferkettengesetz ergeben: Sie können sich dieser nicht einfach durch Zusicherungen ihrer Lieferanten entledigen. Auch ein Verzeichnis mit Literatur und Beratungsangeboten enthält die Handreichung.
Aus dem Klima- und Transformationsfonds fließen 2024 rund eine Milliarde Euro in das „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“. Umweltschützer halten weniger die Höhe der Mittel für ausschlaggebend. Wichtig sei vor allem eine unkomplizierte Förderpraxis.